Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

Uumimer  291

sind  jedernialurch

  die  beiderseitigen  Divisio-———
  «

ke-Dicmlitellcnzuvetcinbaken.

Ueber  des  III-die  ,::  entlassener  Heeresanugel.Criger
  d#  einen  Landes,  die  jenseits  der  Deurlalion-ie
  de:  anderen  Landes  beheimatel
  ind.  unin  erst  bei  den  Friedensverhandlungen
  entschieden  werden.  „Hierzu  rechnen  auch  die
Werio  polnischer  Truppenteile.

5.  #ersonen,  die  entgegen  den  vorstehenden
  Vereinbrezungan  1  4  die  Demarkationslinie
  der  Gegenpartei  überschreiten,  werden  fest-"chalten
  und  erst  bei  Friedensschiuß  oder  Künung
  des  Waffenstillstandes  zurückgegeben.

Die  vertragschließenden  Partrien  verpflichten
sich,  ihre  Truppen  durch  strengen  Befehl  und  eingehendo

  Belehrung,  ruf  das  Einhalten  der
Verlehrsbedinaunnen  und  auf  die  Folgen  von
Uleberschreitungen  hinzuweisen.

V.

Dieser  Paragraph  regelt  die  Bedingungen
für  den  Wassenstillstand  im  Seekrieg.

VI.

Um  Uluruye  und  Zmischenfälle  an  der  Front
zu  vermeiden,  dürsen  llebungen  mit  Insanteriewiriung
  nicht  näher  als  fünf  Kilometer,
mit  Artilleriewirlung  nicht  näher  als  15  Kilometer
  hinter  den  Fronten  vorgenommen  werden.
#ier  Landminenkrica  wird  vollftändig  eingestellt.
Die  Luftktreitiräfte  und  Fesselballone  müssen  sic
außerhalb  einer  zehn  Kilometer  breiten  Lustzone
  linter  der  eigenen  Demarkationslinie  halten.
  Arbeilen  an  den  Stel  lungen  hinter  den  vordersten
  Drah##indernissen  sind  erlaubt,  jedoch
nicht  solche,  die  der  Vorbereitung  von  Angriffen
dienen  können.

VII.

Mit  deim  Beginn  des  Waffenstillstandes  treien
die  „„Wassensti  llstande-Kommilsionen“
  zusannnen.  Diesen  Kommissionen  werden
unmitlelhare  und  umaontrollierte  Fernschreibeleitungen
  in  die  Leim:  öländer  ihrer  Mitglieder
zur  Verfügung  Auitelll.  Die  Leitungen  werden
im  eigenen  Lande  bis  zur  Mille  zwischen  den
———iY.  von  den  betreffenden  Heesleitungen

  gebaut.  Auch  auf  den  russisch-tür-45
  Kriegosck  äumätzen  in  Asien  werden  derartige
  Konmissionen  eingerick  dtet  nach  Lerein=Fa#rung
  der  beiderseftigen  Höcheitkommandierenden.
  "

VIII.
Der  Verktrag  l##r  die  Wassenruhe  vom  5.  Dezember
  22.  11.,  und  alle  disher  für  einzelne
Fronkicmie  alboaicoienen  Vereinbarungen  über
Wassenrule  eder  Weossennilllland  werden  durch
diesen  Mafsenkllltandevertrag  außer  Kraft  geset.


IX.

Die  verlrags#liies  enden  Parteien  werden  im
anmitel  aren  Anse-  lun  an  die  Unterzeichnung
MNes#  Wastehitzilland-vertrages  en  (Friedensverliundiunge
  n#ntrelen.

 
  

in!

K.
Anusgellend  von  dem  Grundsatze  der  Freiheit,

 

Unabhängialeil  und  territorialen  Unversehrtheit

de  neutrurlein  persisten  Reiche  sind  die  fürlische
  und  die  ruffii#t  Ol#erte  Ocereseltung  bereil,
  die  Truppen  uu.  Persien  zurückzuzieen.
  Sie  werden  giehald  mit  der  porsischen
NRegierung  in  uun  treten,  un  die  Einzelleilen
  der  Raumung  zur  Sichersiellung  jenes
Grundsalzjen  und  dor  sonit  noch  sorderlichen
Masenahmen  zu  e#  gein.

