Full text : Allgemeines Staatsrecht.

NAummer  38

Role  1  Anze

Dienstag,  16.  Februar  10185

 

11  Nahsc  inendemehren  10  2  Minenwerfern,  1
Broncemsee,  1  Nevolverkanoneo  und  aus  2
Pionierparks  zusammen,  die  neben  dem  verdliedensten
  Gerät  allein  mehrere  Tausend  Handgranaten
  enthielten.  Außerdem  siel  eine  grobe
Menge  von  Infanterie-Munition  in  die  Hand
es  Siegers.  Die  französischen  Truppen  gebhörten
  der  40.  Division  an.  Von  dem  Regiment
  155  und  einem  Batailton  des  Regiments
161,  die  in  vorderster  Linie  gestanden  hatten,
dürsten  nur  schwache  Reste  übriggellieben  sein.
Beteiligt  waren  serner  die  Regimenter  94,  150
und  360.  Die  deutschen  Verluste  betrugen  500

Unsere  schwäbischen  Truppen  waren  wunder-Tar
  „drauf“gegangen,  trotz  des  vorangeganenen
  langen  Liegens  und  Harrens  in  den
Schützengräten.  Welcher  Geifß  diese  Truppe,  beseelte,
  das  wird  am  besten  durch  das  Verhalten
  des  Olerleutnants  Fischinger  rom  Regiment
  Kaiser  Wilhelm  Nr.  120)  bewiesen.  Dieser
  Ossfizier  war  bereite  zweimal  verwundet
n  orden.  Nack  einem  Lungenschuß  im  Dezem-=ber
  zur  Truppe  zurückgekehrt,  traf  ihn  ein
Granatsplitter  in  den  Rücken.  Diese  leichtere
Verletzung  wollt  er  im  Schützengraben  „auskurieren".
  Als  sich  Aibpensellentzündung  einsiellte,
  kam  er  ins  Lazarett.  Dort  erfuhr  er
am  Alend  des  28.,  daß  am  näcksten  Tage  gestürmt
  werden  sollte.  Nun  hielt  es  ihn  nicht
länger  in  der  Krankenstube.  Er  sexte  sich  auf
das  Pferd  einer  im  Lazgarettorte  befindlichen
Fuhrparklotonne,  ritt  nächtlicherweile  los,  traf
4  Uhr  morgens,  nachdem  er  20  Kilometer  zu
Pferde  zurückgelegt  hatte,  im  Schützengraben
ein  und  übernahm  hier  seine  Kompanie.  Nachdem
  er  diese  mit  hervorragendem  Schneid  und
Ersolg  geführt  und  zum  Gelingen  des  Sturmes
  nickt  wenig  beigetragen  hatte.  kehrte  er
wieder  ins  Lazarett  zurück,  wo  er  jeht  (4.  Februar)
  nock  krank  liegt.

Schulbefrelungen  an  Vol's-  und
Forkdildungsschulen.

München.  134.  Febr.

Die  Bestellur  ig  der  landwirtsch  ajtlichen  Grundstüde
  ist  im  Hinklid  auf  die  Vollsernährung
während  des  Krieges  im  laufenden  Frühjahre
von  ganz  besonderer  Bedeutung,  und  es  ist
michtig,  daß  die  Ausnützung  der  verfügbaren
Flächen  im  weitesten  Umfang  und  möglichst
gründlich  ersolgt.  Um  die  Heranziehung  der
rolks=  und  fortbildungsschulpflichtigen  Jugend
für  solche  Dienste  zu  ermöglichen,  ergehen  folgende
  Anordnungen:

1.  Die  für  die  Entlassung  aus  der  Volkshaupt-
  und  Volksfortbildungsschule  vorgeschriebenen
  Prüsungen  sind  mit  tunlichster  Beschleunigung
  vorzunehmen.  Abkürzung  des  sonst  üblichen
  Prüfungsverfahrens  ist  zulässig.  Die
Prüflinge  sind  nach  Bestehen  der  Prüfung  aus
der  Volkshauptschule  oder  aus  der  Fortbildungssckule
  sogleich  zu  entlassen.  Die  Prüflinge
  der  -olkahaunt4chule.  unterliegen  fortan
der  Fortbildungsschulpflicht

