„Daily Mail“ meldet aus Mailand: Binnen
lurzem stehen im Kabinett Veränderungen beror,
die ron großem Einfluß auf Italiens
Verhältnis gegenüber den Bundesgenossen sein
werden. Seit Mai 1915 wünschten verschiedene
Kreise die Bildung cines nalionalen Kabinetts,
worin die vornehmsten Vertreter aller Interrentionsparteien
ihren Sitz haben sollten. Dem
widersetzte sich aber Salandra, indem er nur
Bareilai in das Kabinelt aufnahm. Der nationalen
Einheit wegen unternahmen die Befürworter
einer Koalitionsregierung nichts; jedoch
nahm die Unzufriedenheit später wieder
zu, und das Verlangen nach einem kräftigeren,
rexräsentatiren Kak inell steigerte sich von
neuem. Allgemein hielt man Bissolati für den
richtigen Mann zum Minislerpräsidenten, da er
auf die Unterstützung sämtlicher Interventionsparteien
rechnen lonnte, allein bis vor wenigen
Tagen weigerte er sich, gegen das jetzige Ministerium
aufzutreten und ein Amt zu übernehmen.
Nun scheint sein Widerstand gebrochen
zu sein. leber die Zusammensetzung des neuen
Rabinetts kann man noch nichts Genaues sagen,
aber das eine sieht jest, daß, wenn er ein
Amt übernehmen wird, dies das engere Zusammenwirken
Italiens mit den Bundesgenossen
und das Ende des Doppelspiels Deutschland
gegenüber bedeuten wird.
Nach der „Stampa“ ist die Minislerkrise unausbleiblich.
Es ist sogar möglich, daß das
Ministerium sein Rückiritsgesuch am Montag
lioch vor Beginn der Kammerberatung über
das wirtschaftliche Programm der Regierung
einreicht. Die Entschzidung liegt bei den Interventionisten,
die die moralische Stütze des Ministeriums
darntellen. Eine endgültige Abwendung
der Interventioniten vom Ministerium
zuänge zu diesem Rücktritt, da es nicht almöglich
angesehen U##rden lönne, daß Salandra
mit einer Giotutimehrheit regieren wolle oder
onne. Den Verhandlungen zwischen Bissolati,
dem Verl der inigten Interventionisten,
mit Salandra tomme daher die
rößte Bedeutung bei.
In Amsterdam wird aus zuverlässiger Quelle
aus London mitgeteilt, daß die Krise des italienischen
Kalineits ihren Ursprung in London
habe. Zwischen der englischen und italienischen
Regierung herrschen seit langer Zeit Reibereien,
weil Jtalien sich nicht genügend für
die englischen Kriegsschauplätze interessiert und
weil vor allen Dingen das italienische Kabinett
es bisher nicht durchgesetzt hat, daß Jtalien an
Deutschland den Krieg erllärt. Infolgedessen
lonnte Ilalien bei dem Abtommen der Verkundeten,
leinen Separatfrieden zu schließen,
Deuischland in dieses Abkommen nicht einbe-Siehen.
Grey, dem diese Abmachung der Verlündelen
sehr unangenehm ist, hat wiederholt
alle Mittel angewendet, um Italien zur Kriegserllärung
an Deutschland zu beiftimmen. Zuerst
hatie Briand den Aufstrag, sein Glück in
Rom zu versuchen. Es ging ihm nicht besser
als seinem Vorganger. Dann versuchte es England
mit Bestcä,nng und mies Ilalien auf AllLanien
hin. England erklärte, es wolle Jtalien
zu All anien verbelfen, wenn Jtalien dadurch
seine Truppen nach Saloniki werse. Auch dies
lehnie Jialien ab. Nun folgten die englischen
Zuangemahregem. Man schnilt von London
aus Kohien und andere Bedarfsartikel ab,
ohne auf das Lamento des italienischen Volles
und der Regierung die geringste Rücksicht zu
nehmen. Da es aber England lrot allem Druck
hicht gelang, die jetzige Regierung Jtaliens
seinen Wünschen gejügig zu machen, schritt es
zu Wühlereien. H#ute in die Regierung in
Rom von London aus jo gründlich untermühlt,
daß das ganze Kabinett gestürzt werden soll,
um einem England freundlicheren Platz zu machen,
wenn Salandra auf die Wunsche Eng-Siegeeziel.
