Dr. Wolff. bos
Aber ich will damit durchaus nicht diesen Versuch in seiner Bedeutung
verkleinern. Ich will nur sagen, man soll den anderen doch
auch ihr Recht lassen.
In allen diesen Fällen handelt es sich aber um Maßnahmen
indididueller Art, insbesondere um den Hroßen Mißstand zu überwinden,
daß in so weitem Umfange die Jungen sich als ungelernte
Arbeiter der Industrie zuwenden, und daß ihnen die gründliche
Lehre sei es im Handwerke, sei es in der Fabrik, fehlt. Da sind ja
individuelle Maßnahmen sehr wünschenswert: Belehrung der Eltern
auf der einen Seite und auch Beihilfe in materieller Form, von der
hier aus Frankfurt die Rede war. Ich glaube aber, es liegt nicht
außerhalb des Rahmens, wenn ich auf einen anderen Weg hinweise,
der namentlich für solche Städte, die aufgewachsen sind auf dem Boden
der Fabrikarbeit, wo ein blühendes Handwerk sich erst bei höherer
Kultur in der Stadt eingestellt hat, doch viel mehr Erfolg verspricht.
Ich achte die Arbeit unserer Volksschule außerordentlich hoch, und ich
glaube, wir werden an ihrem Systeme nur schwer ändern können.
Aber die Städte können manche ergänzenden Maßnahmen ergreifen,
und die liegen in der Pflege des Hardkertigkeiteunterrichts in Nebenkursen
der Volksschule und in der Pflege des Zeichenunterrichts
neben dem lehrplanmäßigen Unterrichte der Volksschule, im Hinblick
auf das künftige technische Zeichnen. Ich glaube, daß durch intensives
Betreiben des Handfertigkeitsunterrichts in der Volksschule es
sehr wohl möglich ist, sehr viele Jungen für den Gedanken zu gewinnen,
in die Lehre, ins Handwerk einzutreten.
Es interessiert mich sehr zu hören, daß gerade die Stadt Düsseldorf
auf diesem Gebiete vorangegangen ist. Ich habe in Hagen mit
bescheidenen Anfängen die besten Erfolge davon gehabt. Die Jungen,
die im Handfertigkeitsunterrichte, beispielsweise mit Holzarbeiten sich
beschäftigt haben, gehen auch zu Tischlern in die Lehre, und ich
Laube, das ist ein außerordentlich günstiger Weg, anzuknüpfen an die
gänzungsarbeit der Volksschule.
w eferent Herr Privat-Dozent Dr. Wolff, Halle a. S. (Schlußort):
n sieine geehrten Damen und Herren! Ich kann mich sehr kurz
assen
Ich darf zuerst den Einwand, der von seiten der Großindustrie
mir gemacht worden ist, als erledigt ansehen. Es war durchaus nicht
meine Absicht, etwa zu bestreiten, daß in der Industrie Vöhrlinze
gebraucht werden. Im Gegenteil, ich habe ausgesprochen, daß d
Industrie Qualitätsarbeit bringen will und gerade in diesem neuen
Streben Lehrlinge sucht. Das habe ich ausgesprochen. Ich habe es
nur als bedauerlich hingestellt, daß die Organisation, wie sie zufällig
besteht, nicht ausreicht. Die Tatsache des Lehrlingsbedarfs steht felh
das Bestreben, Lehrlinge aussubilden, steht noch nicht fest.
Dann zu ein paar Einzelheiten in der Diskussion. Ich will ver
suchen, es rasch zu machen. Zuerst einmal soll ich ansgesprochen