2.  Die  Lokal=  und  Bezirkssckulinspeltoren

werden  ermäck  igt,  die  Volkshauxt-  und  Volksfortbildungssckulpflichtigen,
  deren  Dienste  bei
der  Frühjahrefeld=  und  Gartenbestellung  oder
zur  Entlastung  von  hierbei  in  Anspruch  genommenen
  Arbeitskräften  benötigt  sind,  nach
Bedarf  rom  Schulbesuche  zu  befreien.
:  Sinkt  durch  die  notwendigen  Schulbefreiungen
  die  Schulerzahl  einer  Schule  oder  einzelner
  Klassen  so  weit  herab,  daß  ein  ord
nungemäßiger  S  ulbetrieb  sich  nict  mehr  lohnt,
so  können  die  Lolal=  und  Bezirksschulinspeltoren
  die  Aussetzzung  des  Unterrichts  ganzer
Schulen  oder  Klassen  vertügen.

Das  Bedürfnis  der  Mithilfe  von  Schulpflichligen
  bei  der  Frühjahrsfelorestellung  wird  je
——————

wurde  beobachtet,  so  daß  er  Ceder  durch
Klopfen  oder  sonst  welche  Knisse  Nachricht  von
der  Außenwelt  einvfangen  konmie.
Da  geschab  in  der  Nacht,  die  dem  Tage
solgle,  an  dem  Vreilschwert  den  langen  Brief  für
Kluge  abgeschuckt  U###le.  elwas  gaus  Eigentümiches.
  Der  Gzefangenenaufseher  bemerlie.  daß
sich  das  Zellentenster  in  bestmmtetz  Zwischenräumen
  eigentümlich  erbellte  und  #ort  begab
er  sich  zu  dem  Vorsieher  der  Ableilung,  ihm
davon  Mitleilung  zu  machen  und  deeser  ließ  ohne
Veriug  Breitschwert  pecken.
Eine  aigentuml#  he  Spannung  bemächtigte
sich  des  freiwilligen  Poli#isten,  als  er  von  jener
seltsamen  Erscheinung  hörte  und  er  lonnte  nicht
schnell  genug  in  die  Kleider  kommen,  um  die  Beobachtung
  des  Aufsehers  mit  eigenen  Augen  zu
ehen.
r  Es  war  dunkel  in  den  langen  Gängen  des
Gesängnisses.  Trübe  brannten  von  zwanzig  zu
zwanzig  Schritt  die  Pelroleumlampen  und  war  n
hier  und  da  ein  eigentämtiches  Licht  uf
blanken  Waschbecken  der  Gefangenen,  die  an  der
Wänden  in  ihren  Henen  hingen.  WMeiche
A#uematten.  bedeckten  Fußboden,

eamten  des  ichenu  46  iriuschlos  au  jede
Zeche  der  beranschleichen  gonny  ten.  einsiger

aut  dem  stillen  Raum  bebschmrn,
feste,  A#gelmösnge,  Schritt  des  Nachtpostens,  der
mit  geladenem  Revolver  in  den  Außengängen
langsam  auf  und  ab  patroullierte.

Drunten  im  Hof  war's  no  —  und
Lnsesbhe.  9  Mauern  schlossen  das  Geverschr

  schb  von  der  Außen
33  u  eboch  gewachsene  Sohn
bayerischen  bini  der  mit  selner  blauen  Unisorm,
  den  Oelm  auf  dem  Konf,  das  scharf  geladene
Gewehr  unterm  Arm,  sohläfrig  um  das  Zellen- 



 

 

—.
12

 

 

nach  den  klimatischen  Verhältnissen  der  ein.
zelnen  Orte  und  je  nach  der  Art  der  anfallenden
  landwirtschaftlichen  Arbeiten  zeitlich  sehr
verschieden  sein.  Doch  darf  angenommen  werden,
daß  die  fraglichen  Arbeiten  bis  1.  Mai,  dem
Beginn  des  neuen  Schuljahres  bei  den  Landsckhulen,
  in  der  Hauptsachr  im  ganzen  Lande
beendet  sein  werden.  Die  den  Lokal=  und  Bezirkeschulinspektoren
  erteilte  Ermächligung  gilt
demnach  nur  bis  zu  diesem  Teitpunkte.  Von
da  ab  ist  auf  dem  Lande  ohnebin  zumeist  Halbschule,
  so  daß  die  Schulpflichtigen  zur  Mitbilfe
  bei  landwirtschaftlichen  Arbeiten  noch  in
hinreichendem  Maße  verwendet  werden  können.
Sollte  sich  an  einzelnen  Orten  dennoch  ein  Bedürfnis
  für  Schulbefreiungen  in  weiterem
Mahße  über  den  1.  Mai  hinaus  ergeben,  so
werden  die  Kgl.  Kreisregierungen,  Kammern
des  Innern,  ermäck  tigt  auf  Ansuchen  entsprechende
  weitere  Schulbefreiungen  zu  gewähren.

