Rosenheimer Anzeiger
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H##
RNosenheimer Tagblakt
Amtliches Publikakions-Organ
——
Dienstag, 4. Jannar 1916
Hr#testantisch: Genoveva.
Ein neuer Völkerrechtobruch der Eugländer und Tranzofen-Verhaftung
der Vierbundskonfuln in Saloniki.
Ein Tagesberfehl des Königs an das bayerische Heer. — Der Nepjahrserlaß des Kailsers an Heer und Flotte. — Die Krise
in England. — Der englische Panzerkrenzer „Natal" gesunken. — Der englische Postdampfer „Persia“ versenkt. — Milliarden-Unterschlagungen
in Raßland. — Fortdauer der Schlacht in Ostgalizien unter schweren Verlusten der Rufsen. —
Mogntenegros
schwierige Lage. — Erlechischer und türkischer Protest gegen die Verhaftung der Konsalu in Salonili.
Die Krlegslage.
WIB. Großes Hauptquartier, ben
31. Dezember, vormittags. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplas#.
Nach erfolgreicher Sprengung wurde den Engländern
nordwestlich von Hulluch ein vorgeschobener
Graben entrissen. Zwei Maschinenge-(zehre
und einige Gefangene fielen in unsere
Hand.
Ein feindlicher Fliegerangriff auf Ostende richtete
in der Stadt erheblichen Gebäudeschaden
an, besonders hat das Kloster vom Heiligen
Herzen gelitten. 19 belgische Einwohner sind
verletzt, einer getötet. Militärischer Schaden ist
nicht entstanden.
Cestlicher Kriegsschauplatz.
und
Balkan-Kriegsschauplatz.
Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung.
Oberste Heeresleltung.
WTB. Großes Hauptquatties, den
1. Januar, vormittags. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Keine wesentlichen Ereignisse.
Oestlicher Kriegss####plas.
Bei Friedrichstadt scheiterte ein über das E,-der
Düna geführter russischer Angriff in unserem
Feuer.
Feindliche Jagdkommandos und Patrouillen
wurden an mehreren Stellen der Front abgewiesen.
Nördlich von Czartorysk stießen stärkere deutsche
und österreich-ungarische Erkundungsabteilungen
vor. Sie nahmen etwa 50 Russen gefangen
und kehrten nachts in ihre Stellungen
zurück.
Oesterreich-ungarische Batterien der Armee
des Generals Grafen von Bothmer beteiligten
sich wirkungsvoll flankierend an der Abwehr
russischer Angriffe südlich von Burkanow.
Balkan-Eriegsschauplatz.
Nichts Neues. Oberste Heeresleitung.
WIB. Großes Haupt quartier, den
2. Januar, vormittags. Amilich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
In der Nacht zum 1. Januar wurden Versuche
stärkerer englischer Abteilungen, in unsere
Stellung bei Frelingham (nordöstlich von Armentières)
einzudringen, vereitelt.
Nordwestlich von Hulluch besetzten unsere
Truppen nach erfolgreicher Sprengung den
Trizter#.
— — —4
Bei der Eroberung eines feindlichen Grabens
südlich des Hartmannsweilerkopses sielen über
20000 Gefangene in unsere Hände.
Oestlicher Kriegsschanplat#z#.
An verschiedenen Stellen der Front wurden
vorgehende schwächere russische Abteilungen abgewiesen.
Nördlich des Dryswjaty-Sees war es einer
von ihnen gelungen, vorübergehend bis in unsere
Stellung vorzudringen.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Die Lage ist unverändert.
Oberste Heeresleitung.
Der amtliche österreichische Bericht.
WITB. Wien,
meldet:
Rafütcher Kriegss##uple##.
Das Vorgelände unserer Strypa-Front war
zwischen Buczacz und Vieniwoczyk auch gestern
der Schauplatz wiederholter mit starken russischen
Kräften geführter Angriffe. Abermals
brachen wie an den Vortagen die feindlichen
Sturmkolonnen unter dem Feuer der kaltblütigen
tapferen Truppen der Armee Pflanzer-Baltin
zusammen.
An der unteren Strypa und an der bessarabischen
Front hat die Tätigkeit des durch die
letzten Kämpfe stark erschöpften Gegners vorläufig
nachgelassen.
Die Verluste, die die Russen an den vergangenen
Tagen auf den ostgalizischen Gesechtsfeldern
Frultten Ubersteigen überall weit das
gewohnte M So lagen gestern an der Strypa
vor einem Kompanie-Abschnitt 161, vor
einem anderen 325 russische Leichen.
An der Ilwa und an der unteren Puti
lowta gab es keine besonderen Ereignisse. Am
Kormin-Bach und am Styr wurden abends
mehrere russische Vorstöße abgewiesen.
Italienischer Kriegsschauplatz.
In Südtirol wurden Alpini-Bataillone, die
unsere Stellungen füdwestlich von Torbole zweimal
angriffen, abgewiesen.
An der Kärntner Front nahm die feindliche
schwere Artillerie den Ort Wolffbach (südbstlich
von Malborghet) unter Feuer.
An der küstenländischen Front dauern die
Geschütz= und Minenwerferkämpfe stellenweise
fort.
