Inhaltsverzeichnis : Geschichte der Hohenzollern.

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Schwerte,  und  wie  er  in  seinem  Manifeste  verkündet  hatte:  „Wer  uns  das
Unsere  nimmt,  der  hat  uns  das  Seine  erlaubt“,  drang  er  gegen  seine  Feinde
vor.  Er  nahm  nicht  nur  Löckenitz  wieder  ein,  sondern  eroberte  auch  mehrere
pommersche  Orte  und  ließ  weit  und  breit  dem  Lande  die  Gewaltthaten  seiner
Fürsten  entgelten.  In  demselben  Jahre  noch  starb  Herzog  Wratislaw  (1478),
allein  dieser  Todesfall  endete  noch  nicht  den  Krieg.  Bogislaw  setzte  ihn  noch
bis  ins  folgende  Jahr  fort  und  scheint  sich  tapfer  gewehrt  zu  haben,  denn  Garz
wenigstens  blieb  in  seinen  Händen,  obgleich  er  einige  andere  Städte  und  Schlösser
verlor.  Auf  Grundlage  des  Prenzlauer  Vertrages  wurde  ein  Frieden  abgeschlossen,
und  der  künftige  Anfall  Pommerns  an  Brandenburg  anerkannt.  Ueber  die  Frage
der  persönlichen  Lehnshuldigung  scheint  man  wiederum  hinweggegangen  zu  sein.

Unterdessen  hatte  ein  zweiter  Krieg,  den  ebenfalls  eine  Aussicht  des  markgräflichen
  Hauses  auf  Vergrößerung  seiner  Macht  hervorgerufen,  die  märkischen
  Gegenden  selbst  mit  schwerer  Gefahr  bedroht.  Kurfürst  Albrecht  hatte
seine  Tochter  Barbara,  obschon  erst  10  Jahr  alt,  im  Jahre  1472  mit  Heinrich  Il.,
Herzog  von  Glogau,  verlobt  und  zwei  Jahre  darauf  sogar  vermählt.  Unvermuthet
  starb  Herzog  Heinrich  schon  im  Jahre  1476,  nachdem  er  kurz  vor  seinem
Tode  die  junge  Fürstin  als  Erbin  seiner  Lande  eingesetzt  hatte.  Die  Streitsache
wurde  bald  sehr  verwickelt,  da  zwei  Könige  das  oberlehnsherrliche  Recht  über
die  Hinterlassenschaft  in  Anspruch  nahmen,  nämlich  Wladislaw,  König  von
Böhmen,  und  Mathias,  König  von  Ungarn,  Ersterer  wegen  des  seit  einem  Jahrhundert
  schon  bestehenden  Lehnsverhältnisses  zwischen  Schlesien  und  Böhmen,
Letzterer,  weil  er  Schlesien  erobert  hatte.  Ueberdies  trat  noch  ein  Dritter,  der
Herzog  Hans  von  Sagan,  ein  Verwandter  des  verstorbenen  Herzogs  Heimich
auf,  der  die  Gültigkeit  des  Testamentes  eben  so  wie  den  rechtmäßigen  Rückfall
  des  Lehns  an  irgend  einen  Oberlehnsherrn,  so  lange  er  und  seine  Nachkommen
  lebten,  in  Abrede  stellte,  obgleich  ihn  selbst  ein  Hausvertrag  von  der
Erbschaft  ausschloß.

Mathias  unterstützte  die  Absichten  des  Herzogs  Hans  von  Sagan;  er
wies  deshalb  die  Glogauer  durch  den  Bischof  Rudolph  von  Breslau  an,  seinem
Schüßling  zu  huldigen,  ein  Plan,  der  durch  die  Festigkeit  des  märkischen  Verwesers
  in  Glogau,  Otto  von  Schenk,  vereitelt  wurde.  Weder  der  Bann  von
Seiten  des  geistlichen  Herrn,  noch  der  Drohbrief  des  Königs  Mathias  vermochte
etwas  auszurichten.  Dagegen  hatte  der  umsichtige  Kurfürst,  um  seiner  Familie
die  wichtigen  Ansprüche  möglicher  Weise  zu  erhalten,  die  verwittwete  Tochter
mit  dem  König  Wladislaw  verlobt  und  die  Stände  des  Herzogthums  Glogau
an  ihn  als  den  künftigen  Gemahl  seiner  Tochter  zur  Huldigung  gewiesen.

Herzog  Hans  ließ  darum  seine  Ansprüche  noch  nicht  fallen,  sondern  im
Vertrauen  auf  den  Beistand  des  mächtigen  Mathias  von  Ungarn  glaubte  er
auch  mit  Erfolg  den  Weg  der  Waffen  versuchen  zu  können,  zumal  da  der
brandenburgische  Verweser  durch  Schroffheit  seines  Benehmens  sich  verhaßt
gemacht  hatte.  So  gelang  es  dem  Herzog,  den  größten  Theil  der  Stände  zur