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von Kartuschen zur Ausführung, und werden
hierfür vorhandene Gebäude benutzt
oder besondere Bretterschuppen erbaut.
Die Munitionszwischendepots haben
den dreitägigen Munitionsbedarf
für eine Anzahl nahe bei einander liegender
Batterien aufzunehmen und müssen
diesen erheblich näher liegen als die Parkmagazine,
um die Munitionsversorgung
der Batterien zu erleichtern. Die Hauptmagazine
werden von Zeug-, die Parkmagazine
k. von Feuerwerksofsizieren
verwaltet. Der B. steht unter Leitung eines
Stabsofffziers der Artillerie als Parkdirek-=tor,
die einzelnen Abteilungen unter besondern
Vorstehern. — Der Park soll außerhalb
des Schußbereichs der feindlichen Festungsgeschütze,
also mindestens 7500 m
von den nächsten Werken entsernt, und möglichst
gegen Beobachtung gedeckt, in direkter
Nähe guter Straßen, wenn möglich an einer
Eisenbahn, in der Nähe von Ortschaften,
vor allem zunächst der Angriffsfront, also
hinter den Belagerungsbatterien, liegen.
Belagerungstrain (lpr. 4rängb) umfaßt
das gesamte zur Durchführung einer
förmlichen Belagerung nötige Material
für den Artillerie= und Ingenieur-Belagerungspark,
das im Frieden fertig bereit
gehalten wird. Die Grundlae= für die
Zusammensetzung des Belagerungstrains
bilden die Geschütze, für welche sodann
alle übrigen zum B. gehörenden Ersordernisse
nach bestimmten Grundsätzen
berechnet werden. Die Art und Anzahl
der Geschütze soll für die Belagerung einer
rösern Festuug ausreichen, und ist die
Vat in mehreren Staaten auf 400 festgesetzt,
die aus folgenden Kalibern bestehen:
DeutschMNuß. sterland
landseich
15 cm Ringkanonen. 40 —
15 em lange Kanonen — 4
15 em kurze Kanonen 120 140
12 em Kanonen 120 — —
9 cm Kanonen, resp.
Feldgeschügte 40 80 80
21 em gezogene Mörser
(8. Zöller) 40 60 40
17 em gezogene Mörser
(6. Zöller) — 6 40
15 em glatte Märser 40 — —
Belagerungstrain — Beleuchtung.
Diese Zusammensetzung ist jedoch in allen
drei Staaten gegenwärtig (1880) in einer
Umänderung begriffen. In Deutschland
wird eine 21 cm, je eine schwere 12 und
9 cm Kanone und ein 9 cm gezogener
Mörser für die jetzigen 12 und 9 cm Kanonen
und den glatten 15 cm Mörser
eintreten; in Rußland wird die Einstellung
einer zerlegbaren Kanone (8-Zöller)
beabsichtigt. Außerdem wird in
Deutschland bei jedem B. das Material für
zehn Munitiensfuhrparkskolonnen
(s. d.) bereit gehalten, welche mit
dem B. mobil gemacht und nach Bedürfnis
demselben zugeteilt werden. Deutschland
hat 2 Belagerungstrains mit zusammen
800 Geschützen und 20 Munitionsfuhrparkskolonnen,
deren Material
in Spandau (ein ganzer B. zu 400
Geschützen mit Ausnahme einer Detachierung
nach Metz), Posen und Koblenz (je
ein halber B. zu 200 Geschützen) aufbewahrt
wird. Durch die Anfang 1881 inder
Ausführung begriffene Neuorganisation
erhalten die Belagerungstrains eine andre
taktische Gliederung und erhebliche Vermehrung
der Geschützzahl sowie anderweite
Dislokation.
Belagerungsübungen, s. Festungsmanöver.
Belehrungsschießen, s. Schießen.
Beleuchtung. Die künstliche B. wird
notwendig 1) für Räume, in die überhaupt
kein Tageslicht fallen kann, wie
in Kriegspulvermagazinen, Minen, Pulverkammern
auf Schiffen, oder die zur
Sicherung gegen feindliches Feuer geblendet
werden, wie in den Geschoßladeslellen
der Festungen; 2) in Festungen zum Beleuchten
des Vorterrains behufs Entdeckung
feindlicher Arbeiten oder Unternehmungen;
3) auf ankeruden Schiffen,
um die Annäherungseindlicher Schiffe, namentlich
der Torpedoboote, zu entdecken.
Die B. von Räumen, in denen Pulver
aufbewahrt oder verarbeitet wird, geschieht
mittelst Lokomotiv= oder Schaffnerlaternen
(s. Laternen), die in Wandnischen
(Erleuchtungsnischen) aufgestellt
werden, deren dem Magazin zugekehrte
Offnung durch eine nicht zu öffnende dicke
Spiegelglasscheibe geschlossen ist; der Zu-