Volltext: Impf-Friedhof.

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blau; sehr starke Pusteln, 6 Wochen lang stinkiger Eiterausfluß, erst 
nach 10 Wochen Heilung-Anfang. Fressende Wunden an den Beinen; 
noch am 27. 7. ganze Löcher an den Waden sichtbar. 
55. Banreuth. Sohn Hans des Obsthändlers Sch., am 
29. 5. 1909 geboren, gesund, wurde am 3. 5. 1910 geimpft. Nach 
der Impfung kränkelte er. Es entwickelten sich 5 Impfpusteln, deren 
Heilung in 14 Tagen erfolgte. Die mißmutige Stimmung hielt an. 
Am 30. 5. Lungenentzündung; deren Dauer 14 Tage. Darauf Masern, 
anschließend Diphtheritis; Serum-Einspritzung. Wieder Lungen- 
entzündung. Am 5. 7. Tod durch „Herzlähmung“. 
56. Aus der „Deutschen medizinischen Wochenschrift“ Nr. 34 vom 
20. 8. 1908, S. 1474: Aus der dermatologischen Abteilung der 
städtischen Krankenanstalten in Elberfeld. Ein neuer Fall von 
Vakzine-Infektion, von San.-Rat Dr. P. J. Eichhoff, Chefarzt. 
„Nachdem ich erst im Herbst vorigen Jahres über zwei Fälle von 
Vakzine-Infektion berichtet hatte (medizinische Klinik 1907, No. 49) muß 
ich heute einen 
weiteren Fall 
mitteilen, nicht 
sowohl wegen 
des Falles selbst, 
sondern ausprin- 
zipiellen Grün- 
den. weil ich dafür 
halte, daß alle 
vorkommenden 
Fälle registriert 
werden sollen, um 
Mittelu. Wege 
zu finden, diese 
leidigen In- 
fsektionen zu 
verhüten und zu 
verhindern. 
Das Kind Albert Stefes aus Heiligenhaus, geboren am 
22. August 1906, Sohn des Pressers Friedrich Stefes, bisher noch nicht 
geimpft, weil es seit langem an Ekzem leidet, wird am 12. Juni 1908 
auf meine Abteilung ausgenommen. 
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