Contents : Geschichte der Hohenzollern.

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zugänglicher  Mann.  Anfangs  hatte  er  eine  freundschaftliche  Stellung  zu  Friedrich
  genommen,  doch  bald  nach  dem  Dresdner  Frieden  trat  er  als  ein  gehässiger
Gegner  des  Königs  auf,  angeblich,  weil  er  von  Friedrich  II.  bei  dem  Abschluß
desselben  kein  Geschenk  erhalten  habe.  Diese  günstige  Gelegenheit  ergriff  Maria
Theresia,  um  den  Abschluß  eines  Vertheidigungsbündnisses  mit  der  Kaiserin
Elisabeth  herbeizuführen  (1746  den  6.  Juni).  England  und  Polen  sollten,  und
im  Fall  sie  sich  weigerten,  wenigstens  Sachsen  zum  Beitritt  aufgefordert  werden.
In  einem  geheimen  Artikel  erklärte  Maria  Theresia  sich  zwar  verbindlich  in
Bezug  auf  den  Dresdener  Frieden,  doch  sollten  ihre  Rechte  auf  Glatz  und
Schlesien  und  die  Gewährleistung  Rußlands  dafür  wieder  in  Kraft  treten,
sobald  der  König  von  Preußen  sie,  Rußland  oder  Polen  angreifen  würde.
Daher  trat  England  diesem  Bunde  nicht  in  Betreff  seiner  geheimen  Artikel  bei.
Dem  Könige  selbst  blieben  letztere  bis  nach  dem  achener  Friedensschluß  unbekannt;
  doch  da  Rußland  beständig  rüstete  und  mit  der  Bestätigung  des  Dresdener
Friedens  zauderte,  so  arbeitete  Friedrich  fortwährend  an  der  Vergrößerung  seiner
Truppenmacht,  um  jeglichem  Angriff  gewachsen  zu  sein.  Der  Friede  hinderte
zwar  einen  Ausbruch  offener  Feindseligkeiten,  doch  die  feindselige  Stimmung
endete  nicht,  sondern  erbitterte  von  Tag  zu  Tag  die  Stimmung  zwischen  beiden
Parteien.  Besonders  wurden  die  Verhältnisse  zwischen  Rußland  und  Preußen
von  Tage  zu  Tage  kedenklicher,  wozu  die  beißenden  Ausfälle  Friedrichs  auf
das  Privatleben  Elisabeths  vor  Allem  nachtheilig  einwirkten,  und  Graf  Bestuchef,
welchen  Friedrich  in  seinen  Schriften  als  den  abscheulichsten  Bösewicht  darstellt,
benutzte  allen  Einfluß,  den  ihm  der  Haß  seiner  Fürstin  gegen  den  geistreichen
Spötter  von  Sanssouci  gewährte,  um  den  Bruch  zwischen  beiden  Höfen  unheilbar
zu  machen.  Schon  im  Jahre  1750  befahl  Elisabeth  ihrem  Gesandten,  aus  Berlin
zu  gehen,  angeblich,  weil  ihm  nicht  mit  der  nöthigen  Ehrerbietung  begegnet
worden  sei,  und  da  in  Folge  dieses  Umstandes  auch  der  preußische  Gesandte
Petersburg  verließb,  so  waren  alle  diplomatischen  Verbindungen  zwischen  beiden
Höfen  abgebrochen.  Außerdem  war  Friedrich  mit  Georg  II.  gespannt,  wegen
der  Erwerbung  Ostfrieslands,  auf  welches  Letzterer  als  Kurfürst  von  Hannover
Ansprüche  zu  haben  glaubte.

So  viel  ist  gewiß,  daß  seit  dem  Aachner  Frieden  sich  das  politische  System
in  Europa  wesentlich  änderte,  hauptsächlich  durch  das  Emporkommen  Friedrichs
und  durch  die  wirkliche  oder  angebliche  Besorgniß  der  Kabinette  vor  seiner  stets
drohenden  Kriegsmacht.  Maria  Theresia  hatte  jede  Hoffnung  verloren,  durch
ein  Bündniß  mit  England  die  ehemalige  überwiegende  Stellung  des  Hauses
Habsburg  in  Europa  wieder  zu  gewinnen,  seitdem  sie  sich  überzeugt  hatte,  daß
Georg  lI.  auf  keine  Weise  gegen  den  Laut  des  Dresdener  Friedens  wider
Preußen  angeregt  werden  konnte.  Selbst  ihre  unablässigen  Vorstellungen,
daß  Friedrich  auf  neue  Angriffe  gegen  sie  dächte,  bewirkten  nichts,  die
englische  Regierung  wollte  sich  in  diesem  Falle  nur  zu  Subsidien  an  Rußland
  verstehen.  1