31. Dez. Amtlich wird ge-Fabsftlig##e#r
Kriegsss##aurl##.
Nichts Neues.
Der Etellv. des chefs den Meneralstann
—— — O
–14 –
Der amtliche österreichische Vericht.
WIB. Wien, 1. Jan. Amtlich wird gemeldet:
Russischer Kriegss#häuplas.
Die Schlacht in Ostgalizien dauert unvermindert
heftig an. Das Schwergemicht der Kämpfe
lag auch gestern auf unserer Front an der mittleren
und umeren Strypa.
Im Raume nordöstlich von Vuczacz traten
kurz nach Mittag die russischen Artilleriemassen
in Tätigleit, deren Feuer bis in die Abendsiunden
walrrie, dann ging der Feind zum An
griff über. Seine Kolonnen drangen in zahlreichen
Angrifiswellen stellenmeise vier= bis
fünfmal an unsere Drahthindernisse vor, Vrachen
aber immer und überall unter der verheerenden
Wirkung unseres Feuers zusammen.
In der Nacht zog sich der Gegner, Hunderte
von Toten und Schwerrer# undeten liegen las
send, in seine Cn) bis 1000 Schritt enifernic
Ausgangsstellung zuruck. Auch die Angriffe.
die die Russen bei Jaslowier südlich von Buczacz
und nach't Uscieczko am Onje#r unternah
erlitten das gleiche Schicksal, wie die an
der mittleren Strypa.
men,
An der bessarabischen Front verlief der Tag
abermals verhälmiemähig ruhig. Die Stellun.
gen der Armec des Generals Grasen von
Bothmer an der oberen Strypa und der Dceresgruxpe
Boehm-Ermolli an der Ilwa slanden
unter feindlichem Artilleriefeuer. Bei der
Armee des Erzherzogs Joseph Ferdinand wurde
ein russisches Bataillon zersprengt, das südlich
von Berestiany rorzustoßen versuchte.
Am Styr-Bug nordöstlich von Czartorysk
überfielen deutsche und österreich-ungar. Truppen
mit Erfolg die feindlichen Vorposten. Bei
Kolodia westlich von Rafalomka schlugen wir
einen Angriff ab.
Itallenischer Kriegss######p#la##.
Gestern beschoß die italienische schwere Artillerie
neuerdings die Orte Malkborghet und
Wolffach. In der Neujahrsnacht unterhielt
sie ein besonders lebhaftes Feuer gegen den Col
di Lana. Die Lage ii#r unverändert.
S#sstlicser Kriegsschanpla#.
Bei Ixek wurden neuerlich vier von den Serben
vergrabene Geschütze eingebracht. An der
Tara Gexlänkel.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs:
—— —
— —
Der amtliche österreichische Bericht.
meln. Wien, 2. Jan. Amtlich wird ge-Ruffischer
Kriegsschauplas.
Der Feind nahm nun auch seine Offensive
gegen die beßarabiche Front der Armee Pflanzer-Balin
wieder auf. Nachdem er schon in
der Neujahronacht zweimal und am darauffolgenden
Tormiltag ebenio oft vergeblich versucht
hatle, in unsere Stellungen einzudringen, führte
er um 1 Uhr nachmittags gegen die Verschan-#ungen
lei Topxorouz einen neuerlichen starken
Angriff, der von den lapferen Verteidigern im
Handgemenge abgeichlagen wurde. Zwei Stunden
säler drangen im gleichen Raum sechs russische
Regimenter vor, die zum größten Teil
abermals geworfen wurden. Nur in einem Bataillonsabschnit
in der Kampf noch nicht ab-Jeschlossen.
Die Verlune des Gegners sind ausserordentlich
groß.
Auch unsere Strira-From nordößlich von
Buczacz griff der Feind am Neujahrsmorgen
an. Der Angriff mißlang ebenso wie ein russischer
Vorfioß auf eine Schanze nordöstlich von
Burkanow.
Die Zall der seit einer Woche in Ostgalizien
eingebrachten Gesangenen reicht an 3000 heran.
Südlich von Dubno wurde bei Berestiany im
Kormin-Gebiet eine schwächere feindliche Ablteilung
abgewiesen.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Süssstlicher Kriegsschanplaz,
Keine besonderen Ereignisse.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs:
v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Schwerer Völkerrechlsbruch durch
den Vierverbaud.
Verhaftung der Konsuln der Mittelmächte
in Saloniki.
Parie, 31. Dez. Havas meldet aus Athen:
Die Generalkonfuln Deutschlands, Oesterreich-Ungarns,
der Türkei und Bulgariens wurden
auf das franzosische Großlinienschiff „Patric“
gebracht.
Auhen, 1. Jan. (Vom Privatkorrespondenten
des WITB.) Die Verhaftungen des deutschen,
des österreichisch ungarischen, des türkischen
und des bulgarischen Konsuls in Saloniki
durch die Franzosen erregt hier die größte Erbitterung.
Die griechische Regierung hat einen
energischen Protest eingelegt.
London, 1. Jan. „Evening News“ melden
aus Saloniki: Nach einem Luftangriff (2)