Grenze dienen sollten, viel zu stark. Im Gefühl ihrer Stärke sind sie späterhin
dem Einfluß der O. H.L. entglitten und haben in bemmunge- und zwecklosen
Offenslostößen gegen die unbezwingllche franzssische Ostfront den besten Teillhrer
Kraft verblutet. Dagegen fehlten diese Armeen am äußeren (rechten) Flügel der
großen Schwenkungsoperation. Sle haben später doch dorthin geworfen werden
muüssen, um dessen Uberflügelung zu verhüten — später — als es zum Siege
bereits zu spät war.
So erkennt rückschauende Prüfung bereite in der ersten Anlage des deutschen
Anmarsches den Keim des Scheiterns des gewaltigen strategischen Grundgedankens.
4.
Wie vollzog sich nun gegenüber dem deutschen Aufmarsch derjenige der
Feindmächte?
Der französlsche Generalstab hat seit Jahren genau gewußt, daß der deutsche
Kriegsplan die Verletzung der belgischen Neutralltät vorsah. Wenn es dafür
noch eines Bewelses bedurft pätte, so haben wir lihn in der vollständigen Kriegebereltschaft
Belgiens erhalten — das seine Festungen In den letzten Jahren vor
dem Kriege gewiß ulcht gegen Frankreich und England so gewaltig verstärkt,
sein Heer weit über das Bedürfnies eines neutralen Staates vermehrt pat.
Frankrelch hat bel Kriegsbeginn fünf Armeen ine Feld gestellt. Sie
wurden glelich wie die deutschen vom rechten Flügel aus numeriert. Die
I. ble 3. füllten den Raum hlnter der französlschen Ostfront von der schweizerischen
Grenze ble zu der Gegend, wo dle deutsche und französische Grenze an
die luxemburgische anstoßen, also dem Raum um die Festung Longwy. Ole 1.,
rechts an dle schweilzerische Grenze angelehnt, stützte sich auf die Festungen
Belfort und Eplnal, die 2. auf Toul und Nancy, die 3. auf die gewaltige Feste
Derdun. Hinter der 3. stand dle 4. Armee, vorwärte des befestigten Lagers
von Chalons. Dle S. stand hinter dem Argonnenwall, vorwärts Relms und Rethel.
Mit den Namen der Führer der französischen Armeen will ich das Gedächtnle
der Leser vorläufig verschonen. Her Name bes ersten Generalissimus Loffre
ist noch heute in aller Deutschen Erinnerung.
Die englische Armee war bestimmt, am linken Flügel der französischen
Heere in Anlehnung an die Festung Maubeuge aufzumarschleren. Slie war bel
Kriegsbeginn natürllch noch nicht zur Stelle, da sle erst über den Kanal befördert
werden mußte.
Der belgischen Armee war die Aufgabe zugedacht, für den mit größter
Bestimmthbeit erwarteten Fall dee Einmarsches der Deutschen den Wlderstand
der beiden Maasfestungen Namur und Lüttich durch Abwehr im freien Felde
zu unterstützen.
ODle i B
1c4. Korbetrsn
Generalstäbe unserer westlichen Gegner
müssen der Auffassung gewesen seln, es werde den Deutschen ulcht gelingen,
den Widerstand von Lüttich in absehbarer Zeit zu brechen. In dlesem Falle
würde cs unmöglich gewesen sein, nennenswerte Teile der Angriffsheere durch
den schmalen Raum zwischen der Reichweite der Lütticher Forts und der Südwestecke
des Maastrichtzlpfele über Bisé hindurchzuzwwängen, zuinal sich dort
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