ummer 235
Un i nen. Die Selbftverlagung des Rcicholage
* zum 5. v. rzember reichen.
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Die Stellung des Reichslanzlers.
Die Vertreter der beiden liberalen Parteien,
des Zentrums und der sozialdemolratischen
Mehrheitspartei h#eiten am Mittwoch während
der Sitzung des Reichstags erneut Besprechungen
ab, in denen namentlich die letzten Vorgänge
erörtert wurden. Es darf als die übereinitim.
mende Auffassung in den an der Besprechung
betefligten Parleien bezeichnet werden. daß das
Auftreten des leitenden Slaatsmannes am
Dienstag, dei u. a. der Abgeordnete Eberk eine
unzmeidentige Absage namens der sozialdemo.
kratischen Mehrheitspartei erteilt hat, seine
Stellung in den Augen der überwiegenden
Mehrheit des Reichslags nicht befestigt hat.
Es besieht jedoch, wie die „M. N. N.“ aus Ver,
lin berichten, bei der Mehrzahl der Parteien des
Reschstags in diesem Angenblick nicht die Absicht,
bereits die äußersten Konsequenzen aus dieser
Auffassung zu ziehen.
Eine parlomentarisch
uiersuchnsagerommission.
Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet,
haben die Reichs stagsabgeordneten Haase, Voglherr
und Dimam mit Unterstütung der un
abhängigen Sozialdemotralen eine Interpellation
an den Reichstag beschlossen, die die Naczprüfung
der den drei Abgeordneten zur Last
gelegten Handlungen durch eine parlamentarische
Untersuchungekommission verlangt.
Die Akten.
Eine interfraktionelle Besprechung der Mehr.
beilsparteien des Reichstags befaßte sich eingehend
mit den Vorgängen im Reichstag und den
Erklärungen des Stanteselrelär# v. Capelle über
die bedau. rucchen Cr eignisse in der Marine. Die
Mehrbeitsparteien einigten sich danin. daß sie
die Regierung ersuchen wollen, die volllländigen
Alten daruber fur die behauptete Mitichuld
der unabh ngigen Algeordneten dem Reichelag
eugänglich zu machen. Bis dahin wurde eine
Stellungnalme der Mehrheitsparteien zu den
Vorgängen im Reichstag vertagk.
Hu#eiischer Laudle#
Die Ernährungspolitik in Bayern.
tnünchen. 10. Oktober.
In ihren zwei letzten Sitzungen beschäftigie sich
die Kammer der Abgeordneten mit unserer Ernährungspolitik
in ausgedehnten Erörterungen.
Veranlaßt waren sie durch zwei Interpellationen
der Liberalen und der Sozialdemolraten. Die
liberale Imerpellation, die als ersie in den Bereich
der Erörterung gezogen wurde, hat folgenden
Worttaut: „Welche Schritte hat die Regierung
sowchl in eigener Zustöndigkeit wie den
Reichssteilen gegenüber unternommen, damit die
Febler, die ün verflossenen Wirtschaftsjahr gemacht
wurden, vermieden werden und im neuen
Wirtschaftejahr cine ausreichende Ernährung der
Bevollerung gew.-hrieistet wird? Ist die Ne
girrung in sbesondere bereit, sofert und dringend
dahin zu wirien, daß 1. die überreich angefallenen
Frühlarloffeln nicht dem Verderben und
Verfüitern ausgesetzt, sondern der Bevölkerung
zu billigen Piessen,# und ohne Marken zugänglich
gemacht wercen; 2. für die Winterverforgung
den Verbrauchern bezw. den Gemeinden die Eindeckung
mit minderens 3 Zentnern auf den Kopf
gestatter wird?“
Der Begründung der Int.rpellatlon unterzog
sich in sast dreistündigen Aueuhrungen. der Abg.
Hübsch (lt. Er kritisierte Punkt für Punkt
die Unlerla#lsungen, die gemacht wurden in bezug
auf die Preispolitik bel Brot, Fleisch, Gemüse,
Obu und Kartoffeln und erklärte, die Konfu.
menien wollen endlich einmal wissen, ob es so
weitergehen muß mit der Preissteigerung für Lebensmutein
und die sonmigen verteuerten Bedarjsartiiel.
