Volltext : Blätter für Rechtsanwendung. Alphabetisches und systematisches Register über die Bände XXI bis XL. (41a)

 

März 1916



Artilleriekämpfe  an  der  Westfront.

Großes  Hauptquartier,  1.  März.

Westlicher  Kriegsschauplatz.  Die  Artillerietätigkeit  war  auch  gestern  an  vielen
Stellen  der  Front  sehr  rege,  besonders  auf  feindlicher  Seite.  An  mehreren  Teilen
verfolgte  der  Gegner  damit  freilich  nur  Täuschungszwecke.  Dagegen  schien  er  im
Ufergebiet,  in  der  Champagne  sowie  zwischen  Maas  und  Mosel  bestrebt  zu  sein,
uns  ernstlich  zu  schädigen.  Er  erreichte  das  Ziel  nicht.

Im  Luftkampf  wurde  ein  englischer  Doppeldecker  bei  Menin  bezwungen;  die
Insassen  sind  gefangen.  Zwei  französische  Doppeldecker  holten  die  Abwehrgeschütze
herunter:  den  einen  bei  Vezaponin,  nordwestlich  von  Soissons,  Insassen  gefangen,
den  anderen  dicht  südwestlich  von  Soissons,  Insassen  wahrscheinlich  tot.  Ein  von
dem  Leutnant  der  Reserve  Kuehl  geführtes  Flugzeug,  Beobachter  Leutnant  der  Reserve
Haber,  brachte  einen  militärischen  Transportzug  auf  der  Strecke  Besancon  —Jussen
durch  Bombenabwurf  zum  Halten  und  bekämpfte  die  ausgestiegene  Transportmannschaft
erfolgreich  mit  seinem  Maschinengewehr.

Oestlicher  und  Balkankriegsschauplatz.  Nichts  von  besonderer  Bedeutung.

Oberste  Heeresleitung.  (W.  T.  B.)

Unveränderte  Lage  an  den  k.  u.  k.  Fronten.

Wien,  1.  März.  Amtlich  wird  verlautbart:  Die  Lage  ist  überall  unverändert.
Der  Stellvertreter  des  Chefs  des  Generalstabes.
v.  Hoefer,  Feldmarschalleutnant.  (W.  T  B.)

Drei  französische  und  ein  englischer  Hilfskreuzer  versenkt.

Berlin,  1.  März.  Von  unseren  U-Booten  wurd  en  zwei  französische  Hilfskreuzer
  mit  je  vier  Geschützen  vor  Le  Havre  und  ein  bewaffneter  englischer
Bewachungsdampfer  in  der  Themsemündung  versenkt.

Im  Mittelmeer  wurde  laut  amtlicher  Meldung  aus  Paris  der  französische
Hilfskreuzer  „La  Provence“,  der  mit  einem  Truppentransport  von  1800  Mann
nach  Saloniki  unterwegs  war,  versenkt.  Nur  696  Mann  sollen  gerettet  sein.

Das  am  8.  Februar  an  der  shyrischen  Küste  versenkte  französische  Kriegsschiff
war,  wie  die  Meldung  des  zurückgekehrten  U-Bootes  ergibt,  nicht  das  Linienschiff
  „Guffren“,  sondern  der  Panzerkreuzer  „Amiral  Charner“.

Der  Chef  des  Admiralstabes  der  Marine.  (W.  T.  B.)





    


1249                                                                                                                                                    79