   
    

-

zidssnkm  uaWthdtsok  Parlei  erhält  eine
Auoferligu-  14  dieler  Versicherung  in  deutscher
und  russischer  Sprache,  a#  von  den  bevollmächr#en
  Vertreiern  unler  zeichnet  iĩi.
Bresi-Litowm  z.  15.  Dez.
17  ryis:  4#  en
I  lnixkschksilsill

Dez

10  .  (I.  Dez.

ti###h.

Zusutz  zum  WMausieniillsiund
vertrug.
Zur  Ernanumug  und  zum  meiteren  Ausbau
des  Abicmmene  uher  den  Wassenstilliland  sind
die  vertragschließenden  Parteien  übereingelommen,
  schnelliteno  die  Regelung  des  Austau—
sches  der  Ziviigesangenen  uno  dienikuntauglichen
  Krienogesangenen  un
mitlelbar  durch  die  Fr#  ont  in  Angriff  zu  nchmen.
  Hierbei  soll  bic  Frage  der  Heimschaffung
der  im  Lause  des  Brieges  zurudclgchaltenen
NFrauen  und  Kinder  unter  14  en  in  erster
Linie  berüchichtigt  werden.
Die  vertragschließenden  Parieien  merden  soben
  für  iunlichite  Verbesserung  üer  Lage  der

beiderseitigen  Aricgogefangenen  Soige
tragen.  Dies  joll  eine  der  vorne#en  Aufnaben
  der  beleil#igten  Regierungen  jein.  Um  die

Friedenoverhandlungen  zu  sördern  und  die  der
Zivilisalion  durch  den  Krieg  geichlagenen  Wunden
  so  schnell  wie  mioglick  zu  heilen,  sollen  Maßnahmen
  zur  Wicherherstellung  der  zulturellen
und  wirtschaftlichen  Parteien  getrofsen  —
Diesem  Zweck  soll  u.  a.  dienen:  Wiederaufnahme
  der  Post,  der  Handelsversehrs?,  Versand
von  Büchern,  Zeitungen  u.  dgl.  innerhalb  der
r-i-  den  Waffenstillsland  gezogenen  Gren-Zur
  Regelung  der  Einzellieiten  wird  eine
wnt  Kommission  von  Vertretern  sämtlicher
Beteiligten  demnächst  in  Petexsburg  zusammenen



rest-  Litowsk,  15.  Dezember  1917.
Grundscchlich  genehmigt  und  unier  Vorbehalt
  der  endgült.  Formulierung  unterzeichnet:
MM–.  #  Die  Unterschriften.

 

Eslensn#  unzugen

Es  geht  dem  éende  zus:

Darüber  kaun  es  keinen  zweifel  Leben,  dan  cndilch  der  Unfang  vom  ende
dieles  traurigen  welikricors  genommen  M.  mauch  lichrer  Vück  auf  aie
kommende  friedenszelt  eröllner  sich  uns  Lchon.  Wir  neen  somit  vor  einer
Zelit  ernstester  und  wichtiiofter  Entscheldungen,  welche  die  ganze  weit  in  Mem

balten  werden.  Ledermann  pat  damitt  aber  die  Pfllcht,

hich  über  alle  dlele

fragen  Gewi-hrit  zu  verschaffen.  der  bene  Wegweller  pierzu  in  eine  gut
LnTichtete  Tageckung  darb,  o  der

