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Der verderblichen Fehden ungeachtet, wodurch so viele Gegenden
Bayerns verwüstet wurden, kamen doch der Ackerbau und die
Landwirtbschaft überhaupt immer mehr in Aufnahme. Auf einer
Seite wurde das, was der Krieg zerstört hatte, bald wieder her—
gestellt; auf der andern entstanden viele neue landwirthschaftliche
Anlagen; denn nicht nur die Güter der Kirchen und Klöster vermehrten
sich sehr, indem viele Güterbesitzer, die einen Kreuzzug in
das beilige Land mitmachten, ihnen einen Theil ihrer Besitzungen
schenkten oder verkauften; sondern auch die Edelleute hatten seit
geraumer Zeit angefangen, mehr Aufmerksamkeit auf die Landwirthschaft
zu verwenden, wovon sie die wohlthätigen Wirkungen bereits
empfanden. Schon rrieb die baperische Nation einen beträchtlichen
Handel mit Getreide, wie auch mit Salz nach Franken und
Schwaben; dadurch wurde viel Geld in das Land gebracht, und
der innere Reichthum vermehrt.
K. 2.
Bapern Hatte schon beträchtliche Städte: Freysing, Passau,
Salzburg, Moosburg, Schongau und andere, die sich durch Volksmenge
und Gewerbsamkeit in einem blühenden Zustande befanden.
Den Grund zur Entstehung der Stadt München harte schon Heinrich
der Löwe gelegt; Otto von Wittelsbach hatte der Stadt Kelheim
ihr Daseyn gegeben. Ludwig l. vollendete den von Otto
angefangenen Bau der Stadt Landshut; durch ihn entstanden die
Städte Landau und Straubing, er ließ Braungu mit Mauern umgeben,
und stellte die abgebrannte Stadt Cham wieder #er. Dingolfing
wurde durch ihn erweitert.
S. 5.
Im Schooße dieser Städte, und in andern volkreichen Oertern,
die noch nicht mit Mauern umgeben waren, blühten allmählig die
Handwerke und Künste schön empor. In manchen Plätzen waren
Manufakturen angelegt. Die fleißigen Einwohner verfertigten schöne
Leinwand, Barchent und Scharlach, welche im Auslande geschätzt
und gesucht wurden. Die Handwerker und Künstler, welche zuvor
zum Stande der Knechte gehört hatten, waren allmählig frei
geworden; in großer Anzahl zogen sie in die Städte, und bildeten
seit dieser Zeit einen besondern Stand, nämlich den Stand der