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        <title>Die Reichsbank 1901-1925.</title>
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        Die  Reichsbank

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        Inhaltsverzeichnis

Erster  Teil:
Geschichtlicher  Überblick

Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

Einleinnnnnnnnnnnnnggg  „
Die  wirtschaftliche  Entwicklenaaa
Reichsbank  und  Geldmarkt...  ......  ..  ...
Kreditbedarf,  insbesondere  an  den  Zuortalsterminen  d
Eiro=  und  Abrechnungsverkenrn
Diskont=  und  lombardpolitische  Maßnamen
Die  Bankenauten  -........
DieVerössentlichungvonZweimonatsbilanch..................·....
DieBankgeletznovellevom1.Juni1909...·.......................
ZulammenichlußimBankgewerbe..............................
DagDevtsengefchäft....................................

Die  Reichsbank  im  Weltkriege

I.  Der  Ausbruch  des  Krieges

Die  Gesetzgebung  vom  4.  August  1914.  z  ,,,  n???y?..;;;
Die  Befriedigung  des  Kreditbddaffrren::::::

a)  des  Reichhssss;UU„;;„  „  „„.

b)  der  Bundesstaaaingn

Tc)  des  Verkeerrnn  D
Diskontierung  von  Anerkenninissen  der  Aushebungskommissarururrrrr
Die  Darlehnskassen
Zur  Frage  des  Moratoriimmmmee
Die  Regelung  des  Jahlungsverkehrs  .............................
DetDinontfatz......................................

DieWittichaftslage....................................
DieKrediteandqueich..................................
DieKrediteandieWiriichaft................................
DieLombatdanlage......  95  ,........
DerNotenumlauf.....................................
DieEntwicklungdeSGoldbeftandes.....................·.......
DerBestandanScheidemiinzm...............................
DerMetallbeftand......................  -....·..........
DerBeftandanReichskanenicheincn..................  .'...........

DieBeiotgungdetGeschäftederDarlehngkassen.......................  -

DetBeftandanDarlehnskassenfcheinen......-...................
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        IV  Inhalt

Selte
Die  Bardeckung  der  Noten..  .  .  68
Die  Förderung  des  bargeldlosen  Zahlungsverkbenssnn  69
Die  Abrechnungsstellln.::::::  75
Die  fremden  Gelder,  der  Giroverkern  7
Der  Absatz  von  Schatzanweisugen  78
Vorbereitung  des  Kapitalmarktes  für  die  Emission  der  Kriegsanleihen  .............  79
Die  Kriegsanleihen;;  31
Sonstige  Geschäfte  der  anmnnnn.  85
Die  Entwicklung  der  deutschen  Vallaa  .........  85

Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark
(1918—1923)
Die  wirtschaftliche  Lagg.  .........  91
Die  Bankgeseggebung...w  ....  94
Die  Kreditgewährung  an  das  Reicch..  ....  102
Sonstige  dem  Reich  geleistete  Dienstetet  .......  104
Die  Kreditgewährung  an  die  Privatwirtschaft..  ........  .  ...  109
Diskont=  und  Lombardsss-ssssssseee6  114
Der  Zahlungsmittelumlauff.  ..........  114
Der  Zahlungsverkehr  mit  dem  Auslaoaden  127
Der  Gold=  und  Silberbesnnd  136
Scheidemünzen.w  .......  .  ....  139
Reichskassen=  und  Darlehnskassenschhinnnr  140
Die  Abrechnungsstellen:::  140
Die  fremden  Gelder,  der  Giroverker  142
Sonstige  Geschäfte  dr  BBllllI  144
Die  Stabilisierung  der  Mark
Fortschreitende  Entwertung  der  Mwarrrrywywhwyhyhyyyyy  145
Wirtschaftliche  und  politische  Wirkungen  der  fortschreitenden  Geldentwernnnngg  147
Vorbereitungen  zur  Stabilisierung  der  Wrkkkkkke  148
Die  deutsche  Rentenbakkkkk„  149
Anderung  des  Bankgesetzsseeeee  149
Die  Wirkungen  der  Markstabilisieuunnggggg  151
Kredit-Rationieregggggg  183
Zins=  und  Spesensätze  im  Bankverkenn  154
Bewirtschaftung  der  öffentlichen  Gelen  155
Die  Deutsche  Golddiskontbeekkk  155
Krediterleichterugen  157
Die  Bank=  und  Währungsreform
Das  Bankgesetz  vom  30.  August  2142424242424200  159
Schwierigkeiten  der  Wirtschaftslgeaaaa  165
Währungs=  und  Kreditpolitik  der  Reichaobnnnnäekkkksks  166
Der  Goldbestdmdmmdd.lllllll  169
Notenumlauf  und  Notendeccnc  169
Gesamtübersichhtt..  170
Ausblick...................................—......  171
Anhang

Die  Organisation  der  Reichsbakkkkkkkkkkkggggg  ..  176

Die  Beamten  und  Angestellten  der  Reichsbant  ..  .  .....  .  .  182
        <pb n="5" />
        Inhalt

Zweiter  Teil:

Tabellen

0lK.  K  I.  Verwaltungsorganisation

der  Tabellen
1  Zahl  und  GEliederung  der  Zweiganstalen
2  Personal-Ubersichtt..  .....  ...

S

—  S—□

17

18

II.  Umsätze  und  Status
a)  Gesamtübersichten

Gesamtumsätze,  Einnahme  und  Ausgabe  zusamhmreen
Vergleichende  Übersicht  der  Geschäftsergebniseee
Status  am  Jahresschluß  (nach  den  Wochenausweisen

b)  Barvorrat

Der  Metallvorrat  an  den  einzelnen  Wochenausweistagen  und  im  Jahresdurchschniit
Goldvort
Gold  in  Barren  und  ausländischen  MUn  33
Durchschnittlicher  Bestand  an  deutschen  Münzen  nach  den  einzelnen  Seren

c)  Notenumlauf

Notenumlauf  im  ganenss
Stückelung  des  Notenumlaufs  am  Jahresscb
Stückelung  des  Rotenumlaufs  am  Ende  der  einzelnen  Monate  in  den  Jahren  1922—1924.
Ungedeckter  Notenumlauf:
a)  Durch  den  Barvorrat  nach  §  17  des  BG.  vom  14.  3.  1875  nicht  gedeckter  oder  überdeckter
  Notenumluannnnnnnnnnnn
b)  Durch  den  Barvorrat  nach  §  9  des  BG.  vom  14.  3.  1675  nicht  gedeckter  oder  Überdeckter
  Rotenumlauff..  ........
Ungedeckter  Notenumlauf.  Durch  den  Metallvorrat  nicht  gedeckter  oder  überdeckter  NotenumluaWW;;;

Die  Beanspruchung  der  Mittel  der  Reichsbank  an  Vierteljahrsabschlußtagen  von  1876—1914
Deckungsverhältnisse  der  #Votlen

Gliederung  der  fremden  Geldhen

e)  Sämtliche  täglich  fälligen  Verbindlichkeiten  (Noten  und  fremde  Gelder)

Sämtliche  täglich  fälligen  Verbindlichkeiten  (Noten  und  fremde  Geldrr)
Deckungsverhältnisse  der  sämtlichen  täglich  fälligen  Verbindlichkeiten  (Noten  und  fremde
GSeldennn)n)n)n)n)nn.  ·......
        <pb n="6" />
        VI

Inhalt

osd.  At.  I)  Giro-,  Anweisungs=  und  Abrechnungsverkehr
der  Tabellen  Seile
20  Umsätze  im  Eiroverkehr.  Einaeeererererrr  40
21  Umsätze  im  Eiroverkehr.  Ausagaaaeeeee  42
22  Gesamtumsätze  im  Giroverkehr.  Einnahme  und  Ausgabe  zusamen  44
23  Giro-Übertragungen  im  Fernverken  47
24  Gesamtergebnisse  im  Giroverkehr:
a)  Giroverkehr  der  Privroenn  48
b)  Giroverkehr  der  Privaten  und  öffentlichen  Kassen  zusamen  50
25  Gliederung  der  Girobestände  nach  der  Höhe  der  einzelnen  Guthaben:
a)  vom  23.  Juli  10044...-.  52
b)  vom  31.  Juli  1992525555555  53
26  Glliederung  der  Girobestände  nach  den  Berufsklassen  der  Konteninhaber:
a)  vom  23.  Juli  9114444..;;;;;;  54
b)  vom  31.  Juli  932r8S-..  55
27  Die  im  Giroverkehr  verabredeten  Minimalouthaben  im  Verhältnis  zu  den  tatsächlich  vorhandenen
  Girobeständen:  ::  56
28  Anweisungen  und  Wiederauszahlugen  58
29  Unverzinsliche  Depositengelken  59
30  Deutsche  Abrechnungsstellen:
Gesamtumsaeeeen..  60
Verzeichssssi  61

g)  Ankauf  und  Einziehung  von  Wechseln  und  Schecks

31  Allgemeine  Übersicht  über  das  gesamte  Wechselankaufsgescäft::  .  6k
32  Ankauf  von  Platzwechen.;  64
39  Ankauf  von  Versandwechhen::  66
34  Ankauf  von  Wechseln  auf  das  Inland  im  ganzen  (Platz=  und  Versandwechsltll)  68
35  Liquidität  des  Wechselbestanddeaaaaa  71
36  Bei  der  Reichsbank  akkreditierte  Personen  und  Firmen  nach  Berufsklassen  und  nach  der  Größe

der  eingeräumten  KredieebhUHÜmI  72
37  Die  im  Wechselverkehr  der  Reichsbank  Kreditberechligten  nach  Berufsklassen  und  Wirtschaftsgebleten

  am  25.  Juli  19175  75
38  Devisengescäseeem  ...  76
39  Einziehung  von  Wechseln  und  anderen  Wertpapieren  für  fremde  Rechununnnnn  78

bh)  Lombardverkehr
40  Allgemeine  ¾lbersicht  über  den  Lombardverkenn  80
41  Bestände  an  Lombardforderungen  und  ihre  Verteilung  auf  die  verschiedenen  Unterpfänder  82
42  Gliederung  der  Lombardbestände  nach  den  Berufsklassen  der  Darlehnsnehmer  .  .  ....  84
43  Abersicht  über  den  Geschäftsverkehr  der  Darlehnskassen  des  Reichss=  85
4  i)  Die  gesamte  zinstragende  Kapitalanlges  86
45  k)  Grundstücke  und  Gebäundddeeeeen  89
III.  Zinssätze,  Materialien  zur  Diskontpolitik

46  Offizielle  Zinssahee  90
47  Offizielle  Diskontsätze  nach  der  Zahl  ihrer  Anderungen  und  nach  ihrer  Gültigkeitsdauer  93

48

Offizielle  Diskontsätze  an  den  einzelnen  Wochen-Abschlußtaogeen  94
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        Inhalt  VII

IV.  Die  Kassengeschäfte  für  die  Finanzverwaltungen  des  Reiches

est.  Ar.  und  der  Bundesstaaten  (Länder)

der  Tabellen  Seite
49  Verkehr  mit  den  Reichs=  und  Staatskasen:  96
50  Übersicht  über  den  Postscheckverkehr  bei  der  Reichsbant...  P998

V.  Verwahrung  und  Verwaltung  von  Wertgegenständen

Offene  Depots  im  Kontor  der  Reichshauptbank  für  Wertpapereer  100
Verschlossene  dpossssssss  102
VI.  Gewinn=  und  Verlustrechnung
Gebühren  in  den  verschiedenen  Geschäftssweigen  103
Der  Gewinn  und  seine  Verteilung.  Einnamen  104
Der  Gewinn  und  seine  Verteilung.  Ausgaben  und  Reingelreeeeen  106
Zweifelhafte  Forderungen  und  erlittene  Verluse  10s8
Gesetzlicher  Reservefonds.  Reserve  für  zweiselhafte  Forderugen  110
VII.  Reichsbankanteile  und  Anteilseigner
Kurse  und  durchschnittliche  Rentabilität  der  Reichsbankanteleee  113

Verteilung  der  Anteilseigner  und  der  Anteilscheine  auf  das  Inland  und  Ausland  114
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        1.  Teil

Geschichtlicher  Uberblick
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        Die  Reichsbank
von  1901  bis  zum  Ausbruch  des
Weltkrieges

it  dem  1.  Januar  1901  trat  die  Reichsbank  in  das  zweite  Vierteljahrhundert
  ihres  Bestehens,  und  zwar  auf  der  durch  die  Bankgesetznovelle
  vom  7.  Juni  1899  (REl.  S.  311)  erweiterten  Grundlage.
Die  Novelle  hatte  die  durch  das  Bankgesetz  vom  14.  März  1875
(RGBl.  S.  177)  geschaffene  Verfassung  der  Reichsbank  in  allen  wichtigen
Punkten  grundsätzlich  unberührt  gelassen.  Die  Entwicklung  des  wirtschaftlichen
Lebens  während  des  voraufgegangenen  Jahrzehntes,  die  sich  in  einer  fortgesetzten
Ausdehnung  der  industriellen  und  kommerziellen  Aktivität  äußerte  und  zu  einer
andauernden  Steigerung  der  geschäftlichen  Tätigkeit  der  Zentralnotenbank  führte,
ließ  es  jedoch  geboten  erscheinen,  die  der  Reichsbank  zur  Verfügung  stehenden
Mittel  zu  verstärken.  Zu  diesem  Zweck  war  durch  die  Novelle  eine  Erhöhung  des
bisher  aus  120  Millionen  Mark  (in  Anteilen  zu  je  3000  Al)  bestehenden  Grundkapitals
  um  60  Millionen  Mark  (in  Anteilen  zu  je  1000  MA)  auf  180  Millionen
Mark  und  im  Zusammenhange  hiermit  eine  Erhöhung  des  Reservefonds  von
30  auf  60  Millionen  Mark  beschlossen  worden.  Gleichzeitig  wurde  das  steuerfreie
Notenkontingent  der  Reichsbank,  welches  ursprünglich  250  Millionen  Mark
betragen  hatte  und  infolge  des  Wegfalls  einer  Anzahl  von  Privatnotenbanken,
deren  Kontingente  auf  die  Reichsbank  übergingen,  auf  293,4  Millionen
Mark  gestiegen  war,  um  156,6  Millionen  Mark  erhöht,  so  daß  es  nunmehr
450  Millionen  Mark  betrug.  Überdies  wurde  bestimmt,  daß  die  Reichsbank  nicht
unter  dem  von  ihr  öffentlich  bekanntgemachten  Banksatze  diskontieren  dürfe,  falls
sich  dieser  Satz  auf  4%  oder  mehr  beläuft.  Die  ihr  bisher  allgemein  zustehende
Befugnis,  Wechsel  unter  der  Bankrate  zu  dem  sogenannten  Privatsatz  anzukaufen,

1“
        <pb n="12" />
        Die  Reichsbaul  von  1#301  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

wurde  mithin  auf  die  Fälle  beschränkt,  in  denen  die  Bankrate  weniger  als  4%
betrug.  Daneben  wurden  im  Interesse  einer  Vereinheitlichung  der  Diskontpolitik
die  noch  weiter  bestehenden  Privatnotenbanken  verpflichtet,  nicht  unter  dem
Diskontsatz  der  Reichsbank  Wechsel  zu  diskontieren,  falls  sich  dieser  Diskontsatz
auf  4%  oder  mehr  stellen  sollte.  Bei  einer  geringeren  Bankrate  durften  sie
höchstens  um  /7%  hinter  der  Rate  zurückbleiben  und  falls  die  Reichsbank  selbst
unter  ihrem  öffentlich  bekanntgemachten  Prozentsatz  diskontierte,  durften  sie
diesen  Satz  nicht  um  mehr  als//  unterschreiten.  Praktisch  ist  diese  Vorschrift
nicht  geworden,  da  die  Reichsbank  von  der  Befugnis,  zu  einem  Privatsatz
diskontieren  zu  dürfen,  nicht  mehr  Gebrauch  gemacht  hat.

Des  weiteren  erhöhte  die  Banknovelle  die  bisherige  Gewinnbeteiligung
  des  Reichs.  Sie  sicherte  dem  Anteilseigner  eine  Dividende  von
3½%.  Von  dem  darüber  hinausgehenden  Gewinn  sollten  207%  zur  Verstärkung
des  Reservefonds,  bis  dieser  60  Millionen  Mark  betrug,  Verwendung  finden  und
der  Rest  zu/  den  Anteilseignern,  zu  dem  Reiche  zufallen.  Endlich  wurde  der
Kreis  der  lombardfähigen  Wertpapiere  etwas  erweitert,  insofern  auch  solche
Pfandbriefe  zur  Beleihung  zugelassen  wurden,  welche  von  den  Hypothekenaktienbanken
  und  öffentlichen  Bodenkredit-Instituten  Deutschlands  auf  Grund  von,  den
Kommunen  gewährten  oder  durch  diese  garantierten,  Darlehnen  ausgestellt  sind.

Die  Bestimmung,  welche  die  Privatnotenbanken  in  der  Wahl  ihres
Diskontsatzes  beschränkte,  hatte  übrigens  zur  Folge,  daß  die  Frankfurter  Bank
bereits  im  Jahre  1901  und  die  Bank  für  Süddeutschland  im  Jahre  1902  auf  ihr
Notenprivileg  verzichteten,  so  daß  als  Notenbanken,  deren  Noten  in  ganz
Deutschland  umlaufsfähig  waren,  nur  die  Bayerische  Notenbank,  die  Sächsische
Bank  zu  Dresden,  die  Württembergische  Notenbank  und  die  Badische  Bank  im
Besitz  des  Notenausgaberechts  verblieben.  Die  Braunschweigische  Bank,  die
sich  den  beschränkenden  Vorschriften  des  §  44  des  Bankgesetzes  vom  14.  März  1875
nicht  unterworfen  hatte  und  deren  Noten  deshalb  nur  innerhalb  Braunschweigs
zirkulieren  durften,  blieb  vor  der  Hand  als  Notenbank  bestehen,  hat  aber  im
Jahre  1906  auf  die  Notenausgabe  Verzicht  geleistet.  Die  durch  Verzicht  freigewordenen
  Kontingente  steuerfreier  Noten  dieser  drei  Anstalten  sind  im  Wege
des  Accrescensrechts  der  Reichsbank  zugewachsen,  deren  Notenkontingent  dadurch
den  Betrag  von  472  829  000  Mark  erreichte.

Die  in  der  Banknovelle  vorgesehene  Verstärkung  des  Grundkapitals
erfolgte  in  der  Art,  daß  30  000  Anteile  über  je  1000  Mark  am  18.  Oktober  1900
mit  einem  Aufgeld  von  35%  und  weitere  30  000  Anteile  über  je  1000  Mark  am
        <pb n="13" />
        Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges  5

3.  November  1904  mit  einem  Aufgeld  von  44“  begeben  wurden.  Das  erzielte
Aufgeld  floß  im  Betrage  von  10,5  Millionen  im  Jahre  1901  und  im  Betrage
von  13,2  Millionen  im  Jahre  1904  dem  Reservefonds  zu,  der  hierdurch  den
Betrag  von  64,8  Millionen  Mark  erreichte  und  damit  den  im  Bankgesetz  vorgesehenen
  Höchstbetrag  überschritt.

Wie  oben  bemerkt  und  wie  in  der  Jubiläumsdenkschrift  „Die  Reichsbank
1876  bis  1900“  eingehend  dargelegt,  hatten  die  ersten  25  Jahre  des  Zentralnoteninstituts
  im  Zeichen  eines  erfreulichen  Aufstiegs  der  deutschen  Volkswirtschaft
  gestanden.  Von  1901  bis  zum  Beginn  des  Weltkrieges  setzte  sich  dieser
Aufstieg  in  wachsendem  Maße  fort.  Nur  vorübergehend  wurde  die  steigende
Entwicklung  durch  kurze  Perioden  des  Stillstandes  und  des  Rückganges  unterbrochen.
  Sämtliche  Gebiete  des  wirtschaftlichen  Lebens  nahmen  an  ihr  teil.

Vor  allem  gilt  dies  von  der  für  die  deutsche  Volkswirtschaft  besonders
wichtigen  Montanindustrie.  Die  Gewinnung  von  Roheisen  hatte  sich  im  deutschen
Zollgebiet  von  2  Millionen  Tonnen  im  Jahre  1875  auf  8½  Millionen  Tonnen
im  Jahre  1900  gehoben.  Im  Jahre  1913  war  sie  weiter  bis  auf  197/  Millionen
Tonnen  gestiegen.  Der  Verbrauch  an  Eisen,  der  1875  bis  1900  von  2,3  Millionen
  auf  9,1  Millionen  Tonnen  zugenommen  hatte,  erhöhte  sich  bis  zum
Jahre  1913  auf  reichlich  18⅛½  Millionen  Tonnen.

Die  Förderung  von  Steinkohle  einschließlich  der  von  Braunkohle,  die
sich  im  Jahre  1875  bercits  auf  47,8  Millionen  Tonnen  gestellt  hatte  und  bis  zum
Jahre  1900  auf  149,8  Millionen  Tonnen  gesteigert  worden  war,  erfuhr  bis  zum
Jahre  1913  eine  weitere  Steigerung  auf  277,3  Millionen  Tonnen,  also  nahezu
eine  Verdoppelung.  Hand  in  Hand  mit  der  Kohlenförderung  wuchs  auch  der
Kohlenverbrauch  im  Inlande.  Er  hatte  sich  1875  auf  47,5  und  1900  auf
149,8  Millionen  Tonnen  beziffert.  1913  stellte  er  sich  auf  nicht  weniger  als
260,2  Millionen  Tonnen,  was  einem  Verbrauch  von  1128  Kg  im  Jahre  1875,
von  2662  kg  im  Jahre  1900  und  von  3870  Kg  im  Jahre  1913  auf  den  Kopf
der  Bevölkerung  entspricht.

Die  steigende  Aktivität  der  Wirtschaft  kommt  ferner  in  den  Ziffern  des
Eisenbahnverkehrs  klar  zum  Ausdruck.  Die  Streckenlänge  des  deutschen  Bahnnetzes,
  die  sich  von  28  182  KEm  im  Jahre  1875  auf  49  878  Kkm  im  Jahre  1900
erweitert  hatte,  siellte  sich  1913  auf  61  159  Kkm.  Sie  wuchs  noch  schneller
als  die  Einwohnerzahl  des  Reiches;  denn  während  1875  und  1900  auf  je
100  000  Einwohner  eine  Streckenlänge  von  65,9  bezw.  89,1  km  entfallen  war,

Die
wirtschastliche
Entwicklung
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        6  Die  Reichsbanl  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

kamen  auf  die  gleiche  Einwohnerzahl  1913  91,3  Kkm.  Wie  sehr  der  Ausbau
des  Bahnnetzes  ein  Bedürfnis  war,  ergibt  sich  aus  den  Ziffern  des  Gütertransportes.
  In  Tonnenkilometern  belief  sich  der  Gesamttransport  im  Jahre
1875  auf  10,4,  im  Jahre  1900  auf  37  und  im  Jahre  1913  auf  61,7  Milliarden.

Gleichzeitig  mit  dem  Eisenbahnverkehr  wuchs  der  Schiffsverkehr.  Der
Nettorauminhalt  der  mit  Ladung  in  deutsche  Häfen  einlaufenden  Seeschiffe,
der  im  Jahre  1875  5¼  Millionen  Reg.Tons  und  im  Jahre  1900  über
17  Millionen  Reg.Tons  betrug,  hat  sich  bis  zum  Jahre  1913  auf  317/  Millionen
Reg.Tons  gehoben,  mithin  nahezu  verdoppelt.

Das  Bild  glänzender  wirtschaftlicher  Aufwärtsbewegung  gelangt  in  den
den  Außenhandel  kennzeichnenden  Ziffern  scharf  zum  Ausdruck.  Der  Wert  des
gesamten  deutschen  Außenhandels  war  in  den  Jahren  1875  bis  1900  von  6138
auf  10  377  Millionen  Mark  jährlich  gestiegen.  Im  Jahre  1913  erreichte  er
die  Höhe  von  20  867  Millionen  Mark.  Die  Kurve  der  deutschen  Ausfuhr  zeigte
vom  Jahre  1901  ab  ein  fast  dauerndes  (nur  im  Jahre  1908  unterbrochenes)
Ansteigen.  Der  Wert  der  deutschen  Ausfuhr  wuchs  von  4431,4  Millionen  Mark
im  Jahre  1901  auf  10  097,2  Millionen  Mark  im  Jahre  1913  und  im  ersten
Halbjahr  1914  auf  5069,5  Millionen  Mark  (gegen  4  943,4  Millionen  im  ersten
Halbjahr  1913).  Die  Kurve  der  deutschen  Einfuhr  ergibt  ein  entsprechendes
Bild.  Ihr  Wert  stieg  von  5421,2  Millionen  Mark  im  Jahre  1901  auf
10  769,7  Millionen  Mark  im  Jahre  1913  und  im  ersten  Halbjahr  1914  auf
5477,6  Millionen  Mark  (gegen  5431,5  Millionen  im  ersten  Halbjahr  1913).
Der  Passivsaldo  der  deutschen  Handelsbilanz,  der  im  Jahre  1901  noch  989,9  Millionen
  Mark  betrug,  war  im  Jahre  1913  (allerdings  nach  mannigfachen  Verschlechterungen
  in  der  Zwischenzeit  und  unter  besonders  günstigen  Umständen)
auf  672,5  Millionen  Mark  zurückgegangen.  Im  ersten  Halbjahr  1914  stellte
er  sich  nur  auf  408,1  Millionen  gegen  488,1  Millionen  Mark  im  ersten  Halbjahr
  1913.  Übrigens  war  diese  aufsteigende  Entwicklung  des  Außenhandels
in  den  13  Jahren  vor  Kriegsausbruch  nicht  auf  Deutschland  allein  beschränkt.
Insbesondere  hatten  Frankreich,  Großbritannien,  Italien  und  die  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  ebenfalls  ein  erhebliches  Ansteigen  ihres  Außenhandels
zu  verzeichnen.

Im  Zusammenhang  mit  der  steigenden  Wirtschaftsentwicklung  hob  sich
die  Einfuhr  von  Gold.  Sie  betrug  in  den  Jahren  1901  bis  1913  unter  Ausschluß
des  Bruchgoldes  und  Pagamentes  14  152  Doppelzentner  im  Werte  von
3708  Millionen  Mark,  wozu  im  ersten  Halbjahr  1914  noch  rund  403  Doppel-
        <pb n="15" />
        Die  Rreichsbaul  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges  7

zentner  im  Werte  von  94  Millionen  Mark  traten.  Die  Ausfuhr  stellte  sich  demgegenüber
  in  dem  gleichen  Zeitraume  auf  5296  Doppelzentner  im  Werte  von
1369  Millionen  Mark.  Der  Einfuhrüberschuß  betrug  bei  9259  Doppelzentnern
2433  Millionen  Mark.

Selbstverständlich  wurde  durch  die  wirtschaftliche  Aufwärtsbewegung
auch  die  Gestaltung  des  Geld=  und  Kapitalmarktes  aufs  stärkste  beeinflußt.  Nach
den  von  dem  „Deutschen  Oekonomist“  gegebenen  Ziffern  hielten  sich  die  Wertpapieremissionen
  während  der  13  Jahre  1888  bis  1900  dem  Kurswerte  nach
zwischen  1  017  und  2  611  Millionen  Mark  jährlich.  In  dem  Zeitraum  1901
bis  1913  lagen  die  Jahresergebnisse  zwischen  1631  und  3772  Millionen  Mark.
Insgesamt  beläuft  sich  das  Emissionsergebnis  der  ersten  Periode  auf
22  179  Millionen  Mark  (darunter  5  518  Millionen  Mark  ausländische  Werte),
der  zweiten  Periode  auf  34  187  Millionen  Mark  (darunter  5076  Millionen
Mark  ausländische  Werte).  Es  darf  angenommen  werden,  daß  diese  Emissionen
zum  großen  Teil  durch  die  Kapitalien  aufgebracht  wurden,  die  sich  im  Laufe  der
Zeit  als  Sparkassenguthaben  und  Bankdepositen  angesammelt  hatten.  Gleichwohl
  zeigen  die  Gesamtguthaben  der  Einleger  ein  ständiges  Anwachsen.  Nach
der  im  „Statistischen  Jahrbuch  für  das  Deutsche  Reich“  veröffentlichten  Sparkassenstatistik
  stellten  sie  sich  im  Jahre  1900  bei  2685  Sparkassen,  5214  Zweig=  und
Nebenkassen  und  14  863  951  Sparbüchern  auf  838,6  Millionen  Mark.  Bis
Ende  1913  hob  sich  die  Zahl  der  Sparkassen  auf  3133  und  die  der  Zweig=  und
Nebenkassen  auf  8  425,  bei  denen  insgesamt  23  871  657  Sparbücher  über
Gesamteinlagen  von  19  689  Millionen  Mark  geführt  wurden.  Die  Zunahmec
  des  Sparkapitals  ist  freilich  zum  Teil  auch  darauf  zurückzuführen,
daß  bereits  früher  vorhandene  Ersparnisse  dank  der  immer  vollkommener
werdenden  Sparkassenorganisation  mehr  und  mehr  für  die  Zwecke  der
Wirtschaft  fruchtbar  gemacht  werden  konnten.  Hinsichtlich  der  Depositengelder
  bei  den  Banken  fehlt  es  leider  an  zuverlässigen  Ziffern.  Nach  einer
ungefähren  Schätzung  lassen  sich  die  Depositen  der  Kreditbanken  für  1900  auf
etwa  3  100  Millionen  Mark  angeben,  am  30.  Juni  1914  betrugen  nach  den
Feststellungen  der  Reichsbank  die  Depositengelder  bei  100  Aktienbanken  nicht
weniger  als  9  000  Millionen  Mark.

Ein  besonders  wichtiges  Kriterium  für  die  Lage  der  Gesamtwirtschaft
bedeutet  die  Statistik  des  deutschen  Wechselumlaufs,  der  sich  nach  den  Erträgnissen
des  Wechselstempels  für  Deutschland  einigermaßen  genau  errechnen  läßt.  Bei
Zugrundelegung  einer  mittleren  Laufzeit  von  drei  Monaten  stellte  sich  der  durch-
        <pb n="16" />
        Reichsbank
und  Geldmarkt

8  Die  Reichsbaul  von  190|1  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

schnittliche  Wechselumlauf  des  Jahres  1876  auf  3094  Millionen  Mark  (72  M
auf  den  Kopf  der  Bevölkerung);  im  Jahre  1900  war  der  durchschnittliche
Wechselumlauf  auf  5826  Millionen  Mark  (104  Al  auf  den  Kopf  der  Bevölkerung)
  gestiegen.  Für  das  Jahr  1913  beziffert  er  sich  auf  8  591  Millionen
Mark  (128  .A  auf  den  Kopf  der  Bevölkerung).

Dem  durch  die  stark  gesteigerte  Produktivität  der  Wirtschaft  bedingten
wachsenden  Kapitalbedarf  entsprach  das  aus  dem  zunehmenden  Volkswohlstande
sich  ergebende  Kapitalangebot.  Es  läßt  sich  feststellen,  daß  dieses  Kapitalangebot
in  fortschreitendem  Maße  vom  Inlande  selbst  aufgenommen  werden  konnte  und
aufgenommen  wurde.  Von  den  Emissionen  der  Jahre  1888  bis  1900  entfiel
noch  der  vierte  Teil  auf  ausländische  Wertpapiere,  während  der  prozentuale
Anteil  der  ausländischen  Werte  an  der  Gesamtemission  für  die  Periode  1900
bis  1913  sich  nur  noch  auf  15%  stellte.

Daß  die  im  ganzen  und  großen  stark  ansteigende  Wirtschaftsbewegung
zeitweise  durch  Rückschläge  unterbrochen  wurde,  ist  bereits  bemerkt.  Ein  solcher
Rückschlag  hatte  sich  schon  im  Jahre  1899  angekündigt,  war  im  Jahre  1900
klar  erkennbar  geworden  und  setzte  sich  im  Jahre  1901  fort.  Den  Eintritt  in  das
zweite  Vierteljahrhundert  ihres  Bestehens  vollzog  daher  die  Reichsbank  bei
abebbender  Konjunktur,  nachlassendem  Geldbedarf,  rückgängigen  Zinssätzen  und
Devisenkursen  und  großer  Geldflüssigkeit.

Die  Aufwärtsentwicklung  wurde  im  Juni  des  Jahres  1901  durch
den  Zusammenbruch  der  Kreditanstalt  für  Industrie  und  Handel,  Dresden
und  der  Leipziger  Bank  empfindlich  gestört.  Der  Bankrott  des  letzteren
großen  Kreditinstituts  wirkte  um  so  schwerer,  als  sich  die  Beunruhigung
über  die  Zahlungseinstellungen  der  Preußischen  Hypothekenbank,  der
Deutschen  Grundschuldbank,  der  Pommerschen  Hypotheken-Aktienbank,  der
Mecklenburg-Strelitz'ischen  Hypothekenbank,  die  kurz  zuvor  (Oktober  1900
und  Mai  1901)  erfolgt  waren,  noch  kaum  gelegt  hatte.  Die  ängstlich
und  mißtrauisch  gewordenen  Sparer  und  Kapitalisten  schritten  zu  umfangreichen
  überstürzten  Depositenabhebungen,  die  besonders  bei  Sparkassen,
zumal  wenn  böswillige  Ausstreuungen  mit  ins  Spiel  kamen,  in  vielen  Fällen
den  Charakter  eines  regelrechten  Run  annahmen.  Sogar  die  größten  und
        <pb n="17" />
        Die  Reichsbanl  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Welikrieges  9

solidesten  Kreditinstitute  sind  von  dieser  Bewegung  nicht  verschont  geblieben.
Namentlich  in  den  Monaten  Juni  und  Juli  hatten  die  Banken,  als  die  Krisis
ihren  Höhepunkt  erreichte,  einem  starken  Ansturm  der  Depositengläubiger
standzuhalten.

Die  deutsche  Bankwelt  fand  in  dieser  kritischen  Zeit  an  der
Reichsbank  den  stärksten  Rückhalt.  Die  nötigen  Mittel  zur  Aufrecht—
erhaltung  ihrer  eigenen  Zahlungsfähigkeit  und  zu  den  nach  Lage  der
Verhältnisse  erforderlichen  Stundungen,  Krediterteilungen  und  Garantie—
übernahmen  beschafften  sich  die  Bankinstitute  im  wesentlichen  durch
Rediskontierungen  und  Darlehnsentnahmen  bei  der  Reichsbank.  Die  Folge
war,  daß  die  Reichsbank,  deren  Lage  sich  bisher  befriedigend  entwickelt  hatte,
in  der  letzten  Juniwoche  1901  stärker  in  Anspruch  genommen  wurde  als  in  dem
gleichen  Zeitraume  der  Vorjahre.  Die  gesamte  zinsbringende  Kapitalanlage
hob  sich  in  jener  Woche  um  322,8  auf  1173,9  Millionen  Mark,  an  welcher
Summe  das  Wechselportefeuille  allein  mit  1057,5  Millionen  und  die  Lombardforderungen,
  die  sich  nahezu  verdoppelt  hatten,  mit  104,7  Millionen  Mark
beteiligt  waren.  Im  Zusammenhange  hiermit  steigerte  sich  die  Anlage  der  Bank
zu  dem  September=  und  Dezember-Termin  1901  noch  über  den  Stand  vom
30.  Juni  hinaus.

Erschwerend  kam  in  Betracht,  daß  seit  dem  Beginn  des  neuen  Jahrhunderts
  auch  das  Reich  die  Mittel  der  Bank  mehr  und  mehr  im  Wege  der
Diskontierung  von  Schatzanweisungen  in  Anspruch  nahm.  Zwar  hatte  es  auch
früher  schon  ab  und  zu  Schatzanweisungen  bei  der  Reichsbank  diskontiert.  Die
Diskontierung  war  aber  immer  nur  vorübergehend  und  in  mäßigen  Beträgen
erfolgt.  Seit  September  1900  hatte  das  Reich  indessen  begonnen,  Schatzanweisungen
  in  größeren  Beträgen  bei  der  Bank  zu  diskontieren,  so  daß
bei  ihr  zu  Beginn  des  Jahres  1901  ein  Bestand  von  85  Millionen  Mark
an  Schatzanweisungen  vorhanden  war.  Die  Anlage  wuchs  alsdann  unter
mehrfachen  Schwankungen  bis  zum  15.  April  1901  auf  127,8  Millionen
Mark  an.  Die  im  April  1901  mit  großem  Erfolge  zur  Zeichnung  aufgelegte
3'.  Reichsanleihe  in  Höhe  von  300  Millionen  Mark  ermöglichte  die  Tilgung
dieser  schwebenden  Schuld  bis  zum  7.  Juli  des  Jahres.

Im  Herbst  1901  war  das  Reich  wiederum  genötigt,  an  die  Banl  heranzutreten.
  Die  Schatzanweisungsanlage  betrug  am  30.  September  29  Millionen
Mark,  hatte  sich  Mitte  November  weiter  auf  92  Millionen  Mark  erhöht  und  war
am  Schlusse  des  Jahres  1901  auf  123  Millionen  Mark  gestiegen.  Im  Jahre  1902
        <pb n="18" />
        10  Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

stellte  sich  die  Höchstziffer  auf  190,  die  niedrigste  Ziffer  auf  3  Millionen  Mark.
In  den  folgenden  Jahren  bis  zum  Kriegsausbruch  nahm  das  Reich  die  Bank
fast  dauernd  in  Anspruch,  mitunter  erreichte  seine  Schuld  die  Höhe  von  200  bis
100,  ja  500  Millionen  Mark.

Für  die  Reichsbank  wurden  diese  durch  das  Kreditbedürfnis  des  Reiches
bedingten  Schatzanweisungsbestände  zu  einer  wichtigen  Handhabe  der  Diskontpolitik.
  Im  Wege  der  Rediskontierung  von  Schatzanweisungen  war  es  der
Reichsbank  möglich,  Geld  aus  dem  Markte  zu  ziehen,  dadurch  den  Privatdiskont
zu  steigern,  wenn  dieser  ihr  künstlich  niedrig  gehalten  zu  sein  schien,  auf  diese
Weise  bei  gleichzeitiger  Entlastung  der  eigenen  Anlage  den  Reichsbankdiskont
in  seiner  Einwirkung  auf  die  Wechselkurse  wirksamer  zu  machen  und  damit  unter
Umständen  einer  Herabsetzung  der  Bankrate  den  Weg  zu  ebnen.  Die  Maßnahme
verfolgte  den  gleichen  Zweck  wie  das  von  der  Bank  von  England  geübte,  für  die
Reichsbank  aber  nicht  anwendbare  Verfahren,  durch  Verpfändung  von  Effekten
den  Geldstand  am  Markte  zu  beeinflussen.  Zum  ersten  Mal  hat  eine  derartige
Rediskontierung  von  Schatzanweisungen  zum  Zwecke  der  Beeinflussung  des
Privatdiskonts  im  Februar  des  Jahres  1901  stattgefunden.

Angesichts  der  Gestaltung  des  Geldmarktes  war  es  der  Reichsbank
möglich,  den  Diskontsatz,  der  bei  Schluß  des  Jahres  1900  5%  betragen  hatte,
im  Jahre  1901  auf  4%%  am  26.  Februar,  auf  4%  am  22.  April  und  auf  3¼%
am  18.  Juni  zu  ermäßigen.  Die  im  Hinblick  auf  das  am  Geldmarkte  herrschende
Mißtrauen  mit  besonderer  Vorsicht  vorgenommenen  Diskontherabsetzungen
gründeten  sich  vorzugsweise  auf  die  günstige  Entwicklung  des  Metallvorrats,
der  sich  im  ersten  Halbjahr  hauptsächlich  durch  Rückflüsse  aus  dem  inneren
Verkehr  kräftigte.  Wie  bereits  gesagt,  erleichterte  auch  die  Rediskontierung  von
Reichsschatzanweisungen  die  Herabsetzung  der  Bankrate.  Im  zweiten  Halbjahr
ließen  dann  die  bereits  erörterten  Vorgänge  eine  Heraufsetzung  der  Bankrate
  unerläßlich  erscheinen.  Am  23.  September  kehrte  die  Bank  zum  4%igen
Wechseldiskontsatz  zurück.  Als  sie  sich  zu  dieser  Maßnahme  entschloß,  bewegte
sich  der  Marktdiskont  in  Berlin  langsam  aufwärts,  allerdings  auf  niedrigem
Niveau,  das  sich  im  Durchschnitt  des  Monats  September  noch  auf  2,68%  stellte,
sich  aber  dann  unter  der  Herrschaft  des  4%  igen  Reichsbankdiskonts  langsam
weiter  hob.  Doch  entsprachen  diese  niedrigen  Sätze  der  wahren  Lage  des  Geldmarktes
  nur  wenig,  u.  a.  weil  unter  der  Einwirkung  des  allgemeinen  Mißtrauens,
  das  die  Krisis  zurückgelassen  hatte,  die  Anforderungen  an  die  Qualität
der  für  den  Ankauf  zum  Privatdiskont  in  Frage  kommenden  „ersten“  Papiere
        <pb n="19" />
        Die  Reichsbaul  von  1801  bis  zum  Ausbruch  des  Weltlrieges  11

stärker  hinaufgeschraubt  worden  waren.  Das  Angebot  hierin  hatte  sich  dementsprechend
  verringert,  während  die  Nachfrage  zu  bestimmten  Anlagezwecken
sich  gehoben  hatte.

Dank  starker  Goldeinfuhren,  die  durch  Bewilligung  zinsfreier  Vorschüsse
seitens  der  Bank  erleichtert  wurden  und  einen  Einfuhrüberschuß  von  205  Millionen
  Mark  ergaben,  kräftigte  sich  der  Goldbestand,  was  denn  auch  eine
erfreuliche  Besserung  des  Metallvorrates  (911,4  gegen  817,1  Millionen  Mark
im  Vorjahre)  und  damit  eine  Besserung  der  Notendeckung  zur  Folge  hatte.

Das  erste  Halbjahr  1902  zeigt  sogar  wiederholt  Überdeckungen  der  Noten
durch  den  Barvorrat,  ein  Beweis  für  die  am  Markte  herrschende  Geldflüssigkeit
und  für  die  günstige  Lage  der  Bank.  Die  Bank  konnte  daher  bereits  am
18.  Januar  1902  den  3¼4%  gen  Satz  wiederherstellen  und  am  11.  Februar  sogar
auf  die  3%  ige  Rate  herabgehen.  Der  Satz  bestand  bis  zum  4.  Oktober.  Die  um
diese  Zeit  eintretende  stärkere  Anspannung  des  Bankstatus  führte  zur  Erhöhung
des  Satzes  auf  4%.  Die  Anspannung  hatte  zum  Teil  ihre  Begründung  in  erheblichen
  Kreditansprüchen  von  seiten  des  Auslandes,  insbesondere  der  Vereinigten
Staaten  von  Amerika,  die  auch  einen  nicht  unbeträchtlichen  Goldabfluß
bedingten,  der  den  größten  Teil  des  im  Laufe  des  Jahres  importierten  Goldes
wieder  ins  Ausland  zurückführte.  Ihren  Ausdruck  fand  die  Anspannung
in  einer  Kapitalanlage  von  1292,7  Millionen  und  einem  Notenumlauf
von  1495,4  Millionen  Mark  am  30.  September,  Ziffern,  die  von  denen  des
Dezember-Ultimo  allerdings  noch  übertroffen  wurden.  An  diesem  Tage  stellte
sich  die  gesamte  Kapitalanlage  auf  1402,8  und  der  Notenumlauf  auf
1516,5  Millionen  Mark.

Der  Privatdiskont  in  Berlin,  der  sich  im  Dezember  1901  auf  3¼⅝
gehoben  hatte,  sank  tiefer  und  tiefer,  bis  er  im  April  mit  nur  noch  1½%  bis  13/¾%
notiert  wurde.  So  ziemlich  dieselben  Sätze  waren  nach  leichten  Steigerungen
in  den  Zwischenmonaten  auch  im  Juli  und  August  noch  maßgebend.  Sie
deuteten  auf  eine  sehr  hohe  Geldflüssigkeit  hin,  selbst  wenn  man  berücksichtigt,  daß
im  Jahre  1902  in  der  Regel  wie  im  Vorjahre  höhere  Ansprüche  an  die  Qualität
„erster“  Papiere  gestellt  worden  sind.  Später  zog  der  Satz  allmählich  wieder
an.  Mitte  Oktober  stellte  er  sich  auf  3/%,  und  Mitte  Dezember  erreichte  er  mit
3⅝%%  den  höchsten  Stand  des  Jahres.

Lange  konnte  er  diesen  Stand  jedoch  nicht  behaupten.  Schon  am  Anfang
des  Jahres  1903  war  er  auf  2“  und  am  2.  Februar  weiter  auf  1///  herabgeglitten.
  Ein  Abströmen  deutscher  Kapitalien  nach  dem  mit  viel  höheren  Zins-
        <pb n="20" />
        12  Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Welikrieges

sätzen  arbeitenden  Auslande,  sowie  im  Zusammenhange  damit  ungünstige
Devisenkurse  und  starke  Goldabflüsse  waren  die  Folge.  Die  Reichsbank  suchte
aus  den  oben  erörterten  Gründen,  das  Geldangebot  durch  umfangreiche  Diskontierungen
  von  Reichsschatzanweisungen  am  offenen  Markte  einzuengen  und
schritt  nach  erfolgreicher  Durchführung  dieser  Operation  am  11.  Februar  1903
zur  Herabsetzung  ihres  Diskonts  auf  3  /%.  Aber  bereits  am  8.  Juni
mußte  sie  zum  4%igen  Satze  zurückkehren;  die  Aufnahmefähigkeit  des
Marktes  für  Reichsschatzanweisungen  hatte  immer  mehr  nachgelassen,  so  daß  der
von  der  Bank  dem  Reich  gewährte  Kredit  infolge  dringenden  Geldbedarfs  des
Reichs  bis  Mitte  Mai  die  bisher  noch  niemals  dagewesene  Höhe  von  nahezu
220  Millionen  Mark  erreichte,  und  als  bald  darauf  die  Schatzanweisungsschuld
aus  den  Mitteln  einer  290  Millionen  Mark  betragenden  3/,igen  Reichsanleihe
vollständig  getilgt  werden  konnte,  war  es  wieder  die  erhöhte  Anspannung  des
Wechselkontos,  die  eine  Erleichterung  der  Lage  der  Bank  verhinderte.

Unter  der  Herrschaft  des  4  %igen  Bankdiskonts  gestalteten  sich  die
Devisenkurse  und  die  Goldbewegungen  günstiger.  Die  bis  Ende  Mai  per  Saldo
eingetretenen  Goldverluste  ans  Ausland  sind  in  der  Folgezeit  durch  überwiegende
  Goldeinfuhren  reichlich  wieder  aufsgewogen  worden.

Im  Jahre  1904  dauerte  der  starke  Geldbedarf  der  Wirtschaft  neben  den
wieder  zunehmenden  Ansprüchen  des  Reichs  nur  wenig  abgeschwächt  fort.
Dabei  wurde  die  Lage  noch  erschwert  durch  die  allmähliche  Zuspitzung  des
russisch-miapanischen  Gegensatzes,  der  im  Februar  zum  Kriege  führte.  Unter
diesen  Umständen  konnte  von  einer  Diskontherabsetzung,  die  bei  einem  einigermaßen
  normalen  Verlauf  der  Dinge  früher  oder  später  nach  Neujahr  zu  erwarten
gewesen  wäre,  nicht  die  Rede  sein.  Es  bedurfte  vielmehr  der  Aufrechterhaltung
des  4  #igen  Satzes  und  wiederholt  vorgenommener  Unterbringungen  von  Schatzanweisungen
  im  freien  Verkehr,  um  den  Bankstatus  in  den  erwünschten  Grenzen
zu  halten.  Zwar  blieb  die  Wechsel-  und  Lombardanlage  von  Mitte  Mai
ab  nicht  unerheblich  hinter  der  bisherigen  Bestandsziffer  zurück,  doch  steigerte
das  Reich  seine  Anforderungen  an  die  Bank  beträchtlich.  Als  aber  in  der  letzten
Septemberwoche  auch  die  Wirtschaft  mit  ganz  bedeutenden  Kreditansprüchen  an
die  Reichsbank  herantrat,  sah  diese  sich  am  11.  Oktober  nach  vorausgegangenen
  umfangreichen  Rediskontierungen  von  Reichsschatzanweisungen
genötigt,  den  Wechselzinssatz  auf  5%  hinaufzusetzen.  Die  mit  der  Maßnahme
  bezweckten  Ziele  wurden  voll  erreicht.  Nicht  nur  verringerte  die
Wirtschaft  ihre  Schuld  an  die  Reichsbank  erheblich,  auch  die  Bilanz  der
        <pb n="21" />
        Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges  13

Goldein=  und  ausfuhr,  die  schon  von  Mai  ab  Monat  für  Monat  wieder
größere  Überschüsse  ergeben  hatte,  wurde  jetzt  in  ganz  ungewöhnlichem
Maße  aktiv,  so  daß  sich  im  Saldo  des  Jahres  ein  Einfuhrüberschuß  von  nicht
weniger  als  388,8  Millionen  Mark  ergab.  Die  großen  Goldeingänge  sind  dem
Metallvorrat  in  hohem  Maße  zugute  gekommen.  Diese  Entwickelung  erreichte
erst  mit  dem  Februar  1905  ihren  Abschluß,  am  23.  dieses  Monats  wies  die
Bank  einen  bisher  nicht  erreichten  Goldvorrat  von  904,4  Millionen  Mark  aus.

Hand  in  Hand  mit  der  Zunahme  des  Goldvorrats  ging  eine  außerordentliche
  Einschränkung  der  Wechsel=  und  Lombardanlage,  so  daß  die
Bank  im  Jahre  1905  ihren  Wechselzinssatz  schon  frühzeitig  ermäßigen
konnte.  Bereits  am  10.  Januar  setzte  sie  den  Diskontsatz  auf  4%  am
14.  Februar  weiter  auf  3/%  und  am  25.  Februar  auf  3/%  herab.  Im  Zeichen
des  3%  igen  Bankdiskonts  hielt  die  günstige  Entwicklung  zunächst  noch  an,  insonderheit
  was  die  Goldbewegungen  anlangt,  die  im  März  ein  äußerst  günstiges
Ergebnis  hatten.  Angesichts  des  großen  Bestandes  an  Reichsschatzanweisungen
war  zudem  die  Bank  in  der  Lage,  durch  Rediskontierung  dieser  Papiere  einer
etwa  sich  zeigenden  Anspannung  ihres  Status  in  geeigneten  Fällen  zu  begegnen,
ohne  zu  diesem  Zwecke  sofort  zu  einer  Diskonterhöhung  greifen  zu  müssen.

Der  Umschwung  vollzog  sich  ganz  allmählich.  Mit  der  Beendigung  des
Bergarbeiterstreiks  im  Ruhrrevier  nahm  die  geschäftliche  Tätigkeit  rasch  einen
großen  Umfang  an,  und  mit  dem  Frühjahr  1905  begann  eine  Zeit  ständigen
wirtschaftlichen  Aufschwungs,  welcher  durch  den  im  August  erfolgten  Friedensschluß
  zwischen  Rußland  und  Japan  und  durch  die  sichere  Aussicht  auf  friedliche
Beilegung  der  zwischen  Deutschland  und  Frankreich  in  bezug  auf  Marokko  entstandenen
  Differenzen  weitere  Nahrung  erhielt.  Auch  machte  sich  jetzt  mehr
und  mehr  der  große  Einfluß  geltend,  den  die  sich  immer  zahlreicher  bildenden
Kartelle  auf  das  gesamte  deutsche  Wirtschaftsleben,  insbesondere  auf  die  Gestaltung
  und  Hebung  der  Produktion,  ausübten.

Das  erhöhte  Kreditbedürfnis  der  Wirtschaft  äußerte  sich  zunächst  in  einer
außerordentlich  regen  Emissionstätigkeit.  Die  Neuemissionen  inländischer
Bank=  und  Industrieaktien  stiegen  zu  Beträgen  an,  die  nur  hinter  den
in  den  Jahren  der  Hochkonjunktur  1898  und  1899  erzielten  zurückblieben.  Daneben
  setzte  sich  die  Begebung  inländischer,  fest  verzinslicher  Wertpapiere  in
größtem  Maßstabe  fort.  Aber  auch  für  ausländische  Zwecke  wurde  der  deutsche
Geldmarkt  in  starkem  Umfange  in  Anspruch  genommen.  Insbesondere  haben
Rußland  und  Japan  ihm  beträchtliche  Kapitalien  entzogen.  Auch  amerikanische
        <pb n="22" />
        14  Die  Reichsbaul  non  1905  bis  zum  Aushrucj  des  Weltlrieges

Eisenbahnwerte  spielten  eine  größere  Rolle.  Die  Emission  an  ausländischen
Wertpapieren  wurde  für  das  Jahr  1905  auf  über  1  Milliarde  Mark  geschätzt,  ein
Betrag,  der  weder  vorher  noch  nachher  auch  nur  annähernd  erreicht  worden  ist,
während  die  Gesamtemission  des  Jahres  in  Höhe  von  3000  bis  3200  Millionen
Mark  in  den  Jahren  1908  und  1909  noch  erheblich  überboten  wurde.  (Die
Emissionen  der  Kriegs=  und  Nachkriegszeit,  die  mit  anderem  Maßstabe  gemessen
werden  müssen,  bleiben  hier  außer  Betracht.)

Das  Bild  großer  Geldflüssigbkeit,  das  sich  in  der  starken  Aufnahmefähigkeit
  des  Marktes  während  der  ersten  Hälfte  des  Jahres  zeigte,  änderte  sich
im  zweiten  Halbjahr.  Die  Wirtschaft  mußte  in  zunehmendem  Maße  die  Reichsbank
  in  Anspruch  nehmen,  und  auch  die  Börse,  für  welche  die  Monate  Juli  bis
Oktober  eine  Hausse-Periode  waren,  zeigte  großen  Geldbedarf.

Obgleich  der  6½  Monate  lang  auf  3/“  gehaltene  Wechseldiskontsatz  am
11.  September  1905  auf  4%  heraufgesetzt  war,  erreichten  am  30.  September  die
Anlage  und  der  ungedeckte  Notenumlauf  mit  1667  und  920  Millionen  Mark  seit
Bestehen  der  Bank  ihren  bis  dahin  höchsten,  die  Notendeckung  mit  762  Millionen
  Mark  seit  dem  Ende  des  Jahres  1903  ihren  niedrigsten  Stand.  Nachdem
unter  dem  Druck  der  Verhältnisse  der  Diskontsatz  am  3.  Oktober  auf  5%,  am
4.  November  auf  5%  und  am  11.  Dezember  auf  6/%  erhöht  worden  war,  blieb
die  Anspannung  am  Ende  des  Jahres  hinter  der  vom  30.  September  zurück.
Die  durchschnittliche  Kapitalanlage  aber  war  von  983  Millionen  Mark  im  ersten
Halbjahr  auf  1190  Millionen  Mark  im  zweiten  Halbjahr  gestiegen,  während  sich
die  Notendeckung  gleichzeitig  von  1115  auf  923  Millionen  Mark  verringert  hatte.

Bei  dieser  Bewegung  ist  das  tiefe  Herabsinken  des  Metallvorrats  besonders
  bemerkenswert.  Der  Metallbestand  hatte  seit  dem  23.  Februar  1905
415  Millionen  Mark,  das  sind  über  36%  seiner  damaligen  Höhe,  verloren.  Das
Gold  war  dabei  mit  377  Millionen  Mark  beteiligt.  Der  Goldbestand  wies  am
30.  September  bei  einer  Höhe  von  528  Millionen  Mark  gegenüber  dem  Bestande
vom  23.  Februar  einen  Verlust  von  über  40%  auf.  In  der  Hauptsache  handelte
es  sich  hier  um  Abflüsse  in  den  inneren  Verkehr,  die  alljährlich  in  den  Herbstmonaten
  auftraten  und  ihren  Grund  vor  allem  in  dem  Mangel  an  kleinen  Papiergeldzeichen
  hatten.  An  solchen  Geldzeichen  standen  nur  die  Reichskassenscheine
zu  5,  20  und  50  Mark  zur  Verfügung,  deren  seit  1.  Januar  1891  auf
120  Millionen  Mark  beschränkte  Ausgabe  der  Nachfrage  längst  nicht  mehr  genügte.
Die  Kopfquote  der  kleinen  Scheine,  anfänglich  etwa  4  Mark,  war  durch  die  Einziehungen
  der  Jahre  1876  bis  1890  und  durch  das  Anwachsen  der  Bevölkerung
        <pb n="23" />
        Dir  Reichsbaut  von  1Im'l  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges  15

im  Laufe  der  Jahre  immer  mehr  zurückgegangen;  sie  hatte  zuletzt  kaum  noch
2  Mark  betragen.  Die  Befriedigung  der  Nachfrage  stieß  daher  schon  in  normalen
Zeiten  auf  stets  größer  werdende  Schwierigkeiten,  die  in  den  Industriegebieten,
namentlich  im  rheinisch-westfälischen  Revier,  besonders  bitter  empfunden  wurden.
Diese  Mißstände  durch  Vermehrung  des  ungedeckten  Reichspapiergeldes  zu
beseitigen,  verbot  sich  aus  währungspolitischen  Gründen  von  selbst.  Abhilfe
konnte  nur  im  Wege  der  Ausgabe  kleiner  Banknoten  zu  50  und  20  Mark  geschaffen
werden,  der  gegenüber  währungspolitische  Bedenken  mit  Rücksicht  auf  die  bankgesetzlichen
  Deckungsvorschriften  nicht  bestanden  und  die  zudem  infolge
der  ihr  innewohnenden  Elastizität  die  Möglichkeit  bot,  dem  Verkehrsbedarf
  jederzeit  gerecht  zu  werden.  Die  schon  seit  langem  unausgesetzt  auf  die
Schaffung  solcher  Noten  gerichteten  Bestrebungen  der  Reichsbank  hatten
schließlich  Erfolg.  Der  von  ihr  ausgearbeitete  Gesetzentwurf  wurde  vom  Reichstage
  unverändert  angenommen  und  als  Gesetz,  betreffend  die  Ausgabe  von
Reichsbanknoten  zu  50  und  20  Mark  vom  20.  Februar  1906  (RGBl.  S.  318)
veröffentlicht.  Die  Reichskassenscheine  gleicher  Größe  sind  durch  Gesetz  vom
5.  Juni  desselben  Jahres  (RGBl.  S.  730)  beseitigt  und  durch  Reichskassenscheine
  zu  10  Mark  ersetzt  worden.

Anfangs  war  die  Reichsbank  in  der  Ausgabe  der  kleinen  Noten  nicht
völlig  frei.  Den  parlamentarischen  Gegnern  der  Vorlage  war  das  Zugeständnis
einer  Kontingentierung  gemacht  worden,  der  zufolge  die  Gesamtausgabe  kleiner
Noten  die  Höhe  von  300  Millionen  Mark  nicht  überschreiten  sollte.  Die
Kontingentierung  bewährte  sich  jedoch  nicht.  Sie  genügte  nicht  den  Verkehrsbedürfnissen
  und  erschwerte  die  Erreichung  der  mit  der  Ausgabe  der
kleinen  Noten  erstrebten  bankpolitischen  Ziele  an  den  starken  Zahltagen.
Infolgedessen  mußte  der  Reichskanzler  im  Interesse  des  Verkehrs  vom
September  1911  an  die  Bank  an  den  Ouartalsterminen  wiederholt  von  der
genannten  Beschränkung  befreien  und  schließlich  ist  die  Bindung,  nachdem  sich
die  zuständigen  Kreise  von  ihrer  Entbehrlichkeit  überzeugt  hatten,  mit  Zustimmung
  von  Reichstag  und  Bundesrat  im  Jahre  1913  beseitigt  worden.

Das  Jahr  1906  war  in  wirtschaftlicher  Hinsicht  als  hervorragend  günstig
anzusprechen.  Durch  das  Ergebnis  der  Konferenz  von  Algeciras  wurde  der
Marokkokonflikt  beglichen  und  dadurch  das  Wirtschaftsleben  von  einem  auf  ihm
lastenden  schweren  Drucke  befreit.  Es  nahm  einen  ungeahnten  Ausschwung;  von
der  Kohlen-  und  Eisenproduktion  ausgehend,  trat  bald  eine  allgemeine  Hochkonjunktur
  ein.
        <pb n="24" />
        16  Die  Reichsbauk  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

Die  Konferenz  von  Algeciras  war  übrigens  für  die  Reichsbank
noch  von  besonderer  Bedeutung.  Gemäß  Artikel  51  der  Generalakte  der  Konferenz,
  welche  die  Staatsbank  von  Marokko  schuf,  hatte  sie  ebenso  wie  die
Zentralnotenbanken  von  England,  Spanien  und  Frankreich  mit  Zustimmung
  ihrer  Regierung  einen  Zensor  zu  bestellen,  dem  die  Überwachung
  des  ordnungsmäßigen  Funktionierens  der  Marokkobank  oblag.
Sie  bestimmte  hierzu  den  damaligen  Geheimen  Oberfinanzrat,  späteren
Vizepräsidenten  Dr.  v.  Glasenapp,  der  den  Verhandlungen  der  Konferenz  als
deutscher  Sachverständiger  beigewohnt  hatte  und  der  bis  zum  Inkrafttreten  des
Versailler  Friedens  als  Zensor  tätig  war.

Die  Gründungstätigkeit  und  die  hiermit  zusammenhängende  Emission
von  Dividendenpapieren  des  Jahres  1906  nahm  in  bezug  auf  die  Höhe  der
beanspruchten  Kapitalien  einen  Umfang  an,  der  dem  im  Jahre  1899  erreichten
nahe  kam,  und  die  Emissionen  der  Staaten  und  Kommunen  waren
größer  als  in  irgend  einem  der  Vorjahre.  Insgesamt  stellten  sich  die  zur
Zeichnung  aufgelegten  inländischen  Wertpapiere  auf  den  Betrag  von  rund
2½  Milliarden  Mark.

Die  großen  Ansprüche,  welche  die  Wirtschaft  an  die  Reichsbank  stellte,
standen  hiermit  in  Ubereinstimmung.  Das  bemerkenswerteste  dabei  ist,  daß  die
Lombardanlage  sich  verhältnismäßig  stärker  ausdehnte  als  das  Wechselportefeuille,
  obgleich  der  Lombardzinssatz  ständig  um  1%  über  dem  Wechseldiskont
  gehalten  wurde.  Diese  Entwicklung  wies  einmal  auf  ein  höheres
Kreditbedürfnis  in  den  Kreisen  hin,  denen  Wechsel  zur  Diskontierung  gar  nicht
oder  nur  in  ungenügendem  Maße  zur  Verfügung  standen.  Zum  Teil  war  sie
aber  auch  die  Folge  der  immer  häufiger  werdenden  Darlehnsentnahmen  in
größeren  Beträgen  auf  wenige  Tage  um  die  Zeit  der  Quartalstermine.  Die
gesamten  zinsbringenden  Kapitalanlagen  gingen  trotz  eines  Bankdiskonts,  dessen
Sätze  sich  die  größere  Hälfte  des  Jahres  hindurch  um  1½  bis  2%  über  den  Sätzen
des  Vorjahres  hielten,  nur  an  wenigen  Ausweistagen  unter  die  damalige
Höhe  herab.