Rosenheimer  Anzeciger

feine  Prucht  und  Schuldigheit  in  diefer  vesiehung  #ut  und  seine  leser  aui
dem  laufenden  halt,  wollen  wir  alcht  #prechen.  Hierlüber  pa#  der  lefer  reibn
das  treffend'e  Urtell.  Wie  blsper  wird  der  Rorfenbhelmer  Anzeiger  es  auqc

in  Zukunst  haiten.  daneben  vergißt  er  nicht  selnen  hauptzweck:

eimne  gut

##sterrichrende  DZcimatze#zung  zu  sein  und  zu  bleiben.  Mehr  denn  ie  in  jetri
jedermann  auf  eine  lokalzeltung  angewmwiesen,  will  er  sich  über  die  räplich
sch  erneuernden  und  vermehrenden  verordnungen  und  benimmungen  auf
aulen  Scbieten  des  wirtschaftii1chen  1ebens  vergewmissern.  NI#  diese  dinge
zwingen  zum  Sezuge  der  Zeltlung.  zeitunglesen  in  pbeute  zur  Pflicht  geworden,
  wie  in  Jo  manchen  Gerichtsurtellen  chon  verkündet  worcen  An.
bDeshalb  machen  wir  auf  die  Uenvegellung  des  Kofenbelmer  Hnzeigers  fü
das  erste  blertellahr  1918  jelmn  #chon  aufmerkam.  Wer  frupzeing  beneel#r,
sichert  sich  den  bezug  des  Rofenhetmer  Hzeigers  vom  1.  Lannar  1918  ab.

 

Nach  den  vielen  Geheimverträgen,  die  auf
Seiten  der  Entente  vor  dem  Krieg  und  seil  dem
August  1914  abgeschloisen  worden  sind,  bildet
dieser  Wassenstilltandeoertrag  eine  wabrhaft
erquickende  Leitüre.  Der  Geist  echter  Menscht  lichleit
  durchzieht  ihn  in  allen  seinen  Teilen  und
man  darf  ihn,  ehne  sich  im  mindesten  einer  übertreibenden
  Vopreisung  schuldig  zu  mackhen,  als
das  Muster  einer  von  Lumaner  Gesinnung  eingegebenen
  völkerrechtlizzen  Abmachung  hinstelleu.
  Es  will  schon  cimas  bedeuten,  wenn  nach
Jahren  des  furchtbaren  Kampfes,  der  grauenve##lsten
  Auf#rühlung  aller  menichlichen  Leidenschaften,
  ein  solcher  Aertrag  zustande  kommt,
der  seinen  Urhebern  edenso  wie  den  von  ihnen
vertretenen  Böllern  zur  höchsten  Ehre  gereicht.

—

Die  Friedensverbandlungen.
Beginn  der  Friedensoverhandlungeu
  mit  Rusiand  in  den  nächsten
Tagen.

WIB.  Berkin,  17.  12.  Die  Regierungen
Deutichiands.  Ockerreich-Ungarur,  Bulgariens
und  der  Türkei  u  erden  bereits  in  den  nächsten
Tagen  in  die  Friedensverhundlungen
mit  Rußland  eimreitn.  Die  Abreise  der  deutschen
  Bevollmächtigten  erfolgt  demnächst.

fKlmerbindlicz  BGorbekprechunüber

  die  Friedensbedingungen  zwischen  den  schon
in  Brest-Litew#t  anwesenden  Vertretern  der  beleiligten

  Regicrungen  sind  bereits  im
Gange.
Berlin,  17.  12.  Die  orddeutlche  Alllemeine

  Zeilung“  meidet:  Wie  wir  horen,  wird
sich  Staatssekretär  u.  Kühlmann  im  Laufe
der  Weche  zu  den  Friedensverhandiungen  nach
Brest-  -Litowok  begeben.

Einberufung  de  Lauptzueschusses?

Berlin,  17.  13.  Am  nachsten  Donnerstag
sindet  eine  Besprec.  ung  der  Harteiführer
  beim  Reichslanzler  itatt.  In  dieser  dürften
vertrauliche  Mitteilungen  üher  den  Tiatd  dec
F  nngen  genacht  und  es  duürfie
n  werden,  ob  der  Haupt-Neichstags
  einberufen  werden

   

auf  erdem  r-*ri
uusschuß  deloll.


Herklings  Ankwork.
Kein  Vernandelumit  Lloyd  George.