——————
16 Nachdruck verbolen.
dOavon, daß er in der lelchten Nörung
lorer Ael u# C.Spxuren vergossener
Tränen 3u1 erlennen glaubte. sagte er ihr freilich
nichts, und er srten üch raich zuirieden zu
geben, als sie ihm erklarte, daß sie nicht den
geringiten Grund habe, uch uber irgendein
korperliches Unvdenagen #7 bellagen.
Ohne daß Margal= ihm einen Anlaß
dazu gegeben hatte, vegenn er von Bernhard
Sewald zu sprechen — Aeluhmend und güng
wie von cinem wirklicen Freunde. Und es
war, als bereue es ihm aufri.btige Freude,
ihr nur Günfuges von den Zulunitsaussichten
des jungen Architellen berlhten zu konnen.
Er hatte sich mit dem Kollegen, der Sewald behandelte,
sehr eingehend über den Fall unterhalten
und war dabei der zuversichtlichsten Auffassung
begegnet. Die Verletzungen waren
außerordentlich schwer gewesen; jetgt aber stand
es lest, daß der Verlust des zerschmetterten
Beines auch der einzige dauernde Schaden
sein u ürde, mit dem er Vizewachtmeister aus
dem Feldzuge hbeimtehrte.
„Das erhalten gebliebene Bein wird
binnen lurzem seine volle Gebrauchsfähigleit
wiedererlangen, und wenn der Zustand des
Amputatione#stumpfes die Anlegung eines künstlichen
(Gliedes ceftanst wird hem Giensionen
don seiner Verwundung nichts welter anzusehen
sein als ein etwas schleppender Gang.
Er wird nicht an Krücken zu gehen brauchen,
und er wird seine Berufstätigkeit in vollem Umlange
wieder ausüben können
4% —
lands nicht eingeht. In London erwartet man
jedenfalls den Sturz des italienischen Kabinetts
in der allernächsten Zeit.
Der Winter an der italienischen
Front.
Mailand, 13. März. Der Spezialberichterstatter
des „Corriere della Sera“ an der
Udinefront sagt, daß die enormen Schneelawinen
ungeheuren Schaden an den Unterständen, Baracken
und Depots aller Art anrichten. Patrouillen,
Proviantkolonnen und ganze Abteilungen
seien durch die Schneemassen von jedem
Verkehr abgeschnitten worden. Wo aber keine
Schneestörungen eintreten, seien ausgedehnte
Ueberschwemmungen festzustellen, so z. B. am
unteren Isonzo. Viele Straßen seien unbrauchbar
geworden. Am Schluß macht der Korrespondem
die charakteristische Bemerkung, man
dürfe die außerordentlich schweren Hindernisse,
welche einer möglichen italienischen Offensive begegnen,
sich nicht verbergen.
Vorman.
Portugal, England und Deutschland.
Bern, 13. März. Der portugiesische Gesandte
in Bern erklärte einem Journalisten,
man erhebe in Portugal vor allem Protest
gegen den Ton der deutschen Regierungserllärung
und gegen die Wendung, die Portugal
als Vasallenstaat Englands bezeichnet. Portugal
sei eine freie Republik, und England und
Portugal seien seit langem zwei befreundete
und verbündete Staaten gewesen, genau wie
Deutschland und Oesterreich-Ungarn. Portugal
habe mit England einen Bündnisvertrag, und
am 7. August 1914 hat die portugiesische Negierung
erllärt, an diesem Vertrag festzuhalten.
England habe von Deutschland keine Kriegserllärung
an Deutschland verlangt, und so sei
jene merkwürdige Lage geschaffen worden, daß
Portugal England in jeder Weise unterstützt
habe, ohne daß die diplomatischen Beziehungen
mit Deutschland abgebrochen wurden. Von
Neutralitätsverletzungen könne schon deshalb
keine Rede sein, weil Portugal von Anfang an
ertlärt habe, nicht neutral zu sein. „Wir wissen
genau,“ erklärte der Gesandte, „daß wir
durch einen Krieg mit Deutschland nichts gewinnen
können, wie ja alle beteiligten Ueinen
Staaten schliebßlich doch die Leidtragenden sein
werden.“ Deutschland glaube pielleicht, die portugiesischen
Kolonien bei den Friedensverhandlungen
als Tauschobjekt benutzen zu könnmen.
