Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1823. (18)

„Daily  Mail“  meldet  aus  Mailand:  Binnen
lurzem  stehen  im  Kabinett  Veränderungen  beror,
  die  ron  großem  Einfluß  auf  Italiens
Verhältnis  gegenüber  den  Bundesgenossen  sein
werden.  Seit  Mai  1915  wünschten  verschiedene
Kreise  die  Bildung  cines  nalionalen  Kabinetts,
worin  die  vornehmsten  Vertreter  aller  Interrentionsparteien
  ihren  Sitz  haben  sollten.  Dem
widersetzte  sich  aber  Salandra,  indem  er  nur
Bareilai  in  das  Kabinelt  aufnahm.  Der  nationalen
  Einheit  wegen  unternahmen  die  Befürworter
  einer  Koalitionsregierung  nichts;  jedoch
  nahm  die  Unzufriedenheit  später  wieder
zu,  und  das  Verlangen  nach  einem  kräftigeren,
rexräsentatiren  Kak  inell  steigerte  sich  von
neuem.  Allgemein  hielt  man  Bissolati  für  den
richtigen  Mann  zum  Minislerpräsidenten,  da  er
auf  die  Unterstützung  sämtlicher  Interventionsparteien
  rechnen  lonnte,  allein  bis  vor  wenigen
Tagen  weigerte  er  sich,  gegen  das  jetzige  Ministerium
  aufzutreten  und  ein  Amt  zu  übernehmen.
  Nun  scheint  sein  Widerstand  gebrochen
zu  sein.  leber  die  Zusammensetzung  des  neuen
Rabinetts  kann  man  noch  nichts  Genaues  sagen,
aber  das  eine  sieht  jest,  daß,  wenn  er  ein
Amt  übernehmen  wird,  dies  das  engere  Zusammenwirken
  Italiens  mit  den  Bundesgenossen
  und  das  Ende  des  Doppelspiels  Deutschland
  gegenüber  bedeuten  wird.

Nach  der  „Stampa“  ist  die  Minislerkrise  unausbleiblich.
  Es  ist  sogar  möglich,  daß  das
Ministerium  sein  Rückiritsgesuch  am  Montag
lioch  vor  Beginn  der  Kammerberatung  über
das  wirtschaftliche  Programm  der  Regierung
einreicht.  Die  Entschzidung  liegt  bei  den  Interventionisten,
  die  die  moralische  Stütze  des  Ministeriums
  darntellen.  Eine  endgültige  Abwendung
  der  Interventioniten  vom  Ministerium
zuänge  zu  diesem  Rücktritt,  da  es  nicht  almöglich
  angesehen  U##rden  lönne,  daß  Salandra
mit  einer  Giotutimehrheit  regieren  wolle  oder
onne.  Den  Verhandlungen  zwischen  Bissolati,
dem  Verl  der  inigten  Interventionisten,
  mit  Salandra  tomme  daher  die
rößte  Bedeutung  bei.