Die  vorstehenden  Anordnungen  sind,  soweit
veranlaßt,  auch  auf  die  gewerblichen  Fortbildungeschulen
  und  auf  die  Berufssortbildungsschulen
  sinngemäß  anzuwenden.

Vof  aab  Feesndinscheichten.

München.  14.  Febr.  Der  König  ist,  vom
westlichen  Kriegsschauplatz  zurücklehrend,  mil
dem  Kriegsminister  und  den  Herren  des  persönlichen
  Gesolges  gestern  abend  mit  Sonderzug
  in  Münckhen  eingetroffen.

Berschledse#se  Narhrichten.

Mailand,  14.  Febr.  Während  in  Tirol,
Kärnten  und  Oberitalien  in  den  letzten  Tagen
riesige  Schneemassen  niedergingen,  so  daß  der
ganze  Telegraphenverkehr  gesperrt  war,  berrschte
im  übrigen  Italien  Unwetler,  das  überall  gron
ßen  Schaden  anrichtete.  In  Avezzano  wurde  ein
Barackenlager,  in  dem  Ueberlebende  vom  Erdbeben
  ein  notdürftiges  Unterkommen  gefunden
hatten,  von  dem  angeschwollenen  Fluß  weggerissen,
  in  Bisa,  Bologna  und  anderen  Ortenverursackten
  gleichfalls  Ueberschwemmungen
große  Verheerungen.  In  Cadore  sind  30  Dörjser
  infolge  Lawinenfalles  isoliert.  Nach  einer
Meldung  aus  Cuneo  in  Piemont  wurde  in  der
Gemeinde  Tenda  eine  Baracke,  in  der  sich  eine
Anzahl  Arbeiter  befonden,  von  einer  Lawine
begraben.  Bisher  zog  man  15  Leichen  heraus.
Die  ungeheuern  Schneemassen  erschweren  die
Bergungsarbeiten.  Infolge  Regengüsse  sind
mehrere  Flüsse,  darunter  der  Arno,  Reno  und
Bisenzio  im  Steigen  begriffen.  Der  Tiber,  der
in  Umbria  über  die  Ufer  getreten.  ist  und  Felder
  überschwemmt,  zeigt  auch  in  Nom  ein  starkes
  Anwachsen.  Mehrere  Orte  oberhalb  und
unterhalb  der  Stadt  sind  überschwemmt.

Künchener  Aeulplellen

München.  14.  Febr.  Der  Kriegsausschuß
für  Konsumenteninteressen  in  München  ertlarle
sich  nach  eingehender  Würdigung  aller  Gründe
  der  Brauereien  und  Besprechung  mit  den
beiden  Wirte-Organisationen  gegen  die  geplante
  Bierpreiserhöhung  und  beschloß,  dagegen
  nachdrücklichst  vorzugehen.

Grenzlande.

Kufstein,  14.  Febr.  Die  serbischen  Zivilgejangenen
  soheinen  sich  hier  einer  besonderen
Verhätschelung  zu  erfreuen.  Der  „Tir.  Grenzbole“
  bericktet:  „So  unglaublich  es  auch  llingen
  mag,  aber  es  ist  Tatsache!  Droben  auf
der  Dur  kann  man  jetzt  täglich  den  lerbischen
Fabrikbesitzer  beim  Slilauf  sehen.  Er  wird
unter  solchen  Umständen  wohl  selbst  daran
zweifeln,  daß  er  sich  in  Kufstein  noch  in  Gegesängnis