Mit  Rücksicht  auf  die  zu  Beginn  des  Jahres  verhältnismäßig  günstige
Notendeckung  war  die  Reichsbank  bereits  am  18.  Januar  1906  mit  dem  Diskontsatz
  auf  5%  heruntergegangen,  und  als  dann  große  Beträge  von  Reichsschatzanweisungen
  aus  den  Mitteln  einer  Reichsanleihe  getilgt  worden  waren,  konnte
sie  am  23.  Mai  den  Diskontsatz  auf  4  ½/⅝%,  den  niedrigsten  Stand  des  Jahres,
weiter  herabsetzen.  Viele  Anzeichen,  u.  a.  das  Ansteigen  des  Privatdiskonts
        <pb n="25" />
        Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges  17

an  der  Berliner  Börse,  der  sich  von  3  1¼4%%  Ende  Juli  ziemlich  stetig  auf  4%
am  15.  September  hob,  ließen  für  die  Herbstmonate  ein  rasches  Anschwellen  der
Kreditansprüche  erwarten.  Mit  Rücksicht  hierauf  sah  sich  die  Reichsbank
veranlaßt,  den  Diskontsatz  am  18.  September  auf  5⅝%  heraufzusetzen.  Als  der
Rückfluß  auf  die  zum  September-Ultimo  eingetretene  abnorme  Anspannung  in
dem  erhofften  Umfange  ausblieb  und  die  amerikanische  Geldnachfrage  immer
stärker  nach  Europa  übergriff,  mußte  sie  ihn  am  10.  Oktober  weiter  auf  6
erhöhen.

In  diesem  Monat  hat  die  Reichsbank  ferner  die  Rediskontierung  von
Reichsschatzanweisungen,  die  schon  seit  Ende  Juni  ihr  Portefeuille  in  zunehmendem
  Maße  füllten,  wieder  aufgenommen,  um  so  ihren  Status  zu  kräftigen
und  die  deutschen  Marktzinssätze  angesichts  der  höheren  englischen  zu  heben.
Gleichwohl  spitzte  sich  die  Lage  so  zu,  daß  noch  kurz  vor  Jahresschluß,  am
18.  Dezember,  der  Bankdiskont  auf  7%  gesteigert  werden  mußte;  es  konnte  nicht
verhindert  werden,  daß  die  Höhe  des  staatlichen  und  privaten  Geldbedarfs  zum
Jahresschluß  den  gesamten  Notenumlauf  auf  1775,9  Millionen  Mark  und  den
ungedeckten  zum  ersten  Mal  über  die  Milliarde  hinaus  auf  1045,4  Millionen  Mark
anschwellen  ließ.  Im  ganzen  wurde  jedoch  durch  das  Hochhalten  der  Zinssätze
und  durch  starke  die  Goldausfuhr  um  268,7  Millionen  Mark  übersteigende  Goldeinfuhren
  eine  Kräftigung  der  monetären  Gesamtlage  Deutschlands  herbeigeführt.

Während  der  beiden  ersten  Januarwochen  des  Jahres  1907  ermäßigte
  sich  der  Umlauf  an  steuerpflichtigen  Noten  von  573  auf  89  Millionen
  Mark.  Am  22.  Januar  1907  ließ  sich  übersehen,  daß  der  Wochenabschluß
  vom  23.  eine,  wenn  auch  nur  geringfügige  steuerfreie  Notenreserve
  bringen  werde.  Infolgedessen  wurde  schon  an  diesem  Tage  der
Diskontsatz  von  7  auf  6½  herabgesetzt;  aber  erst  am  23.  April  konnte  eine
weitere  Herabsetzung  auf  5%  in  Anbetracht  der  sich  nur  allmählich  ermäßigenden
starken  Inanspruchnahme  der  Bank  erfolgen.

Mit  der  Zeit  begann  sich  eine  Erschöpfung  des  Geldmarktes  bemerkbar
zu  machen.  Sie  hatte  vor  allem  ihren  Grund  in  der  Befriedigung  der  Anleihebedürfnisse
  des  In=  und  Auslandes,  von  denen  die  Bedürfnisse  der  deutschen
Kommunen  besonders  stark  waren,  während  die  Emissionen  der  Bundesstaaten,
der  heimischen  Industrie  und  des  Auslandes  mehr  oder  weniger  hinter  der
Ziffer  des  Vorjahres  zurückblieben.  Die  Gesamtziffer  der  Effektenemission  des
Jahres  erreichte  den  Betrag  von  2212  Millionen  Mark.

1.  Tell
        <pb n="26" />
        18  Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

Für  die  schwierige  Lage  der  Reichsbank  zur  damaligen  Zeit  ist  die
Tatsache  charakteristisch,  daß  die  Bank  bei  einem  Kontingent  steuerfreier
Noten  in  Höhe  von  472,8  Millionen  Mark  bereits  am  31.  August  (zum  ersten  Mal
an  diesem  Termin)  in  die  Notensteuer  geriet.  Die  Überschreitung  war  freilich
nicht  groß  und  schon  acht  Tage  später  behoben.  Auch  erreichten  die  allerdings
wieder  sehr  hohen  Geld=  und  Kreditansprüche  zum  Septemberschluß  nicht  den
Grad  der  vorjährigen,  und  die  Rückflüsse  während  der  nächsten  14  Tage  waren
stärker  als  damals,  so  daß  die  Bank  Mitte  Oktober  in  jeder  Hinsicht  kräftiger
dastand  als  ein  Jahr  zuvor.  Bei  der  ersichtlich  langsamer  werdenden  Geschäftstätigkeit
  hoffte  man  aus  diesen  Gründen,  mit  dem  5½%igen  Satz  für  den  Rest
des  Jahres  auszukommen,  als  eine  schwere  Krisis  im  amerikanischen  Wirtschaftsleben
  diese  Erwartung  zunichte  machte.  Sie  führte  dahin,  daß  die
amerikanische  Volkswirtschaft  ihre  volle  Kraft  und  ihren  Kredit  einsetzte,  um
Gold  von  allen  Seiten  heranzuziehen.  Die  Devisenkurse,  die  bei  uns  bisher  zu
keiner  Besorgnis  Anlaß  gegeben  hatten,  kehrten  sich  nunmehr  gegen
Deutschland,  und  die  Monat  für  Monat  aktiv  gewesene  Bilanz  der  Gold-Einund
  Ausfuhr  wurde  im  November  in  einem  außerordentlich  hohen  Grade  passiv.

Hatte  die  von  der  Reichsbank  am  29.  Oktober  vorgenommene  Hinaufsetzung
  ihres  Diskonts  auf  6½%  mehr  dem  Schutze  gegen  übermäßige  Kreditansprüche
  des  Inlandes  als  dem  Schutze  der  Devisenkurse  gedient,  so  stellte  sich  die
weitere  Diskonterhöhung  auf  7½%  am  8.  November  ausschließlich  als  die
unvermeidliche  Reaktion  auf  die  beträchtlichen  Goldabflüsse  und  die  Diskonterhöhungen,
  mit  denen  die  maßgebenden  Notenbanken  des  Auslandes  vorangegangen
  waren,  dar.

Die  Wirkungen  der  letzten  Steigerung  der  Zinsrate  blieben  nicht  aus.
Schon  der  Dezember  brachte  ein  Überwiegen  der  Goldeinfuhren,  das  freilich
die  Goldbilanz  des  Jahres  nicht  mehr  aktiv  zu  gestalten  vermochte.  Doch  war
der  per  Saldo  eingetretene  Verlust  von  etwa  20  Millionen  Mark  angesichts  der  im
Laufe  der  Jahre  zu  großer  Höhe  angestiegenen  monetären  Goldvorräte  des
Landes  nicht  als  erheblich  zu  bezeichnen.

Das  Jahr  1908  war  für  die  Reichsbank  von  besonderer  Bedeutung  durch
den  Wechsel  im  Präsidium  des  Direktoriums.  Der  Reichsbankpräsident  Dr.  Koch,
der  seit  1890  an  der  Spitze  der  Reichsbank  gestanden  hatte,  trat  am  8.  Januar
in  den  Ruhestand.  An  seiner  Stelle  wurde  der  bisherige  Seehandlungspräsident
Havenstein  zum  Präsidenten  des  Reichsbankdirektoriums  ernannt,  in  welcher
Stellung  er  bis  zu  seinem  Tode  (20.  November  1923)  verblieben  ist.  Eine
        <pb n="27" />
        Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges  19

besondere  Bedeutung  erlangte  das  Jahr  fernerhin  durch  die  Abhaltung  der  Bankenquete,
  welche  die  Fassung  der  Bankgesetznuovelle  vom  Jahre  1909  vorbereitcte
und  weitere  auf  die  Festigung  des  deutschen  Kreditgebäudes  gerichtete  Maßnahmen
  der  Reichsbankverwaltung  einleitete.  Hierüber  wird  später  des  näheren
zu  sprechen  sein.

Während  des  Jahres  1908  hielt  die  günstige  Goldbewegung  des  Vorjahres
  an.  Sie  war  vom  Juni  ab  sehr  umfangreich  und  erbrachte  im  ganzen
einen  Einfuhrüberschuß  von  310,8  Millionen  Mark.  Zu  dem  aus  dem  Auslande
eingehenden  Gold  kam  das  aus  dem  inneren  Verkehr  zurückfließende  hinzu,
welches  seit  Einführung  der  kleinen  Noten  leichter  in  den  Kassen  der  Bank  zurückgehalten
  werden  konnte  als  früher,  so  daß  am  23.  August  die  Bank  den  bis  dahin
höchsten  Bestand  von  923,8  Millionen  Mark  an  Gold  ausweisen  konnte.

Der  internationale  Geldmarkt  zeigte  im  Jahre  1908  im  allgemeinen  eine
überraschend  schnell  eingetretene  Erleichterung,  die  sich  in  Deutschland  unter  der
Einwirkung  einer  ungewöhnlich  lebhaften  bei  einem  Gesamtergebnis  von
3652  Millionen  Mark  bisher  noch  nie  erreichten  —  Emissionstätigkeit  etwas
langsamer  durchsetzte,  die  aber  doch  eine  ständige  Herabsetzung  des  Reichsbankdiskonts
  gestattete.  Nachdem  aus  der  zinsbringenden  Kapitalanlage,  die  bis
zum  Beginn  des  Jahres  auf  nahezu  2  Milliarden  Mark  angestiegen  war,  von
da  ab  für  die  Reichsbank  kräftige  Rückflüsse  zu  verzeichnen  waren,  ermäßigte  die
Bank  am  13.  Januar  den  Zinssatz  auf  6½%,  am  25.  Januar  auf  6,  am  7.  März
auf  5¼%  und  am  27.  April  auf  5%.  In  der  Zwischenzeit  war  allerdings  wieder
eine  merkliche  Versteifung  des  Status  eingetreten,  doch  war  sie  zu  einem  erheblichen
  Teil  durch  Hereinnahme  von  Reichsschatzanweisungen  herbeigeführt.

Obwohl  der  Jahresschluß  eine  starke  Anspannung  mit  sich  brachte,  ermöglichte
  es  die  durch  erhebliche  Goldimporte  des  Vorjahres  gekräftigte  Lage
der  Reichsbank,  den  Satz  von  4  unverändert  aufrecht  zu  erhalten,  und  am
16.  Februar  1909  konnte  infolge  der  anhaltend  günstigen  Wechsel=  und  Lombardanlage
  der  Diskontsatz  sogar  auf  3  //  heruntergesetzt  werden.  Dem  allzu  raschen
Abgleiten  der  privaten  Zinssätze,  deren  niedriger  Stand  während  der  beiden
ersten  Monate  des  Jahres  1909  die  Devisenkurse  vorübergehend  nachteilig  beeinflußt
  und  Goldabflüsse  begünstigt  hatte,  suchte  die  Reichsbank  wieder  durch
Rediskontierungen  von  Reichsschatzanweisungen  zu  begegnen.

Allmählich  nahm  die  Flüssigkeit  des  Geldmarktes  ab,  wozu  das  rege
Emissionsgeschäft,  dessen  Ergebnis  mit  3590  Millionen  Mark  hinter  dem  vorjährigen
  nur  wenig  zurückblieb,  beitrug.  War  schon  die  Belebung  der  Geschäfte
        <pb n="28" />
        20  Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

im  Frühjahr  1909  durchgreifender  und  die  nachfolgende  Abschwächung  während
der  Sommermonate  nicht  mehr  so  allgemein  und  tief  gewesen  als  im  Jahre  1908,
so  erwies  sich  das  Herbstgeschäft  bereits  wieder  als  der  Ansatz  zu  einem  längere
Dauer  versprechenden  allgemeinen  wirtschaftlichen  Aufschwung.  Mit  der  friedlichen
  Beilegung  des  österreichisch-serbischen  Konflikts,  zu  dem  die  Angliederung
Bosniens  und  der  Herzegowina  an  die  Österrreichisch-Ungarische  Monarchie
Anlaß  gegeben  hatte,  war  ein  ernstes  Hindernis  für  die  lebhaftere  Gestaltung  des
Wirtschaftslebens,  insbesondere  auch  für  den  Börsenverkehr  beseitigt  worden.
Die  Börsen  waren  nach  langer  Zeit  wieder  der  Schauplatz  einer  Hausse,  die  zeitweilig
  einen  ziemlich  stürmischen  Charakter  annahm.  Damit  Hand  in  Hand  ging
ein  Ansteigen  der  Inanspruchnahme  der  Reichsbank  seitens  der  privaten  Wirtschaft.
  Dies  führte  in  Verbindung  mit  der  sich  immer  noch  geltend  machenden
starken  heimischen  Kreditanspannung  am  20.  September  zur  Heraufsetzung  des
Diskont  auf  4%  und  am  11.  Oktober  unter  der  Rückwirkung  einer  empfindlichen
Versteifung  des  Geldstandes  in  London  im  Zusammenhange  mit  einer  außerordentlichen
  Geldnachfrage  für  die  großen  getreideliefernden  Länder  zu  einer
Erhöhung  auf  5.

Das  Jahr  1910  ließ  ein  ziemlich  allgemeines,  wenn  auch  nicht  überall
gleichmäßiges  Erstarken  der  Geschäftstätigkeit  erkennen,  obschon  es  den  Erwartungen
  nicht  ganz  entsprach,  die  sich  an  die  Anzeichen  eines  wirtschaftlichen
Ausschwunges  im  Herbst  1909  geknüpft  hatten.  Von  den  großen  Industrien
befand  sich  hauptsächlich  die  Roheisengewinnung  auf  die  Dauer  in  starkem  Aufschwunge,
  an  dem  die  weiter  verarbeitenden  Industrien  etwas  abgeschwächt  teilnahmen.
  Eine  günstigere  Gestaltung  der  deutschen  Handelsbilanz  befestigte  die
Unabhängigkeit  des  deutschen  Geldmarktes  dem  Auslande  gegenüber.  Die  Inanspruchnahme
  der  Reichsbank  ging  vorzugsweise  im  Wege  der  Wechseleinreichung
  vor  sich.  Ihr  Bestand  an  Reichsschatzanweisungen  war  bis  Mitte
April  1910  auf  weniger  als  100  Millionen  Mark  herabgesunken  und  hat  sich  in
diesem  Jahr  nur  noch  an  vereinzelten  Ausweistagen  um  mäßige  Beträge  über
diesen  Stand  hinaus  erhöht.  Der  5%  ige  Bankdiskont,  mit  dem  das  Jahr  1910
begann,  ist  bereits  am  21.  Januar  auf  4½%  und  am  10.  Februar  auf  47/  ermäßigt
worden.  Eine  weitere  Herabsetzung  auf  3/%,  wie  im  Vorjahre,  war  nicht  mehr
angängig.  Am  26.  September  mußte  die  Bank  zum  5%igen  Satze  zurückkehren.

Im  Jahre  1911  trat  die  weiter  unten  näher  zu  erörternde  Bankgesetznovelle
  vom  1.  Juni  1909  (RGBl.  S.  515),  welche  das  Privilegium  der  Reichsbank
  bis  zum  Schlusse  des  Jahres  1920  festlegte,  in  Kraft.  Die  im  Vorjahre  schon
        <pb n="29" />
        Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

erkennbar  gewordene  wirtschaftliche  Aufwärtsbewegung  machte  weitere  Fortschritte
auf  fast  allen  Gebieten  der  Erwerbstätigkeit.  Dem  Geldmarkte  sind  allerdings
infolge  des  auf  die  unsichere  politische  Lage  zurückzuführenden  Abflusses  großer
Auslandsguthaben  Störungen  nicht  erspart  geblieben.  Diese  hauptsächlich  im
Herbst  erfolgenden  Rückzahlungen  an  das  Ausland  führten  im  Zusammenhange
mit  dem  durch  höhere  Löhne  und  Preise  ohnehin  gesteigerten  Geldbedarf  zu  einer
besonders  starken  Inanspruchnahme  der  Bank  in  den  letzten  Monaten  des  Jahres,
vor  allem  an  den  Quartalsschlüssen  September  und  Dezember.  Die  Befriedigung
dieser  Ansprüche  wurde  jedoch  durch  starke  Goldimporte  erleichtert.  Auch  konnte
ein  allzu  heftiges  Steigen  der  fremden  Wechselkurse  infolge  der  Zurückziehung
der  Auslandsguthaben  im  Wege  der  Abgabe  von  Auslandswechseln  vermieden
werden.  Unter  diesen  Umständen  war  es  möglich,  den  Diskontsatz,  der  am
6.  Februar  von  5  auf  4⅛/%  und  am  18.  Februar  weiter  auf  4%  herabgesetzt
worden  war,  vom  19.  September  ab  den  ganzen  Rest  des  Jahres  hindurch  auf
dem  5%igen  Stande,  auf  den  er  an  diesem  Tage  wieder  gebracht  werden  mußte,
zu  belassen.

Nachdem  der  Marokkokonflikt  durch  ein  deutsch-französisches  Abkommen
endgültig  aus  der  Welt  geschafft  worden  war,  nahm  im  Jahre  1912  die  günstige
Konjunktur  ihren  Fortgang.  Erleichtert  wurde  die  wirtschaftliche  Lage  durch
eine  besonders  gute  Ernte  an  Getreide,  Kartoffeln  und  Zucker,  welche  die  Nachwirkungen
  der  schlechten,  den  Stand  der  Handelsbilanz  ungünstig  beeinflussenden
Ernte  von  1911  wieder  ausglich.  Weder  die  Fortdauer  des  italienisch-türkischen
Krieges  noch  der  Ausbruch  des  Balkankrieges  konnte  die  in  lebhafteren  Fluß
geratene  Aufwärtsbewegung  nachhaltig  hemmen,  wenngleich  die  durch  die
kriegerischen  Vorgänge  bedingte  Geldnachfrage  zu  einer  erheblichen  Anspannung
des  Geldmarktes  führte.  Infolgedessen  wurde  die  Reichsbank  vom  Verkehr
besonders  stark  in  Anspruch  genommen,  während  die  Anforderungen  des  Reiches
sich  in  mäßigen  Grenzen  hielten.  Die  Wechselanlage  überstieg  während  des
größten  Teils  des  Jahres  den  Betrag  von  1  Milliarde  Mark  und  blieb  nur  selten
hinter  diesem  Betrage  um  ein  geringes  zurück.  Von  Ende  September  ab  betrug
sie  nur  an  einem  einzigen  Ausweistage  weniger  als  1400  Millionen  Mark,  und
bei  Jahresschluß  erreichte  der  Portefeuillebestand  bei  2031,1  Millionen  Mark
das  Doppelte  der  Höhe,  auf  der  er  sich  noch  Ende  der  Jahre  1901  bis  1904
bewegt  hatte.  Angesichts  der  starken  Inanspruchnahme  mußte  der  Diskont,  der
am  11.  Juni  von  5  auf  4½%  ermäßigt  werden  konnte,  am  24.  Oktober  auf  5%
und  am  14.  November  weiter  auf  6⅝%  erhöht  werden.
        <pb n="30" />
        22  Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

Das  Jahr  1913  bezeichnet  trotz  der  ungeklärten  politischen  Lage  einen
Höhepunkt  unseres  Wirtschaftslebens.  Die  Kohlenförderung  und  die  Eisenproduktion
  wiesen  im  Jahre  1913  Höchstziffern  auf.  Dazu  kam  eine  außergewöhnlich
  gute  Ernte,  die  das  selten  günstige  Ernteergebnis  des  Vorjahres  noch
übertraf.  Der  wirtschaftliche  Aufschwung  bedingte  eine  starke  Inanspruchnahme
der  Reichsbank,  die  auch  dem  Reiche  von  neuem  hohe  Kredite  geben  mußte.
An  Schatzanweisungen  hatte  sie  am  Jahresschluß  306  Millionen  Mark  in  ihrem
Bestande.  Die  drohende  politische  Lage  veranlaßte  die  Reichsregierung,  mittels
des  Gesetzes  über  Anderungen  im  Finanzwesen  vom  3.  Juli  1913  (RGBl.  S.  521)
eine  Verstärkung  des  Reichskriegsschatzes  um  120  Millionen  Mark  herbeizuführen
und  gleichzeitig  eine  Prägung  von  Reichssilbermünzen,  ebenfalls  bis  zur  Höhe
von  120  Millionen  Mark,  zwecks  Schaffung  einer  Silberreserve  zur  Befriedigung
eines  außerordentlichen  Bedarfs  in  die  Wege  zu  leiten.  Von  den  120  Millionen
Mark  Gold  lieferte  die  Reichsbank  allmählich  zum  großen  Teil  noch  im  Jahre  1913
gegen  Hereinnahme  der  auf  Grund  des  Gesetzes  neu  ausgefertigten  Reichskassenscheine
  zu  5  und  10  Mark  85  Millionen  Mark  an  das  Reich  ab.  Dessenungeachtet
wuchs  der  Goldbestand  der  Bank  angesichts  der  nunmehr  eröffneten  Möglichkeit,
kleine  Noten  ohne  Begrenzung  auszugeben,  in  Verbindung  mit  einem  starken
Anwachsen  der  Ausfuhr  fortgesetzt.  Am  31.  Dezember  betrug  er  1169,97  Millionen
  Mark.  Was  den  Diskontsatz  anlangt,  so  mußte  er  in  Anbetracht  der  starken
Anspannung  des  Geldmarktes  bis  in  den  Herbst  hinein  auf  dem  hohen  Stande
von  6%  belassen  werden.  Erst  am  27.  Oktober  konnte  die  Reichsbank  den  Satz
auf  57/8%  und  am  12.  Dezember  auf  5%  ermäßigen.

Die  Periode  aufwärtsstrebender  geschäftlicher  Konjunktur  wurde  erst
durch  den  Ausbruch  des  Weltkrieges  beendet.  Die  schon  im  letzten  Teil  des
Jahres  1913  beobachtete  flüssige  Gestaltung  des  Geldmarktes  war  dieser  Entwicklung
  günstig.  Die  Kreditanforderungen  der  Wirtschaft  an  die  Reichsbank
ließen  nach,  während  das  Reich  allerdings  wieder  wachsenden  Geldbedarf  zeigte.
Die  Zinssätze  schwächten  sich  weiter  ab.  Schon  am  22.  Januar  konnte  der
Diskontsatz  auf  4½%  und  am  5.  Februar  auf  den  Stand  von  4%  ermäßigt
werden,  auf  dem  er  bis  zum  31.  Juli  verblieben  ist.  Die  günstige  Bilanz  der
Goldein=  und  -ausfuhr  des  Vorjahres  setzte  sich  fort.  Am  23.  Juli  1914  konnte
die  Reichsbank  mit  1371,1  Millionen  Mark  den  höchsten  Goldvorrat  der  Vorkriegszeit
  aufweisen.  "
        <pb n="31" />
        Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges  23

Seit  einer  Reihe  von  Jahren  war  eine  bedenklich  wachsende  Inanspruchnahme
  der  Reichsbank,  insbesondere  an  den  Quartalsterminen,  hervorgetreten.
In  den  Jahren  1906  und  1907  hatte  diese  starke  Inanspruchnahme  eine  Höhe
erreicht,  welche  die  Aufrechterhaltung  der  Dritteldeckung  zu  gefährden  geeignet
war.  Aller  Wahrscheinlichkeit  nach  hätte  sich  insbesondere  Ultimo  September
und  Dezember  1907  die  Deckung  überhaupt  nicht  aufrecht  erhalten  lassen,  wenn
nicht  die  Reichsbank  durch  die  sich  allmählich  steigernde  Ausgabe  kleiner  Noten
damals  der  Abnahme  des  Metallvorrats  an  den  Termintagen  hätte  stark  entgegenwirken
  können.

Die  zunehmende  Spannung  an  den  Quartalstagen  hatte  im  wesentlichen
darin  ihren  Grund,  daß  sich  die  deutsche  Wirtschaft  mehr  und  mehr  auf  der
Grundlage  umfassender  Kreditgewährung  aufbaute,  was  schließlich  mit  Notwendigkeit
  dahin  führen  mußte,  daß  die  usancemäßig  an  bestimmten  Terminen
erfolgende  Auseinandersetzung  und  Abwicklung  fortgesetzt  größere  Beträge  von
Zahlungsmitteln  in  Anspruch  nahm.  Daneben  hatte  das  Anwachsen  des
Depositengeschäfts  bei  den  Banken,  vor  allem  bei  den  Großbanken,  und  bei  den
Sparkassen,  zur  Folge,  daß  diese  Institute  zu  gewöhnlichen  Zeiten  einen  sehr
erheblichen  Teil  des  Geldbedarfs  abseits  der  Reichsbank  befriedigen  konnten.
Sobald  der  Bedarf  aber  das  übliche  Maß  überschritt,  wie  stets  an  den  Quartalsterminen,
  waren  sie  genötigt,  die  Reichsbank  um  so  stärker  in  Anspruch  zu  nehmen.

Um  dieser  Entwicklung  entgegenzuwirken,  blieb  die  Reichsbank  unausgesetzt
  bemüht,  den  Giroverkehr,  der  für  die  Entwicklung  des  bargeldlosen
Zahlungswesens  von  allergrößter  Wichtigkeit  ist,  nach  Kräften  auszubauen.  Die
starke  Vermehrung  der  Zweiganstalten  der  Reichsbank,  die  von  330  im  Jahre
1900  bis  auf  487  im  Jahre  1913  stieg,  brachte  eine  erhebliche  Ausdehnung  des
GironetZzes  mit  sich.  Da  die  Zweiganstalten  in  wachsendem  Maße  mit
zwei  Beamten  ausgestattet  wurden,  erfuhr  auch  der  sogen.  erweiterte  Giroverkehr,
  dessen  Wesen  in  der  unterschiedslosen  direkten  Avisierung  von  Giroübertragungen
  nach  außerhalb  besteht,  eine  immer  stärkere  Ausdehnung.  Eine
außerordentliche  Steigerung  der  Girokonten  und  der  Jahresumsätze  war  die
notwendige  Folge.  Von  1900  bis  1913  erhöhte  sich  die  vorhandene  Kontenzahl
bei  Jahresschluß  von  15  847  auf  26  148  und  die  Gesamtzahl  der  Jahresumsätze
von  163  632  Millionen  auf  379  157  Millionen  Mark.  Dem  in  diesen  Ziffern
zum  Ausdruck  kommenden  glänzenden  Bild  entspricht  die  Entwicklung  der  Giro-Kreditbedarf.


insbesondere  an  den
Quartalsterminen

Giro-  und
Abrechnungsverkehr
        <pb n="32" />
        24  Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltlrieges

guthaben  nur  wenig.  Sie  stellten  sich  durchschnittlich  im  Jahre  1900  auf  513,
im  Jahre  1913  auf  668  Millionen  Mark.  Sie  gliedern  sich  in  Privatguthaben,
öffentliche  Guthaben  und  die  sogen.  schwebenden  Übertragungen,  d.  h.  die
Beträge,  welche  zwecks  Überweisung  auf  die  Konten  auswärtiger  Girokunden
von  den  Guthaben  der  überweisenden  Girozahler  abgeschrieben,  den  Empfängern
wegen  des  Postenlaufes  aber  noch  nicht  gutgebracht  sind.  Die  Privatguthaben
stellten  sich  im  Durchschnitt  auf  250  Millionen  (1900)  und  314  Millionen  (1913),
die  öffentlichen  Guthaben  auf  179  (1900)  und  214  Millionen  Mark  (1913),  die
schwebendeen  übertragungen  auf  84  Millionen  Mark  (1900)  und  140  Millionen
Mark  (1913).  Nähere  Einzelheiten  sind  aus  den  Tabellen  20  bis  30  zu
ersehen.  Jeder  private  Konteninhaber  hatte  ein  seinen  Verhältnissen  und  Anforderungen
  entsprechendes  Mindestguthaben  zu  halten.  Es  war  indessen  den
Bankanstalten  nicht  immer  gelungen,  diese  Guthaben  mit  den  wachsenden  Umsätzen
  in  Übereinstimmung  zu  bringen.  Um  hier  Wandel  zu  schaffen  und  eine
gleichmäßige  und  gerechte  Bemessung  der  Mindestguthaben  zu  sichern,  wurden
im  Jahre  190é6  feste  Grundsätze  aufgestellt,  nach  welchen  die  Bankanstalten  bei
der  Festsetzung  der  Mindestguthaben  zu  verfahren  hatten.

Das  Verhältnis  der  bargeldersparenden  Überweisungen  zu  den  baren
Umsätzen,  das  im  Jahre  1886  noch  71,8%  der  Giroumsätze  betrug,  hat  sich  in
erfreulicher  Weise  stetig  gehoben  und  im  Jahre  1913  nahezu  7/16  von  ihnen
ausgemacht,  siehe  Tabelle  22.

Von  großer  Bedeutung  für  die  Entwicklung  des  Giroverkehrs  war  sein
Anschluß  an  den  am  1.  Januar  1909  eröffneten  Postscheckverkehr.  Zunächst
wurden  die  am  Sitze  eines  Postscheckamtes  befindlichen  Reichsbankhaupt=  und
Reichsbankstellen  Inhaber  von  Scheckkonten,  wogegen  den  Postscheckämtern  bei
diesen  Bankanstalten  Reichsbankgirokonten  eingerichtet  wurden.  Eine  weitere
Ausdehnung  erfolgte  im  Laufe  der  Kriegs=  und  Nachkriegszeit,  so  daß  sämtliche
Bankanstalten  der  Reichsbank  mit  geringen  Ausnahmen  schließlich  an  den  Postscheckverkehr
  angeschlossen  waren.  Wo  eine  Abrechnungsstelle  bestand  oder  später
errichtet  wurde,  ist  das  Postscheckamt  des  Platzes  ihr  als  Mitglied  beigetreten,  so
daß  der  große  Zahlungsverkehr  zwischen  dem  Verrechnungssystem  der  Reichsbank
  und  dem  der  Post  bargeldlos  abgewickelt  werden  kann.

Der  Umfang  des  Abrechnungsverkehrs  nahm  fortgesetzt  zu.  Die  Zahl
der  Abrechnungsstellen  wuchs  von  10  im  Jahre  1900  auf  24  im  Jahre  1913.
Die  Zahl  der  Abrechnungsteilnehmer  stieg  in  dem  gleichen  Zeitraum  von  126
auf  270.  Die  Stückzahl  der  Einlieferungen  nahm  von  5  186  237  (1900)  auf
        <pb n="33" />
        Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges  25

15  589  659  (1913)  zu,  siehe  Tabelle  30.  Im  Jahre  1910  erfuhr  der  Abrechnungsverkehr
  eine  wesentliche  Verbesserung  durch  die  Gründung  der  Berliner
Scheckaustauschstelle,  welche  zwischen  den  Mitgliedern  der  Berliner  Abrechnungsstelle
  den  gegenseitigen  Austausch  in  der  Provinz  zahlbarer  Schecks  zu  vermitteln
bestimmt  ist.  Diese  Schecks  bedürfen  nämlich  vor  der  endgültigen  Verrechnung
einer  Anerkennumg  seitens  der  bezogenen  Firmen.  Die  in  Ordnung  gehenden
Papiere  passieren  die  Abrechnungsstelle  vier  Tage  nach  dem  bewirkten  Austausch
wie  gewöhnliche  Einlieferungen.  In  Frage  kommen  für  den  Austausch  solche
Provinzschecks,  auf  denen  als  Zahlungsstelle  ein  Mitglied  der  Scheckaustauschstelle
  oder  ein  anderes  mit  ihm  in  geschäftlicher  Verbindung  stehendes  oder  durch
das  Mitglied  der  Scheckaustauschstelle  vertretenes  Bankhaus  genannt  ist.  Die
Einlieferungen  bei  der  Scheckaustauschstelle  stellten  sich  während  des  ersten  vollen
Jahres  ihres  Bestehens  auf  349  620  Stück  über  rund  159  Millionen  Mark.
Im  Jahre  1913  hatten  sich  die  Ziffern  auf  408  404  Stück  und  rund  185  Millionen
Mark  gehoben.

Die  Kompensationswirkung  des  Abrechnungsverkehrs,  die  auf  ganz
anderen  Umständen  als  beim  Giroverkehr  beruht,  ist  von  Anfang  an  bemerkenswert
  stabil  gewesen.  Die  kompensierten  Beträge  verhielten  sich  zu  den  Einlieferungen
  fast  durchweg  wie  75:  100.  Im  Maximum  und  Minimum  betrug
die  Verhältnisziffer  80:  100  (1903)  und  73,72  100  (1886).  Die  nicht  kompensierten
  Beträge  sind  indes  nicht  etwa  durch  Barzahlung,  sondern  durch  Giroübertragung,
  also  gleichfalls  bargeldlos  beglichen  worden.

Daneben  war  die  Reichsbank  seit  1906  bemüht  gewesen,  ihrer  durch
mißbräuchliche  Verwendung  von  Bankakzepten  im  Kreditverkehr  bedingten  Inanspruchnahme
  entgegen  zu  wirken.  Die  Verwendung  derartiger  Finanzwechsel
war  seit  dem  schnellen  industriellen  Aufschwunge  Deutschlands  infolge  der  großen
Kapitalnachfrage  mehr  und  mehr  eingerissen.  Bereits  Anfang  Dezember  d.  J.
wurden  die  Leiter  der  Zweiganstalten  an  die  Pflicht  erinnert,  die  zum  Diskont
eingereichten  Wechsel  auch  auf  ihren  geschäftlichen  Ursprung  hin  auf  das  genaueste
zu  prüfen.  Wechseln  gegenüber,  bei  denen  der  Verdacht  vorlag,  daß  sie  zur
dauernden  Beschaffung  von  Betriebskapital  in  Umlauf  gesetzt  waren  oder  auf
bloßer  „Geldmacherei“  beruhten,  sollten  sie  vorsichtige  Zurückhaltung  üben.  Prolongationen
  wurden  im  allgemeinen  nur  bei  solchen  Wechseln  zugelassen,  die  der
Befriedigung  des  vorübergehenden  Geldbedarfs  der  Landwirtschaft  dienten,  aber
auch  bei  diesen  niemals  länger  als  für  drei  Monate.  Es  war  also  in  den  Sonder-Diskont=

  und  lombardpolitische
  Maßnahmen
        <pb n="34" />
        Die  Bankenquete

26  Die  Reichsbaunk  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

fällen,  in  denen  das  Interesse  der  Landwirtschaft  in  Betracht  kam,  der  längeren
Dauer  des  landwirtschaftlichen  Produktionsprozesses  von  der  Aussaat  bis  zur
Ernte  entsprechend,  eine  Kreditbewilligung  bis  zu  6  Monaten  statthaft.  Gleichzeitig
  war  den  Bankanstalten  aufgegeben  worden,  von  der  Ermächtigung,
Wechselkredit  gegen  Sicherheitsstellung  zu  erteilen,  nur  in  Ausnahmefällen,
keinesfalls  aber  bei  Vorliegen  von  Finanzwechseln,  Gebrauch  zu  machen.

Im  Juni  1908  wurde  den  Bankanstalten  noch  einmal  nachdrücklich  die
Reinigung  des  Portefeuilles  von  illegitimen  Kreditwechseln  und  das  Verbot
ihres  Ankaufs  eingeschärft.  Die  Maßnahme  hatte  den  gewünschten  Erfolg;  an
Stelle  der  Finanzwechsel  traten  zum  größten  Teil  solide  Warenwechsel.

Um  zu  verhindern,  daß  die  Inanspruchnahme  der  Reichsbank  an  den
Quartalstagen  sich  in  einer  starken  Zunahme  des  Lombardverkehrs  auswirkte,
war  bereits  Anfang  März  1905  folgendes  bestimmt  worden:  „Die  Zinsen  werden
bei  Darlehne  gegen  Verpfändung  von  Wertpapieren  einschließlich  der  Wechsel,
die  vor  Vierteljahresschluß  über  den  letzten  Werktag  des  Vierteljahres  hinaus
oder  am  ersten  Werktag  des  neuen  Vierteljahres  genommen  werden,  mindestens
für  10  Tage  berechnet.  Erfolgt  die  Rückzahlung  aber  erst  nach  dem  7.  Tage
des  ersten  Monats  im  neuen  Vierteljahr,  so  sind  die  Zinsen  mindestens  für
14  Tage  zu  entrichten.  Bei  allen  übrigen  Darlehnen  werden  die  Zinsen  nur  bis
zu  dem  Tage  der  Rückzahlung  erhoben.“  Da  diese  Vorschrift  nur  eine  vorübergehende
  Entlastung  der  Reichsbank  brachte,  wurde  sie  im  Mai  1911  durch
folgende  ersetzt:  „Im  Effekten=  und  Wechsellombard  wird

1.  für  den  Darlehnsbestand  am  Ultimo  des  Kalendervierteljahres,

2.  für  die  am  ersten  Werktage  des  Kalendervierteljahres  entnommenen
Darlehnsbeträge  unter  Abzug  aller  an  diesem  etwa  erfolgten  Rückzahlungen
außer  den  laufenden  Zinsen  ein  Zinszuschlag  für  10  Tage  berechnet,  wenn
der  Darlehnsbestand  auch  nur  an  einem  dieser  beiden  Tage  den  Betrag  von
30  000  Mark  überschreitet.“

Die  neue  Maßnahme  hat  denn  auch  den  Erwartungen  insofern  entsprochen,  als
das  Anschwellen  der  Lombardanlage  um  die  Zeit  des  Quartalultimos  auf  das
erwünschte  Maß  zurückging.

Das  Jahr  1908  begann,  wie  oben  erwähnt,  mit  einem  Wechsel  in  der
Präsidentenstelle  der  Reichsbank.

Die  erste  Aufgabe  des  neuen  Reichsbankpräsidenten  war  die  Berufung
und  Leitung  der  Bankenquete.  Bereits  seit  Jahren  hatte  das  Geld=  und  Noten-
        <pb n="35" />
        Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges  27

bankwesen  den  Gegenstand  eingehender  kritischer  Erörterungen  gebildet.  Die  allmähliche
  Zuspitzung  der  internationalen  Geldmarktverhältnisse,  die  Krisen  der
Jahre  1906  und  1907  und  deren  Rückwirkung  auf  die  deutsche  Wirtschaft
haiten  dieser  Kritik  und  den  darauf  gegründeten  Reformbestrebungen  neue
Nahrung  gegeben.  Mit  Rücksicht  auf  den  nahen  Ablauf  des  Notenprivilegs
der  Reichsbank  entstand  die  Frage,  in  welcher  Richtung  sich  die  bevorstehende
  gesetzliche  Neuregelung  zu  bewegen  haben  würde.  Die  dieserhalb  zu
treffende  Entschließung  durch  eine  die  einschlägigen  Fragen  umfassende  Enquete
vorzubereiten,  erschien  im  öffentlichen  Interesse,  insbesondere  aber  auch  im
Interesse  der  Reichsbank  selbst,  geboten.  Dementsprechend  legte  der  Stellvertreter
  des  Reichskanzlers  von  Bethmann-Hollweg  am  14.  Januar  1908  im
Reichstage  in  Beantwortung  der  Interpellation  des  Grafen  von  Kanitz  „Was
gedenkt  der  Reichskanzler  zu  tun,  um  den  Unzuträglichkeiten  zu  begegnen,  die
sich  aus  der  jetzigen  Höhe  des  Reichsbankdiskonts  ergeben?"  die  Grundzüge  des
Programms  der  Enquete  dar.

Zur  Durchführung  der  Enquete  wurde  eine  Kommission  berufen,  deren
23  Mitglieder")  der  Elite  des  deutschen  Wirtschaftslebens,  der  Bankpraxis  und

*)  Freiherr  von  Cetto-Reichertshausen,  Direktor  der  Bayerischen  Landwirtschaftsbank,  E.  G.  m.  b.  H.,

München.

lschel,  Arthur,  Bankier  (i.  Fa.  Mendelssohn  &amp;amp;  Co.).  Berlin,

Fischer,  Ernst,  Kommerzienrat,  Privatier,  Vorsitzender  der  Handelskammer,  Reutlingen,

Freiherr  von  Gamp-Massaunen,  Wirklicher  Geheimer  Ober-Regierungsrat.  Mitglied  des  Reichstags
  und  des  Preußischen  Abgeordnetenhauses,  Hebron-Damnitz,  Kreis  Stolp,  und  Massaunen,
Kreis  Gerdauen,

Gontard,  Friedrich,  Fabrikbesitzer  (i.  Fa.  Gontard  K  Henny).  Leutzsch  bei  Leipzig.

Dr.  —1l  Carl,  Präsident  der  Preußischen  Zentral-Genossenschaftskasse.  Berlin,

Kaempf,  Johannes,  Stadtältester,  Präsident  des  deutschen  Handelstags,  Präsident  der  Altesten
der  Kaufmannschaft  von  Berlin.  Vizepräsident  des  Reichstags,  Berlin,

Graf  von  Kanitz,  Kammerherr,  Rittmeister  a.  D.,  Mitglied  des  Reichstags  und  des  Preußischen
Abgeordnetenhauses,  Podangen  bei  Tüngen  (Ostpr.),  4

Dr.  Lexis,  W.,  Geheimer  Ober-Regierungsrat,  ordentlicher  Professor  der  Staatswissenschaften  an
der  Universität  Göttingen.

Mommsen,  Karl,  Gerichtsassessor  a.  D.,  Direktor  der  Mitteldeutschen  Creditbank,  Mitglied  des
Reichstags,  Berlin

Müller,  Richard,  Fabrikbesitzer.  Stadtrat,  Mitglied  des  Reichstags,  Fulda,

Peter,  Karl,  Direktor  der  Vereinsbank  Karlsruhe  (Baden),

Raab,  Friedrich,  Porzellanmaler,  Mitglied  des  Reichstags,  hamburg,

Dr.  Riesser,  Jakob.  Geh.  Fustidrat.  ordentlicher  Honorarprofessor  an  der  Universität  Berlin,  Berlin.

Noland  Lüch-  t  ittergutsbesitzer,  ehem.  Direktor  der  Deutschen  Bank,  Sonnenburg  bei
Freienwalde  er),  4

Schinckel,  Max,  Vorsitzender  der  Handelskammer  in  Hamburg,  persönlich  haftender  Gesellschafter
E  Bank  in  Hamburg,  Geschäftsinhaber  der  Direction  der  Disconto-Gesellschaft
in  Berlin,  Hamburg,

Dr.  Schmidt,  A.  Mitglied  des  Direktoriums  der  Friedr.  Krupp  Aktiengesellschaft,  Essen  (Ruhr),

Singer,  Paul.  Privatlier,  Stadtverordneter.  Mitalied  des  Reichstags,  Berlin,

Dr.  Ströll,  Moritz,  Direktor  der  Bayerischen  Notenbank.  München,

Dr.  Wachler,  Paul,  Ober-Bergrat  a.  D.,  Mitglied  des  Herrenhauses,  Berlin-Charlottenburg,

Dr.  Wagner,  Adolph,  Geheimer  Regierungsrat,  ordentlicher  Professor  der  Staatswissenschaften
an  der  Universität  Berlin,  Berlin,

Freiherr  von  Wangenheim,  Rittergutsbesitzer,  Vorsitzender  des  Bundes  der  Landwirte,  Klein-Spiegel
  bei  Groß-Mellen,  Regierungsbezlrk  Stettin,  Z  »

Dr.  Weber,  August,  Direktor  der  Löbauer  Bank,  Mitglied  des  Reichstags,  Löbau  (Sachsen).
        <pb n="36" />
        28  Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

der  Bankwissenschaft  angehörten.  Den  Vorsitz  führte  auf  Wunsch  des  Reichskanzlers
  der  Reichsbankpräsident  Havenstein.  Die  Stellvertretung  im  Vorsitz
wurde  dem  Vizepräsidenten  IDr.  v.  Glasenapp  übertragen.  Vertreter  der  Reichsregierung
  und  der  Bundesstaaten  waren  ständig  anwesend.  Die  Vernehmungen
erfolgten  an  Hand  eines  in  der  Hauptsache  von  der  Reichsbank  vorbereiteten
Fragebogens,  welcher  den  zu  behandelnden  Stoff  in  6  Hauptpunkte  gliederte.
Sie  sind  kurz  gefaßt  die  folgenden:

1.  Erhöhung  des  Grundkapitals  und  des  Reservefonds  der  Reichsbank;
2.  Erhöhung  des  steuerfreien  Notenkontingents;

3.  Mittel  zur  Verstärkung  des  Goldvorrats  im  Wege  des  Goldbezugs  aus
dem  Auslande  und  der  Verhinderung  des  Goldabflusses  dahin;  Wesen  und
Anwendbarkeit  der  sogenannten  Prämienpolitik;

4.  Verstärkung  des  Barvorrats  aus  dem  Inlandsverkehr  durch  die  Ausstattung
  der  Reichsbanknote  mit  der  Eigenschaft  als  gesetzliches  Zahlungsmittel,
  durch  vermehrte  Ausgabe  von  Reichsbanknoten  zu  50  und  20  Mark
und  durch  Einschränkung  des  Bedarfes  an  Umlaufsmitteln  im  Wege  der
Erweiterung  und  Vertiefung  des  Giro-,  Scheck=  und  Abrechnungsverkehrs;

5.  Verminderung  der  Inanspruchnahme  der  Reichsbank  durch  Einschränkung
der  Kreditansprüche  des  Verkehrs,  insbesondere  an  den  Quartalsterminen,
im  Wege  einer  Verlegung  der  herkömmlich  an  den  Quartalsersten  fälligen
Zahlungen  (Gehälter,  Mieten,  Hypotheken)  sowie  im  Wege  einer  Verteuerung
  der  Zinsen  zu  den  Quartalsschlüssen;  Einschränkung  der  Kreditansprüche
  des  Reiches  im  Wege  der  Verstärkung  der  Betriebsmittel  der
Reichshauptkasse  und  einer  anderweiten  Regelung  der  Begebung  von
Reichsschatzanweisungen;

6.  Maßnahmen  im  Interesse  der  Sicherheit  und  Liquidität  der  Anlage  von
Depositen  und  Spargeldern.

Zwecks  Vereinfachung  der  Arbeiten  der  Enquete-Kommission,  die  mehr
als  120  Sachverständige  im  kontradiktorischen  Verfahren  zu  vernehmen  hatte,
wurden  zwei  Unterkommissionen  gebildet,  und  zwar  die  eine  für  Punkt  1  und  2,
die  andere  für  Punkt  6  des  Fragebogens,  während  die  Gesamtkommission  die
übrigen  Punkte  behandeln  sollte.  Jedes  Mitglied  der  Kommission  sprach
schließlich  seine  Ansicht  in  einem  motivierten  Gutachten  aus.  Beschlußfassungen
über  die  einzelnen  Fragen  waren  jedoch  nicht  vorgesehen.  Das  Ergebnis  der
Kommissionsberatungen  läßt  sich  kurz  dahin  zusammenfassen:
        <pb n="37" />
        Zu  1.

Zu  2.

Zu  3.

Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges  290

Die  Frage  der  Erhöhung  von  Grundkapital  und  Reservefonds  wurde  im
allgemeinen  als  nicht  besonders  wichtig  angesehen.  Hinsichtlich  des  Grundkapitals
  überwog  die  Überzeugung,  daß  die  Stärke  und  Leistungsfähigkeit  der
Reichsbank  von  anderen  Faktoren  als  von  der  Höhe  des  Grundkapitals  abhänge.
Vereinzelt  wurde  die  Erhöhung  zwecks  Schaffung  neuer  Betriebsmittel,  Stärkung
der  Lombardkraft  und  Steigerung  des  im  Grundkapital  liegenden  Garantiefonds
befürwortet.  Eine  nicht  unerhebliche  Anzahl  von  Sachverständigen  und  Mitgliedern
  empfahl,  die  Frage  dem  Ermessen  der  Reichsbank  zu  überlassen.

Die  Verstärkung  der  Reserve  fand  dagegen  überwiegend  Zustimmung,
namentlich  im  Hinblick  auf  den  hohen  Stand  des  Grundstückskontos  der  Reichsbank,
  das  Ende  1907  bei  einer  Belastung  von  54,8  Millionen  Mark  den  Reservefonds
  von  64,8  Millionen  Mark  zu  nicht  weniger  als  85⅝/  in  Anspruch  nahm.
Auch  wurde  empfohlen,  bei  Erreichung  einer  gewissen  Maximalhöhe  keine  automatische
  Schließung  des  Reservefonds  eintreten  zu  lassen.

Vereinzelt  wurde  eine  Beseitigung  der  Kontingentierungsvorschriften
angeregt.  Die  überwiegende  Mehrzahl  hielt  jedoch  die  Aufrechterhaltung  dieser
Vorschriften  für  zweckmäßig,  da  sie  in  der  Feststellung  und  Bekanntgabe  eines
steuerpflichtigen  Notenumlaufs  bedeutsame  und  von  der  Geschäftswelt  beachtete
„Sturmzeichen“  und  „Warnungssignale“  erblickte.  Sie  empfahl  indessen  eine
Erhöhung  des  steuerfreien  Notenkontingents  der  Reichsbank.

Darüber,  daß  für  den  Zu-  und  Abfluß  von  Gold  in  allererster  Linie  die
deutsche  Zahlungsbilanz  maßgebend  sei,  die  sich  durch  bank=  und  währungspolitische
  Maßnahmen  nur  in  sehr  beschränktem  Umfange  beeinflussen  lasse,
bestand  allgemeines  Einverständnis.  Das  in  dieser  Hinsicht  von  der  Reichsbank
bisher  befolgte  Verfahren  wurde  im  ganzen  und  großen  als  richtig  angesehen.
Insbesondere  wurde  anerkannt,  daß  die  Reichsbank  durch  ihr  Dewvisengeschäft,
das  sie  seit  Beginn  des  Jahres  1908  auf  eine  breitere  Grundlage  gestellt  hatte,
gute  Erfolge  erzielt  habe.  Die  weitere  Pflege  des  Devisengeschäfts  wurde  eindringlich
  empfohlen.  Das  seit  langen  Jahren  von  der  Reichsbank  zwecks  Heranziehung
  ausländischen  Goldes  angewendete  Mittel  der  Gewährung  zinsfreier
Vorschüsse  auf  die  Goldeinfuhr  wurde  allseitig  gebilligt.

Ganz  allgemein  war  innerhalb  der  Kommission  die  Ablehnung  der
sogenannten  Prämienpolitik.  Empfohlen  wurde  demgegenüber  die  Herstellung

von  Goldzainen,  Goldlamellen  und  Goldbarren  in  der  für  die  Industrie  passenden

Form  und  Feinheit  zwecks  Abgabe  an  die  industriellen  Unternehmungen.
        <pb n="38" />
        Zu  4.

30  Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

Die  Reichsbank  hatte  kleine  Goldbarren  schon  seit  Jahren  abgegeben.  Im
Herbst  1908  ging  sie  dazu  über,  auf  Antrag  Goldzaine  zum  Feingehalt  von
Wa  also  zum  Feingehalte  der  Goldmünzen,  in  ausgewalzten  Stäben  im
Gewichte  von  200  bis  400  g  anfertigen  zu  lassen.  Vom  Jahre  1910  ab  gab  sie
auch  Goldplättchen  in  der  Form  und  dem  Feingehalt  der  Zwanzigmarkstücke  für
die  Industrie  ab.

Die  Frage  der  Ausstattung  der  Reichsbanknote  mit  der  Eigenschaft  eines
gesetzlichen  Zahlungsmittels  wurde  mit  Rücksicht  auf  ihre  große  finanz=  und
allgemein-politische  Bedeutung  sehr  eingehend  erörtert.  Es  fehlte  nicht  an  zahlreichen
  Gegnern,  welche  vom  grundsätzlichen  Standpunkte  ernstliche  Bedenken
erhoben.  Auf  der  andern  Seite  war  anzuerkennen,  daß  es  sich  im  Grunde  nur
um  die  Legalisierung  eines  tatsächlich  seit  langer  Zeit  bestehenden  Zustandes
handelte,  die  im  Interesse  der  Sicherheit  des  Verkehrs  ratsam  erscheinen  mußte.
Schließlich  fand  diese  Auffassung  die  Zustimmung  der  großen  Mehrheit  der
Kommission.  Dabei  wurde  indessen  befürwortet,  die  Einlösbarkeit  der  Note
in  Gold  festzustellen,  so  daß  auch  die  Zwanzigmarknote  auf  Verlangen  in  Gold
eingelöst  werden  mußte,  ungeachtet  der  bis  zur  Höhe  von  20  Mark  bestehenden
gesetzlichen  Zahlkraft  der  Silbermünzen.  Einverständnis  herrschte  darüber,  daß
die  gesetzliche  Zahlkraft  nicht  auf  Reichskassenscheine  und  nicht  auf  Privatbanknoten
  auszudehnen  sei.  Es  wurde  jedoch  geraten,  in  Erweiterung  der
bestehenden  Vorschriften,  den  Umtausch  der  Privatbanknoten  gegen  Reichsbanknoten
  bei  den  Zweiganstalten  der  Reichsbank  unter  bestimmten  Voraussetzungen
zuzulassen,  um  den  Privatnotenbanken  einen  gewissen  Ausgleich  zu  bieten.

Eine  dem  tatsächlichen  Bedürfnis  entsprechende  Ausstattung  des  Verkehrs
  mit  Zwanzig-  und  Fünfzigmarknoten  wurde  allseitig  als  gerechtfertigt
anerkannt.  Von  diesem  Gesichtspunkte  aus  billigte  die  Kommission  auch  die  auf
Beseitigung  der  bisherigen  Kontingentierung  der  Ausgabe  kleiner  Noten  gerichteten
  Bestrebungen  der  Reichsbank.

Die  Erweiterung  des  Giro-,  Scheck-  und  Abrechnungsverkehrs  wurde
ausnahmslos  empfohlen.  Eine  Erhöhung  der  (unverzinslichen)  Mindestguthaben
  im  Giroverkehr  begegnete  überwiegendem  Widerspruch,  da  von  ihr  eine
Einschränkung  der  Girokonten  befürchtet  wurde.  Hinsichtlich  der  Frage  der
Annahme  verzinslicher  Depositen  gingen  die  Meinungen  auseinander.  Die
große  Mehrzahl  der  Kommissionsmitglieder  sprach  sich  indessen  aus  bankpolitischen

  Gründen  gegen  das  verzinsliche  Depositengeschäft  aus.  Die  Anregung
        <pb n="39" />
        Zu  5.

Zu  6.

Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges  31

des  Ankaufs  von  Inlandsschecks  seitens  der  Notenbanken  begegnete  keinem
Widerstand.  Die  Idee  der  Schaffung  eines  Reichsclearings  wurde  als  verfrüht
angesehen,  während  die  Einrichtung  von  Provinzialclearings  lebhaften  Anklang
fand.  Die  hier  gegebenen  Anregungen  sind,  soweit  angängig,  späterhin  bei  der
Einrichtung  der  Berliner  Scheckaustauschstelle  berücksichtigt  worden.

Was  die  Frage  der  Einschränkung  der  Kreditansprüche  des  Verkehrs
anlangt,  so  ging  die  überwiegende  Meinung  in  Übereinstimmung  mit  den  Anschauungen
  der  Reichsbank  dahin,  daß  nur  die  Zurückdrängung  illegitimer
Kreditansprüche  in  Frage  kommen  könne,  und  daß  die  Reichsbank  mit  der
Reinigung  ihres  Portefeuilles  von  Finanzwechseln  auf  dem  rechten  Wege  sich
befinde.  Von  einer  Verteuerung  der  Lombardentnahmen  zu  den  Quartalsschlüssen
  durch  Vermehrung  der  zinspflichtigen  Tage  wurde  abgeraten.  Über
die  Frage,  ob  eine  Verteilung  des  Quartalsbedarfes  unter  Verlegung  der  herkömmlich
  an  den  Ouartalsersten  fälligen  Zahlungen  zweckmäßig  und  möglich
sei,  gingen  die  Meinungen  auseinander.  Dabei  wurde  darauf  aufmerksam
gemacht,  daß  die  Konzentration  der  Zahlungen  auf  die  Quartalstermine  vielfach
die  Gelegenheit  zu  umfangreichen  Kompensationen  bietet.

Die  Verstärkung  der  Betriebsmittel  der  Reichshauptkasse  wurde  allseitig
empfohlen.  Die  Beseitigung  der  für  die  Reichsbank  aus  der  bisherigen  Unzulänglichkeit
  dieser  Mittel  entstandenen  Schwierigkeiten  erwartete  man  jedoch  in
der  Hauptsache  von  einer  durchgreifenden  Finanzreform,  die  das  Reich  auch  in
bezug  auf  die  Begebung  seiner  Schatzanweisungen  unabhängiger  von  der  Reichsbank
  machen  sollte.  Das  Vorhandensein  eines  angemessenen  Bestandes  von
Reichsschatzanweisungen  im  Portefeuille  der  Reichsbank  wurde  —  namentlich
unter  dem  Gesichtspunkte  einer  gelegentlichen  Rediskontierung  —  nicht  als
unangebracht  bezeichnet.

Auf  dem  die  Banken,  Genossenschaften  und  Sparkassen  berührenden  Gebiete
  des  Depositenwesens  hatten  einflußreiche  Interessentengruppen  gesetzliche
Regelungen  verlangt,  die,  wenn  nötig,  in  einem  „Depositengesetz“  gipfeln  sollten.
Die  überwiegende  Meinung  der  Kommissionsmitglieder  ging  jedoch  dahin,  daß
ein  Eingreifen  der  Gesetzgebung  zu  vermeiden  sei  und  daß  statt  dessen  die  Kreditinstitute
  die  geeigneten  Maßnahmen  aus  freien  Stücken  zu  treffen  hätten.  An
den  meisten  der  von  der  Kommission  behandelten  Fragen  war  die  Reichsbank
nur  indirekt  interessiert.  Es  erübrigt  sich  deshalb,  auf  sie  hier  näher  einzugehen.
Von  großem  Interesse  waren  indessen  die  Verhandlungen  und  deren  Ergebnisse
        <pb n="40" />
        Die  Veröffentlichung  von
Zweimonatsbilanzen

32  Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

für  die  Reichsbank  insoweit,  als  sie  die  Forderung  nach  größerer  Publizität  der
Banken  in  Sachen  der  Bilanzaufstellung  betrafen.  Diese  Forderung  lag  ganz
in  der  Richtung,  in  welcher  der  Reichsbankpräsident  Havenstein  die  deutsche
Geld=  und  Bankverfassung  ausgebaut  zu  sehen  wünschte.  Sein  Ziel  ging  dahin,
die  Kreditinstitute  zu  veranlassen,  Barreserven  in  erheblich  größerem  Ausmaße
als  bisher  zu  halten  und  auf  diese  Weise  die  Grundlage  des  gesamten  deutschen
Kreditverkehrs  zu  festigen  und  zu  stärken.  Es  leuchtet  ein,  daß  eine  erweiterte
Publizität  der  Bankbilanzen  auf  eine  Verstärkung  der  eigenen  Barreserven  der
Banken  hinwirken  mußte.

Auf  Grund  des  Ergebnisses  der  Vernehmungen  der  Sachtverständigen
entschlossen  sich  die  Großbanken  noch  vor  den  abschließenden  Kommissionsberatungen
  freiwillig,  den  Wünschen  des  Reichsbankpräsidenten  entgegenzukommen.
  Sie  kamen  überein,  alle  zwei  Monate  Bilanz  zu  ziehen  und  sie  zu
veröffentlichen.  Durch  die  Publikation  sollte  der  Offentlichkeit  eine  Kontrolle
darüber  ermöglicht  werden,  ob  die  Kreditinstitute  die  ihnen  anvertrauten
Depositen  und  Spargelder  nach  soliden  Grundsätzen  zweckentsprechend  verwalteten.
  Die  Vereinbarung  ging  dahin,  die  Bilanzen  jeweils  für  den
28.  Februar,  30.  April,  30.  Juni,  31.  August  und  31.  Oktober  zu  ziehen,  und
spätestens  am  letzten  Tage  des  darauf  folgenden  Monats  zu  veröffentlichen.  Für
den  31.  Dezember  kam  die  Aufstellung  einer  Bilanz  im  Hinblick  auf  die
für  diesen  Tag  zu  veröffentlichende  Jahresbilanz  in  Fortfall.  Fünf  Provinzbanken
folgten  alsbald  dem  von  Berlin  gegebenen  Beispiel.  Unter  dem  31.  März  1909
erschien  die  erstmalige  Veröffentlichung  der  Zweimonatsbilanzen  von  dreizehn
der  bedeutendsten  Banken  Deutschlands.

Die  Bekanntmachung  betreffend  die  Zulassung  von  Wertpapieren  zum
Börsenhandel  vom  4.  Juli  1910  (RGBl.  S.  917)  schuf  einen  indirekten  Zwang
zur  Teilnahme  an  den  zweimonatlichen  Bilanzveröffentlichungen  dadurch,  daß
sie  die  Zulassung  von  Bankaktien  zum  Handel  an  einer  deutschen  Börse  von  der
Übernahme  der  Pflicht  zur  Veröffentlichung  von  Zwischenbilanzen  abhängig
machte.  Nach  und  nach  wurde  auch  das  der  Veröffentlichung  zugrunde  zu  legende
Bilanzschema  erweitert  und  vervollkommnet.  Durch  Bekanntmachung  des  Reichskanzlers
  vom  30.  Juli  1911  (Reichsanzeiger  Nr.  183)  ist  das  neue  Schema  zur
allgemeinen  Kenntnis  gebracht  und  für  die  zur  Veröffentlichung  verpflichteten
Banken  obligatorisch  erklärt  worden.
        <pb n="41" />
        Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges  33

Vom  Jahre  1912  ab  erfolgte  die  Veröffentlichung  der  Zweimonatsbilanzen
  im  Einverständnis  mit  den  Banken  im  Reichsanzeiger  und  zwar  in
Gestalt  der  von  der  Reichsbank  bearbeiteten  statistischen  Zusammenstellung
„Bilanzübersichten  deutscher  Kreditbanken“.  Die  Zahl  der  beteiligten  Kreditbanken
  war  damals  schon  auf  86  gestiegen,  denen  sich  noch  4  Hypothekenbanken
angeschlossen  hatten.

