196 XXII. Revers Heinrichs. Lutherisch Eil.
und auch der Statuten halber, so wir uf unser(n) Bruder, den
Bischoffen von Freising,‘) solten kumen sein, vertragen haben.“*)
Trotzdem verging noch mehr als ein Jahr, bis es zum formellen
Friedensabschluss kam. (Gerade die Statuten dürften in den weiteren
Verhandlungen, über die wir nicht näher unterrichtet sind, einen der
hauptsächlichsten Differenzpunkte gebildet haben; war es ja doch in
Nördlingen eine Hauptforderunyg des Kapitels und Schwäbischen
Bundes gewesen, dass der Pfulzyraf auf die neuen Satzungen (vom
Jahre 1506) schwören und sie auf seine Kosten zu Kom konfirmieren
lnssen solle, was Dleinrich jedoch entschieden ablehnte. Am21. Januar
1524 (Donerstag nach Fabiani und Sebastiani) endlich kam durch
Vermittlung der ron den Parteien gewählten, uns bereits bekannten
Schiedsrichter, des Bischofs Wilhelm von Strassburg und des Domdekans
Philipp von Bechbery, zwischen Pfalzyraf Heinrich als Propst,
Dechmt und Kapitel und Albrecht Thumb alten Proypst ein endgültiger
Vergleich zustande?) Uns berühren hier bloss die zwei
ersten Artikel, die von den Statuten handeln:
Erstlich soll unser herr und freundt und gnediger herr
hertzog Hainrich probst und herr zu Elwangen ete. die statuta so
erstlich in translatione durch Pium Secundun gegeben und volgends
eonfirmiert worden *) schweren und nach dem dechant und capittel
zu Elwangen obgemelte statuten hievor auch geschworn, so soll es
irenthalb bei sollichem ayd besteen und soll derselbig ayd durch
(leehant und capittel als erefitig gehalten und dem gelebt werten.
Zum andern als dechant und eapittel vermeinen, das uber
angeregte confirmirte statuten unser herr und freundt und gnediger
herr zu KElwangen ettliche andere statuta”) auch zu schweren
schuldig sein, «des sich sein liebde und furstlich gnad, inbedacht
das die selbige statuta den alten eonfirmirten statuten zu entgegen
) Pfalzgraf Philipp, 1459— 1541 Bischof von Freising.
-) Schreiben Heinrichs in Hofratsprotokolle Bd. II Fol. 235 (vgl. Fol. 337.
244 f. 255). Am 26. Januar 1523 lad NHeinrich den Bischof ein, auch auf
dem Rückwey von Nürnberg wieder in kKllwangen anzukehren und „mit der
armen Herberg‘“‘ bei ihm vorlieb zu nehmen, wun der Bischof auch lat: Hofratsprot.
Bd. IT Fol. 282 und 288,
”) Orig,Pery. mit sechs anhängenden Siegeln: 1. Bischof Wilhelm von
Strassburg, 2. Domdekan Philipp von HRechbery, 3. Herzog Heinrich Propst,
4. Kapitel zu kliwangen, 5. der alle Proyst I’humb, 6. Albrecht Thumb der
Jüngere, Kustos: Jasz. 161.
%) Die Statuten von 1460 und 1501.
°, Die neuen Statuten ron I15U6.
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