In  Amsterdam  wird  aus  zuverlässiger  Quelle
aus  London  mitgeteilt,  daß  die  Krise  des  italienischen
  Kalineits  ihren  Ursprung  in  London
  habe.  Zwischen  der  englischen  und  italienischen
  Regierung  herrschen  seit  langer  Zeit  Reibereien,
  weil  Jtalien  sich  nicht  genügend  für
die  englischen  Kriegsschauplätze  interessiert  und
weil  vor  allen  Dingen  das  italienische  Kabinett
es  bisher  nicht  durchgesetzt  hat,  daß  Jtalien  an
Deutschland  den  Krieg  erllärt.  Infolgedessen
lonnte  Ilalien  bei  dem  Abtommen  der  Verkundeten,
  leinen  Separatfrieden  zu  schließen,
Deuischland  in  dieses  Abkommen  nicht  einbe-Siehen.
  Grey,  dem  diese  Abmachung  der  Verlündelen
  sehr  unangenehm  ist,  hat  wiederholt
alle  Mittel  angewendet,  um  Italien  zur  Kriegserllärung
  an  Deutschland  zu  beiftimmen.  Zuerst
  hatie  Briand  den  Aufstrag,  sein  Glück  in
Rom  zu  versuchen.  Es  ging  ihm  nicht  besser
als  seinem  Vorganger.  Dann  versuchte  es  England
  mit  Bestcä,nng  und  mies  Ilalien  auf  AllLanien
  hin.  England  erklärte,  es  wolle  Jtalien
zu  All  anien  verbelfen,  wenn  Jtalien  dadurch
seine  Truppen  nach  Saloniki  werse.  Auch  dies
lehnie  Jialien  ab.  Nun  folgten  die  englischen
Zuangemahregem.  Man  schnilt  von  London
aus  Kohien  und  andere  Bedarfsartikel  ab,
ohne  auf  das  Lamento  des  italienischen  Volles
und  der  Regierung  die  geringste  Rücksicht  zu
nehmen.  Da  es  aber  England  lrot  allem  Druck
hicht  gelang,  die  jetzige  Regierung  Jtaliens
seinen  Wünschen  gejügig  zu  machen,  schritt  es
zu  Wühlereien.  H#ute  in  die  Regierung  in
Rom  von  London  aus  jo  gründlich  untermühlt,
daß  das  ganze  Kabinett  gestürzt  werden  soll,
um  einem  England  freundlicheren  Platz  zu  machen,
  wenn  Salandra  auf  die  Wunsche  Eng-Siegeeziel.



——————
16  Nachdruck  verbolen.
dOavon,  daß  er  in  der  lelchten  Nörung
  lorer  Ael  u#  C.Spxuren  vergossener
Tränen  3u1  erlennen  glaubte.  sagte  er  ihr  freilich
  nichts,  und  er  srten  üch  raich  zuirieden  zu
geben,  als  sie  ihm  erklarte,  daß  sie  nicht  den
geringiten  Grund  habe,  uch  uber  irgendein
korperliches  Unvdenagen  #7  bellagen.

Ohne  daß  Margal=  ihm  einen  Anlaß
dazu  gegeben  hatte,  vegenn  er  von  Bernhard
Sewald  zu  sprechen  —  Aeluhmend  und  güng
wie  von  cinem  wirklicen  Freunde.  Und  es

   

war,  als  bereue  es  ihm  aufri.btige  Freude,
ihr  nur  Günfuges  von  den  Zulunitsaussichten
des  jungen  Architellen  berlhten  zu  konnen.
Er  hatte  sich  mit  dem  Kollegen,  der  Sewald  behandelte,
  sehr  eingehend  über  den  Fall  unterhalten
  und  war  dabei  der  zuversichtlichsten  Auffassung
  begegnet.  Die  Verletzungen  waren
außerordentlich  schwer  gewesen;  jetgt  aber  stand
es  lest,  daß  der  Verlust  des  zerschmetterten
Beines  auch  der  einzige  dauernde  Schaden
sein  u  ürde,  mit  dem  er  Vizewachtmeister  aus
dem  Feldzuge  hbeimtehrte.

„Das  erhalten  gebliebene  Bein  wird
binnen  lurzem  seine  volle  Gebrauchsfähigleit
wiedererlangen,  und  wenn  der  Zustand  des
Amputatione#stumpfes  die  Anlegung  eines  künstlichen
  (Gliedes  ceftanst  wird  hem  Giensionen
don  seiner  Verwundung  nichts  welter  anzusehen
  sein  als  ein  etwas  schleppender  Gang.
Er  wird  nicht  an  Krücken  zu  gehen  brauchen,
und  er  wird  seine  Berufstätigkeit  in  vollem  Umlange

  wieder  ausüben  können

 

4%  —

lands  nicht  eingeht.  In  London  erwartet  man
jedenfalls  den  Sturz  des  italienischen  Kabinetts
  in  der  allernächsten  Zeit.