Die  im  Reichsanzeiger  vom  30.  Juli  1914  bekanntgegebene  bereits
100  Kreditinstitute  umfassende  Ubersicht  war  die  letzte,  die  der  Offentlichkeit
zugänglich  gemacht  wurde.  Infolge  der  Kriegsereignisse  mußten  die  Veröffentlichungen
  vorläufig  eingestellt  werden.  Die  Pflicht  der  Banken,  die  Zweimonatsbilanzen
  aufzustellen  und  der  Reichsbank  einzureichen,  blieb  indes  unberührt,
da  es  für  die  Reichsbank  gerade  jetzt  wichtig  war,  über  den  Stand  der
Kreditbanken  fortlaufend  unterrichtet  zu  sein.  Angesichts  der  durch  die  Kriegsund
  Nachkriegszeit  bedingten  Verhältnisse,  welche  häufig  die  Bilanzaufstellung
aufs  äußerste  erschwerten,  konnte  jedoch  auf  Erfüllung  dieser  Verpflichtung
nicht  bestanden  werden.  Die  letzten  Mitteilungen  wurden  im  Jahre  1920  der
Reichsbank  eingereicht.  Wieder  aufgenommen  wurden  die  Veröffentlichungen
erst  mit  dem  Jahre  1925.  Nach  dem  Stande  vom  31.  Oktober  1925  sind  an  ihnen
89  Kreditbanken,  19  Staats=  und  Landesbanken,  darunter  die  Preußische  Staatsbank,
  3  Hypothekenbanken  und  14  Girozentralen  beteiligt.

Nach  den  Ergebnissen  der  Bankenquete  stand  der  Inhalt  der  neuen  Bankgesetzuovelle
  in  den  Hauptpunkten  fest.  Von  einer  grundsätzlichen  Anderung
der  Bankverfassung  im  Wege  einer  Verstaatlichung  der  Reichsbank  wurde  von
vornherein  Abstand  genommen.  Die  Anderungen  des  Bankgesetzes  beschränkten
sich  auf  folgende  Punkte:

1.  Die  Begrenzung  der  Höhe  des  Reservefonds,  die  bisher  auf  60  Millionen
Mark  festgesetzt  war,  wurde  aufgehoben.  Zu  der  nunmehr  wieder  erforderlich
  werdenden  Ausstattung  des  Fonds  hatten  die  Anteilseigner  und  das

Reich  je  die  Hälfte  beizutragen,  während  bisher  die  Anteilseigner  zu
und  das  Reich  zu  ).  an  der  Dotierung  beteiligt  waren;

2.  Das  Kontingent  steuerfreier  Noten  der  Reichsbank  erfuhr  eine  Erweiterung
auf  550  Millionen  Mark;  um  der  starken  Inanspruchnahme  an  den
Quartalsterminen  Rechnung  zu  tragen,  wurde  es  für  diese  Tage  weiter  auf

I.  Teil  3

Die  Bankgesetznovelle
vom  1.  Juni  1909
        <pb n="42" />
        34  Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

750  Millionen  Mark  heraufgesetzt.  Unter  Hinzurechnung  der  unverändert
gebliebenen  Kontingente  der  Privatnotenbanken  stellte  sich  nunmehr  das
Gesamtkontingent  auf  618,771  bezw.  818,771  Millionen  Mark;

3.  Die  Reichsbanknote  wurde  zum  gesetzlichen  Zahlungsmittel  erklärt.  Hinsichtlich
  der  Privatbanknoten,  die  gesetzlich  zugelassene  Zahlungsmittel  sind,
blieb  es  bei  dem  bisherigen  Rechtszustande;

4.  Um  den  Charakter  des  deutschen  Geldwesens  als  einer  Goldwährung
schärfer  in  die  Erscheinung  treten  zu  lassen,  wurde  die  Einlösung  der
Reichsbanknoten  „gegen  deutsche  Goldmünzen“,  statt  wie  bisher  „gegen

kursfähiges  deutsches  Geld“  ausdrücklich  vorgeschrieben.

Der  Umlauf  der  Privatbanknoten  erfuhr  dadurch  eine  Erleichterung,
daß  die  Reichsbank  verpflichtet  wurde,  die  Privatbanknoten  über  die  schon
bisher  bestehende  Pflicht  der  Inzahlungnahme  hinaus  innerhalb  ihres
Heimatstaates  bei  allen  daselbst  belegenen  Bankanstalten  gegen  eigene
Noten  umzutauschen;

5.  Reichsbank  und  Privatnotenbanken  erhielten  die  Befugnis  zum  Ankauf
von  Inlandsschecks,  die  bisher  nur  als  Inkassopapiere  in  die  Bestände  übergehen
  konnten.  Außerdem  wurde  der  Kreis  der  lombardfähigen  Wertpapiere
  durch  die  Einbeziehung  bestimmter  Realkreditschuldverschreibungen
erweitert  und  der  Reichsbank  insbesondere  noch  die  Befugnis  verliehen,
Reichs=  und  Staatsschuldbuchforderungen  zu  beleihen  unter  gleichzeitigem
Erlaß  gesetzlicher  Vorschriften,  welche  das  Pfandrecht  der  Reichsbank  an
den  verpfändeten  Buchforderungen  sicher  stellten;

6.  Der  Reichsbank  wurde  allgemein  die  Verpflichtung  auferlegt,  die  Geschäfte
der  Reichshauptkasse  unentgeltlich  zu  besorgen.

Die  Vorschriften  über  die  Erweiterung  des  Geschäftskreises  der  Notenbanken
  und  über  die  gesetzliche  Zahlkraft  der  Reichsbanknote  traten  bereits  am
1.  Januar  1910,  die  übrigen  Vorschriften  erst  am  1.  Januar  1911  in  Kraft.

Das  Gesetz  wurde  am  5.  Juli  1909  veröffentlicht,  nachdem  die  Generalversammlung
  der  Anteilseigner  am  24.  Juni  des  Jahres  sich  mit  demselben
einverstanden  erklärt  hatte.
        <pb n="43" />
        Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges  35

Die  durch  die  Bankenquete  näher  beleuchtete  Reformbedürftigkeit  der
deutschen  Kreditverhältnisse  gab  der  Reichsbankverwaltung  Anlaß,  auf  das
Zustandekommen  einer  Vereinbarung  der  führenden  deutschen  Banken  und
Bankiers  über  ihre  wichtigsten  Geschäftsbedingungen  mit  Nachdruck  hinzuwirken.

Bereits  auf  dem  ersten  allgemeinen  deutschen  Bankiertag  in  Frankfurt
  a.  M.  im  Jahre  1902  war  eine  Kommission  mit  der  Aufgabe  gewählt
worden  „behufs  Regelung  der  Provisionssätze  sowohl  zwischen  den  Bankiers  an
Börsenplätzen  und  den  Provinzbankiers  als  auch  in  Sonderheit  in  bezug  auf  das
Verhältnis  zu  den  Privatkunden“  zu  verhandeln.  Die  dahingehenden  Bestrebungen
  waren  jedoch  mehr  Ausdruck  privatwirtschaftlicher  Interessenpolitik  und
sind  ohne  bemerkenswerten  Erfolg  geblieben.  Die  Ergebnisse  der  Bankenquete
bewogen  die  Reichsbank,  die  Förderung  dieser  Pläne  vom  Standpunkte  des
öffentlichen  Interesses  aus  ernstlich  in  die  Hand  zu  nehmen.

Als  die  Großbanken  mit  Unterstützung  des  Reichsbankpräsidenten  die
früheren  Einigungsbestrebungen  wieder  aufnahmen,  fanden  sie  in  der  Bankwelt
kaum  ernstlichen  Widerstand.  Die  Bestrebungen  erstreckten  sich  auf  alle  größeren
Bankplätze  Deutschlands.  Ihren  Mittelpunkt  fanden  sie  in  der  Vereinigung  von
Berliner  Banken  und  Bankiers,  der  sogenannten  Berliner  Stempelvereinigung,
die  von  Anfang  an  durch  ihr  führendes  Institut,  die  Direction  der  Discontogesellschaft,
  sich  mit  dem  Reichsbankpräsidenten  ins  Benehmen  setzte,  wo  sich
Schwierigkeiten  ergaben.

Auf  die  materielle  Gestaltung  der  Geschäftsbedingungen  nahm  die  Reichsbank
  keinen  Einfluß.  Sie  wirkte  lediglich  auf  das  Zustandekommen  einer  Vereinbarung
  hin,  half  den  Widerstand  solcher  Institute,  deren  Fernbleiben  den  Zusammenschluß
  gefährdet  hätte,  überwinden  und  suchte  bei  auftretenden  Meinungsverschiedenheiten
  zu  vermitteln.

Auf  der  Münchener  Tagung  des  Jahres  1912  faßte  der  vierte  allgemeine
deutsche  Bankiertag  folgende  Resolution:  „Der  Bankiertag  spricht  sich  auch  im
Interesse  der  Erhaltung  eines  kräftigen  Privat-Bankierstandes  für  die  Förderung
aller  Bestrebungen  aus,  welche  auf  die  Schaffung  und  Sicherung  angemessener
Geschäftsbedingungen  im  Bankverkehr  sowie  auf  die  Bekämpfung  von  Ausschreitungen
  im  bankgeschäftlichen  Wettbewerb  gerichtet  indod.  .

Nach  Abschluß  der  eingeleiteten  Verhandlungen  ließ  am  27.  Mai  1913
die  Berliner  Bankenvereinigung  dem  Reichsbankpräsidenten  durch  die  Direction
der  Discontogesellschaft  berichten,  daß  die  Verhandlungen  für  den  Berliner  Platz
zu  endgültigen  allgemeinen  Abmachungen  hinsichtlich  der  Kreditgewährung  und

37

Zusammenschluß
im  Bankgewerbe
        <pb n="44" />
        36  Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

Geldhereinnahme  geführt  hätten.  Gleichzeitig  waren  die  weiteren  für  die  Zentren
des  Geld=  und  Kreditverkehrs  in  Aussicht  genommenen  Bankenvereinigungen
gebildet  worden  und  hatten  die  Berliner  Abmachungen  mit  den  durch  die
besonderen  Verhältnisse  ihres  Platzes  oder  Bezirks  bedingten  Anderungen  erörtert
und  mit  Gültigkeit  für  ihren  Bezirk  beschlossen.

An  die  Spitze  der  Abmachungen  stellten  die  Bankenvereinigungen  den
übereinstimmend  gefaßten  Beschluß:  „Im  Interesse  der  Entlastung  der  Reichsbank
  ist  es  wünschenswert,  daß  die  Reichsbank  insbesondere  an  den  Quartalsterminen
  in  möglichst  geringem  Umfange  durch  die  Entziehung  flüssiger  Mittel
in  Anspruch  genommen  wird.  Zu  diesem  Zwecke  werden  die  Mitglieder  der  an
den  „Allgemeinen  Abmachungen“  beteiligten  Vereinigungen  von  Banken  und
Bankiers  darauf  bedacht  sein,  dauernd  reichere  Kassenbestände,  sei  es  in  barem
Gelde,  sei  es  in  Guthaben  bei  der  Bank  des  Berliner  Kassenvereins  oder  bei  enlsprechenden
  Instituten  an  anderen  Plätzen  sowie  bei  der  Reichsbank  zu  unterhalten.
  Sie  werden  nach  Möglichkeit  die  Aufnahme  von  Lombarddarlehnen  bei
der  Reichsbank  zu  vermeiden  suchen  und  sich  bemühen,  ihre  Wechseldiskon
tierungen  auf  kürzere  Termine  zu  beschränken.“

Für  die  Reichsbank  bildete  dieser  Beschluß  den  Kernpunkt  der  Abmachungen.
  Durch  seine  einstimmige  Gutheißung  seitens  sämtlicher  an  den  Abmachungen
  beteiligter  Bankenvereinigungen  haben  deren  Mitglieder,  wie  in  dem
Protokoll  vom  13.  Dezember  1912  ausdrücklich  festgestellt  ist,  die  Verpflichtung
übernommen,  auf  dem  angegebenen  Wege  an  der  Entlastung  der  Reichsbank
mitzuarbeiten.  Der  Beschluß  ist  nicht  ohne  erfreuliche  Folgen  geblieben,  wenngleich
  die  Verhältnisse  der  späteren  Kriegs=  und  Nachkriegszeit  diese  zeitweise
nicht  zur  vollen  Auswirkung  kommen  ließen.

Durch  den  Krieg  erweiterte  sich  der  Wirkungskreis  der  Bankenvereinigungen
  erheblich.  Hier  kam  vor  allem  die  Zusammenarbeit  mit  der  Reichsbank
für  die  Regelung  des  Devisenhandels,  für  die  Förderung  der  Effektenausfuhr  und
Beschaffung  von  Krediten  im  Auslande,  für  die  Anmeldung  des  feindlichen  Vermögens
  sowie  für  die  Frage  der  Ausbreitung  des  bargeldlosen  Zahlungverkehrs
in  Betracht.

Im  Jahre  1916  wurden  neue  Verhandlungen  eingeleitet,  die  zu  einer
Erweiterung  der  „Allgemeinen  Abmachungen“  führten.

Die  Reichsbank  hat,  ohne  selbst  den  Abmachungen  angeschlossen  zu  sein,
ihre  Gebührensätze  den  von  den  Bankenvereinigungen  beschlossenen  Sätzen  jeweils
angepaßt.
        <pb n="45" />
        Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges  37

In  der  Nachkriegszeit  wurden  die  in  den  Bankervereinigungen
zusammengeschlossenen  Banken  von  der  Reichsbank  vielfach  zur  Lösung  der  sich
ergebenden  großen  Aufgaben  (Gründung  der  Reichsanleiheaktiengesellschaft,
Emission  der  Dollarschatzanweisungen  und  der  sogenannten  Goldanleihe,  Errichtung
  der  Deutschen  Golddiskontbank)  herangezogen.

Bis  weit  über  die  Mitte  der  90er  Jahre  hinaus  hatte  die  Reichsbank  das
Auslandswechselgeschäft  hauptsächlich  unter  dem  Gesichtspunkte  betrieben,  daß
dem  Handel  und  der  Industrie  an  jedem  Bankplatze  Gelegenheit  geboten  werden
sollte,  Zahlungsmittel  auf  das  Ausland  jederzeit  zu  angemessenen  Bedingungen
und  Gebührensätzen  leicht  zu  erwerben  und  abzugeben.  Die  Umsätze  hielten  sich
demgemäß  bis  dahin  in  engen  Grenzen.  Erst  gegen  Ende  des  Jahres  1898  ging
die  Bank  dazu  über,  langfristige  Auslandswechsel  an  der  Börse  in  größeren
Posten  anzukaufen,  um  nötigenfalls  durch  deren  Begebung  stärker  auf  die
Devisenkurse  drücken  zu  können.  Dementsprechend  steigerten  sich  die  Devisenbestände
  einschließlich  der  Guthaben  bei  den  ausländischen  Korrespondenten.
Im  Durchschnitt  des  Jahres  1896  waren  sie  nicht  über  6,5  Millionen  Mark
hinausgegangen.  Im  Jahre  1900  erreichten  sie  bereits  eine  mittlere  Höhe  von
42,9  Millionen  und  im  Jahre  1907  eine  solche  von  64,3  Millionen  Mark.  Gegen
Ende  dieses  Jahres  mußten  die  Bestände  stark  angegriffen  werden,  um  die  passiv
gewordene  Goldbilanz  wieder  auszugleichen.

Dabei  hatte  sich  herausgestellt,  daß  die  wirksame  Bekämpfung  eines
ungünstigen  Standes  der  Wechselkurse  den  weiteren  Ausbau  des  Auslandswechselgeschäfts
  und  die  regelmäßige  Überwachung  der  Kursfeststellung  an  der
Devisenbörse  voraussetzt  und  erfordert.  Es  wurde  deshalb  im  März  1908  eine
selbständige  Devisenabteilung  geschaffen,  deren  Leiter  die  Börse  regelmäßig  zu
besuchen  und  auf  dem  Devisenmarkte  sich  zu  betätigen  hat.

Das  Geschäft  nahm  denn  auch  alsbald  den  erstrebten  Aufschwung.  Schon
im  Jahre  1908  hob  sich  der  durchschnittliche  Devisenbestand  auf  70,9  Millionen,
der  durchschnittliche  Bestand  an  Korrespondentenguthaben  auf  51,1  Millionen
Mark.  Die  Hcchstziffer  der  Vorkriegszeit  im  Jahresdurchschnitt  erreichten
diese  Bestände  im  Jahre  1911,  als  sich  die  Auslandswechsel  auf  162,4,  die  Guthaben
  auf  77,7  Millionen  Mark  stellten.  Das  Verhältnis  des  Auslandswechsel-Das

  Devisengeschäft
        <pb n="46" />
        38  Die  Reichsbank  von  1901  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges

portefeuilles  zum  gesamten  Wechselbestande  stellte  sich  1911  im  Durchschnitt  auf
15⅝%  während  es  im  Jahre  1896  noch  nicht  ganz  ½%  betrug  und  in  den
Jahren  1901—1907  zwischen  2,7  und  4,4%  geschwankt  hatte,  siehe  Tabelle  38.
Die  starke  Vermehrung  der  Devisenbestände  bis  zum  Jahre  1911  bot  im
folgenden  Jahre  die  Möglichkeit,  die  Wirkungen  einer  vorübergehend  ungünstigen
Wendung  der  Zahlungsbilanz  erfolgreich  auszugleichen  und  einen  Goldeinfuhrüberschuß
  von  166,7  Millionen  Mark  zu  erzielen.  Noch  günstigere  Ergebnisse
brachte  das  Jahr  1913,  in  welchem  dieser  Überschuß  sich  auf  311,1  Millionen
Mark  erhöhte.  Bei  Beginn  des  zweiten  Halbjahres  1914  besaß  die  Reichsbank
  an  Auslandswechseln  den  hohen  Bestand  von  128,3  Millionen  Mark  neben
Valutaforderungen  an  die  ausländischen  Korrespondenten  in  Höhe  von  78,2  Millionen
  Mark.  Trotz  des  überraschenden  Kriegsausbruches  gelang  es,  das
Auslandswechselportefeuille  zum  Teil  auf  dem  Wege  über  die  neutralen  Länder
ohne  nennenswerte  Verluste  zu  realisieren.  Die  erheblichen  Forderungen  an  die
in  Feindesland  ansässigen  Korrespondenten  verfielen  dagegen  der  feindlichen
Sperre.
        <pb n="47" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  39

Die  Reichsbank  im  Weltkriege

I.  Der  Ausbruch  des  Krieges

neue  Aufgaben.  Während  der  Friedensjahre  hatte  sich  die  Funktion
der  Reichsbank  als  der  letzten  Kreditquelle  des  Landes  ihrer
Zweckbestimmung  nach  ganz  überwiegend  im  Interesse  der  Wirtschaft
  ausgewirkt.  Die  Kreditgabe  an  das  Reich  trat  demgegenüber  durchaus
in  den  Hintergrund.  Ganz  anders  gestaltete  sich  das  Verhältnis  nach  Ausbruch
des  Krieges.  Die  Reichsbank  wurde  zur  Kriegsbank.

Um  ihr  die  Erfüllung  dieser  Aufgabe  zu  ermöglichen,  waren  wichtige
Abänderungen  der  bankgesetzlichen  Vorschriften  notwendig.  Die  Abänderungen
erfolgten  durch  eine  Reihe  am  4.  August  1914  verabschiedeter  Kriegsgesetze,
deren  Inhalt  sich  wie  folgt  zusammenfassen  läßt:

Die  in  §  2  des  Gesetzes,  betreffend  die  Reichskassenscheine
und  die  Banknoten  (Rl.  S.  347),  ausgesprochene  Befreiung  der
Reichsbank  von  der  Verpflichtung  zur  Noteneinlösung  sollte  den  Goldschatz  der
Reichsbank  vor  einer  Schwächung  durch  Goldentziehungen,  insbesondere  durch
spekulative  Goldentziehungen  schützen  und  damit  der  Reichsbank  eine  wichtige
Grundlage  des  Notenkredits  erhalten,  gleichzeitig  aber  auch  dem  Reiche  eine
Reserve  sichern,  aus  welcher  im  Falle  des  Bedarfs  geschöpft  werden  konnte.

Im  Zusammenhange  hiermit  gestattete  das  Gesetz,  betreffend  die
Anderung  des  Münzgesetzes  (Rl.  S.  326),  die  Verabfolgung
von  Reichskassenscheinen  und  Reichsbanknoten  an  Stelle  der  Goldmünzen  seitens
der  Umwechselungskassen  bei  Einlieferung  von  Scheidemünzen  gemäß  §  9
Abs.  2  des  Münzgesetzes.

Oer  Ausbruch  des  Weltkrieges  stellte  dem  Zentralnoteninstitut  ganz  Die  Gesetzgebung

vom  4.  August  1914
        <pb n="48" />
        40  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

Um  die  Privatnotenbanken  vor  der  Gefahr  des  Verlustes  ihrer  Goldbestände
  zu  bewahren  und  sie  in  die  Lage  zu  versetzen,  auch  während  des  Krieges
ihre  geschäftliche  Tätigkeit  in  dem  bisherigen  Umfange  fortzusetzen,  wurde  (in
§  3  des  Gesetzes  betreffend  die  Reichskassenscheine  und  die  Banknoten)  bestimmt,
daß  diese  Banken  berechtigt  sein  sollten,  Reichsbanknoten  zur  Einlösung  ihrer
Noten  zu  verwenden.

Die  Bestimmungen  in  den  88  2  und  3  des  Gesetzes,  betreffend  die
Anderung  des  Bankgesetzes  (RGBl.  S.  327),  eröffneten  die  Möglichkeit
  weitestgehender  Kreditgewährung  an  das  Reich,  indem  sie  Schatzanweisungen
  des  Reichs  und  Wechsel,  die  allein  das  Reich  verpflichteten,  mit
einer  höchstens  dreimonatigen  Laufzeit  als  bankmäßige  Notendeckung  im  Sinne
der  Vorschriften  des  §  13  Ziffer  2  und  des  §  17  des  Bankgesetzes  zuließen.

Gleichzeitig  wurde  durch  Gesetz,  betreffend  die  Ergänzung  der
Reichsschuldenordnung  (R#l.  S.  325)  bestimmt,  daß  die  Bereitstellung
  der  im  Wege  des  Kredits  zu  beschaffenden  Mittel  auch  durch  Ausgabe
von  Reichswechseln  erfolgen  könne.

Durch  die  Aufhebung  der  die  Steuerpflicht  des  Rotenumlaufs  regelnden
Vorschriften  in  den  §§  9  und  10  des  Bankgesetzes  wurde  die  Geschäftsgebarung
der  Reichsbank  von  der  in  der  Notensteuer  liegenden  Einschränkung  befreit
(5  1  des  Gesetzes,  betreffend  die  Anderung  des  Bankgesetzes).

Das  Darlehnskassengesetz  (RGl.  S.  340)  errichtete  ein
neben  der  Reichsbank  stehendes  und  die  Reichsbank  unterstützendes  Kreditinstitut
für  den  Lombardverkehr.  Diese  Einrichtung  hatte  sich  bereits  im  Kriege  1870/71
bewährt.  Die  Schaffung  einer  solchen  Kreditquelle  schien  geboten,  weil
sich  eine  außerordentliche  Steigerung  des  Bedürfnisses  nach  Lombardkredit  voraussehen
  ließ.  Die  Reichsbank  selbst  war  nur  innerhalb  gewisser  Grenzen  in
der  Lage,  Lombarddarlehne  zu  erteilen,  da  die  Lombardanlage  für  sie  als  bankmäßige
  Deckung  nicht  galt.  Die  von  den  Darlehnskassen  in  Höhe  der  bewilligten
Darlehne  ausgegebenen  Darlehnskassenscheine  wurden  im  Sinne  der  §§  9,  17
und  44  des  Bankgesetzes  den  Reichskassenscheinen  gleichgestellt.  Diese
Gleichstellung  fand  ihre  Begründung  darin,  daß  die  Darlehnskassenscheine
ebenso  wie  die  Reichskassenscheine  das  Reich  verpflichteten,  für  dessen
Rechnung  die  Darlehnskassen  betrieben  wurden.  Sie  waren  sogar  den
Reichskassenscheinen  gegenüber  bevorzugt,  da  für  sie  außerdem  diejenigen
Spczialpfänder  hafteten,  gegen  deren  Verpfändung  die  Bewilligung  der
        <pb n="49" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  41

Darlehne  erfolgte  und  neben  diesen  Spezialpfändern  noch  die  persönliche  Haftung
der  Darlehnsschuldner  bestand.  Soweit  sie  nicht  in  den  freien  Verkehr  übergingen,
  sondern  in  den  Kassen  der  Reichsbank  blieben,  konnten  sie  dem  Barvorrate
  zugerechnet  werden.  Die  Lombardanlage  der  Darlehnskassen  wurde  so
zur  Notendeckung  verwendbar  gemacht  und  auf  diese  Weise  gewissermaßen
mobilisiert.

Nach  reiflicher  Erwägung  wurde  davon  abgesehen,  eine  Bestimmung  zu
treffen,  welche  die  Reichsbank  von  der  in  8  8  des  Bankgesetzes  vorgeschriebenen
wöchentlichen  Veröffentlichung  des  Standes  ihrer  Aktiva  und  Passiva  entband.
Die  Geheimhaltung  des  Status  wäre  nur  geeignet  gewesen,  ein  jeder  tatsächlichen
Begründung  entbehrendes  Mißtrauen  zu  erwecken.

Auf  der  so  geschaffenen  neuen  Grundlage  übernahm  die  Reichsbank  die
Finanzierung  der  Kriegsausgaben,  soweit  sie  nicht  anderweit  vom  Reich  gedeckt
werden  konnten.  Sie  mußte  sie  übernehmen,  wenn  die  Kriegführung  überhaupt
ermöglicht  werden  sollte.  Vor  allem  hatte  sie  die  zur  Deckung  der  Kosten  der
Mobilmachung,  der  Löhnung  und  der  Unterhaltung  der  Truppen  erforderlichen
Beträge  zu  beschaffen.  Da  die  Begebung  einer  Anleihe  erst  für  einen  späteren
Zeitpunkt  in  Aussicht  genommen  werden  konnte,  mußte  die  Kreditentnahme  in
der  Hauptsache  auf  dem  Wege  der  Diskontierung  von  Schatzanweisungen  erfolgen.

Daneben  gewährte  die  Reichsbank  dem  Reich  Kredit  durch  Diskontierung
und  Lombardierung  der  sogenannten  Zollkriegswechsel.  Auf  Grund  der  Bestimmungen
  über  die  Behandlung  der  gestundeten  Zölle  und  Reichssteuern  bei
Kriegsgefahr  hatten  die  Stundungsnehmer  —  soweit  sie  nicht  Barzahlungen
leisteten  —  in  Höhe  der  gestundeten  Beträge  Wechsel  zu  zeichnen,  die  von  dem
zuständigen  Hauptamt  an  die  Reichshauptkasse  giriert  und  von  dieser  je  nach
Bedarf  bei  der  Reichsbank  diskontiert  wurden,  soweit  sie  in  3  Monaten  fällig
waren  oder  lombardiert  wurden,  soweit  die  Fälligkeit  den  Zeitraum  von
3  Monaten  überstieg.  Die  sich  hieraus  ergebende  Inanspruchnahme  der  Reichsbank
  war  namentlich  in  den  ersten  Kriegswochen  recht  erheblich.  Bis  zum
15.  September  1914  bezifferte  sich  die  Gesamtsumme  der  diskontierten  Beträge
auf  rund  195  Millionen  Mark  und  die  Gesamtsumme  der  Lombarddarlehne  auf

Die  Befriedigung
des  Kreditbedarfs

a)  des  Reichs
        <pb n="50" />
        b)  der  Bundesstaaten

42  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

117  Millionen  Mark.  Späterhin  wurde  die  Inanspruchnahme  der  Reichsbank
geringer.  Bis  zum  30.  April  1915  waren  bei  der  Reichsbank  insgesamt
394  Millionen  Mark  Zollkriegswechsel  diskontiert  und  217  Millionen  Mark  im
Lombardverkehr  beliehen  worden.

Da  aus  den  Kreisen  der  Stundungsnehmer  der  Wunsch  geäußert  wurde,
die  von  preußischen  Hauptzollämtern  girierten  Kriegswechsel  schon  vor  dem
Verfalltage  gegen  Zinsvergütung  einlösen  zu  können,  erklärte  sich  die  Reichsbank
auf  Anregung  des  Preußischen  Finanzministers  bereit,  die  Wechsel  unter  entsprechender
  Rückerstattung  des  Diskonts  zurückzugeben,  wobei  der  Diskontsatz
des  Ankaufstages  zur  Berechnung  gelangte.  Diesem  Abkommen  sind  alsdann
die  Finanzverwaltungen  aller  deutschen  Bundesstaaten  beigetreten.

Inzwischen  wurde  die  Begebung  der  Kriegsanleihe  vorbereitet.  In
Aussicht  genommen  war,  zunächst  nur  einen  Teil  des  durch  Gesetz  vom
4.  August  1914,  betreffend  die  Feststellung  eines  Nachtrages
zum  Haushaltsetat  für  das  Rechnungsjahr  1914  (RGl.
S.  345),  bewilligten  Anleihekredits  flüssig  zumachen.  Daher  wurde  die  Emission
von  5%  igen  verzinslichen  Schatzanweisungen  in  Höhe  von  1  Milliarde  Mark
und  die  Emission  einer  5%igen  Reichsanleihe  in  unbestimmter  Höhe  beschlossen.
Erhofft  wurde  ein  Zeichnungsergebnis,  welches  ausreichte,  die  bei  der  Reichsbank
  bisher  entnommenen  Kredite  abzulösen.  Das  tatsächlich  erzielte  Ergebnis
übertraf  alle  Erwartungen.  Die  Zeichnungen  erreichten  den  Gesamtbetrag  von
rund  4460  Millionen  Mark,  der  weit  über  die  Höhe  der  bisher  entnommenen
Kredite  hinaus  die  Bereitstellung  der  erforderlichen  Kriegsmittel  für  geraume

Zeit  sicherte.

Hand  in  Hand  mit  den  Einzahlungen  auf  die  Anleihe  ging  die  allmähliche
Abbürdung  der  diskontierten  Schatzanweisungen  sowie  der  lombardierten  und
diskontierten  Zollkriegswechsel.

Der  Kreditbedarf  der  Bundesstaaten  konnte  von  der  Reichsbank  nur
insoweit  befriedigt  werden,  als  er  in  die  Form  des  Wechselkredits  gekleidet
wurde.  Mehrere  Bundesstaaten  wandten  sich  an  die  Bank  mit  dem  Ersuchen,
bei  der  Beschaffung  der  Geldmittel  zur  Zahlung  der  Familien-Unterstützungen
auf  Grund  des  Gesetzes  vom  P  9  6“7%  Fo  ..  8  mitzuwirken.  Diese  Kredite
wurden  in  der  Weise  flüssig  gemacht,  daß  die  zur  Zahlung  der  Beträge
zunächst  verpflichteten  Lieferungsverbände  Wechsel  auf  den  Bundesstaat  zogen,
welche  von  diesem  akzeptiert  und  dann  bei  der  Reichsbank  diskontiert  wurden.
        <pb n="51" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  43

Neben  dem  Reiche  und  den  Bundesstaaten  stellte  die  Privatwirtschaft
infolge  des  Kriegsausbruchs  an  die  Reichsbank  ganz  außerordentliche
Kreditansprüche.  Infolge  der  in  wenigen  Jahrzehnten  erfolgten  Umstellung
vom  Agrar=  zum  Industriestaat  und  des  oben  näher  dargelegten  starken
Anwachsens  der  Intensität  des  wirtschaftlichen  Lebens  hatte  Deutschland
niemals  über  ähnlich  große  flüssige  Kapitalreserven  verfügt  wie  England
und  Frankreich.  Es  hatte  vielmehr  alle  erübrigten  Mittel  wieder  in  seine
Unternehmungen  gesteckt  und  diese  noch  erheblich  mit  Hilfe  des  Kredits
ausgebaut.  Ein  dichtes  Netz  von  Kreditanstalten  stellte  die  Ersparnisse  der
Bevölkerung  seiner  Industrie  und  Landwirtschaft  als  Anlage=  und  Betriebskredit
  zur  Verfügung.  Durch  den  Ausbruch  des  Krieges  wurde  die
Festigkeit  dieses  ganzen  Kreditgebäudes  auf  eine  ernste  Probe  gestellt.  Da
die  übrigen  Kreditquellen  teils  zur  Gewährung  neuer  Kredite  nur  selten  imstande
waren,  teils  gänzlich  versagten,  mußte  der  allgemeine  und  dringende  Kreditbedarf
  seine  Befriedigung  bei  der  Reichsbank  als  der  letzten  Kreditquelle  des
Landes  suchen.  Selbstverständlich  hatte  die  Reichsbank  diesen  Anforderungen
in  weitestem  Umfange  Rechnung  zu  tragen.  Vor  allem  geschah  das  zugunsten  der
durch  die  russische  Invasion  schwer  geschädigten  Bezirke  Ostpreußens.

Eine  durch  die  Kriegsverhältnisse  bedingte  außergewöhnliche  Art  der
Kredithilfe  sei  hier  besonders  erwähnt:

Bei  der  Aushebung  von  Pferden,  Fahrzeugen  und  Geschirren  für  den
Kriegsbedarf  erhielten  die  Besitzer  von  den  Zivilaushebungskommissaren  Anerkenntnisse
  über  ihre  Ablieferung  als  Anweisung  auf  spätere  Bezahlung  des
darin  angegebenen  Taxwertes.  Die  Barauszahlung  dieser  Anerkenntnisse  konnte
durch  die  zuständigen  Landeshauptkassen  nicht  sofort,  sondern  erst  nach  einer
längere  Zeit  erfordernden  Nachprüfung  der  von  den  Kommissaren  über  das
Aushebungsgeschäft  angelegten  Listen  erfolgen.  Bald  nach  der  ersten  Pferdeaushebung
  ergab  sich,  daß  diese  Art  der  Abfindung  für  weite  Kreise  der  Bevölkerung
  schwere  wirtschaftliche  Nachteile  in  sich  schloß,  namentlich  in  den
Fällen,  in  denen  die  sofortige  Erlangung  von  Barmitteln  zur  Anschaffung  von
Ersatzmaterial  für  die  ausgehobenen  Pferde  usw.  oder  aus  anderen  Gründen

c)  des  Verkehrea.

Diskontierung  von
Anerkenntnissen  der
Aushebungskommissare
        <pb n="52" />
        Die  Darlehnskassen

44  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

unumgänglich  notwendig  war.  Die  Reichsbankverwaltung  entschloß  sich  daher,
hier  helfend  einzugreifen.  Dies  geschah,  indem  sie  den  Inhabern  die  Anerkenntnisse
  auf  Wunsch  diskontierte.  Die  von  der  Reichsbankverwaltung  angeregte
  Bundesratsverordnung,  betreffend  Abtretung  und  Pfändung
der  Forderungen  an  die  Kriegskasse  aus  der  überlassung
  von  Pferden,  Fahrzeugen  und  Geschirren  vom
12.  August  1914  (Rl.  S.  370),  schuf  die  für  die  Diskontierung  nicht  zu  entbehrenden
  Rechtsgarantien.  ·

Die  Bedeutung  dieser  Hilfsaktion  der  Reichsbank  erhellt  daraus,  daß  seit
Kriegsausbruch  bis  zum  7.  Oktober  1914,  also  in  einem  Zeitraume  von  etwa
2  Monaten,  von  den  Reichsbankanstalten  insgesamt  149  110  Anerkenntnisse  mit
152  122  000  Mark  diskontiert  worden  sind.  Die  Einlösung  der  von  der  Reichsbank
  diskontierten  Anerkenntnisse  durch  die  Landeshauptkassen  erfolgte  nicht
im  Wege  der  Barzahlung,  sondern  mittels  Verrechnung,  so  daß  eine  der  beiden
sonst  erforderlich  gewesenen  Barmittelbewegungen  erspart  blieb.

Um  den  Kreditansprüchen  im  Rahmen  der  gesetzlichen  Vorschriften
genügen  zu  können,  mußte  die  Reichsbank  darauf  bedacht  sein,  die  Gewährung
von  Lombardkredit  tunlichst  auf  die  Darlehnskassen  abzuleiten.  Die  an  die
Reichsbank  angegliederten  und  durch  ihre  Organisation  mitverwalteten  Darlehnskassen
  haben  die  Lombardansprüche  in  vollem  Umfange  zu  befriedigen
vermocht.  Über  die  Einrichtung,  Geschäftsführung  und  die  Inanspruchnahme
der  Darlehnskassen  geben  die  von  der  Hauptverwaltung  der  Darlehnskassen
herausgegebenen  Denkschriften  nähere  Auskunft.
        <pb n="53" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  4%%

Konnte  nun  durch  Reichsbank  und  Darlehnskassen  der  hauptsächliche
Kreditbedarf  befriedigt  werden,  so  waren  doch  für  die  Angehörigen  einer  Anzahl
von  Verkehrskreisen,  die  weder  Wechsel  diskontieren  noch  Wertpapiere  oder
Waren  lombardieren  konnten,  beide  Kreditquellen  nicht  nutzbar  zu  machen.  Deshalb
  traten  trotz  der  weitgehenden  Kredithilfe  alsbald  zahlreiche  Wünsche  wegen
Erlasses  eines  allgemeinen  Moratoriums  hervor.  Die  Frage,  ob  diesen  Wünschen
stattzugeben  sei,  ist  von  der  Reichsleitung  wiederholt  sehr  eingehenden  und  umfassenden
  Erörterungen  unter  Zuziehung  zahlreicher  Sachverständiger  unterzogen
worden.  Die  Erörterungen  führten  indes  zur  Ablehnung  eines  Moratoriums.

Bestimmend  hierfür  war  der  insbesondere  von  der  Reichsbank  nachdrücklichst
  betonte  Gesichtspunkt,  daß  dem  das  gesamte  deutsche  Wirtschaftsleben
durchziehenden  und  verbindenden,  eng  verschlungenen  Kreditsystem  die  Möglichkeit
  der  Weiterarbeit  nur  gesichert  werden  konnte,  wenn  es  gelang,  die  Zahlungsleistung
  und  die  Zahlungspflicht  aufrecht  zu  erhalten.  Ein  allgemeines  Moratorium
  hätte,  indem  es  die  Wirksamkeit  dieses  Kreditsystems  ausschaltete,  die
Räder  unseres  Wirtschaftslebens  zum  Stillstand  gebracht  und  damit  unsere  gesamte
  Volkswirtschaft  auf  das  schwerste  geschädigt.  Überdies  wäre  es  kaum
durchführbar  gewesen;  denn  es  hätte  sich  von  vornherein  auf  die  Zahlungsverpflichtungen
  des  Reichs,  der  Bundesstaaten,  der  öffentlichen  Körperschaften,
der  Versicherungsanstalten,  der  Krankenkassen,  der  Sparkassen  und  vor  allem  der
Reichsbank  nicht  erstrecken  dürfen.  Aber  auch  die  anderen  Banken  hätten  von
dem  Moratorium  ausgenommen  werden  müssen.  Sie  sind  die  Verwalter  des
flüssigen  Betriebskapitals,  das  der  Volkswirtschaft  nicht  entzogen  werden  darf,
wenn  nicht  die  empfindlichsten  Stockungen  eintreten  sollen.  Blieb  aber
für  sie  die  Zahlungspflicht  erhalten,  so  mußte  ihnen  auch  das  Recht  der
Einziehung  ihrer  Forderungen,  die  notwendige  Voraussetzung  für  die  Erfüllung
der  Zahlungspflicht,  gelassen  werden.

Ein  Teilmoratorium,  das  entweder  die  vorbezeichneten  Kreise  von  dem
Moratorium  ausgenommen  und  sich  nur  auf  den  Rest  der  Bevölkerung  beschränkt
oder  sich  im  wesentlichen  auf  bestimmte  Arten  von  Forderungen  erstreckt  hätte,  barg
gleichfalls  Gefahren.  Es  würde  zwar  zunächst  den  Schuldner  geschützt,  aber  in
gleicher  Weise  den  Gläubiger  belastet  haben.  Dieser  hätte  auf  den  Eingang
seiner  Forderungen  nicht  mehr  rechnen  können,  selbst  aber  seine  sonstigen
Zahlungsverpflichtungen  erfüllen  müssen.  So  wäre  der  die  gesamte  Volks-Zur

  Frage  des
Moratoriumo
        <pb n="54" />
        —¶

46  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

wirtschaft  durchdringende  Kreditzusammenhang  unterbrochen  worden.  Ein
solcher  Zustand  mußte  aus  sich  selbst  heraus  zu  einer  immer  allgemeineren
Erweiterung  der  in  das  Moratorium  einzubeziehenden  Kreise  drängen.

Hiernach  erschien  es  geboten,  die  finanzielle  Kriegshilfe  so  zu  organisieren,
  daß  die  allgemeine  Zahlungspflicht  und  Zahlungsleistung  aufrechterhalten
werden  konnte.  Dies  geschah  auf  zwei  Wegen.

Zunächst  wurden  im  Verordnungswege  geeignete  Maßnahmen  getroffen,
welche  die  Lage  des  zahlungswilligen,  aber  infolge  der  besonderen  Zeitverhältnisse
  vorübergehend  zahlungsunfähigen  Schuldners  zu  erleichtern  bestimmt
waren.  Hier  kommen  insbesondere  in  Betracht  die  Bekanntmachungen  über
die  Verlängerung  der  Fristen  des  Wechsel=  und  Scheckrechts
  (vom  6.  August  1914  —  Rl.  S.  357  —  mit  späteren  Ergänzungen),
die  gerichtliche  Bewilligung  von  Zahlungsfristen  (vom
7.  August  1914  —  RGBl.  S.  3599  —),  die  Geltendmachung  von
Ansprüchen  von  Personen,  die  im  Ausland  ihren
Wohnsitz  haben  (vom  7.  August  1914  —  RGl.  S.  360  —),  die  Verlängerung
  der  Fristen  für  wechsel=  und  scheckrechtliche
Handlungen  (vom  7.  August  1914  —  RGBl.  S.  361  —),  die  Anordnung
  einer  Geschäftsaufsicht  zur  Abwendung  des
Konkursverfahrens  (vom  8.  August  1914  —  RGBl.  S.  363  —),  die
Fälligkeit  im  Auslande  ausgestellter  Wechsel  (vom
10.  August  1914  —  RGl.  S.  368  —  mit  späteren  Ergänzungen),  und  die
Folgen  der  nicht  rechtzeitigen  Zahlung  einer  Geldforderung
  (vom  18.  August  1914  —  RGBl.  S.  377  —).

Bei  der  Handhabung  der  Verordnungen  über  die  Verlängerung  der  Fristen
des  Wechsel=  und  Scheckrechts  nahm  die  Reichsbank  auf  die  möglichste  Schonung
der  soliden  Wechselschuldner,  namentlich  in  der  Frage  der  Hinausschiebung  der
Proteste  weitestgehende  Rücksicht.  Auch  bei  der  Befolgung  der  Verordnungen
über  die  Fälligkeit  im  Auslande  ausgestellter  Wechsel  kam  die  Reichsbank  dem
Schuldner  nach  Möglichkeit  entgegen.

Zu  den  vorbezeichneten  gesetzgeberischen  Maßnahmen  trat  unter  dem
Beirat  und  Beistand  der  Reichsbank  eine  umfassende  Tätigkeit  auf  dem  Gebiete
der  Kreditorganisation  im  Wege  der  Selbsthilfe.

Um  insbesondere  für  die  mittleren  und  kleinen  Handel=  und  Gewerbetreibenden
  den  Wechselkredit  der  Reichsbank  nutzbar  zu  machen,  bildeten  sich
        <pb n="55" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  47

zunächst  in  Hamburg  und  Berlin  und  demnächst  an  zahlreichen  anderen  Orten
gemeinnützige  Kriegskreditbanken  in  der  Form  der  Aktiengesellschaft,  G.  m.  b.  H.
oder  eingetragenen  Genossenschaft  m.  b.  H.;  Kommunen,  Handelskammern,  Großindustrielle,
  Großkaufleute  usw.  schlossen  sich  zusammen  und  brachten  das  erforderliche
  Aktien=  oder  Gesellschaftskapital  durch  Zeichnung  auf.  Die  Reichsbank
  gewährte  dann  den  Banken  einen  Diskontkredit  für  die  von  ihnen  auf
die  einzelnen  Handel=  und  Gewerbetreibenden  oder  umgekehrt  gezogenen  Wechsel.
Solche  Kriegskreditbanken  wurden  in  allen  Teilen  des  Reichs  errichtet.  Den
ihnen  von  der  Reichsbank  in  Aussicht  gestellten  namhaften  Kredit  haben  sie  nur
zu  einem  verschwindend  kleinen  Teil  beansprucht.

Weiterhin  gründete  eine  Anzahl  von  Kommunen  Kriegkreditinstitute,
welche  ohne  Inanspruchnahme  des  Kredits  der  Reichsbank  der  Gewährung  von
Darlehne  gegen  Sicherheiten  (Bürgschaft  oder  Pfand)  zu  dienen  bestimmt  waren.

Daß  für  den  Kreditbedarf  der  kleineren  Handwerker  durch  reichliche
Kreditzuteilung  an  die  bestehenden  Genossenschaftsverbände  und  darüber  hinaus
an  die  mit  der  Reichsbank  in  Geschäftsverkehr  stehende  Preußische  Zentralgenossenschaftskasse
  gesorgt  wurde,  muß  noch  erwähnt  werden.

Bei  diesen  neuen  Kreditorganisationen  hat  sich  gezeigt,  daß  die
Kreditnot  bei  weitem  nicht  so  groß  war,  als  sie  anfänglich  zu  sein  schien.  Es
kam  vor  allem  darauf  an,  die  Möglichkeit  der  Kreditentnahme  zu  schaffen.  Sobald
  die  kreditbedürftigen  Kreise  darauf  vertrauen  konnten,  im  Bedarfsfalle
Kredit  zu  erhalten,  kehrte  die  Beruhigung  zurück.  Mit  dem  wachsenden  Vertrauen
  wurde  die  Kreditkrisis  überwunden.

Mit  dem  Herannahen  der  großen  politischen  Krise  nahm  der  Zahlungsmittelbedarf
  rapide  zu.  Dazu  trat  nach  erfolgter  Mobilmachung  der  riesige
Zahlungsmittelbedarf  der  Heeresverwaltung,  der  sich  allein  für  die  ersten
6  Mobilmachungstage  auf  rund  7.  Milliarde  Mark  belief.  Die  Ausstattung  der
zahlreichen  in  Betracht  kommenden  Kassen  vollzog  sich  glatt  und  ohne  Schwierigkeit.
  Abgesehen  von  den  erforderlichen  Scheidemünzen  und  einem  ganz  geringfügigen
  Betrage  in  Gold  wurden  zu  diesem  Zweck  nur  Banknoten  verwendet.

Die  Regelung
des  Zahlungsverkehrs
        <pb n="56" />
        48  Die  Reichsbauk  im  Weltkriege

Neben  dem  Bedarf  der  Heeresverwaltung  hielt  der  Bedarf  des  Verkehrs
in  unveränderter  Stärke  an.  Soweit  es  sich  dabei  um  große  und  mittlere
Zahlungsmittel  handelte,  konnte  diesem  Bedarfe  unschwer  entsprochen  werden.
Die  Folge  war  ein  starkes  Anwachsen  des  Notenumlaufs,  der  sich  in  der  Bankwoche
  vom  24.  bis  31.  Juli  von  1890,9  auf  2909,4  Millionen  Mark,  vom  1.  bis
7.  August  von  2909,4  auf  3897,2  Millionen  Mark,  innerhalb  der  beiden  Wochen
also  insgesamt  um  2006,3  Millionen  Mark  steigerte.

Schwierigkeiten  bereitete  hingegen  die  Versorgung  des  Verkehrs  mit
kleinen  Zahlungsmitteln.  An  solchen  standen  der  Reichsbank  am  23.  Juli
334,5  Millionen  Mark  an  Silber-,  Nickel-  und  Kupfermünzen  neben  65,5  Millionen
  Mark  an  Reichskassenscheinen  zur  Verfügung.  Dazu  kamen  bis  zum
7.  Angust  noch  35  Millionen  Mark  an  Reichskassenscheinen,  5,8  Millionen  Mark
als  Ergebnis  der  Ausprägung  von  Scheidemünzen  und  6  Millionen  Mark  als
Bestand  der  auf  Grund  des  Gesetzes  vom  3.  Juli  1913  gebildeten  Silberreserve.
Aus  diesem  an  sich  recht  beträchtlichen  Vorrate  mußte  jedoch  zunächst  der  sehr
erhebliche  Bedarf  der  Heeresverwaltung  gedeckt  werden.  Schon  am  7.  August
war  der  Bankbestand  an  Reichskassenscheinen  auf  28,4  und  der  Bestand  an
Scheidemünzen  auf  118,1  Millionen  Mark  gesunken,  was  einen  Abfluß  von  insgesamt
  300,3  Millionen  Mark  ergab.  Da  die  Reichsbank  sich  nach  Kräften
bemühte,  die  von  allen  Seiten  herandrängende  Nachfrage  in  den  Grenzen  der
Möglichkeit  zu  befriedigen,  sanken  die  Bestände  trotz  weiterer  Prägeergebnisse
und  trotz  der  seit  dem  8.  August  zur  Ausgabe  gelangenden  Darlehnskassenscheine
zu  5  Mark  mehr  und  mehr.  Vom  8.  bis  31.  August  gingen  69,3  Millionen  Mark
an  Darlehnskassenscheinen,  18,6  Millionen  Mark  an  Reichskassenscheinen  und
77,5  Millionen  Mark  an  Scheidemünzen,  zusammen  rund  165  Millionen  Mark
in  den  Verkehr  über,  ohne  daß  ein  Nachlassen  des  Bedarfs  erkennbar  wurde.

Um  Abhilfe  zu  schaffen,  beschloß  der  Bundesrat  (Bekanntmachung  vom
31.  8.  1914  —  RGl.  S.  393  —),  die  Reichsschuldenverwaltung  zur  Ausstellung
von  Darlehnskassenscheinen  über  1  Mark  und  2  Mark  zu  ermächtigen.

Inzwischen  hatte  der  Verkehr  sich  vielfach  durch  Ausgabe  von  „Notgeld“
zu  helfen  gesucht.  Gemeinden  und  Private  fertigten  an  zahlreichen  Plätzen  Gutscheine
  oder  Anweisungen  auf  kleinere  Beträge  aus,  die  als  Papiergeld  umliefen.
Von  solchen  Gutscheinen  sind  von  207  Gemeinden  und  119  Privatausgabestellen
insgesamt  11  050  646,56  Mark  ausgegeben  worden,  und  zwar  fast  überall  in
        <pb n="57" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  49

Stücken  zu  50  Pfennig  bis  5  Mark,  ausnahmsweise  zu  10  Mark  und  20  Mark
und  vereinzelt  auch  zu  5,  10  und  20  Pfennig.  Anfang  1915  war  das  Notgeld
größtenteils  bereits  wieder  aus  dem  Verkehr  zurückgezogen.

Im  Laufe  der  ersten  Septemberwoche  begann  die  Reichsdruckerei  mit  der
Lieferung  der  Darlehnskassenscheine  zu  1  Mark  und  2  Mark,  die  zunächst  zur
Ausstattung  der  vorbezeichneten  Plätze  verwendet  wurden,  um  das  Verschwinden
  des  „Notgeldes“  zu  ermöglichen.  Mit  Hilfe  dieser  Scheine  gelang  es,
allmählich  den  Bedarf  des  Verkehrs  nach  kleinen  Zahlungsmitteln  zu  befriedigen.

Die  Gesamtsumme  der  vom  24.  Juli  bis  zum  31.  Oktober  1914  durch  die
Reichsbank  in  den  Verkehr  geleiteten  kleinen  Zahlungsmittel  (Scheidemünzen,
Reichs=  und  Darlehnskassenscheine)  belief  sich  (einschließlich  des  Bedarfs  der
Heeresverwaltung)  auf  683  Millionen  Mark.

Der  Diskontsatz  wurde  am  31.  Juli  1914  von  4  auf  5%  und  am
1.  August  1914  auf  6%  erhöht,  aber  bereits  am  23.  Dezember  konnte  er  dank
der  sich  im  ersten  Kriegsjahr  einstellenden  und  in  den  folgenden  Jahren  noch  verstärkenden
  großen  Geldflüssigkeit  von  6  auf  5%  ermäßigt  und  auf  diesem  Stande
während  des  ganzen  Krieges  gehalten  werden.

II.  Die  weitere  Kriegszeit

Mit  den  Aufwendungen  für  die  Mobilmachung,  die  Löhnung  und  Unterhaltung
  der  Truppen  waren  die  Kosten  der  Kriegführung  nicht  erschöpft.  Es
kam  dazu  der  ganz  außerordentlich  große  und  vielseitige  Bedarf  des  Heeres  an
Vorräten,  Waffen  und  Bedarfsgegenständen  aller  Art.  Je  länger  der  Krieg
dauerte,  und  je  weiter  er  sich  ausdehnte,  desto  mehr  wuchs  der  Materialbedarf,
dessen  Anschaffungskosten  ebenfalls  zunächst  im  Wege  des  Reichsbankkredites
gedeckt  werden  mußten.  Diese  Entwicklung  hatte  jedoch  noch  eine  weitere  für

1.  Teil  4

Der  Diskontsatz

Die  Wirtschaftslage
        <pb n="58" />
        Die  Krebite
an  das  Reich

50  Die  Reichsbanlim  Weltkriege

die  Gestaltung  unserer  wirtschaftlichen  Verhältnisse  überaus  wichtige  Folge.  Der
hauptsächliche  Arbeitgeber  und  Abnehmer  der  industriellen  Produktion  wurde
mehr  und  mehr  die  Heeresverwaltung,  die  mit  ihren  umfangreichen,  ständig
wachsenden  Aufträgen  fortdauernd  große  Teile  des  Handels  und  der  Industrie
befruchtete.  Da  die  Bezahlung  der  sämtlichen  Heereslieferungen  meist  Zug  um
Zug  oder  mit  ganz  kurzen  Zielen  bar  oder  durch  Giroüberweisung  erfolgte,
wurden  durch  die  Heeresverwaltung  dem  Geldmarkt  andauernd  erhebliche
Summen  flüssiger  Mittel  zugeführt.  Sie  mußten  den  Geldmarkt  um  so  stärker
beeinflussen,  als  die  industrielle  Produktion  angesichts  der  durch  den  Krieg
herbeigeführten  Verhältnisse  und  bei  dem  fortlaufenden  Anwachsen  des  Heeresbedarfs
  mehr  und  mehr  auf  die  Erzeugung  von  Kriegsmaterial  und  die  Versorgung
  des  Heeres  mit  Bedarfsgegenständen  aller  Art  umgestellt  wurde.

Daneben  hatte  die  mit  dem  Kriegszustande  zusammenhängende  starke
Einschränkung  des  Imports  bei  unvermindertem  Verbrauch  eine  allmähliche
Aufzehrung  der  Lagerbestände  zur  Folge.  Diese  Bestände  zu  ergänzen,  verhinderte
  die  gegen  Deutschland  durchgeführte  Blockade.  Auf  der  anderen  Seite
fiel  das  Exportgeschäft  mehr  und  mehr  weg,  so  daß  bedeutende  für  den  Ausfuhrhandel
  bisher  in  Anspruch  genommene  Kapitalien  frei  wurden.  Alles  das
führte  zu  einer  wachsenden  Liquidität  der  Wirtschaft  und  zu  einer  zunehmenden
Flüssigkeit  des  Geldmarktes.  Die  Folge  war,  daß,  während  der  Kreditbedarf
des  Reiches  unausgesetzt  wuchs,  der  Kreditbedarf  der  Wirtschaft  sich  im  Laufe
des  Krieges  immer  stärker  verminderte.

Die  Diskontierung  der  Schatzanweisungen  war,  wie  bereits  oben  erwähnt,
die  Form,  in  der  das  Reich  zunächst  die  zur  Kriegführung  erforderlichen  Mittel
flüssig  machte,  um  die  in  Anspruch  genommenen  schwebenden  Kredite  später  aus
den  Erlösen  der  Kriegsanleihen  wieder  abzudecken.  Das  Bild  der  Entwicklung
des  Schatzanweisungsbestandes  gestaltete  sich  im  allgemeinen  wie  folgt:
Der  Bestand  wuchs  bis  zur  Auflegung  der  Anleihen  an,  um  dann  mit
den  Eingängen  aus  den  Anleiheerlösen  und  den  hieraus  möglichen  Tilgungen
der  bei  der  Reichsbank  aufsgenommenen  Schatzanweisungskredite  alsbald  wieder
zu  sinken.
        <pb n="59" />
        Die  Reichsbaul  im  Weltkriege  51

Bei  Ausbruch  des  Krieges  stellte  sich  die  Bestandsziffer  auf  335  Millionen
Marki  die  erste  Kriegswoche  zeigte  die  erste  erhebliche  Bestandszunahme  mit  über
600  Millionen  Mark  auf  936  Millionen  Mark.  Bis  zum  30.  September  schwoll
die  Summe  auf  mehr  als  das  Doppelte,  und  zwar  bis  auf  2308  Millionen  Mark
an.  Mit  den  Einzahlungen  auf  die  erste  Kriegsanleihe  wurden  erhebliche  Abzahlungen
  der  schwebenden  Schuld  möglich.  Die  Bestände  sanken  auf  732  Millionen
  Mark  in  der  letzten  Oktoberwoche  1914,  um  dann  bis  zum  Jahresschluß
ohne  Unterbrechung  bis  auf  2738  Millionen  Mark,  den  höchsten  im  ersten  Kriegsjahre
  ausgewiesenen  Bestand  anzusteigen.  Die  Jahre  1915,  1916  und  1917
boten  das  gleiche  Bild  zunächst  eines  allmählichen  Anschwellens  der  Schatzanweisungsbestände
  bis  zur  Auflegung  der  Kriegsanleihen,  dann  eines  raschen
Absinkens  infolge  starker  Tilgungen  aus  den  Kriegsanleiheerlösen  und  schließlich
eines  weiteren  langsamen  Ansteigens  durch  erneute  Kreditaufnahme  des  Reichs.
Da  aber  die  Eingänge  an  neuem  Gelde  von  Anleihe  zu  Anleihe  geringer  wurden,
während  die  Ausgaben  für  die  Kriegführung  beträchtlich  stiegen,  blieb  ein  immer
größerer  Rest  schwebender  Schuld  bei  der  Bank  übrig,  obwohl  das  Reich
immer  größere  Beträge  von  Schatzanweisungen  im  freien  Verkehr  unterbringen
  konnte.  Die  niedrigsten  wie  die  höchsten  Anlageziffern  in  Schatzanweisungen
  wiesen  daher  in  den  Kriegsjahren  1915  bis  1918  (bis  zum
7.  November)  fortgesetzt  eine  Erhöhung  auf.  Erstere  stellten  sich  für  die  Kriegsjahre
  1915  bis  zum  31.  Oktober  1918  auf  2640,  3928,  7534,  12  052,  letztere
auf  6830,  9957,  15  235,  23  606  Millionen  Mark.

In  umgekehrter  Richtung  entwickelte  sich  die  Kurve  des  Kredites  der
Reichsbank  an  die  private  Wirtschaft.  Ganz  überwiegend  vollzog  sich  diese
Kreditgabe  im  Wege  des  Diskontkredites,  dem  gegenüber  der  Lombardkredit
durchaus  in  den  Hintergrund  trat.  In  den  ersten  sieben  Friedensmonaten  des
Jahres  1914  war  die  Inanspruchnahme  des  Reichsbankkredites  durch  den
Verkehr  verhältnismäßig  gering  gewesen.  Der  Bestand  an  Handelswechseln,
der  Gradmesser  für  diese  Inanspruchnahme,  bezifferte  sich  am  23.  Juli  1914
auf  den  verhältnismäßig  geringen  Betrag  von  750,9  Millionen  Mark.  Der
in  der  letzten  Juliwoche  einsetzende  außerordentliche  Kreditbedarf  brachte
bis  zum  31.  Juli  eine  Erhöhung  des  Wechselbestandes  um  1330  Millionen

Die  Kredite  an
die  Wirtschaft
        <pb n="60" />
        Die  Lombardanlage


52  Die  Reichsbank  im  Welikriege

Mark.  Die  Wechseleinreichungen  des  Verkehrs  dauerten  in  den  ersten
Wochen  nach  der  Mobilmachung  weiter  an.  Am  15.  August  1914  wurde
mit  fast  3  Milliarden  Mark  (2  979  984  000,—  )  der  höchste  in  der
Geschichte  der  Bank  bis  zu  diesem  Tage  überhaupt  verzeichnete  Handelswechselbestand
  erreicht.  Von  nun  an  ging  mit  der  wachsenden  Ligquidität
der  Wirtschaft  der  Wechselbestand  (mit  einer  einzigen  Unterbrechung  am
7.  Oktober  1914)  ständig  zurück  und  betrug  am  Jahresschluß  1914  weit  weniger
als  die  Hälfte  des  Höchstbestandes,  nämlich  1198  Millionen  Mark.  Auch  im
Jahre  1915  setzte  sich  die  rückläufige  Bewegung  fort.  Der  Höchstbestand  wurde
am  7.  Januar  mit  1129,  der  niedrigste  am  7.  September  mit  490  Millionen  Mark
ausgewiesen.  Die  Jahresdurchschnittsanlage  in  Handelswechseln  betrug  677
gegen  1426  Millionen  Mark  im  Jahre  1914.  Im  Jahre  1916  lagen  die  Ziffern
im  Durchschnitt  wieder  etwas  höher.  Die  durchschnittliche  Anlage  stieg  auf  711,
die  niedrigste  Ziffer  auf  543  Millionen  Mark  (23.  Januar),  während  die  Höchstziffer
  des  Vorjahres  nicht  erreicht  wurde.  Die  Durchschnittsziffer  fiel  im
Jahre  1917  auf  446  und  im  Jahre  1918  auf  274  Millionen  Mark,  ein  Betrag,  der
seit  Besiehen  der  Bank  die  niedrigste  durchschnittliche  Anlage  überhaupt  bedeutet.
Am  7.  Oktober  1918  wurde  mit  218  Millionen  Mark  die  niedrigste  bis  zur  Einstellung
  der  Feindseligkeiten  ausgewiesene  Wechselanlage  erreicht  (1919  wurde
sie  mit  198  110  000  .A  noch  erheblich  unterschritten).