Die jetige Krtffeibresenehng
Aufs setzt.
Eine latische Bauerngeschihte ven Herman Schmid.
4. –– -
—.---
„Und wer ist dieser Ausbund von Kraft und
Verschlagenheit- ffragte der Fremde. „Das ist
ja eine Figur, wie man sie sonst nur in den Rauber.
und Scheimen-Romanen zu finden gewohnt
ist; man wird beinahe neugierig, einen solchen
Menschen zu sehen.“
„Das Bergungen lönnen Sie bald haben.“
sagte der (Prenzer. „Sie dürfen nur, was Sie
wohl ol. nehin lun we erden, in die Komddie gihen;
da spielt er den bösen Golso, m dem er auch ganz
gut taugt, denn er ist sonst ein gewandter und
anstelliger Bursche und hat die rete Perrücke,
die sonit die Bösewichter in der Komödie aufsetzen,
schon auf die Welt mitgebracht. Er und
seine Mutter haben eine einschichtige Hülte unten
in der Au; sie brennt Schnape, und er geht in
die Bauernarbeit, bei der er aber nirgens lang“
aushal weil er zu unbotmäh und verwegen
ist. Sie haben doch im Vornbergehen über'm
G□nn das Schloß und den Römerlurm von Neubeuern
liegen sehen? Da geht eine fliegende
Brüde über den Fluß: auf jedem Afer ist ein
hohes Balkengestell aufgerich:et und zwischen bei-
Nosenhelmex Anzelger
darsf nicht beibehallen werden, zum mindeslen
nicht für die minderbemittelte Bevöllerung. Seine
weiteren Forderungen waren: Vorzugsweise Belieferung
Bayerns mi# Braumalz, Herabsetzung
der unerbörten Weinpreise, Regelung der Milch
versorgung der Städte, scharses Zupacken gegenüber
den Wucher, bessere Ansgestaltung der Be.
ziehungen zwischen städtischen und ländlichen
Kommunalverbänden, Hebung der Landwirt
schaft und gleichmäßige Rationierung in Stadt
und Land. Aus den Fehlern des Vorjahres
scheint unsere Bureaulratie recht wenig gelernt
zu haben. Die Konsumenten wollen endlich ein
mal wissen, ob es den immer so weiter gehen
muß mit der Preissteigerung für alle Bedarfsartikel.
Die bayerische Regierung hat alle Ur.
sache, allen Fehlern, ob sie bei uns gemacht worden
sind oder in Berlin oder in den Kommunalversinden
energisch nachzugehen und für Abhilfe
zu so
8 sezialdemolratische Interpellation lautet:
1. Welche Maßnahmen hat die K. Staateregierung
vorgesehen, um die Versorgung des Landes
mit den unentbehrlichen Lebensmitteln im Wirt.
schaftsjahr 1917. 18 zu Preisen sicherzustellen, die
für die Gesamtbevöllerung erschwinglich sind? 2.
Wn gedenkt die Staatsregierung zu tun. um
zur Ermöglichung einer geordneten Wirtschaft
die schwindelhafte
Hiifssioisen u. Gebrauchsgegenständen für Haus,
Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft zu hemmen
und die Preise auf den wirklichen Wert der
Gegenstände zurückzuführen? 3. Hat die Regierung
Maßnahmen getroffen, um zu verhindern,
daß Güter unbewirtschaftet bleiben und daß ferner
insolge Aufkauses von Grund und Voden
dur)) Industrielle und Kriegsgewinn iler große
Flächen der landwirtschaftlichen rationellen Bewirtschaftung
und der Vollsernährung entzogen
werden?
