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Frevels allzu unerhört erscheinen, als daß er diesen Glauben
fassen konnte.
Und dann entfesselte der philosophische König das Ungeheuer
des Fanatismus. Die Religion ist ja doch nun einmal nach seinem
Ausdrucke das geheiligte Vorurtheil des Volkes: es konnte hier
sehr nützlich werden. „Zwei Drittel von Schlesien,“ erzählt er,
„bestehen aus Protestanten, welche lange durch den östreichischen
Fanatismus unterdrückt, den König wie einen vom Himmel gesandten
Heiland ansahen.“
Es ist abermals und immer bei jedem Worte dieses Königs
die Frage, ob und in wie weit es Wahrheit war. Die größte und
wichtigste Stadt in Schlesien war Breslau. Sie stand nicht da
wie eine freie Stadt des deutschen Reiches, die nur den Kaiser
als Oberherrn erkannte: sie erkannte über sich den Kaiser als
Herzog von Schlesien, seine Tochter Maria Theresia mithin als
Herzogin. In dieser Stadt Breslau war der Rath protestantisch.
Er duldete keinen Katholiken als Mitglied. Dieser protestantische
Rath von Breslau erwies sich nachher als getreu östreichisch gesinnt,
so daß der König es für nöthig fand ihn erst durch sein
Königswort in Sicherheit einzuwiegen, dann unversehens die Stadt
zu überrumpeln und auf diese Weise den Eid der Treue gegen
sich zu erzwingen.!) Es ist möglich, daß in anderen Orten des
Landes die Protestanten nicht gleiche Rechte mit katholischen Einwohnern
hatten; allein es fällt uns schwer an einen Fanatismus
des Landesherrn da zu glauben, wo die Obrigkeit einer Stadt
den Bekennern der Religion ihres Landesherrn eben wegen dieses
Bekenntnisses nicht gleichen Antheil an den bürgerlichen Rechten
verstattet, und dieses Ausschließen unangefochten aufrecht hält.
Es ist dasselbe Verhältnis, wie wir es im dreißigjährigen Kriege
so oft ersehen. Die verschiedenen Religionen sind da; aber die
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1) Oeuv. II. 83.