Wie  die  Inanspruchnahme  des  Diskontkredites  ging  auch  die  Inanspruchnahme
  des  Lombardkredites  durch  den  Verkehr  während  der  Kriegszeit  stark
zurück.  Der  Grund  für  diesen  Rückgang  liegt  hauptsächlich  in  der  Entwicklung
und  Geschäftsführung  der  Darlehnskassen.  Aus  den  oben  erörterten  Gründen
hatte  die  Reichsbank  ein  dringendes  Interesse  daran,  die  zur  Deckung  der  Noten
unverwendbare  Lombardanlage  nach  Möglichkeit  auf  die  Darlehnskassen  abzuwälzen.
  Um  diese  Abwälzung  herbeizuführen,  wirkte  sie  insbesondere  dahin,  daß
der  Zinsfuß  der  Darlehnskassen  unter  dem  Lombardsatz  der  Reichsbank  gehalten
wurde,  und  daß  die  Darlehnskassen  von  der  bei  der  Reichsbank  bestehenden  Einrichtung
  des  Zinszuschlages  für  Lombardentnahmen  an  den  Quartalsterminen
absahen.  Die  Folge  war,  daß  der  Lombardverkehr  allmählich  ganz  zu  den  Darlehnskassen
  abwanderte.  Im  einzelnen  gestaltete  sich  die  Entwicklung  des
        <pb n="61" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  53

Reichsbanklombardbestandes  wie  folgt:  In  der  ersten  Hälfte  des  Jahres  1914
hatten  sich  die  Lombardbestände  (mit  Ausnahme  des  Bestandes  vom  28.  Februar,
der  121  Millionen  Mark  betrug)  dauernd  unter  100  Millionen  Mark  gehalten.
Kurz  vor  Ausbruch  des  Krieges,  am  23.  Juli  1914  wurde  mit  50  Millionen
Mark  die  niedrigste  Lombardanlage  in  diesem  Zeitraum  ausgewiesen.  In  der
Zeit  der  drohenden  Kriegsgefahr  stiegen  die  Anforderungen  sprunghaft.  Am
31.  Juli  erhöhten  sich  die  Lombardbestüände  der  Bank  um  152,  am  7.  August  um
weitere  24  Millionen  Mark,  um  von  diesem  Zeitpunkt  ab  wieder  zu  fallen.  Am
Jahresschluß  1914  wurde  mit  23  Millionen  Mark  der  niedrigste  Lombardbestand
dieses  Jahres  erreicht.  In  den  folgenden  Kriegsjahren  blieb  die  Lombardanlage
auf  einem  außerordentlich  niedrigen  Stande.  Während  die  Durchschnittsanlage
1913  85,  1914  noch  74  Millionen  Mark  gewesen  war,  sank  sie  1915  auf  22,
1916  auf  13,  1917  auf  10  und  1918  auf  7  Millionen  Mark.

Die  Entwicklung  der  von  der  Reichsbank  zu  deckenden  Kreditansprüche
fand  ihren  Ausdruck  in  der  Entwicklung  des  Notenumlaufs.  Während  dieser
sich  in  normalen  Zeiten  nach  den  Kreditbedürfnissen  der  Wirtschaft  richtete,
wurde  er  nach  Kriegsausbruch  immer  überwiegender  durch  den  Kreditbedarf
des  Reiches  bestimmt.  Je  mehr  mit  dem  Fortschreiten  des  Krieges  die  Bedürfnisse
  des  Reiches  wuchsen,  und  je  mehr  diese  Bedürfnisse  durch  die  Diskontierung
  von  Schatzanweisungen  bei  der  Reichsbank  gedeckt  werden  mußten,
um  so  stärker  stieg  die  Notenzirkulation,  obwohl  die  Bank  erfolgreich  bestrebt
war,  das  Anschwellen  des  Notenumlaufs  durch  weitgehende  Unterbringung  von
Reichsschatzanweisungen  am  freien  Markte  möglichst  hintan  zu  halten.  Zu  der
übernormalen  Höhe  des  Notenumlaufs  haben  neben  dem  Kreditbedarf  des
Reiches,  wenngleich  in  erheblich  geringerem  Maße,  freilich  auch  noch  andere
durch  den  Kriegszustand  bedingte  oder  hervorgerufene  Vorgänge  beigetragen;
so  zum  Beispiel  der  Ersatz  der  Goldmünzen  durch  Banknoten,  die  von  der  Warenseite
  stammende  Preissteigerung,  die  Erweiterung  des  Umlaufsgebiets  der  Noten
durch  die  militärischen  Eroberungen,  die  Verringerung  der  Umlaufsgeschwindigkeit
  der  Zahlungsmittel  durch  das  Zahlungswesen  des  Heeres,  in  den  späteren
Kriegsjahren  auch  die  Bindung  großer  Notenmengen  durch  Schleichhandel  und
Thesaurierung.

Der  Notenumlauf
        <pb n="62" />
        54  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

Den  Zahlungsmittelbedarf  der  im  Verlauf  der  Kriegshandlungen  besetzten
Gebiete  befriedigte  das  Reich  durch  besondere  Notenausgabeinstitute.  Damit
verband  sich  für  diese  Gebiete  (mit  Ausnahme  Polens)  der  Vorteil,  daß  die  Bevölkerung
  Geldzeichen  erhielt,  die  sich  an  den  Münzfuß  ihres  bisherigen  Landesgeldes
  anschlossen,  und  daß  diese  Geldzeichen  auch  die  alten  Bezeichnungen  des
Landesgeldes  übernahmen.

Der  Notenumlauf  der  Reichsbank  entwickelte  sich  im  einzelnen  ziffernmäßig
wie  folgt:  Am  23.  Juli  1914  waren  1890,9  Millionen  Mark  an  Noten  im  Verkehr;
diese  Ziffer  stieg  innerhalb  der  letzten  Juliwoche  um  etwas  mehr  als  1  Milliarde
und  in  der  ersten  Augustwoche  noch  einmal  fast  um  den  gleichen  Betrag.  Ende
August  waren  4234,9  Millionen  Mark  an  Noten  ausgegeben.  In  der  Folgezeit
hielt  sich  der  Notenumlauf  auf  einem  etwas  niedrigeren  Stande,  meist  ein  wenig
über  4  Milliarden  Mark.  Abgesehen  von  dem  Septembertermin  ergab  sich  erst
gegen  den  Jahresschluß  wieder  eine  Erhöhung.  Am  31.  Dezember  war  die
Höchstsumme  des  Jahres  mit  5  045  899  000  Mark  erreicht.  Durchschnittlich  sind
im  Jahre  1914  2917603.000  Mark,  d.  s.  gegenüber  dem  Durchschnitt  des
Vorjahres  959  430  Millionen  Mark  mehr  im  Umlauf  gewesen.

Wie  schon  in  den  Friedensmonaten  hatte  auch  während  des  Krieges
bemerkenswerterweise  der  Umlauf  großer  Noten  nach  Überwindung  der  ersten
Anspannung  an  der  Zunahme  nur  geringen  Anteil,  während  insbesondere  im
Zusammenhang  mit  der  Auffüllung  des  Goldbestandes  der  Umlauf  an  kleinen
Abschnitten  fast  ständig  ausgedehnt  werden  mußte.  Über  die  Zusammensetzung
des  Umlaufs  vgl.  Tabellen  11  und  12.

Das  Anwachsen  des  Notenumlaufs  während  der  Kriegsjahre  wird  aus
einem  Vergleich  der  Durchschnittsziffern  ersichtlich.  Es  liefen  durchschnittlich  um:

1913  1958  Millionen  Mark
1914  (bis  31.  Jullf  2022  „  „
1914  (Jahresdurchschnitt)  2918  „  „
1915  540  „  „
19164  6036271  „  „
1917  ...  ...90«10»  »
1918..  .....13682,,  »

Der  durchschnittliche  Notenumlauf  hat  sich  also  im  Verlauf  des  Krieges  fast
versiebenfacht.  Ahnlich  entwickelten  sich  die  Ziffern  des  höchsten  und  des
        <pb n="63" />
        Die  Reichsbauk  im  Weltlrirge

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niedrigsten  Umlaufes  in  den  einzelnen  Jahren.  Der  höchste  Umlauf  fiel  in  allen
Jahren  auf  den  Jahresschluß,  der  niedrigste  mit  Ausnahme  des  Jahres  1914
in  den  Januar.  Die  Ziffern  lauteten:

niedrigster  Umlauf  höchster  Umlaus

1914  1  735  Millionen  Mark  5  046  Millionen  Mark

1915  4  484  „  „  6  918  „  »
1916  6274  „  „  8  055  (°  »
1917  7651  „  „  11  468  „  »
1918  10  919  „  „  22  188  „  v

Was  die  Bewegungen  des  Notenumlaufs  innerhalb  der  einzelnen  Kriegsjahre
  anbelangt,  so  zeigt  die  umstehende  graphische  Darstellung  für  die  Jahre
1914—1916  das  durch  einen  normalen  Terminbedarf  bedingte  Bild  eines
Anschwellens  an  den  Monatsschluß-,  insbesondere  an  den  Vierteljahresschlußtagen
  mit  darauffolgendem  Wiederabschwellen  bei  nur  langsamer  Aufwärtsbewegung
  der  Durchschnittskurve.  Im  Jahre  1917  treten  die  normalen  Bewegungen
  nur  noch  schwach  hervor,  während  die  Kurve  im  ganzen  immer  steiler
ansteigt.  Im  Jahre  1918  wird  die  Tendenz  des  Ansteigens  zur  beherrschenden.

Die  Höhe  der  Notenausgabe  verursachte  der  Bank  erhebliche  Kosten.  Für
die  Anfertigung  neuer  Banknoten  sind  verausgabt  worden:

1914  2  862  046,80  Mark
1915  3  066  877,25  „
1916  2622  167,88  „
1917  2  355  453,58  „
1918  13579  711,36  „

24  486  286,87  Mark
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        Die  Entwicklung
des  Goldbestandes

58  Die  Reichsbank  im  Weltlriege

Wie  bereits  bemerkt,  war  es  der  Reichsbankverwaltung  gelungen,  den
Goldbestand  der  Reichsbank  so  zu  erhöhen,  daß  er  sich  am  23.  Juli  1914  auf
1356,8  Millionen  Mark  siellte.  An  den  folgenden  Tagen  führte  die  starke  panikartige
  Erregung,  die  sich  weitester  Kreise  der  Bevölkerung  vor  Ausspruch  der
Mobilmachung  bemächtigt  hatte,  zu  starken  Goldabhebungen,  so  daß  der  Bestand
bis  auf  1253,2  Millionen  Mark  am  31.  Juli  1914  heruntergedrückt  wurde.

Durch  die  Einstellung  der  Noteneinlösung  in  Gemäßheit  des  oben
erwähnten  Gesetzes,  betreffend  die  Reichskassenscheine  und  die  Banknoten,  durch
die  Übernahme  des  Reichskriegsschatzes  (120  Millionen  Mark  Gold)  und  der
auf  Grund  des  Gesetzes  vom  3.  Juli  1913  (RGl.  S.  521)  geschaffenen  Goldreserve
  des  Reiches  (85  Millionen  Mark  Gold)  in  die  Bestände  der  Reichsbank
sowie  durch  Heranziehung  von  Gold  aus  dem  Auslande  gelang  es,  den  Goldvorrat
  bis  zum  7.  August  1914  auf  1477,5  Millionen  Mark  zu  bringen.

Inzwischen  hatte  sich  die  Panik,  die  Ursache  der  starken  Goldabhebungen,
gelegt,  und  nun  trat  eine  denkwürdige  Erscheinung  ein,  die  sich  ebenbürtig  den
Waffentaten  der  deutschen  Krieger  an  die  Seite  stellen  konnte:  Das  freiwillige
Goldopfer  des  deutschen  Volkes  angesichts  einer  Welt  von  Feinden,  ein  Vorgang,
der  in  der  Münz=  und  Währungsgeschichte  aller  Länder  und  Völker  ohne  Beispiel
war  und  ist.  Den  im  Verkehr  reichlich  vorhandenen  Goldumlauf  suchte  die
Reichsbank  nach  Möglichkeit  in  ihre  Tresore  zu  leiten  und  dort  festzuhalten.  In
allen  Schichten  und  in  immer  größeren  Kreisen  der  Bevölkerung  erwuchsen  ihr
hierbei  verständnisvolle  Helfer.  Die  öffentlichen  Kassen,  insbesondere  die  Kassen
der  Post=  und  Eisenbahnverwaltung  tauschten  Gold  gegen  Noten  um  und  führten
das  bei  ihnen  einlaufende  Gold  an  die  Reichsbank  ab.  Ein  besonderes  Verdienst
um  das  Goldsammelwerk  erwarb  sich  die  Geistlichkeit  durch  ihre  unermüdliche
  Mithilfe  sowic  durch  Anregung  und  Belehrung.  Nicht  minder  anzuerkennen
  war  auch  die  Tätigkeit  der  Schulen,  die  sich  im  Einvernehmen
mit  der  Unterrichtsverwaltung  und  unter  Mitwirkung  der  Standesorganisationen
  der  Lehrer  mit  glänzendem  Ergebnis  der  Einsammlung  von  Goldmünzen
  gewidmet  haben.  Auch  die  gesamte  Presse  stellte  sich  hervorragend
  in  den  Dienst  der  vaterländischen  Arbeit.  Nicht  nur  Beamte,  sondern
auch  Privatpersonen  weckten  und  vertieften  durch  Verbreitung  leichtfaßlicher
Schriften  und  durch  Vorträge  das  Verständnis  für  die  Bedeutung  der  Zusammenfassung
  unserer  Goldvorräte  in  der  Reichsbank.  Eisenbahnverwaltungen,
Klein=  und  Straßenbahnen,  Gemeindeverwaltungen,  Sparkassen  und  Banken,
industrielle  Unternehmungen  und  Lichtspielbühnen,  ÄArzte  pp.  waren  in
        <pb n="67" />
        Die  Reichsbaul  im  Welllriege  50

besonderem  Maße  für  die  Verstärkung  des  Goldvorrats  der  Reichsbank  tätig  und
haben  durch  Gewährung  von  Vorteilen  wirtschaftlicher  und  ideeller  Art  zum
Teil  aus  eigenen  Mitteln  zur  Goldablieferung  angeregt.  Recht  erhebliche
Beträge  wurden  durch  freiwillige  Sammlungen  der  Angehörigen  des  Heeres  und
der  Marine  sowohl  im  Felde  wie  in  der  Heimat  aufgebracht.

Zur  Unterstützung  der  Goldsammeltätigkeit  und  aus  juristischen  wie  wirtschaftlichen
  Gründen  wurden  im  weiteren  Verlauf  des  Krieges  einige  wichtige
gesetzliche  Maßnahmen  notwendig.  Zunächst  schien  die  Aufhebung  der  bisher
im  Rechtsverkehr  vereinbarten  Goldklauseln  geboten,  deren  Aufrechterhaltung
nach  Einstellung  der  Noteneinlösung  in  Gold  im  Zusammenhang  mit  der  zunehmenden
  Entgoldung  des  Verkehrs  zu  unerträglichen  Verhältnissen  geführt
hätte.  Insbesondere  waren  in  dem  Hypothekenverkehr  ausdrückliche  Vereinbarungen
  getroffen  worden,  nach  denen  die  Zahlung  der  Zinsen  und  die  Rückzahlung
  des  Kapitals  in  Gold  erfolgen  sollte.  Die  Außerkraftsetzung  solcher
Goldklauseln  hatte  vor  allem  den  Zweck,  den  Schuldner  gegen  schikanöse  Ausübung
  des  Gläubigerrechts  zu  schützen.  Mit  Rücksicht  hierauf  erließ  der
Bundesrat  beim  Herannahen  des  Vierteljahresschlusses  die  durch  Bekanntmachung
  vom  28.  September  1914  (REl.  S.  417)  verkündete  Verordnung,
welche  die  vor  dem  31.  Juli  1914  getroffenen  Vereinbarungen,  nach  denen  eine
Zahlung  in  Gold  zu  erfolgen  hatte,  bis  auf  weiteres  für  unverbindlich  erklärte.

Des  weiteren  wurde  am  23.  November  1914  (RGBl.  S.  481)  eine  Verordnung
  erlassen,  welche  jeden  Agiohandel  mit  Reichsgoldmünzen  ohne  Genehmigung
  des  Reichskanzlers  unter  Androhung  von  Gefängnis=  und  Geldstrafen
  verbot.  Sie  hat  bis  zum  Ende  des  Jahres  1919  gegolten  (vgl.  Bekanntmachung
  v.  19.  Dezember  1919  —  Rl.  S.  2126  —).  Wenn  auch  nach  dem
Sinne  und  Zwecke  dieser  Verordnung  die  freiwillige  Einsammlung  von  Goldmünzen
  für  die  Reichsbank  unter  Gewährung  von  Vorteilen  oder  Vergünstigungen
  auf  Kosten  des  Sammlers  nicht  beeinträchtigt  werden  sollte,  erschien  es
dennoch  ratsam,  dem  in  einer  besonderen  Bekanntmachung  vom  25.  Januar  1915
(Reichsanzeiger  Nr.  21  vom  26.  Januar  1915)  Ausdruck  zu  geben.

Inzwischen  hatten  sämtliche  an  Deutschland  angrenzenden,  ja  fast  alle
wichtigen  Staaten  Europas,  so  Frankreich,  Rußland,  Dänemark,  Norwegen,
Holland,  die  Schweiz  und  Österreich-Ungarn  ein  Goldausfuhrverbot  erlassen  und
auch  in  England  war  die  Goldausfuhr  tatsächlich  unterbunden.  Damit  fielen  die
Bedenken  fort,  die  sich  bis  dahin  gegen  den  Erlaß  eines  sich  auf  das  neutrale
        <pb n="68" />
        60  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

Ausland  miterstreckenden  deutschen  Goldausfuhrverbots  geltend  machen  ließen.
Für  Deutschland  ergab  sich  nunmehr  die  Notwendigkeit,  die  Goldausfuhr
zu  verbieten.  Dies  geschah  durch  die  Bekanntmachung  des  Reichskanzlers
vom  13.  November  1915  betreffend  Verbot  der  Ausfuhr  und
Durchfuhr  von  Gold  (RGl.  S.  763).  Der  Reichsbank,  die  von
dem  Verbot  ausgenommen  wurde,  blieb  vorbehalten,  die  im  allgemeinen
Interesse  nötigen  Goldausfuhren  zu  bewirken.  Der  Reichskanzler  wurde  ermächtigt,
  in  besonderen  Fällen  andere  Ausnahmen  zuzulassen.  Eine  wirksame
Ergänzung  dieser  Verordnung  enthielt  die  Bekanntmachung  betreffend  Verbot
der  Ausfuhr  von  Goldwaren  vom  13.  Juli  1916  (RGBl.  S.  695),
welche  ebenfalls  den  Reichskanzler  zu  Ausnahmen  in  besonderen  Fällen  ermächtigte.
  Mit  Rücksicht  auf  die  von  dem  Reichskommissar  für  Aus=  und  Einfuhrbewilligung
  ausgeübte  Kontrolle  sind  dann  später  die  Verordnungen  wieder
aufgehoben  worden  (vgl.  Verordnung  v.  5.  September  1922  —  RGBl.  S.  757).

Die  Bekanntmachung  bedeutete  einen  starken,  aber  im  öffentlichen
Interesse  unerläßlichen  Eingriff  in  die  Absatzverhältnisse  der  Gold=  und  Schmuckwarenindustrie.
  Fortan  überließ  die  Reichsbank  der  Industrie  in  der  Hauptsache
  Gold  nur  zur  Anfertigung  von  solchen  Exportwaren,  durch  welche  fremde
Valuten  in  einem  den  Wert  des  verarbeiteten  Goldes  wesentlich  übersteigenden
Umfange  erworben  wurden.  Im  übrigen  erhielt  die  Industrie  durch  die  Reichsbank
  Gold  fast  ausschließlich  zur  Herstellung  unentbehrlicher  Gegenstände,
namentlich  für  technische  Zwecke  des  Heeres  und  der  Flotte.  Zur  Anfertigung
von  Luxuswaren  für  den  Absatz  im  Inlande  gab  die  Reichsbank  Gold  nur  insoweit
  ab,  als  es  zur  Erhaltung  eines  für  die  Zukunft  des  Gewerbes  unbedingt
erforderlichen  Stammes  gelernter  Arbeiter  geboten  erschien.  Infolgedessen
lenkte  sich  die  Nachfrage  der  Industrie  auf  das  noch  im  freien  Verkehr  befindliche
gemünzte  und  ungemünzte  Gold.  Hierdurch  wurden  erhebliche  Preissteigerungen
für  Gold  in  jeder  Form  herbeigeführt,  die  den  Bestrebungen  der  Reichsbank
starken  Abbruch  taten.

Die  Regierung  schritt  deshalb  zur  Einführung  eines  Goldhöchstpreises,
die  durch  die  Bekanntmachung  über  die  Goldpreise  vom  8.  Februar  1917  (RGBl.
S.  117)  erfolgte.  Die  Verordnung  setzte  einen  absoluten  Höchstpreis  von  2790  Mark
für  das  Kilogramm  fein  für  alle  die  Warengruppen  fest,  die  im  Produktionsgang
als  Rohwaren  zu  kennzeichnen  sind.  Für  die  Zwischenfabrikate  war  der  Reichskanzler
  ermächtigt,  falls  es  notwendig  werden  sollte,  Höchstpreise  festzusetzen  oder
        <pb n="69" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  61

in  anderer  Weise  Bestimmung  über  die  Preise  zu  treffen.  Die  Verordnung  ist

nach  Fortfall  der  Beweggründe,  die  zu  ihr  geführt  hatten,  durch  Bekanntmachung
vom  23.  Juli  1919  (RGBl.  S.  1356)  außer  Kraft  gesetzt  worden.

Mit  den  zunehmenden  Schwierigkeiten  der  Beschaffung  der  notwendigen
Rohstoffe  gingen  die  Gold  verarbeitenden  Betriebe  im  weiteren  Verlauf  des
Krieges  immer  mehr  zur  Herstellung  von  Kriegsbedarf  über.  Die  Arbeiterschaft
solcher  Unternehmungen,  deren  Umstellung  auf  die  Anfertigung  von  Kriegswaren
nach  ihrer  Eigenart  nicht  angängig  erschien,  wurde  in  andere  kriegswichtige
Unternehmungen  übergeführt.

So  konnte  die  Reichsbank  schließlich  die  Abgabe  von  Gold  zur  Herstellung
von  echten  Goldwaren  für  den  inländischen  Bedarf  einschließlich  der  Trauringe
vollkommen  einstellen.  Auch  die  Goldabgabe  für  Doublee=  und  vergoldete
Waren  wurde  sogleich  bei  der  Aufnahme  des  Goldsachenankaufs  auf  einen
kleinen  Bruchteil  der  im  Frieden  abgegebenen  Mengen,  später  noch  weiter
erheblich  herabgesetzt.  Die  Verabfolgung  von  Gold  für  zahnärztliche  Zwecke,
soweit  nicht  die  Behandlung  Kriegsverletzter  in  Frage  kam,  wurde  um  mindestens
  25½  eingeschränkt.

Die  freiwillige  Ablieferung  von  Goldmünzen  seitens  der  Bevölkerung
hatte  zur  Folge,  daß  die  Verkehrsreserven  an  Gold  bis  auf  geringfügige  Reste
sich  in  den  Tresoren  der  Reichsbank  konzentrierten.  Die  andauernde  Zunahme
der  Goldbestände,  die  im  Reichsbankausweis  ersichtlich  wurde,  erregte  überall
großes  Aufsehen  und  zeitigte  im  feindlichen  Auslande  die  seltsamsten  Auffassungen,
die  bis  zum  Zweifel  an  der  Glaubwürdigkeit  der  Veröffentlichungen  der  Reichsbank
  gingen.  Trotzdem  kam  der  tatsächliche  Rückfluß  von  Goldmünzen  in  den  Ausweisziffern
  nicht  einmal  voll  zum  Ausdruck,  da  —  ganz  abgesehen  von  den
Abgaben  für  ärztliche  und  industrielle  Zwecke  —  häufig  erhebliche  Goldbeträge
aus  den  Eingängen  vorweg  entnommen  werden  mußten,  um  durch  die  Reichsbank
  zur  Bezahlung  notwendiger  Einfuhren  ins  Ausland  versandt  zu  werden.

Von  Beginn  des  Krieges  an  machte  sich  aus  weiten  Kreisen  der  Bevölkerung
  der  Wunsch  geltend,  auch  durch  Ablieferung  von  Goldsachen  dem
Vaterland  Opfer  zu  bringen.  Die  Reichsbank  sah  zunächst  davon  ab,  diese  Bestrebungen
  zu  fördern.  Als  aber  mit  der  zunehmenden  Entgoldung  des  Verkehrs
die  Zuflüsse  an  Goldmünzen  schwächer  wurden,  mußte  sie  darauf  Bedacht  nehmen,
auf  anderem  Wege  die  Mittel  zur  Finanzierung  unentbehrlicher  Einfuhren  ohne
wesentliche  Schwächung  des  Währungsgrundstocks  in  die  Hand  zu  bekommen.
        <pb n="70" />
        62  Dir  Reichsbaul  im  Weltlriege

Sie  ging  daher  im  Jahre  1916  selbst  zum  Ankauf  von  Goldsachen  über.  Sie
hatte  um  so  mehr  Veranlassung,  sich  dieser  Aufgabe  zu  unterziehen,  als  sich  bereits
allenthalben  inoffizielle  Goldsammelstellen  gebildet  hatten,  die,  wenn  auch  meist
vom  besten  Willen  beseelt,  doch  keine  volle  Gewähr  dafür  bieten  konnten,  daß  das
von  der  Bevölkerung  geopferte  Gold  an  die  richtige  Stelle  gelangte.  Nun  wurde
nach  den  bei  der  Goldmünzensammlung  gewonnenen  Erfahrungen  die  Sammeltätigkeit
  von  Goldsachen  unter  Leitung  der  Reichsbank  planmäßig  organisiert.
Im  ganzen  Lande  bildeten  sich  Ehrenausschüsse  aus  angesehenen  Männern  und
Frauen.  In  größeren  Städten  wurden  Goldankaufsstellen,  an  kleineren  Plätzen
und  auf  dem  platten  Lande  Goldankaufshilfsstellen  errichtet.  Bei  der  deutschen
Presse  fanden  die  Bestrebungen  der  Reichsbank  allgemeine  Unterstützung.  Auch
Kirchen  und  Schulen  stellten  ihre  wertvolle  Mitarbeit  erneut  zur  Verfügung.  Die
Bemühungen  der  Reichsbank  wurden  ferner  in  dankenswerter  Weise  durch
geeignete  Maßnahmen  der  verschiedensten  Behörden  des  Reichs  und  der  Bundesstaaten
  unterstützt.

Die  Abschätzung  der  bei  den  Goldankaufsstellen  eingelieferten  Schmuckstücke
  wurde  sachverständigen  Goldschmieden  anvertraut;  den  Einlieferern  wurde
der  Goldwert  vergütet.  Ein  Gewinn  ergab  sich  aus  dem  Ankauf  nicht,  da  eine
Weiterveräußerung  der  abgegebenen  Goldsachen  an  Private  oder  Händler  selbstverständlich
  ausgeschlossen  war,  die  erworbenen  Goldsachen  vielmehr  eingeschmolzen
  und  als  Goldbarren  gegen  Erstattung  des  Goldwertes  an  die
Reichsbank  abgeliefert  wurden.  Den  Goldankaufsstellen  waren  Kunstsachverständige
  zur  Beratung  beigeordnet,  welche  dafür  Sorge  trugen,  daß  Goldsachen,
  denen  ein  Kunst=  oder  kultureller  Wert  innewohnte,  nicht  eingeschmolzen
wurden.  Um  den  eisernen  Gedenkstücken,  welche  die  Reichsbank  neben  dem  Geldersatz
  des  Wertes  den  Ablieferern  goldener  Schmuck=  und  Gebrauchsgegenstände
gewährte,  ihren  ideellen  Wert  zu  erhalten  und  sie  als  bleibendes  Erinnerungszeichen
  vor  Entwertung  durch  Nachahmung  und  Handel  zu  schützen,  verbot  die
Bekanntmachung  zum  Schutze  eiserner  Gedenkstücke  der
Reichsbank  vom  3.  August  1916  (RGl.  S.  883)  grundsätzlich  jede  Vervielfältigung
  und  Nachbildung  dieser  Stücke.  "

Ende  Dezember  1917  nahmen  die  Goldankaufsstellen  auch  den  Ankauf
von  Silbermünzen  in  den  Kreis  ihrer  Tätigkeit  auf,  da  die  Silberpreise  auf
dem  Weltmarkte  einen  hohen  Stand  erreicht  hatten  und  durch  Silbersendungen
ebenso  wie  durch  Goldsendungen  die  Bezahlung  von  Einfuhrgütern  bewirkt
werden  konnte.
        <pb n="71" />
        Die  Reichsbantim  Weltkrienge  63

Durch  die  regelmäßigen  Zuflüsse  von  Goldmünzen  aus  dem  Verkehr  und
durch  den  Ankauf  von  Gold  vermehrte  sich  der  Goldbestand  der  Reichsbank  seit
dem  7.  August  1914  von  1477,5  Millionen  Mark  ununterbrochen  auf  2533,3  Millionen
  Mark  am  15.  Juni  1917.  In  der  dritten  Juniwoche  dieses  Jahres
zeigte  der  Ausweis  zum  ersten  Male  einen  Rückgang  um  76,5  Millionen
Mark  infolge  einer  notwendigen  Goldausfuhr,  die  mit  Hilfe  der  Zuflüsse
aus  dem  Verkehr  nicht  hatte  gedeckt  werden  können.  Solche  Rückgänge
wiederholten  sich  bis  zum  Ende  des  Krieges  noch  zweimal,  und  zwar  in  der
dritten  Juliwoche  1917  um  56,2  Millionen  Mark  und  in  der  dritten  Aprilwoche
1918  um  rund  64  Millionen  Mark.  In  der  dritten  Septemberwoche  und  in  der
ersten  Oktoberwoche  1918  nahm  der  Goldbestand  um  98,9  und  um  100  Millionen
Mark  zu.  In  diesen  beiden  Wochen  wurden  die  ersten  zwei  Goldzahlungen  der
fünf  Raten  vereinnahmt,  zu  denen  sich  die  Regierung  der  Russischen  Sozialistischen
Föderativen  Sowjetrepublik  auf  Grund  des  Deutsch-Russischen  Finanzabkommens
  zur  Ergänzung  des  Deutsch-Russischen  Zusatzvertrages  zu  dem
Friedensvertrage  von  Brest-Litowst  verpflichtet  hatte.  Am  7.  November  1918
konnte  die  Reichsbank  den  höchsten  in  ihrer  Geschichte  bisher  verzeichneten  Goldbestand
  mit  2550,3  Millionen  Mark  ausweisen.  Wegen  der  Entwicklung  im
einzelnen  wird  auf  die  Tabellen  7  und  8  verwiesen.

Der,  wie  oben  erwähnt,  bei  Ausbruch  des  Krieges  in  starkem  Maße
hervorgetretene  Bedarf  an  kleinen  Zahlungsmitteln  hielt  hauptsächlich  infolge
der  zu  den  Truppenlöhnungen  erforderlichen  großen  Beträge  während  der
Kriegsdauer  unvermindert  an.  Er  zeigte  sich  sowohl  in  dem  Mangel  an  Silberwie
  an  kleinen  Scheidemünzen,  der  noch  dadurch  verschärft  wurde,  daß  infolge
der  immer  mehr  zunehmenden  Knappheit  an  Rohstoffen  das  in  den  kleinen
Münzen  enthaltene  Kupfer  und  Nickel  für  Kriegszwecke  nutzbar  gemacht  werden
mußte.  Die  Nickel-  und  Kupfermünzen  wurden  daher  eingezogen  und  nach  und
nach  durch  Münzen  aus  leichter  zu  beschaffenden  Metallen  ersetzt.  Auch  erwies
es  sich  als  nötig,  die  Zweimarkstücke  außer  Kurs  zu  setzen,  um  das  erforderliche
Prägematerial  zur  Herstellung  silberner  Einhalbmarkstücke  zu  gewinnen,
an  denen  damals  großer  Mangel  herrschte.  Die  Herstellung  der  neuen
Münzen  ging  angesichts  des  fühlbaren  Mangels  an  Facharbeitern  nur  langsam

Der  Bestand  an
Scheidemünzen
        <pb n="72" />
        »Der  Metallbestand

Der  Bestand  an
Reichskassenscheinen

64  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

von  statten.  Die  Folge  war  eine  anhaltende  Kleingeld-Zahlungsmittelkrisfis,  die
gegen  Ende  1916  zu  einer  zweiten  Notgeldperiode  führte.  In  dieser  Periode
sind  von  2251  öffentlichen  und  privaten  Ausgabestellen  292,8  Millionen  Mark
Rotgeldzeichen  in  Abschnitten  von  5  Mark  bis  1  Pfennig  zur  Ausgabe  gelangt.
Trotz  aller  dieser  Maßnahmen  war  bei  der  starken  Aufnahmefähigkeit  des
Verkehrs  der  Bestand  der  Reichsbank  an  Scheidemünzen  fortdauernd  ein  verhältnismäßig
  geringer,  wie  die  Nachweisung  in  Tabelle  9  des  näheren  ergibt.

Die  Kurve  der  Entwicklung  des  Metallbestandes  der  Reichsbank  (d.  i.  der
Bestand  an  kursfähigem  deutschen  Gelde  und  an  Gold  in  Barren  oder  ausländischen
  Münzen,  das  Kilogramm  fein  zu  2784  A  berechnet)  verlief  während
der  Kriegszeit  ungefähr  parallel  der  Kurve  des  Goldbestandes,  da  die  Scheidemünzenbestände
  bei  der  Zusammensetzung  des  überwiegend  aus  Gold  bestehenden
Metallvorrats  ihrem  ausmachenden  Betrage  nach  nicht  ins  Gewicht  fallen  und
in  der  Kurve  daher  kaum  zum  Ausdruck  kommen  konnten.  So  wurde  von
1914—1917  der  höchste  Metallbestand  im  Zusammenhang  mit  der  dauernden
starken  Erhöhung  der  Goldvorräte  stets  am  Jahresschluß,  im  Jahre  1918  am
15.  Oktober  ausgewiesen.  Den  niedrigsten  Metallbestand  zeigten  in  den  Jahren
1915—1916  die  ersten  Ausweise  des  Jahres,  nämlich  die  vom  7.  Januar,  im
Jahre  1917  der  Ausweis  vom  23.  Juli,  während  im  Jahre  1918  infolge  der
gänzlich  veränderten  Verhältnisse  am  Jahresschlußtage  der  niedrigste  Metallbestand
  verzeichnet  wurde  (vgl.  Tabelle  6).

Es  ist  bereits  bemerkt  worden,  daß  der  Bestand  der  Reichsbank
an  Reichskassenscheinen  zu  Anfang  der  letzten  Juliwoche  1914  sich  auf  65,5  Millionen

  Mark  bezifferte.  Obwohl  nach  Kriegsausbruch  noch  der  Rest  des  auf

Grund  des  Gesetzes  vom  3.  Juli  1913  auszugebenden  Betrages  an  Reichskassenscheinen
  mit  35  Millionen  Mark  der  Reichsbank  seitens  der  Reichsschuldenverwaltung
  zugeführt  wurde,  schrumpfte  der  Kassenbestand  doch  alsbald  außerordentlich
  zusammen.  Am  30.  September  1914  konnte  die  Reichsbank  nur
        <pb n="73" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  65

2,4  Millionen  Mark,  am  Ende  des  Jahres  1914  nur  3,8  Millionen  Mark
ausweisen.  Bei  dem  geringfügigen  Bestande  war  es  unmöglich,  die  ununterbrochen
  starke  Nachfrage  zu  befriedigen,  was  zu  fortgesetzten  lebhaften  Klagen
und  Beschwerden  aus  den  Verkehrskreisen  führte.  Besonders  an  Geldzeichen
zu  10  Mark  herrschte  empfindlicher  Mangel,  der  sich  im  Verlaufe  des  Krieges
infolge  der  Goldmünzensammlung  durch  Verschwinden  der  Kronen  aus  dem
Verkehr  noch  wesentlich  verschärfte.  Die  Schaffung  neuer  Geldzeichen  zu
10  Mark  ließ  sich  daher  nicht  umgehen.  Sie  geschah  durch  das  Gesetz  vom
22.  März  1915  (RGBl.  S.  179),  das  die  Ausgabe  weiterer  120  Millionen  Mark
Reichskassenscheine  zu  10  Mark  vorsah.  Den  gegen  eine  Erhöhung  des  Umlaufs
an  reinem  Papiergeld  bestehenden  finanzpolitischen  Bedenken  trug  das  Gesetz
dadurch  Rechnung,  daß  es  die  Deckung  der  den  Betrag  von  240  Millionen  Mark
übersteigenden  Reichskassenscheine  mittels  Hinterlegung  ausgegebener  Darlehnskassenscheine
  oder  von  gemünztem  deutschen  Geld  vorsah.  Trotz  starken  Abflusses
in  den  Verkehr  wuchs  der  Bestand  der  Reichsbank  an  Reichskassenscheinen  allmählich
  wieder.  Er  bezifferte  sich  am  31.  Dezember  1915  auf  33  Millionen
Mark,  im  Jahre  1916  schwankte  er  zwischen  48  und  7,5  Millionen,  im  Jahre
1917  zwischen  18,7  und  10,3  (31.  Dezember)  Millionen  Mark.  Auch  im  Jahre
1918  blieben  die  Bestände  der  Reichsbank  an  Reichskassenscheinen  niedrig.  Der
am  Schluß  des  Vorjahres  vorhandene  Vorrat  stieg  zwar  unter  Schwankungen
bis  zum  15.  Juli  auf  19,4  Millionen  Mark,  fiel  indes  im  weiteren  Verlauf  des
Jahres  unter  der  Einwirkung  der  starken  Nachfrage  nach  Zahlungsmitteln  bis
zum  23.  November  1918  auf  3,2  Millionen  Mark,  den  niedrigsten  überhaupt
ausgewiesenen  Bestand

Die  im  §  13  des  Darlehnskassengesetzes  der  Reichsbank  übertragene
Leitung  der  Darlehnskassen  erweiterte  ihr  Arbeitsfeld  erheblich,  da  das  Darlehnskassengeschäft
  über  das  Lombardgeschäft  der  Reichsbank  (§  13  des  Bankgesetzes)
  an  Art  und  Umfang  hinausging.  Einerseits  kannte  das  Darlehnskassengesetz
  eine  absolute  Begrenzung  der  Lombardierungen  nach  oben  nicht,  andererseits
  gestattete  es  die  Beleihung  von  Wertobjekten  weit  über  die  vom  Bankgesetze
zugelassenen  Geschäfte  und  Warengattungen  hinaus,  insbesondere  wurden  alle
inländischen,  an  einer  deutschen  Börse  notierten  Aktien  sowie  eine  Reihe

1.  Tell  5

Die  Besorgung
der  Geschäfte
der  Darlehnskassen
        <pb n="74" />
        Der  Bestand
an  Darlehnslassenscheinen


66  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

ausländischer  Aktien  und  nicht  nur  Rohprodukte,  sondern  auch  gewerbliche  Erzeugnisse,
  Fabrikate  und  Silberwaren  jeder  Art  beliehen.  Da  der  Reichsbank  daran
liegen  mußte,  das  für  die  Notendeckung  nicht  geeignete  Lombardgeschäft  nach
Möglichkeit  auf  die  Darlehnskassen  zu  übertragen,  wurde  der  Beleihungssatz  für.
die  Darlehnskassen  um  ½%  niedriger  als  der  Lombardsatz  der  Reichsbank
gehalten.  Eine  weitere  Ermäßigung  bis  auf  den  Diskontsatz  der  Reichsbank
wurde  für  diejenigen  Darlehne  vorgesehen,  die  nachweisbar  zu  Zwecken  der  Einzahlung
  auf  die  Kriegsanleihe  entnommen  wurden.

Die  Abwicklung  des  Kassenverkehrs  der  Darlehnskassen  erfolgte  durch  die
Reichsbankanstalten  in  folgender  Weise:

Die  Reichsbankanstalten  zahlten  die  von  den  Darlehnskassen  erteilten
Darlehne  den  Darlehnsnehmern  in  beliebigen  Zahlungsmitteln,  vornehmlich  in
Reichsbanknoten,  aus.  Die  Hauptverwaltung  der  Darlehnskassen  erstattete  der
Reichsbank  die  von  den  Bankanstalten  verauslagten  Summen  in  Darlehnskassenscheinen
  zurück,  die  von  der  Reichsbank  in  den  Verkehr  gegeben  wurden,  soweit
der  Verkehr  ihrer  bedurfte.  Da  die  Darlehnskassenscheine  in  Stücken  zu  5,  10,
20  und  50  Mark,  vom  31.  August  1914  ab  auch  in  Stücken  zu  1  und  2  Mark
ausgefertigt  wurden,  konnte  ihre  Verausgabung  der  Reichsbank  die  Befriedigung
des  Verkehrsbedarfs  an  kleinen  Zahlungsmitteln  wesentlich  erleichtern.  Soweit
die  Stücke  nicht  in  den  Verkehr  übergingen,  dienten  sie  der  Reichsbank  als  Notendeckung.
  Bis  zum  31.  Dezember  1916  war  die  Reichsbank  nicht  genötigt,  auf
die  Darlehnskassenscheine  als  Notendeckung  zurückzugreifen.  Von  diesem  Zeitpunkte
  an  reichte  indessen  der  Barvorrat  nicht  mehr  aus,  um  ein  Drittel  der
Notenausgabe  zu  decken.  Durch  den  Besitz  an  Darlehnskassenscheinen  war  die
Reichsbank  in  den  Stand  gesetzt,  die  gesetzliche  Deckung  aufrechtzuerhalten.

Die  Bestände  der  bei  der  Reichsbank  verbliebenen  Darlehnskassenscheine
schwankten  während  der  Kriegszeit  stark.  Sie  stehen  in  unmittelbarem  Zusammenhange
  mit  der  Kreditgewährung  der  Darlehnskassen  und  der  Abwicklung
dieser  Kredite  durch  die  Darlehnsnehmer.  Im  allgemeinen  ging  während  des
ganzen  Krieges  infolge  der  fortgesetzten  starken  Nachfrage  nach  kleinen  Zahlungsmitteln
  der  Betrag  der  bewilligten  Darlehne  über  den  Bestand  der  Reichsbank
        <pb n="75" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  67

an  Darlehnskassenscheinen  weit  hinaus.  Seit  1915  wurden  auf  Grund  des  oben
erwähnten  Gesetzes  vom  22.  März  1915  120  Millionen  Darlehnskassenscheine
als  Deckung  einer  entsprechenden  Anzahl  Reichskassenscheine  zurückgestellt.

Das  Verhältnis  der  in  den  Beständen  der  Reichsbank  verbleibenden  zu
den  im  freien  Verkehr  befindlichen  Darlehnskassenscheinen  zeigte  in  den  ersten
Kriegsjahren  erheblich  größere  Schwankungen  als  in  den  letzten  Kriegsjahren.
Dies  hängt  mit  dem  Einfluß  der  Kriegsanleihen  auf  die  Darlehnsentnahme  zusammen.
  Für  die  ersten  Kriegsanleihen  wurde  in  weitaus  größerem  Umfange
Geld  entliehen  als  später.

Im  einzelnen  verlief  die  Entwicklung  folgendermaßen:

Im  Jahre  1914  verblieb  der  überwiegende  Teil  der  Darlehnskassenscheine
  in  den  Beständen  der  Reichsbank.  Die  anteiligen  Bestände  der  Reichsbank
  an  der  Gesamtsumme  der  ausgegebenen  Darlehnskassenscheine  waren  in
diesem  Jahre  am  höchsten  am  15.  August  mit  90,8⅝%  und  am  niedrigsten
am  23.  September  mit  54,1%.  Im  Jahre  1915  verschob  sich  dieses  Bild
vollkommen.  In  diesem  Jahre  gingen  die  Bestände  der  Bank  (einschließlich
der  Darlehnskassenscheine,  die  zur  Deckung  der  auf  Grund  des  Gesetzes
vom  22.  März  1915  ausgegebenen  Reichskassenscheine  zu  10  Mark  verwendet
  worden  waren)  an  11  Ausweistagen  über  50½  hinaus,  blieben  dagegen
an  37  Ausweistagen  darunter;  am  höchsten  war  der  Prozentsatz  am  15.  April
mit  59,5%,  am  geringsten  war  er  am  23.  März  mit  21,9⅝%.  Die  1915  begonnene
Entwicklung  setzte  sich  1916  in  stärkstem  Tempo  fort.  Die  Bank  konnte  nur  am
ersten  Ausweistage  (7.  Januar)  mehr  als  50%  der  Gesamtausgabe,  und  zwar
50,9%,  in  ihren  Beständen  halten.  An  allen  übrigen  Ausweistagen  befand  sich
der  größte  Teil  der  Darlehnskassenscheine  im  freien  Verkehr,  der  vom
22.  April  1916  an,  kaum  unterbrochen,  von  Ausweis  zu  Ausweis  bis  zum
Jahresschluß  immer  größere  Beträge  aufgenommen  hatte.  Am  23.  Dezember
dieses  Jahres  befanden  sich  von  den  ausgegebenen  Darlehnskassenscheinen  sogar
nur  9,3  in  dem  Bestande  der  Bank,  das  ist  die  niedrigste  je  dagewesene  Verhältnisziffer.
  Im  Jahre  1917  verfügte  die  Reichsbank  während  des  ganzen  Jahres
niemals  über  mehr  als  knapp  20⅞  der  Gesamtausgabe.  Die  Schwankungen  der
Anteilsziffer  der  Reichsbankbestände  an  der  Gesamtausgabe  waren  in  diesem  Jahre
außerordentlich  gering.  Sie  bewegten  sich  zwischen  18,5%  am  31.  Dezember  als
höchster  und  10,4%  am  7.  März  als  niedrigster  Anteilsziffer.  Die  Entwicklung
des  Jahres  1918  kennzeichnet  sich  durch  ein  allmähliches  Steigen  der  Anteils-5
        <pb n="76" />
        Die
Bardeckung
der  Noten

68  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

ziffern  der  Reichsbank  an  der  Gesamtausgabe  fast  vom  Beginn  des  Jahres  bis
zum  Jahresschluß  hin.  Am  15.  Februar  1918  verfügte  die  Bank  mit  17,6%
über  den  verhältnismäßig  niedrigsten,  am  31.  Dezember  1918  mit  35,37%  über
den  verhältnismäßig  höchsten  Bestand  an  Darlehnskassenscheinen.

Der  absoluten  Höhe  nach  zeigten  die  Bestände  der  Bank  bis  zum  Jahre
1916  große  Schwankungen.  1917  und  noch  deutlicher  1918  stieg  der  Bestand
zunächst  allmählich,  dann  immer  stärker  an.  Kleine  Verminderungen  der  Bestände
  wurden  durch  bald  folgende  erheblich  größere  Steigerungen  mehr  als
ausgeglichen.  Die  Entwicklung  der  Darlehnskassenscheinausgabe  verlief  ähnlich
wie  die  Entwicklung  der  Notenausgabe.

·  Die  gesetzliche  Dritteldeckung  des  Notenumlaufs  durch  den  Barvorrat
war  von  Kriegsbeginn  an  durch  die  eingangs  bereits  erwähnte  Vorschrift  des
Darlehnskassengesetzes  (§  2)  erweitert  worden,  nach  welcher  die  im  Bestande
der  Reichsbank  liegenden  Darlehnskassenscheine  dem  deckungsfähigen  Barvorrat
zugerechnet  wurden.  Selbstverständlich  bildete  der  Goldbestand  den  bankpolitisch
ausschlaggebenden  Teil  des  Barvorrates,  neben  dem  der  geringe  Bestand  an
Scheidemünzen  kaum  ins  Gewicht  fiel.

In  dieser  Hinsicht  kam  in  Betracht,  daß  die  Golddeckung  der  Noten  sich
schon  vor  dem  Kriege  seit  längerer  Zeit  unter  der  Einwirkung  der  erfolgreichen
Bestrebungen  zur  Hebung  des  Goldbestandes  günstig  gestaltet  und  am
23.  Februar  1914  mit  77,1½  einen  Stand  erreicht  hatte,  der  dem  am  23.  Februur
1905  ausgewiesenen  bisher  höchsten  Stande  (77,7⅝½)  fast  gleichkam.  Am
23.  Juli  1914  belief  sich  die  Golddeckung  der  Noten  noch  auf  71,8  3/8.  Sie  sank
dann  unter  dem  Einfluß  der  starken  Goldabhebungen  und  der  Ausdehnung  des
Notenumlaufs  in  der  kritischen  Woche  vor  der  Kriegserklärung  am  31.  Juli  auf
43,1%  und  am  7.  August  auf  37,9%,  um  sich  von  da  ab  infolge  der  glänzenden  Ergebnisse
  der  Goldsammeltätigkeit  wieder  zu  heben.  Am  23.  November  1914  wurde
der  Satz  von  48,6%  ausgewiesen,  der  im  Laufe  des  Krieges  nur  noch  einmal
(am  23.  Februar  1915)  erreicht  worden  ist.  Mit  Ausnahme  der  letzten  beiden
Ausweiswochen  konnte  fast  das  ganze  Jahr  1915  hindurch  ein  Deckungsverhältnis
von  über  40%  behauptet  werden.  Ende  Dezember  sank  die  Deckung  bis  auf
35,3%  den  ungünstigsten  Stand  dieses  Jahres,  wie  denn  überhaupt  die  Jahres-
        <pb n="77" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  69

schlußtage  die  niedrigsten  Golddeckungsziffern  aufzeigten.  Bis  zum  Schluß  des
Jahres  1916  hätte  der  Goldvorrat  allein  ausgereicht,  um  die  sogenannte  Dritteldeckung
  aufrecht  zu  erhalten.  Aber  auch  nachdem  die  Darlehnskassenscheine  zu
dieser  Dritteldeckung  mit  herangezogen  werden  mußten,  bildete  noch  lange  Zeit
das  Gold  ziffernmäßig  einen  wesentlichen  Teil  der  gesamten  Bardeckung.  Noch
am  7.  November  1918  war  der  Notenumlauf  zu  15%  durch  Gold  gedeckt.  über
die  Bardeckung  der  Noten  im  einzelnen  vgl.  Tabellen  13  bis  16.  Die
Ziffern  ergeben,  daß  die  Reichsbank,  wenn  auch  mit  Hilfe  der  Darlehnskassenscheine,
  die  Dritteldeckung  nicht  nur  während  des  Krieges,  sondern  auch  später
so  lange  aufrecht  erhalten  hat,  als  diese  Deckung  gesetzlich  vorgeschrieben  war,
d.  h.  bis  zum  Erlaß  des  Gesetzes,  betreffend  Anderung  des  Bankgesetzes  vom
9.  Mai  1921  (RGBl.  S.  508).

Wie  im  Anschluß  hieran  hervorgehoben  werden  darf,  zeigte  die  Golddeckung
  der  Noten  und  täglich  fälligen  Verbindlichkeiten  zusammen  am
23.  Februar  1914  mit  48,3  den  höchsten  vor  dem  Kriege  erreichten  Stand,  sie
sank  in  den  Paniktagen  1914  von  47,8/  am  23.  Juli  auf  25,6  %  am  7.  August
und  fiel  am  23.  August  auf  23,1/,  den  niedrigsten  Stand  dieses  Jahres.  In  der
Folge  entwickelten  sich  die  Deckungsziffern  ähnlich  wie  diejenigen  der  Noten.
Im  Jahresdurchschnitt  stellten  sie  sich  wie  folgt:

1914  35,5%
1915  32,7%
1916  26  7
1917  17,3%
1918  10,8%

Am  7.  November  1918  ergab  die  Deckung  der  Noten  und  täglich  fälligen
Verbindlichkeiten  durch  Gold  noch  einen  Satz  von  9,77½⅝.

Um  die  Notenausgabe  zu  verringern  und  das  Deckungsverhältnis  der
Noten  zu  verbessern,  widmete  die  Reichsbank  der  Frage  der  Ausbreitung  des
bargeldlosen  Zahlungsausgleichs  seit  dem  Jahre  1916  ihre  besondere  Aufmerksamkeit.
  Ihre  Bemühungen  richteten  sich  einmal  auf  den  Ausbau  ihrer  eigenen
Einrichtungen  und  die  Herstellung  einer  möglichst  engen  Verbindung  ihres  Giro-Die

  Förderung
des  bargeldlosen
Zahlungsverkehre
        <pb n="78" />
        70  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

verkehrs  mit  den  übrigen  Gironetzen,  ferner  auf  die  Beeinflussung  der  Berufs—
stände,  zu  deren  Geschäftskreis  die  Vermittlung  von  Zahlungen  gehört,  ins—
besondere  des  Bankgewerbes,  der  Sparkassen  und  der  Kreditgenossenschaften.
Im  eigenen  Geschäftsbereich  führte  die  Reichsbank  zur  Förderung  des  bargeldlosen
  Zahlungsverkehrs  folgende  Neuerungen  ein:

Mit  dem  1.  Juli  1916  wurden  sämtliche  selbständigen  Bankanstalten  an
den  Postscheckverkehr  durch  Eröffnung  von  Konten  angeschlossen,  um  eine  mög—
lichst  enge  Verbindung  zwischen  dem  Postscheck-  und  dem  Reichsbankgiroverkehr
zu  schaffen.  Im  Jahre  1919  erfolgte  auch  der  Anschluß  der  mit  Kasseneinrichtung
  versehenen  Nebenstellen.  Um  zu  einer  möglichst  weitgehenden  Ausnutzung
  der  Verbindung  mit  dem  Postscheckverkehr  durch  Verbilligung  der  einzelnen
  Übertragungsgeschäfte  anzuregen,  sind  die  Gebührensätze  der  Reichsbank
im  Postscheckverkehr  sehr  erheblich  ermäßigt  worden.  Eine  Neuregelung  der
Bestimmungen  über  die  Gebührenerhebung  bei  Einziehung  von  Auftragspapieren
erfolgte  vor  allem  in  der  Absicht,  die  hin  und  wieder  im  Scheckverkehr  aufgetretenen
Widerstände  gegen  Annahme  von  Schecks  tunlichst  auszuschalten.  Die  Reichsbank
bestimmte,  daß  Gebühren  bei  Einziehung  von  Reichsbankschecks  nicht  mehr  erhoben
werden,  falls  der  eingezogene  Betrag  nicht  zur  Barauszahlung  oder  Barversendung
  gelangt.  Die  Gebührensätze  für  Einziehung  anderer  Auftragspapiere
wurden  auf  ein  Mindestmaß  herabgesetzt.

Dem  Reichsbankscheck  wurde  eine  weitere  Verwendungsmöglichkeit  durch
die  Einführung  der  Bestätigungsklausel  gesichert,  eine  Einrichtung,  die  in  der
Folge  ihren  hohen  Wert  erwiesen  hat.  In  vielen  Fällen  konnte  der  einfache
Scheck  nicht  als  ausreichender  Ersatz  für  eine  Barzahlung  angesehen  werden,
weil  der  Zahlungsempfänger  bei  Entgegennahme  des  Schecks  nicht  die
Gewißheit  besaß,  daß  der  Scheck  durch  den  Bezogenen  eingelöst  werden
würde.  Zur  Ausfüllung  dieser  Lücke  ist  die  Reichsbank  durch  die  Bekanntmachung
  über  die  Bestätigung  von  Schecks  durch
die  Reichsbank  vom  31.  August  1916  (RGl.  S.  985)  ermächtigt
worden,  auf  sie  gezogene  Schecks  mit  einem  Bestätigungsvermerk  zu
versehen,  durch  den  sie  sich  dem  Scheckinhaber  scheckrechtlich  zur  Einlösung  verpflichtet;
  die  Haftung  aus  diesem  Vermerk  ist  jedoch  auf  die  Dauer  der  Vorlegungsfrist,
  also  für  alle  im  Inland  ausgestellten  Schecks  auf  10  Tage,  beschränkt.
  Die  Befristung  der  scheckrechtlichen  Haftung  führt  dazu,  daß  der  Scheck
seinem  Endziel,  der  Einlösungsstelle,  innerhalb  der  Frist  zustrebt.  Der  an  sich
        <pb n="79" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  71

selbstverständliche  Grundsatz,  daß  solche  scheckrechtlichen  Verpflichtungen  nur  nach
vorheriger  Deckung  eingegangen  werden  dürfen,  ist  unter  Anlehnung  an  die  Vor—
schrift  in  §  13  Nr.  5  des  Bankgesetzes  vom  14.  März  1875  in  Art.  1  ausdrücklich
  ausgesprochen.  Dies  schließt  eine  Schädigung  der  Bank  von  vornherein
aus.  Zugleich  wird  durch  das  Erfordernis  der  vorherigen  Deckung  der
Schaffung  eines  dem  Papiergeld  ähnlichen  Wertpapiers  ohne  Unterlage  vorgebeugt.
  Die  auf  Antrag  eines  Girokonteninhabers  erfolgende  Bestätigung  eines
Schecks  (Bar=  und  Verrechnungsschecks)  wird  davon  abhängig  gemacht,
daß  der  Kontoinhaber  zur  Einlösung  des  Schecks  ein  ausreichendes  bares  Guthaben
  bei  der  Reichsbank  besitzt,  über  das  er  frei  zu  verfügen  berechtigt  ist.  Da
bei  der  Bestätigung  des  Schecks  ein  der  Schecksumme  entsprechender  Teil  des
Giroguthabens  von  dem  Girokonto  des  Kunden  mit  der  Wirkung  abgebucht
wird,  daß  das  Guthaben  in  dieser  Höhe  getilgt  ist,  steht  der  Reichsbank  die  zur
Einlösung  des  Schecks  erforderliche  Deckung  einwandfrei  zur  Verfügung.  Trotz
dieser  Verbindung  mit  dem  Girosystem  konnte  die  neue  Maßnahme  auch  außerhalb
  des  Kundenkreises  der  Reichsbank  Bedeutung  gewinnen,  da  die  an  den
Giroverkehr  angeschlossenen  Banken,  Bankiers  und  Kreditinstitute  in  der  Lage
sind,  denjenigen  Kunden,  die  selbst  kein  Girokonto  besitzen,  von  der  Reichsbank
bestätigte  Schecks  auf  Wunsch  zu  überlassen.

Dem  bestätigten  Scheck  wurden  große  Vergünstigungen  im  Reichsbankverkehr
  eingeräumt:

Bestätigte  Reichsbankschecks  werden  von  der  Bankanstalt,  welche  sie  mit
dem  Bestätigungsvermerk  versehen  hat,  jederzeit  bar  eingelöst  und  in  Zahlung
genommen.  Sie  werden  aber  auch  von  anderen  Bankanstalten  bei  den  im
Kassenverkehr  vorkommenden  Zahlungen  in  Zahlung  genommen  und  Girokontoinhabern
  auf  Antrag  sofort  gutgeschrieben.  In  diesen  Fällen  muß  allerdings
eine  Barauszahlung  an  den  Inhaber  des  Schecks  aus  Sicherheitsgründen  ausgeschlossen
  bleiben.

Auch  im  weiteren  Verlauf  des  Krieges  wurden  die  Einrichtungen  der
Reichsbank  dauernd  daraufhin  nachgeprüft,  ob  sie  den  Anforderungen  nach  möglichst
  umfangreicher  Anwendung  der  bargeldlosen  Zahlungsweise  genügten,  und
den  Bedürfnissen  des  Verkehrs  entsprechend  ausgestaltet.  Die  Reichsbank
begnügte  sich  jedoch  nicht  mit  der  Vervollkommnung  ihrer  eigenen  Einrichtungen
  zur  Erleichterung  der  bargeldlosen  Zahlungsweise.  Sie  ging
im  Jahre  1916  auch  zu  einer  umfassenden  Werbe=  und  Aufklärungsarbeit
        <pb n="80" />
        72  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

über.  Zunächst  wirkte  sie  darauf  hin,  daß  die  Geldanstalten  aller  Art,
Banken,  Sparkassen,  Gemeinde-,  Girokassen,  Genossenschaften  ihre  eigenen  Einrichtungen
  verbesserten,  Hemmungen  beseitigten,  Gebühren  fallen  ließen  oder
ermäßigten,  um  die  bargeldlose  Zahlungsweise  für  die  Interessenten  und  Beteiligten
  wirtschaftlicher  zu  machen;  dann  aber  richtete  sie  auch  an  sämtliche
Behörden,  Handels-,  Handwerks-,  Gewerbe-,  Landwirtschaftskammern  und  zahlreiche
  sonstige  Verbände  unter  Beifügung  von  Merkblättern  Rundschreiben,  in
denen  die  Wichtigkeit  des  bargeldlosen  Zahlungsverkehrs  vor  Augen  geführt
und  eine  wirksame  Unterstützung  der  gesamten  Bestrebungen  durch  rege  Werbetätigkeit
  bei  den  einzelnen  Interessenten  nahegelegt  wurde.

Dieser  Appell  fand  in  allen  Kreisen  den  stärksten  Widerhall.  Behörden,
Verbände,  Firmen  und  Einzelpersonen  wetteiferten  in  dem  Bestreben,  der  Reichsbank
  neue  Anregungen  zu  geben,  die  von  dieser  sorgfältig  geprüft  wurden.  Sofern
  sie  sich  in  den  dem  bargeldlosen  Zahlungsverkehr  gesteckten  Grenzen  hielten
und  die  intensivere  Ausnutzung,  den  Ausbau  und  die  organisatorische  Verbindung
  der  ausreichend  vorhandenen  Einrichtungen  anstrebten,  setzte  sich  die  Reichsbank
  für  ihre  Verwirklichung  in  der  Praxis  energisch  ein.  So  begünstigte  sie
auch  insbesondere  die  immer  weitere  Ausdehnung  des  Postscheckverkehrs,  der
dank  der  großzügigen  Werbearbeit  der  Postverwaltung  überraschend  schnell  in
breitere  Schichten  der  Bevölkerung  eindrang.

Von  Wichtigkeit  für  die  Entwicklung  des  bargeldlosen  Zahlungsverkehrs
war  auch  die  Beseitigung  oder  Milderung  von  gesetzlichen  Bestimmungen,  in
denen  Barzahlung  vorgeschrieben  wurde.  Folgende  Bundesratsverordnungen
dienten  diesem  Ziel:

1.  Die  Bekanntmachung,  betreffend  die  Zahlung  patentamtlicher  Gebühren
vom  8.  März  1917  (RGBl.  S.  222),

die  Bekanntmachung  zur  Erleichterung  der  Einzahlung  auf  Aktien  usw.
vom  24.  Mai  1917  (RGBl.  S.  431),

3.  die  Bekanntmachung  über  die  Zahlung  des  Bargebotes  bei  Zwangsversteigerungen
  vom  24.  Mai  1917  (RGl.  S.  432).

di

Im  Anschluß  an  die  Verordnung  zu  2  hat  die  Reichsbankverwaltung
sämtliche  Reichsbankanstalten  angewiesen,  solche  Einzahlungen  anzunehmen,
und  für  ihre  Entgegennahme  besondere  erleichternde  Bestimmungen  getroffen.
        <pb n="81" />
        Die  Reichsbauk  im  Welikriege  73

Infolge  der  von  der  Reichsbank  eingeleiteten  Bewegung  zur  Verbesserung
der  Zahlungssitten  durch  Bevorzugung  der  bargeldlosen  Zahlungsform  erfuhren
die  Zusammenschlußbestrebungen  der  im  deutschen  Geldverkehr  maßgebenden
Organe  eine  mächtige  Anregung.  Die  Banken  hatten  durch  Gründung  von
Filialen  und  Depositenkassen  und  durch  die  zunehmende  Angliederung  von
Konzernfirmen  sich  ein  gut  funktionierendes  eigenes  Gironetz  geschaffen.  Da—
durch  wurden  auch  die  Sparkassen  auf  die  Bedeutung  des  bargeldlosen  Zahlungsverkehrs
  für  die  Kundenwerbung  aufmerksam.  Sie  schlossen  sich  gleichfalls  zusammen,
  schufen  sich  Spitzenorganisationen  in  den  Girozentralen  und  eine
Zentralstelle  in  dem  Zentralgiroverband,  dessen  Geschäfte  die  Deutsche  Girozentrale
  in  Berlin  als  oberstes  Geldinstitut  der  hierher  gehörigen  Institute  führt.