In  einem  lurzen  Gewpräch  über  die  letzte  Nede
Llond  Gcorges,  da  der  Reichslanler  Graf  von
Herkling  dem  Direltor  Dr.  Mantler  vom
Worfsschen  Crleaphen-Bureau  der#ahr#
äuseerte  sich  der  Herr  Reichskanzler  solgendermaßen:


Sie  fragen  mich  nach  meiner  Antwort  auf  die
letzte  Rede  des  Inalchen  Premiermemsters
Liend  George?  Herr  Llond  George  nennt  uns
in  seiner  Rede  „Verbrecher  und  Banditen“.
Wir  beabsichtigen,  wie  schen  einmal  im  Reichstage
  erllärt  wurde,  nicht,  uns  an  dieser  Erneuerung

  der  Sitten  hbo#merischer  Helden  zu  btteiligen.

  (B##  Schimofworten  werden  moderne
Kriege  nicht  gewonnen,  vielleicht  aber  verlän--gert.
  Denn  das  ist  nach  jenen  Schmähungen
des  englischen  Miiisterpräsidenten.  klar:  Für  un?
ist  ein  Verhandeln  mit  Mönne  in  von
derartiger  Gesinnung  ausgeschlofsen.
  Für  den  aufmerlsamen  Beobachter  konne
leit  geraumer  Zeit  kein  Zweifel  mehr  bestehen,

 

daß  die  englische  Regierung  unter  Führung  von
Llond  George  dem  Gedanlen  eines  gerechten
Verständi  gungsfrieder  is  volltommen  unzugängl.
war.  Wenn  es  in  den  breiten  Kreisen  der  Oef-Hentsisfieit
  eines  schlagenden  Beweises  hierfür

ledürste,  so  ist  er  durch  die  neueste  Rede  des  englischen
  Staatsleitere  gelieferk.
ich  erst  seit  kurzer  Zeir  an  die  Spitze  der  Reichslegierung
  getreten  bin,  daß  mir  aber  meine
lisherige  Stel  lung  Gelegenhein  gab,  die  auswärtige
  Politik  meiner  Vorgänger  und  der  ver-Fündeten
  Staatsmänner  von  einem  besonders
guten  Brobachtungsposten  aus  zu  versolgen  und
da  kann  ich  als  Staatsmann  und  Historller,  der

ein  langes  Leben  dem  Forschen  nach  geschichtlicher

  Wal,  Ebrheit  gewidmer  hat,  erllären:  Das
deutsche  Gewissen  ist  rrein.  Nicht  wir
waren  es,  die  den  Mord  von  Serajewo  inszenierten.
  Der  Prozeß  Suchomlinow  in  Petersburg,
er  hat  das,  was  wir  seit  Ende  Juli  1914  wußten.
  der  !5*ë  °Ü  mit  absoluter  Deutlichkeit  llar
gelegt:  Die  Ursache  des  Weltkrieges,  den  dem
Jaren  Nikolaus  II.  von  gewisseulosen  Ralgebern
  abgenötigten  Befehl  zur  Gesamtmobilmachung,

  der  uns  den  Kampf  nach  zwei  Fronten

aufzurang.  Vor  wenigen  Tagen  war  es  ein
Jahr,  daß  wir  mit  unseren  Verbündeten  den
Feinden  die  Hand  zum  Frieden  boten.  Sie  wurde
  zurückgestoßen.  Inzwischen  hat  unsere  Antwort
auf  die  Papstnote  unseren  Standpunkt  erneut
aus  gesproch  en.  In  dem  Augenklick,  wo  ich  die
Nachricht  erhalte,  daß  die  Waffenruhe,  die  schon
zwischen  unserem  östlichen  Nachbnrn  und  uns
bestand,  in  einen  örmlichen.  Wassenstillstand
übergegangen  ist,  wird  mir  die  Rede  des  englischen
  Premierministers  vorgelrgt.  Sie  ist  die
Antwert  des  heutigen  englischen  Kabinetts  auf
die  Papsinote.  Unser  Weg  ist  jetzt  demnach
  klar.  Nicht  Llond  George  ist  der  Weltrachter,
  sondern  die  Geschichte.  Ihrem  Urteil
können  wir,  wie  am  2.  August  1914,  so  auch

heute  mit  Ruhe  entgegensehen.

