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12. Berwaltung. Karl war nicht nur ein gewaltiger Kriegsheld, sondern
auch ein ganz vorzüglicher Verwalter und Gesetzgeber seines Landes.
Die alten Stammesherzogtümer, die Herde der Widerspenstigkeit, löste er auf, wie
z. B. Bayern, das er (wie vorher Sachsen) in Gaue einteilte und so einzelnen
Grafen zur Verwaltung übergab. In den alten Landesteilen bestand diese Einrichtung
der Gaugrafschaften noch aus der Zeit der merowingischen Könige her.
Die Grafen mußten Gaugerichte abhalten (nach Karls Befehl jährlich dreimal),
die königlichen Hofgüter beaufsichtigen und den Heerbann im Kriege anführen.
Um nun diese Grafen besser beaufsichtigen zu können, schuf Karl noch das Amt der
Königsboten oder Sendgrafen. Diese wurden alljährlich im Frühjahre ernannt,
in der Regel je ein Weltlicher und ein Geistlicher für einen größeren Bezirk. Sie
hatten dann ihren Kreis zu bereisen und dem Könige Bericht zu erstatten über die
Grafen, Bischöfe, Klosterschulen, Hofgüter usp. In jedem Frühjahre wurde eine
Volksversammlung aller Freien abgehalten, das Maifeld. Hier wurde über Krieg
und Frieden, über Handel und Verkehr, über Gesetz und Recht beraten. Mit Karls
Eifer für die Ausbreitung des Christentums ging seine Sorge für die wirtschaftliche
und geistige Hebung des Volkes Hand in Hand. Allenthalben entstanden Bistümer
und Klöster; zur Heranbildung von Geistlichen und Beamten wurden Schulen errichtet.
Auch die Baukunst förderte er: Der Dom zu Nachen und mehrere Pfalzen
(Kaiserburgen) verdanken ihm ihre Entstehung. Ferner ließ er Handelsplätze anlegen
und Brücken und Kanäle bauen (den „Karlsgraben“ als Vorläufer des Donau-Main-Kanals!).
Zur Hebung des Ackerbaues ließ er Wälder ausroden, Sümpfe
austrocknen und Dörfer anlegen.
Zu Karls Zeit war das Land weit und breit noch mit Wäldern, Brüchen und Heiden
bedeckt. Nur hie und da ist der Wald gelichtet. Dort liegt auch das Dorf, umgeben von
goldenen Saatfeldern und grünen Auen. Felder und Wiesen sind umzäunt, damit das weidende
Vieh sie nicht beschädigen kann. Die Dorfmarken wurden in drei Schläge eingeteilt,
die abwechselnd in einem Jahr mit Winterfrucht (Roggen, Spelz), im zweiten mit Sommerfrucht
(Gerste, Hafer) bestellt wurden und im dritten als Weideland brach lagen. Man nannte
das Dreifelderwirtschaft. — Karkl selbst ging dem Landmanne mit gutem Beispiel voran
und legte auf seinen Krongütern Musterwirtschaften an. Hier kümmerte er sich um jede Kleinigkeit
und prüfte selbst die Rechnungen seiner Gutsverwalter (Meier). Jedes Ei, das verkauft
war, mußte genau eingetragen werden. — In seinen Gärten wurden neben Kümmel, Minze,
Salbei und Petersilie besonders Gurken, Kürbisse, Rüben, Kohl, Erbsen und Rettiche gezogen.
Als Zierblumen sah man Lilien und Rosen. Die Obstbäume wurden gepropft und
brachten edles Obst in Fülle, während der Bauer sich noch lange mit Holzäpfeln und Holzbirnen
begnügte.
Eigenes Geld besaß Deutschland vor Karl noch nicht. Was davon vorhanden
war, war römischen oder gallischen Ursprungs. Erst Karl d. Gr. errichtete Münzstätten
und ließ die ersten deutschen Silberpfennige prägen. Auch ein öffentliches
Maf führte er ein, das überall beim Verkauf angewendet werden sollte. — Steuern
waren zu Karls Zeiten noch unbekannt, wohl aber wurden die jährlichen Maigeschenke
bereits als Schuldigkeit angesehen.
13. Lehenswesen. Wenn die fränkischen Könige Land erobert hatten, so
nahmen sie den unterworfenen Edelingen ihre Acker. Mit einem Teil belehnten
sie ihre Krieger, den anderen behielten sie selbst und verwandelten den Besitz in
Krongüter oder Domänen. Doa sie aber die weiten Ländereien nicht selbst bewirtschaften
konnten, gaben sie Stücke davon ihren Getreuen zur Nutznießung. Das