Den  Höhepunkt  der  Bestrebungen  zur  Ausbreitung  des  bargeldlosen
Zahlungsverkehrs  bildete  die  Errichtung  einer  Zentralstelle  zur  Förderung  des
bargeldlosen  Zahlungsverkehrs  durch  die  Reichsbank.  Ihre  Eröffnung  fand
am  2.  Mai  1918  in  Gegenwart  von  Vertretern  der  großen  Verbände,  Institute
und  Behörden  durch  den  Reichsbankpräsidenten  Havenstein  statt.  Die  Funktionen
der  Zentralstelle  wurden  durch  eine  besondere,  zu  diesem  Zwecke  ins  Leben  gerufene
  Dienststelle  der  Reichsbank,  die  Abteilung  für  bargeldlosen  Zahlungsverkehr,
  erfüllt.  Der  Zentralstelle  wurden  Provinzial=  und  Landesstellen  nachgeordnet.
  Die  Gründung  dieser  das  ganze  Reich  überziehenden  Organisation
erfolgte  zu  dem  Zweck,  alle  in  der  Bewegung  tätigen  Kräfte  zusammenzufassen
und  planmäßig  an  die  Aufklärung  der  breiten  Volksschichten  über  die  Bedeutung
der  bargeldlosen  Zahlungsweise  heranzugehen.  Der  Zentralstelle  stand  als  Beirat
ein  Kreis  von  Helfern  und  Mitarbeitern  zur  Seite,  der  sich  aus  den  in  der
erwähnten  Sitzung  vertretenen  Organisationen  und  Behörden  zusammensetzte  und
der  durch  eine  Reihe  noch  nachträglich  herangezogener  Verbände  und  Einzelpersonen
  erweitert  wurde.

Von  der  Zentralstelle  wurden  die  allgemeinen  Richtlinien  gegeben,  um
eine  gewisse  Einheitlichkeit  des  Vorgehens  sicherzustellen,  während  die  Arbeiten
im  einzelnen  von  Unterorganisationen  geleistet  werden  sollten.  Insgesamt
wurden  24  Landes=  und  19  Provinzialstellen  gegründet,  die  sich  im  allgemeinen
in  den  Landes-  und  Provinzialhauptstädten  an  die  dortigen  Reichsbankanstalten
anlehnten.  Im  engen  Anschluß  an  diese  Organisationen  arbeiteten  schließlich
505  Ortsgruppen,  davon  396  unter  unmittelbarer  Leitung  der  an  den  gleichen
Orten  befindlichen  Reichsbankanstalten  und  109  an  Plätzen,  an  denen  sich  keine
Reichsbankanstalt  befand.  Wie  der  Zentralstelle  standen  auch  sämtlichen
        <pb n="82" />
        74  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

Organisationen  beratende  Ausschüsse  zur  Seite.  Sie  setzten  sich  aus  Vertretern  der
Behörden,  angesehenen  Persönlichkeiten  aus  dem  Beamtenstand  und  der  Bankwelt,
  Vertretern  der  Handels=  und  Landwirtschaftskammern,  der  Presse,  Geistlichkeit,
  Lehrerschaft,  der  freien  Berufe  und  den  Vorsitzenden  größerer  Vereine
zusammen.  Auch  angesehene  und  bekannte  Landwirte  sowie  Beamte  der  Sparkassen
  und  Genossenschaften  wurden  zur  Mitarbeit  herangezogen,  so  daß  eine
Gewähr  dafür  geboten  war,  daß  alle  im  Geldverkehr  sich  ergebenden  Bedürfnisse
und  Mißstände  zur  Kenntnis  der  Zentralstelle  gelangten.  Die  Tätigkeit  der
Zentralstelle  bestand  darin,  aufklärend  und  werbend  zu  wirken,  die  Einrichtungen
  der  Träger  des  bargeldlosen  Zahlungsverkehrs  auszugestalten  und  seine
Mittel  zu  verbessern.

In  den  ersten  Nachkriegsjahren  wurden,  wie  schon  hier  bemerkt  werden
mag,  die  Bestrebungen  zur  Förderung  des  bargeldlosen  Zahlungsverkehrs  nachdrücklich
  und  mit  guten  Erfolgen  fortgesetzt.  Dies  bezeugt  u.  a.  die  wachsende
Zunahme  der  Kontoinhaber  im  Postscheckverkehr,  die  fast  eine  Million  erreichten,
der  Anschluß  weitester  Bevölkerungsschichten  an  die  Geldinstitute,  die  Verbesserung
  der  dem  bankmäßigen  Zahlungsausgleich  dienenden  Einrichtungen  und
die  zunehmende  Verwendung  von  Überweisung  und  Scheck  an  Stelle  der  Barzahlung.
  In  einigen  Gebietsteilen  des  Reiches,  z.  B.  im  Lande  Sachsen,  gelang
es,  über  90⅝  der  erwerbstätigen  Bevölkerung  zur  Eröffnung  von  Konten  zu
veranlassen.  Die  Zahl  der  Postscheckämter  erfuhr  in  diesem  Jahre  eine  erhebliche
Vermehrung  und  zog  die  Errichtung  zahlreicher  neuer  Postscheckkonten  nach  sich.
Die  Eisenbahnkassen  wurden  ermächtigt,  zur  Erleichterung  der  bargeldlosen
Zahlung  von  Frachten  und  Nachnahmebeträgen  Schecks  vertrauenswürdiger
Personen  an  Zahlungs  Statt  unter  gewissen  Voraussetzungen  anzunehmen.

Die  Organisation  zur  Förderung  des  bargeldlosen  Zahlungsverkehrs
wurde,  nachdem  sie  die  von  ihr  erstrebten  Ziele  erreicht  hatte,  am  Ende  des
Jahres  1922  wieder  aufgelöst.

Später,  als  die  Entwertung  der  Mark  immer  weiter  fortschritt,  verlor
die  bargeldlose  Zahlungsweise  ihre  Grundlage.  Die  Unterhaltung  eines  Bankoder
  Postscheckguthabens  war  gleichbedeutend  mit  Kapitalverlust,  wenn  es  sich
nicht  nur  um  Durchgangsgelder  handelte,  über  die  täglich  restlos  verfügt  wurde.
Giroüberweisung  und  Scheck  wurden  unbrauchbar,  da  die  Verzögerung  an  der
Gutschrift  nur  um  wenige  Tage  für  den  Betroffenen  einen  erheblichen  Vermögensverlust
  bedeutete.  Nur  der  bestätigte  Reichsbankscheck  nahm  einen
        <pb n="83" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  75

ungeahnten  Aufschwung,  da  er  wie  Bargeld  verwendet  werden  konnte  und  diesem
als  Wertträger  infolge  seiner  Handlichkeit  überlegen  war.  Trotzdem  kann  die
aufgewendete  Mühe,  das  deutsche  Volk  zur  bankmäßigen  Kassenführung  zu
erziehen,  nicht  als  verloren  gelten.  Nach  eingetretener  Stabilisierung  hat  die
Zusammenfassung  aller  verfügbaren  Barreserven  bei  den  Geldanstalten,  wie  sie
durch  die  bargeldlose  Zahlungsweise  erreicht  wird,  angesichts  des  starken  Hinschwindens
  der  Betriebsmittel  der  deutschen  Volkswirtschaft  eher  erhöhte  Bedeutung
  gewonnen,  und  es  darf  mit  Sicherheit  erwartet  werden,  daß  die  vielfachen
  seitens  der  Reichsbank  gegebenen  Anregungen  nicht  ohne  reiche  fruchtbringende
  Wirkung  bleiben.

Den  höchsten  Grad  von  Nutzwirkung  in  der  Anwendung  der  bargeldlosen
Zahlungsweise  vermögen  die  nach  dem  Muster  des  Londoner  Clearinghouse
eingerichteten  Abrechnungsstellen  zu  erzielen.  Wie  oben  erwähnt,  bestanden  in
Deutschland  Ende  1913,  abgesehen  von  der  Berliner  Scheckaustauschstelle,
24  derartiger  Stellen.  Bis  zum  Kriegsausbruch  hatten  sie  sich  um  3  weitere
vermehrt.  Die  durch  den  Kriegszustand  hervorgerufenen  Personalschwierigkeiten
  nötigten  dazu,  vier  dieser  Stellen,  und  zwar  Straßburg,  Magdeburg,
Königsberg  und  Wiesbaden,  schon  im  Anfang  des  Krieges  zu  schließen.  Die
Wiedereröffnung  der  drei  letzteren  konnte  indes  noch  während  des  Krieges
erfolgen.  Neu  hinzu  traten  die  Abrechnungsstelle  in  Danzig  (12.  Juni  1917),
Cassel  (24.  September  1918)  und  Barmen  (17.  Oktober  1918),  so  daß  bei  Einstellung
  der  Feindseligkeiten  insgesamt  30  Abrechnungsstellen  vorhanden  waren,
von  denen  sich  29  im  Betriebe  befanden.

Die  Entwicklung  des  Abrechnungsgeschäfts  ergibt  sich  am  besten  aus  der
Stückzahl  der  Einlieferungen  und  der  Anzahl  der  Teilnehmer.  Die  Stückzahl
der  Einlieferungen  betrug:

1913  15  589  659
1914  13  702521
1915  9996  675
1916  9  958  378
1917  11  082  353
1918  11  868  999

Die  Abrechnungsstellen
        <pb n="84" />
        76  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

Eine  ähnliche  Entwicklung  zeigt  die  Zahl  der  Teilnehmer  der  Abrechnungsstellen.
  (Wegen  der  einzelnen  Ziffern  vgl.  Tabelle  30.)

Die  in  diesen  Zahlen  zum  Ausdruck  gelangende  Entwicklung  darf  als
eine  recht  erfreuliche  bezeichnet  werden,  wenn  man  erwägt,  daß  die  Umstellung
der  Wirtschaft  während  des  Krieges,  insbesondere  der  Übergang  großer  Industrien
  auf  das  Reich  einer  Inanspruchnahme  der  Abrechnungsstellen  entgegenwirkte.


In  diesem  Zusammenhange  verdient  eine  Einrichtung  erwähnt  zu
werden,  die  den  Girokontoinhabern  auch  an  solchen  Plätzen,  an  denen  sich  die
Errichtung  einer  förmlichen  Abrechnungsstelle  mangels  genügenden  Verrechnungsmaterials
  oder  wegen  räumlicher  und  sonstiger  Schwierigkeiten  nicht
ermöglichen  ließ,  die  Vorteile  einer  kostenlosen  Einziehung  ihrer  Platzschecks
und  einer  Verrechnung  ohne  jede  Bargeldbewegung  verschaffte:  die  sogenannte
„kleine“  Abrechnung.  Dieses  Verfahren  spielt  sich  wie  folgt  ab:  Die  an  den
Reichsbankgiroverkehr  angeschlossenen  Firmen,  vornehmlich  Geldinstitute,  ferner
aber  Post,  Eisenbahn,  Finanz=  und  sonstige  Behörden,  in  deren  Kassenverkehr
Schecks  vorkommen,  reichen  die  zur  Einziehung  bestimmten  Schecks  mit  der  Aufschrift:
  „Nur  zur  Verrechnung“  und  mit  Giro  an  die  Reichsbank  unter  Beifügung
  des  Vermerks  „ohne  Kosten“  auf  einem  besonderen  Vordruck  möglichst
bis  11  Uhr  vormittags  ein.  Die  Bezogenen  der  Schecks  müssen  Girokonto  bei
der  den  Einzug  besorgenden  Reichsbankanstalt  haben.  Der  Zahlungsort  der
Schecks  muß  mit  dem  Sitz  der  Bankanstalt  übereinstimmen.  Um  11  Uhr  werden
die  Endbeträge  der  Gutschriftsbelege  und  die  von  jedem  Bezogenen  zu  honorierenden
  einzelnen  Schecks  summiert.  Jedem  Beteiligten  wird  die  von  ihm  zu
zahlende  Summe  meist  telephonisch  mit  der  Aufforderung  angesagt,  die  von
der  Bankanstalt  quittierten  Schecks  gegen  einen  roten  Scheck  über  die  mitgeteilte
Summe  abholen  zu  lassen.  Die  Scheckbezogenen  haben  sich  ein  für  allemal
schriftlich  zu  verpflichten,  auf  den  Telephonanruf  den  roten  Scheck  möglichst  umgehend
  einzureichen  und  etwa  nicht  in  Ordnung  gehende  Schecks  bis  12½  Uhr
zur  Gutschrift  auf  Girokonto  wieder  zurückzugeben.  Unbezahlte  Schecks,  bei
deren  Rückgabe  im  allgemeinen  eine  Gebühr  erhoben  wird,  werden  abgesetzt.
Das  Verfahren  erfreute  sich  bald  großer  Beliebtheit  und  wurde  in  steigendem
Umfange  benutzt.
        <pb n="85" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  77

Die  Entwicklung  der  fremden  Gelder  ging  während  des  Krieges  mit  der
Entwicklung  des  Notenumlaufs  ungefähr  parallel.  Während  der  ersten  Hälfte
des  Jahres  1914  waren  die  Bestände  entsprechend  der  leichten  Gestaltung  des
Geldmarktes  bereits  auf  bemerkenswerter  Höhe.  Nach  Kriegsausbruch  bewirkte
das  allgemein  hervortretende  Bestreben  nach  Auseinandersetzung  und  Abwicklung
sowie  die  in  der  ersten  Verwirrung  aufsteigende  Kreditangst,  daß  die  Guthaben
bei  der  Reichsbank  in  einem  vorher  nie  dagewesenen  Umfange  verstärkt  wurden.
Schon  in  der  letzten  Juliwoche  wuchs  der  Bestand  der  fremden  Gelder  um  mehr
als  300  Millionen  Mark,  in  den  beiden  darauffolgenden  Wochen  je  um  mehr  als
600  Millionen  Mark.  In  Vorbereitung  auf  die  Einzahlungen  der  ersten  Kriegsanleihe
  erreichten  die  fremden  Gelder  im  Jahre  1914  am  23.  September  mit
2709  Millionen  Mark  ihren  höchsten  Stand.  Allerdings  schwächten  die  dann
vor  sich  gehenden  Einzahlungen  auf  die  Anleihe  die  privaten  Guthaben  wieder
erheblich.  Dennoch  stellte  sich  während  der  Kriegsmonate  dieses  Jahres  der
niedrigste  Bestand  der  gesamten  fremden  Gelder  (1282,1  Millionen  Mark  am
7.  November)  immer  noch  um  rund  200  Millionen  Mark  höher  als  der  höchste
in  Friedenszeiten  je  erreichte  Bestand.  Von  der  zweiten  Novemberwoche  an
konnte  mit  einer  geringfügigen  Unterbrechung  bis  zum  23.  Dezember  wieder
ein  Anwachsen  auf  mehr  als  2  Milliarden  Mark  beobachtet  werden.  Der  Bestand
am  Jahresschluß  1914  hielt  sich  um  rund  1  Milliarde  Mark  höher  als  am  Schluß
der  vorangegangenen  4  Jahre.

Einen  wesentlichen  Einfluß  auf  die  Entwicklung  der  fremden  Gelder
übten  die  öffentlichen  Guthaben  aus.  Infolge  der  völligen  Umstellung  der  Wirtschaft
  und  des  Zahlungs=  und  Kreditverkehrs  erfuhren  die  Giroumsätze  der
Reichsbank  für  öffentliche  Rechnung  während  der  letzten  5  Monate  des  Jahres
1914  gegenüber  dem  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres  eine  Steigerung  von
169%.  Für  den  Giroverkehr  der  privaten  Kunden  stellte  sich  diese  Steigerung
dagegen  nur  auf  7%.  In  den  folgenden  Kriegsjahren  setzte  sich  die  gleiche  Entwicklung
  fort.  Die  gesamten  Giroumsätze  und  -guthaben  wuchsen  von  Jahr  zu
Jahr,  wenn  auch  ein  gewisses  Auf  und  Ab  die  für  normale  Zeiten  charakteristischen
  Schwankungen  im  Kapitalbedarf  und  Kapitalangebot  —  besonders  an
den  Quartalsterminen  —  erkennen  ließ.  Stärkere  Veränderungen  der  Ziffern
erfolgten  jedesmal  im  Zusammenhang  mit  den  Einzahlungen  auf  die  Kriegsanleihe.
  Die  höchsten  Guthabenbestände  wurden  im  Jahre  1914  am  23.  September,
  in  den  übrigen  Kriegsjahren  1915—1918  am  30.  September  ausgewiesen.
  Die  Durchschnittsziffern  der  Guthaben  sind  für  diese  Jahre  1335,  1805,

Die  fremden
Gelder  im
Eiroverkehr
        <pb n="86" />
        Der  Absatz  von
Schatzanweisungen

78  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

2660,  5255,  8433  Millionen  Mark,  während  die  Durchschnittsziffer  für  das  letzte
Friedensjahr  sich  auf  668  Millionen  Mark  belaufen  hatte.  In  diesen  stark  gestiegenen
  Durchschnittsziffern,  die  eine  verhältnismäßig  weit  erheblichere
Steigerung  als  die  Ziffern  des  Notenumlaufs  erkennen  lassen,  kommt  die  große
Flüssigkeit  der  privaten  Wirtschaft  als  Folge  des  Liquidierungsprozesses  und  der
durch  Barzahlung  entlohnten  Kriegslieferungen  mehr  noch  als  die  Inanspruchnahme
  der  Reichsbank  durch  das  Reich  zum  Ausdruck.  Während  nämlich  die
öffentlichen  Guthaben  im  Durchschnitt  sich  gegen  1913  bis  1918  knapp  verneunfachten,
  zeigt  die  Durchschnittsziffer  der  privaten  Guthaben  vom  Jahre  1918
gegenüber  der  Durchschnittsziffer  von  1913  eine  Erhöhung  um  das  14fache.  Die
Tage  der  höchsten  Privatguthaben  fallen  mit  den  oben  genannten  Tagen  der
höchsten  Gesamtgiroguthaben  zusammen.  (üÜber  die  Ziffern  der  gesamten  Giroumsätze
  —  Einnahmen  und  Ausgaben  —  und  der  Giroübertragungen,  über  die
Zahl  der  Kontoinhaber,  die  Umsätze  und  Guthaben  der  Reichs=  und  Staatskassen
  pp.  vgl.  Tabellen  20  bis  30.)

Aus  einem  Vergleich  der  Ziffern  des  prozentualen  Anteils  der  für  Reichsund
  Staatskassen  auf  Girokonto  vereinnahmten  und  verausgabten  Beträge  an
den  Gesamtumsätzen  wird  die  große  Verschiebung  deutlich,  die  der  Krieg  gebracht
hat.  Während  1913  die  Umsätze  der  Reichs=  und  Staatskassen  nur  24,3  des
Gesamtumsatzes  ausmachten,  stellten  sich  die  entsprechenden  Verhältnisziffern  für
die  Jahre  1914  bis  1918  auf  34,8,  47,2,  43,8,  52,7  und  43,4.

Daß  die  Reichsbank  in  immer  wachsendem  Maße  den  durch  die  Kriegführung
  bedingten  außerordentlichen  Kreditbedarf  des  Reiches  durch  Hereinnahme
  von  Schatzanweisungen  zu  befriedigen  sich  genötigt  sah,  ist  bereits  oben
bemerkt  worden.  Selbstverständlich  konnte  und  sollte  diese  Deckung  des  Kreditbedarfs
  nur  eine  vorläufige  sein.  Die  Reichsbankverwaltung  war  deshalb
unausgesetzt  bestrebt,  die  hereingenommenen  Schatzanweisungen  im  Wege
der  Rediskontierung  am  offenen  Markte  unterzubringen,  um  damit  einer
inflationistischen  Wirkung  des  Anwachsens  der  schwebenden  Schuld  vorzubeugen.
  Der  Absatz  der  Schatzanweisungen  nahm  mit  der  steigenden  Geldflüssigkeit
  einen  großen  Umfang  an,  da  die  Nachfrage  mangels  anderer  Anlagemöglichkeiten
  ständig  wuchs.  Um  ihn  zu  fördern,  sicherte  die  Reichsbank  den
Abnehmern  die  Rediskontierbarkeit  derjenigen  Stücke  zu,  deren  Laufzeit
        <pb n="87" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  79

3  Monate  nicht  überstieg.  Der  auf  Schatzanweisungen  gewährte  Zinsfuß
"  richtete  sich  nach  der  Länge  der  Laufzeit,  indem  für  längere  Fälligkeiten  günstigere
Sätze  gewährt  wurden  als  für  kurzfristige  Schatzanweisungen.  Vorzugssätze
erhielten  Banken  und  große  Vermögensverwaltungen  bei  Abnahme  großer
Beträge  und  vor  allem  diejenigen  Käufer,  die  sich  verpflichteten,  die  Schatzanweisungen
  später  in  Kriegsanleihen  umzuwandeln.

Eine  solche  Fundierung  der  schwebenden  Schuld  hatte  die  Reichsfinanzverwaltung
  in  vollem  Einklange  mit  der  Reichsbank  von  vornherein  in  Aussicht
genommen.  In  der  Förderung  dieser  Fundierung  erblickte  die  Reichsbankverwaltung
  eine  ihrer  wichtigsten  Aufgaben.  Sie  war  deshalb  unablässig  und
mit  größtem  Erfolge  bemüht,  für  die  Unterbringung  der  Kriegsanleihen  Sorge
zu  tragen.

Um  einer  weitestmöglichen  Unterbringung  der  Kriegsanleihen  die  Wege
zu  bereiten,  mußte  vor  allem  dafür  gesorgt  werden,  daß  die  verfügbaren  Mittel
des  Marktes  in  größtem  Umfange  dem  Zwecke  der  Kapitalanlage  in  Kriegsanleihen
  unter  Erschwerung  anderer  Anlagemöglichkeiten  vorbehalten  blieben.

Die  alsbald  in  die  Wege  geleiteten  Beschränkungen  des  Börsenverkehrs
sind  unter  diesem  Gesichtspunkte  zu  beurteilen.  Die  Börse  war  in  der  ersten
Panikstimmung  geschlossen  worden.  Später  war  dann  wieder  ein  gewisser,  allerdings
  außeramtlicher  Verkehr  zustande  gekommen.  Durch  die  Schließung  erfuhr

Vorbereitung

des  Kapitalmarktes
für  die  Emission
der  Kriegsanleihen

der  für  die  Umsätze  im  Börsenverkehr,  besonders  für  die  Geschäfte  spekulativer

Art,  benötigte  Kapitalbedarf  eine  starke  Einschränkung.  Das  Ausschalten  der
amtlichen  Stelle  für  die  Vermittlung  von  Angebot  und  Nachfrage  auf  dem  Kapitalmarkt
  minderte  die  Gelegenheit  zur  Anlage.  Um  Mißbräuchen  vorzubeugen,
die  sich  in  dem  nichtamtlichen  Börsenverkehr  herauszubilden  drohten,  erließ  der
Bundesrat  die  Verordnung,  betreffend  Verbot  von  Mitteilungen  über  Preise  von
Wertpapieren  usw.  vom  25.  Februar  1915  (RGBl.  S.  111),  die  in  einzelnen
Punkten  im  Interesse  des  Effektenhandels  später  durch  weitere  Verordnungen
abgeändert  worden  ist.

Erst  seit  dem  1.  Dezember  1917  bestand  wieder  ein  wenn  auch  nur  beschränkter
  Börsenverkehr  mit  amtlichen  Kursfeststellungen.

Neben  die  Beschränkung  des  Börsenverkehrs  mit  dem  Ziel,  den  Geldmarkt
  nach  Möglichkeit  für  die  Kriegsfinanzierung  des  Reiches  freizuhalten,  trat
die  Zurückdrängung  des  langfristigen  Geld=  und  Kapitalbedarfs  der  staatlichen,
        <pb n="88" />
        80  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

kommunalen  und  privaten  Stellen.  Zunächst  war  die  Reichsbankverwaltung
bestrebt,  derartige  Kreditbedürfnisse  auf  den  Weg  des  kurzfristigen  Kredites
bei  den  Banken  oder  Reichsdarlehnskassen  zu  verweisen;  sie  fand  hierfür  bei
allen  in  Frage  kommenden  Stellen  verständnisvolles  Entgegenkommen.

Handel,  Industrie  und  Banken  unterwarfen  sich  zunächst  freiwillig  einer
Kontrolle  ihres  langfristigen  Kapitalbedarfs.  Auf  die  Dauer  reichte  diese
Kontrolle  jedoch  nicht  aus.  Es  mußte  vielmehr  eine  gesetzliche  Handhabe
geschaffen  werden,  um  die  Gesellschaften  nötigenfalls  zur  Klarstellung  ihrer
Betriebsverhältnisse  zwingen  zu  können.

Diese  Gesichtspunkte  lagen  der  Bekanntmachung  über  die  staatliche
Genehmigung  zur  Ausgabe  von  Teilschuldverschreibungen  und  Vorzugsaktien
vom  8.  März  1917  (RGBl.  S.  220)  und  der  Bekanntmachung  über  die  staatliche
  Genehmigung  zur  Errichtung  von  Aktiengesellschaften  usw.  vom  2.  November
  1917  (RBl.  S.  987)  zugrunde.  Erstere  bestimmte,  daß  auch  die  nicht
auf  den  Inhaber  ausgestellten  Teilschuldverschreibungen,  sofern  sie  wirtschaftlich
die  gleichen  Merkmale  wie  die  (unter  §  795  BGB.  fallenden)  Inhaber-Schuldverschreibungen
  aufwiesen  sowie  solche  Aktien,  welche  vorzugsweise  das  Recht
auf  eine  im  voraus  bestimmte  nach  oben  fest  begrenzte  Dividende  gewähren,  bis
auf  weiteres  nur  mit  Genehmigung  der  Landeszentralbehörde  in  den  Verkehr
gebracht  werden  durften.

Die  zweite  Bekanntmachung  richtete  sich  gegen  die  wachsende  Belastung
des  Kapitalmarktes  durch  Ausgabe  von  Industrieaktien.  Sie  forderte  die
staatliche  Genehmigung  zur  Gründung  und  Kapitalerhöhung  von  Aktiengesellschaften,
  Kommanditgesellschaften  auf  Aktien  sowie  (zur  Vermeidung  von  Umgehungen)
  von  Gesellschaften  mit  beschränkter  Haftung.  Bei  verhältnismäßig
geringfügigen,  die  Grenze  von  300  000  Mark  nicht  überschreitenden  Kapitalansprüchen
  konnte  von  der  Genehmigungspflicht  für  die  Gründung  und  Kapitalerhöhung
  abgesehen  werden.  Über  den  Antrag  auf  Genehmigung  hatte  die
Zentralbehörde  des  Bundesstaates  zu  entscheiden,  in  dessen  Gebiet  die  Gesellschaft
  ihren  Sitz  hatte.  Eine  völlige  Zentralisierung  des  Genehmigungsverfahrens
  bei  einer  Reichsstelle  erschien  schwer  durchführbar.  Die  Anträge  auf
Genehmigung  mußten  daher  bei  den  Landeszentralbehörden  gestellt,  zunächst  von
ihnen  geprüft  und  auch  von  ihnen  beschieden  werden.  Um  aber  eine  einheitliche
Handhabung  zu  gewährleisten  und  den  mit  der  Leitung  der  Geldwirtschaft  des
Reichs  betrauten  Stellen  den  erforderlichen  Einfluß  zu  sichern,  hat  der  Reichs-
        <pb n="89" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  81

kanzler  auf  Grund  der  ihm  durch  die  Verordnung  gegebenen  Ermächtigung  bestimmt,
  daß  die  Genehmigung  nur  im  Einvernehmen  mit  dem  Reichsbank-Direktorium
  erteilt  werden  sollte.  Die  Landeszentralbehörde  blieb  hiernach
befugt,  von  sich  aus  ohne  weitere  Mitwirkung  einen  Antrag  abzulehnen.  Wollte
sie  dagegen  einem  Antrage  stattgeben,  so  mußte  sie  sich  des  Einverständnisses  der
Reichsbank  versichern.  Die  genannten  Bestimmungen  wurden  milde  gehandhabt.
Der  leitende  Gesichtspunkt  war,  zu  entscheiden,  ob  die  Lage  des  Kapitalmarktes
und  die  Rücksicht  auf  die  Kriegs=  und  Übergangswirtschaft  die  Gründung  oder
Kapitalerhöhung  zuließen.  Die  mit  einem  erheblichen  Arbeitsaufwand  verknüpfte
  Mitwirkung  der  Reichsbank  bei  Genehmigung  von  Anträgen  zur
Errichtung  oder  zur  Kapitalerhöhung  von  Aktiengesellschaften  fand  am
15.  Oktober  1920  ein  Ende.

Die  Beeinflussung  des  Geld=  und  Kapitalmarktes  durch  die  Gesetzgebung
schuf  gewisse  finanzpolitische  Voraussetzungen  für  die  Placierung  der  Anleihen.
Ihr  großer  Erfolg  ist  der  Opferwilligkeit  aller  Klassen  der  Bevölkerung  zu
danken,  die  sich,  wie  bei  der  Goldsammeltätigkeit,  in  wahrhaft  bewunderungswürdiger
  Weise  zeigte.  Beweis  dafür  ist  vor  allem  die  große  Zahl  der  Zeichnungen,
  aus  der  zu  ersehen  ist,  daß  die  Kriegsanleihen  mehr  als  irgend  eine
Anleihe  zuvor  Volksanleihen  waren  und  in  allen  Schichten  der  Bevölkerung
Wurzel  gefaßt  hatten.  Daß  die  Überzeugung  von  der  Bedeutung  eines  Erfolges
der  Anleihen  Allgemeingut  aller  Bevölkerungsklassen  wurde,  und  daß  selbst  die
kleinsten  brachliegenden  Kapitalien  zur  Erringung  dieses  Erfolges  herangezogen
wurden,  ist  der  von  der  Reichsbankverwaltung  planmäßig  organisierten  Aufklärungstätigkeit
  und  der  Mitarbeit  weitester  Kreise  zu  danken.

Die  ersten  Anleihen  bedurften  einer  eigentlichen  Werbetätigkeit  nicht;  sie
setzten  sich  sozusagen  von  selbst  ab.  Die  Reichsbank  beschränkte  sich  auf  Erlasse
von  Aufrufen  zur  Zeichnung,  die  der  Presse  zum  Abdruck  zur  Verfügung  gestellt
wurden.  Weitere  den  Zeitungen  zugestellte  Artikel  beabsichtigten  weniger  eine
Propaganda;  sie  waren  vielmehr  dazu  bestimmt,  die  breite  Offentlichkeit  mit  dem
Wesen  und  der  Technik  der  Anleihen  vertraut  zu  machen.  Als  eigentliches
Inserat  wurden  nur  die  Anleihebedingungen  (Prospekt)  veröffentlicht.  In  den

1.  Tell  6

Die  Kriegsanleihen
        <pb n="90" />
        82  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

Dienst  der  sogenannten  persönlichen  Werbearbeit  stellten  sich  lediglich  die  mit
dem  Anleihegeschäft  betrauten  Zeichnungs=  und  Vermittlungsstellen,  an  die  von
der  Reichsbank  und  auch  auf  deren  Anregung  von  den  in  Frage  kommenden
Verbänden  besondere  Aufrufe  ergingen  (Sparkassenverband,  Preußische  Zentralgenossenschaftskasse,
  landwirtschaftliche  Zentraldarlehnskasse,  Reichsverband
ländlicher  Genossenschaften,  Allgemeiner  Verband  der  auf  Selbsthilfe  beruhenden
Erwerbs-  und  Wirtschaftsgenossenschaften).  Für  die  zweite  Anleihe  wurde  das
erste  „Merkblatt“  herausgegeben,  in  dem  die  Zeichnungsbedingungen  volkstümlich
  erläutert  wurden.  Doch  wurde  dieses  nicht  als  Flugblatt  verbreitet,
sondern  nur  von  den  Zeichnungs=  und  Vermittlungsstellen  an  den  Schaltern  abgegeben.
  Zugleich  erfuhr  der  Kreis  der  für  die  Veröffentlichungen  von  Artikeln
in  Anspruch  genommenen  Zeitungen  eine  Erweiterung,  so  daß  bei  der  zweiten
Anleihe  bereits  3783  Zeitungen  in  Frage  kamen.  Ungefähr  in  demselben
Rahmen  bewegte  sich  die  Arbeit  für  die  dritte  Kriegsanleihe.  Einen  Wendepunkt
  bildete  die  vierte  Kriegsanleihe  insofern,  als  im  Februar  1916  der  Grundstein
  zu  einer  großzügigen  Werbeorganisation  gelegt  wurde.  Es  war  die
Beobachtung  gemacht  worden,  daß  die  Bevölkerung  des  platten  Landes  und  der
Kleinstädte  sich  bis  dahin  in  nennenswertem  Umfange  an  den  Kriegsanleihen
nicht  beteiligt  hatte,  nicht  etwa  aus  Mangel  an  patriotischem  Gefühl,  sondern
weil  sie  finanziellen  Fragen  zu  ferne  stand.  Der  Schwerpunkt  dieser  Aufklärungsarbeit
  sollte  nicht  in  der  Verbreitung  von  Druckschriften,  sondern
in  dem  gesprochenen  Worte,  in  der  persönlichen  Fühlungnahme  mit  den
betreffenden  Kreisen  liegen.  Der  hierzu  notwendige  Apparat  wurde  mit  Hilfe
behördlicher  Instanzen  aufgestellt,  die  Organisationsarbeit  durch  Vermittlung
der  zuständigen  Ministerien  den  Landräten  und  gleichgestellten  Behörden  der
Bundesstaaten  übertragen.  Diese  wurden  in  Gemäßheit  eines  von  der  Reichsbank
  ausgearbeiteten  festen  Organisationsplanes  angewiesen,  auf  Grund
ihrer  Personalkenntnisse  in  jeder  Gemeinde  und  in  jeder  Landstadt  eine
Persönlichkeit  auszuwählen,  die  unter  Zugrundelegung  eines  gedruckten,  von
der  Reichsbank  gelieferten  Vortragsentwurfs  in  der  Lage  war,  in  einer  öffentlichen
  Versammlung  der  Bevölkerung  die  Beteiligung  an  der  Kriegsanleihe
nahezulegen.  Für  die  Auswahl  der  örtlichen  Vertrauensmänner,  deren
Stellung  eine  ehrenamtliche  war,  kamen  in  der  Regel  Lehrer,  Geistliche,
Gemeindevorsteher,  Amtsvorsteher,  Bankbeamte,  Landwirte  in  Frage.  Die
Lehrer  und  Geistlichen  wurden  daneben  durch  Vermittlung  der  betreffenden
Ministerien  und  kirchlichen  Instanzen  zur  Mitarbeit  besonders  aufgerufen.
        <pb n="91" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  83

Obwohl  der  Erfolg  dieser  Aufklärungsarbeit  in  dem  hohen  Betrag  besonders  von
Kleinzeichnungen  unverkennbar  war,  wurden  bei  der  fünften  Anleihe  weitere
Propaganda-Mittel  ähnlicher  Art,  wie  sie  in  den  feindlichen  Ländern  mit  Erfolg
versucht  worden  waren,  von  der  Reichsbank  herangezogen:  so  das  Werbeinserat
in  den  Zeitungen,  das  Plakat,  das  Flugblatt  und  das  Kino.  Allerdings  wurde
von  diesen  Werbemitteln  bei  der  fünften  Anleihe  noch  verhältnismäßig  geringer
Gebrauch  gemacht.  Erst  die  sechste  Kriegsanleihe  brachte  eine  wirkliche  Propaganda
  größeren  Stils.  Im  November  1916  wurde  als  Zentralstelle  für  die
Aufklärungsarbeit  das  Nachrichtenbüro  für  die  Kriegsanleihen  bei  der  Reichsbank
  errichtet.  Bereits  Anfang  Dezember  1916  ging  man  daran,  die  für  die
4.  Kriegsanleihe  geschaffene  und  seitdem  bestehende  Organisation  für  die
Zwecke  der  diesmal  wesentlich  veränderten  Aufklärungsarbeit  umzustellen.  Die
Aufklärungsarbeit  sollte  durch  Vorträge  im  großen  Maßstab  ausgeführt  werden
und  keine  direkte  Werbearbeit  darstellen.  Die  Vorträge  sollten  deshalb  auch  nicht
wie  früher  in  einer  Aufforderung  zur  Zeichnung  ausklingen,  sondern  hatten  den
Zweck,  die  Bevölkerung  mit  der  wirtschaftlichen  und  finanziellen  Lage  Deutschlands
  vertraut  zu  machen,  um  auf  diesem  Wege  die  Stimmung  für  die  neue
Kriegsanleihe  vorzubereiten.  Es  entstand  demnach  eine  scharfe  Scheidung
zwischen  der  vorbereitenden  Aufklärungsarbeit  und  der  eigentlichen  Werbearbeit.
In  ihrer  Zentralstelle  bediente  sich  die  Reichsbank  im  Gegensatz  zu  England
einer  ganz  beschränkten  Zahl  von  Arbeitskräfsten.  Der  Arbeitsstab  setzte  sich
nur  aus  4  Beamten  und  24  Aushilfskräften  zusammen;  das  Versandpersonal
ist  in  diesen  Ziffern  einbegriffen.  Zur  fachmännischen  Beratung  standen  3  bis
4  Beiräte  aus  dem  Reklamefach  zur  Seite,  denen  die  einzelnen  Gebiete  als
Spezialreferate  zugewiesen  waren,  Zeitungs-,  Bühnen--,  Lichtbild-,  Plakat=  und
Flugblatt-Propaganda.  Die  Werbearbeit  in  der  Provinz  wurde  durchweg  von
ehrenamtlichen  Helfern  geleistet.

Zu  der  Werbearbeit  trat  eine  Reihe  anderer  Maßnahmen,  die  sämtlich
die  Anleihezeichnung  und  die  Flüssigmachung  von  Mitteln  für  die  Zeichnung  zu
erleichtern  bestimmt  waren.  So  war  z.  B.  der  Verzicht  der  Sparkassen  auf  die
Kündigungsfristen  von  größter  Wichtigkeit  für  den  Erfolg  der  Anleihen.  Von
seiten  des  Deutschen  Sparkassenverbandes  wurde  er  in  einer  auf  Veranlassung
des  Reichsbank-Direktoriums  anberaumten  Sitzung  in  den  Räumen  der  Reichsbank
  Berlin  beschlossen  und  in  einem  Aufruf  dieses  Verbandes  sämtlichen  Sparkassen
  nahegelegt.  Auch  die  Genossenschaften  und  Banken,  die  statutarisch  nicht
an  Kündigungsfristen  gebunden  waren,  gaben  die  auf  längere  Fristen  eingezahlten
        <pb n="92" />
        84  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

Gelder  für  Anleihezwecke  ohne  Kündigung  frei.  Die  Reichsbank  lieferte  bei  den
letzten  Anleihen  den  Sparkassen  und  Kreditgenossenschaften  Anteilscheine  zur
Weitergabe  an  die  kleine  Sparkundschaft,  um  dem  vielfach  geäußerten  Wunsche
nach  Abschnitten  unter  100  Mark  entgegenzukommen.  Durch  Gewährung  von
Vorschüssen  wurden  die  Zeichnungen  der  Beamten  erleichtert.  Auch  eine  große
Zahl  privater  Unternehmer  forderte  ihre  Angestellten  und  Arbeiter  zur  Zeichnung
  auf  und  erleichterte  die  Zeichnungen  durch  Vorschußzahlungen.  Post  und
Eisenbahn  erklärten  sich  bereit,  die  Zinsscheine  der  Kriegsanleihen  und  Schatzanweisungen
  kostenlos  einzulösen.  Die  Portofreiheit  in  Schuldbuchangelegenheiten
  wurde  erweitert.  Die  Reichsdarlehnskassen  stellten  zur  Beseitigung  der
Schwierigkeiten,  die  durch  den  Abzug  größerer  Guthaben  infolge  der  Anleihezeichnungen
  bei  den  Geldinstituten  sich  hätten  ergeben  können,  ihre  Dienste  zu
Vorzugssätzen  zur  Verfügung,  indem  sie  für  nachweislich  zum  Zwecke  der
Kriegsanleihezeichnung  benötigte  Lombardvorschüsse  einen  geringeren  Satz  berechneten
  als  für  die  übrigen  Darlehne  vorgesehen  war.  Außerdem  wurde  vom
16.  Februar  1917  ab  der  Beleihungssatz  für  Kriegsanleihen  von  75%  des  Nennwertes
  auf  85⅝  des  Kurswertes  erhöht.  Die  Inanspruchnahme  der  Darlehnskassen
  für  diese  Zwecke  blieb  jedoch  gering.  Sie  erreichte  nur  bei  der  1.  Kriegsanleihe
  reichlich  ein  Viertel  der  gesamten  am  ersten  Pflichteinzahlungstermin
bezahlten  Summe  und  blieb  bei  den  folgenden  Kriegsanleihen  in  wachsendem
Maße  stark  dahinter  zurück.

Alles  in  allem  war  das  Ergebnis  der  Kriegsanleiheemissionen  ein  außerordentlich
  günstiges.  Insgesamt  wurden  über  98  Milliarden  Mark  gezeichnet.
Die  Zeichnungen  verteilten  sich  auf  die  einzelnen  Anleihen  wie  folgt:

Gesamtzeichnungsergebnis  in  Millionen  Mark:
1.  Kriegsanleihe  4  481

2.  ç„  9106
3.  „  12  163
4.  „  10  768
5.  „  10  699
6.  „  13  122
-  „  12  626
8.  „  15  001
9.  „  10  433

98  399
        <pb n="93" />
        Die  Reichsbant  im  Weltkriege  85

In  diesem  Zusammenhange  dürfen  die  Dienste  nicht  unerwähnt  bleiben,
welche  die  Reichsbank  dem  Reiche  bei  der  Ausführung  des  Kriegssteuergesetzes
vom  21.  Juni  1916  (Rl.  S.  561)  und  des  Gesetzes  über  eine  außerordentliche
  Kriegsabgabe  für  das  Rechnungsjahr  1918  vom  26.  Juli  1918  (REBl.
S.  964)  leistete.  Auf  Grund  der  Ausführungsbestimmungen  zu  diesen  Gesetzen
sind  alle  selbständigen  Reichsbankanstalten  und  das  Kontor  der  Reichshauptbank
für  Wertpapiere  als  Annahmestellen  für  die  Schuldverschreibungen  und  Schatzanweisungen
  der  Kriegsanleihen  bezeichnet  worden,  welche  bei  Entrichtung  der
Abgaben  an  Zahlungs  Statt  anzunehmen  waren.

Über  die  Entwicklung  des  Bestandes  der  Bank  an  unverzinslichen  Depositen,
  an  verschlossenen  Depositen,  an  offenen  Depots  und  an  Wertpapieren
sowie  über  die  Höhe  der  Anweisungen  zur  Wiederauszahlung  geben  die
Tabellen  28,  29,  51,  52  eingehende  Auskunft.

Durch  den  Ausbruch  des  Weltkrieges  war  die  deutsche  Valuta  von  vornherein
  ernstlich  gefährdet.  Das  deutsche  Kapitalvermögen  im  feindlichen  Auslande
  wurde  mit  Beschlag  belegt.  Die  deutschen  Forderungen  auf  das  feindliche
Ausland  wurden  uneinziehbar.  Der  in  Friedenszeiten  sehr  erhebliche  Gewinn
aus  dem  Seetransportgeschäft  fiel  fort.  Der  deutsche  Export  wurde  auf  das
äußerste  beeinträchtigt,  während  ein  starker  Import  für  Zwecke  der  Volksernährung
  wie  für  Zwecke  der  Kriegführung  sich  als  unabweislich  erwies.  Es
liegt  auf  der  Hand,  daß  alles  dies,  ganz  abgesehen  von  der  im  Laufe  des  Krieges
eintretenden,  mit  dem  Anwachsen  der  schwebenden  Schuld  zusammenhängenden
inflationistisch  wirkenden  Vermehrung  der  Zahlungsmittel  den  Markkurs  mehr
und  mehr  drücken  mußte.  Der  fortgesetzt  sich  verschärfende  Druck  kam  in  der
Kursbewegung  zum  Ausdruck,  sobald  an  der  Börse  wieder  ein,  wenn  auch  nicht
amtlicher  Verkehr  sich  herausgebildet  hatte.  Auf  Grund  der  oben  bereits  erwähnten
  Verordnung,  betreffend  das  Verbot  von  Mitteilungen  über  Preise  von
Wertpapieren  usw.,  vom  25.  Februar  1915  (RGBl.  S.  111),  wurde  auch  die
Veröffentlichung  der  im  inländischen  Börsenverkehr  nicht  amtlich  ermittelten
Börsenkurse  verboten.  Nur  die  Veröffentlichung  der  an  den  ausländischen
Plätzen  notierten  Devisenkurse  blieb  gestattet.

Sonstige  Geschäfte
der  Bank

Die  Entwicklung
der  deutschen  Valuta
        <pb n="94" />
        86  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

Je  länger  der  Krieg  dauerte,  desto  schwerer  wurde  die  Versorgung  des
legitimen  Einfuhrhandels  mit  ausländischen  Zahlungsmitteln.  Mit  Rücksicht
hierauf  erschien  eine  Regelung  des  Devisenhandels  unter  wesentlicher  Beteiligung
  der  Reichsbank  unerläßlich;  sie  sollte  vornehmlich  die  Beschaffung  der  notwendigen
  Devisen  und  die  Verwendung  der  an  den  Markt  gelangenden  ausländischen
  Zahlungsmittel  zur  Befriedigung  der  Ansprüche  des  legitimen  Einfuhrhandels
  nach  Möglichkeit  sicherstellen,  ferner  aber  den  mehr  und  mehr  hervortretenden
  nachteiligen  Wirkungen  der  Spekulation  und  der  Arbitrage  auf  die
Devisenkurse  begegnen.  Die  Regelung  erfolgte  durch  die  Bekanntmachung  über
den  Handel  mit  ausländischen  Zahlungsmitteln  vom  20.  Januar  1916  (RGl.
S.  49),  welche  eine  Kontrolle  und  Konzentration  des  Devisenverkehrs  schuf.  Der
Devisenhandel  wurde  in  die  Hände  der  Reichsbank  und  einer  Reihe  von  ersten  sachverständigen
  und  vertrauenswürdigen  Firmen  gelegt,  die  sich  in  bezug  auf  die  Ausführung
  der  Geschäfte  im  öffentlichen  Interesse  bestimmten  Einschränkungen  und
Kontrollen  zu  unterwerfen  bereit  waren.  Ausländische  Geldsorten  und  Noten  sowie
  Auszahlungen,  Schecks  und  kurzfristige  Wechsel  auf  das  Ausland  durften  im
Betriebe  eines  Handelsgewerbes  fortan  nur  bei  diesen  Stellen  gekauft,  umgetauscht
  oder  darlehnsweise  erworben  und  nur  an  sie  verkauft,  verpfändet  oder
veräußert  werden.  Ebenso  war  die  Verfügung  über  Guthaben  im  Auslande  zum
Zwecke  des  Erwerbes  von  Zahlungsmitteln  oder  von  Guthaben  in  einer  anderen
Währung  als  derjenigen,  auf  die  das  Guthaben  lautete,  nur  zulässig,  wenn  der
Erwerb  bei  den  obengenannten  Stellen  erfolgte.  Am  28.  Januar  1916  trat  die
neue  Regelung  in  Kraft.  Die  Bekanntmachung  und  Mitteilung  der  täglich  unter
dem  bestimmenden  Einfluß  der  Reichsbank  festgelegten  Kurse  wurde  im  Verordnungswege
  ausdrücklich  zugelassen.

Einige  Lücken  der  Regelung,  die  sich  späterhin  besonders  insofern  bemerkbar
  machten,  als  der  Markzahlungsverkehr  nach  dem  Auslande  zunächst
nicht  erfaßt  worden  war,  führten  zu  Anfang  des  Jahres  1917  zu  einer  Neuerung.
Die  Bekanntmachung  über  den  Zahlungsverkehr  mit  dem  Auslande  vom
8.  Februar  1917  (RGBl.  S.  105)  faßte  den  Devisenhandel  nunmehr  noch  straffer
zusammen.  Es  erschien  geboten,  auch  die  nicht  im  Betriebe  eines  Handelsgewerbes
abgeschlossenen  Devisengeschäfte  zu  erfassen,  neben  den  Zahlungsmitteln  die  Forderungen
  und  Kredite  in  ausländischer  Währung  in  die  Regelung  einzubeziehen
  und  die  Verfügung  über  Zahlungsmittel,  Forderungen  und  Kredite  in
ausländischer  Währung  ohne  Einwilligung  der  Reichsbank  nur  zugunsten  einer
der  zum  Devisenhandel  zugelassenen  Banken  (Devisenbanken)  zu  gestatten.
        <pb n="95" />
        Die  Reichsbank  im  Weltkriege  87

Abgesehen  von  dieser  scharfen  Zusammenfassung  und  Überwachung  des  Devisenhandels
  ergab  sich  die  Notwendigkeit,  den  starken  Markzahlungsverkehr  nach  dem
Auslande,  der  infolge  der  Knappheit  der  dem  deutschen  Markte  zufließenden
Devisen  außerordentlich  angewachsen  war,  der  Einwilligung  der  Reichsbank  zu
unterwerfen.  Ebenso  wurde  die  Eingehung  von  Verbindlichkeiten  gegenüber  im
Auslande  ansässigen  Personen  und  Firmen  —  allerdings  nur  auf  den  für  die
Valutaregulierung  wichtigsten  Gebieten  (wenn  es  sich  um  den  Erwerb  von
Waren,  Wertpapieren,  Kostbarkeiten,  Kunst=  und  Luxusgegenständen,  Grundstücken
  und  Schiffen  handelte)  —  von  der  Einwilligung  der  Reichsbank  abhängig
gemacht,  ohne  deren  Zustimmung  auch  die  Einräumung  von  Markkrediten  an  im
Auslande  ansässige  Personen  und  Firmen  unzulässig  war.  Ausnahmen  von
diesen  Bestimmungen  konnte  der  Reichskanzler  zulassen,  deren  wichtigste  in  der
Bekanntmachung  über  den  Zahlungsverkehr  mit  dem  Auslande  vom  8.  Februar
1917  (RGBl.  S.  105  ff.)  zusammengefaßt  sind.  Nach  der  neuen  Regelung
bedurfte  es  einer  besonderen  Einwilligung  der  Reichsbank  schon  für  den  Abschluß
des  der  Devisenabgabe  zugrunde  liegenden  Geschäfts.  Die  Übernahme  einer
solchen  erhöhten  Kontrolle  durch  die  Reichsbank  allein  würde  zweifellos  eine
Verlangsamung  der  geschäftlichen  Abwicklung  herbeigeführt  haben,  die  den
Interessen  aller  beteiligten  Stellen  sowohl  der  Gewerbe=  und  Handel  skreise  als
auch  der  Kommissionäre  und  der  Devisenbanken  selbst  nicht  förderlich  gewesen
wäre.  Es  erschien  deshalb  zweckmäßig,  die  Devisenbanken  und  Kommissionäre
in  möglichst  weitem  Umfange  bei  der  Entscheidung  über  die  Zulässigkeit  der
Devisenabgabe  unter  strengster  Beobachtung  der  ergangenen  Vorschriften  mitwirken
  zu  lassen.  Außerdem  wurden  auch  die  Zweiganstalten  der  Reichsbank
weitgehend  mit  der  Stellvertretung  des  Reichsbank-Direktoriums  bei  der  Erteilung
  von  Einwilligungen  betraut.

Um  das  Angebot  von  Markgeld  im  Auslande  möglichst  zu  verringern
und  den  Markzahlungsverkehr  mit  dem  Auslande  besser  überwachen  zu  können,
sah  sich  die  Reichsbank  veranlaßt,  Einkaufsbewilligungen  für  Waren,  soweit  es
sich  nicht  um  Ankauf  aus  OÖsterreich-Ungarn  oder  den  besetzten  Gebieten  handelte,
tunlichst  nur  unter  der  Bedingung  zu  erteilen,  daß  in  ausländischer  Währung
gekauft  und  gezahlt  würde.

Um  den  Mißbrauch  von  Markguthaben  zum  Zwecke  der  Rubelspekulation
zu  unterbinden,  erschien  es  ferner  geboten,  durch  Bekanntmachung  vom  17.  März
1917  (RGBl.  S.  235)  die  Ein=  und  Ausfuhr  von  auf  Rubel  lautenden  Geldzeichen
  (Münzen,  Banknoten,  Kreditbilletten  usw.)  im  Verkehr  mit  dem
neutralen  Auslande  zu  verbieten.
        <pb n="96" />
        88  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

Eine  Reihe  von  weiteren  Maßnahmen  sollte  die  Beschaffung  von  Gut—
haben  und  Krediten  im  Auslande  fördern.  Dahin  gehörte  außer  erleichternden
Vorschriften  für  die  Versteuerung  ausländischer  Wertpapiere  vor  allem  die  Be—
kanntmachung  über  ausländische  Wertpapiere  vom  22.  März  1917  (RGBl.
S.  260).  Sie  verfolgte  den  Zweck,  den  freiwilligen  Verkauf  von  Wertpapieren
nach  dem  Auslande  zu  beschleunigen  und  zu  steigern,  indem  sie  dem  Reichskanzler
  die  Ermächtigung  erteilte,  die  Überlassung  ausländischer  Wertpapiere
an  das  Reich  anzuordnen,  sofern  die  Papiere  nicht  binnen  einer  kurzen,  in  der
Anordnung  festgesetzten  Frist  in  das  Ausland  veräußert  wurden.  Daneben  war
beabsichtigt,  für  Rechnung  des  Reiches  bestimmte  Gattungen  von  Wertpapieren,
deren  Verwendung  durch  Verkauf  oder  Beleihung  im  Auslande  nutzbringend
erscheinen  konnte,  gegen  angemessene  Vergütung  einzufordern.  Zu  diesem  Zweck
trat  zunächst  die  Reichsbank  auf  Grund  des  Ergebnisses  der  von  ihr  besorgten
Bestandsaufnahme  ausländischer  Wertpapiere  (Bekanntmachung  vom  23.  August
1916  RGBl.  S.  953)  mit  einer  Anzahl  von  Personen  und  Bankfirmen  wegen
freiwilliger  Üüberlassung  von  Wertpapieren  zur  Leihe  an  das  Reich  in  Verbindung.
  Dann  folgte  die  Bekanntmachung  vom  22.  Mai  1917  (Rl.  S.  429).
welche  bestimmte,  daß  dem  Reiche  gewisse  schwedische,  dänische  und  schweizerische
Wertpapiere  überlassen  werden  sollten,  die  als  Unterlage  für  die  zur  Beschaffung
ausländischer  Zahlungsmittel  im  Interesse  des  Reichs  abgeschlossenen  Kreditgeschäfte
  zu  dienen  hatten.  Die  betreffenden  Papiere  mußten  bis  zum
15.  Juni  1917  durch  Vermittlung  einer  Reichsbankanstalt  oder  einer  anderen
Bank  oder  eines  Bankiers  dem  Statistischen  Büro  des  Reichsschatzamts  zwecks
Überlassung  an  das  Reich  angezeigt  werden,  sofern  sie  nicht  bereits  vorher  dem
Reiche  freiwillig  zur  Verfügung  gestellt  worden  waren.  An  der  Ablieferung  der
vom  Reiche  übernommenen  Papiere  wirkten  die  Reichsbankanstalten  wesentlich
mit.  Dem  Zwecke,  den  Mangel  an  Devisen  in  Deutschland  zu  beheben,
dienten  ferner  die  Bekanntmachung  über  die  Anmeldung  von  Zahlungsmitteln
in  ausländischer  Währung  und  von  Forderungen  auf  verbündete  und  neutrale
Länder  vom  31.  August  1917  (RGBl.  S.  737)  sowie  die  Bekanntmachung,  betreffend
  die  Übertragung  von  Zahlungsmitteln  und  Forderungen  in  ausländischer
  Währung  auf  die  Reichsbank  vom  31.  August  1917  (RGBl.  S.  741).

Die  genannten  Verordnungen  und  die  daraufhin  von  der  Reichsbank
getroffenen  Maßnahmen  waren  für  die  Bewegung  der  Devisenkurse  von  entscheidender
  Bedeutung.  Von  Beginn  des  Krieges  bis  zum  1.  Oktober  1917  hatte
der  Kurs  der  Mark  an  den  ausländischen  Börsen  eine  von  Schwankungen  und
        <pb n="97" />
        Die  Reichsbank  im  Weltlricge  89

rückläufigen  Bewegungen  zuweilen  unterbrochene  langsam  absteigende  Richtung
eingeschlagen.  Daß  ohne  die  Verfügbarmachung  der  in  Deutschland  vorhandenen
  ausländischen  Werte  und  ohne  die  eingeführten  Kontroll-  und  Überwachungsmaßnahmen
  die  Abwärtsbewegung  eine  viel  schärfere  gewesen  wäre,
kann  keinem  Zweifel  unterliegen.  Von  Ende  Oktober  1917  ab  datiert  ein  starkes
plötzliches  Ansteigen  des  Markkurses,  das  etwa  zu  Beginn  des  Jahres  1918
seinen  Höhepunkt  erreichte.  Der  starke  Umschwung  in  der  Richtung  der  Kursbewegung
  im  Oktober  1917  war  auf  den  Abschluß  verschiedener  großer  durch  die
Reichsbank  vermittelter  Kreditabkommen  in  den  neutralen  Ländern  und  auf
eine  dadurch  mögliche  Interventionstätigkeit  der  Reichsbank  an  den  Börsenplätzen
  des  neutralen  Auslandes  zurückzuführen.  Man  muß  bis  zum  Dezember
1915  zurückgehen,  um  Kurse  zu  finden,  wie  sie  bei  dieser  Aufwärtsbewegung
erreicht  wurden.  Der  günstige  Kursstand  konnte  bis  in  den  Juni  1918  behauptet
werden.  Von  diesem  Tage  an  erfolgte  ein  neuer  Abstieg  des  Kurses,  der  bis
zum  Jahresschluß  mit  nur  einer  Unterbrechung  im  Oktober  anhielt,  jedoch
sank  der  Markkurs  erst  nach  dem  Zusammenbruch  auf  den  tiefsten  Stand  des
Jahres  1917.

Nähere  Einzelheiten  über  die  Entwicklung  des  Markkurses  ergeben  sich
aus  der  folgenden  Darstellung,  der  die  Marknotierung  an  den  ausländischen
Börsen  zugrunde  gelegt  ist,  weil  die  ausländischen  Notierungen  sich  nur  in  beschränktem
  Maße  und  für  kurze  Zeit  von  hier  aus  beeinflussen  ließen,  während
eine  Regulierung  der  Inlandsnotierungen  in  erheblich  weiterem  Umfange
möglich  war:

In  Amsterdam  wurde  der  höchste  Kurs  der  Mark  im  dritten  Vierteljahr
1914  mit  59,17,  der  niedrigste  mit  54,85  (Parität  100  A  .  =  59,30  hktl.),  im
vierten  Vierteljahr  der  höchste  Kurs  mit  55,55,  der  niedrigste  mit  52,45  notiert.
Im  Jahre  1915  stellten  sich  die  höchsten  und  tiefsten  Notierungen  auf  54,25  und
42,35;  1916  auf  46,05  und  38,87;  1917  auf  45,35  und  30,55  und  1918  auf  47,55
und  26,40.  An  den  tiefsten  Kursen  gemessen  betrug  die  Entwertung  der  Mark
demnach  in  den  Jahren
1914  11,6%
1915  28,6%
1916  34,5%
1917  48,5%
1918  55,5“,
        <pb n="98" />
        90  Die  Reichsbank  im  Weltkriege

Die  entsprechenden  Marknotierungen  in  Zürich  (Parität  100  4
—  12345  skrs.)  waren  folgende:

höchster  niedrigster  Kurs  Entweriung
1914  117,50  111.—  10,1%
1915  110,17  98,50  20,2%
1916  98,50  78,875  36,1%
1917  86.—  59,875  51,5%
1918  89,.125  53,375  56,8%%

und  in  Stockholm  (Parität  100  AM  88,89  Kr.)

1914  89,30  84,50  4,9
1915  87,75  68,25  23,  2%
1916  69,30  55,.—  38,1%
1917  60.—  33,.—  62,9%
1918  63—  38,  —  57,  3%
        <pb n="99" />
        Die  Reichsbank  vom
Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark
(1918—1923)

erschütterten  das  Wirtschaftsleben  auf  das  schwerste.  Durch  die

harten  Waffenstillstandsbedingungen,  die  Demobilisierung  des
Heeres  und  die  Wiederumstellung  der  Industrie  auf  den  Friedensstand  wurbe
die  wirtschaftliche  Entwicklung  außerordentlich  belastet.  Die  Lage  verschlechterte
sich  alsbald  noch  dadurch,  daß  Streiks  und  Unruhen  die  Produktion  teilweise
ganz  lahmlegten.

Auch  im  Jahre  1919  blieb  die  wirtschaftliche  Tätigkeit  durch  Rohstoffund
  Kohlenmangel,  durch  Warenknappheit  und  Teuerung,  durch  Verkehrsschwierigkeiten,
  insbesondere  durch  einen  Eisenbahnerstreik,  vielfache  innere  Unruhen
  und  Ausstände  in  hohem  Grade  beeinträchtigt.  Wenngleich  die  innerpolitische
Lage  nach  Verabschiedung  der  neuen  Verfassung  sich  befestigte,  so  bestand
doch  die  Unsicherheit  über  die  internationale  Lage  Deutschlands  auch
nach  Abschluß  des  Friedensvertrages  weiter.  Sie  mußte  für  die  wirtschaftliche
  Entwicklung  ein  schweres  Hemmnis  sein.  Nach  Aufhebung  der
Blockade  waren  zur  Versorgung  der  hungernden  Bevölkerung  starke  Lebensmittelimporte
  unabweislich,  während  der  Export  noch  völlig  darniederlag.
Die  Lage  der  Reichsfinanzen  machte  die  Aufnahme  großer  Kredite  notwendig,
  die  im  Wege  langfristiger  Anleihen  nicht  gedeckt  werden  konnten,
so  daß  die  schwebende  Schuld  höher  und  höher  stieg.  Unter  der  Ein-Oer

  unglückliche  Ausgang  des  Krieges,  der  Zusammenbruch,  der  die

wirtschaftliche

politische  Umsturz  und  die  daraus  sich  ergebenden  weiteren  Folgen  Lage
        <pb n="100" />
        92  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Marl  (1918.1923)

wirkung  aller  dieser  Ursachen  sank  die  Mark  in  einem  bis  dahin  nicht
für  möglich  gehaltenen  Umfange.  Der  Zahlungsmittelbedarf  steigerte  sich
mehr  und  mehr.