Abg. Auer (Scz. wandte sich in Begründung
der Interpeilation scharf gegen die hohen Preise,
die dem Volk alnenommen werden für alle Lebenemittel
und Dedarssartikel und kritisierte leb.
haft die syitematische Ausbeutung der Verbrau.
cher, an der besonders die Kriegsgesellschaften
schuld sind. In Deutschland fehlt in der Regelung
der Verteilung und der Produktion die
starke fül rende Hand, die zielsichere staatliche
Oberletiung. In England ist von dem Augen.
blick an, als Gefahr drohte, viel zweckmäßiger
organisiert worden.
In Beantwortung der Interpellationen führte
Minister des Innern von Brettreich nach ei.
nem Ueberdlick üder die Entwicklung im Ernährungswesen
etwa folgendes aus: Es mußte nach
dem Stand der Dinge rechtzeitig Vorsorge für
eine frühere Ablieferung des heurigen Brotgetreides
durch die Frühdruschprämie getroffen
werden. Dah die Ernte sehr zeitig einfier
ändert michts an der Ntwerndigkeit der V
sorge für den umgekehrten Fall. Aus der "r.
schen Anlieferung erwuchsen dann allerdings
Schwierigkeiten für das Lagern und vor allem
bleibt als unongenehme Begleiterscheinung der
Frübpruschpramie die Erhöhung der Brootgetrei
depreise um 50 bPzw. 30 Mark die Tonne. Die
heurige Körnerernte in Bayern ist für das
Brotgetreide eine gute Mitielernte. Die Erhö.
hung der Tagesmenge gilt nur bis 1. Noo.
Die Ernte an Gerste und Hafer isl weniger gut
als die Brotgetreideernte. Dus führt zu Einschränlungen
für die Selbnversorger; doch sol.
len die Zuteilung von Graupen und Grüche und
die Matzversorgung darunter nicht leiden. Es
wäre zu wünschen, daß der Gerstenwirischafts.
plan bald endgültig auigestellt werden lönnte.
Die Frühtartoffelernic war gut und reichlich.
Die Störungen in der Lieferung waren leider
nicht ganz zu vermeiden. Es wurden in Bayern
1 377 893 Zen u.r angeliejert, cinichl eßlich der
Lieserungen an die Trockenwerke. Außerhalb
Banerns gingen 137000 Zentner. Füur die
eigentliche Kartoffelernte sind die Auesichien gin
itig. Wir werden daher heuer wohi ohne Dotschen
auskommen lönnen. Hofsentlich bindert
nicht früße Kälte die Eindeckung der Stäbte. Die
den ein starkes Schlffeseil gespannt,
eine bewegliche Rolle niit einem Halen hin- und
herläuft. Von dem Haten hängt wieder ein Seil
herab, das an eine starle Plätte angemacht ißt,
auf der man bei Tag überfahren kann — bei
Nacht ist die Plätte ausgehängt. Da können Sie
nun die Verwegenheit des Schnapsbrenner: Gori
sehen — so heißt man ihn, wenn er's auch nicht
gern hört. Einmal war er hinübergegangen ins
Kasserliche am Abend aber war Tanzmusik
bei uns er hatte damals einen Schah, der
inzwischen gestorben in, mit dem er aber gar zu
gern getanzt hätte und dem er versprochen hat,
dahn er den eriten Umgang mit ihr machen wo. li#.
Et Lat sich aber zu lang' drüben verhalten im
Kasserlichen, und wie er an's Geistad’ gekommen
ist, war schen (Cebetläuten vorbef; da gehl die
Fähre nicht mehr;: der Schiffmann war schon
sort und eine andere Zillen zum Ueberfahren
auch nicht zu haben. Was tut de' Gori? Er besinnt
sich nicht lang“: wie ene Kagze lletteit er
an dem Gerüstbaum hinauf, faßt das Seil und
handelt sich so lichturmhoch über dem wilden
asser an dem Seil an's andere Gestad' hinüber
und kommt richtig noch gerude an, wie sich die
Naare aufftellen zum ersten Ländler.“
„In der Tat ein kühnes Bravourslücchen, worin
der Bursche wohl nicht so leichl einen Nach-Steigerung
der Preise von
an welchem
Eindeckung murde Tunlichleit den Verbrau
chern erleichtert.
