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Erziehung.
Wenn die Erziehung der Prinzen Ernsts des Frommt
von Gotha das Muster aller Erziehungen in dieser Perioe
gewesen waͤre, so hätte es in den deutschen Fuͤrstenhaͤusm
vortrefflich stehen müssen. Das Universitäten-Beuchen
kam nun nach und nach ganz ab. Doch weil einmalin
Tübingen eine besondere Fürstenschule war, so blieb tese
bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts besetzt, aber alch
selbst in dieser wurde der Unterricht der jungen Prinzenetwas
zweckmäßiger, ihr Aufenthalt darin wurde abgekhazt.
Häufig waren sie vor dem dreißigjährigen Kriege fünf #is
sechs Jahre da, nach diesem Kriege keiner mehr als dei
Jahre, endlich wurde ein Jahr, ein halbes Jahr daraus, lis
die ganze Sache verschwand. Inzwischen wurde noch zu Ewe
dieser Periode dort ein pfälzischer Prinz erzogen, den man
aber nur darum hingeschickt hatte, weil es zu kostbar wai,
ihm zu Hause einen Informator zu halten.
Man sah nun allmählich immer mehr ein, daß Lateinlernen
kbeine Hauptsache für den Piinzen sey. Die aufgeklärteren
Fürstensbhne studierten deßwegen Geschichte,
deutsches Reichsherkommen, Politik. Es mußte
nun auch nicht gerade mehr ein Theolog seyn, der den künftigen
Landesvater bilden sollte. In der Geschichte war freilich
Slei danus de quatuor monarchis auch nach dem
dreißigjährigen Kriege noch nicht aus den Händen der Fürsten,
und das Non plus ultra der Politik, die man sie lehrte,
waren noch meistens Lipsii monita politica. So vortheilhaft
es in vielfacher Rücksicht war, daß die seltsame Gewohnbeit
abgekommen, den jungen Fürsten als einen Schulmann
auf der Universität studieren zu lassen, so unangenehm