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jedem Jahrzehend immer kleiner, und dieß Geschlecht mußte
endlich ganz aussterben, wenn der Herzog in Ernennung
neuer Prälaten vorsichtig war. Enzlin scheint nicht einmal
alle die Vorsicht nothwendig geglaubt zu haben, womit
sonst immer besonders in kleinen Staaten einer größern Gewalt
des Fürsten der Weg gebahnt werden muß, er zählte
auf das Leben des Herzogs und auf den tiefen Eindruck,
welchen die Beispiele seiner Streuge selbst in geringern Fällen
gemacht hatten. Die Hofalchymisien wußten es wohl,
wie der Herzeg strase *), und nicht nur einer derselben bößte
am Galgen, daß er dem Herzog seine geheime Kunst betrügerisch
gerühmt hatre. Mit aller Ungedult, womit oft überlegene
Koͤpfe alles um sich her in ibren Strom hineinzureißen
suchen, trieb Friedrich seinen Günsiling, daß er
ihm endlich die Gewalt verschaffte, welche seinen hohen Geist
befriedigen kodnnte. Gerade auch in dem Zeitpunkt, da nun
*) Zum Gebrauch der Herrn Hofalchpmisten wurde ein eigener eiserner
Galgen gebaut, und es hatten ihrer vier die Ehre, denselben
zu zieren. Billig war man gegen diese Betrüger ausserst
strenge, da es nicht nur dem Gelde des Herzogs sondern auch
seinem Leben galt; die gebrauchten Medicinen schlugen nicht
immer wohl an. Kaiser Rudolf und Herzog Friederich scheinen
ihre Alchpmisten oft einander eine Zeitlang geliehen zu haben,
und kein Wunder, denn diese Goldschöpfer konnten oft noch
mehr thun, als bloß Gold machen. Kaiser Rudolf gab einem
solchen Alchvmisten Hans Henrich Mülenfels den Adelöbrief —
weil er die Kunst hatte schußfrei zu machen.
Einem seiner Hofalchymisten Montan ließ Herzog Friederich
den Prozeß so summarisch machen, daß die Landstände und
seine Räthe dagegen sprachen. Der Herzog antwortete aber seineu
Räthen, sie sollten ihm erst ersetzen, was er auf diesen
Lecker verwendet, so wollte er sich des weitern bedenken. Montan
kam endlich doch an den eisernen Galgen, aber wie Herr
Sattler erzählt, unter der Protestation, daß er nur einen Prozeß
und hernach das Köpfen verdient hätte.