Die Fleischversorgung war im Sommer gut.
Ab 1. September trat allerdings ein Umschwung
ein mit der Viehpreissenlung. Banern ist zurzeit
für die Heeresversorgung mit 80 000 Stück im
Rückstand. Nicht nur Zurückhaltung der Jüchter,
sondern auch !m7 Rückgang im Vieh.
stapel an Schlachkvieh ist der Grund des Mangels.
Doch ist die Vichzzählung nicht ungünstig
ausgesallen: es muß eben noch etwas zugewar
tet werden, bis das Vic#h schlachtreif geworden isl.
Die Schweine haben seit 1. Juni um 22 Prosem
zugenommen.
Pie die Müch und Fettversorgung ist günstig,
daß die Befurchlungen wegen des flarlen
Eingriffs in die Milchviehbestände sich nicht erfüllten.
Leider aber sehlt es an Kraftiutter;
auch da und dort an der Pflege infolge des
Leutemangeis. Auch die Preisgenaltung iit
schwierig. Die Hauptsache ist eine richtige Er.
fassung der Erzeugung, dann aber auch eine
richtige Preisgestallung, und zwar auch in den
Relationen zwischen Futtermitlelpreisen u. Vieh
preisen zu den Preisen der Milchprodulkte. Die
Fettversorgung leidet unter der mangehaften
Ablieferung an Landbutter am meisten. Trotzdem
beueht die Hoffnung, daß die Kopfmenge
an Feit nicht herabgesetzt werden muß, auch im
Winler nichl. Der private Auflauf von But
ter zu übertriebenen Söchstpreisen bringt merk.
baren Schaden für die Allgemeinkeit.
Die Versorgung mit Gemüse und Obst war
erst dem freien Handel überlassen. Kaufkräftigere
Gebietle zogen das meilte an sich. Mit der
allgemeinen Bewirtschaftung int das besser geworden.
Der Handel amubte dabei nicht ganz ausge.
schaltet werden. Für die Verwertung des Er.
trägnisses an Obst und Gemüse in Vorsorge getrofsen.
Schwierigseiten und Klagen bewegen sich in
der Tat zurzeit auch weniger in der Richtung
der Versorgung und Verteilung, als vielmehr
in der Richtung der Preisbildung. Die Gründe
für die Broizxreiserhöhung liegen in der unverme-öbaren
W druschprämic, dann auch darin,
daß Getreideprei ise einerseits und Vieh- und
Futterpteise auderseits in besseren Einklang gebracht
werden mußten. Uebrigeno iit Vorsorge
getrofsen, daß die Koslen der Brotlarten und
der Frühdruschprämie vom Reich getragen merden,
nicht vom Verbraucher.
Die Kartosselpreishildung hat die bayerische
Regierung, da sie die Extraprämien für Zu.
fuhr und Schnelligkeit nicht billigen konnte,
betäm. fl. Die Reichssteile konnte aber nach ihrer
Meinung nicht entgegentommen, da sonsft
die Versorgung im Winter gefährdet werde. So
mußte Banern notgedrungen mitlun. In den
Preisen für Milch, Butter, Eier und Gemuse ist
Bayern nicht schlecht daran; die Landessiellen
halten den Preis fast durchweg unter dem
Reichshöchstpreis.
Am höchsen war die Preissteigerung bei
Fleisch; eine durchgreifende Regelung der
Fleischpreise iit nun im Gange. Ob die Steige
rung der Levensmittelpreise im allgemeinen im.
luer gerechtsertigt war, steht dahin; immerhin
befinden wir uns im 4. Kiegsjahr und der Geldwert
i#nn natürlich gesunken; das muß eben be.
dacht werden.
Freilich versagen die Höchstpreise, wo die Nachfrage
den Bedalf gewaltig überschritten Bat und
jede Höchstpreispolitik über den Haufen warf,
bendte wo die öffentüche Bewirtschaftung einer
Ware nicht durchgeführt werden konnte; das
war besonders bei Schuhen und Leder der Fall,
doch wird auch da weiter eingeschritten werden.