Der  Winter  an  der  italienischen
Front.

Mailand,  13.  März.  Der  Spezialberichterstatter
  des  „Corriere  della  Sera“  an  der
Udinefront  sagt,  daß  die  enormen  Schneelawinen
ungeheuren  Schaden  an  den  Unterständen,  Baracken
  und  Depots  aller  Art  anrichten.  Patrouillen,
  Proviantkolonnen  und  ganze  Abteilungen
  seien  durch  die  Schneemassen  von  jedem
Verkehr  abgeschnitten  worden.  Wo  aber  keine
Schneestörungen  eintreten,  seien  ausgedehnte
Ueberschwemmungen  festzustellen,  so  z.  B.  am
unteren  Isonzo.  Viele  Straßen  seien  unbrauchbar
  geworden.  Am  Schluß  macht  der  Korrespondem
  die  charakteristische  Bemerkung,  man
dürfe  die  außerordentlich  schweren  Hindernisse,
welche  einer  möglichen  italienischen  Offensive  begegnen,
  sich  nicht  verbergen.

Vorman.

Portugal,  England  und  Deutschland.



Bern,  13.  März.  Der  portugiesische  Gesandte
  in  Bern  erklärte  einem  Journalisten,
man  erhebe  in  Portugal  vor  allem  Protest
gegen  den  Ton  der  deutschen  Regierungserllärung
  und  gegen  die  Wendung,  die  Portugal
als  Vasallenstaat  Englands  bezeichnet.  Portugal
  sei  eine  freie  Republik,  und  England  und
Portugal  seien  seit  langem  zwei  befreundete
und  verbündete  Staaten  gewesen,  genau  wie
Deutschland  und  Oesterreich-Ungarn.  Portugal
habe  mit  England  einen  Bündnisvertrag,  und
am  7.  August  1914  hat  die  portugiesische  Negierung
  erllärt,  an  diesem  Vertrag  festzuhalten.
England  habe  von  Deutschland  keine  Kriegserllärung
  an  Deutschland  verlangt,  und  so  sei
jene  merkwürdige  Lage  geschaffen  worden,  daß
Portugal  England  in  jeder  Weise  unterstützt
habe,  ohne  daß  die  diplomatischen  Beziehungen
  mit  Deutschland  abgebrochen  wurden.  Von
Neutralitätsverletzungen  könne  schon  deshalb
keine  Rede  sein,  weil  Portugal  von  Anfang  an
ertlärt  habe,  nicht  neutral  zu  sein.  „Wir  wissen
  genau,“  erklärte  der  Gesandte,  „daß  wir
durch  einen  Krieg  mit  Deutschland  nichts  gewinnen
  können,  wie  ja  alle  beteiligten  Ueinen
Staaten  schliebßlich  doch  die  Leidtragenden  sein
werden.“  Deutschland  glaube  pielleicht,  die  portugiesischen
  Kolonien  bei  den  Friedensverhandlungen
  als  Tauschobjekt  benutzen  zu  könnmen.
Nachdrüdlich  erklärte  der  Gesandte,  Portugal
habe  immer  ein  offenes  Spiel  getrieben.

Oesterreich-Ungarn  und  Portugal.

Wien,  13.  März.  Der  Abbruch  der  diplomatischen
  Beziehungen  zwischen  Oesterreich-Ungarn
  und  Portugal  wird  nun  doch,  und  zwar
wahrscheinlich  schon  in  der  nächsten  Zeit,  erfolgen.
  Jedoch  wird  Oesterreich-Ungarn  vorderhand
  keine  Kriegserklärung  an  Portugal  ergehen
  lassen.  Eine  Kriegserklärung  würde  erst
kommen,  wenn  Portugal  die  bisher  nicht  bescklagnahmten
  österreichisch-ungarischen  Schiffe  in
den  portugiesischen  Häfen  wegnehmen  würde.