  herumschritt,  bemerkle  wohl  auch  den
eigentümlichen  Lichtschein,  der  gespenstergleich  über
die  Zelleufenster  binhuschte,  aber  über  Lichtschein
stand  nichts  in  seiner  Instruktion  und  wenn  die
Glocke  ein  Uhr  schlug,  kam  der  auffuhrende  Gefreite
  mit  der  Ablösung  und  der  Posten  dachte
vielmehr  an  ieine  vier  Stunden  Schlaf,  die  ihm
bevorstanden,  als  an  die  Gesangenen,  die  a  do
nicht  ausbrechen  konnten,  ohne  daß  er  es  bemerkt
und  mit  der  unsehlbaren  Sicherheit  des  oberbayriseyen
  u###pünen  das  Verderben  bringende
Gewchr  aus  den  *8  abgeschosseu  hätte.
Breitschwerts  ugen  glühten  und  der  Ableilungschef
  fragte)!
P  e
17  ae  Doktor  war  nicht  geneigt,  Antwort
zu  geben,  scnttete  ruhig  den  Kopf  und  ging
weiter.  An  der  ersten  inneren  Korridortür,  die
die  nächtlichen  Wanderer  erreichten,  stand  der  Aufseher
  militärisch  stramm  und  zmeeldeter
„Korridor  sieben  nichts
Darauf  verschwand  der  ege.  im  Schloß
und  das  eiserne  Giner  öffnete  sich,  um  die  drei
Männer  in  das  Innere,  in  die  nächste  Verbindung
mit  den  Gesangenen  zu  brin  2
ist  wach,“  flüsterte  r  Aser.  Doktor
Breitschwert  zu,  „sehe  er  hat  o  gelegt,
eß  er  bequem  das  u  seiner  Melie  brobicchurn

re:  gut,“  antwortete  Breitschwert  und
verließ  ohne  ein  Wort  zu  sprechen,  seinen  Beobachtungsposien.

o  wollen  Sie  denn  Ichind

möchte  auf  den  Boben  des  Gefängnisses,
wenn  Sie  mich  begleiten  wollen,  damit  ich  aus  der
Dachluke  sehen  ka

Der  Es  lr  schüttelte  den  Kopf,  aber  es
war  ihm  von  seiner  vorgesetzten  Bebörde  die

 

 

 

 

 

fangenschaft  befindet;  er  hat  ja  ein  Leben  herrlich
  und  in  Freuden,  viel  besser  als  unsere  armen
  österrtichischen  Staatsangehörigen  im
feindlichen  Auslande,  die  die  unglaublichsten
Drangsale  und  Entkehrungen  zu  erdulden  haben!
  Erst  kürzlich  kam  in  Passau  wieder  ein
Trupp  solcher  geprüfter  Menschen  an,  die  als
Oesterreicher  in  englischen  und  russischen  Kon
zentrationslagern  die  ärgsten  Leiden  zu  ertragen
  hatten.  Und  bei  uris  in  Tirol  treiben  die
Herren  von  der  slawischen  Fürstenmörderbande
Wintersport!  Die  Herren  Serben  (natürlich
nur  die,  welche  über  Mittel  versügen,  die  anderen
  stehen  unter  strenger  Aussicht  und  müssen
  arbeiten),  bewegen  sich  frei  in  der  Stadt
und  im  Wirtshaus,  als  wären  sie  Wintersportsgäste.
  Sie  scheuen  sich  nicht,  sich  mit  den
verwundeten  Soldaten  in  ihrer  Muttersprache
zu  unterhalten,  und  man  sieht  sie  sogar  in  Ge
sellschaft  junger  Mädchen.  Diese  Justände  sind
im  höchsten  Grade  ärgerniserregend  und  verlangen
  nach  Abhilfe.  Jedenfalls  werden  die
Namen  der  nichtswürdigen  Frauenzimmer,  die
wieder  in  Gesellschaft  von  Serben  gesehen  werden,

  der  Oeffentlichkeit  preisgegeben.“  In
einem  Nacksatz  berichtet  dann  das  gleiche
Blatt:  Diesenigen  Zioilgefangenen,  die  sich  hier

"frei  bewegen  konnten,  in  Gasthösen  oder  Pri
vatquartieren  wohnten  und  sich  durch  freches,
ungebührlia  Benehmen  auszeichueten,  wurden
  nun  wieder  auf  der  Festung  interniert.