Das  Jahr  1920  brachte  keine  Veränderung.  Der  Mangel  an  Rohstoffen
und  Nahrungsmitteln,  starke  Preis=  und  Lohnsteigerungen,  unbefriedigende  Ergebnisse
  der  Produktion,  Absatzstockungen  und  weiterhin  die  starken  Kreditbedürfnisse
  des  Reiches  dauerten  fort.  Dazu  traten  von  neuem  Streiks  und
Unruhen.  Ein  weiteres  Sinken  der  Valuta  war  die  notwendige  Folge.
Immerhin  suchten  sich  Handel  und  Industrie  den  veränderten  Verhältnissen  nach
Möglichkeit  anzupassen.

Die  gesamte  Finanz=  und  Wirtschaftslage  besserte  sich  auch  im  Jahre  1921
nicht.  Eine  gewisse  Tendenz  zur  Befestigung  der  Preise  wie  der  Wechselkurse,
die  zu  Anfang  des  Jahres  sich  für  kurze  Zeit  geltend  gemacht  hatte,  wurde  durch
die  rigorose  Anwendung  der  Sanktionspolitik,  durch  die  Folgen  des  Londoner
Ultimatums  und  durch  die  Abtrennung  wichtiger,  für  die  deutsche  Industric
unentbehrlicher  Teile  Oberschlesiens  vernichtet.  Ein  starker  Sturz  der  Valutaführte
  in  der  zweiten  Jahreshälfte  zu  sprunghaften  mit  Aufständen  und  Arbeitseinstellungen
  verbundenen  Lohn=  und  Preissteigerungen.  Obwohl  der  Arbeitswille
  des  deutschen  Volkes  in  erfreulichem  Maße  zunahm  und  das  Unternehmertum
  bemüht  war,  seine  wirtschaftliche  Widerstandsfähigkeit  auf  dem  Wege  der
Umstellung  und  Konzentration  zu  stärken,  blieben  die  Produktions=  und  Außenhandelsziffern
  gering.

Während  des  Jahres  1922  machte  der  Niedergang  des  deutschen  Wirtschaftslebens
  sowohl  im  Ausmaß  als  im  Tempo  verhängnisvolle  Fortschritte.
Das  Bemühen,  die  infolge  der  Konferenzen  von  Cannes,  Genua,  Paris  und
London  dem  deutschen  Volke  auferlegten  Lasten  zu  erfüllen,  trug  dazu  bei,  in
erster  Linie  Reichsfinanzen  und  Währung  und  in  weiterer  Auswirkung  die
übrigen  Gebiete  der  deutschen  Volkswirtschaft  zu  zerrütten.  Ein  Nachlassen  der
Kaufkraft  und  ein  grenzenloser  Verarmungsprozeß  breiter  Volksschichten  war
die  unmittelbare  Begleiterscheinung  dieser  Entwicklung.

Das  darauf  folgende  Jahr  1923  bezeichnete  den  Höhepunkt  des  wirtschaftlichen
  Elends  in  Deutschland.  Der  Einbruch  in  das  Ruhrgebiet  und  die
damit  zusammenhängenden  weiteren  Vorgänge  schädigten  die  Reichsfinanzen
auf  das  schwerste,  legten  wichtige  Teile  der  deutschen  Produktion  still,  lähmten
Handel  und  Verkehr  und  führten  die  gesamte  deutsche  Volkswirtschaft  an  den
        <pb n="101" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Marl  (1918.—1923)  93

Rand  völligen  Ruins.  Das  Bestreben,  der  Wirtschaft  des  Ruhrgebietes  durch
umfassende  Kreditgewährung  unter  Mitwirkung  des  Reichs  die  Durchhaltung
des  passiven  Widerstandes  zu  ermöglichen,  führte  zu  einer  das  bisherige  Maß  noch
weit  übersteigenden  Ausdehnung  des  Zahlungsmittelumlaufs.  Die  weiter  unten
näher  zu  erörternden  Versuche,  durch  Maßnahmen  auf  dem  Gebiete  der  Devisengesetzgebung
  dieser  Entwicklung  entgegenzutreten,  waren  ergebnislos.  Die  deutsche
Mark  büßte  ihre  Fähigkeit,  Zahlungsmittel  im  Verkehr  mit  dem  Auslande  zu
sein,  nahezu  ein.  Sie  versagte  aber  schließlich  auch  im  Inlandsverkehr  fast
gänzlich,  nicht  nur  in  ihrer  Funktion  als  Wertaufbewahrungsmittel  und  Wertmesser,
  sondern  an  vielen  Stellen  sogar  als  Tauschmittel  und  Zahlungsmittel.
Erst  die  Schaffung  der  Rentenmark  brachte  die  Rettung  aus  den  ganz  unerträglich
  gewordenen  wirtschaftlichen  Verhältnissen.

Durch  die  vorstehend  kurz  skizzierte  wirtschaftliche  Entwicklung  wurde
selbstverständlich  auch  die  Reichsbank  auf  das  stärkste  in  Mitleidenschaft  gezogen.

Zwar  gelang  es  der  Reichsbankverwaltung,  den  Geschäftsbetrieb  auch
in  den  schwersten  Tagen  der  innerpolitischen  Krisen  in  den  Jahren  1918,  1919
und  1920  aufrecht  zu  erhalten  und  ebenso  gelang  es,  die  Bankbestände  vor  Beraubungen
  durch  die  aufrührerischen  Teile  der  Bevölkerung  zu  bewahren.  Was
insbesondere  Berlin  betrifft,  so  wurde  die  Reichshauptbank  in  den  Jahren
1918/19  durch  Schaffung  einer  zuverlässigen  Schutzwache,  einer  Matrosenkompagnie,
  und  durch  Einrichtung  einer  Vergasungsanlage  in  den  Tresoren  vor
gewaltsamen  Eingriffen  geschützt.  Weiterhin  wurde  das  Privileg  der  Reichsbank
  im  Jahre  1919  auf  10  Jahre  verlängert  und  durch  das  im  Jahre  1922
verabschiedete  Autonomiegesetz  wurde  die  bisherige  Abhängigkeit  der  Reichsbankverwaltung
  von  der  Reichsregierung  im  wesentlichen  beseitigt.

Aber  die  geschäftliche  Betätigung  der  Reichsbank  unterlag  immer
wachsenden  Schwierigkeiten,  die  sich  unausgesetzt  verstärkten  und  vervielfachten.
Die  immer  größer  werdenden  finanziellen  Nöte  des  Reichs  zwangen  die  Reichsbank,
  dem  Reich  Kredite  in  einem  Ausmaße  zu  gewähren,  welches  sich  nur
dadurch  rechtfertigen  ließ,  daß  die  Nichtgewährung  bei  der  Unmöglichkeit,  die
Bedürfnisse  der  Reichsverwaltung  auf  anderem  Wege  zu  decken,  unübersehbare
  Folgen  nach  sich  gezogen  hätte.  Daneben  erwuchs  für  die  Reichsbank
  die  Verpflichtung,  die  für  die  Zahlung  der  Reparationen  und  für  die  Warenbezüge
  aus  dem  Auslande  unbedingt  erforderlichen  Devisen  zu  beschaffen  und
gleichzeitig  nach  Möglichkeit  im  Interventionswege  dem  Sinken  des  deutschen
Wechselkurses  entgegenzuwirken.
        <pb n="102" />
        Die  Bankgesetzgebung

94  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

Vor  allem  lag  es  ihr  ob,  den  Zahlungsmittelbedarf  zu  befriedigen,  der
bei  fortschreitender  Entwertung  immer  größere  Mengen  von  Papiermarknoten
erforderte.  Ganz  besondere  Schwierigkeiten  verursachte  die  Zahlungsmittelversorgung
  des  Ruhrgebietes  nach  dessen  Besetzung  durch  Frankreich  und  Belgien.

Endlich  war  die  Reichsbank  berufen,  bei  der  Vorbereitung  und  Durchführung
  der  im  Herbst  1923  unternommenen  Stabilisierung  der  Mark  vermittels
des  Rentenbankprojektes  in  weitem  Umfange  mitzuwirken.

Das  durch  die  Banknovelle  vom  Jahre  1909  um  10  Jahre  verlängerte
Privilegium  der  Reichsbank  lief  Ende  1920  ab.  Für  den  Fall  der  Nichtverlängerung
  um  weitere  10  Jahre  mußte  das  Privilegium  spätestens  am
Schlusse  des  Jahres  1919  gemäß  §  41  des  Bankgesetzes  gekündigt  werden.  Die
Frage  der  Privilegsverlängerung  drängte  also  im  Jahre  1919  zur  Entscheidung.
Bei  den  einschlägigen  Verhandlungen  ergab  sich,  daß  alle  Parteien  die  Aufrechterhaltung
  der  Reichsbank  in  ihrer  bisherigen  Verfassung  für  geboten  erachteten.
Die  bei  früheren  Gelegenheiten  mehrfach  befürwortete  Verstaatlichung  der
Reichsbank  schied  von  vornherein  aus.  Sie  hätte  den  Kredit  der  Reichsbank
mit  dem  Kredite  des  Reichs  verschmolzen  und  damit  dem  Reich  und  der  Wirtschaft
  die  Stütze  entzogen,  die  eine  vermögensrechtlich  selbständige,  kreditfähige
und  kreditwürdige  Zentralnotenbank  zu  bieten  vermag.

Dagegen  erschien  es  erforderlich,  den  veränderten  Verhältnissen  durch
eine  Reihe  von  Abänderungen  des  Bankgesetzes  zu  entsprechen,  die  sich  auf  die
Organisation,  den  Geschäftsbetrieb  und  die  Bemessung  des  Gewinnanteils  des
Reichs  bezogen.

Was  zunächst  die  Organisation  anbetrifft,  so  verblieb  die  oberste  Leitung
dem  Reichskanzler.  Die  Bestellung  eines  Stellvertreters  des  Reichskanzlers,
die  das  Bankgesetz  vorgesehen  hatte,  wurde  als  mit  der  veränderten  Stellung
des  Reichskanzlers  und  der  Reichsminister  nicht  mehr  verträglich  gestrichen.
Das  Reichsbank-Kuratorium,  das  unter  Vorsitz  des  Reichskanzlers  bisher  vier
Mitglieder  hatte,  wurde  um  weitere  vier  Mitglieder  vermehrt,  um  eine  erweiterte
Vertretung  der  Reichsminister  und  der  Länder  zu  ermöglichen.  Es  bestand  demgemäß
  aus  dem  Reichskanzler  als  Vorsitzenden  und  8  Mitgliedern,  von  denen
zwei  vom  Reichspräsidenten  und  die  sechs  anderen  vom  Reichsrat  ernannt
wurden  (Art.  III  des  Gesetzes,  betreffend  Anderung  des  Bankgesetzes,  vom
14.  März  1875,  vom  16.  Dezember  1919  [RGBl.  S.  21171).
        <pb n="103" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  95

Der  Zentralausschuß  zählte  bisher  auf  Grund  des  Bankgesetzes  15  Mitglieder
  und  15  Stellvertreter.  Die  Mitglieder  wie  die  Stellvertreter  wurden
von  der  Generalversammlung  aus  der  Zahl  der  Anteilseigner  gewählt,  und  zwar
aus  den  Kreisen  der  Bankiers,  der  Industriellen,  der  Kaufleute  und  der  Landwirte.
  Dagegen  waren  im  Zentralausschuß  drei  große  Wirtschaftsgruppen  nicht
vertreten,  deren  wirtschaftliche  Bedeutung  insbesondere  auch  im  Hinblick  auf  die
das  Gebiet  der  Währung  und  des  Geldumlaufs  betreffenden  Aufgaben  der
Reichsbank  im  Laufe  der  Zeit  außerordentlich  gewachsen  war,  die  Arbeiterschaft,
  die  Sparkassen  und  die  Genossenschaften.  Um  diesen  großen  Erwerbsgruppen
  einen  Sitz  im  Zentralausschuß  zu  gewähren,  wurde  die  Zahl  der  Mitglieder
  und  der  Stellvertreter  auf  je  18  erhöht.  Es  sollte  den  Spitzenorganisationen
  dieser  drei  Erwerbsgruppen  das  Recht  eingeräumt  werden,  je  ein  Mitglied
  und  ein  stellvertretendes  Mitglied  aus  der  Zahl  der  Anteilseigner  für  die
Wahl  durch  die  Generalversammlung  vorzuschlagen  (Art.  V  a.  a.  O.).

Endlich  erhielt  die  Reichsbank  die  Befugnis,  mit  Genehmigung  der
Reichsregierung  und  des  Reichsrats  bestehende  Zweiganstalten  auch  außerhalb
des  Reichsgebietes  weiter  zu  betreiben,  für  deren  Organisation  und  Geschäftsbetrieb
  die  Reichsregierung  mit  Zustimmung  des  Reichsrats  auf  einen  vom
Zentralausschuß  gebilligten  Antrag  des  Reichsbank-Direktoriums  Abweichungen
von  den  bankgesetzlichen  Vorschriften  gestatten  konnte.  Dabei  war  vor  allem
an  den  Freistaat  Danzig  gedacht,  dessen  wirtschaftliche  und  währungspolitische
  Beziehungen  zum  Reiche  seine  Versorgung  mit  Zahlungsmitteln
durch  die  Reichsbank  solange  notwendig  machten,  als  er  die  Mark  als  Währungseinheit
  fortführte.  Demgemäß  hat  die  Reichsbankhauptstelle  in  Danzig  zunächst
  weiter  bestanden,  und  zwar  wurde  ihr  die  Befugnis  verliehen,  nach
3  Monaten  fällige  Schuldverschreibungen  des  Freistaates  Danzig  oder  einer
kommunalen  Korporation  innerhalb  des  Freistaates  zu  diskontieren  sowie  Lombarddarlehne
  gegen  Verpfändung  von  durch  den  Freistaat  selbst  oder  innerhalb
des  Freistaates  ausgegebenen  oder  garantierten  Wertpapieren  sowie  von  innerhalb
  des  Freistaates  lagernden  Kaufmannswaren  zu  erteilen.  Mit  der  Einführung
  einer  eigenen  Währung  in  Danzig  war  selbstverständlich  die  Aufrechterhaltung
  der  dortigen  Reichsbankhauptstelle  nicht  mehr  zu  vereinbaren.  Die
Reichsbank  verließ  deshalb  Danzig  am  31.  Dezember  1923.

Die  Bestimmungen  über  die  von  der  Reichsbank  zu  betreibenden  Geschäfte
wurden  durch  die  Vorschrift  erweitert,  daß  ihr  bis  zum  31.  Dezember  1930  die
Befugnis  eingeräumt  wurde,  zum  Zwecke  der  Erfüllung  eigener  Verbindlich-
        <pb n="104" />
        96  Die  Reichsbant  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Marl  (1915  1923)

keiten  in  ausländischer  Währung  Devisen  auf  Zeit  zu  kaufen  und  zu  diesem
Zwecke  gekaufte  Devisen  auf  Zeit  wieder  zu  verkaufen.  Dieser  Vorschrift  lag
folgender  Sachverhalt  zugrunde:  Das  Verlangen,  die  zur  Deckung  unentbehrlicher
  Importe  erforderlichen  ausländischen  Zahlungsmittel  zu  beschaffen,  das
während  des  Krieges  in  immer  stärkerem  Maße  an  die  Reichsbank  herangetreten
  war,  hatte  zu  einer  wesentlichen  Ausdehnung  der  bisher  nur  in  beschränktem
  Umfange  betriebenen  Valutageschäfte  geführt.  Gleichzeitig  ließ  das
sich  immer  kritischer  gestaltende  Mißverhältnis  zwischen  Ein=  und  Ausfuhr  den
Erwerb  ausländischer  Zahlungsmittel  im  Kreditwege  mehr  und  mehr  unumgänglich
  erscheinen,  wenn  nicht  die  Versorgung  Deutschlands  mit  Lebensmitteln
  und  Rohstoffen  hätte  in  Frage  gestellt  werden  sollen,  was  zu  unabsehbaren
Folgen  geführt  hätte.  Der  Abschluß  derartiger  Kreditgeschäfte  war  aber  ohne
Unterstützung  der  Reichsbank  nicht  erreichbar.  Angesichts  dieser  Notlage  sah
sich  die  Reichsbank,  wenngleich  sie  als  direkte  Kreditnehmerin  (von  wenigen
bedeutungslosen  Einzelfällen  abgesehen)  nicht  auftrat,  doch  gezwungen,  anderweiten
  deutschen  Kreditnehmern  Rückendeckung  zu  gewähren,  indem  sie  ihnen
ihre  Hilfe  für  spätere  Abzahlung  der  Kredite  zusicherte.  Die  so  aufgenommenen
großen  Kredite  wurden  mit  Beginn  der  Friedensperiode  allmählich  fällig.  Die
Reichsbank  war  daher  vor  die  Notwendigkeit  gestellt,  an  den  einzelnen  Fälligkeitsterminen
  für  die  Anschaffung  der  erforderlichen  Valutabeträge  Sorge  zu
tragen,  wenn  nicht  diese  Beträge  von  den  Kreditnehmern  aufgebracht  werden
konnten,  womit  indessen  nach  Lage  der  Verhältnisse  nicht  zu  rechnen  war.

Unter  diesen  Umständen  hatte  die  Reichsbank  ein  dringendes  Interesse
daran,  Valutabeträge  aufzunehmen,  und  zwar  nicht  nur,  soweit  sie  sofort  greifbar
  waren,  sondern  auch,  soweit  ihr  Eingang  für  spätere  Zeit  zu  erwarten  stand.
Solche  späteren  Eingänge  waren  vor  allem  aus  denjenigen  Exportgeschäften  zu
erwarten,  deren  Ausführung  erst  nach  einer  längeren  mehr  oder  weniger  bestimmten
  Zeit  erfolgte.  Die  Reichsbank  mußte  deshalb  in  den  Stand  gesetzt
werden,  in  derartigen  Fällen  Devisenbeträge  auf  Zeit  anzukaufen,  wenn  die
pünktliche  Erfüllung  der  ihr  aus  den  oben  bezeichneten  Verhältnissen  erwachsenen
Verpflichtungen  nicht  ernstlich  gefährdet  werden  sollte.  Der  Ankauf  lag  aber  nicht
nur  im  dringenden  Interesse  der  Reichsbank  selbst,  sondern  auch  im  Interesse
des  deutschen  Exportgeschäfts.  Denn  dadurch,  daß  die  Reichsbank  als  Abnehmerin
  von  später  lieferbaren  Devisen  auftrat,  wurde  der  Exporteur  in  den
Stand  gesetzt,  die  aus  der  Ausfuhr  herrührenden,  erst  nach  einiger  Zeit  ihm
zufließenden  Devisenbeträge  im  voraus  zu  festen  Kursen  zu  verwerten.  Valuta
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        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  97

auf  Zeit  konnte  aber,  von  Spekulanten  abgesehen,  nur  jemand  übernehmen,  der
selbst  Verpflichtungen  zu  erfüllen  hatte.  Dies  traf  auf  die  Reichsbank  zu,  nicht
aber  (wenigstens  nicht  in  nennenswertem  Umfange)  auf  Privatbanken,  die  aus
erklärlichen  Gründen  während  des  Krieges  Valutaverpflichtungen  entweder
überhaupt  nicht  oder  nur  unter  Rückendeckung  durch  die  Reichsbank  eingegangen
  waren.

Da  die  Maßnahme,  welche  dem  Charakter  der  einer  Notenbank  gestatteten
Geschäfte  grundsätzlich  nicht  entspricht,  lediglich  die  Abwicklung  der  unter  dem
Zwange  der  Kriegsnot  eingegangenen  außergewöhnlichen  Verpflichtungen  erleichtern
  und  sichern  sollte,  wurde  sie  einer  zeitlichen  Begrenzung  unterworfen,
um  über  ihren  rein  transitorischen  Charakter  keinen  Zweifel  zu  lassen.  Überdies
wurde  ihre  sachgemäße  Ausübung  durch  ein  Einspruchsrecht  des  Zentralausschusses
  gesichert  (Artikel  VI  a.  a.  O.).

Die  oben  erwähnte  Bestimmung  in  Artikel  7  des  Gesetzes  vom  7.  Juni  1899
(RGl.  S.  311),  nach  welcher  die  Diskontsätze  der  Privatnotenbanken  unter
gewissen  Voraussetzungen  an  den  Diskont  der  Reichsbank  gebunden  waren,
wurde  durch  die  Vorschrift  erweitert,  daß  Privatnotenbanken  Wechsel  und  Wertpapiere
  nicht  unter  dem  ihnen  gestatteten  Diskontsatze  lombardieren  durften.
Die  Vorschrift  hatte  sich  im  Laufe  der  Zeit  als  zweckmäßig  erwiesen,  um  einer
Durchkreuzung  der  gesetzgeberischen  Absicht  im  Wege  einer  Kombination  des
Wechseldiskonts  mit  dem  Wechsellombard  vorzubeugen  (Artikel  VII  a.  a.  O.).

Endlich  wurde  die  Beteiligung  des  Reichs  am  Reingewinn  der  Reichsbank
  neu  geregelt.  Die  einschlägigen  Vorschriften  des  Artikels  1  der
Banknovelle  vom  1.  Juni  1909  (RGBl.  S.  515)  entsprachen  den  durch  den
Krieg  veränderten  Verhältnissen  nicht  mehr.  Einerseits  hatte  die  Reichsbank
von  der  Notensteuerpflicht  durch  Gesetz  vom  4.  August  1914  (RGBl.  S.  327)
befreit  werden  müssen,  andererseits  erzielte  sie  in  wachsendem  Maße
einen  großen  Gewinn  aus  der  Krediterteilung  an  das  Reich.  Dementsprechend
war  für  die  Jahre  1914—1918  die  Höhe  der  aus  dem  Gewinn  der  Reichsbank
an  das  Reich  abzuführenden  Beträge  durch  besondere  Gesetze  (Gesetz
über  die  Kriegsabgaben  der  Reichsbank  vom  24.  Dezember  1915  —  RGBl.
S.  840  —,  Gesetz  über  eine  weitere  Kriegsabgabe  der  Reichsbank  für  1916  vom
27.  März  1916  —  RGl.  S.  285  —,  Gesetz  über  Kriegsabgaben  der  Reichsbank
vom  20.  März  1918  —  RGBl.  S.  131  —  und  Gesetz  über  die  Besteuerung  der
Reichsbank  für  das  Jahr  1918  vom  27.  März  1919  —  RGl.  S.  353  —)  geregelt
  worden.  Diese  Regelung  hatte  sowohl  dem  Interesse  des  Reichs  wie  den

1.  Teil  7
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        98  Die  Reichsbant  vom  Kriegsende  his  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918  1923)

berechtigten  Interessen  der  Anteilseigner  Rechnung  getragen.  Es  wurde  deshalb
bestimmt,  daß  die  aus  dem  Reingewinn  der  Reichsbank  an  das  Reich  abzuführenden
  Beträge,  solange  die  Reichsbank  von  der  Notensteuerpflicht  befreit
blieb,  alljährlich  durch  Gesetz  festgestellt  werden  sollten.  Für  den  Fall  der  Aufhebung
  der  Steuerbefreiung  wurde  dem  Reiche  das  Recht  eingeräumt,  zum
1.  Januar  des  diesem  Zeitpunkte  folgenden  übernächsten  Jahres  nach  vorausgegangener
  einjähriger  Ankündigung,  welche  auf  Anordnung  des  Reichspräsidenten
  im  Einvernehmen  mit  dem  Reichsrat  vom  Reichskanzler  an  das  Reichsbank-Direktorium
  zu  erlassen  und  von  letzterem  zu  veröffentlichen  war,  die  sämtlichen
  Anteile  der  Reichsbank  zum  Nennwerte  zu  erwerben  (Artikel  I  a.  a.  O.).
Demgemäß  ist  für  die  Jahre  1919  bis  1923  durch  Gesetz  über  die  Besteuerung
der  Reichsbank  für  das  Jahr  1919  vom  31.  März  1920  (RGBl.  S.  475),  Gesetz
betreffend  die  Verteilung  des  Gewinns  der  Reichsbank  für  das  Jahr  1920  vom
7.  Mai  1921  (REBl.  S.  507),  Gesetz  betreffend  die  Verteilung  des  Gewinns
der  Reichsbank  für  das  Jahr  1921  vom  28.  Mai  1922  (RGBl.  II  S.  136),
Gesetz  betreffend  die  Verteilung  des  Gewinns  der  Reichsbank  für  das  Jahr  1922
vom  19.  Mai  1923  (RGBl.  II  S.  229)  und  durch  Gesetz  betreffend  die  Verteilung
des  Gewinns  der  Reichsbank  für  das  Jahr  1923  vom  25.  Juli  1924  (RGBl.  II
S.  203)  die  Abgabepflicht  der  Reichsbank  alljährlich  neu  geregelt  worden.

Den  Privatnotenbanken  wurde  die  Fortdauer  ihres  Privilegs  für
weitere  10  Jahre  nur  unter  der  Voraussetzung  zugestanden,  daß  sie  sich  der  Einschränkung
  hinsichtlich  ihres  Lombardsatzes  unterwarfen  und  gleichzeitig  in  die
Kündbarkeit  ihres  Privilegs  für  den  Fall  der  Kündigung  des  Reichsbankprivilegs
  nach  Aufhebung  der  Notensteuerbefreiung  zum  gleichen  Termin  willigen
sollten  (Artikel  VII  a.  a.  O.).

Die  Generalversammlung  der  Anteilseigner  erklärte  sich  am  15.  Dezember
  1919  mit  den  Bestimmungen  des  Gesetzes  einverstanden;  am  22.Dezember
wurde  das  Gesetz  verkündet.  Von  den  Privatnotenbanken  wurde  ebenfalls  eine
Einverständniserklärung  mit  den  Vorschriften  des  Artikel  VII  abgegeben.

Die  Banknovelle  vom  16.  Dezember  1919  hatte  die  Vorschriften  über  die
Notendeckung  unverändert  gelassen.  Hiernach  mußten,  wie  oben  bemerkt,  die
umlaufenden  Noten  zu  mindestens  einem  Drittel  durch  kursfähiges  deutsches
Geld,  Reichskassenscheine,  Darlehnskassenscheine  oder  Gold  in  Barren  und
ausländischen  Münzen  gedeckt  werden.  Unter  den  durch  den  Krieg  völlig
veränderten  Verhältnissen  ließ  sich  diese  Deckungsvorschrift  nicht  mehr  aufrecht
erhalten.  Auf  der  einen  Seite  stieg  der  Notenumlauf  unausgesetzt.  Zu  dem
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        Die  Reichsbant  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  99

unnnterbrochen  wachsenden  Bedarf  des  Reichs  trat  ein  ständig  zunehmender
Bedarf  des  Verkehrs  an  Umlaufsmitteln.  Die  Bevorzugung  der  Barzahlung
im  Zahlungsverkehr,  die  Preissteigerung  der  meisten  Waren  und  Leistungen,
die  allmähliche  Verdrängung  des  Hartgeldes,  die  Thesaurierung  von  Zahlungsmitteln,
  die  Bezahlung  eines  großen  Teiles  unserer  Einfuhr  in  Mark  und  die
Kapitalverschiebungen  ins  Ausland  wirkten  hier  bestimmend  mit.  Durch  den
Zusammenbruch  wurden  alle  Momente,  die  auf  eine  Vergrößerung  des  Notenumlaufs
  hinwirkten,  weiter  verschärft.  Der  in  normalen  Zeiten  vorhandene
wirtschaftliche  Zusammenhang  des  Notenumlaufs  mit  den  liquiden  Deckungsmitteln,
  insbesondere  den  zur  Aufrechterhaltung  der  Dritteldeckung  erforderlichen
Barbeständen  war  unterbrochen  worden.  Auf  der  anderen  Seite  hatte  sich  der
Barbestand  dauernd  vermindert.  Der  Goldvorrat,  der  noch  am  7.  November  1918
sich,  wie  oben  erwähnt,  auf  2550,3  Millionen  Mark  gestellt  hatte,  war  infolge  der
Waffenstillstandsbedingungen  durch  Ablieferung  des  von  Rußland  gezahlten
Goldes  nach  Paris  um  nahezu  “/.  Milliarde  Mark  geschwächt  worden.  Weiterhin
hatten  im  Jahre  1919  auf  Verlangen  der  Reichsregierung  zwecks  Beschaffung
  von  Lebensmitteln  rund  1  Milliarde  Mark  in  Gold  an  das
Ausland  abgeführt  werden  müssen.  Goldabgaben  zu  Valutazwecken  und
zu  Zwecken  unumgänglicher  industrieller  Verwendung  traten  hinzu,  so  daß
der  Goldbestand  Ende  März  1921  auf  rund  1  Milliarde  Mark  zusammengeschmolzen
  war.  Die  Bardeckung  ließ  sich  hiernach  nur  noch  mit  Hilfe  der  Darlehnskassenscheine
  aufrecht  erhalten.  Die  Ausdehnung  der  Geschäfte  der  Darlehnskassen
  war  indes  über  ein  bestimmtes  Maß  hinaus  nicht  möglich,  im  Gegenteil
mußte  mehr  und  mehr  mit  einer  Rückzahlung  der  entnommenen  Darlehne  gerechnet
  werden.  Nun  besaß  allerdings  die  Reichsbank  in  ihren  Devisen=  und
Barrensilberbeständen  erhebliche  Mittel  von  anerkanntem  Wert  und  internationaler
  Geltung.  Diese  Bestände  waren  jedoch  als  formale  Deckungsmittel

gesetzlich  nicht  zugelassen.

Nach  alledem  blieb  nur  übrig,  auf  gesetzlichem  Wege  die  Vorschrift  der
Drittelbardeckung  für  einige  Zeit  aufzuheben.  Natürlich  konnte  es  sich  hierbei
nur  um  ein  Provisorium  handeln.  Die  Aufhebung  ist  daher  auf  einen  Zeitraum
von  3  Jahren  beschränkt  worden,  da  gehofft  werden  durfte,  daß  unsere  politische,
finanzielle  und  wirtschaftliche  Gesamtlage  sich  bis  dahin  in  einem  Maße  konsolidiert
  haben  würde,  welches  die  Inangriffnahme  einer  endgültigen  Regelung  der
Deckungsvorschriften  im  Zusammenhange  mit  einer  Wiederherstellung  unseres
Geldwesens  gestattete.  Dementsprechend  bestimmte  das  Gesetz,  betreffend

7*
        <pb n="108" />
        100  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

Anderung  des  Bankgesetzes  vom  14.  März  1875,  vom  9.  Mai  1921  (RGl.
S.  508):  „Die  Vorschrift  im  §  17  des  Bankgesetzes,  wonach  der  Teil  der  im
Umlauf  befindlichen  Reichsbanknoten,  der  durch  kursfähiges  deutsches  Geld,
Reichskassenscheine  oder  durch  Gold  in  Barren  oder  ausländischen  Münzen
gedeckt  sein  soll,  ein  Drittel  nicht  unterschreiten  darf,  wird  bis  zum
31.  Dezember  1923  außer  Kraft  gesetzt".

Um  die  Durchsicht  und  Klarheit  der  Wochenausweise  zu  verstärken,  entschloß
  sich  gleichzeitig  die  Reichsbankverwaltung,  vielfachen  im  Verkehr  laut
gewordenen  Wünschen  entsprechend,  in  den  regelmäßigen  Veröffentlichungen
künftig  den  Wechselbestand  von  den  Beständen  der  Reichsschatzanweisungen  und
die  Höhe  der  öffentlichen  Guthaben  von  den  Beträgen  der  privaten  Guthaben
getrennt  nachzuweisen.

Im  Laufe  der  Zeit  stieß  die  durch  die  Reichsbank  zu  vermittelnde  Beschaffung
  der  zur  Befriedigung  der  Zahlungsbedürfnisse  des  Reichs  und  des
sonstigen  Wirtschaftsverkehrs  erforderlichen  ausländischen  Zahlungsmittel
(Devisen)  auf  immer  größere  Schwierigkeiten.  Sie  beruhten  einerseits  darin,  daß
die  vorhandenen  Zahlungsmittel  vielfach  auf  eine  andere  Währung  als  auf  die
gegebenenfalls  zu  beschaffende  lauteten,  andererseits  darin,  daß  Zahlungsmittel,
deren  Eingang  mit  Bestimmtheit  zu  erwarten  stand,  am  Bedürfnistage  noch  nicht
greifbar  waren.  Ein  Weg,  diese  Schwierigkeiten  zu  umgehen,  bot  sich  in  der
Hinterlegung  von  Gold  der  Reichsbank  bei  einer  ausländischen  Zentralnotenbank
zwecks  vorübergehender  Lombardierung  im  Bedarfsfalle.  Die  Bank  von  England,
die  Niederländische  Bank  und  die  Federal  Reserve  Bank  of  New  York  erklärten
sich  in  entgegenkommender  Weise  zur  Vornahme  derartiger  Transaktionen  bereit.
Nun  ließen  aber  Sinn  und  Wortlaut  des  Bankgesetzes,  insbesondere  der  §§  8,  9
und  17  darüber  keinen  Zweifel,  daß  Goldbeträge  (Goldmünzen  und  Barren)  nur
dann  als  Teile  des  Metallbestandes  der  Reichsbank  anzusehen  waren,  wenn  sie
tatsächlich  in  ihren  Kassen  lagen.  Nur  unter  dieser  Voraussetzung  kamen  sie  als
Notendeckung  in  Betracht,  wurden  sie  bei  Berechnung  der  Notensteuer  berücksichtigt
  und  waren  sie  in  den  Wochenübersichten  wie  in  den  Jahresbilanzen
als  Teile  des  Goldbestandes  aufzuführen.  So  ist  auch  die  Reichsbankverwaltung
  stets  verfahren.  Um  die  Möglichkeit  zu  schaffen,  die  im  Auslande
deponierten,  aber  unbelasteten  Goldbeträge  als  Teile  des  Goldbestandes  in  den
Ausweisen  der  Reichsbank  aufzuführen  und  dadurch  den  jeweiligen  für  die
Beurteilung  der  Kreditwürdigkeit  mitausschlaggebenden  Goldbestand  der  Reichsbank
  in  vollem  Umfange  erkennbar  zu  machen,  bedurfte  es  einer  Abänderung
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        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  101

des  Bankgesetzes,  welche  durch  das  Gesetz,  betreffend  den  Kassenbestand
der  Reichsbank  vom  4.  März  1922  (RGBl.  I  S.  235)  getroffen  wurde.  Das
Gesetz  bestimmte,  daß  als  Teil  des  Kassenbestandes  der  Reichsbank  im
Sinne  der  8§§  8,  9  und  17  des  Bankgesetzes  vom  14.  März  1875,  auch
das  von  der  Reichsbank  bei  einer  ausländischen  Zentralnotenbank  niedergelegte
Gold,  soweit  es  zur  jederzeitigen  freien  Verfügung  der  Reichsbank  stand,  gelten
sollte,  jedoch  in  den  Wochenausweisen  und  Jahresbilanzen  getrennt  von  dem  in
den  eigenen  Kassen  der  Bank  befindlichen  Golde  nachzuweisen  sei.

Aus  Anlaß  der  Verhandlungen  über  die  Reparationszahlungen  hatte  die
Reichsregierung  durch  Note  vom  28.  Januar  1922  der  Reparationskommission
zugesagt,  daß  sie  dem  Reichstage  ein  Gesetz  vorlegen  werde,  durch  das  die  damals
rechtlich  bestehende  Befugnis  des  Reichskanzlers  zu  Eingriffen  in  die  geschäftliche
Leitung  der  Reichsbank  beseitigt  und  somit  deren  Autonomie  gesichert  werden
sollte.  Der  einschlägige  Gesetzentwurf  wurde  vom  Reichsbank-Direktorium  im.
Einvernehmen  mit  der  Reichsregierung  ausgearbeitet  und  von  den  gesetzgebenden
Körperschaften  mit  einigen  wenig  erheblichen  Abänderungen  genehmigt.  Die
Hauptpunkte  des  am  26.  Mai  1922  verabschiedeten  sogenannten  Autonomiegesetzes
  (RGBl.  II  S.  135)  lassen  sich  wie  folgt  zusammenfassen:

Das  Gesetz  übertrug  die  dem  Reich  zustehende  Leitung  der  Reichsbank,
welche  bisher  dem  Reichskanzler  zustand,  dem  Reichsbank-Direktorium.  Es
wies  dem  Reichskanzler  einige  mit  der  öffentlich  rechtlichen  Struktur  der  Reichsbank
  eng  zusammenhängende  Befugnisse  zu,  welche  die  Form  der  jährlichen
Rechnungslegung,  die  Feststellung  der  Bilanz=  und  Gewinnberechnung,  die
Kündigung  des  Reichsbankprivilegs  und  die  Leitung  der  Liquidation  im
Falle  einer  Aufhebung  der  Reichsbank  betrafen.  Es  beseitigte  die  Befugnis  des
Reichskanzlers,  den  Präsidenten  und  die  Mitglieder  des  Reichsbank-Direktoriums
  nach  Vollendung  des  65.  Lebensjahres  auf  Grund  des  §  60  a  des
Reichsbeamtengesetzes  in  den  Ruhestand  zu  versetzen  und  gegen  den  Präsidenten
und  die  Mitglieder  des  Reichsbank-Direktoriums  die  Eröffnung  eines  förmlichen
Disziplinarverfahrens  zu  verfügen.  Für  die  Einleitung  eines  solchen  Verfahrens
  erklärte  es  vielmehr  das  Reichsbank-Kuratorium  nach  Anhörung  des
Reichsbank-Direktoriums  für  zuständig.  Für  die  Ernennung  des  Reichsbankpräsidenten
  räumte  es  dem  Reichsbank-Direktorium  und  dem  Zentralausschuß
die  Befugnis  einer  gutachtlichen  Außerung  ein,  während  hinsichtlich  der  Ernennung
  der  Mitglieder  das  Reichsbank-Direktorium  ein  Vorschlagsrecht
und  der  Zentralausschuß  die  Befugnis  gutachtlicher  Außerung  erhielt.  Die
        <pb n="110" />
        102  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (19181923)

Ernennung  der  übrigen  Beamten  der  Reichsbank,  mit  Ausnahme  der  Bankkommissare,
  ist  dem  Reichsbank-Direktorium  übertragen.  Endlich  wurde  dem
Reichsbank-Direktorium  in  bezug  auf  den  Etat  der  Mitglieder  und  in  bezug  auf
die  Ausstellung  des  Etats  der  übrigen  Reichsbankbeamten  ein  bestimmender
Einfluß  eingeräumt.  Die  durch  das  Gesetz  bewirkten  Anderungen  des  Bankgesetzes
  brachten  auch  die  Anderung  einzelner  Vorschriften  des  Statuts  der  Reichsbank
  mit  sich,  welche  durch  die  Verordnung,  betreffend  die  Abänderung  des
Statuts  der  Reichsbank  vom  24.  Juli  1922  (RGl.  II  S.  683)  erfolgt  sind.
Dem  Gesetzentwurf  und  den  Anderungen  des  Statuts  hatte  die  Generalversammlung
  bereits  am  30.  März  1922  zugestimmt.

Die  mit  der  Stabilisierung  der  Mark  im  Zusammenhang  stehenden
Abänderungen  des  Bankgesetzes  (Gesetz  vom  10.  Oktober  1923  —  Rl.  II
S.  396  —  und  Verordnung  vom  26.  Oktober  1923  —  RGBl.  II  S.  402  —)
werden  in  den  folgenden  Abschnitten  weiter  unten  behandelt  werden.

Die  Kreditgewährung  Die  Bewilligung  von  Krediten  an  das  Reich  vollzog  sich  nach  wie  vor
en  das  Reich  durch  Diskontierung  von  Reichsschatzanweisungen,  an  deren  Stelle  vorüber—
gehend  (Ende  1918  bis  Mitte  1919)  nach  der  politischen  Umwälzung  Reichswechsel

  traten.  Wie  bisher  war  die  Reichsbank  unausgesetzt  bemüht,  im  Wege

der  Rediskontierung  die  übernommenen  Schatzanweisungen  am  freien  Markte
unterzubringen,  um  auf  diese  Weise  den  inflationistischen  Wirkungen  des  Anwachsens

  der  schwebenden  Schuld  vorzubeugen.  In  den  verbleibenden  Schatzanweisungsbeständen,
  deren  Höhe  sich  einerseits  nach  der  Kreditbedürftigkeit  des

Reichs,  andererseits  nach  der  Aufnahmefähigkeit  des  Marktes  richtete,  kam  die
tatsächliche  Krebitgewährung  der  Bank  an  das  Reich  ziffermmäßig  zum  Ausdruck.

Die  Entwicklung  der  Bestände  verlief  in  den  ersten  Nachkriegsjahren  ähnlich  wie

in  der  letzten  Zeit  des  Krieges.  Graphisch  dargestellt  zeigen  die  Bestandsziffern

eine  in  Wellenbewegungen  ansteigende  Kurve.  Die  Bewegungen  ergaben  sich

daraus,  daß  zu  Monatsmitte  und  zu  Monatsschluß  die  Möglichkeit  der  Rediskontierung
  wegen  der  zu  diesen  Terminen  stärkeren  Geldbedürfnisse  des

Verkehrs  beschränkt  zu  sein  pflegte,  während  zugleich  abgesetzte  Schatzanweisungen
  an  die  Bank  zurückgelangten  und  fällige  Beträge  nicht  prolongiert

wurden.  In  der  ersten  bzw.  dritten  Monatswoche  war  demgegenüber  in  der
        <pb n="111" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918.—1923)  103

Regel  der  Absatz  erleichtert,  was  zu  einer  vorübergehenden  Entlastung  der
Reichsbank  führte.  Die  höchsten  Zunahmen  des  Schatzanweisungskontos  traten
jeweils  zum  Quartalsschluß  ein.

In  den  ersten  Nachkriegsjahren  gelang  der  Absatz  in  großem  Umfange.
Bis  zum  Oktober  1921  waren  die  Summen  der  außerhalb  der  Reichsbank  befindlichen
  Schatzanweisungen  größer  als  die  Bestände  der  Reichsbank.  In  den
Sommermonaten  Juli  und  August  des  Jahres  1920  befanden  sich  sogar  über
zwei  Drittel  der  vom  Reich  überhaupt  diskontierten  Schatzanweisungen  im
Verkehr.  Im  Jahre  1921  begann  das  Verhältnis  sich  zu  verschieben.  Immerhin
  waren  noch  im  September  1921  55—56⅝  im  Verkehr  untergebracht.  Im
Juli  1922  dagegen  hatte  die  Reichsbank  schon  mehr  als  zwei  Drittel  aller
Schatzanweisungen  in  ihren  Beständen,  am  Ende  des  Jahres  1922  schon
vier  Fünstel.  Im  Jahre  1923  trat  zunächst  eine  leichte  Besserung  des
Absatzes  ein.  Seit  Juni  aber  wurden  die  Anteilsziffern  des  Verkehrs  an  der
Gesamtsumme  der  Ausgabe  immer  geringer.  Damit  verstärkte  sich  die  inflationistische
  Wirkung  des  Anwachsens  der  schwebenden  Schuld  in  einer  äußerst
gefahrdrohenden  Weise.  Auf  diese  Gefahr  hatte  die  Reichsbankverwaltung  die
Reichsregierung  schon  seit  geraumer  Zeit  mündlich  und  schriftlich  immer  wieder
hingewiesen.  So  war  sie  beispielsweise  bereits  im  Jahre  1922  der  Übernahme
großer,  ihrer  Überzeugung  nach  nicht  notwendiger  Verpflichtungen  des  Reichs  mit
Erfolg  durch  die  Erklärung  entgegengetreten,  daß  sie  für  derartige  Zwecke  Schatzanweisungen
  des  Reichs  nicht  hereinnehmen  werde.  Sie  erneuerte  jetzt  auf
das  dringlichste  und  ernsteste  das  Ersuchen,  die  Kreditentnahme  bei  der  Bank
durch  möglichste  Steigerung  der  Reichseinnahmen  im  Besteuerungswege  aufs
äußerste  einzuschränken,  und  sie  gab  die  Erklärung  ab,  daß  sie  Schatzanweisungen
nicht  mehr  diskontieren  werde  nach  Ablauf  einer  bestimmten  Zeitspanne,  welche
dem  Reich  die  Möglichkeit  bieten  sollte,  die  zur  Ausgleichung  des  Etats  unbedingt
erforderlichen  Mittel,  sei  es  im  Wege  der  Besteuerung,  sei  es  durch  eine  anderweite
  Kreditaufnahme,  zu  beschaffen.  Ohne  solche  Befristung  dem  Reich  auf
Grund  des  Autonomiegesetzes  die  Kreditgewährung  zu  versagen,  hielt  die  Reichsbankverwaltung
  nicht  für  vertretbar,  da  in  diesem  Falle  ein  finanzieller
Zusammenbruch  des  Reichs  mit  den  unheilvollsten  politischen  Konsequenzen
unvermeidbar  gewesen  wäre.  Am  15.  November  1923  stellte  sich  der  im
freien  Markt  untergebrachte  Teil  der  Schatzanweisungsschuld  auf  kaum  1%.
An  diesem  Tage  wurde  mit  189,8  Trillionen  Mark  der  höchste  Bestand  an
Schatzanweisungen  überhaupt  ausgewiesen.  Gleichzeitig  fand  mit  der  Aufnahme
        <pb n="112" />
        Sonstige  dem  Reich
geleistete  Dienste

104  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

des  Geschäftsbetriebes  seitens  der  Rentenbank  die  Kreditgewährung  der
Reichsbank  an  das  Reich  ihr  Ende.  Die  Abdeckung  der  Schatzanweisungsschuld
erfolgte  derart,  daß  die  dem  Reich  für  diese  Zwecke  von  der  Rentenbank  zur  Verfügung
  gestellten  Rentenbankscheine  gegen  Banknoten  umgetauscht  und  die  Umtauscherlöse
  auf  Schatzanweisungskonto  abgeschrieben  wurden.  Die  Abdeckung
vollzog  sich  in  wenigen  Wochen.  In  der  zweiten  Dezemberhälfte  war  der  letzte
Restbestand  abgetragen.  Die  Einlösung  der  außerhalb  der  Reichsbank  untergebrachten
  Schatzanweisungen  (1,8  Trillionen  am  15.  November,  1,2  Trillionen
am  Jahresschluß  1923)  wurde  im  Jahre  1924  zum  Abschluß  gebracht.  Über
die  ziffernmäßige  Entwicklung  der  Bestände  der  Reichsbank  an  Reichsschatzanweisungen
  gibt  Tabelle  4  Aufschluß.

Neben  die  direkte  Kreditgewährung  an  das  Reich  war  eine  indirekte  Kreditgewährung
  getreten  in  der  Weise,  daß  die  Reichsbank  ihren  Kredit  zur  Verfügung
stellte,  um  die  Zahlung  großer  Reparationsbeträge  zu  ermöglichen.  Auf  Grund
des  Londoner  Ultimatums  mußte  am  31.  Mai  1921  1  Milliarde  Goldmark
Reichsschatzwechsel  mit  dreimonatiger  Laufzeit,  die  das  Indossament  der  vier
D--Banken  (Darmstädter  und  Nationalbank,  Deutsche  Bank,  Direction  der  Disconto-Gesellschaft
  und  Dresdner  Bank)  trugen,  an  die  Entente  geliefert  werden.
Damit  diese  Transaktion  durchgeführt  werden  konnte,  übernahm  die  Reichsbank
den  Banken  gegenüber  die  Verpflichtung,  ihnen  jeden  aus  der  Leistung  ihrer
Unterschriften  entstehenden  Schaden  zu  ersetzen.  Zwecks  Abdeckung  der  Wechselschuld
  stellte  die  Reichsbank  nicht  nur  große  Beträge  aus  ihren  Goldvorräten  zur
Verfügung,  sondern  nahm  auch  durch  das  Bankhaus  Mendelssohn  &amp;amp;  Co.  in
Amsterdam  im  Auslande  kurzfristige  Kredite  in  Höhe  von  270  Millionen  Goldmark
  auf.  Als  dann  im  Sommer  1922  das  Reich  sich  gezwungen  sah,  dem
belgischen  Begehr  auf  Zahlung  von  270  Millionen  Goldmark  zu  entsprechen,
brachte  die  Reichsbank  das  Opfer,  ihr  Giro  auf  die  an  Zahlungs  Statt  hingegebenen,
  im  Laufe  des  ersten  Halbjahres  1923  fälligen  Wechsel  zu  setzen,  deren
allmähliche  Abdeckung  aus  den  Eingängen  an  Exportdevisen  erfolgen  sollte.

Mit  der  vorbezeichneten  Gewährung  direkter  und  indirekter  Kredite
waren  die  Dienste,  welche  die  Reichsbank  dem  Reich  zu  leisten  hatte,  nicht  erschöpft.
  Sie  umfaßten  darüber  hinaus  eine  reiche  geschäftliche  Tätigkeit,  die,
wie  die  folgende  kurz  gefaßte  Übersicht  ergibt,  sich  auf  die  verschiedensten  Gebiete
  der  Finanz--  und  Wirtschaftspolitik  erstreckte.
        <pb n="113" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  105

Nach  dem  militärischen  und  politischen  Zusammenbruch  trat  alsbald  in
weiten  Kreisen  der  Bevölkerung  ein  lebhaftes  Bedürfnis  hervor,  die  während
des  Krieges  erworbenen  Reichsanleihen  flüssig  zu  machen.  Die  Reichsbank,
welche  die  Unterbringung  der  Kriegsanleihen  im  wesentlichen  durchgeführt  hatte,
trug  diesem  Bedürfnis  Rechnung,  indem  sie  von  den  Anleihebesitzern  in  dringenden
  Fällen  Anleihestücke  zurückkaufte.  Um  die  Aufnahme  der  Anleihen  nach
Möglichkeit  zu  erleichtern,  stellte  die  Reichsfinanzverwaltung  von  Dezember  1918
an  monatlich  der  Reichsbank  und  den  sonstigen  in  Betracht  kommenden  Instituten
eine  bestimmte  Summe  zu  Aufnahmezwecken  zur  Verfügung.  In  erster  Linie
fanden  Anträge  auf  Abnahme  kleinerer  Beträge  Berücksichtigung,  denen  ein  dringendes
  Geldbedürfnis  zugrunde  lag.  Nach  der  Unterzeichnung  des  Friedens
von  Versailles  und  nach  der  Verkündung  des  Gesetzes  über  den  Friedensschluß
zwischen  Deutschland  und  den  alliierten  und  assoziierten  Mächten  vom
16.  Juli  1919  (Rl.  S.  687)  wurde  in  Erfüllung  der  Erklärungen,  welche  die
Reichsregierung  im  Laufe  des  Krieges  wiederholt  abgegeben  hatte,  zum  Zwecke
der  Regulierung  des  Kriegsanleihemarktes  unter  Führung  und  Beteiligung  der
Reichsbank  und  unter  Reichsgarantie  ein  Interventionskonsortium  für  die
deutschen  Kriegsanleihen  gebildet,  dem  außer  der  Preußischen  Staatsbank  (Seehandlung),
  der  Preußischen  Zentralgenossenschaftskasse,  den  in  ihrem  Verband
zusammengeschlossenen  öffentlich-rechtlichen  Banken  und  dem  Verband  der  Girozentralen
  der  deutschen  Sparkassen  sämtliche  den  Allgemeinen  Abmachungen
angeschlossenen  deutschen  Bankfirmen  angehörten.  Als  Organ  dieses  Konsortiums,
  das  auch  die  Aufgabe  hatte,  die  aufgenommenen  Beträge  zu
dauernder  Anlage  wieder  unterzubringen,  wurde  am  26.  August  1919
mit  einem  Grundkapital  von  400  Millionen  Mark  die  Reichsanleihe-Aktiengesellschaft
  gegründet.  Das  erforderliche  Personal  stellte  die  Reichsbank  zur  Verfügung.
  Die  Aktiengesellschaft  war  keine  Erwerbsgesellschaft  im  Interesse  der
Aktionäre;  die  Verteilung  einer  Dividende  wurde  daher  ausgeschlossen.  Das
Grundkapital  erhielt  durch  ein  von  dem  Konsortium  zur  Verfügung  gestelltes
Garantiekapital  eine  Unterstützung.  Nach  dem  15.  Oktober  1923  hat  die  Gesellschaft
  an  der  Berliner  Börse  Geschäfte  in  Kriegsanleihen  nicht  mehr  getätigt,  da
sie  über  Mittel  zur  Aufnahme  von  Reichsanleihen  nicht  mehr  verfügte  und  angesichts
  der  Kursentwicklung  eine  Stützung  nicht  mehr  erforderlich  erschien.  Die
Aktien  sind  schließlich  von  den  Konsorten  auf  das  Reich  übertragen  worden.

An  der  vom  10.  November  bis  10.  Dezember  1919  vom  Reichsfinanzministerium
  zur  Zeichnung  aufgelegten  Deutschen  Sparprämienanleihe  von
1919  war  die  Reichsbank  mit  ihren  Zweiganstalten  als  Zeichnungsstelle  beteiligt.
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        106  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mart  (1918—1923)

Ferner  waren  die  Reichshauptbank  und  die  mit  Kasseneinrichtung  versehenen
  Reichsbankanstalten  im  Interesse  der  im  Jahre  1922  aufgelegten
Deutschen  Zwangsanleihe  (Gesetze  vom  8.  April,  20.  Juli  und  22.  Dezember
1922  —  RGBl.  I  S.  335,  601  und  955)  als  Annahmestellen  für  die  bei  ihnen
abgegebenen  Zeichnungen  und  gleichzeitig  als  Sammelstellen  für  die  bei  den
übrigen  Annahmestellen  eingegangenen  Zeichnungen  tätig.  Die  Zeichnungen  auf
die  Zwangsanleihe  wurden  am  7.  September  1923  eingestellt.

Im  Jahre  1923  übernahm  die  Reichsbank  die  Führung  des  Konsortiums
für  die  im  Gesamtbetrage  von  50  Millionen  Dollars  aufgelegten  Dollarschatzanweisungen
  des  Deutschen  Reichs  und  leistete  gleichzeitig  für  diese  Schatzanweisungen
  selbstschuldnerische  Bürgschaft.  Die  Reichshauptbank  und  die
Zweiganstalten  dienten  als  Zeichnungsstellen.  Die  bei  der  Zeichnung  nicht
untergebrachten  Stücke  wurden  unter  Mitwirkung  der  Reichsbank  verkauft.

Auch  bei  der  wertbeständigen  Anleihe  des  Deutschen  Reichs  wirkte  die
Reichsbank  als  Zentrale  und  daneben  als  Zeichnungsstelle  mit.  In  gleicher
Eigenschaft  war  sie  an  der  Ausgabe  der  Goldanleihestücke  beteiligt,  die  als
Gegenwert  der  auf  Grund  der  Verordnung  vom  25.  August  1923  abzuliefernden
Devisen  angefordert  wurden.  Dieses  Geschäft  erstreckte  sich  bis  in  das  Jahr  1924

inein.
ß  Für  die  Zeichnung  der  zur  Deckung  wertbeständigen  Notgeldes  be—
stimmten  6%igen  Schatzanweisungen  des  Deutschen  Reichs,  fällig  1932,  war  die
Reichsbank  alleinige  Zeichnungsstelle.

In  erheblichem  Umfange  wurde  sie  für  die  Einlösung  der  fälligen  Reichsanleihe-Zinsscheine,
  für  die  Vermittlung  der  Auszahlung  ausgeloster  Stücke  von
Reichskriegsanleihen  und  Schatzanweisungen  und  der  Gewinn=  sowie  der  Tilgungssumme
  einschließlich  der  Zuschüsse  und  des  Bonus  der  Sparprämienanleihe
in  Anspruch  genommen.  Die  in  dem  Anleihedienst  (einschließlich  des  Schuldbuchdienstes)
  liegende  Arbeitsleistung  war  um  so  größer,  als  im  Zusammenhang
  mit  dem  Übergange  der  Staatseisenbahn  auf  das  Reich  auch  die  Staatsschulden
  der  Länder  Preußen,  Bayern,  Sachsen,  Baden,  Hessen  und  Mecklenburg-Schwerin
  auf  das  Reich  übergingen.  Als  im  Laufe  der  Zeit  infolge  der  Geldentwertung
  der  Anleihedienst  eingestellt  werden  mußte,  fiel  diese  Arbeitsleistung
  fort.

Die  Reichsbank  unterstützte  ferner  das  Reich  bei  der  Ausführung  der
Gesetze  über  eine  außerordentliche  Kriegsabgabe  für  das  Rechnungsjahr  1919
(RGBl.  S.  1567)  und  über  die  Kriegsabgabe  vom  Vermögenszuwachse  vom
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        Die  Reichsbant  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  107

10.  September  1919  (RGBl.  S.  1579)  sowie  des  Gesetzes  über  das  Reichsnotopfer
  vom  31.  Dezember  1919  (RGBl.  S.  2189)  durch  Entgegennahme
der  zur  Entrichtung  der  Kriegsabgabe  an  Zahlungs  Statt  eingelieferten  Wertpapiere
  und  durch  Annahme  der  auf  das  Notopfer  zu  leistenden  Vorauszahlungen.

Weiterhin  erwuchs  der  Reichsbank  erhebliche  Arbeit  durch  die  Mitwirkung
bei  der  Anmeldung  und  Beschlagnahme  von  Urkunden  und  Wertpapieren  aus
Anlaß  der  Durchführung  der  Bestimmungen  des  §  10  Abs.  1  der  Anlage  zu
Artikel  298  des  Friedensvertrages,  durch  die  Auszahlung  der  vom  Reich
für  die  beschlagnahmten  Beträge  zu  vergütenden  Gegenwerte  und  durch  ihre
Mitarbeit  bei  der  Anmeldung  und  Beschlagnahme  von  Rechten  und  Beteiligungen
  an  öffentlichen  Unternehmungen  aus  Anlaß  der  Durchführung  der  Bestimmungen
  des  Artikels  260  des  Friedensvertrages.

Seit  dem  Jahre  1921  besorgte  die  Reichsbank  die  Vermittlung  des  Einzugs
  der  sogenannten  Reparationsgutscheine,  welche  in  England  gemäß  dem
German  Reparation  (Recovery)  Act  von  1921  im  Zusammenhang  mit  dem
Londoner  Ultimatum  vom  11.  Mai  1921  über  die  in  Höhe  von  26  v.  H.  vom  Verkaufswerte
  deutscher,  nach  England  exportierter  Waren  zurückbehaltene  Einfuhr-=abgabe
  ausgestellt  werden  und  vom  deutschen  Exporteur  dem  Reich  zwecks  Einlösung
  in  Mark  vorzulegen  sind.  Die  Tätigkeit  der  Reichsbank  für  den  Einzug
der  Reparationsgutscheine  wurde  nur  für  kurze  Zeit  durch  die  Verordnung  des
Reichspräsidenten  über  Aussetzung  der  vorerwähnten  Zahlungen  vom  15.  November
  1923  (RGBl.  II  S.  411)  unterbrochen  und  dauert  noch  heute  an.

Gelegentlich  der  Geltendmachung  von  Rechten  aus  ungestempelten  Noten
der  Österreichisch-Ungarischen  Bank  (alte  Kronennoten)  gemäß  den  Bestimmungen
  des  österreichischen  Friedensvertrages  von  Saint  Germain,  Artikel
  206,  und  des  ungarischen  Friedensvertrages  von  Trianon,  Artikel  189,
wurde  die  Reichsbank  vom  Reichswirtschaftsministerium  für  die  Einreichung  und
Sammlung  solcher  Noten  aus  deutschem  Besitz  herangezogen.  Bei  der  Durchführung
  der  zwischen  der  Reichsregierung  und  der  königlich  ungarischen  Regierung
  vereinbarten  Nostrifizierung  der  in  deutschem  Eigentum  befindlichen
ungarischen  Kriegsanleihestücke  wirkte  das  Kontor  der  Reichshauptbank  für
Wertpapiere  als  Anmeldestelle  mit  und  diente  ebenso  wie  die  selbständigen  Reichsbankanstalten
  als  Abstempelungsstelle  für  die  angemeldeten  Stücke.

In  ähnlicher  Weise  waren  die  Reichsbankanstalten  und  das  Kontor  der
Reichshauptbank  für  Wertpapiere  bei  der  Durchführung  der  Abstempelung  und
        <pb n="116" />
        108  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

des  Umtausches  der  im  deutschen  Eigentum  befindlichen,  nicht  sichergestellten
österreichischen  und  ungarischen  Vorkriegs-Staatsschuldverschreibungen  beteiligt,
die  nach  der  Bekanntmachung  des  Reichswirtschaftsministers  vom  25.  Januar
1922  auf  Grund  des  Artikels  203  des  Friedensvertrages  von  Saint  Germain
und  des  Artikels  186  des  Friedensvertrages  von  Trianon  vorzunehmen  waren.

Für  die  sachgemäße  Verwertung  der  durch  gerichtliches  Verfahren  zu
Gunsten  des  Reichs  eingezogenen  Vermögenswerte  stellte  die  Reichsbank  ihre
Bankanstalten  und  Dienststellen  den  Landesfinanzämtern  zur  Verfügung.  Schon
in  das  Reichsausgleichsgesetz  vom  24.  April  1920  war  die  Bestimmung  aufgenommen
  worden,  daß  bei  der  Abrechnung  des  Reichsausgleichsamtes  gegenüber
deutschen  Staatsangehörigen  in  den  Fällen,  in  welchen  sich  ein  an  der  Berliner
Börse  maßgebender  Umrechnungskurs  nicht  ermitteln  ließ,  der  Umrechnungskurs
  auf  Ersuchen  des  Reichsausgleichsamts  von  der  Reichsbank  unter  Berücksichtigung
  der  Weltmarktlage  endgültig  festzusetzen  war.  Im  Anschluß  hieran
wurde  der  Reichsbank  im  Verdrängungsschädengesetz  vom  28.  Juli  1921
(Rel.  S.  1021),  im  Kolonialschädengesetz  vom  28.  Juli  1921  (RGl.
S.  1031)  und  im  Auslandsschädengesetz  vom  28.  Juli  1921  (Rl.  S.  1038)
die  bindende  Festsetzung  des  bei  Entschädigungen  und  Vergütungen  anzurechnenden
  Friedenswertes  von  Wertpapieren  und  ausländischen  Zahlungsmitteln
  in  Ermangelung  des  Berliner  Börsen-Kurses  übertragen.  Die  hierdurch
bedingte  Tätigkeit  der  Bank  erreichte  einen  außerordentlich  großen  Umfang.

Seit  dem  Mai  1921  war  die  Reichsbank  ferner  dazu  übergegangen,  Gold
in  Münzen  und  Barren  im  Auftrage  und  für  Rechnung  des  Reichs  zwecks  Verwendung
  zu  Zahlungen  an  die  Entente  anzukaufen.  Die  Ankäufe,  die  beträchtliche
  Beträge  ausmachten,  sind  erst  am  Ende  des  Jahres  1923  eingestellt  worden.

Im  September  1923  hat  die  Reichsbank  ferner  im  Interesse  der  Reichsregierung
  und  auf  deren  Wunsch  20  Millionen  Mark  ihres  Goldes  bei  einer
deutschen  Bank  verpfändet,  um  dem  Reich  die  Möglichkeit  einer  Devisentransaktion
  zu  verschaffen.

