fortgesetzt von den Löwener Bürgern weiter beschossen wurden.
Leider gelang es nicht, die wertvolle Universitätsbibliothek zu
retten. Von der Kathedrale ist der Turm eingestürzt, das Schiff
ist erhalten. |
Die Strecke zwischen Löwen und Brüssel, an der das prachtvolle
Besitztum Tervueren mit dem Kongomuseum gelegen ıst, ist
ein wahres Friedensydill. Kein Haus, kein Baum und kein Strauch
sind berührt. Unsere Truppen sind hier durchmarschiert, ohne
auch nur Spuren hinterlassen zu haben, wie man sie nach jedem
friedlichen Manöver erwarten könnte.
Die Stadt Brüssel hat sich friedlich in ıhr Schicksal gefunden,
und bisher ist dort keinerlei Akt der Auflehnung gegen die deutschen
Okkupationstruppen begangen worden. Infolgedessen ist
keinem menschlichen Wesen auch nur ein Haar gekrümmt worden.
Das Eigentum der Bürger wird auf das peinlichste respektiert;
alle Requisitionen der Truppen wie alle Einkäufe der einzelnen
Soldaten erfolgen gegen bare Bezahlung.
Auf der Strasse zwischen Brüssel und Namur ıst das Bild
gleichfalls fast durchweg ein friedliches. In Wavre sind allerdings
einige Häuser am Marktplatz zusammengeschossen, weil auch
von hier aus heimtückische Ueberfälle auf unsere Truppen verübt
wurden. Die Leute auf den Feldern sind an der Arbeit, die zum
grossen Teil bereits geborgene Ernte vollständig einzubringen; das
Vieh weidet friedlich auf den endlosen grünen Flächen.
Um Namur herum ist das Bild ein ähnliches wie zwischen
den Forts von Lüttich. Die Dörfer zwischen den Forts sind zum
grössten Teil zerstört und zwar — wie man aus der Schussrichtung
der Granaten vielfach feststellen kann — oft durch Beschiessung
durch die belgischen Truppen aus den Forts heraus. Weithin
sind die Felder zerstampft und durch Artilleriegeschosse aufgerıssen.
In den Unterständen zwischen den einzelnen Forts findet
man heute noch liegen gebliebene Tornister, Uniformstücke aller
Art, zerschossene Gewehre und andere Waffen. Die Stadt Namur
hat wenig gelitten. Nur wiederholt sich auch hier das vielfach zu
beobachtende Bild der Zerstörung am Rathausplatz, der hier wie
in einer Anzahl von Städten und Ortschaften das Zentrum der
plötzlichen Franktireurüberfälle auf unsere Truppen gebildet hat.