Kes  cire  Drrran

Uiesersfelden,  15.  Febr.  Ein  seltenes  Fest
feierte  am  15.  Februar  Frau  Babette  Guz,  die
seit  25  Jahren  im  Dienste  der  Familie  von
Bippen  steht.  Direkt  aus  der  Fabrik  kam  sie
als  junges  Mädchen  in  dieses  Haus  und  hat
sich  durch  große  Geschicklichkeit  und  Fleiß  zu
einer  hervorragenden  Köchin.  ausgebildet.
Möchte  sie  der  jungen  Generalion  ein  leuchtendes
  Beispiel  der  Anhönglichkeit  sein.  Besonders
  in  diesen  schweren  Jeiten  ist  ein  Zusommenhalten
  und  Sichfügen  in  alle  Lebenslagen
  u.  ein  sparsam  geführles  Häuswesen  besonders
  nötig.

Vernau,  14.  Febr.  Der  französische  Soldat
  Dopidot  aus  Mulins,  der  sich  in  deutscker
  Gefangenschaft  in  Bernau  am  Chiemsee
lefindet  und,  wie  bereits  gemeldet,  gegen  das
ehrenwörtliche  Versprechen  der  Rücklehr  vom
Deutschen  Kaiser  die  Bewilligung  zum  Besuch
einer  unterdessen  in  Südfrankreich  verstorbe-=nen
  Mutter  erhalten  hatte,  ist  am  Mittwoch
wieder  in  die  deutsche  Gesangenschaft  zurückgekehrt.


 

—

 

colalnachtichten.
Rosenheim,  15.  Febr.

Auszeichnungen  im  Felde.  Der  Kal.
Reallehrer  Herr  Dr.  Seemann  von  Rosenheim
ist  mit  dem  Eisernen  Kreuz  ausgezeichnet  worden.
  Vor  einigen  Wochen  wurde  ihm  bereits
der  Militärverdienstorden  4.  Kl.  verliehen.  Unser
  herzlich  ster  Glückwunsch!

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen
st,  wie  schon  berichtet,  Herr  Journalist  Betz,
Schwiegersohn  des  Bern  Salinamtslassiero
Schiller  in  Rosenheim.  Wie  der  Kommandeur
des  Bataillons,  in  welckem  der  Gefallene  stand,
den  Angehorigen  mitteille,  war  die  Verzögerung
der  Todesmeldung  darauf  zurüdzuführen,  daßz
erst  jetzt  die  Vervollständigung  der  einschlägigen
  Papiere  möglich  wurde.  Vor  einigen
Tagen  trafen  auch  die  Nachlaßgegenstände  des
Gefallenen  bei  der  Familie  Schiller  ein.

Beschlagnahme  der  Habervorräte.
Der  Bundesrat  hat  durch  Beschluß  vom  13.
Februar  die  Beschlagnahme  der  gesamten  Habervorräte
  vom  16.  Februar  ab  verfügt.  Nur

 

ganz  geringe  Bestände  von  weniger  als  einem
Doppelzentner  bleiben  von  der  Beschlagnahme
frei.  Ferner  wird  trotz  der  Beschlagnahme  Landwirten
  und  Pierdehaltern  die  Verwendung  des
erforderlichen  Saatgutes  und  eines  zur  Erhaltung
  ihrer  eigenen  Pferde  unbedingt  nöligen
  Miweesiguantune,  das  vorläufig  auf  drei
Doppelzeniner  für  jedes  Pferd  für  den  Zeitraum
  bis  zur  nächsten  Ernte  bemessen  ist,  gestattet
  bleiben.  Um  die  Pferde  allmählich  an
die  Verminderung  des  Hafersutters  zu  gewöhnen,
  soll  für  die  Uebergangszeit  vorerst  bis
zum  1.  März  noch  ein  Zuschlag  von  einem
Kilogramm  für  den  Tag  und  das  Tier  ge
währt  werden.  Da  cs  den  Landwirten  nötig
sein  wird,  statt  des  Habers,  der  ihnen  zu-Zunslen
  der  Heeresverpflegung  entzogen  wird,
lostspielige  Ersatzfuttermittel  zu  kaufen,  um
ihren  Tierbestand  durchhallen  zu  könncn,  so  ist
gleichzeitig  eine  entsprechende  Erhöhung  der
Höôchstpreise  für  Haber,  und  zwar  um  50  M.
für  die  Tonne,  beschlossen  worden.

