Full text: Die Gründung des Deutschen Ordenstaates in Preußen.

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ihm das Verwerfliche seines Benehmens, insbesondere seines Bünd- 
nisses mit den Heiden (denn die Ritter hatten die Empörung der 
Bekehrten zugleich als Abfall vom Glauben bezeichnet), seiner Gleich- 
gültigkeit gegen den vor 8 Jahren noch von dem Legaten Wilhelm 
über ihn verhängten Bann und seines frevelhaften Angriffes auf das 
Eigenthum des Apostolischen Stuhles vorhielt, und ihm die ernsten 
Maßregeln androhte, womit er ihn zum Gehorsam zwingen werde, 
wenn er sich nicht unterwerse. Es war nämlich dem Erzbischof von 
Gnesen die Vollmacht gegeben, falls Swantopolk sich seinen Mahnun- 
gen nicht fügte. nochmals nicht nur über ihn, sondern auch über Alle, 
die ihm anhingen, den Bann auszufprechen und die Polnischen Für- 
sten zum Vollzug des Urtheils im Namen des Papstes aufzufor- 
dern. 7o0) In demselben Sinne forderte Innocenz den Orden auf, 
sich mit Macht gegen die ungläubigen Christen und Heiden zu ver- 
theidigen, und die Herzöge von Polen, dem Orden beizustehen. 
Allein Swantopolk setzte den Kampf bald im Kulmischen, bald vor 
Elbing, und wo immer er eine Blöße des Ordens erspähen konnte, 
fort. 21) Um jedoch den Folgen, welche der Bannspruch des Exzbi- 
schofs für seine Sache haben konnte, zuvorzukommen, schickten er und 
die mit ihm verbündeten Preußen im Sommer des Jahres 1245 eine 
Gesandtschaft an den Papst, um gegen den Orden Klage zu führen 
und sich zu rechtfertigen. Dasselbe thaten die Ritter und ihre Ver- 
Danzig erscheinen. Die Feindseligkeiten gegen den Orden sallen aber schon vor den 
11. Juni 1238. B#gl. die Urk. N. Cod. d. Pom. 1. u. 259. Damals nun war 
Swantopolk noch nicht im Banne und auch Wilhelm noch nicht in Preußen, wie die 
Urk. selbst beweist. Ebenso wenig kann angenommen werden, daß es damals war, 
als im Febr. 1239 Wilbelm in Danzig, des Herzogs Hauptstadt, ankam und sich auf. 
bielt; jene Zabl in dem Briese J.'e wird also von 8 auf 6 reducirt werden müssen. 
430) Alle vier Bullen unter dem 1. Februar 1245 im N. Cod. d. Pom. I. 
n. 311—344. 
331) Dusö##r III. 45.