Schließlich  bleibt  noch  zu  erwähnen,  daß  der  Präsident  und  die  Mitglieder
  des  Reichsbank-Direktoriums  persönlich  nicht  nur  in  weitestem  Umfange
zu  gutachtlichen  Außerungen  über  wichtige  wirtschafts=  und  finanzpolitische
Fragen,  sondern  auch  zur  Beteiligung  an  Verhandlungen  mit  dem  Auslande
herangezogen  worden  sind.  Es  nahmen  teil
        <pb n="117" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  109

im  Jahre  1918  der  Geheime  Oberfinanzrat  Kauffmann  und
„  „  Finanzrat  Dr.  Friedrich
an  den  Verhandlungen,  betreffend  die  Verlängerung  des  Waffenstillstandes
  in  Spaa,
im  Jahre  1919  der  Geheime  Oberfinanzrat  Kauffmann
an  weiteren  Waffenstillstandsverhandlungen  in  Trier  und  an  Verhandlungen
  über  die  Beschaffung  von  Lebensmitteln  in  Spaa  und
Brüssel,
der  Geheime  Oberfinanzrat  Kauffmann  und
„  „  Finanzrat  Dr.  Friedrich
an  Verhandlungen  über  Devisenfragen  in  Mainz,
der  Vizepräsident  Dr.  v.  Glasenapp
an  Verhandlungen  mit  der  deutsch-österreichischen  Regierung  in  Wien,
im  Jahre  1920  der  Vizepräsident  Dr.  v.  Glasenapp  und
der  Geheime  Oberfinanzrat  Kauffmann
an  der  Internationalen  Finanzkonferenz  in  Brüssel,
der  Präsident  Dr.  Havenstein
an  der  Brüsseler  Sachverständigen-Konferenz,
im  Jahre  1922  der  Präsident  Dr.  Havenstein
an  der  Konferenz  von  Genua;  in  diesem  Jahre  hatte  sich  der  Reichsbankpräsident
  auch  in  Angelegenheiten  der  für  die  belgische  Regierung
bestimmten  Schatzwechsel  des  Reichs  nach  London  begeben.

In  den  ersten  Kriegsjahren  blieb  im  Zusammenhange  mit  der  Wirtschaftslage
  der  Kreditbedarf  des  Verkehrs  gering.  Die  durchschnittliche  Anlage
in  Inlands=  und  Auslandswechseln  und  -schecks  überschritt  mit  282  Millionen
Mark  im  Jahre  1919  kaum  die  Durchschnittsanlage  des  Jahres  1918  mit
274  Millionen  Mark.  Im  Jahre  1920  hob  sich  der  Wechselverkehr  zwar
etwas,  blieb  aber  im  ganzen  verhältnismäßig  geringfügig,  ein  Beweis  dafür,
daß  trotz  vielfacher  Klagen  über  zunehmende  Kreditnot  das  altbewährte  Kreditinstrument
  des  Wechsels  noch  nicht  wieder  die  gebührende  Beachtung  gefunden
hatte.  In  dem  Portefeuille  der  Kreditbanken  stellte  früher  der  Handelswechsel
die  Reserve  dar,  welche  jederzeit  im  Falle  eines  Kreditbedürfnisses  bei  der
Reichsbank  flüssig  gemacht  werden  konnte.  Seit  der  Kriegszeit  waren  an  Stelle
der  Handelswechsel  die  Reichsschatzanweisungen  getreten  und  noch  bis  weit  in

Die  Kreditgewährung
an  die
Privatwirtschaft
        <pb n="118" />
        110  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Marl  (1918.—1923)

das  Jahr  1920  hinein  wurden  sie  als  Reserve  von  den  Privatbanken  bevorzugt,
so  daß  ein  großer  Teil  der  bei  der  Reichsbank  seitens  des  privaten  Verkehrs
beanspruchten  Kredite  durch  Einreichung  von  Schatzanweisungen  aufgenommen
worden  ist.  Immerhin  hatte  sich  die  Gesamtsumme  der  Bestände  an  Handelswechseln
  vorübergehend  um  die  Mitte  des  Jahres  1920  auf  über  6  Milliarden
Mark  gehoben.  In  der  Hauptsache  aber  bestand  das  Wechselportefeuille  aus
Auslandswechseln,  eine  Folge  des  Anwachsens  der  Ausfuhr,  welches  wieder
darauf  beruhte,  daß  das  Inlandspreisniveau  sich  dem  Rückgang  der  Valuta  noch
nicht  angepaßt  hatte.  Um  den  Absatz  der  deutschen  Produktion  an  das  Ausland
zu  fördern,  erklärte  sich  die  Reichsbank  Anfang  Mai  1920  bereit,  die  von
inländischen  Exporteuren  auf  ausländische  Abnehmer  gezogenen  langsichtigen
Tratten,  die  nicht  akzeptiert  waren,  anzukaufen  und  damit  dem  deutschen  Kaufmann
  die  für  das  Exportgeschäft  wichtige  Kurssicherung  zu  verschaffen.  Diese
Maßnahme  hatte  den  beabsichtigten  Erfolg,  daß  der  Reichsbank  bei  Fälligwerden
der  Wechsel  wesentliche  Devisenbeträge  zufielen.  Die  Reichsbank  konnte  die
Maßnahme  ohne  eigenes  Kursrisiko  vornehmen,  weil  sie  dauernd  Schulden  an
das  Ausland  abzudecken  hatte,  und  die  bei  Einlösung  der  Tratten  eingegangenen
Valutenbeträge  zu  diesen  Zahlungen  zu  verwenden  imstande  war.

Im  Jahre  1921  gingen  die  Auslandswechselbestände  der  Reichsbank,
die  zu  Beginn  des  Jahres  noch  erheblich  gewesen  waren,  stark  zurück.  Der
Grund  hierfür  lag  im  wesentlichen  darin,  daß  über  die  eingehenden  Auslandspapiere
  innerhalb  kurzer  Frist  zu  Zahlungen  an  das  Ausland  wieder  verfügt
werden  mußte,  so  daß  sich  ein  größerer  Bestand  an  diesen  Papieren  nicht  bilden
konnte.  Auch  die  Kurssicherungstratten  nahmen  ab,  weil  die  Ausdehnung  des
bereits  im  Jahre  1920  geschaffenen  Termindevisenmarktes  den  Exporteuren  die
Möglichkeit  eröffnete,  sich  selbst  durch  Termingeschäfte  gegen  Kursverluste  zu
decken.  Am  Jahresschluß  hatte  sich  das  Verhältnis  von  Auslands=  zu  Inlandswechseln
  so  sehr  verschoben,  daß  erstere  nur  noch  ein  Neuntel  der  Summe  der  Inlandswechsel
  ausmachten,  während  im  Jahresdurchschnitt  die  Anlage  in  Auslandswechseln
  mit  rund  einer  Milliarde  Mark  um  fast  300  Millionen  Mark  höher
als  die  Inlandswechselanlage  gewesen  war.

Im  Jahre  1922  machte  sich  der  große  Mangel  an  Mitteln  auf  dem  Geldund
  Kapitalmarkte  in  immer  stärkerem  Maße  geltend.  Ein  Weg  zur  Abhilfe
bot  sich  in  der  ausgedehnteren  Verwendung  des  Handelswechsels,  der  eine
Grundlage  schuf,  auf  welcher  sowohl  die  Reichsbank  wie  auch  die  privaten  Kreditinstitute
  in  erweitertem  Umfange  Kredite  zu  geben  in  der  Lage  waren.  Die
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        Die  Reichobant  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Marl  (1918  1923)  111

Reichsbankverwaltung  war  deshalb  unausgesetzt  bemüht,  die  Verwendung  des
Handelswechsels  im  geschäftlichen  Verkehr  durch  fortgesetzte  Anregungen  nach
Kräften  zu  fördern.  Selbstverständlich  konnte  sie  Diskontkredite  nur  für  volkswirtschaftlich
  notwendige  und  berechtigte  Zwecke  zur  Verfügung  stellen.  Kredite
zum  Zwecke  der  Spekulation,  zum  Aufkauf  von  Gold  und  Devisen  oder  zur
Anschaffung  von  Waren  über  den  normalen  Bedarf  hinaus  und  zur  Beschaffung
fehlenden  Anlagekapitals  waren  von  vornherein  ausgeschlossen.  Dementsprechend
hob  sich  der  Bestand  an  Handelswechseln  während  des  Jahres  1922  erheblich.
Während  der  Wechselbestand  der  Reichsbank  am  31.  Dezember  1921  nur
1  Milliarde  Mark  betragen  hatte,  war  er  bis  zum  31.  Dezember  1922  auf
422,2  Milliarden  Mark  gestiegen,  was  auch  unter  Berücksichtigung  der  starken
Geldentwertung  während  des  Jahres  eine  außerordentliche  Vermehrung  bedeutete.
  Gemessen  an  der  inneren  Kaufkraft  der  Mark,  betrug  der  Wert  der
Wechsel  trotz  ihres  Anwachsens  nur  etwa  40%  der  in  der  Vorkriegszeit  diskontierten
  Wechselbestände.  Dagegen  umfaßte  das  Portefenille  der  Reichsbank  fast
die  Hälfte  des  deutschen  Wechselumlaufs,  während  es  in  der  Vorkriegszeit  kaum
ein  Achtel  enthalten  hatte.  Gegenüber  dem  Bestande  an  Inlandswechseln
trat  das  Auslandswechselportefeuille  immer  mehr  zurück.  Das  Geschäft  in  Kurssicherungstratten
  stellte  die  Reichsbank  als  nicht  mehr  im  Bedürfnis  liegend  ein.

Im  Jahre  1923  wurde  durch  die  Besetzung  des  Ruhrgebietes  eine  Entwicklung
  eingeleitet,  die  das  Wirtschaftsleben  auf  das  allerschwerste  schädigte.  Der
passive  Widerstand  war  mit  der  Stillegung  zahlreicher  Betriebe  verbunden.  Aber
auch  die  weiterarbeitenden  Betriebe  mußten  in  Ermangelung  des  Absatzes  ihrer
Erzeugnisse  in  großem  Umfange  auf  Lager  arbeiten.  Die  Folge  war  ein  Anwachsen
  des  Kreditbedürfnisses,  das  um  so  schwerer  wog,  als  die  privaten  Kreditinstitute
  in  der  Kreditgewährung  große  Zurückhaltung  übten.  Angesichts  der
dadurch  bedingten  schweren  Gefährdung  der  Wirtschaft  sah  sich  die  Reichsbank
veranlaßt,  den  Kreditanträgen  des  alt-  und  neubesetzten  Gebietes  entgegenzukommen.
  Für  die  Fälle,  in  denen  der  normale  Bankkredit  versagte,  trat  die
Hilfskasse  für  gewerbliche  Unternehmungen  ein.  Die  Reichsbank  arbeitete  mit
ihr  Hand  in  Hand  und  richtete  im  Interesse  einer  zweckmäßigen  Verteilung  der
Kredite  für  das  besetzte  Gebiet  an  geeigneten  Orten  dieses  Bezirks  besondere
Kreditberatungsstellen  ein.  Angesichts  der  immer  dringender  werdenden  Kreditbedürfnisse
  und  mit  Rücksicht  darauf,  daß  die  geschäftliche  Tätigkeit  der  Reichsdarlehnskassen
  im  besetzten  Gebiete  schwer  gefährdet  war,  entschloß  sich  die
Reichsbank  zur  Einrichtung  eines  „Notlombards“.  Dies  geschah  in  der  Art,
        <pb n="120" />
        112  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1916—1923)

daß  den  einzelnen  Bankanstalten  ein  bestimmter  Betrag  zur  Bewilligung  von
Lombarddarlehnen  zur  Verfügung  gestellt  wurde  und  gleichzeitig  der  Kreis  der
zur  Beleihung  zugelassenen  Pfandobjekte  eine  wesentliche  Erweiterung  erfuhr,
indem  auch  gute  Aktien,  Kuxe  solider  Unternehmungen  und  unter  Umständen
sogar  sichere  Hypotheken  als  beleihbar  erklärt  wurden.  Auch  die  Lombardierung
von  Waren  in  der  Form  der  Sicherungsübereignung  wurde  zugelassen.  Ermöglicht
  wurde  die  Einrichtung  des  „Notlombards“  durch  die  Bestellung  eines
Generalpfandes  von  seiten  des  Reichs.  Um  sicherzustellen,  daß  die  Notlombardkredite
  lediglich  zwecks  Weiterführung  der  Betriebe  Verwendung  fanden,  wurde
den  Reichsbankanstalten  empfohlen,  aus  der  Zahl  vertrauenswürdiger  Banken
und  Bankiers  und  unter  Hinzuziehung  der  Handelskammern  oder  anderer  geeigneter
  kaufmännischer  Kreise  örtliche  Kreditausschüsse  zu  bilden,  welche  die
Kreditanträge  zu  begutachten  hatten.  Vereinzelt  erfolgte  die  Krediterteilung  in
der  Art,  daß  geeigneten  Banken  und  Bankiers  Kredite  zwecks  weiterer  Krediterteilung
  unter  eigenem  Obligo  zur  Verfügung  gestellt  wurden.

Abgesehen  von  diesem  Notlombard  und  dem  unten  erörterten  wertbeständigen
  Lombard  hielt  sich  der  Lombardverkehr  in  engen  Grenzen.  Das
Nähere  vergleiche  Tabellen  40  bis  42.  .

Neben  der  Sonderhilfe  für  die  besetzten  Gebiete  nahm  die  Finanzierung
der  Versorgung  des  deutschen  Volkes  mit  den  notwendigen  Lebensmitteln  die
Reichsbank  stark  in  Anspruch.  In  den  ersten  Monaten  des  Jahres  1923  war  die
Ablieferung  des  Umlagegetreides  durch  Kreditunterstützung  der  Kommunalverbände
  zu  bewerkstelligen.  Im  Herbst  wieder  mußten  Umschlagskredite  für
die  Winterversorgung  der  städtischen  Bevölkerung  mit  Kartoffeln  und  Kohlen
bereitgestellt  werden.  Gas=  und  Elektrizitätswerken  sowie  anderen  lebenswichtigen
  Betrieben  war  die  Sicherstellung  ihres  Kohlenbezuges  zu  ermöglichen.

Alles  das  führte  zu  einer  außerordentlichen  Kreditanspannung,  die  erst
etwas  nachließ,  als  nach  Einstellung  des  passiven  Widerstandes  verschiedene
Kreditversorgungsmaßnahmen  abgebaut  werden  konnten.  Die  umfangreiche
Kreditgewährung  an  den  Verkehr,  die  zu  der  oben  erörterten  außerordentlichen
Kreditgewährung  an  das  Reich  hinzutrat,  führte  zu  einem  immer  stärkeren  Anschwellen
  des  Notenumlaufs,  das  an  sich  schon  inflationistisch  wirken  mußte,  das
aber  in  Verbindung  mit  einem  noch  weit  stärkeren,  jedes  Maß  übersteigenden
Anwachsen  des  sogenannten  Notgeldumlaufs  eine  rapide  fortschreitende  Entwertung
  der  Mark  zur  Folge  hatte.  Die  Markentwertung  mußte  zur  Entnahme
von  Krediten  anreizen,  die  lediglich  die  Erzielung  von  Kursgewinnen  bezweckte.
        <pb n="121" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mart  (1918—1923)  113

Um  dem  vorzubeugen,  ordnete  die  Reichsbankverwaltung  äußerste  Restriktion
der  Kredite  auf  das  Maß  des  wirtschaftlich  unbedingt  Gebotenen  an  und  ging
Mitte  August  1923  zur  Bewilligung  wertbeständiger  Kredite  über.  Der  Anwendung
  dieser  Kreditform  im  Wechseldiskontverkehr  standen  allerdings  damals
noch  sehr  erhebliche  Bedenken  entgegen,  die  der  Hauptsache  nach  auf  technischen
und  sonstigen  praktischen  Schwierigkeiten  beruhten.  Die  Kreditgewährung
erfolgte  deshalb  ganz  überwiegend  in  der  Form  des  wertbeständigen  Lombards,
und  zwar  in  der  Hauptsache  auf  dem  Wege  der  Beleihung  von  Wechseln.  Die
Handhabung  geschah  in  der  Weise,  daß  der  Schuldner  sich  verpflichten  mußte,  bei
Fälligwerden  des  Lombards  außer  der  Darlehnssumme  nebst  Zinsen  noch  einen
Entwertungszuschlag  in  Höhe  von  /  der  zwischen  der  Entnahme  und  der  Rückzahlung
  des  Darlehns  eingetretenen  Entwertung  zu  bezahlen.  Die  Zahlung  der
evtl.  Entwertungssumme  wurde  durch  Bestellung  von  Nebensicherheiten  gewährleistet.
  Das  in  einer  Wertsteigerung  der  Markvaluta  liegende  mögliche  Risiko
hatte  der  Schuldner  zu  übernehmen,  da  die  Reichsbank  bei  Rückzahlung  des
Darlehns  mindestens  den  ihrerseits  gezahlten  Notenbetrag  wieder  erhalten
mußte,  wenn  die  Notendeckung  nicht  in  Frage  gestellt  werden  sollte.  Das  (nicht
wertbeständige)  Diskontgeschäft  wurde  grundsätzlich  auf  reine  Warenwechsel
mit  einer  Laufzeit  von  höchstens  10  Tagen  beschränkt.  Darüber  hinaus  ging  die
Reichsbank  nur  in  Fällen,  in  denen  das  öffentliche  Interesse  die  Gewährung
eines  Kredites,  beispielsweise  zu  Zwecken  der  Volksernährung,  gebieterisch
erheischte.  Hier  wurde  ein  Teil  des  Gesamtkredits  als  nicht  wertbeständiger  Diskontkredit
  mit  einer  Laufzeit  bis  zu  höchstens  20  Tagen,  der  Rest  als  wertbeständiger
  Lombardkredit  bewilligt.  Erst  im  Laufe  des  Dezember  waren  die  Schwierigkeiten
  überwunden,  welche  einer  Umstellung  des  Diskontgeschäfts  auf  die  Wertbeständigkeit
  entgegenstanden.  Mit  der  Einführung  des  wertbeständigen  Diskontgeschäfts
  hatten  alle  Kreditnehmer,  auch  diejenigen  im  Lombardverkehr,  das
Risiko  der  Valuta-Entwertung  voll  zu  tragen.  In  Anbetracht  der  Stabilisierung
der  Mark  ist  dieses  Risiko  nicht  praktisch  geworden.

Bei  Einführung  der  wertbeständigen  Form  im  Diskont=  und  Lombardverkehr
  erschien  eine  Differenzierung  der  wertbeständigen  und  der  nicht  wertbeständigen
  Kreditgeschäfte  hinsichtlich  der  Höhe  des  Zinsfußes  aus  Billigkeitsrücksichten
  geboten.  Um  diese  Differenzierung  auf  eine  unanfechtbare  Rechtsgrundlage
  zu  stellen,  beantragte  die  Reichsbankleitung  den  §  15  Satz  1  des  Bankgesetzes,
  der  nur  von  einem  Zinssatz  spricht,  entsprechend  zu  ändern.  Demgemäß
  erhielt  er  durch  Gesetz  über  die  Anderung  des  Bankgesetzes  vom

1.  Teil  6
        <pb n="122" />
        114  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

10.  Oktober  1923  (RGBl.  II  S.  396)  die  Fassung:  „Die  Reichsbank  hat  jeweilig
die  Prozentsätze  öffentlich  bekannt  zu  machen,  zu  welchen  sie  diskontiert  (§  13,2)
oder  zinsbare  Darlehne  erteilt  (§  13,  3)“".  Auf  Grund  dieses  Gesetzes  galten
in  der  Zeit  vom  29.  Dezember  1923  bis  zum  29.  Januar  1924  verschiedene  Zinssätze
  für  wertbeständige  und  nicht  wertbeständige  Diskontkredite.

Diskont-  -  .  *  Z„
und  gon  Der  Diskont=  und  der  Lombardsatz  für  die  Jahre  1919—1923  stellte  sich

wie  folgt:
Bis  zum  27.  7.  1922  5%  für  Diskontierungen  und  6%  für  Lombarddarlehne

vom  28.  7.  bis  27.  8.  1922  6%  „  „  „  7½  „  »
»28.8.,.20.9.192270,.-«»»  »  „  8%  „  ç„
„  21.  9.  „  12.  11.  1922  8%  „  „  9%  „  »
»13.11.22»17.1.192310»,-«»»  „  „  11%  „  "
„  18.  1.23  „  22.  4.  1923  12%  „  „  „  13%  „  „
„  23.  4.  ,,  1.  8.  1923  18%  „  „  „  19%  „  „
„  2.  8.  14.  9.  1923  30%  „  „  „  31%  „  „

Vom  15.  September  1923  bis  29.  Januar  1924  betrug  der  Satz  90/  für
Diskontierungen  ohne  Entwertungsklausel.  Für  Lombarddarlehne  ohne  Entwertungsklausel
  galt  vom  15.  September  bis  7.  Oktober  der  Satz  von  31%  zuzüglich
  von  /%  Gebührenzuschlag  für  jeden  Tag  und  vom  8.  Oktober  1923  bis
29.  Januar  1924  der  Satz  von  108/.  Für  wertbeständige  Lombarddarlehne  war
für  die  Zeit  vom  15.  September  bis  28.  Dezember  1923  der  Satz  von  10%  und  vom
29.  Dezember  1923  ab  der  Satz  von  127  festgesetzt,  während  der  Satz  für  wertbeständige
  Diskontierungen  vom  29.  Dezember  1923  ab  10%  betrug.  Seit  dem
29.  Januar  1924  hat  sich  angesichts  der  Stabilität  der  Mark  eine  Differenzierung
wertbeständiger  und  nicht  wertbeständiger  Kreditgeschäfte  nicht  mehr  als  notwendig
  erwiesen.

Jahlungenict  Der  Zahlungsmittelbedarf  wuchs  während  der  letzten  Monate  des
umlauf  Jahres  1918  infolge  des  mangelnden  Vertrauens  in  die  künftige  Gestaltung

des  politischen  und  wirtschaftlichen  Lebens  in  ungeahntem  Maße,  und  die  mit

elementarer  Gewalt  sich  geltend  machenden  Ansprüche  des  Verkehrs  überstiegen

alle  Erwartungen.  Weite  Kreise  der  Bevölkerung  waren  dazu  übergegangen,
        <pb n="123" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Siabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  115

Zahlungsmittel  in  immer  größerem  Umfange  aufzuspeichern,  ohne  durch  ein
wirtschaftliches  Bedürfnis  dazu  genötigt  zu  sein.  Handel=  und  Gewerbetreibende,
kleinere  und  größere  Kapitalisten  hoben  namentlich  seit  etwa  Anfang  Oktober
Guthaben  bei  Banken,  Bankfirmen,  Sparkassen  und  Genossenschaften  ab,  um
das  bare  Geld  aufzubewahren.  Was  von  seiten  der  Reichsbank  geschehen  konnte,
um  dem  Zahlungsmittelbedarf  zu  genügen,  geschah.  Die  Verausgabung  der
vorsorglich  angesammelten  großen  Reservebestände  an  papiernen  Geldzeichen
und  der  vorhandenen  Vorräte  an  Reichssilbermünzen  wurde  angeordnet.  Es
war  ein  besonders  unglückliches  Zusammentreffen,  daß  der  Geldbedarf  sich  einerseits
  unmittelbar  an  den  schon  ungewöhnlich  großen  Ultimobedarf  des  September
  anschloß,  und  daß  andererseits  die  Reichsdruckerei  in  den  voraufgegangenen
  Wochen  infolge  Einziehung  einer  größeren  Anzahl  ihrer  Arbeiter
zum  Heeresdienst  und  infolge  Erkrankung  mehrerer  weiterer  Hunderte  außer
Stand  gesetzt  war,  die  von  der  Reichsbank  erteilten  Druckaufträge  auch  nur
annähernd  auszuführen.  Obwohl  hierin  alsbald  Abhilfe  geschaffen  wurde,  erschien
  es  der  Bankleitung  doch  angebracht,  eine  größere  Zahl  von  Privatdruckereien
  mit  der  Herstellung  einer  neuen  Reichsbanknote  zu  50  Mark  im  Buchdruckverfahren
  zu  beauftragen,  deren  Druck  und  Kontrolle  von  der  Reichsbank
selbst  organisiert  wurde,  und  von  der  sich  in  kürzester  Zeit  große  Beträge  anfertigen
  ließen.  Da  diese  Noten  unter  den  gegebenen  Umständen  gegen
Fälschungen  nicht  so  gut  gesichert  werden  konnten  wie  die  übrigen  Reichsbanknoten,
  wurde  ihr  Aufruf  und  ihre  Einziehung  unter  Umtausch  gegen  andere  gesetzliche
  Zahlungsmittel  zum  1.  März  1919  ausdrücklich  vorbehalten.  Daneben
sind  schon  in  den  ersten  Oktobertagen  überall  da,  wo  die  Gefahr  einer  wachsenden
Zahlungsmittelnot  besorgt  werden  konnte,  die  Kommunen  auf  Veranlassung  der
Reichsbank  angeregt  worden,  die  Ausgabe  von  Notgeld  in  Scheinen  bis  zur  Höhe
von  50  Mark  mit  möglichster  Beschleunigung  vorzubereiten.  Die  große  Mehrzahl
  der  angegangenen  Städte  ist  dieser  Aufforderung  nachgekommen.  Die
Reichsbank  übernahm  die  Hälfte  der  Herstellungskosten  sowie  der  durch
Fälschungen  entstehenden  Schädigungen  und  stellte  ihre  Kasseneinrichtungen  für
Ausgabe,  Einlösung  und  Umtausch  des  Notgeldes  zur  Verfügung.

Die  damals  von  den  Kommunen  zur  Ausgabe  beschlossene  Summe
bezifferte  sich  insgesamt  auf  rund  2  Milliarden  Mark,  von  denen  allerdings  ein
erheblicher  Teil  nicht  ausgegeben  zu  werden  brauchte.  Als  Höchstumlaufssumme
ermittelte  die  Reichsbank  die  Ziffer  von  1486,6  Millionen  Mark  (am  15.  Januar
  1919).  Am  31.  Mai  1919  waren  hiervon  nur  noch  rund  189,6  Millionen

.
        <pb n="124" />
        116  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

Mark  im  Umlauf.  Die  Kosten,  die  der  Reichsbank  dadurch  erwachsen  sind,  daß
sie  die  Hälfte  der  Herstellungsausgaben  und  der  durch  Fälschungen  entstandenen
Verluste  übernahm,  hielten  sich  in  engen  Grenzen.

Um  inzwischen  sofort  und  gleichmäßig  über  das  ganze  Land  eine  größere
Menge  an  Zahlungsmitteln  bereitzustellen,  wurden  außerdem  durch  Bundesratsverordnung
  vom  22.  Oktober  1918  (RGBl.  S.  1257)  die  am  2.  Januar  1919
fälligen  Zinsscheine  der  5%  gen  Kriegsanleihen  bis  zu  diesem  Fälligkeitstage,  zu
dem  sie  wie  immer  gegen  andere  gesetzliche  Zahlungsmittel  eingelöst  wurden,  zum
gesetzlichen  Zahlungsmittel  erklärt.  Die  vier  Privatnotenbanken  verstärkten  ihre
Notenausgabe  bis  an  die  Grenze  der  Zulässigkeit.  Die  Bayerische  und  die
Württembergische  Notenbank  erhielten  auf  gesetzlichem  Wege  die  Ermächtigung,
diese  Grenze  sogar  wesentlich  zu  erhöhen.  Unter  dem  Zwange  der  Verhältnisse
sahen  sich  die  Bayerische  Notenbank  und  die  Badische  Bank  genötigt,  die  gesetzlichen
  Vorschriften  für  die  Notenausgabe  vorübergehend  zu  überschreiten.

Erwähnung  verdient  hier  ferner,  daß  die  Inhaber  verschlossener  Depots
bei  Banken,  Bankgeschäften,  Sparkassen  und  Genossenschaften  auf  Veranlassung
des  Reichsbank-Direktoriums  allgemein  zur  Unterzeichnung  einer  Erklärung  angehalten
  wurden,  in  der  sie  versichern  mußten,  daß  deutsche  Zahlungsmittel
(Gold-  oder  Silbergeld,  Banknoten,  Reichs=  oder  Darlehnskassenscheine)  in  dem
von  ihnen  der  Bank  usw.  zur  Verwahrung  übergebenen  verschlossenen  Depositum
nicht  enthalten  seien.

Trotz  dieser  Maßnahmen  gelang  es  erst  allmählich,  den  dringenden
Zahlungsmittelbedarf  der  Wirtschaft  zu  decken,  zumal  erhebliche  Bargeldsummen
in  dem  infolge  der  Blockade  sich  fortsetzenden  Schleichhandel  festgelegt  wurden,
andere  zur  Bezahlung  legitimer  und  illegitimer  Einfuhren  oder  zum  Zwecke
der  Vermögensverschiebung  ins  Ausland  flossen.  Seitens  des  Verkehrs  wurden
ferner  zeitweilig  die  baren  Kassenbestände  deswegen  weit  über  das  sonst  übliche
Maß  ausgedehnt,  weil  infolge  von  Bankbeamtenstreiks  nicht  mit  regelmäßiger
oder  ausreichender  Lieferung  von  Zahlungsmitteln  gerechnet  werden  konnte
oder  weil  aus  sonstigen  Gründen  die  Gefahr  einer  Schließung  von  Bankunternehmungen
  bestand.  Weiterhin  erschwerten  die  mit  dem  Waffenstillstand  zusammenhängenden
  Verpflichtungen  die  Bereitstellung  der  notwendigen  Zahlungsmittel.
  So  mußte  das  Reich  auf  Grund  des  Waffenstillstandsvertrages  erhebliche
Zahlungen  an  die  feindlichen  Besatzungsbehörden  leisten.  Mehr  als  1½  Milliarden
  Mark  Reichsbanknoten  mußten  nach  Belgien  als  Ersatz  für  die  im  Kriege
aus  dem  besetzten  Gebiete  nach  Deutschland  überführten  und  hier  gut-
        <pb n="125" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  117

geschriebenen  Beträge  zurückgebracht  werden.  Erst  im  dritten  Vierteljahr  1919
lenkte  der  Zahlungsmittelbedarf  in  etwas  ruhigere  Bahnen  ein,  um  im  letzten
Vierteljahr  von  einer  neuen  Zahlungsmittelnot  abgelöst  zu  werden.

Es  stellte  sich  die  Notwendigkeit  heraus,  die  mit  dem  Datum  vom  20.  Oktober
  1918  im  Buchdruckverfahren  hergestellte  Hilfsbanknote  zu  50  Mark  wegen  vorgekommener
  Fälschungen  einzuziehen.  Die  Note  verlor  am  10.  September  1919die
Eigenschaft  als  gesetzliches  Zahlungsmittel.  An  ihre  Stelle  trat  eine  zweite  Hilfsbanknote
  mit  dem  Datum  vom  30.  November  1918.  Auch  diese  Note  mußte
angesichts  der  für  die  Reichsdruckerei  bestehenden  Unmöglichkeit,  die  für  den
gesteigerten  Zahlungsverkehr  erforderliche  Menge  an  Geldzeichen  zu  beschaffen,
unter  Inanspruchnahme  von  Privatdruckereien  angefertigt  werden  und  war
daher  gegen  Fälschungen  nicht  so  gut  gesichert  wie  die  übrigen  Reichsbanknoten.
Sie  verfiel  der  Einziehung  und  verlor  am  31.  Januar  1921  ihre  Eigenschaft  als
gesetzliches  Zahlungsmittel.  Schon  im  Jahre  1919  wurde  daher  die  Herstellung
einer  weiteren  neuen  50-Mark-Note  in  Angriff  genommen,  und  zwar  nach  einem
besonderen  von  der  Druckerei  der  Osterreichisch-Ungarischen  Bank  erfundenen
Verfahren.  Die  teils  in  Wien,  teils  in  Berlin  hergestellten  Noten  konnten  im
Laufe  des  Monats  November  1919  in  den  Verkehr  gegeben  werden.

Mit  der  in  den  folgenden  Jahren  rasch  zunehmenden  Entwertung  der
Währung  und  der  durch  sie  veranlaßten  Preissteigerung  wurde  trotz  aller  erdenklichen
  Vorkehrungen  der  Reichsbank  die  Versorgung  des  Verkehrs  mit  den
Zahlungsmitteln,  deren  er  bedurfte,  immer  schwieriger.

Schon  im  Herbst  des  Jahres  1920  war  die  Reichsbank  genötigt,  zur
Deckung  des  Zahlungsmittelbedarfes  zwei  weitere  Reihen  der  Hilfsbanknote  mit
dem  Datum  vom  24.  Juni  1919,  von  der  die  beiden  ersten  Reihen  bereits  im
Jahre  1919  ausgegeben  waren,  in  den  Verkehr  zu  setzen,  denen  sich  im  Dezember
neue  Reichsbanknoten  zu  100,  50  und  10  Mark  anschlossen.

Auch  der  Mangel  an  kleinem  Geld,  der  sich  schon  im  Jahre  1919  in
unliebsamer  Weise  bemerkbar  gemacht  hatte,  bestand  im  Jahre  1920,  insbesondere
  in  dessen  erster  Hälfte,  unverändert  fort,  obwohl  das  Reichsfinanzministerium
  die  Münzstätten  veranlaßt  hatte,  bis  zur  äußersten  Grenze  ihrer
Leistungsfähigkeit  5-,  10-  und  20-Pfennigstücke  aus  Metall  zu  prägen  und  an
die  Reichsbank  zwecks  Überleitung  in  den  Verkehr  abzuliefern.  Die  weitere
Ausprägung  von  1-  und  2-Pfennigstücken  wurde  eingestellt,  da  die  Herstellungskosten
  weit  über  den  Nennwert  der  Münzen  hinausgingen  und  diese  nach  wie
vor  von  der  Bevölkerung  dem  Verkehr  entzogen  und  anderweitig  verwertet  wurden.
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        118  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

Im  Laufe  des  zweiten  Halbjahres  1920  ließ  sich  die  Ausprägung  von  50-Pfennigstücken
  aus  Aluminium  so  weit  fördern,  daß  die  Nachfrage  des  Verkehrs  im  allge—
meinen  befriedigt  und  sogar  an  die  allmähliche  Einziehung  der  noch  im  Umlauf  befindlichen
  kommunalen  Notgeldscheine  zu  50  und  25  Pfennig  herangetreten  werden
konnte.  Die  Herstellung  von  10=  und  5-Pfennigstücken  war  indes  trotz  ihrer
sehr  erheblichen  Steigerung  in  einer  dem  Bedarf  genügenden  Menge  nicht
möglich.  Im  Jahre  1921  wurden  die  Münzprägungen  in  verstärktem  Umfange
fortgesetzt.

Diese  Maßnahmen  hatten  den  Erfolg,  daß  der  Verkehr  mit  den  zur  Verfügung
  stehenden  Scheidemünzen  im  großen  und  ganzen  auskommen  konnte.
Im  Interesse  der  Einheitlichkeit  des  Geldwesens  wurde  nunmehr  auf  eine  Einziehung
  der  im  Umlauf  befindlichen  Notgeldzeichen  hingewirkt.  Der  preußische
Minister  für  Handel  und  Gewerbe  wies  die  Regierungspräsidenten  bereits  mit
Verfügung  vom  24.  Februar  1921  (HMl.  S.  57)  an,  eine  Neuausgabe  von
Ersatzwertzeichen  nach  Lage  der  Dinge  nur  noch  nach  sorgfältiger  Prüfung  der
Bedürfnisfrage  und  nur  in  besonderen  Ausnahmefällen  zuzulassen.

In  der  ersten  Hälfte  des  Jahres  1922  war  der  Zahlungsmittelbedarf
verhältnismäßig  ruhig.  Die  Zunahme  des  Umlaufs  an  Zahlungsmitteln  bewegte
sich  infolge  des  während  dieser  Zeit  einigermaßen  konstant  gebliebenen  Geldwertes
  im  Rahmen  der  letzten  Monate  des  Jahres  1921.  Im  dritten  und
namentlich  im  vierten  Vierteljahr  1922  nahm  der  Bedarf  aber  im  Zusammenhang
mit  dem  Sturz  der  Markwährung  ganz  außerordentliche  Dimensionen  an.

Da  die  Anforderungen  an  Zahlungsmitteln  in  außergewöhnlichem  Ausmaß
  und  mit  großer  Plötzlichkeit  auftraten,  ließen  sich  vorübergehend  Störungen
in  der  Abwicklung  des  Geldverkehrs  nicht  ganz  vermeiden,  insbesondere,
da  die  Anfang  Juli  einsetzende  Krise  durch  einen  Streik  in  der  Reichsdruckerei
  verschärft  wurde,  der  einen  beträchtlichen  Ausfall  der  Notenherstellung
mit  sich  brachte.  Die  Maßnahmen,  die  alsbald  zur  Befriedigung  des  ganz  außerordentlich
  steigenden  Bedarfs  an  Zahlungsmitteln  mit  größter  Beschleunigung
in  die  Wege  geleitet  wurden,  bezogen  sich  auf  die  organisatorische  und  auf  die
technische  Seite  des  Problems.  In  organisatorischer  Hinsicht  wurde  zunächst  der
Betrieb  der  Reichsdruckerei  leistungsfähiger  gestaltet,  und  zwar  durch  Einlegung
einer  dritten  Arbeitsschicht  und  durch  Ausdehnung  der  Notendruckabteilung,
soweit  es  die  Räumlichkeiten  zuließen.  Außerdem  wurde,  wie  während  der
Zahlungsmittelkrise  Ende  1918,  wieder  eine  Reihe  von  Privatdruckereien  zur
Herstellung  der  besonders  dringlich  gebrauchten  Notenabschnitte,  namentlich
        <pb n="127" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  119

derjenigen  zu  1000  Mark,  herangezogen.  Die  Zahl  dieser  privaten  Anstalten  belief
sich  am  Jahresende  auf  26,  die  täglich  Notenmengen  in  Höhe  von  17  bis  18  Milliarden
  Mark  zur  Ablieferung  brachten.  Die  auf  den  Notendruck  bezüglichen
technischen  Maßnahmen  bewegten  sich  in  der  Richtung  einer  Vereinfachung  sowie
Beschleunigung  des  Herstellungsverfahrens  und  der  Schaffung  neuer  dem  gesunkenen
  Geldwert  angepaßter  Notenabschnitte.

Zwecks  Vereinfachung  des  Druckverfahrens  erschien  es  angebracht,  das
zeitraubende  Kupferdruckverfahren  mehr  und  mehr  durch  den  technisch  einfacheren,
  aber  infolge  neuer  Methoden  einen  hervorragenden  Schutz  gegen  Nachahmungen
  bietenden  Buch=  und  Farbendruck  zu  ersetzen.

Das  Kupferdruckverfahren  war  bis  zum  Beginn  des  Weltkrieges  fast  ausschließlich
  angewendet  worden.  Diese  Druckart,  die  zwar  erheblich  teurer  und
zeitraubender  als  das  Buchdruckverfahren  war,  ermöglichte  es,  den  Noten
eine  gewisse  Gediegenheit  in  der  Ausstattung  zu  geben  und  durch  Wiedergabe
zeichnerischer  Feinheiten  jedes  Stück  zu  einem  kleinen  graphischen  Kunsterzeugnis
zu  gestalten.  Der  einprägsame  ornamentalische  Schmuck  (Bildnisse  und
Guillochen)  sowie  die  tiefen,  satten  Farben  gewährten  in  Verbindung  mit  den  in
Papier  eingebetteten  farbigen  Pflanzenfasern,  dem  Kopfwasserzeichen,  der
Riffelung  und  anderen  Sicherungen  einen  bedeutsamen  Schutz  gegen  Nachahmungen.
  Bei  der  Herstellung  der  Banknoten  über  100  Mark  (V.  Ausgabe)
wirkte  überdies  verteuernd  der  Umstand,  daß  das  zu  den  Noten  erforderliche
Papier  nach  dem  ältesten  Papierbereitungsverfahren  an  der  Bütte  mit  der  Hand
geschöpft  und  weiterbearbeitet  werden  mußte.  Dazu  waren  neben  dem  geübten
Personal  eine  Reihe  besonderer  Einrichtungen  nötig.

Der  übergang  vom  Kupferdruck  zum  Buchdruck  vollzog  sich  nach  und  nach.
In  der  ersten  Kriegszeit  wurde  z.  B.  bei  den  Darlehnskassenscheinen  die  Vorderseite
  zunächst  noch  in  Kupferdruck,  die  Rückseite  jedoch  schon  in  Buchdruck  ausgeführt.
  Der  steigende  Zahlungsmittelbedarf  zwang  dann  dazu,  die  kleinen
Werte  nur  noch  in  Buchdruck,  die  höheren  in  Kupferdruck  oder  durch  Kombination
beider  Verfahren  herzustellen.  Einen  weiteren  Übergang  zum  reinen  Buchdruck
bildeten  die  Noten  zu  10  Mark  (von  Marcus  Behmer)  und  zu  100  Mark  (von
Prof.  Hadank),  die  1921  in  den  Verkehr  kamen.

Die  stetig  fortschreitende  Inflation  zwang  schließlich  im  Frühjahr
  1922  zur  völligen  Einstellung  des  kostspieligen  und  langsam  arbeitenden
Kupferdrucks.  Den  erhöhten  Anforderungen  blieben  lediglich  die  Buchdruckschnellpressen
  und  die  Rotationsmaschinen  gewachsen.  Das  Papier  wurde
        <pb n="128" />
        120  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

auf  der  Papiermaschine  nur  noch  in  Rollen  mit  Faserstreifen,  Wasserzeichen
  und  zum  Teil  auch  mit  farbigem  Stoffauflauf  hergestellt.  Für  die
weitere  Verarbeitung  in  der  Buchdruckschnellpresse  wurde  dann  das  Papier  zu
Bogen  zerschnitten.  Die  als  Massendrucksachen  und  mit  größter  Beschleunigung
in  ununterbrochener  Folge  der  Arbeitsschichten  hergestellten  Noten  konnten  naturgemäß
  in  keiner  Weise  den  Ansprüchen  genügen,  die  an  ein  gutes  Zahlungsmittel
gestellt  werden  müssen.  Die  hauptsächliche,  vielfach  einzige  Sicherung  bildete
das  Wasserzeichenpapier  mit  farbigem  Stoffauflauf  und  Faserstreifen.

Die  mit  dem  Buchdruck  erzielten  guten  Ergebnisse,  vor  allem  die  bei
diesem  Verfahren  mögliche  rasche  Herstellung  der  Noten  ermöglichten  es,  im
Jahre  1923  die  Rentenbankscheine  und  im  Jahre  1924  auch  die  neuen  Reichsbanknoten
  im  Buchdruck  auszuführen.  Die  in  jahrelanger  Arbeit  und  Beobachtung
  gewonnenen  Erfahrungen  konnten  benutzt,  und  infolgedessen  Rentenbankscheine
  sowie  Reichsbanknoten  —  soweit  der  Buchdruck  und  die  unvermeidliche
  beschleunigte  Herstellung  es  überhaupt  zuließen  —  mit  allen  anwendbaren
Sicherungen  versehen  werden.

Neuerdings  wird  jedoch  beabsichtigt,  die  Reichsbanknoten  wieder  in
Kupfer=  oder  Stahldruck  in  Verbindung  mit  neuzeitlichen,  drucktechnischen  Schutzmaßnahmen
  herzustellen.

Wie  oben  bemerkt,  waren  die  im  einfachen  Buchdruck  hergestellten  Noten
gegen  Fälschungen  in  der  Hauptsache  nur  durch  Verwendung  eines  Papiers  mit
Wasserzeichen  und  Faserstreifen  gesichert.  Dieser  Umstand  bedingte  eine  Ergänzung
  des  §  4  des  Bankgesetzes,  inhalts  dessen  die  Reichsbank  verpflichtet  war,
Ersatz  für  beschädigte  Noten  zu  leisten,  wenn  der  Inhaber  mehr  als  die  Heälfte  der
vollständigen  Note  einreichte  oder  den  Nachweis  der  Vernichtung  des  nicht
eingereichten  größeren  Teils  führte.  Um  die  Bank  gegen  betrügerische  Manipulationen
  in  bezug  auf  die  Ersatzleistung  beschädigter  Buchdrucknoten  zu  sichern,
wurde  dem  genannten  Paragraphen  durch  Gesetz  über  die  Ersatzleistung  für
beschädigte  Reichsbanknoten  vom  24.  Juli  1922  (RBl.  II  S.  683)  als  Absatz  4
folgender  Zusatz  angefügt:

„Das  Reichsbank-Direktorium  kann  bestimmen,  daß  eine  Ersatzleistung
  für  beschädigte  Reichsbanknoten  nur  dann  zu  erfolgen  habe,  wenn
die  zur  Prüfung  der  Echtheit  erforderlichen  Merkmale,  wie  Wasserzeichen,
Faserstreifen,  Nummern  usw.  in  deutlich  erkennbarem  Zustand  auf  dem  vorgelegten
  Teil  der  Note  enthalten  sind.  Die  Bestimmung  ist  durch  das
Reichsgesetzblatt  zu  veröffentlichen.“
        <pb n="129" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  121

Auf  Grund  dieses  Gesetzes  erließ  die  Reichsbankleitung  in  der  Folge  eine
Reihe  von  Bekanntmachungen,  welche  die  Verpflichtung  der  Reichsbank  zur
Ersatzleistung  bei  beschädigten  Noten  regelten.

Die  immer  weiter  fortschreitende  Geldentwertung  führte  dazu,  die  bereits
im  Jahre  1921  vorbereiteten  Noten  zu  500,  5  000  und  10  000  Mark  im  Laufe
des  Jahres  1922  fertig  zu  stellen  und  auszugeben.  Zu  Beginn  des  Herbstes  1922
wurde  eine  einfach  ausgestattete  100-Mark-Note  in  Umlauf  gebracht.  Schwierigkeiten
  in  der  Beschaffung  des  für  den  Notendruck  geeigneten  Papiers  führten  zur
Herstellung  von  acht  verschiedenen  Serien  von  1000-Mark-Noten  mit  dem  Datum
vom  15.  September  1922.  "

Angesichts  der  plötzlich  hervorgetretenen  Schwierigkeiten  in  der  Versorgung
  des  Verkehrs  mit  papierenen  Zahlungsmitteln  ließ  es  sich  nicht  vermeiden,
vorübergehend  wieder  auf  die  Ausgabe  von  „Notgeld“  zurückzugreifen.  Als
Ausgabestellen  kamen  je  nach  den  örtlichen  Verhältnissen  in  dem  einen  Bezirk
besondere  zu  diesem  Zweck  zusammenwirkende  Industriegruppen,  in  anderen
Orten  die  Handelskammern,  in  wieder  anderen  sonstige  öffentliche,  insbesondere
kommunale  Korporationen  in  Betracht.  Der  Reichsminister  der  Finanzen,  der
zufolge  des  Gesetzes  vom  17.  Juli  1922,  betreffend  die  Ausgabe  und  Einlösung
von  Notgeld  (RGBl.  I  S.  693),  seine  Genehmigung  zu  solchen  Ausgaben  im
Einvernehmen  mit  der  in  Frage  kommenden  obersten  Landesbehörde  zu  erteilen
hatte,  erklärte  sich  in  Ansehung  der  vielfach  bestehenden  Notlage  bereit,  dahingehenden
  Gesuchen  zu  entsprechen.  Die  Genehmigung  wurde  in  der  Hauptsache
davon  abhängig  gemacht,  daß  die  Ausgabe  von  Abschnitten,  die  über  mehr  als
1000  Mark  lauteten,  nicht  erfolge  und  der  Antragsteller  den  Gegenwert  des  ausgegebenen
  Notgeldes  abzüglich  der  Kosten  der  Herstellung  an  die  Reichskreditgesellschaft
  m.  b.  H.  in  Berlin,  welche  die  hinterlegte  Summe  verzinste,  überweise.
Die  Hinterlegung  des  Gegenwertes  sollte  eine  übermäßige  Ausgabe  von  Notgeld
verhindern.  Die  Laufzeit  des  Notgeldes  war  anfangs  nur  für  zwei  Monate
vorgesehen,  sie  ist  jedoch  in  den  meisten  Fällen  infolge  Anhaltens  der  Zahlungsmittelknappheit
  verlängert  worden.  Die  Gesamtsumme  des  umlaufenden  Notgeldes
  hat  damals  gegenüber  dem  Gesamtzahlungsmittelumlauf  keine  nennenswerte
  Rolle  gespielt.  Ende  Dezember  1922  dürften  etwa  20  Milliarden  Mark
Notgeld  sich  im  Umlauf  befunden  haben.

Im  Jahre  1923  stellte  die  technische  Bewältigung  der  Versorgung  des
Verkehrs  mit  Zahlungsmitteln  nie  zuvor  erlebte  Anforderungen  an  die  Bank.
Außer  der  Reichsdruckerei,  bei  der  zeitweise  mehr  als  7500  Personen  allein  im
        <pb n="130" />
        122  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

Geldbetriebe  beschäftigt  waren,  arbeiteten  84  Druckereien  unmittelbar,  60  weitere
Druckereien  mittelbar  (d.  h.  als  Hilfsdruckereien  für  den  Reichsdruckereibetrieb)
für  den  Notendruck.  über  30  Papierfabriken  waren  in  Vollbetrieb  für  die
Papierbeschaffung  tätig.  Gedruckt  wurden  rund  10  Milliarden  Geldzeichenstücke
im  Nennbetrage  von  3877  Trillionen  Mark.  29  galvanoplastische  Anstalten
lieferten  dazu  400  000  Druckplatten.  Die  Hauptschwierigkeit  bei  der  Notenbeschaffung
  bestand  in  der  schnellen  Umstellung  der  Druckpressen  und  der  Papierfabriken,
  die  durch  die  sich  überstürzende  Entwertung  der  umlaufenden  Noten
und  ihre  immer  wiederholte  Ergänzung  durch  Abschnitte  höherer  Neunwertziffern
  notwendig  wurde.  Während  die  Industriereviere  für  Löhnungszwecke
noch  kleine  Abschnitte  benötigten,  wurden  in  Gegenden  mit  starkem  Handelsverkehr
  bereits  große  Stücke  gefordert;  so  mußten  zeitweise  kleinste  und  größte
Abschnitte  nebeneinander  gedruckt  werden.

Trotz  der  riesenhaft  anschwellenden  Ziffern  des  Nennwertes  der  Banknoten
  verkörperte  der  Notenumlauf  einen  von  Tag  zu  Tag  geringeren  Goldwert.
Dank  der  ungeheuer  gestiegenen  Umlaufsgeschwindigkeit  der  Geldzeichen  und
Bankguthaben  vermochte  die  Wirtschaft  schließlich  ihren  Verkehr  mit  einer  am
Goldwert  gemessenen  außerordentlich  niedrigen  Summe  von  Umlaufsmitteln  zu
bewältigen.  ÜUber  die  ziffernmäßige  Entwicklung  des  Notenumlaufs  sowie  über
seine  Zusammensetzung  gibt  Tabelle  12  Aufschluß.

Die  ungeheure  Ausdehnung  des  Notenumlaufs  verursachte  naturgemäß
hohe  Kosten  für  die  Banknotenanfertigung,  die  in  den  Jahren  1922/23  derart
anstiegen,  daß  sie  den  gesamten  übrigen  Unkostenetat  weit  hinter  sich  ließen.  Für
die  Anfertigung  von  Banknoten  mußten  folgende  Beträge  bereitgestellt  werden:

1919  26  Millionen  Mark

1920  37  „  „
1921  262  „  „
1922  6780  „  „

1923  32,8  Trillionen  Mark

Nicht  minder  schwierig  als  die  Herstellung  der  Banknoten  war  das  Zählgeschäft
und  die  Banknotenverteilung,  deren  Abwicklung  ohne  nennenswerte  Vermehrung
des  qualifizierten  eingearbeiteten  Kassenpersonals  bewältigt  werden  mußte.  In
Ermangelung  geeigneter  Zählkräfte  beschränkte  sich  die  Neueinstellung  auf  un—
geübtes  Hilfspersonal.  Die  Bankanstalten,  die  in  ruhigen  Zeiten  im  allge—
meinen  monatlich  einmal  mit  Zahlungsmitteln  beliefert  wurden,  mußten  bald
        <pb n="131" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  123

täglich  versorgt  werden.  Bei  dem  Umfang  der  Lieferungen  waren  Postsendungen
kaum  noch  möglich,  vielmehr  wurden  immer  häufiger  von  Beamten  der  Bank
begleitete  Bahntransporte  eingerichtet,  von  denen  oft  ein  einziger  Transport
mehrere  Waggons  umfaßte.  Die  Belieferung  des  besetzten  Rhein=  und  Ruhrgebiets
  unterlag  besonderen  Schwierigkeiten.  Den  Abriegelungsmaßnahmen  der
Gegner  zum  Trotz  gelang  es,  selbst  in  den  unruhigsten  Zeiten  die  Gebiete  mit
dem  Allernötigsten  zu  versorgen.  Da  Post  und  Eisenbahn  den  Betrieb  für  Wertsendungen
  einstellten,  war  die  Reichsbank  auf  sich  selbst  angewiefen.  Obschon
der  Transport  von  Platten  und  Druckpapier  in  das  besetzte  Gebiet  äußerst
erschwert  war,  konnte  im  Spätherbst  der  Notenbedarf  des  besetzten  Gebiets  an
Ort  und  Stelle  angefertigt  werden.  Der  Abbau  der  gesamten  für  den  Notendruck
aushilfsweise  eingestellten  Unternehmungen  im  besetzten  wie  im  unbesetzten
Deutschland  hat  sich  am  Jahresende  reibungslos  vollzogen.

Die  Rückflüsse  an  entwerteten,  zu  Zahlungszwecken  nicht  mehr  verwendbaren
  Notenabschnitten  stellten  an  die  Notenvernichtungsanlage  der  Reichsbank
die  höchsten  Anforderungen.  Schon  1915  war  die  ursprüngliche  Notenverbrennung
  durch  ein  chemisches  Vernichtungsverfahren  ersetzt  worden,  welches
sich  jedoch  nicht  bewährt  hatte.  Ende  des  Jahres  1919  ging  die  Reichsbank
daher  zu  einem  neuen  Notenvernichtungsverfahren,  dem  System  Dr.  Wurster,
über.  Nach  diesem  System  werden  die  Noten  durch  einen  bei  der  Firma  Ortenbach
  &amp;amp;  Vogel,  Maschinenfabrik  A.-G.  in  Bitterfeld,  hergestellten,  völlig  betriebssicheren
  Papierzerfaserer  maschinell  in  kleinste  Teile  zerrissen  und  unter  Zugabe
warmen  Wassers  in  einen  Brei  verwandelt,  der  einen  zur  Herstellung  von
Pappen  oder  Packpapier  sehr  geeigneten  Rohstoff  abgibt.  Diese  Vernichtungsmethode
  hatte  sich  so  bewährt,  daß  auch  auswärtige  Zentralnotenbanken  sie  angenommen
  haben.  Trot  der  außerordentlichen  Leistungsfähigkeit  der  Maschine,
die  in  einer  Arbeitsstunde  300  bis  450  kg  Notenpapier  vernichtete,  war  es  der
Reichsbank  im  Laufe  der  Zeit  nicht  mehr  möglich,  die  in  immer  größerem  Maße
zurückströmenden  Notenabschnitte,  die  bald  alle  Tresore  überfüllten,  zu  vernichten.
Die  Vernichtungsvorschriften  mußten  daher  in  verschiedenen  Punkten  abgeändert
werden.  Mit  Zustimmung  der  Reichsschuldenkommission,  deren  Kontrolle  die
Einziehung  und  Vernichtung  von  Reichsbanknoten  nach  §  16  des  Bankgesetzes
unterstellt  war,  wurden  die  kleinsten  Abschnitte  von  den  Bankanstalten  direkt
einer  örtlichen  Papier=  oder  Pappenfabrik  zugeführt,  wo  ihre  Vernichtung  unter
Aufsicht  erfolgte.  Zwecks  Entlastung  der  Bankkassen  wurde  mit  dem  Reichspostministerium
  vereinbart,  daß  die  Postanstalten  bei  ihnen  sich  sammelnde  Mengen
        <pb n="132" />
        124  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

an  für  den  Umlauf  unbrauchbaren  Noten  in  gleicher  Weise  vernichten  ließen.
Wo  Papierfabriken  fehlten,  wurde  die  Verbrennung  in  Heizungsanlagen
geeigneter  Betriebe  zugelassen.  Sobald  das  Gesetz,  betreffend  Verbot  des  Agiohandels
  mit  deutschen  Banknoten  und  Darlehnskassenscheinen  vom  1.  März  1919
(RGl.  S.  263)  durch  Verordnung  vom  13.  November  1923  (REl.  I  S.  1098)
aufgehoben  war,  wurde,  um  die  Abstoßung  der  unbrauchbaren  Geldmengen  zu
beschleunigen,  auch  ihr  Verkauf  als  Altpapier  aufgenommen.

Bei  den  riesenhaften  Geldanforderungen  war  die  Neuausgabe  von  Notgeld
  nicht  zu  vermeiden.  Besonders  im  besetzten  Gebiet,  das  von  der  Reichsbank
  bei  den  feindlichen  Maßnahmen  der  Besatzungstruppen  mit  Banknoten
allein  nicht  immer  ausreichend  versorgt  werden  konnte,  sah  sich  der  Zahlungsverkehr
  zunehmend  auf  den  behelfsmäßigen  Umlauf  von  Notgeld  angewiesen.

Um  eine  inflationistische  Wirkung  der  Notgeldausgabe  zu  verhindern,
wurden  auf  Grund  des  Gesetzes  vom  17.  Juli  1922  (RGBl.  I  S.  693)  wiederum
die  Bedingungen  gestellt,  daß  der  Gegenwert  des  ausgegebenen  Notgeldes  unter
Kürzung  der  Druckkosten  pp.  an  die  Reichskreditgesellschaft  m.  b.  H.  in  Berlin
überwiesen  oder  das  Notgeld  zur  Ausgabe  einer  Reichsbankanstalt  übergeben
und  dort  in  Reichsschatzanweisungen  angelegt  werden  mußte.  Guthaben  wie
Schatzanweisungsdepots  wurden  für  das  Reichsfinanzministerium  gesperrt  und
erst  bei  Aufruf  des  Notgeldes  wieder  freigegeben.  Die  Strafbestimmungen  gegen
unbefugte  Notgeldausgabe  wurden  durch  Verordnung  vom  26.  Oktober  1923
(Rl.  I  S.  1065)  energisch  verschärft.  Diese  Verordnung  ließ  zugleich  die
Ausgabe  von  wertbeständigem  Notgeld  zu,  das  auf  Goldmark  in  den  Stückelungen
der  Reichsgoldanleihe  bis  zu  Abschnitten  von  8,40  Mark  (—  2  5)  auszustellen
war.  Das  Notgeld  war  zunächst  durch  Hinterlegung  von  Schatzanweisungen
der  Reichsgoldanleihe  zu  decken.  Ende  November  wurde  wegen  Mangels  an
Goldanleihe  die  Deckung  durch  6%/ige  auf  Gold  lautende  Schatzanweisungen
zugelassen,  die  das  Reich  ausschließlich  für  Notgeldemissionszwecke  ausgab.

Leider  wurden  die  über  die  Ausgabe  von  Notgeld  erlassenen  Vorschriften
  mehr  und  mehr  übertreten.  Im  Herbst  des  Jahres  nahm  die
Notgeldausgabe  geradezu  unerhörte  Formen  an.  Kleine  und  kleinste  Betriebe
traten  als  Notgeldemittenten  auf.  Immer  mehr  griff  die  ungedeckte  Ausgabe
um  sich,  skrupellos  wurde  sie  als  Kredit=  und  Inflationsgewinnquelle  mißbraucht.
Verstopfen  ließ  sich  diese  Quelle  nicht,  da  das  Publikum  alles  Notgeld  fast
unbesehen  in  Zahlung  nahm.  Das  vom  Reichsfinanzministerium  genehmigte
        <pb n="133" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  125

und  dementsprechend  ordnungsmäßig  gedeckte  Notgeld  trat  mehr  und  mehr  in
den  Hintergrund.  Dagegen  erreichte  das  ungedeckt  ausgegebene  Papiermarknotgeld
  außerordentlich  hohe  Ziffern.  Außerdem  lief  auf  Papiermark  lautendes
Notgeld  der  Reichsbahn  in  Höhe  von  etwa  114  Trillionen  Mark  um.  An  wertbeständigem,
  vom  Reichsfinanzminister  genehmigten  Notgeld  wurden  etwa
200  Millionen  Goldmark  ausgegeben.  Auch  die  Reichsbahn  gab  wertbeständige
Geldzeichen  aus,  und  zwar  bis  zum  Betrage  von  rund  150  Millionen  Goldmark.
Einen  besonderen  Umfang  nahm  die  Ausgabe  von  zu  Zahlungszwecken  bestimmten
  Stücken  der  Reichsgoldanleihe  an,  sie  erreichte  die  Umlaufshöhe  von
270  Millionen  Goldmark.  In  ähnlicher  Weise  gaben  einzelne  Länder  und
preußische  Provinzen  Anleihen  in  kleinen  Stückelungen  als  Zahlungsmittel  aus;
ihr  Umlauf  wird  auf  annähernd  50  Millionen  Goldmark  geschätzt.  Schließlich
seien  noch  die  Ausgaben  von  Goldzertifikaten  erwähnt,  die  von  der  Hamburger
Bank  von  1923  A.-G.  und  der  Schleswig-Holsteinischen  Goldgirobank  A.-G.  in
Kiel  mit  Genehmigung  des  Reichsfinanzministeriums  vor  sich  gingen.  Beide
Institute  gaben  gegen  Annahme  von  Devisendepositen  in  Devisen  voll  gedeckte
und  in  ihnen  wieder  einlösbare  Verrechnungsscheine  in  den  Verkehr.  In
Hamburg  stieg  der  Umlauf  bis  auf  25  Millionen  Goldmark,  in  Kiel  war  er
stets  erheblich  geringer.  Wie  ungeheuer  schädlich  der  Notgeldumlauf  gewirkt
und  in  welchem  Maße  er  zur  Entwertung  der  Mark  beigetragen  hat,  läßt  sich
ohne  weiteres  aus  einem  Vergleich  der  Notgeldumlaufsziffern  mit  dem  Banknotenumlauf
  in  den  letzten  Tagen  der  Inflationszeit  erkennen.  Am
15.  November  1923,  dem  Tage,  an  dem  die  Rentenbank  ihre  Geschäftstätigkeit
aufnahm  und  mit  der  Ausgabe  von  Rentenbankscheinen  begann,  stellte  sich  der
gesamte  Notgeldumlauf  nach  eingehenden  und  sorgfältigen  Ermittelungen  auf
etwa  988  Millionen  Goldmark,  also  auf  fast  eine  Milliarde  Goldmark  (darunter
ein  großer  Teil  ungenehmigten  und  ungedeckten  Notgeldes),  während  der  Umlauf
  an  Reichsbanknoten  sich  auf  nur  155  Millionen  Goldmark  belief.