Nachdrüdlich erklärte der Gesandte, Portugal
habe immer ein offenes Spiel getrieben.
Oesterreich-Ungarn und Portugal.
Wien, 13. März. Der Abbruch der diplomatischen
Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn
und Portugal wird nun doch, und zwar
wahrscheinlich schon in der nächsten Zeit, erfolgen.
Jedoch wird Oesterreich-Ungarn vorderhand
keine Kriegserklärung an Portugal ergehen
lassen. Eine Kriegserklärung würde erst
kommen, wenn Portugal die bisher nicht bescklagnahmten
österreichisch-ungarischen Schiffe in
den portugiesischen Häfen wegnehmen würde.
———
„Aber er sieht doch so schrecklich leidend
aus“, wandte Margarete mit leiser Stlmme
ein, ohne daß sie den Mut aufgebracht hätte,
die Augen zu dem Gesicht des Sprechenden zu
erheben. „Und er selber scheint seine Zukunft
keineswegs so hoffnungsvoll anzusehen wie der
Arzt, mit dem du gesprochen hast.“
„Dos ist begreiflich genug, solange er noch
an das Bett und den Nollstuhl gefesselt ist.
Er hat zu viel Zeit gehabt, sich in Grübelelen
über sein Schicksal zu verlieren. Auch von
körperlichen Schmerzen und Beschwerden ist er
noch nicht ganz frel. Und schwerer als unter
diesen scheint er nach der Meinung des Kollegen
unter irgendeinem seelischen Kummer zu
leiden, über dessen Natur er sich nicht ausspricht.
Vielleicht hängt er mit jenen vereitelten
Glückshoffnungen zusammen, über die
r mir schon bei unserem ersten Zusammentreffen
bald nach seiner Verwundung elnige
Andeutungen machte.“
argarete erwiderte nichts, und nachdem
er eine kleine Weile vergeblich der erwarketen
aeteren Fragen geharrt hatte, fuhr Heinz Vollrath
fort
„Zerstreuung und Aufheiterung fsind für
den armen Geprüften jetzt wohl die beste und
wichtigste Arznei. Und er ist so gläcklich darüber,
dich hier getroffen zu haben, daß ich delne
Einwilligung erbitten möchte zu meinem Vordaben,
ihm noch elne weltere und Größere
dreud- pus relen n
etzt blickte die junge egerin in jähem
Erschrecken auf; denn 7 Flegen die Asen
zu äraten, die sich hinter dleser Ankündigung
verbarg
„Und was sollte das seln, Helnz v fragte
Üe. „Du denist doch nicht etwa daran, daß
mittwoch, 75. März Jo916
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Seziale Aunbschan.
münchen, 13. März. Der Deutsche Buchdruckerverband
hatte vor Kriegsbeginn
70 452 Mitglieder; von den zum Heer eingeruckten
Mitgliedern wurden 1341 mit dem
Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Von den am
Schlusse des Jahres 1915 von der Statsstik
erfaßten 31 140 Mitgliedern waren 29 235
voll beschäftigt, 174 waren arbeitslos, 92 waren
mit verkürzter Arbeitszeit beschäftigt, 661
waren krank gemeldet. Ausbezahlt wurden seit
Kriegsbeginn für Arbeitslosen- Unterstützung
3299973 Mk., für andere Unterstützungszweige
5374961 Mk., für Unterstützung der Kriegerfamilien
1 006 135 Mk.
Berlchiebene Nachrichun.
Wien, 13. März. Aus Wien kommt oie
Kunde, daß Marie Ebner v. Eschenbach, die
größte deutsche Dichterin der Gegenwart, einem
Herzschlag erlegen ist, nachdem sie die Lungenentzündung,
an der sie vor einigen Wochen erkrankt
war, scheinbar überwunden hatte. Auf
dem Familienschloß Zislavitz in Währen, woö#
die Dichterin am 13. September 1830 geboren
wurde, und wo sie jehzt ihre * Ruhe findet,
ruchs die junge Komtesse Dubsky heran. Sie
genoß die übliche Erziehung durch eine französische
Gouvernante, aber das begabte Grafenkind
zog's bald zu der deutschen Literatur hin,
in der sie einst selbst zur Meisterin werden sollte.