Am  den  Fcieden.
Die  unterbliebene
Friedeusaussprache.
*Amsterdam,  17  12.  Lord  Robert  Ceeil
  benachrichtigte  Reuter,  daß  das,  was  Deutschlands
  Antwort  auf  Balfczurs  Erklärung  im  Parlament

  über  den  deutschen  Friedensschritt  vom

September  sein  solle,  vollständig  un  u-Keseö

  sei.  Wie  Präsident  Wilson,  so  habe

auch  England  fortwährend  versucht,  Aufklärüng
üler  Deutschlands  Kriegsziele  zu  erhalten  und
immer  wieder  versucht,  aeese  2  *  ufelärung  durch
Ministerreden  zu  erlangen;  aber  bisher  ohne
Erfolg.  Es  sei  jedoch  absolut  unzmtreffend,  wenn
man  zu  verllehen  gebe,  daß  irgend  eine  Anfrage
rrivaker  Art  an  den  Feind  mit  Wissen  der  brilischen
  Regierung  gerichtet  wurde.
N

Die  von  Reuter  verbreitete  Aeußerung  Lord
RNobert  Cccils  über  die  deutsche  Antwort  auf
Balfcurs  Erklärung  im  englischen  Parlament  ist
in  keiner  Beziehung  geeignet,  die  Mitteilung  des
Wolsfburcaus  zu  entkräften.

Lord  Nobert  Cecil  weiß  sehr  wohl,  daß  e

nicht  össentliche  Ministerreden  sind.,  die  zur  —

örterung  stehen.  Es  ist  also  nicht  ersichtlich,

warum  diese  öffentlichen  Ministerreden  plötzlich

herangezogen  werden.

Der  Schlußsatz  ist  mit  den  hier  bekannten  Talsachen
  nicht  in  Uebereinstimmung  zu  bringen.
Ist  Lord  Robert  Cecil  bekannt,  daß  ein  in  amt#-Sie

  wissen,  daß

Gewerbe  näher  prüz
clegungsplänen  werde  mit  möglichster  Schonung

 

Mittwoch,  19.  Degember  1912

licher  Stellung  befindlicher  englischer  Diplomat
im  Monat  August  eine  Mitteilung  betreffend
Deutschlands  Kriegsziele  an  eine  neutrale  Macht
gerichtet  hat  und  behauptet  Lord  Robert  Cecil
"  diese  Mitteilung  nicht  im  Nam-  und  im
Auftrage  der  großbritannischen  Ressterung  gemacht
  morden  sei,  oder  will  er  behaupten,  daß
diese  Mitteilung  nicht  unter  Umfländen  erfolgt
sei,  nach  denen  die  neutrale  Regierung  annehmen
muhßte,.  England  handle  in  der  Erwartung  und
Vorauosicht  eines  entsprechenden  Schriltes  der
neutralen  Macht  bei  der  au  deutschen  Regierung?

Ve  Lage  .  Rußland.

Der  Bürgerkrieg  in  Rußland.
Bern,  16.  12.  Der  „Matin“  mieldet  aus
Petersburg.  die  Leninisten-Regierung  erhielt
die  Nachricht,  eine  Kosakenarmee  nähere
sich  dem  Großen  Hauptquartier  Mohilew.
Trennung  von  Kirche  und  Staat  in

Rußla
Petersburg.  15.  12.  Die  Vollsbeauftraglten
  gaben  einen  Erlaß  heraus,  der  die  Trennung
  von  Kirche  und  Staat  seflsetzt  und  gkeichzeitig
  die  Kirchen-  und  Klostergüter,  5  Gold,
Silber  und  Edelsteine  in  Mitronen  und  Kreuzen
  der  Geistlichkeit  teinzieht.

Die  Acleaslage
Der  amtliche  österreichische  Bericht.
WITB.  Wien,  17.  Dez.,  mittage.  Amtlich
wird  gemeldet:

Oestlicher  Kriegsschanplan.
Waffenstillstand.

