IV. Die Königl. Sächsische tierärztliche Hochschule
zu Dresden.
I. Gründung und Entwicklung.:
In Jahre 1774 wurde in Dresden eine tierärztliche Schule vom
Oberroßarzt Weber als Privatanstal© errichtet; dieselbe wurde am
7. Oktober 1780 als staatliche I.chranstalt für Tierarzneikunde vom
sächsischen Staate übernommen. In der Entwicklung dieser I.chranstalt
kann man fünf Perioden unterscheiden. Die erste Periode,
in welcher die Anstalt dem Königl. Oberstallamte unterstellt war,
umfaßt die Zeit von 1780 bis 1817. In dieser Zeit wirkten an derselben
als I.chrer der Tierheilkunde der Hofchirurg Rumpelt und
die Gebrüder Reutter; die Zahl der Studierenden schwankte zwischen
20 und 30. Besondere Fortschritte hat die Anstalt, welche vor dem
Wilsdruffer Tore, in der Gegend des jetzigen Postplatzes gelegen
war, in dieser Zeit nicht gemacht.
Im Jahre 1817 wurde die Tierarzneischule mit der medizinischchirurgischen
Akademie vereinigt und reorganisiert; der Direktor der
‚Akademie fungierte gleichzeitig als Direktor der Tierarzneischule,
Für die speziellen tierärztlichen Fächer wurden 1 Professor (zunächst
Brosche, dann Prinz, darauf Pieschel und vorübergehend
Tennecker) und 2 Wundärzte als Pensionärtierärzte angestellt; die
Vorlesungen über die übrigen Disziplinen wurden für die Schüler der
Tierarzneischule von den Dozenten und Professoren der Akademie
(Seiler, Ficinus, Günther, Choulant usw.) gehalten. In dieser Zeit wurden
(und zwar 1822 und 1823) auch neue l.okalitäten auf einem neu
angekauften, an der jetzigen Pillnitzerstraße gelegenen Terrain (den
sog. Bärschen Vorwerke) für die Tierarzneischule geschaffen. Diese
2. Periode in der Entwicklung der Tierarzneischule, gegen deren
Ende Haubner, einer der hervorragendsten tierärztlichen Dozenten