Zunächst schilderte die Ebner das, was sie unmittelbar
in ihrer Umgebung sah, ihre Dichtungen
bewegten sich zumeist zwischen Schloß
und Dorf, sie erzählte fein und scharf aus
Udelskreisen. Als sie aber durch ihre Verheiratung
mit dem Baron Ebner v. Eschenbach
nach Wien gekommen war, wuchs ihr Beobachtungsfeld,
sie ging vom Engeren ins Weitere.
Was die Ebner-Eschenbach dem deutschen Schrifttum
war, wird in ferne Zeiten bleiben, wird
vielen kommenden Geschlechtern Freude, Erhebung,
Trost und feinster geistiger Genuß sein.
Basel, 13. März. In Ueberlingen am Bodensee
versuchten drei russische Kriegsgefangene
nach der Schweiz zu entfliehen. Sie wurden
jedoch von der deutschen Erenzschutzwache entdeckt.
Als sie gleichmohl entfliehen wollten, gab
die Wache er. Einer der Flüchtlinge wurde
getötet, ein anderer schwer verletzt, der dritte
gab sich gefangen.
Zürich, 13. März. In der benachbarten
Appenzeller Gemeinde Speicher wurde in einem
——.4
. „Ich kann ibn nicht in deine Abtellung
überführen lassen,“ ergänzte er ihre stockende
ede, „weil er selbstoerständlich unter der bisherigen,
trefflich bewährten örztlichen Behandlung
dleiben muß. Aber du könntest mit einer
Pflegerin in der Abteilung des Kollegen tauschen.
Ich habe mich seiner Zusümmung dazu
bereits versichert.“
„Unter keinen Umständen 1!“ erklärte Mararete
mit einer Heftigkeit, die durch den Gegen-HSand
ihres Gespräches wahrlich in keiner Weise
gerrchtserigt wurde. „Du hättest nach dieser
ichtung hin nichts tun sollen, Heinz, ohne
mich vorher zu befragen. i
o
R ica chewin da bleiben.
w n. Und es än u
— ich die Pflege Sasnst. ee 2%
nehme.“
„Auch dann nicht, liebe Margarete, wenn
du dem Aermsten damit eine große, elne sehr
große Wohltat erweisen würdeft?“
„Nein, auch dann nicht“, beharrte sie mit
derlelben ungestümen Entschiedenhelt. „Es
kann gar nicht dao#. die Rede sein. Es ist
durchaus unmöglich.
„Da du es mit solcher Bestimmtheit erklärst.
muß ich mich wohl beschelden. Aber ich gestehe,
daß ich überroscht bin. Ich glaubte doch,
Eaftliches Merhältale
a
daß ein gutes und sreunds
zwsschen euch besteht, und ernügen
bie Gelegenheit ergreifen würdest, einem
dauernswerten Kräppel — —“
—
— „Labuns nicht welter davon sprechen,
Heinz! Wenn ich dir sage, daß ich nicht will.
so kannst du es mir doch wohl erlassen, dir
alleinstehenden Hause ein altes Ehepaar ermordet
und beraubt. Nunmehr wurde der Mörder
in Winterthur von der Arbeft wegeverhaf.
tet; er st der Sohn des “““ ann
(Bürgermeisters) in Speicher. An Hand des
Steae#eses kam der bedauernswerte Vater auf
die niederschmetternde Entdeckung, daß sein eigener
Sohn der Täter sel, und veranlaßte die
Verhaftung. Der 23 jährige Raubmörder ist
geständig.
M 4 Nerienainsachucklen.
München, 13. März. Kronprinz Boris
Prinz Kyprill von Burlgarien, die gestern vom
westlichen Kriegsschauplat hier eingetroffen und
im Regina-Palasthotel abgestiegen waren, sind
heute mittag nach Wien abgereist.
Micheuer Aeulglellen.
München, 13. März. Ein Schritt zur Hebung
des Handwerks hat Verwirklichung genden.
Von den sieben Vereinigungen des
Münchner Holzbearbeitungsgewerbes haben sich
sechs (nur die lleinste Korporation ist weggeblieben)
zu einem Lieferungsverband zusammengeschlossen,
um so auch den lleineren Betrieben
und Meistern an großen staatlichen, gemeindlichen
und privaten Austrägen die Beteiligung
zu ermöglichen, da immer der Verband als
Montrahent auftritt und die Arbeit an seine
Mitglieder weiter vergibt. Die Tätigkeit soll
sich auf das ganze Reich erstreden. Der Verdand
nennt sich: Münchner Schreinerwerkstätten-Verband
und ist eine Erwerbs-Genossenschaft. Die
Geschäftsstelle befindet sich Franziskanerstr. 12.