Auch der Ankauf von Grund und Boden durch
Kri ——.382“4!1 wird gesetqziich belämpft werden.
Der Minitter schloß seine mit Ausmerlsamkei:
verfolgten Ausführungen: „Unsere Lage ist
schwer, weil der Druck des Krieges noch immer
auf ihr lastet mit allen Leiden und Entbehrun.
gen, die er in sich schließt. Sie ist aber leichter
als im letzten Frühjahr, weil uns der Himmel
mit einer befriedigenden, an Karkofsem u. Obst
nach
ahmer finden dürfte!“ bemertte der Fremde und
wendete sich dem alten Jäger zu, der lopfnickend
die Erzählung mit angehörl. „Wenn in der Beröllerung
der Gegend so abenteuerliche Gestalten
vorkommen, wird es wohl auch in Ihrem Bereiche
nicht an Slörungen fehlen — Waldfrevler
und Wildschützen werden Ihnen weidlich zu schaffen
machen. -
„Da haben Sie Recht, Herr!“ antwortete der
Jäger mit bitterem Lachen. „Wenn Sie gern
solche Geschichten hören, könnt’ ich Ihnen bio
auf den Thomas stag fort erzählen, ohne daß
mir das Trumm ausging. Wilddiebe hats alleweil
gegeben ich bin jetzt in die vierzig Jahr“
hier in dem Revier und hab' manchen Siraußz
mit solchen DHallunken gehabt, aber wie es jetzt
zugell, das geln über die Möglichkeit binaus.
ESeit die Jand frei isl, läufit jeder Bauernlümmei
hinaus mit seinem Schiet prügel und schießt das
liebe Wildpre: zusammen, das wir so lang’ gehegt
und gerflege haben wie unsere Kinder. Und
wenn sie nur noch was daron verstünden! Wenn
sie nur wenigsteno was davon hötien! Aber sie
schießen ja nur, damit es kracht ist #n .
lanqinchtlekdal-icheinetrachttgeRehgaisges
funden habe, die solch ein elender Kerl niedergebranni
hal. Weiß Gott wenn ich einen
solchen Mörder tät' erw. ischen, ich lehrt’ ihm den
Freltag, 12. Oktober 7912
sogar m#l einer reichen Ernte bescheult hat. Es
lommt nur auf uns, aus unseren Willen, durchzuhalten
und zu siegen an.“
Die Besprechung dieser Frage wird am Donnerstag
noch fortgesetzt werden.
Seiliiscehr Aua##imon
Zur Resorm der Reichsratslammer.
Die am 3. und 9. Ollober zu einer Konferenz
in München zusammengetretenen baner. Handwerlstammern
haben folgende Cutschließun? an.
genommen: Die bayerischen Handweriskammern
begrüßen den Schritt der bayerischen Kammer
der Reichsräte. die der Zeit Rechnung tragend
und im Interesse der Förderung des inneren
Friedens zu einer Resorm sich bereit erklärte,
durch die auch Induttrie, Landel und Handwerk
eine Vertreitung in der Reichskatslammer erhalten
sollen. Die bayerischen Kammern bilten die
Kgl. Staatsregierung, ihnen Gelegenheit zu
geben zur Aeußerung zu der in Aussicht siehen.
den Verfassungenovelle über die lünftige Zusammensetzung
der Kammer der Reichsräte.
Kerschiedene RNachrichten.
Breklau. 10. O ktober. Ein Einwohner aus
Tarlstuhe (= cblesien. war vom mazedonischen
Kriegs sschauplan auf Urlaub heimgekehrt und
Latte eine Handgranate milgebracht. Der 10
Jahre alte Sohn des Urlaubers spielte mit der
Granate, als diese plötzlich explodierte. Dem
Knaben wurde der Leib aufgerissen. sowie der
Brunkasten und Kopf völlig zertrümmert.
Schanghai, 9. Oltober. (Reutermeloung.)
