— 1183 —
recht deutlich aus einem Briefe hervor, den er im Januar 1546 schrieb:
„Ich alter, abgelebter, fauler, müder, kalter und nun auch einäugiger
Mann hoffte doch nun ein wenig Ruhe zu haben; so werde ich aber
dermaßen überhäuft mit Schreiben, Reden, Thun und Handeln, als
ob ich nie etwas gehandelt, geschrieben, geredt oder gethan hätte. Ich
bin der Welt satt und die Welt meiner; wir sind also leicht zu scheiden,
wie ein Gast, der die Herberg quittiert. Darum bitte ich um ein
Katharina Luther geb. von Bora.
Nach einem Gemälde von Lukas Cranach. Anuo 1525.
gnädiges Stündlein und begehre des Wesens nicht mehr.“ Verdauungsstörungen,
ein schon lange währendes Steinleiden wurden durch die
in dem naßkalten Januar 1546 angetretene Reise nach Eisleben nur
verschlimmert. Zwar der seiner wartenden Aufgabe wurde er wohl
noch gerecht, auch hat er an heimatlicher Stätte noch gepredigt von
den seit Anbeginn der Welt streitenden guten und bösen Mächten und
der am Ende der Dinge doch alles überwindenden Macht des Erlösers;
dann aber verließ ihn die so ungestüm verbrausende Lebenskraft.
In der Nacht vom 17. zum 18. Februar 1546 ist er zu Eisleben
verschieden im unerschütterten Glauben an die Macht des von ihm