———

„Aber  er  sieht  doch  so  schrecklich  leidend
aus“,  wandte  Margarete  mit  leiser  Stlmme
ein,  ohne  daß  sie  den  Mut  aufgebracht  hätte,
die  Augen  zu  dem  Gesicht  des  Sprechenden  zu
erheben.  „Und  er  selber  scheint  seine  Zukunft
keineswegs  so  hoffnungsvoll  anzusehen  wie  der
Arzt,  mit  dem  du  gesprochen  hast.“

„Dos  ist  begreiflich  genug,  solange  er  noch
an  das  Bett  und  den  Nollstuhl  gefesselt  ist.
Er  hat  zu  viel  Zeit  gehabt,  sich  in  Grübelelen
über  sein  Schicksal  zu  verlieren.  Auch  von
körperlichen  Schmerzen  und  Beschwerden  ist  er
noch  nicht  ganz  frel.  Und  schwerer  als  unter
diesen  scheint  er  nach  der  Meinung  des  Kollegen
  unter  irgendeinem  seelischen  Kummer  zu
leiden,  über  dessen  Natur  er  sich  nicht  ausspricht.
  Vielleicht  hängt  er  mit  jenen  vereitelten
  Glückshoffnungen  zusammen,  über  die
r  mir  schon  bei  unserem  ersten  Zusammentreffen
  bald  nach  seiner  Verwundung  elnige
Andeutungen  machte.“

argarete  erwiderte  nichts,  und  nachdem
er  eine  kleine  Weile  vergeblich  der  erwarketen
aeteren  Fragen  geharrt  hatte,  fuhr  Heinz  Vollrath
  fort

 

 

 

 

„Zerstreuung  und  Aufheiterung  fsind  für
den  armen  Geprüften  jetzt  wohl  die  beste  und
wichtigste  Arznei.  Und  er  ist  so  gläcklich  darüber,
  dich  hier  getroffen  zu  haben,  daß  ich  delne
Einwilligung  erbitten  möchte  zu  meinem  Vordaben,
  ihm  noch  elne  weltere  und  Größere
dreud-  pus  relen  n

etzt  blickte  die  junge  egerin  in  jähem
Erschrecken  auf;  denn  7  Flegen  die  Asen
zu  äraten,  die  sich  hinter  dleser  Ankündigung
verbarg

„Und  was  sollte  das  seln,  Helnz  v  fragte

Üe.  „Du  denist  doch  nicht  etwa  daran,  daß

 

mittwoch,  75.  März  Jo916

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Seziale  Aunbschan.
münchen,  13.  März.  Der  Deutsche  Buchdruckerverband
  hatte  vor  Kriegsbeginn
70  452  Mitglieder;  von  den  zum  Heer  eingeruckten

  Mitgliedern  wurden  1341  mit  dem
Eisernen  Kreuz  ausgezeichnet.  Von  den  am
Schlusse  des  Jahres  1915  von  der  Statsstik

erfaßten  31  140  Mitgliedern  waren  29  235
voll  beschäftigt,  174  waren  arbeitslos,  92  waren
  mit  verkürzter  Arbeitszeit  beschäftigt,  661
waren  krank  gemeldet.  Ausbezahlt  wurden  seit
Kriegsbeginn  für  Arbeitslosen-  Unterstützung
3299973  Mk.,  für  andere  Unterstützungszweige
5374961  Mk.,  für  Unterstützung  der  Kriegerfamilien
  1  006  135  Mk.

Berlchiebene  Nachrichun.

