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constitutionelle Verfassung gehabt. Jede solche Verfassung ist ein Blatt
Papier, und Papier ist bekanntlich geduldig. Entspricht sie nicht der historischen
Entwickelung des Volkes, hat sie nicht im Geist und Willen des
Volkes seine Wurzel, so ist damit nur der Grund gelegt zur innern Unzufrievenheit
und Uneinigkeit, so wie zur Schwäche nach Außen. Eine
aristokratisch -constitutionelle Monarchie wird nun und nimmermehr für
Preußen die rechte Regierungsform sein oder werden, und das preußische
Volk besitzt Intelligenz genug, sich selbst für die sogenannte vielgepriesene
Freiheit des stolzen Englands zu bedanken, weil diese nur die Gelegenheit
bietet, daß eine hochmüthige Aristokratie, möge sie aus Whigs oder Tories
bestehen, zur Verfolgung ihrer Zwecke das Volk bei der Nase
herumführt. —
Die Militär-Vorlagen für Reform unseres Heerwesens kamen unter
der Regierung eines Königs zum Vorschein, der geliebt und geehrt im
Lande ist, wie es je einer wurde und wird, und der gewiß mit nicht beneidenswerther,
sorgenvoller Hand in dieser rastlos hin= und herfahrenden
Zeit die Geschicke des Vaterlandes so lenkt und leitet, daß ihm von allen
Seiten volles Vertrauen geschenkt und dargebracht wird. Er wendet mit
Vorliebe seine Aufmerksamkeit der Wehrkraft des Landes zu, weil er weiß,
daß auf ihr die jetzige wie zukünftige Existenz Preußens beruht, und wer
darin nicht eben so denkt, meint es wahrhaftig nicht ehrlich mit dem Vaterlande.
Wie kommt es nun, daß trotzdem diese „Lebensfrage für
uns Alle“ leider eine „Partei-Frage“ geworden ist?
Die Schuld davon trägt allein die Kreuzzeitungspartei und zwar
durch die Art und Weise, mit welcher die mit Königlichem Willen ins
Leben zu rufenden Reformen, in ihren Kreisen von jeher aufgefaßt und
motivirt wurden. Sie hat der guten Sache damit wenig gedient, daß sie
sich ihrer so eifrig und hervorstechend annahm. Durch ihre Hast und
frivole Offenheit bei Darlegung ihrer Zwecke hat sie mit richtiger Erkenntniß
der Gefahr alle Parteien im Lande gegen sich geeinigt, welche ihr
jetzt als die sogenannte liberale entgegentreten. So hat sie, wie schon oft,
indem sie das Böse wollte, das Gute geschaffen; in Bezug auf die Militär-Fragk
hat das Umgekehrte stattgefunden. — Bei dem von ihr aufgestellten
Grundsatz „Gegen Demokraten helfen nur Soldaten“ war mit
Recht zu vermuthen, daß sie dies einzig für probat erkannte Mittel in
immer stärkeren Dosen anwenden möchte, und da man nun nachgerade
weiß, daß bei ihr stets und noch jetzt die Demokratie da anfängt, wo ihre
Partei mit der angeworbenen Dienerschaft aufhört, so setzte sich in dem
bleibenden allergrößten Theile des Landes eine Besorgniß und ein Wider-