lusmahlung  von  Vrotgetreide.
Die  Regierung  erließ  solgende  Anordnung:
Bei  der  Herstellung  von  Roggenmehl  und  von
Weizenmehl  ist  das  ganze  Mahlergebnis  ohne
das  Auszugemehl,  falls  solches  besonders  gejogen
  wird,  und  ohne  die  Kleie  von  den  Müllern
  zu  einer  einheillichen  Mehlsorte  so  zu  mischen,
  das  das  Ergebnis  der  einzelnen  Mahlgänge
  nicht  mehr  unterscheidbar  ist.  Zuwider
handlungen  gegen  diese  Anordnung  werden  mit
Geldstrafe  bis  zu  1500  Markl  oder  mit  Gefängnis
  bis  zu  drei  Monaten  bestraft.

Privatpakete  nach  dem  Feldheere
im  Einzelgewicht  bis  10  Kilogramm  sind  vom
22.  Februar  bis  auf  weiteres  dauernd  zur  Annahme
  durch  die  Post  zugelassen.  Eingeschriebene
  Paletsendungen  und  Paletsendungen  mit
Wentangalt  sind  von  der  Annahme  ausge
schlossen.  Die  näheren  Bestimmungen  Bicrüber,.
iowie  über  den  gleichzeitig  zugelassenen  Fracht
gutverkehr  nac  dem  Felde  werden  demnächn
bekannt  gegeben.

Ueber  die  Personenkontrolle  am
Kufsteiner  Bahnthof  lausen  sortwährend
Klagen  von  Reisenden  ein,  die  sich  über  die  ihnen
zuteil  gewordene  unfreunolicke  und  unhöfliche
Behandlung  bei  der  Kontrolle  besckweren.  Dies
sollle,  so  schwierig  auch  die  Ausübung  dieser
Amtspflictt  sein  mag,  an  einem  Grenzbahnhos##
wie  Kusstein  nicht  vorkommen.  Wie  unangenehm
der  scharfe  Paßzwang  au  unserer  Grenze  in  der
Bevölkerung  #upfunden  wird,  zeigt  ein  dieser
Tage  im  „MA.  T.  Anz.“  erschienenes  „Eingesendet“.
  Es  heißt  da  u.  a.:  „Sind  wir  denn  min
Deutsckland  im  Krieg?  ?  So  fragt  man  sich  unwillkürlich.
  Es  ist  doch  ausgeschlossen,  daß  jeder
einzelne,  vornehmlick  aus  der  ländlichen  Bevölkerung,
  in  der  Lage  L  sich  einen  Paß  zu  verschaffen.
  Nic  ier  v§Gd5#  e.  ru  zicg,  da  so
viele  Arbeit.  eln,  die  Itunden;
oder  #lagelang  Mege  zu  macken  um  Pbotgraphen,
  zur  Bezirlshauptmannsckaft.  Viele

Familien  haben  ihre  allernächsten  Verwandten
Aben  über  der  (Grenze;  es  ist  ihnen  nicht  erlaukt,
  dieselben  ohne  Paß  auszusuchen.  Wird
drüben  jemand  krank  und  versucht  der  Verwandte,
  vielleicht  das  cigene  Kind  über  die
Crenze  zu  kommen,  so  ist  es  traurig  genug  für
ihn,  hören  zu  müssen:  „Es  tut  mir  leid,  so
gut  ch  Sie  kenne,  so  gern  ich  Ihnen  alles  glaube.
es  ist  mir  nicht  erlaubt.“  Soll  rasch  ein  Arzt
zur  Stelle  sein.  der  nächsie  ist  jenseils  der
GErenze:  man  darf  nicht  hinüber.  Es  bricht
ein  Brand  aus  und  die  Nack  bargemeinde  über
der  Grenze?  Darf  sie  kommen  und  helfen?
Ja,  wir  an  der  Grenze,  an  der  reichedeutschen
Grenze,  wir  sind  so  halb  und  halb  Internierte.“

Welche  Kälber  und  Schweine  dürfen
  jeht  nicht  geschlachtet  werden?
Das  Schlachten  (gewerbliche  und  Hausschlacklung)
  von  Kälbern  im  Alter  von  weniger  als- 



m————————

Weisanc  geworden,  unbedingt  aue  Wünsche  Breitschwerts
  zu  erfüllen  und  deshalb  führte  er  den
seltsamen  Mann  auch  auf  den  Voden  des  Zellengesängnisses.