Wien,  13.  März.  Aus  Wien  kommt  oie
Kunde,  daß  Marie  Ebner  v.  Eschenbach,  die
größte  deutsche  Dichterin  der  Gegenwart,  einem
Herzschlag  erlegen  ist,  nachdem  sie  die  Lungenentzündung,
  an  der  sie  vor  einigen  Wochen  erkrankt
  war,  scheinbar  überwunden  hatte.  Auf
dem  Familienschloß  Zislavitz  in  Währen,  woö#
die  Dichterin  am  13.  September  1830  geboren
wurde,  und  wo  sie  jehzt  ihre  *  Ruhe  findet,
ruchs  die  junge  Komtesse  Dubsky  heran.  Sie
genoß  die  übliche  Erziehung  durch  eine  französische
  Gouvernante,  aber  das  begabte  Grafenkind
  zog's  bald  zu  der  deutschen  Literatur  hin,
in  der  sie  einst  selbst  zur  Meisterin  werden  sollte.
Zunächst  schilderte  die  Ebner  das,  was  sie  unmittelbar
  in  ihrer  Umgebung  sah,  ihre  Dichtungen
  bewegten  sich  zumeist  zwischen  Schloß
und  Dorf,  sie  erzählte  fein  und  scharf  aus
Udelskreisen.  Als  sie  aber  durch  ihre  Verheiratung
  mit  dem  Baron  Ebner  v.  Eschenbach
nach  Wien  gekommen  war,  wuchs  ihr  Beobachtungsfeld,
  sie  ging  vom  Engeren  ins  Weitere.
Was  die  Ebner-Eschenbach  dem  deutschen  Schrifttum
  war,  wird  in  ferne  Zeiten  bleiben,  wird
vielen  kommenden  Geschlechtern  Freude,  Erhebung,
  Trost  und  feinster  geistiger  Genuß  sein.

Basel,  13.  März.  In  Ueberlingen  am  Bodensee
  versuchten  drei  russische  Kriegsgefangene
nach  der  Schweiz  zu  entfliehen.  Sie  wurden
jedoch  von  der  deutschen  Erenzschutzwache  entdeckt.
  Als  sie  gleichmohl  entfliehen  wollten,  gab
die  Wache  er.  Einer  der  Flüchtlinge  wurde
getötet,  ein  anderer  schwer  verletzt,  der  dritte
gab  sich  gefangen.

Zürich,  13.  März.  In  der  benachbarten
Appenzeller  Gemeinde  Speicher  wurde  in  einem
——.4

.  „Ich  kann  ibn  nicht  in  deine  Abtellung
überführen  lassen,“  ergänzte  er  ihre  stockende

ede,  „weil  er  selbstoerständlich  unter  der  bisherigen,
  trefflich  bewährten  örztlichen  Behandlung
  dleiben  muß.  Aber  du  könntest  mit  einer
Pflegerin  in  der  Abteilung  des  Kollegen  tauschen.
  Ich  habe  mich  seiner  Zusümmung  dazu
bereits  versichert.“

„Unter  keinen  Umständen  1!“  erklärte  Mararete
  mit  einer  Heftigkeit,  die  durch  den  Gegen-HSand
  ihres  Gespräches  wahrlich  in  keiner  Weise
gerrchtserigt  wurde.  „Du  hättest  nach  dieser
ichtung  hin  nichts  tun  sollen,  Heinz,  ohne
mich  vorher  zu  befragen.  i
o

 

R  ica  chewin  da  bleiben.
w  n.  Und  es  än  u
—  ich  die  Pflege  Sasnst.  ee  2%
nehme.“

„Auch  dann  nicht,  liebe  Margarete,  wenn
du  dem  Aermsten  damit  eine  große,  elne  sehr
große  Wohltat  erweisen  würdeft?“

„Nein,  auch  dann  nicht“,  beharrte  sie  mit
derlelben  ungestümen  Entschiedenhelt.  „Es
kann  gar  nicht  dao#.  die  Rede  sein.  Es  ist

durchaus  unmöglich.