In Nordchina ist eine außerordemlich große
Üebersckwemmung eingetreten. Ein (Gebiet von
über 30 000 Quadratlisomeier wurde zu einemn
ungeLeuren See. Die Aerbindungswege nach
Peting sind so ungangbar, daß e notwendig
werden dürfie, die Hauptfladt zu v#rr- egen. Nach
einem weiteren Telegramm besteht kein Zweifel,.
daß die gemanigen lleberschremmungen in
Nordchina furchlbare wirtichaith. und poli..
sche Folgen haben werden. Die Flaisse wurd
in Ströme von zwei Meilen Breite und rier: we-Fuß
Tiese verwandelt. Sie spülten die Eisenbaln
von Peling nach Hankau weg und
überschwemmten die europäischen Niederlassun.
gen in Tientsin. Der Uferdamm des Gelben
Flusses ist durchbrochen. Das überschwemmte
Gebiet erstreckt sich uber 300 Meilen von der
südwestlichen Grenze von Chansung nach Tient
sin und wird durch die Eisenbahnlinien Pekina-Kaifang
und Tientsm Tsinanfu begrenzt. Ein
dichtbevölter: 1 Gebier ist in einen See von acht
bis zehn Fuß Tiese verwandei worden. Wenn
der Gelbe Fluß in das Becken von Tientsin
mundet, wird Tientsin unbewohnbar werden
und jeoes Zahr einer Ueberschwemmung auesgesetzt
sein. Unter diesen Umständen wird die
Verbindung mit Peling so uniicher sein, daß
es notig sein wird, die Hauptitadt zu verlegen.
Die Bahnlinie Peling-Hankan ist an sechohnnderl
Stellen beschädigl.
Mllnchener VNemcs.
München. 11. Chober.
treienden Generallommandr am 15.
Das vom sellver
September
für den Bezirl der Stadt Munchen erlassene
Heizverbot, das die Verwendung von Kohle u.
Rols zum wwecke der Naumeimermung bie
untersagte, in mit heuter Domers-Ollober,
ausgeheben. Das Generallommando
fagt lier zu: „Die Aushebung
ersolgt nicht etwa, weil die Zufuhr besser ge
worden wäre, sondern nur, weil das Generaltommand?
nicht länger die Berantwortung da.
sur tragen kann, gaß die Bevölkerung bei dieser
naßkalten Witterunlg noch weiier frieren
munß. Die Zufuhr i#7 zurzeit geradem besorg.
niserregend gering und das Generallommando
lann nichi umliin, an die zunändigen NReich#sel.
len den Aupeil zu richten, sie mochten die in
auf weiteres
tag, den 11.
Hirschsanger breimal im Leibe um, und wenn
man mie Lem daruber herumer hauen tät'
Aber his mehr hören von denen
Sachen ich weige erzählen ich hab’ mich
schen en slies#rn; ich in' nimmer mit. In jechs
Fbeden i.#uhrich den Siebenziger auf dem Bucdel,
da mach' #ch meine Eingab'’ an die Regierung
und gen' in die Ruh' einen Deukietiel, daß
ich einmal ein Zager gewesen bin, nehm’ich ja
doch auth mit sort.“
„Einen Dentzettel? Wie so das?“
„Wie so Der Denkzettel ist die Kugel von
einem Wildschützen, die mich da am linken Arme
getreffen hat. das man ihn bei einem Haar hätt’
wegschneiden müssen es ill aber doch besser'
gangen, die Kuget hab’ ich da an men Uhrg:-EEIIEII
die Narben im Arme
ersparen mir den Buromeler. Cs war eine merimürdige
(Heschicht"“ fuhr er auflachend sori,
„auf Michneli wird sich'“ gerad“ jälren, und
meil Sie so W6 giern hören, will ich's Ihnen er—
hahten ich Dhab’ just noch cin Viertelstündchen
Seil.“ .
eilee.“ rief der Grenziöger, „die Komödie
sängt voer einer Stunde noch ni ichi an.“
(Fortsehung folgt) [