Full text : Zeitschrift für die gesammte Staatswissenschaft. Neunter Band. Jahrgang 1853. (9)

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Komm!

Max,  komm!

Setz  Supp  zu!

Fangt  när  ball  al

Zieh'n  Pantoffel  al  (Mau.)

Der,  der  den  letzten  Schlag  tut,  hat  den  „Banselhahn“  geschlagen,
und  schnell  rufen  die  anderen  Drescher:  „Schnaps  her!  Schnaps  herl“",
den  jener  holen  und  bezahlen  muß.  Der  Hausherr  gibt  einen  kleinen
Imbiß,  die  sogen.  „Flegelmohlzett,“  auch  Banselhahn  genannt  (Ehr.)

Kartoffel.

Ein  altes  Verschen  heißt:

„Legst  du  mich  im  April,
Komm  ich,  wenn  ich  will;
Legst  du  mich  im  Mai,

Da  komm  ich  glei!“  (A.)

Bei  Vollmond,  am  grünen  Donnerstag  gelegte  Kartoffeln  geraten
gut  (Kö.).  Wachsen  und  Gedeihen  nicht  nur  der  Pflanzen,  sondern
auch  der  Tiere  leitete  man  schon  in  Griechenland  und  anderwärts  bei
den  Indogermanen  von  dem  zunehmenden  Monde  ab.  Vormittags
gelegte  Kartoffeln  geraten  besser  als  an  Nachmittagen  gelegte.  Bei
abnehmendem  Monde  sollen  sie  nur  nachmittags  gelegt  werden  (Ri.  6645).
Bleiben  Samenkartoffeln  übrig,  so  steht  eine  reiche  Ernte  in  Aussicht
(M.).  Das  häufige  Vorkommen  der  Schüsselflechte  kündet  ebenfalls
einen  reichen  Ertrag  an  (M.).  Fällt  bei  der  Kartoffelernte  Schnee,  so
werden  im  nächsten  Jahr  mehlreiche  Knollen  (Wo.).  Am  15.  August
chbcee  oder  „gerührte"“  Kartoffeln  wachsen  schneller  (Schö.,  Mau.
Vgl.  664).

Um  Annaberg  werden  Kartoffeln  gelegt  zwischen  dem  19.  April
und  30.  Mai,  sie  blühen  zwischen  dem  19.  Juli  und  4.  September  und
werden  geerntet  zwischen  dem  22.  September  und  30.  Ok-“tober.  (Nach

Frisch.)
Kraut,  Rüben,  Klee.

Auf  den  Tisch,  wo  der  Krautsame  liegt,  darf  kein  Brot  kommen,
sonst  kommen  Raupen  ins  Kraut  (Kl.).  Das  geschieht  auch,  wenn
jemand  auf  dem  Krautacker  ißt  (Kl.).  Gegen  Raupenfraß  „beläuft"“
man  unter  dem  Auslauten  des  Kreuzes  bei  einer  Beerdigung  so  schnell
wie  möglich  drei  Ecken  des  Feldes  und  spricht:  „Ihr  Raupen,  geht  alle
mit  zur  Leiche!“  Die  Raupen  ziehen  dann  zur  vierten  Ecke  hinaus
(Frk.).  Oder  man  umgeht,  ebenfalls  bei  einem  Begräbnislauten,  dreimal
  das  Feld,  dabei  einen  Ausgang  lassend,  und  spricht  ein  Vaterunser
oder  die  Worte:  „Geht  der  Fuchs  aus  der  Haut,  kommen  die  Raupen
aus  dem  Kraut!“  (Mau.).  Oder  man  fängt  an  drei  Ecken  des  Ackers
je  eine  Raupe,  steckt  sie  einzeln  in  ein  Säckchen  und  spricht  jedesmal
dabei:  „Dich  will  ich  sacken,  ihr  andern  müßt  euch  packen!“  Darauf  wird
das  Säckchen  in  die  Esse  gehängt.  Mit  dem  Tode  der  darin  befindlichen