„Da  du  es  mit  solcher  Bestimmtheit  erklärst.
muß  ich  mich  wohl  beschelden.  Aber  ich  gestehe,
  daß  ich  überroscht  bin.  Ich  glaubte  doch,
Eaftliches  Merhältale
a

daß  ein  gutes  und  sreunds

zwsschen  euch  besteht,  und  ernügen
  bie  Gelegenheit  ergreifen  würdest,  einem
dauernswerten  Kräppel  —  —“

 

—

—  „Labuns  nicht  welter  davon  sprechen,
Heinz!  Wenn  ich  dir  sage,  daß  ich  nicht  will.
so  kannst  du  es  mir  doch  wohl  erlassen,  dir

alleinstehenden  Hause  ein  altes  Ehepaar  ermordet
  und  beraubt.  Nunmehr  wurde  der  Mörder
  in  Winterthur  von  der  Arbeft  wegeverhaf.
tet;  er  st  der  Sohn  des  “““  ann
(Bürgermeisters)  in  Speicher.  An  Hand  des
Steae#eses  kam  der  bedauernswerte  Vater  auf
die  niederschmetternde  Entdeckung,  daß  sein  eigener
  Sohn  der  Täter  sel,  und  veranlaßte  die
Verhaftung.  Der  23  jährige  Raubmörder  ist
geständig.

M  4  Nerienainsachucklen.

München,  13.  März.  Kronprinz  Boris
Prinz  Kyprill  von  Burlgarien,  die  gestern  vom
westlichen  Kriegsschauplat  hier  eingetroffen  und
im  Regina-Palasthotel  abgestiegen  waren,  sind
heute  mittag  nach  Wien  abgereist.

Micheuer  Aeulglellen.

München,  13.  März.  Ein  Schritt  zur  Hebung
  des  Handwerks  hat  Verwirklichung  genden.
  Von  den  sieben  Vereinigungen  des
Münchner  Holzbearbeitungsgewerbes  haben  sich
sechs  (nur  die  lleinste  Korporation  ist  weggeblieben)
  zu  einem  Lieferungsverband  zusammengeschlossen,
  um  so  auch  den  lleineren  Betrieben
und  Meistern  an  großen  staatlichen,  gemeindlichen
  und  privaten  Austrägen  die  Beteiligung
zu  ermöglichen,  da  immer  der  Verband  als
Montrahent  auftritt  und  die  Arbeit  an  seine
Mitglieder  weiter  vergibt.  Die  Tätigkeit  soll
sich  auf  das  ganze  Reich  erstreden.  Der  Verdand
nennt  sich:  Münchner  Schreinerwerkstätten-Verband
  und  ist  eine  Erwerbs-Genossenschaft.  Die
Geschäftsstelle  befindet  sich  Franziskanerstr.  12.

München.  13.  März.  Der  geisteskranke  Mädchenmörder
  Speckner  ist  am  Montag  wieder  in
die  Heilanstalt  Haar  eingeliefert  worden.

ManräcCische  Feagen.
München.  13.  März.

In  der  Freitagssitzung  des  Finanzausschusses
der  Abgeordnetenkammer  wurden  Wünsche,  Beschwerden
  und  Anfragen  an  die  Hareresperoe
tung  behandelt.  Hiezu  führte  der  Kriegsminister
aus,  daß  Schaffung  einer  einheitlichen
Grundlage  für  die  Beurteilung  der  zu  erwarten.
den  Urlaubsgesuche  an  die  Gemeinden  Fragebogen
  hinausgegeben  wurden,  die  in  Abschrift
allen  Gesuchen  um  Beurlaubung  beizulegen  seien.
Den  Truppenkommandeuren  usw.  des  Feld-  und
Besatzungsheeres  seien  Anhaltspunkte  hinsichtlich
  der  Bewertung  der  Dringlichkeit  der  Gesuche
  gegeben  worden.  Hiernach  sollten  in  erster
Linie  Besitzer  und  Betriebsleiter  von  landwirt,
schaftlichen  Anwesen  beurlaubt  werden,  namentlich
  wenn  es  sich  um  verlassene  Betriebe  oder  um
Betriebe  handle,  denen  die  Frau  nur  mit.  fremder
  Hilfe  oder  mit  Hilfe  von  Verwandten  vor.
stehe.  In  zweiter  Linie  seien  von  den  Arbeilern
namentlich  jene  zu  beurlauben,  die  Führer  von
Dampf-  und  Motorpflügen  seien,  und  dann  in
jeder  Gemeinde  möglichst  die  notwendigen  Handwerler
  für  Bereitstellung  und  Ausbesserung  der
wirtschaftlichen  Geräte.  Wic  weit  die  Feldtruppen
  Gesuchen  entsprechen  könnten,  hänge  von
der  Kriegslage  ab.