Italienischer  Kriegsschauplatz.
wischen  Brenta  und  Piave  wurden  füdlich
  des  Col  Caprile  neuerdings  400  Gefangene
eingebracht.  Weiter  östlich  scheiterten  feindliche
Angriffe.  An  der  Piave  Artillerielämpse.
Hauptmann  Brumowsky  errang  seinen  27.
ieg.
Der  Chef  des  Genetalstabes
Japan  bleibt  dem  curopäischen
Kriege  fern.
Stockholm,  17.  12.  Der  japanische  Kriegsminisier
  Oshima.  bezeichnet  nach  der  „Rußkoie
Slowo“  eine  jaßanische  Exped'tion  nach  dem
eur  se  Kriegsschauplatze  als  undurch
führbar,  da  die  zur  leberführung  von  20
Divisionen  notwendige  Tonnage  von  2  Millio-###en
  nicht  zur  Verfügung!  ltehe.

die  Turiei  in  weltriege.

Der  Krieg  im  hl.  Land.

Die  Türken  meldeten  am  16.  Dez.  von  der
Palästinafront:  An  der  Küste  wurde  ein  Versuch
  einer  stärkeren  feindlichen  Patrouille,  vorzulommen,
  abgewiesen.  Oestlich  Jerusalem
an  melhreren  Stellen  Artilleriekampf.  An
der  kleinasiatischen  Küste  wurden  die  Inseln
Messoniani  und  Plaia  von  uns  besezt.

Ansland.
Auflösung  der  lvanisoen
Volksvertretung.

VBern,  15.  12.  Das  Journal  meldet  aus
Madrid:  Der  König  hat  auf  Anraten  des  M.=nisterrales
  beschlossen,  die  Cortes  auzulösen.

Be#erticher  Ka#i#.
*  München.  17.  12.
Nach  längerer  Pause  trat  die  Reichsratslam- 



 

imer  am  Montag  vormittag  wieder  zu  einer  Sitzung

  zusammen,  die  von  besonderer  Bedeutung

wuar.  rersinet  wurde  sie  vom  Präsidenten  Für-3ten
  Fugger,  der  auf  die  begonnenen  Wiedensverhandlungen

  mit  Rußland  und  Rumänien  und
#obenso  auf  die  Waffentaten  der  Verbündeten  in
Italien  hinwies,  der  Berufung  des  Grafen  Hertling
  gedachte  und  den  neuen  Ministerpräsidenten
von  Dandl  begrüßte.  Borweg  genommen  wurde
in  den  Beratungen  dann  der  Beschluß  der  Abgeordnetenlammer

  über  die  Gewährung  einer  neuen

ecinmaligen  Teuerungozulage  an
die  Beamter.

Dem  Beschlusse  wurde  einstimmig  beigetreten,
nachdem  R.-R.  Gras  Moy  die  Notwendigkeit  solcher
  Zulagen  auch  für  die  höheren  Beamten  dargelegt
  und  der  Finanzminister  von  Breunig  die
weitere  Erhöhung  der  fortlaufenden  Beihilfen

als  unausbleiblich  bezeichnet  sowie  auch  eine  Fürsorge

  für  die  Pensionisten  angekündigt  hatte.
Beim  folgenden  Etat  des  K.  Hauses  und  des

Aeußern  kam  es  zu  hochpolitischen  Ausführungen.

  Ministerpräsident  v.  Dandl!  leiete

  die  Generaldebatte  mit  einer  programmatischen

  Ertlärung  ein,  in  der  er  die  Nolwendigkeit
der  inneren  Einigkeit  und  Geschlossenheit  und  des
Festhaltens  an  den  erprobten  Grundlagen  der
Verfassung  betonte  und  die  Aufgaben  der  Regienung
  während  der  1ebesgang  oirischasts  intbe,
dere  zur  Kräftigung  von  Industrie,  Handel  und

isierte.  Bei  den  Zusammenvorgegangen.

  In  es  vau  die  militärische  u.
politische  Lage  erklä  ftc  Ministerpräsident:
Ersreullher#ol=  ist  —“*  der  Waffenstill