München. 13. März. Der geisteskranke Mädchenmörder
Speckner ist am Montag wieder in
die Heilanstalt Haar eingeliefert worden.
ManräcCische Feagen.
München. 13. März.
In der Freitagssitzung des Finanzausschusses
der Abgeordnetenkammer wurden Wünsche, Beschwerden
und Anfragen an die Hareresperoe
tung behandelt. Hiezu führte der Kriegsminister
aus, daß Schaffung einer einheitlichen
Grundlage für die Beurteilung der zu erwarten.
den Urlaubsgesuche an die Gemeinden Fragebogen
hinausgegeben wurden, die in Abschrift
allen Gesuchen um Beurlaubung beizulegen seien.
Den Truppenkommandeuren usw. des Feld- und
Besatzungsheeres seien Anhaltspunkte hinsichtlich
der Bewertung der Dringlichkeit der Gesuche
gegeben worden. Hiernach sollten in erster
Linie Besitzer und Betriebsleiter von landwirt,
schaftlichen Anwesen beurlaubt werden, namentlich
wenn es sich um verlassene Betriebe oder um
Betriebe handle, denen die Frau nur mit. fremder
Hilfe oder mit Hilfe von Verwandten vor.
stehe. In zweiter Linie seien von den Arbeilern
namentlich jene zu beurlauben, die Führer von
Dampf- und Motorpflügen seien, und dann in
jeder Gemeinde möglichst die notwendigen Handwerler
für Bereitstellung und Ausbesserung der
wirtschaftlichen Geräte. Wic weit die Feldtruppen
Gesuchen entsprechen könnten, hänge von
der Kriegslage ab.
Hinsichtlich der Neueinderufungen sei angeordnet
worden, daß in letzter Linie Besitzer,
Betriebsleiter und Arbeiter landwirtschaftlicher
Berufe des gedienten und des ungedienten Land.
sturmes einzuberufen seien, hier wieder die ällerren
Johrgänge zuletzt. ·
r Abstellung von Kriegsgefangenen mit
Vorrang für Frühijahrsbestellungen seien die
siellvertretenden Generallommandos angewiesen
worden. Den Kriegsgefangenen sei das Lesen
a aber wirst du ihmm doch wohl die Freude
deiner Geseschaft zutell werden lassen. Er
würde das Gegentell ohne Zweisel als eine
sehr schwere und schmerzliche Enttäuschung
empfinden.“
Fast hätte ein bitleres Wort den Weg über
Margaretens Lippen gefunden. Denn sie sühlle
in diesem Augenblick einen ebenso lebhaften als
unberechtigten Groll gegen ihren Verlobten um
der Qual willen, die er 146 mit seinen wohlemeinten
Abslchten und Vorschlägen bereitete.
ber es kam ihr noch zur rechten Zeit zum
Bewußtsein, wie töricht und wie un erecht solche
Unfreundlichkeit sein würde, und si i
ich deshalb, das Gespräch zu beenden, indem
sie elne bejahende Antwort gab und zugleich
mit unverkennbarer Absichkiüchreit auf ein
anderes Thema überging.
n dieser Nacht aber würde sle wahrsckeinlich
auch dann keinen Schlummer gesunden
haben, wenn nicht die Reihe, zu wachen, an
ihr gewesen wäre. Immer und immer hatte
6 ernhard Sewalds bleiches Antlitz vor
ugen, immer sah sie den Schimmer beglückter
Hee. der bei ihrem Anblick seine verhörmten
üge erhellt hame, und unaufhörlich klang
l#edes selner Worte in lhrem Ohr wle in ihrem
Herzen wieder. Es half nichts, wenn sie (4
und aber hundertmal wiederholle:
Die Visionen
wollten sich damit nicht verscheuchen lassen,
und dle verzweiselte Sllmme in ihrem Innern,
die um eln zerstörtes Lebenogllck klagte, wollte
nicht verstummen. «
EssnsstLskJ
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besondere Gründe dafür anzuführen.“
.Gewiß! Du bist natürlich die unum-Jchränkte
Hexrin deiner Entschlüsse. Hier und
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