Full text : Eperimentelle und kritische Beiträge zur Neubearbeitung der Vereinbarungen. I. Band. (1)

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Bestimmung  des  Glykogens  durch  Inversion  wird  durch  die  Menge  des  Ammoniumsalzes
  vereitelt.  Es  war  daher  auf  die  direkte  Bestimmung  des  Glykogens  zu  verzichten
  und,  wie  folgt,  zu  verfahren:

Man  löst  eine  gewogene  Substanzmenge  (0,3—0,5  g)  in  Wasser  (passend  nicht
mehr  als  etwa  30—40  ccm),  versetzt  mit  der  doppelten  Menge  kalt  gesättigter
Ammoniumsulfatlösung,  läßt  etwa  eine  halbe  Stunde  stehen,  filtriert  den  Niederschlag
und  wäscht  ihn  dreimal  mit  halb  gesättigter  Ammoniumsulfatlösung.

Das  Filtrat  prüft  man,  bevor  die  Waschwässer  dazu  kommen,  mit  einem
Tropfen  verdünnter  Jod-Jodkaliumlösung.  Die  Färbung  darf  nicht  blau  ausfallen,  sondern
muß  in  der  Aufsicht  rotviolett,  in  der  Durchsicht  bordeauxrot  sein.  Entsteht  blaue
Jodreaktion,  so  setzt  man  noch  etwas  gesättigte  Ammoniumsulfatlösung  zu  dem
Filtrat  und  läßt  eine  Zeitlang  stehen.  Den  entstandenen  Niederschlag  vereinigt  man
mit  dem  schon  auf  dem  Filter  befindlichen.

Der,  wie  vorgeschrieben,  mit  halbgesättigter  Ammoniumsulfatlösung  gewaschene
Stärkeniederschlag  wird  auf  dem  Filter  mit  Natronlauge  übergossen  und  das
opaleszierende  Filtrat  in  einem  Becherglase  aufgefangen.  Man  wäscht  das  Filter  erst
mit  Natronlauge,  sodann  einige  Male  mit  Wasser.  Darauf  wird  das  Filtrat  mit
Essigsäure  neutralisiert  und  mit  Alkohol  gefällt.  Der  dabei  entstehende,  flockige,
rein  weiße  Niederschlag  wird  auf  gewogenem  Filter  gesammelt,  mit  50°,  igem  Alkohol
und  schließlich  mit  reinem  Alkohol  gewaschen,  bei  100  °  getrocknet  und  gewogen.

Will  man  im  Filtrat  von  der  Stärke  das  Glykogen  bestimmen,  so  verdünnt  man
dasselbe  mit  seinem  drei-  bis  vierfachen  Volum  Wasser  und  fällt  darauf  mit  einem
gleichen  Volum  Alkohol.  Den  Niederschlag  läßt  man  zwölf  Stunden  absetzen,  sodann
filtriert  man  ihn  ab.  Da  er  aus  einer  stark  salzhaltigen  Lösung  abgeschieden  wurde,
so  löst  man  den  mit  50°,  igem  Alkohol  gewaschenen  Niederschlag  in  wenig  Wasser.
Die  erhaltene  stark  opaleszierende  Glykogenlösung  wird  wieder  mit  Alkohol  gefällt,
durch  ein  gewogenes  Filter  filtriert,  mit  Alkohol  gewaschen,  der  rein  weiße
Niederschlag  bei  100°  getrocknet  und  gewogen.  Nach  diesem  Verfahren  sind  die
folgenden  Analysen  ausgeführt  worden:

Angewandt  Gefunden
1  15  ccm  Stärkelösung,  enthaltend  0,114  g  Stärke:  0,100  g
5  ccm  Glykogenlösung,  enthaltend  0,086  g  _
2  25  ccın  Stärkelösung,  enthaltend  0,190  g  Stärke:  0,181  g
5  ccın  Glykogenlösung,  enthaltend  0,09  g  _
3  10  ccm  Stärkelösung,  enthaltend  0,076  g  Stärke:  0,080  g
15  ccm  Glykogenlösung,  enthaltend  0,135  g  _
4  5  ccm  Stärkelösung,  enthaltend  0,08  g  Stärke:  0,088  g
20  ccm  Glykogenlösung,  enthaltend  0,340  g  Glykogen:  0,295  g')
5  15  ccm  Stärkelösung,  enthaltend  0,240  g  Stärke:  0,251  g
20  ccm  Glykogenlösung,  enthaltend  0,340  g  Glykogen:  0,290  g')

)  Der  Glykogenverlust  rührt  davon  her,  daß  das  Filtrat  vom  Glykogenniederschlag  mit
geringer  Trübung  durch  das  Filter  ging.