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riger, heftiger Kopf, der jede Folgerung, wie sie sich theoretisch
aus seinem- Spystem entwickelte, gleich praktisch anwenden
wollte; der allen Klagen, die man damals wider die Geistlichkeit
hatte, von Grund aus abhelfen wollte; dessen Grund-Idee
war: der Kirche koͤnne nicht geholfen werden, wenn
man sie nicht in den Zustand zurückversetze, worin
sie hleich nach den Zeiten der Apostel gewe
sen, wo sie an liegende Guͤter nicht denken durfte, sondern
der Geistliche hoͤchstens noch außer dem, was er durch Hand-Arbeit
gewann, vom Zehnten und den Oblationen der Glaͤubigen
leben mußte. Ganz mit der Unschuld, welche das Gefühl
der Wahrheit eingibt, kommt Arnold nach Rom mit
dieser Lehre, predigt sie unter den Augen des Pabstes, wie
wenn's angenehme Lehre für den Pabst seyn müßte, da sie
zur Wiederherstellung der Kirche diene. Aber gerade hier war
sie gefährlich, weil hier alter Rimergeist erwacht war, weil
man Ideen von alter Groͤßt hervorgesucht hatte. Den Rodmern
traͤumte von Consulibus, Senatu Populedue HRomeno;
sie wollten nicht unter dem Pabst sichen. Hier wäre also
Arnolds Ansicht und der einheimische Capitoliums= Stolz der
Roͤmer zusammengeflossen. Kein Wunder, daß ihn Innocenz
II. durch Alles, was der Pabst damals von Waffen in
Händen hatte, binwegtrieb:. Erkommunikation, Famiilien-Kabalen
und Kabalen bei den kleinen italienischen Fürsten. Arnold
ging von Rom nach Frankreich, und glaubte hier seinen
besten Mann an dem heiligen Bernhard von Elairvaur
zu finden; denn dieser hatte Muth genug, bei dem Koͤ-nige
etwas durchzusetzen. Aber auch bei ihm kam er mit seiner
Lehre, weil sie vielleicht zu viel Aehnliches mit der Lehre
der Ketzer in Languedoc und in den piemontesischen Gebirgen
hatte, eben so übel an, als in Rom, und fand an ihm einen
viel thätigeren Feind, als selbst der Pabst gewesen war. Dieser