Full text: Illustrierte Geschichte der Sächsischen Lande und ihrer Herrscher. I. Band, 1. Abteilung. Von den Anfängen bis zum Tode Friedrichs des Strengen (1381). (1)

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Anderseits mochte dieser, der stets Verhandlungen der Entscheidung 
des Schwertes vorzog, nicht gern ohne Gewinmung dieses wichtigsten 
Parteigängers des Brandenburgers im September 1348 gegen den 
letzteren den Kampf beginnen So kamen der beiden Interessen sich 
entgegen und fanden ihren vorläufigen Austrag auf einer Zusammen- 
kunft der beiden Fürsten zu Bautzen am 20. und 21. September 1348. 
Karl verschrieb dem Landgrafen für künftig zu leistende Dienste 4000 
Schock Prager Pfennige, d. h. also für seine Neutralität und An- 
erkennung Karls als kaiserlichen Herrn. Aber neben diesen schriftlichen 
Abmachungen müssen auch mündliche Zusagen, die Lausitz betreffend, 
gegangen sein, denn nach jener am 2. Oktober erfolgten Abtretung 
der Lausitz durch Waldemar traf Karl keine Anstalten, das Land zu 
besetzen, noch auch änderte Friedrich, den diese Abmachung doch zunächst 
nach seinem Schwager Ludwig schädigte, seine bisher eingehaltene 
Neutralität. Ubrigens hatte inzwischen Ludwig kein Arg oder zeigte es 
wenigstens nicht. Noch gab er die Hoffnung nicht auf, Friedrich zur 
Annahme der Königskrone zu bewegen und kam deshalb im Anfang 
Dezember nach Dresden. Alsbald erschien auch König Karl. Friedrich 
lehnte die Krone ein zweites Mal ab; offenbar hat er Vermittelungs- 
Zu nebenstehendem Bilde. 
Günther von Schwarzburg, Römischer König, auf seinem Grabmal im 
Dom zu Frankfurt a. M. Das Grabmal ist aus rotem Sandstein errichtet im 
Jahre 1352 und zeigt die ritterliche Waffentracht dieser Zeit in ausgezeichneter Dar- 
stellung. Er ist bekleidet mit dem ärmellosen Waffenrock, der, obgleich eng an- 
liegend, sich noch nicht zum Lendner verengt hatte; er ist mit dem schwarzburgischen 
Löwen bestreut; vorn fast bis zur Höhe der Hülften aufgeschnitten, zeigt er an den 
umgeschlagenen Ecken das Pelzwerk des Futters. An den Armen ist die Brünne 
sichtbar, schon sast ganz verdeckt von dem neu erfundenen Verstärkungsfystem. 
Dies besteht in Schienen aus gepreßtem und gestepptem Leder. Darauf liegen 
Streifen gesottenen Leders abwechselnd mit Reihen von Metallknöpfen. Die Ellen- 
bogen und Kniee zeigen bauchig geschmiedete eiserne „Kacheln“ zur Bekstärkung. 
Die Handschuhe sind selbständig geworden, aus Eisen oder Leder mit beweglichen 
Eisenfingern. Die Schuhe sind gleichfalls von Leder und gesteppt und mit Buckeln 
verstärkt. Den Kopf schützt die Beckenhaube mit dem Ringkragen, welche hier durch 
Kloben mit einander verbunden sind; ein Gesichtsschutz ist durch Aufklappen beweglich. 
Der ritterliche Gurt ist mit Schnalle und Buckeln verziert und trägt rechts den 
Dolch, links das Schwert. Der Stechhelm hat die Kübelform und zeigt den Löwen 
als Zimier und die Helmdecke. Das Ganze ist farbig bemalt und vergoldet. 
(Hefner-Alteneck.)
	        
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