Hinsichtlich  der  Neueinderufungen  sei  angeordnet
  worden,  daß  in  letzter  Linie  Besitzer,
Betriebsleiter  und  Arbeiter  landwirtschaftlicher
Berufe  des  gedienten  und  des  ungedienten  Land.
sturmes  einzuberufen  seien,  hier  wieder  die  ällerren
  Johrgänge  zuletzt.  ·

r  Abstellung  von  Kriegsgefangenen  mit
Vorrang  für  Frühijahrsbestellungen  seien  die
siellvertretenden  Generallommandos  angewiesen
worden.  Den  Kriegsgefangenen  sei  das  Lesen

a  aber  wirst  du  ihmm  doch  wohl  die  Freude

deiner  Geseschaft  zutell  werden  lassen.  Er
würde  das  Gegentell  ohne  Zweisel  als  eine
sehr  schwere  und  schmerzliche  Enttäuschung
empfinden.“

Fast  hätte  ein  bitleres  Wort  den  Weg  über
Margaretens  Lippen  gefunden.  Denn  sie  sühlle
in  diesem  Augenblick  einen  ebenso  lebhaften  als
unberechtigten  Groll  gegen  ihren  Verlobten  um
der  Qual  willen,  die  er  146  mit  seinen  wohlemeinten

  Abslchten  und  Vorschlägen  bereitete.
ber  es  kam  ihr  noch  zur  rechten  Zeit  zum
Bewußtsein,  wie  töricht  und  wie  un  erecht  solche
Unfreundlichkeit  sein  würde,  und  si  i
ich  deshalb,  das  Gespräch  zu  beenden,  indem
sie  elne  bejahende  Antwort  gab  und  zugleich
mit  unverkennbarer  Absichkiüchreit  auf  ein
anderes  Thema  überging.

n  dieser  Nacht  aber  würde  sle  wahrsckeinlich
  auch  dann  keinen  Schlummer  gesunden
haben,  wenn  nicht  die  Reihe,  zu  wachen,  an
ihr  gewesen  wäre.  Immer  und  immer  hatte
6  ernhard  Sewalds  bleiches  Antlitz  vor

ugen,  immer  sah  sie  den  Schimmer  beglückter
Hee.  der  bei  ihrem  Anblick  seine  verhörmten
üge  erhellt  hame,  und  unaufhörlich  klang
l#edes  selner  Worte  in  lhrem  Ohr  wle  in  ihrem
Herzen  wieder.  Es  half  nichts,  wenn  sie  (4
und  aber  hundertmal  wiederholle:
Die  Visionen
wollten  sich  damit  nicht  verscheuchen  lassen,
und  dle  verzweiselte  Sllmme  in  ihrem  Innern,
die  um  eln  zerstörtes  Lebenogllck  klagte,  wollte
nicht  verstummen.  «

 

 

 

 

 

 

EssnsstLskJ

14

 

besondere  Gründe  dafür  anzuführen.“
.Gewiß!  Du  bist  natürlich  die  unum-Jchränkte
  Hexrin  deiner  Entschlüsse.  Hier  und

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