Full text : Lesebuch für die katholischen Volksschulen des Regierungsbezirks Düsseldorf. Zweiter Teil: Mittelstufe. (2)

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„Oje!“  rief  Kurt;  „da  hat  er  eine  große  Kröte  herausgebuddelt.“
*  die  setzen  wir  ins  Terrarium“,  sagte  Fritz.  „Darf  ich  sie  anassen?“"


„Warum  denn  nicht?“  antwortete  der  Vater.

„Kber  sie  ist  doch  giftig“,  meinte  Kurt.  „Ich  habe  einmal  gehört,
  daß  die  Uröte  einen  giftigen  Saft  ausspritzt."

„Dieser  Saft,  mein  Kind,“  belehrte  der  Dater  den  Knaben,  „ift
ziemlich  harmlos.  Sie  schwitzt  ihn  aus  den  Drüsen  der  haut,  besonders
  hinter  den  Ohren,  aus.  Er  verursacht  allerdings  auf  den  Schleimhäuten
  Brennen  und  Juchen,  aber  unsern  händen  und  Singern  schadet
er  nichts.  Natürlich  muß  man  sich  nachher  waschen,  um  nicht  unversehens
  etwas  von  dem  Drüsensaft  in  die  Kugen  oder  in  den  Mund  zu
bekommen.“

„Wird  die  Kröte  denn  auch  fressen,  wenn  wir  sie  mitnehmen?“
ließ  sich  der  wißbegierige  Fritz  vernehmen.

Der  Dater  lächelte  und  sprach:  „Kröten  nehmen  schon  draußen
im  Hreien,  wenn  man  sie  nicht  weiter  stört,  Bissen  an,  die  man  vor
ihren  Schlupfwinkel  hält.  In  der  Gefangenschaft  aber  werden  sie  so
zahm,  daß  sie  ohne  Scheu  die  Sliege  aus  der  Hand  fressen.“

Kurt  hob  die  Kröte  auf  und  setzte  sie  in  einen  leeren  Blumentopf.
  Dann  rief  er:  „Ei,  da  wollen  wir  sie  schon  zahm  kriegen  und
immer  lieb  zu  ihr  sein."

Der  Dater  sagte:  „Tut  das!  Ihr  werdet  viel  Freude  daran
haben.  Mit  großem  Dergnügen  erinnere  ich  mich  noch  heute  daran,
wie  ich  mir  selbst  einmal  eine  Kröte  gezähmt  habe.  Oft  machte  ich
mir  den  Spaß,  sie  abends  nach  dem  Essen  auf  den  Tisch  zu  setzen.
Da  habe  ich  beobachtet,  wie  die  Kröte  Jagd  auf  die  Sliegen  machte.
Kaum  hatte  sie  mit  ihren  Elotzaugen  eine  Sliege  erspäht,  so  wurde
der  Blich  starr.  Langsam  und  vorsichtig  hob  sie  ihre  Beine,  um  das
Wild  zu  beschleichen.  Wie  ein  Jagdhund  stand  sie  vor  ihrer  Beute.
Ihr  schönes  Kuge  funkelte.  Die  lange  Sehe  des  einen  Dorderbeines
zitterte  vor  Erregung.  Dann  schnellte  sie  blitzartig  den  Kopf  vor.  Die
Junge  fuhr  heraus,  und  die  Sliege  war  im  Magen  des  Bäubers
verschwunden.“

„Fressen  die  Kröten  im  Sreien  auch  immer  Fliegen?“  fragte  Kurt.

„O  nein,“  sagte  der  Dater,  „den  Kröten  und  ihren  Dettern,  den
Fröschen,  ist  alles  recht,  was  an  Larven,  Kerbtieren,  Würmern  und
Schnechen  im  Garten  zu  finden  ist.  Uur  lebend  müssen  sie  sein,  tote
Tiere  rühren  sie  nicht.  an.“

„Das  hat  der  Lehrer  uns  schon  erzählt“,  rief  Fritz.  „Darum
sind  sie  ja  auch  so  nützlich  im  Garten.“