Contents : Sonderabdruck Vorträge aus dem 2. Lehrgang des stellvertretenden Generalkommandos XI. AK

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uns  gibt  es  noch  nicht.  Sie  aufzustellen,  würden  zahllose  besondere  Arbeitskräfte
  erforderlich  sein.  Sodann  aber  würden  die  Ausnahmen  für  uns  so
zahlreich  sein,  daß  die  Ausnahmen  überwiegend  sein  würden.  Wo  sollten
wir  anfangen,  welche  Frauen  sollten  ausgenommen  werden?  Frauen  mit
3,  5  oder  6  Kindern?  Außerdem  läßt  sich  der  Gesundheitszustand  der
Frau  schwer  feststellen.  Das  wäre  allerdings  kein  ausschlaggebender  Grund,
die  Hauptsache  ist  der  sachliche  Grund,  daß  man  die  Frauen  in  der  Gesamtheit
  jetzt  nicht  erfassen  kann.  Eine  andere  Frage  ist,  ob  wir  nicht  für
eine  künftige  Mobilmachung  —  die  uns  recht  lange  erspart  bleiben  möge  —
auch  die  Frau  erfassen  müßten.  Ich  kann  mir  denken,  daß  es  dann  bei
einer  jeden  von  uns  auch  heißen  wird:  am  soundsovielten  hast  Du  da  und
da  zur  Stelle  zu  sein  zu  der  und  der  Arbeit.

Der  Vorsitzende:

Wir  sind  ganz  besonders  dankbar,  daß  Fräulein  Dr.  Lüders  sich
hierher  bemüht  und  einmal  die  schwierige  Frage  der  Frauenarbeit
beleuchtet  hat.  Es  ist  hier  ja  alles  im  Werden,  und  man  wird  nicht  immer
sagen  können,  welche  Bestrebung  die  richtige  sei.

Aber  bei  einem  bitte  ich,  daß  Sie  da  recht  kräftig  eingreifen  möchten:
bei  der  Rüpelhaftigkeit  der  Männer  gegen  die  arbeitende  Frau.  Jeder
Lümmel,  der  womöglich  selbst  nichts  Rechtes  tut,  fühlt  sich  berufen,  der
arbeitenden  Frau  zu  nahe  zu  treten.  Da  muß  die  Bevölkerung  selbst
eingreifen.  Durch  Klagen  allein  kommt  man  nicht  weit.

Sie  wissen,  daß  das  Generalkommando  sich  der  Jugend  besonders
angenommen  und  scharfe  Maßregeln  ergriffen  hat  zum  Schutz  der  Jugend.
Sie  erwecken  den  Anschein  von  Zwangsmaßnahmen,  es  sind  aber  Schutzmaßnahmen.
  Sie  sollen  nicht  einen  Zwang  auferlegen,  sondern  den  Zwang
beseitigen  derer,  die  Geld  verdienen  wollen,  indem  sie  schlechte  Neigungen
bei  der  Jugend  anregen.  Die  Zwingherrschaft  dieser  Leute,  sei  es  in  Buch,
Schrift,  Theater  oder  Kino,  stammt  noch  aus  dem  Frieden  und  ist  sehr  groß.
Wenn  diese  Zwingherrschaft  gebrochen  würde,  das  wäre  ein  Erfolg  heißer
Bemühungen  wert.  Wenn  das  gelingt,  werden  auch  diese  unerwünschten
häßlichen  Begierden  mehr  oder  leichter  zurückgedrängt  werden,  über  die  die
Frauenwelt  jetzt  leider  mit  Recht  klagt.

Es  ist  immer  in  Deutschland  Sitte  gewesen,  daß  man  die  Frau  mit
Ehrerbietung  behandelt;  wenn  sie  jetzt  im  Krieg  Arbeit  leistet,  muß  man
ihr  mit  noch  mehr  Ehrerbietung  begegnen.