Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1819. (14)

448  Oberpfalz  u.  Regensburg.

das  nach  den  Hainthalern  an  die  Scharffenberger  gelangte,  ward  1612  durch
Pfalzgraf  Johann  dem  Endres  Zennefelß  neuerdings  Landsassenfreiheit  ertheilt.
Später  erwarben  es  die  Jesuiten.  Die  Oerlheimer  (vom  heutigen  Erlheim)
saßen  auf  dem  Roßstein;  nach  ibnen  die  Rornstetter  und  die  Puntzinger.

Zwischen  dem  Roßstein  und  Ursensollen  beherrscht  auf  der  Anhöhe  rechts
der  Kastl-Amberger  Straße  Hohenkemnat  die  ganze  Umgegend.  Es  wäre
schwierig,  den  verschiedenen  Geschlechtern  der  Kemnater  nachzuspüren;  doch  ist
von  den  hier  seßhaften,  die  auch  ihre  Begräbniß  da  hatten,  gewiß,  daß  noch
1630  Wolf  Philipp  die  Burg  seiner  Ahnen  bewohnte,  die  nach  seinem  Tode
auf  der  Gant  durch  die  Haller  erkauft  wurde  (1652).  Südlich  hievon  an  der
Kastler  Landgerichtsgränze  möge  der  später  mit  Hohenkemnat  zu  einem  Patrimonialgerichte
  vereinte  Edelsitz  Zandt,  wovon  sich  die  Freiherren  Rummel
„von  Zandt"“  schreiben,  nicht  mit  dem  gleichnamigen  Orte  (Landg.  Kipfenberg),
noch  mit  der  Gleißenthalischen  Hofmark  Zandt  (Gerichts  Kötzting),  deren  Besitzer
  häufig  urkundlich  in  unsere  Oberpfalz  hereinreichen,  verwechselt  werden.
Die  nahe  Hofmark  Mendorferbuch,  ehedem  Puch  geheißen  und  Stammort
der  gleichnamigen  Hohenburger  Ministerialen,  verdankt  ihren  heutigen  Namen
den  zu  Ende  des  14.  Jahrhunderts  hieher  übergesiedelten  Mendorfern.

Iweites  Kapitel.
Das  Landgericht  Anerbach.

siteratur.

Neubig  I.,  Auerbach,  die  ehem  Kreis-  u.  Ldg.-Stadt  S.  141  ff.  —  Honnmenta  Honasterii  HMichelfeld.

in  der  Ober-Pfalz.  München,  1839.  8.  Giel.  —
v.  Fink,  Beitrag  zur  Geschichte  des  ehemaligen
Landgerichtes  Auerbach  in  der  Oberpfalz.  Verd.  d.
bist.  Ver.  d.  Ober-Pfalz.  Bd.  VI.  S.  253  ff.  —
Oesterreicher,  Besitzungen  des  vormaligen  Fürstenthums
  Bamberg  in  rem  alten  Herrgthum  Batern,
Belden  Auerbach  u.  Kemnat.  Geoßs.  Arch.  Bo.  U.

Mon.  Boic.  Vol.  IIV.  pag.  93  sqq.  —  Caspar  Brusch,
Monasterlorum  Germanicorum  praecipunorum  Cent.  l.
Ingolstat,  155f.  Fol.  pag.  85.  —  Weigl,  J.  B.,
Abt  Prechtl  (von  Michaelfeld),  eine  biographische
Skizze.  Sulzbach,  1833.  gr.  S.  —  LKoiscopalss
Bambergensis  IHustratus  opers  et  studlo  P.  Aemiltanl
Uisermann  1801.  T)p  San-Blaslanls.  pag.  317  s66.

Das  im  Jahre  1803  mit  dem  Landgerichte  Eschenbach  vereinte  Landrichteramt
  Auerbach  (auf  5  Quadratmeilen  10,171  Seelen  zählend)  bestand
aus  Gebieten  der  Aemter  Thurndorf,  Kirchenthumbach,  Eschenbach  und  aus
den  Kl.  Michelfeldischen  Vogteiämtern  Ebersberg  und  Nasniz,  welche  wir
am  geeigneten  Orte  in  ihren  alten  Bestandtheilen  besprechen  werden;  das
jetzige  Landgericht  Auerbach  aber  wurde  am  16.  Oktober  1841  aus  23  Gemeinden
  des  Landgerichts  Eschenbach  neu  formirt,  wozu  (1857)  noch  zwei
Gemeinden  des  Landgerichtes  Sulzbach  gefügt  wurden.))

Gleich  Vilseck  (S.  440)  kam  Auerbach,  das  König  Heinrich  (1008,  6.  Juli)
dem  neu  gestifteten  Bisthum  Bamberg  geschenkt  hatte,  als  bischöfliche  Vogtei
aus  der  Konradinischen  Pfandschaft  an  Bayern  und  Herzog  Ludwig  erhielt

1)  Zwei  andere  hinzugeschlagene  fielen  wieder  weg.