— VII —
Zum Schluß sei noch einiges über den Dampfzugbetrieb
in Belgien mitgeteilt, der dort schon im Frieden weit verbreitet
war. In der Hauptsache gelangen Dampfstraßenzugmaschinen
mit Anhängern zur Verwondung: zum größeren
Teil sind dies aus Straßenwalzen umgebaute Zugmaschinen.
In zweiter Linie werden Dampfwalzen solbst als Zugmaschinen
benutzt und schließlich, jedoch nur verhältnismaßig
wenig, Dampflastkraflwagen, also solche Dambfkraftfahrzeuge,
welche gleichzeitig die Last solbst tragen. Die Dampfstraßenzugmaschinen
sind fast ausschließlich englischer Herkunft:
ihre Bauart gleicht im wesentlichen den von deutschen
Firmen gebauten Maschinen. Die Dampfwmalzen stammen
ebenfalls zum größten Teil von englischen Firmen. An
Dampfkraftwagen kommen ziemlich ausschließlich französische
Fabrikate zur Verwendung. Sie unterscheiden sich von den
deutschen Dampflastwagen dadurch, daß sie fast durchweg
mit Kesseln von hoher Spannung ausgerüftet sind.
Als vornehmlichste Vorteile der Dampfkraftfahrzeuge
gegenliber Lastkraftwagen hat sich die leichte Beförderung
schwerer Lasten, der geringe Kohlen- und Oelverbrauch, die
gute Verwendbarkeit auf glatten Landstraßen (Makadam)
und bei Massengütern die Möglichkeit des Verkehrs mit
Wochselwwagon, daher der Fortfall von Wartezeiten für Beund
Entladen erwiosen. Betreffs dor Anhängewagen ergab
sich die Fordorung, daß sie gut durchgebaut sind, fedornde
Kuppelung besitzen und zum Vor. und Rückwärtsstoßen geeignot
sind; leichte Anhängewagen dürfont trotz der großen
Zugtraft der Maschinon nicht überladen werden, da sonst
Rad- und Achsenbrüche unvermeidlich sind. Für den Vertehr
mit Dampfkraftfahrzeugen haben sich gewalzte Straßen
(Makadam) am besten bewährt; Kanal- und Einsteig-Schachtabdeckungen
müssen beachtet werden. Der Dampfkraftfahrzeugbetrieb
im besetzten belgischen Gebiet hat sich sowohl auf
den Landstraßen wie auch in den Städten, selbst in belebten
Straßen, bisher ohne nonnenswerte Störungen abgewickelt.
Druck: Linden-Druckerei u. Verlags-Gef. m. b. S. Verlin RW. 6.