Breilschwert  hob  ein  Dachsenster  aus  und
blickte  scharf  in  die  Nacht  binaus,  bis  er  einen
leuchtenden  Punkt  auf  dem  Tach  eines  anderen,
ziemlich  entfernt  licgenden  Hauses  bemerlt  hatte,
der  in  Luregelimäßtigen  Zwischenräumen  erschien
und  wieder  verschw

*  nen  Se,  3  e  lönnen  Sie  mir
sagen,  k  cta  dieser  Lichtschein  domiziliert  ist2

u  nicht,  aber  wir  lönnen  ihm  ja  nachgehen.“


as  können  wir  sreilic,  jedoch  scheint  es  mir
kur  5##b#  nicht  opportun.  Bitle,  leuchten  Sie  mir
och  einen  Moment.

Breitschwert  zog  sein  Notizbuch  aus  der  Tasche
und  machte,  mit  den  Augen  auf  dem  verschwindenden
  und  wieder  berscheinenden  Lichlpunkt,  Striche
und  Punlte  a  s  Papier  und  blieb  so  wohl
eine  halbe  Sausdd  bis  der  Lichtschein  vollkommen
verschwunden  war.

„So,  ich  danke  schön,“  sagte  Breitschwert,
verließ  ohne  ein  Wort  zu  sagen,  seinen  Standort
und  eilte  in  langen  Sprüngen  die  krrppell  siunnen

Der  Abteilungsvorsteher  rief  i#

„Aber  lieber  Tostor,  wollen  Sern  mir  u  he4  eine
lleine  nlärung  «

Breitschwert  Hrte-  ihn  nicht  mehr,  er  hatte
bereits  den  Hof  erreicht  und  war  an  dem  schweigenden
  Posten  augelommen,  der  ihm  die  Mündung
seines  Gewehrs  vor  die  Brust  hielt  und  ihn  nicht
weiter  ließ.

„Mein  Sohn,  du  siehst  doch,  daß  du  einen
Beamen  §r  dir  *  und  keinen  Verbrecher.=n

  a  sag'n  —  wanns  net  stad
bleibe  u,  a  1  Sh#a  eins  naufs.=Du#

  bist  ja  ein  sehr  braver  Bursche,  aber  du
weißt  nichl,  das  für  mich  jede  Minnte  kostbar  ist.“
do  5  Ee  alaab  i  schon,  aber  furt  lommens

och  net
Glullicherweise  erschien  jetzt  der  Abteilung
dirigent  und  machte  dem  biederen  bayeris  chen

 

Inianteristen  klar,  daß  der  Oerr  Doktor  lein  Verbrecher,
  sondern  ein  Mitalicd  der  Giebeimpolien“
sei  und  er  ihn  ungestort  zichen  lassen  möge,  woram
der  *  ruhig  Kehrt5  machte  und  seinen  Pa.
trouillengang  sorliehtle

Wollen  Sie  mir  nicht  eine  lleine  Aufllärung
geben?  Sie  lönnen  sich  doch  denken,  daß  ich  mid
firberhaft  intereisiere.

„Nun,  Sie  verflehen  doch.
Gesan  genen  vermitielst  eines
richt  von  außen  erhalt.  ze  nach  dem  der  Stral!
langer  rder  lurzer  anbielt,  wmurde  der  Anedru
von  Auchstaben  errei.  Ich  neimne  an.  es  sind
die  einsathen  zeichen  der  NMeieten  Iclegraphit
und  habe  darum  auck  die  langeren  Lichtesselte  durck
Syiche,  die  lurzeren  durch  Runlie  marliert.  O#
ich  recht  habe,  weiß  ich  nicht,  jedensalle  birte  #:
scharf  zu  brobahten  und  leinen  der  Cejangenen
auch  nur  ahnen  zu  lassen,  daß  dieser  raffinierle
Versländigungsmittel  von  uns  enldeckt  ist.“

„Tonnerwetter,  sind  Sie  ein  scharfsinnigc#

Mann
hn  gehört  gar  lein  Scharssinn.  B
braucht  lediglich  zu  beobachten  und  sich  in
Seele  der  Verbrecher  zu  hesieken.  das  idn
als  wahrscheinlich  zu  booreisen,  das  i½mu#arl:
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