Die  wilde,  ungenehmigte  Notgeldausgabe  über  jedes  Bedürfnis  des
Zahlungsverkehrs  hinaus  aus  rein  egoistischen  Motiven  gehört  zu  den  dunkelsten
Begleiterscheinungen  der  schweren  Inflationskrise.  Das  Reichsfinanzministerium
schritt  in  den  ihm  bekannt  werdenden  Fällen  ein,  teils  durch  Einleitung  eines
Strafverfahrens,  teils  im  Verwaltungswege,  soweit  öffentlich-rechtliche  Körperschaften
  in  Frage  kamen.  Wirksamer  war  das  Durchgreifen  der  Reichsbank.
Sobald  das  Reichsbank-Direktorium  nach  Stabilisierung  der  Mark  die  Möglichkeit
  erlangte,  den  Verkehr  mit  Zahlungsmitteln  wieder  voll  zu  versorgen,  ließ  es
        <pb n="134" />
        126  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

durch  die  Kassen  der  Reichsbank  das  eingehende  Notgeld  nicht  mehr  zu  Zahlungen
verwenden,  sondern  in  kurzen  Fristen  den  Emissionsstellen  zur  Einlösung  präsentieren.
  In  der  zweiten  Novemberhälfte  wurden  sämtliche  Reichsbankkassen  angewiesen,
  die  Inzahlungnahme  von  Notgeld  irgend  welcher  Art  völlig  abzulehnen.
  Die  Maßnahme  bewirkte,  daß  weiteren  Neuemissionen  Einhalt
  getan  wurde  und  die  Zurückziehung  der  noch  umlaufenden  Beträge  in  Fluß
kam.  Im  besetzten  Gebiet,  dem  Hauptemissionsbereich,  wurden  besondere  Vereinbarungen
  über  die  Vereinigung  des  Umlaufs  getroffen.  Die  Reichsbahn
übergab  der  Reichsbank  zur  Deckung  für  die  vorübergehende  weitere  Annahme
ihres  nicht  wertbeständigen  Notgeldes  Anfang  Dezember  90  Millionen  Rentenmark.
  Wertbeständiges  Notgeld  wurde  von  der  Reichsbank  überhaupt  nicht  in
Zahlung  genommen.

Besonders  hervorzuheben  sind  schließlich  noch  die  Eingriffe  der  Besatzungsbehörden
  an  Rhein  und  Ruhr  in  das  Privateigentum  der  Reichsbank,
die  zu  vollkommen  widerrechtlicher  Wegnahme  von  Geldbeträgen  und  sogar  bis
zu  Banknotenfälschungen  führten,  Vorgänge,  die  in  ihrer  Tragweite  die  Interessen
aller  Zentralnotenbanken  berühren.  Die  Besatzungsbehörden  beschlagnahmten,
um  Forderungen  an  das  Reich  einzutreiben,  Geldtransporte  der  Reichsbank,
beraubten  die  Tageskassen  und  Tresore  der  Bankanstalten,  drangen  in  die  mit
dem  Banknotendruck  für  die  Reichsbank  betrauten  Privatdruckereien  ein,  zwangen
die  Drucker  mit  Gewalt  zur  Fertigstellung  von  Notenmengen,  deren  sie  sich  bemächtigten,
  scheuten  aber  auch  nicht  davor  zurück,  unvollständig  bedruckte  Bogen
mitzunehmen,  sie  in  anderen  Druckereien  mit  falschen  Kennzeichen  fertig  drucken
und  zerschneiden  zu  lassen  und  derartige  Falschstücke  in  Verkehr  zu  setzen.  Die
bei  der  Reichsbank  beschlagnahmten  Papiergeldbeträge  beliefen  sich  auf  fast
1  Trillion  Mark,  sie  hatten  nach  dem  jeweiligen  Valutastand  berechnet  einen  Wert
von  26  Millionen  Goldmark;  außerdem  wurden  Gold=  und  Silbermünzen  sowie
ausländische  Noten  fortgenommen  im  Werte  von  zusammen  75  000  Goldmark.
Bei  Ausbruch  der  Separatistenunruhen  im  Rheinlande  wurden  der  Reichsbank
von  Separatisten  Zahlungsmittel  im  Werte  von  rund  400  000  Goldmark
gestohlen.
        <pb n="135" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  127

Die  Entwicklung  der  Markvaluta  nach  Abschluß  des  Krieges  gestaltete
sich  wie  folgt:")

Im  Anfang  des  Jahres  1919  belief  sich  der  Wert  der  Mark  noch  auf
mehr  als  die  Hälfte  ihres  Vorkriegswertes,  während  er  sich  am  Jahresschluß  1919
nur  noch  auf  etwa  ein  Zwölftel  dieses  Wertes  stellte.  Der  höchste  Kurs  mit
7,32  A  —  1  #  wurde  in  den  ersten  Januartagen  des  Jahres  1919,  der  niedrigste
mit  50,55  A.  =  1  8  am  11.  Dezember  1919  notiert.  Die  Entwicklungskurve
zeigt  zwar  gewisse  Schwankungen  und  Rückschläge,  ließ  jedoch  in  der  großen  Linie
eine  dauernde,  gegen  Ende  des  Jahres  sich  beschleunigende  Verschlechterung
erkennen.

Ein  anderes  Bild  bietet  die  Entwicklung  im  Jahre  1920.  Hier  folgte
auf  einen  sich  in  den  ersten  Wochen  zunächst  rasch  fortsetzenden  Sturz  (48,35  AM
am  3.  Januar  auf  103,65  .X  für  einen  Dollar  am  9.  Februar)  eine  plötzlich
ebenso  starke  Erholung  bis  auf  34,7  M  am  25.  Mai.  Von  diesem  Tage  an
ging  die  Entwicklung  wieder  nach  unten,  ohne  daß  die  Mark  jedoch  auf  die  in  der
ersten  Jahreshälfte  erreichten  Tiefstkurse  zurückgeworfen  wurde.  Der  niedrigste
Kurs  des  zweiten  Halbjahres  wurde  am  12.  November  mit  87,53  für  einen
Dollar  erreicht.  Von  da  ab  stieg  der  Kurs  bis  zum  Jahresende  wieder  ein  wenig.

Die  letztere  Erholung  dauerte  in  der  ersten  Hälfte  1921  an.  Am  27.  Januar
des  Jahres  wurde  als  günstigster  Markkurs  55,44.A  —  1  5#B  notiert,  und
man  muß  bis  zum  11.  November  1920  zurückgehen,  um  auf  eine  gleich  niedrige
Notiz  zu  stoßen.  Auch  in  den  folgenden  Monaten  zeigte  die  Mark  eine  ziemlich
große  Stabilität.  Noch  am  17.  Mai  1921  wurde  ein  Kurs  von  58,14.4
—  1  8  ausgewiesen.  Seit  Ende  Mai  1921  datiert  aber  ein  neuer  allmählicher
Niedergang,  der  im  September  ein  beschleunigtes  Tempo  annahm,  um  am
8.  November  1921  mit  309,69  +4  —  13  den  tiefsten  Kurs  in  diesem  Jahre
zu  erreichen.  Zum  Jahresschluß  zeigte  sich  dann  eine  plötzliche  Erholung;  es
gelang,  den  Wert  der  Mark  fast  zu  verdoppeln,  indem  am  12.  Dezember  1921
ein  Kurs  von  165,33  A.  =  1  Ferzielt  werden  konnte.

Zu  Beginn  des  Jahres  1922  hielt  sich  die  Mark  zunächst  etwa  auf  dem  zu
Ende  des  Jahres  1921  erreichten  Stande.  Gegen  Ende  Februar  1922  trat  dann

*)  Um  ein  einheitliches  Bild  von  der  Entwicklung  der  Markvaluta  zu  gewinnen,  ist  im  folgenden
die  Dollarx-Notierung  an  der  Berliner  Börse  der  Betrachtung  zugrunde  gelegt,  da  der  Dollar  die  stabilste
und  gleichzeitig  die  führende  Valuta  in  der  Nachkriegszeit  gaset  ist.  Für  das  Jahr  1919  ist  hierbei  der
Dollar  indirekt  über  die  Schweizer  Devise  (Zürich)  errechnet.

Der  Zahlungsverkehr
mit  dem  Auelande
        <pb n="136" />
        128  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

aber  eine  neue  Abwärtsbewegung  ein;  am  23.  März  wurde  zum  ersten
Mal  der  Tiesstkurs  des  Vorjahres  unterschritten.  Es  folgte  eine  kurze  Zeit
relativer  Stabilität,  die  jedoch  im  Juni  1922  von  einem  neuen  starken  Sturz
abgelöst  wurde.  Nur  mit  kurzen,  für  die  Gesamtentwicklung  des  Wirtschaftslebens
  aber  desto  gefährlicheren  Unterbrechungen  fiel  die  Mark  bis  zum  24.  August
1922  auf  den  Stand  von  1972,53  A  =  1  3  und  stieg  dann  vorübergehend
bis  auf  1248,43  A  —  18  am  6.  September,  um  von  diesem  Tage  ab  weiter
bis  auf  9127  A  13  am  8.  November,  den  im  Jahre  1922  verzeichneten
tiefsten  Stand,  zu  fallen.  Gegen  Jahresschluß  zeigte  sich  wieder  eine  kleine
Erholung,  indem  der  Kurs  vorübergehend  bis  auf  6084,75  .4A  am  18.  Dezember
  gesteigert  werden  konnte.

Das  Jahr  1923  brachte  dann  den  völligen  Zusammenbruch  der  Markwährung.
  Zu  Beginn  des  Jahres  wurde  noch  ein  Kurs  von  7241,85  M
—  18  notiert.  Durch  die  Stützungsaktion,  die  dem  dringenden  Verlangen  der
Reichsregierung  entsprechend  zu  Beginn  der  Ruhrbesetzung  von  der  Reichsbank
  vorgenommen  wurde,  gelang  es,  den  Markkurs,  der  bereits  am
31.  Januar  den  Stand  von  50  000.A  für  den  Dollar  erreicht  hatte,  auf  etwa
20  000  A  herunterzubringen  und  auf  diesem  Stande  bis  Mitte  April  d.  Is.
zu  halten.  Von  diesem  Zeitpunkte  datiert  der  unaufhaltsame  neue  Fall  der
Markwährung.  Schon  am  14.  Juni  mußten  über  100  000  aufgewendet
werden,  um  einen  Dollar  zu  erwerben,  am  30.  Juli  mehr  als  1  Million,  am
30.  August  mehr  als  10  Millionen  und  am  17.  September  mehr  als  100  Millionen
  Mark.  Am  9.  Oktober  wurde  der  Kurs  von  1  Milliarde,  am  19.  Oktober
der  von  10  Milliarden,  am  1.  November  der  von  100  Milliarden  und  am  14.  November
  der  Kurs  von  1  Billion  Mark  für  einen  Dollar  überschritten.  Am
20.  November  1923  gelang  es  dann,  den  Kurs  auf  4,2  Billionen  Mark  =  1  Dollar
zu  stabilisieren.

Die  devisenpolitischen  Maßnahmen,  die  entweder  von  der  Reichsbank
unmittelbar  oder  doch  auf  ihre  Veranlassung  und  unter  ihrer  Mitwirkung  getroffen
  wurden,  dienten  teils  dem  Zweck,  die  für  die  dringenden  Bedürfnisse  der
Wirtschaft,  besonders  für  die  Volksernährung  erforderlichen  Devisen  aufzubringen
  und  nach  Möglichkeit  in  einer  dem  Gesamtwohl  entsprechenden  Weise  zu
verteilen,  teils  sollten  sie  die  allzu  starken  Schwankungen  der  Währung,  besonders
die  auf  spekulative  Machenschaften  zurückzuführenden  Schwankungen,  mit  ihren
unheilvollen  Folgen  für  das  Wirtschaftsleben  verhindern  oder  doch  wenigstens
mildern.  Daneben  bemühte  sich  die  Reichsbank,  dem  Reich  die  Devisen  zu
        <pb n="137" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918.  1823)  129

beschaffen,  deren  es  zur  Abdeckung  seiner  der  Entente  gegenüber  eingegangenen
Verpflichtungen  bedurfte.  Diese  Zwecke  verfolgten  die  nachstehenden  Maßnahmen.


Bereits  unmittelbar  nach  Abschluß  des  Waffenstillstandes  wurde  zur
Verhinderung  der  Kapitalflucht  die  Verordnung  über  Maßnahmen  gegen  die
Kapitalabwanderung  ins  Ausland  vom  21.  November  1918  (RGBl.  S.  1325)
erlassen,  nach  der  Wertpapiere  nur  durch  Vermittlung  von  Personen  und  Unternehmen,
  die  gewerbsmäßig  Bankgeschäfte  betrieben  (einschließlich  der  Sparkassen
  und  Genossenschaften),  nach  dem  Auslande  versandt  oder  überbracht
werden  durften.  Die  mit  dieser  Verordnung  eingeleitete  Kapitalfluchtgesetzgebung
  wurde  in  den  folgenden  Jahren  weiter  ausgebaut.  Der  Erschwerung  der
Abwanderung  von  Markzahlungsmitteln  nach  dem  Auslande  diente  die  Bekanntmachung
  über  den  Zahlungsverkehr  mit  dem  Auslande  vom  18.  Dezember  1918
(RGBl.  S.  1440).  Um  der  in  außerordentlichem  Umfange  betriebenen  Einschmuggelung
  von  Banknoten  in  die  von  Deutschland  geräumten  Gebiete,  in
denen  seitens  Frankreichs  und  Belgiens  die  deutschen  Noten  zum  Parikurse  in
Franken  umgetauscht  wurden,  zu  unterbinden,  ließ  die  Reichsbank  vorübergehend
die  Noten  zu  1000  und  zu  100  Mark  mit  grünem  statt  mit  rotem  Stempel-,
Nummern=  und  Litera-Aufdruck  versehen.

Andere  Maßnahmen  der  Reichsbank  dienten  dem  Zwecke,  auf  dem  Umwege
  über  eine  Steigerung  der  Produktion  und  der  Ausfuhr  die  Devisenlage
zu  erleichtern.  So  wurden  bei  der  Goldwarenindustrie  die  Vorschriften  über
die  Verwendung  des  Goldes  in  der  Richtung  der  Erzielung  eines  möglichst
hohen  Ertrages  an  Auslandsguthaben  bei  möglichst  geringem  Goldverbrauch
wesentlich  verschärft.  Ferner  suchte  die  Bank  seit  etwa  Anfang  Oktober  1919
im  Einvernehmen  mit  dem  Reichswirtschaftsministerium  den  Ertrag  der  deutschen
Ausfuhr  allgemein  dadurch  zu  steigern,  daß  die  Exporteure  und  die  sonst  in
Betracht  kommenden  Kreise  über  den  Zusammenhang  der  Valutaentwicklung  und
der  auf  dem  Weltmarkt  erzielbaren  Warenpreise  fortgesetzt  aufgeklärt  und  angeregt
  wurden,  bei  der  Preisstellung  nach  Möglichkeit  die  Weltmarktpreise  zugrunde
  zu  legen.  Auch  betonte  die  Reichsbank  den  zuständigen  amtlichen  Stellen
gegenüber,  daß  unter  den  damals  bestehenden  Verhältnissen,  insbesondere  mit
Rücksicht  auf  den  innerpolitisch  so  wichtigen  Unterschied  zwischen  Inlands-  und
Auslandspreisen,  die  bestehenden  Ausfuhrverbote  und  das  Ausfuhrbewilligungsverfahren
  in  Verbindung  mit  einer  Preisprüfung  aufrechtzuerhalten  und  nötigenfalls
  noch  weiter  auszubauen  seien.

1.  Teil  9
        <pb n="138" />
        130  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

Neben  der  Förderung  der  Ausfuhr  war  die  Einschränkung  der  Wareneinfuhr
  auf  das  Maß  des  Unentbehrlichen  im  Interesse  der  Valuta  unbedingt
geboten.  Solange  die  Devisenverordnung  noch  wirksam  in  Kraft  stand,  besaß  die
Bank  die  Möglichkeit,  ihren  Einfluß  in  der  angegebenen  Richtung  nachdrücklich
geltend  zu  machen.  Sie  befürwortete  denn  auch  die  förmliche  Aufhebung  der
Devisenverordnung  nur  mit  Rücksicht  darauf,  daß  die  Verhältnisse  bereits  zu
einer  tatsächlichen  Aufhebung  geführt  hatten,  und  unter  der  Voraussetzung,  daß
die  bisherige  Beschränkung  der  Einfuhr  aufrechterhalten  blieb.  Seit  Aufhebung
der  Devisenverordnung  (vgl.  Bekanntmachung  vom  23.  Juli  1919,  RGl.
S.  1539)  war  der  unmittelbare  Einfluß  der  Reichsbank  auf  die  Bemessung  der
Wareneinfuhr  wesentlich  gemindert.

Um  das  zur  Begleichung  unentbehrlicher  Importe  erforderliche  Devisenmaterial
  zu  beschaffen,  war  die  Reichsbank  bemüht,  die  aus  dem  Export  herrührenden
  Devisen  an  sich  zu  ziehen.  Die  Heranziehung  wurde  durch  die  Einführung
  der  oben  erwähnten  Kurssicherungstratten  erheblich  erleichtert.  Das
Devisentermingeschäft,  zu  dem  die  Bank  mit  Rücksicht  auf  die  während  der
Kriegszeit  eingegangenen  Valutaverbindlichkeiten  durch  die  oben  erörterte  Bankgesetznovelle
  vom  16.  Dezember  1919  ermächtigt  worden  ist,  wirkte  in  der  gleichen
Richtung.  Es  entwickelte  sich  von  vornherein  sehr  günstig.

Die  größten  Devisenankäufe  spielten  sich  aber  in  den  brieflichen  und  telegraphischen
  Guthabenübertragungen  auf  die  bei  ausländischen  Korrespondenten
unterhaltenen  Konten  der  Bank  ab.  Mit  der  Zunahme  dieser  Geschäfte  erfuhr
das  Netz  der  Korrespondenten  im  Auslande  eine  immer  wachsende  Ausdehnung.
Die  Guthaben  der  Bank  im  Kontokorrentverkehr  mit  ihren  Korrespondenten
wurden  in  der  Bilanz  vom  30.  Dezember  1922  mit  914,7  Millionen  Mark  ausgewiesen.
  Auch  den  Hauptanteil  der  Devisenumsätze  des  Jahres  1923  (die
gesamten  Deviseneingänge  dieses  Jahres  beliefen  sich  auf  2036  Millionen  Goldmark,
  die  Ausgänge  auf  2696  Millionen  Goldmark)  bildeten  die  Umsätze  auf
den  bei  Korrespondenten  im  Auslande  unterhaltenen  Konten.

Sehr  erhebliche  Mengen  an  ausländischen  Zahlungsmitteln  beschafft
die  Reichsbank  ferner  durch  den  Verkauf  von  Wertpapieren  und  Zinsscheinen,
sowie  dadurch,  daß  sie  mit  Hilfe  ihrer  großen  Organisation  ausländische  Noten
und  Sorten  im  besetzten  und  unbesetzten  Gebiet  ankaufte  (vgl.  Bekanntmachung
des  Reichswirtschaftsministers  vom  28.  März  1919  RGBl.  S.  371).

Auch  nach  Aufhebung  der  Devisenverordnung  stand  die  Reichsbank  noch
immer  im  Mittelpunkt  des  Devisengeschäfts  und  gab,  je  nachdem  es  die  Marktlage
        <pb n="139" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  131

zweckmäßig  erscheinen  ließ,  Devisen  ab  oder  nahm  sie  auf,  d.  h.  sie  regulierte  die
Kurse,  wobei  ein  guter  und  regelmäßiger  Nachrichtendienst  mit  dem  Auslande
die  Anpassung  der  Berliner  Kursnotierungen  an  die  ausländischen  förderte  und
die  Spekulationsarbitrage  hemmte.

Die  gekennzeichnete  Regulierung  der  Valuta  war  für  die  Reichsbank
nicht  ohne  erhebliche  Verluste  durchzuführen,  obwohl  die  Bank  sich  selbstverständlich
  bemühte,  eine  spekulative  Ausnutzung  ihrer  Einrichtungen  zu  verhindern;
z.  B.  trat  sie  der  Gewohnheit  mancher  Firmen,  ihre  Exportdevisen  an  die  Bank
erst  abzuliefern,  wenn  die  Kurse  bereits  wieder  zu  fallen  begannen,  dadurch
entgegen,  daß  sie  die  in  Frage  stehenden  Devisen  nur  dann  ankaufte,  wenn  ihr
nachgewiesen  wurde,  daß  das  zugrunde  liegende  Warengeschäft  kurz  vorher
abgeschlossen  worden  war.  Die  Bankverwaltung  hatte  sich  entschlossen,  die
Verluste  im  öffentlichen  Interesse  zu  übernehmen,  um  dem  wieder  erwachten
Ausfuhrhandel  die  erforderliche  Unterstützung  zu  gewähren  und  dem  Reiche
sowie  privaten  Stellen  die  für  lebensnotwendige  Einfuhren,  für  das  Ausgleichsverfahren,
  für  die  weitere  Abdeckung  der  während  des  Krieges  ausgenommenen
Auslandskredite  usw.  benötigten  Devisen  beschaffen  zu  können.  Sie  zog  sich
später  aus  den  sie  so  außerordentlich  belastenden  Geschäften  —  unter  Vermeidung
irgend  welcher  Härten  gegenüber  dem  legitimen  Warenhandel  —  mehr  und  mehr
zurück,  nachdem  das  private  Bankgewerbe  die  Pflege  solcher  Geschäfte  in
wachsendem  Umfange  ausgenommen  hatte  und  die  bisher  unzureichenden  rechtlichen
  Sicherungen  durch  eine  entsprechende  Ergänzung  des  Börsengesetzes  verbessert
  worden  waren.

Infolge  der  Schwierigkeiten,  die  sich  bei  der  Beschaffung  der  für  die
Reparationszahlungen  erforderlichen  Devisen,  insbesondere  bei  der  Beschaffung
der  gemäß  dem  Londoner  Ultimatum  am  31.  August  1921  fälligen  einen  Goldmilliarde
  eingestellt  hatten,  glaubte  die  Reichsbank  auch  einer  Kontrolle  der  Ausfuhr
  sowie  einer  Kontrolle  und  Ablieferung  der  Exporterlöse  das  Wort  reden
zu  müssen.  Die  Ablieferungspflicht  der  Exporteure  konnte  sich  nicht  immer  und
überall  auf  den  vollen  Betrag  der  eingehenden  Devisen  erstrecken.  Dem  notwendigen
  Eigenbedarf  der  Exporteure  wurde  dadurch  Rechnung  getragen,  daß
im  allgemeinen  nur  etwa  50  v.  H.  des  Fakturenbetrages  zur  Verfügung  der
Reichsbank  zu  stellen  waren.  Die  in  der  Regel  auf  Grund  der  Mitteilungen  der
Außenhandelsstellen  sich  vollziehende  Kontrolle  für  die  tatsächliche  Ablieferung
der  Devisen  wurde  von  einer  besonderen  Abteilung  der  Reichsbank,  der
„Devisenablieferungskontrolle“,  vorgenommen.  Im  Einklang  hiermit  erschien
        <pb n="140" />
        132  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Marl  (1918—  1923)

es  geboten,  die  aus  dem  legitimen  Ausfuhrhandel  herrührenden  Devisen  zu  entgegenkommenden
  Bedingungen  anzukaufen  und  das  Kursrisiko,  das  mit  einer
Fakturierung  in  Auslandswährung  im  Hinblick  auf  die  starken  Schwankungen
der  Valuta  verknüpft  war,  soweit  wie  angängig,  den  Exporteuren  abzunehmen.
Hierbei  sei  erwähnt,  daß  die  Bank  u.  a.  neben  formalen  Erleichterungen  im
Ankauf  das  Auftragswechselgeschäft  in  Devisen  wesentlich  ausdehnte,  leihweise
Devisen  gegen  Zinsvergütung  annahm  und  für  Rechnung  des  Reichs  von
besonders  zuverlässigen  und  kreditwürdigen  Verkäufern  Wechsel  in  ausländischer
Währung,  deren  Laufzeit  mehr  als  drei,  aber  nicht  über  sechs  Monate  betrug,
ankaufte.

Daneben  war  die  Reichsbank  bestrebt,  Mängel,  die  sich  bei  der  technischen
Abwicklung  der  Teilzahlungen  der  ersten  Milliarde  öfter  gezeigt  hatten,  für  die
Zukunft  zu  beseitigen.  Die  Zahlungen,  zu  denen  Deutschland  verpflichtet  war,
konnten  nur  geleistet  werden,  wenn  die  Reichsbank  zuvor  die  entsprechenden
Beträge  bei  ihren  Korrespondenten  im  Auslande  angesammelt  hatte.  Von  diesen
Stellen  wurden  die  in  Frage  kommenden  Summen  an  die  jeweils  der  deutschen
Regierung  bezeichneten  Empfänger,  z.  B.  die  Bank  von  England,  die  Federal
Reserve  Bank  of  New  York,  usw.  gezahlt.  Da  diese  Transaktionen  nicht  nur  an
den  internationalen  Geldmärkten  Störungen  mannigfaltiger  Art  hervorriefen,
sondern  auch  für  Deutschland  öfter  zeitraubend  und  verlustbringend  waren,
erschien  es  zweckmäßig,  bei  den  in  Betracht  kommenden  ausländischen  Notenbanken
  für  die  Reichsbank  ein  Konto  zur  Ansammlung  derartiger  Beträge  zu
errichten.  Die  Bank  von  England  ist  zuerst  auf  einen  dahingehenden  Vorschlag
eingegangen;  Abmachungen  ähnlicher  oder  gleicher  Art  wurden  auch  mit  anderen
wichtigen  ausländischen  Zentralnotenbanken  getroffen.  Die  Abmachungen  sind
von  weittragender  Bedeutung  geworden,  da  sie  den  Ausgangspunkt  für  ein  Zusammenarbeiten
  der  großen  Zentralnotenbanken  in  wichtigen  wirtschaftlichen,
insbesondere  Währungsfragen  bildeten.

Andere  Schwierigkeiten  bei  der  durch  die  Reichsbank  zu  vermittelnden
Beschaffung  von  Devisen  für  das  Reich  und  der  für  den  sonstigen  Wirtschaftsverkehr
  erforderlichen  ausländischen  Zahlungsmittel  ergaben  sich  daraus,  daß
die  vorhandenen  Zahlungsmittel  vielfach  auf  eine  andere  Währung  als  auf  die
gegebenenfalls  zu  beschaffende  lauteten,  andererseits  daraus,  daß  Zahlungsmittel,
deren  Eingang  mit  Bestimmtheit  zu  erwarten  stand,  am  Bedarfstage  noch  nicht
greifbar  waren.  In  beiden  Fällen  ließen  sich  umständliche,  die  Geldmärkte  mehr
oder  weniger  stark  beunruhigende  Arbitrage=  und  Kreditoperationen  nicht
        <pb n="141" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918.—1923)  133

vermeiden,  die  der  Spekulation  auf  dem  Devisenmarkte  in  weitem  Maße  und  in
unerwünschter  Weise  Raum  gaben.  Die  Reichsbankverwaltung  suchte  daher  für
die  Folge  diesen  Mißständen  zu  begegnen,  indem  sie  Teile  ihres  Goldvorrats  bei
einer  ausländischen  Zentralnotenbank  zwecks  vorübergehender  Lombardierung
hinterlegte.  Durch  Beleihung  des  Golddepots  ließ  sich  dann  im  Augenblick  des
Bedarfs  die  benötigte  Valuta  unverzüglich  und  ohne  Störung  der  Devisenmärkte
beschaffen.  Die  Abdeckung  solcher  vorübergehend  in  Anspruch  genommenen  Darlehne
  erfolgte  entmeder  durch  die  allmähliche  und  je  der  Marktlage  angepaßte
Umwandlung  vorhandener  Valuten  in  die  Valuta  der  Darlehne  oder  durch  den
Eingang  ausstehender,  später  fälliger  Valutaforderungen.

Zum  Schutze  der  Währung  mußten  im  Jahre  1922  neue  scharfe  Maßnahmen
  ergriffen  werden.  Durch  Gesetz  über  den  Verkehr  mit  ausländischen
Zahlungsmitteln  vom  2.  Februar  1922  (ReBl.  I  S.  195)  wurde  angeordnet,
daß  Geschäfte  über  ausländische  Zahlungsmittel  nur  mit  einer  Devisenbank  oder
durch  eine  Devisenbank  abgeschlossen  werden  durften.  Durch  Verordnung  vom
12.  Oktober  1922  (REl.  I  S.  795)  wurde  weiter  die  Abgabe  von  Devisen  im
allgemeinen  von  der  Genehmigung  der  Finanzämter  oder  anderer  behördlicher
  Stellen  abhängig  gemacht,  um  vor  allem  den  mit  fortschreitender  Geldentwertung
  immer  stärker  um  sich  greifenden  spekulativen  Machenschaften  unlauterer
  Elemente  und  dem  Bestreben  weiter  Kreise,  ausländische  Zahlungsmittel
  als  Vermögensanlage  zu  verwenden,  den  Boden  zu  entziehen.  Daneben
war  die  Reichsbank  unausgesetzt  bemüht,  der  Baisse-Spekulation  in  Mark  durch
Interventionen  an  in=  und  ausländischen  Plätzen  zu  begegnen.

Da  trotz  aller  dieser  Maßnahmen  sich  die  Währungslage  gegen  Ende  des
Jahres  1922  ganz  außerordentlich  verschlechterte,  unternahm  es  die  Reichsregierung,
  die  Entente  mit  Note  vom  14.  November  1922  zu  ersuchen,  dem  Reiche
für  die  Dauer  von  3—4  Jahren  Befreiung  von  sämtlichen  Bar=  und  Sachlieferungen
  aus  dem  Versailler  Vertrage  zu  gewähren,  um  auf  diese  Weise  die
Möglichkeit  zur  Sanierung  der  Reichsfinanzen  und  der  Währung  zu  gewinnen.
Bei  einer  Zustimmung  der  Entente  sollte  unverzüglich  mit  einer  Stützungsaktion
für  die  Mark  begonnen  werden.  Die  Reichsbank  erklärte  sich  bereit,  für  diese
Stützungsaktion  einen  Betrag  von  500  000  000.X  in  Gold  oder  Devisen  zur
Verfügung  zu  stellen.  Die  Entente  ist  auf  diesen  Vorschlag  indessen  nicht
eingegangen.

Der  im  Jahre  1923  vollzogene  Einbruch  der  Franzosen  in  das  Ruhrgebiet
  verursachte  infolge  seines  ungünstigen  Einflusses  auf  die  deutsche  Handels-
        <pb n="142" />
        134  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

bilanz  und  den  Etat  des  Deutschen  Reichs,  das  die  Mittel  für  den  ihm  aufgezwungenen
  Kampf  vorwiegend  mit  Hilfe  der  Notenpresse  aufbringen  mußte,  den
völligen  Verfall  der  deutschen  Markwährung.  Die  durch  den  Einbruch  bedingten
Exportausfälle  und  Störungen  der  deutschen  Wirtschaftsbeziehungen  zum  Auslande
  beeinträchtigten  das  Aufkommen  von  Devisen  erheblich.  Gleichzeitig
machten  die  veränderten  Verhältnisse  infolge  der  Einengung  der  Produktion,  insbesondere
  der  Kohlenproduktion,  eine  starke  Vermehrung  der  Einfuhr  erforderlich,
welche  ebenfalls  die  Devisenlage  sehr  verschlechterte.

Die  Deviseneingänge  bei  der  Reichsbank  setzten  sich  in  der  Hauptsache  aus
solchen  Exportdevisen  zusammen,  für  die  eine  Ablieferungspflicht  bestand;  eine
freiwillige  Devisenablieferung  erfolgte  immer  seltener,  da  das  Bestreben,  Devisen
als  wertbeständiges  Zahlungsmittel  wie  als  werterhaltende  Kapitalanlagen  zu
erwerben,  allgemein  wurde.  Interventionen,  welche  die  Reichsbank  im  wesentlichen,
  von  staatspolitischen  Rücksichten  bestimmt,  für  Rechnung  des  Reichs  am
Devisenmarkt  zur  Hebung  des  Markkurses  unternahm,  vermochten  nur  zeitweilig
Abhilfe  zu  bringen.  Das  Fallen  des  Markkurses  war  unaufhaltsam  und  beschleunigte
  sich  zuletzt  in  katastrophaler  Weise,  bis  schließlich  der  Wert  der  Mark
im  Verhältnis  zum  Dollar  auf  ein  Billionstel  der  Goldparität  gesunken  war.  Um
diese  für  die  deutsche  Wirtschaft  äußerst  verhängnisvolle  Gestaltung  der  Devisenkurse
  nach  Möglichkeit  in  günstiger  Richtung  zu  beeinflussen,  wurde  in  schneller
Aufeinanderfolge  eine  große  Reihe  gesetzlicher  Maßnahmen  ergriffen.  Von  diesen
Maßnahmen  bezweckten  die  einen  den  Schutz  der  Währung,  die  anderen  die
Sicherung  und  Hebung  des  Devisenaufkommens.

Den  Schutz  der  Währung  hatten  insbesondere  die  nachgenannten  Gesetze
und  Verordnungen  im  Auge.  Die  Verordnung  auf  Grund  des  Notgesetzes
(Maßnahme  gegen  die  Valutaspekulation)  vom  8.  Mai  1923  (Rl.  I  S.  275)
suchte  den  Erwerb  ausländischer  Zahlungsmittel  noch  über  die  durch  die  oben
erwähnte  Verordnung  vom  12.  Oktober  1922  getroffene  Beschränkung  hinaus
zu  erschweren.  Außerdem  verbot  sie  schlechthin  die  Beleihung  ausländischer
Geldsorten  und  machte  die  Beleihung  von  Devisen  meldepflichtig.  Die  Reichsbank
  erhielt  ferner  das  Recht,  ausländische  Zahlungsmittel  und  Edelmetalle  für
das  Reich  in  Anspruch  zu  nehmen.  Eine  Prüfungsstelle  mit  weitgehenden  Auskunftsrechten
  wurde  zur  Durchführung  der  Verordnung  ins  Leben  gerufen.
In  der  Folge  wurden  diese  Bestimmungen  wiederholt  ergänzt  in  der  Absicht,  den
Erwerb  ausländischer  Zahlungsmittel  immer  mehr  zu  erschweren.  Die  unter
dem  gleichen  Datum  erlassene  Wechselstubenverordnung  (RGBl.  I  S.  282)
        <pb n="143" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  135

schränkte  den  Kreis  der  Wechselstuben  wesentlich  ein.  Der  Erwerb  oder  Verkauf
ausländischer  Zahlungsmittel  gegen  Reichsmark  oder  Wertpapiere,  die  auf
Reichsmark  lauteten,  war  nur  zu  dem  amtlich  in  Berlin  notierten  Kurse  (Einheitskurs)
  zulässig  gemäß  Verordnung  vom  22.  Juni  1923  (RGl.  I  S.  401)
und  Verordnung  vom  22.  Oktober  1923  (RGBl.  I  S.  991).  Daneben
wurde  durch  Notverordnung  vom  9.  August  1923  (RGBl.  I  S.  765)  verboten,
  Geldbeträge  in  Reichswährung  mittelbar  oder  unmittelbar  einer  im
Auslande  ansässigen  Person  zu  verkaufen  oder  zur  Verfügung  zu  stellen.
Die  schärfsten  Maßnahmen  sind  aber  durch  die  Verordnung  des  Reichspräsidenten
  über  die  Devisenerfassung  vom  7.  September  1923  (RGBl.  1
S.  865)  zur  Anwendung  gelangt.  Durch  diese  Verordnung,  welche  sogar  die
Grundrechte  der  Unverletzlichkeit  der  Wohnung,  des  Briefgeheimnisses  und  des
Eigentums  außer  Kraft  setzte,  wurde  ein  besonderer  Kommissar  für  die  Devisenerfassung
  als  selbständige  Behörde  geschaffen.  Ihm  stand  das  Recht  zu,
Zahlungsmittel  und  Forderungen  in  ausländischer  Währung,  ausländische  Wertpapiere
  und  Edelmetalle  in  Anspruch  zu  nehmen.  Er  war  befugt,  von  jedermann
Auskunft  zu  fordern  und  bei  jedermann  jede  von  ihm  für  erforderlich  erachtete
Einsicht  zu  nehmen  und  Durchsuchung  vorzunehmen,  jedermann  zur  Erklärung
vorzuladen  und  von  ihm  die  eidesstaatliche  Versicherung  der  Richtigkeit  und
Vollständigkeit  seiner  Angaben  zu  verlangen.  Gesetzwidrig  erworbene  oder  dem
Erfordern  des  Kommissars  zuwider  nicht  angegebene  oder  zurückbehaltene
Zahlungsmittel  und  Forderungen  in  ausländischer  Währung,  ausländische  Wertpapiere
  und  Edelmetalle  konnte  er  ohne  Entschädigung  zugunsten  des  Reichs  für
verfallen  erklären.  Er  durfte  Devisenbanken  das  Recht  entziehen,  Geschäfte  mit
Zahlungsmitteln  oder  Forderungen  in  ausländischer  Währung  abzuschließen
oder  zu  vermitteln,  Personen  und  Personenvereinigungen  die  Handelskammerbescheinigung
  und  die  Zulassung  zur  Börse  entziehen.  Auch  lag  es  in  seiner
Macht,  den  Kreis  der  Devisenbanken  und  der  Firmen  mit  Handelskammerbescheinigung
  zu  beschränken  und  Bestimmungen  über  das  Verbringen  von  ausländischen
  Zahlungsmitteln  und  Forderungen  in  ausländischer  Währung,  ausländischen
  Wertpapieren  und  Edelmetallen  von  und  nach  dem  Auslande  zu  treffen.

Unterstützt  wurden  alle  diese  Maßnahmen  durch  ein  Gesetzesverbot,  bei
Inlandsgeschäften  Zahlung  mit  ausländischen  Zahlungsmitteln  zu  fordern,
sowie  durch  eine  Reihe  gesetzlicher  Bestimmungen,  die  zur  Annahme  inländischer
Zahlungsmittel  im  Inlandsverkehr  zwangen.

Eine  Hebung  des  Devisenaufkommens  wurde  durch  die  im  Jahre  1923
aufgelegten  wertbeständigen  Anleihen  angestrebt,  nämlich  die  Dollarschatz-
        <pb n="144" />
        Der
Gold-  und
Silberbestand

136  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

anweisungen  des  Reichs  auf  Grund  des  Gesetzes  vom  2.  März  1923  (RGl.  1
S.  155),  die  wertbeständige  Anleihe  des  Deutschen  Reichs  gemäß  Gesetz  vom
14.  August  1923  (RGBl.  I  S.  777)  und  die  6%igen  Schatzanweisungen  des
Reichs  von  1923.  Von  ihnen  erbrachten  die  Dollarschatzanweisungen  46,4  Millionen
  Dollars,  die  Goldanleihe  (ohne  diejenigen  Stücke,  die  als  wertbeständiges
Zahlungsmittel  ausgegeben  sind)  222  und  die  6%igen  Schatzanweisungen
184  Millionen  Goldmark.  Während  die  Dollarschatzanweisungen  nur  durch
Devisenzahlung  erworben  werden  konnten,  wurden  bei  den  anderen  Anleihen  für
die  Bezahlung  in  Devisen  Vorzugskurse  eingeräumt.  Eine  zwangsweise  Erfassung
  von  Devisen  erfolgte  in  besonderer  Notlage  durch  die  Verordnung  des
Reichspräsidenten  über  die  Ablieferung  ausländischer  Vermögensgegenstände  vom
25.  August  1923  (RBl.  I  S.  833).  Für  je  10  000  Mark,  die  nach  dem  Gesetz
zur  Sicherung  der  Brotversorgung  im  Wirtschaftsjahre  1923/24  als  erste  Teilabgabe
  entrichtet  werden  mußten,  waren  zwei  Mark  bzw.  eine  Mark  Gold  in
ausländischen  Zahlungsmitteln  oder  anderen  Goldwerten  abzuliefern.  Auf  Grund
dieser  Verordnung  wurden  insgesamt  137  Millionen  Mark  Gold  aufgebracht.

Zur  Sicherung  des  Devisenaufkommens  wurde  ferner  durch  Verordnungen
vom  17.  September  1923  (RGBl.  S.  934)  und  vom  2.  November  1923  (RGl.
S.  1074)  den  Exporteuren  die  Verpflichtung  auferlegt,  den  Verkauf  von  Waren
nach  dem  Auslande  nur  gegen  Bezahlung  in  hochwertigen  ausländischen  Währungen
  vorzunehmen  und  mindestens  30%  des  Ausfuhrwertes  alsbald  nach  der
Ausfuhr  an  die  Reichsbank  oder  eine  Devisenbank  abzuführen.  Die  Kontrolle
über  die  Pflichtablieferung  der  Exporteure  wurde  von  dem  Kommissar  für
Devisenerfassung  in  Zusammenarbeit  mit  der  Reichsbank  ausgeübt.

Der  Goldbestand  der  Reichsbank,  der  am  7.  November  1918  mit
2550,3  Millionen  Mark  seinen  Höhepunkt  erreicht  hatte,  erlitt  in  der  Nachkriegszeit
  starke  Einbußen.  Daß  noch  im  Jahre  1918  auf  Grund  der  Waffenstillstandsbedingungen
  241,6  Millionen  Mark  russischen  Goldes  an  die  Banque  de  France
abgeliefert,  und  daß  im  Jahre  1919  1000  Millionen  Mark  Gold  zur  Beschaffung
von  Lebensmitteln  für  die  deutsche  Bevölkerung  verwendet  werden  mußten,  ist
bereits  oben  erwähnt  worden.  Abgesehen  hiervon,  brachte  die  dritte  Dezemberwoche
  des  Jahres  1918  noch  die  Notwendigkeit  einer  größeren  Goldversendung
nach  der  Schweiz  in  Höhe  von  41,8  Millionen  Mark.  Kleinere  Goldmengen
mußten  in  der  Folgezeit  an  die  Gold  verarbeitende  Industrie  zur  Anfertigung
        <pb n="145" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Marl  (1918—1923)  137

hochwertiger  Exportwaren  gegen  die  Verpflichtung,  entsprechende  Beträge  in
Devisen  zu  liefern,  abgegeben  werden.  Auch  devisenpolitische  Gründe  bedingten
kleinere  Versendungen  in  das  Ausland.

Im  Jahre  1920  erfuhr  der  Goldbestand  eine  geringfügige  Vermehrung
durch  Ankauf  ausländischer  Goldmünzen  und  Zuweisung  von  Gold,  das  durch
amtliche  Stellen  beschlagnahmt  worden  war.  Die  Goldabgabe  für  industrielle
und  ärztliche  Zwecke  mußte  mit  Rücksicht  auf  §  24  Ziffer  8  des  Ausführungsgesetzes
  zum  Friedensvertrage  vom  31.  August  1919  (Rel.  S.  1530)  in  Verbindung
  mit  Art.  248  Abs.  2  des  Versailler  Friedensvertrages  mit  dessen  Inkrafttreten
  eingestellt  werden  und  wurde  später  auch  nach  Aufhebung  dieses  Gesetzes
bis  zum  Schluß  des  Jahres  1923  nicht  wieder  aufgenommen.

Im  Jahre  1921  verminderte  sich  der  Goldbestand  von  1091,6  Millionen
Mark  am  31.  Dezember  1920  um  96,2  Millionen  Mark  auf  995,4  Millionen
Mark  am  31.  Dezember  1921.  Der  Rückgang  hing  im  wesentlichen  zusammen
mit  der  Abwicklung  der  auf  Grund  des  Londoner  Ultimatums  von  Deutschland
bis  zum  31.  August  1921  geleisteten  Zahlungen  an  die  Entente  in  Gesamthöhe
von  einer  Milliarde  Goldmark,  zu  welcher  die  Reichsbank  in  der  letzten  Augustwoche
  einen  Betrag  von  68  Millionen  Mark  hergab.  Für  die  Rückzahlung  des
letzten,  Anfang  November  1921  in  der  Schweiz  fälligen  Teils  der  aus  Anlaß
dieser  Reparationszahlung  aufsgenommenen  (oben  bereits  erwähnten)  ausländischen
  Kredite  erschien  es  angesichts  der  inzwischen  stark  gesunkenen  Markvaluta
  zweckmäßig,  die  Beschaffung  der  benötigten  Schweizer  Franken  zunächst
im  Lombardwege  unter  Verpfändung  eines  Goldbetrages  von  30  Millionen
Mark  zu  bewirken.  Das  Lombarddarlehn  wurde  bei  der  Schweizerischen  Nationalbank
  in  Bern  entnommen.  Die  erste  Rückzahlung  auf  dieses  Darlehn  erfolgte
Ende  Dezember  1921.  Der  Rest  wurde  in  der  Folgezeit  getilgt.

Im  Jahre  1922  erhöhte  sich  der  Goldbestand  von  995,4  Millionen  Mark
zu  Beginn  des  Jahres  auf  1004,8  Millionen  Mark  am  Ende  des  Jahres.

Nach  Erlaß  des  oben  besprochenen  Gesetzes  vom  4.  März  1922  (RGBl.  I
S.  235)  wurden  zwecks  Erleichterung  von  Devisentransaktionen  an  die  Bank
von  England  und  späterhin  auch  an  die  Schweizerische  Nationalbank  in  Bern
Goldbeträge  abgeführt,  die  im  Jahre  1923  als  Unterlage  für  Lombardkredite
Verwendung  fanden.  Insgesamt  sind  bei  der  Bank  von  England  150  Millionen
und  bei  der  Schweizerischen  Nationalbank  114,9  Millionen  Mark  Gold  verpfändet
  worden.  Vorübergehend  wurden  auch  kleinere  Goldbeträge  bei  anderen
Banken  zwecks  Erlangung  von  Darlehnen  in  Devisen  hinterlegt.
        <pb n="146" />
        138  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

Im  Laufe  des  Jahres  1923  mußte  der  Goldvorrat  auch  durch  Verkauf
in  großem  Umfange  zur  Beschaffung  der  nötigsten  Devisen  angegriffen  werden.
Im  ganzen  wurden  367,2  Millionen  Mark  Gold  verkauft,  wovon  113  Millionen
zur  Einlösung  der  oben  erwähnten,  im  Jahre  1922  an  Belgien  als  Reparationswechsel
  übergebenen  Reichswechsel  dienten.

Eine  besondere  Erörterung  verdient  die  Entwicklung  des  Bestandes  der
Reichsbank  an  Silbermünzen  und  Barrensilber.  Schon  im  Jahre  1919  verschwanden
  die  Silbermünzen  infolge  der  außerordentlichen  Steigerung  des
Silberpreises  aus  dem  Verkehr.  Die  Rückflüsse  in  die  Reichsbank  hörten  fast
ganz  auf.

Die  Erhöhung  der  Silbererzeugungskosten  und  das  Interesse  an  einer
möglichst  großen  Silbergewinnung  ließen  es  schon  zu  Anfang  des  Jahres  geboten
erscheinen,  den  gemäß  Bekanntmachung  vom  19.  Juni  1917  (RGl.  S.  505)
eingeführten  Höchstpreis  für  Silber  aufzuheben  (Bekanntmachung  vom  27.  Januar
  1919  —  Rl.  S.  115  —).  Um  eine  übermäßige  Steigerung  des  Silberpreises
  zu  verhindern,  und  um  eine  Einheitlichkeit  der  Preisbemessung  zu
erreichen,  wurde  zunächst  mit  den  Silberhütten  ein  fester  Silberpreis  vereinbart.
Vom  21.  Juni  1919  ab  wurde  er  dann  auf  Grund  eines  Abkommens  zwischen
dem  Reichskommissar  für  Metallwirtschaft  und  den  deutschen  Silberhütten  durch
die  Deutsche  Gold=  und  Silberscheideanstalt  vorm.  Roeßler  A.-G.  in  Frankfurt
a.  Main  allwöchentlich  festgesetzt  und  veröffentlicht.  Die  weitere  Entwicklung  der
Verhältnisse  am  Silbermarkt  führte  später  zur  völligen  Beseitigung  der  Silberrichtpreise.
  Da  bei  der  Entwicklung  des  inländischen  und  ausländischen  Silberpreises
  für  absehbare  Zeit  Silbermünzen  als  Umlaufsmittel  nicht  mehr  in  Frage
kommen  konnten,  vielmehr  ihre  Außerkurssetzung  ins  Auge  gefaßt  werden  mußte,
wurde  mit  der  Bekanntmachung  vom  9.  Dezember  1919  (REl.  S.  1977)  das
bisherige  Verbot  der  gewerblichen  Verarbeitung  auch  für  Reichssilbermünzen
aufgehoben.

Um  die  in  dem  Besitz  von  Silbervorräten  liegende  Reserve  dem  Lande
zu  erhalten  und  sich  selbst  zur  eventuellen  Devisenbeschaffung  geeignete  einigermaßen
  wertbeständige  Wertobjekte  zu  sichern,  ging  die  Reichsbank  in  weitem
Umfange  zum  Ankauf  von  Silbermünzen  über.  Sie  wurde  gleichzeitig  dabei
von  der  Erwägung  geleitet,  daß  bei  der  Wiederherstellung  eines  normalen  Münzumlaufs
  auf  diesem  Wege  dem  Reiche  die  Beschaffung  des  erforderlichen  Münzsilbers
  zu  angemessenem  Preise  ermöglicht  werden  konnte.  Erleichtert  wurde  ihr
der  Ankauf  durch  die  Verordnung  über  den  Handel  mit  Gold,  Silber  und  Platin
        <pb n="147" />
        Die  Reichsbant  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)  139

vom  7.  Februar  1920  (RGBl.  S.  199),  welche  bestimmte,  daß  deutsche  Reichssilbermünzen
  der  Markwährung  einschließlich  der  außer  Kurs  gesetzten  zu  einem
ihren  Neunwert  übersteigenden  Preise  nur  an  die  deutsche  Reichsbank  oder  an
die  von  ihr  ermächtigten  Stellen  veräußert  und  nur  aus  dem  Bestande  der  Reichsbank
  oder  dieser  Stellen  erworben  werden  durften.  Die  Ankäufe  nahmen  einen
erheblichen  Umfang  an.  Allein  im  Jahre  1920  ergab  sich  ein  Zugang  von
968000  kg  fein.  Wenn  in  der  Woche  vom  15.  bis  22.  April  sich  der  ausgewiesene
Scheidemünzenbestand  von  68,7  Millionen  auf  3,2  Millionen  Mark  verminderte,
so  war  dieser  Rückgang  eine  Folge  der  durch  Verordnung  vom  13.  April  1920
(RGl.  S.  521)  angeordneten  Außerkurssetzung  der  Silbermünzen,  welche  seitdem
  nicht  mehr  als  kursfähiges  deutsches  Geld  im  Barvorrate,  sondern  nur  als
Barrensilber  unter  den  sonstigen  Aktiven  geführt  werden  konnten.  Allmählich
wurden  die  Silbermünzen  in  marktgängige  Silberbarren  umgeschmolzen.

Schon  im  Jahre  1920  waren  kleinere  Teile  des  Silbervorrates  der  Bank
nach  dem  Auslande  gelegt  worden.  Im  Jahre  1921  ergab  sich  im  Zusammenhang
  mit  der  Entrichtung  der  mehrfach  erwähnten,  auf  Grund  des  Londoner
Ultimatums  an  die  Entente  zu  zahlenden  einen  Milliarde  Mark  in  Gold  die  Notwendigkeit,
  den  Silberbestand  ganz  überwiegend  zur  Erzielung  von  Lombarddarlehnen
  im  Auslande  zu  deponieren.  Ende  1921  beliefen  sich  diese  Depots  auf
rund  814  000  kg  fein.  Die  Lombardentnahmen  erfolgten  in  den  Vereinigten
Staaten  von  Amerika,  in  Holland,  Schweden,  Dänemark  und  in  der  Schweiz.  Sie
waren  zum  größten  Teile  am  31.  Dezember  wieder  zurückgezahlt.  Vereinzelt  sind
auch  Verkäufe  von  Silber  getätigt  worden.  So  wurden  im  Jahre  1922  zum
Zwecke  der  Erzielung  von  Kursgewinnen  122  000  kg  fein  Barrensilber  in
Amerika  veräußert,  die  später  zu  niedrigerem  Preise  auf  Grund  eines  beim
Verkauf  ausbedungenen  Rückkaufsrechts  zurückerworben  wurden;  im  Jahre  1923
sind  zum  Zwecke  der  Devisenbeschaffung  165  000  kg  fein  abgegeben  worden.

Über  die  Entwicklung  des  Bestandes  der  Reichsbank  an  Scheidemünzen,
der  sich  nach  Ausscheiden  der  Silbermünzen  auf  ein  Minimum  reduziert  hatte
und  infolge  der  Geldentwertung  ganz  bedeutungslos  geworden  war,  vergleiche
Tabelle  9.  Die  Münzen  von  10  bis  1  Pfennig  sind  schließlich  als  Altmaterial
verkauft  worden.

Scheidemünzen
        <pb n="148" />
        Reichskassen=  und
Darlehnekassenscheine

Die

Abrechnungsstellen



140  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Marl  (1918—1923)

Über  den  Bestand  der  Reichsbank  an  Reichskassenscheinen  (die  im  Jahre
1923  vollständig  entwertet  waren)  und  über  den  Bestand  an  Darlehnskassenscheinen
  vergleiche  Tabelle  5.  Unter  der  Einwirkung  der  wachsenden
Geldentwertung  hatte  das  für  die  auszugebenden  Darlehnskassenscheine  bestehende
  Kontingent  durch  Beschluß  des  Reichsrats  mehrfach  erhöht  werden

müssen  und  war  zuletzt  (am  22.  November  1923)  auf  10  Trillionen  Mark

heraufgesetzt  worden.  Die  Darlehnskassenscheine  selbst  verschwanden  infolge  der
Geldentwertung  aus  dem  Umlauf.  Der  Bestand  der  Bank  an  Darlehnskassenscheinen
  umfaßte  schließlich  nahezu  die  Gesamtausgabe  (Ende  des  Jahres  1923
belief  er  sich  auf  9,3  Trillionen  Mark)  und  setzte  sich  lediglich  aus  handschriftlich
ausgefertigten  über  große  Beträge  lautenden  Stücken  zusammen.

Wie  die  Reichsbank  waren  auch  die  Darlehnskassen  im  Monat  August
1923  zur  Gewährung  wertbeständiger  Kredite  übergegangen,  die  am  Ende  des
Jahres  den  Hauptanteil  ihrer  Gesamtausleihungen  bildeten.  Die  Liquidierung
der  Geschäfte  der  Darlehnskassen  ist  durch  Bekanntmachung  vom  17.  März  1924
(Reichsanzeiger  Nr.  75  vom  28.  März  1924)  eingeleitet  worden.  Am
30.  April  1924  wurden  die  Darlehnskassen  für  den  Verkehr  geschlossen.

Die  an  anderer  Stelle  bereits  geschilderten  Bemühungen,  den  bargeldlosen
  Zahlungsverkehr  zu  fördern,  führten  die  Reichsbank  gleichzeitig  zu  neuer
Vermehrung  der  Abrechnungsstellen.  Ihre  Zahl  wuchs  in  den  ersten  Nachkriegsjahren
  erheblich.  Neue  Abrechnungsstellen  sind  eröffnet  worden:

Im  Jahre  1919  bei  den  Reichsbankanstalten  in  Zwickau,  Kiel,  Erfurt,  Remscheid
und  Plauen;

im  Jahre  1920  bei  den  Reichsbankanstalten  in  Stettin,  Münster  und  Mainz;

im  Jahre  1921  bei  der  Reichsbankanstalt  in  Würzburg;

im  Jahre  1922  bei  den  Reichsbankanstalten  in  Gelsenkirchen,  Pforzheim  und
Mülheim  (Ruhr);

im  Jahre  1923  bei  den  Reichsbankanstalten  in  Aachen,  M.  Gladbach,  Ulm
und  Hagen.

Die  Abrechnungsstelle  Posen  wurde  infolge  der  Gebietsabtretung  an  Polen  am

1.  Juli  1919  geschlossen.

In  Berlin  ist  im  Jahre  1920  das  sogenannte  Eilavisverfahren  eingeführt
worden;  bei  diesem  Verfahren  werden  auf  Grund  von  Vereinbarungen  unter  den
        <pb n="149" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918.—1923)  141

Abrechnungsteilnehmern  Platzübertragungen  zwischen  den  Mitgliedern  nicht
mehr  durch  Einzelreichsbankgiroüberweisungen  vollzogen,  sondern  durch  Austausch
  von  Eilavisen,  deren  Verbuchung  alsdann  jeweils  nur  einmal  am  Tage
durch  Einreichung  eines  roten  Schecks  in  den  Büchern  der  Reichsbank  vorgenommen
  wird.

An  Orten,  wo  die  Errichtung  einer  Abrechnungsstelle  im  Sinne  des
Scheckgesetzes  nicht  in  Frage  kam,  empfahl  die  Reichsbank  ihren  Zweiganstalten,
die  Geldinstitute  zur  Errichtung  privater  Abrechnungsstellen  ohne  unmittelbare
Mitwirkung  der  Reichsbank  als  Abrechnungsmitglied  aufzufordern  und  sagte
für  diese  Stellen  ihre  weitgehende  Unterstützung  zu.  Die  Unterstützung  bestand
nicht  nur  in  der  Überlassung  von  geeigneten  Räumen,  sofern  solche  zur  Verfügung
  standen,  sondern  vor  allem  auch  in  der  Bereitstellung  der  Reichsbankeinrichtungen
  für  den  bargeldlosen  Zahlungsausgleich  der  sich  aus  der  Abrechnung
  ergebenden  Spitzen.  Die  erste  Abrechnungsstelle  dieser  Art  wurde  in
Münster  errichtet;  nach  ihrem  Vorbild  sind  in  der  Folge  in  verschiedenen  deutschen
Städten  weitere  private  Abrechnungsstellen  ins  Leben  gerufen  worden.

Die  für  die  Entwicklung  des  Abrechnungsverkehrs  in  den  Nachkriegsjahren

  besonders  kennzeichnende  Stückzahl  der  Einlieferungen  betrug:

1918  11,9  Millionen

1919  16,7  „

1920  22,5  „

1921  27,4  „

1922  38,6  „

1923  48,2  „
Sie  hat  sich  also  mehr  als  vervierfacht.  An  Teilnehmern  (einschließlich  der
beteiligten  Reichsbankanstalten)  waren  vorhanden:

1918  348
1919  396
1920  464
1921  490
1922  546
1923  599

Eine  Übersicht  über  die  Gestaltung  der  Umsätze  des  Abrechnungsverkehrs  seit
Errichtung  der  Abrechnungsstellen  findet  sich  auf  Tabelle  30.
        <pb n="150" />
        Die
sremden  Gelder,
der  Giroverkehr

142  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Marl  (1918—1923)

Die  Bewegungen  der  täglich  fälligen  Gelder  verliefen  im  großen  und
ganzen  ähnlich  den  Bewegungen  der  Kapitalanlage  und  wurden  in  der  Hauptsache
  durch  die  Diskontierung  der  Reichsschatzanweisungen  bestimmt.  Wie
sich  die  Giroguthaben  in  den  Jahren  1919  bis  1923  unter  Verteilung  auf  öffentliche
  und  private  Guthaben  entwickelt  haben,  ist  aus  Tabelle  24  zu  ersehen.

Von  Interesse  ist  ferner  ein  Vergleich  der  Gesamtjahresschlußziffern  der
fremden  Gelder  mit  den  Ziffern  des  Banknotenumlaufs.  Es  betrug:

d.  h.  In  Prozenten
des  Notenum-1.

  Der  Notenumlauf  2.  Der  Bestand  an  Glroguthaben  laufs  ausgedrüct
31.  Dez.  1918  22  Milliarden  Mark  13  Milliarden  Mark  59
„,  „  1919  36  „  „  17  „  „  47%
„,  „  1920  69  „  „  22  „  „  32½%
„  „  1921  114  „  „  33  „  „  29%⅝
„  „  1922  1280  „  »  530  „  „  41½

15.  Nov.  1923  93  Trillionen  „  129  Trillionen  „  139

Aus  der  Gegenüberstellung  ergibt  sich,  daß  sich  das  Verhältnis  der
fremden  Gelder  zu  den  Noten  in  den  Jahren  1918  bis  1921  stark  zu  ungunsten
der  Giroguthaben  verschoben  hat,  während  in  den  beiden  letzten  Inflationsjahren
eine  entgegengesetzte  Entwicklung  sich  zeigte.  Die  besonders  auffällige  Verschiebung
  im  letzten  Jahre  erklärt  sich  daraus,  daß  der  Notenumlauf  der  Reichsbank
  Ende  1922  fast  allein  den  Bedarf  an  baren  Zahlungsmitteln  bestritt,  während
am  15.  November  1923  neben  93  Trillionen  Mark  an  Reichsbanknoten  noch  mehr
als  das  Sechs=  bis  Siebenfache  an  anderen  Zahlungsmitteln  (kleine  Stücke  der
Reichsgoldanleihe,  wertbeständiges  und  nicht  wertbeständiges  Notgeld)  im
Verkehr  war.

Die  Stückzahl  der  Girobuchungen,  die  für  die  Beurteilung  der  von  der
Reichsbank  geleisteten  Arbeit  von  größerem  Werte  ist  als  die  Ziffern  der  durch
Addition  völlig  ungleichwertiger  Papiermarkbeträge  errechneten  Giroumsätze,

betrug:  1913  26,5  Millionen  Stück
1918  33,4  „  „
1919“)  37,0  „  l
1920“)  42,9  „  „
19217)  45,6  „  „
1922  58,3  „  „
1923  79,66  „  „

*)  Ohne  die  3  Bankanstalten  in  Elsaß-Lothringen,  für  die  nur  unvollständige  Angaben  gemacht
werden  konnten.
        <pb n="151" />
        Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilifierung  der  Mark  (1918—1923)  143

Dabei  kommt  die  Zunahme  der  tatsächlichen  Belastung  der  Bank  in  dieser
auf  das  Dreifache  der  Ziffer  des  letzten  Friedensjahres  gesteigerten  Summe  der
Girobuchungen  längst  nicht  voll  zum  Ausdruck.  Es  darf  nicht  vergessen  werden,
daß  schon  die  Verbuchung  der  großen  Zahlen  die  Schreibarbeit  erheblich  vermehrte.
  Dazu  traten  die  Schwierigkeiten,  die  sich  aus  der  durch  die  Entwertung
der  Mark  notwendig  werdenden  Abrundung  der  Beträge  ergaben.  Es  gelang
erst  allmählich,  das  Publikum  und  die  zahlreich  eingestellten  ungeübten  Hilfskräfte
  der  Bank  selbst  an  diese  Maßnahmen  zu  gewöhnen.  Die  Folge  waren
erhebliche  Unstimmigkeiten,  die  wiederum  neue  Arbeitskräfte  zur  Abstimmung
der  Bücher  nötig  machten.

In  der  Hauptsache  war  die  Vermehrung  der  Stückzahl  der  Girobuchungen
eine  Folge  der  Inflation  und  der  durch  sie  bewirkten  Beschleunigung  der  Umlaufsgeschwindigkeit
  des  Geldes,  auch  des  Giralgeldes.  Um  die  Entwertung
zu  vermeiden,  hoben  die  Girokunden  ihre  Guthaben  stets  auf  der  Stelle  ab  oder
verwandten  sie  zu  Überweisungen.  Zur  Bewältigung  der  gesteigerten  Überweisungsmengen
  wurden  die  Einlieferungsfristen  beschränkt,  Mindestbeträge
vorgeschrieben,  Sondergebühren  für  Eilaufträge  und  dergleichen  erhoben.  Stark
überlastete  Bankanstalten  schlossen  im  Einverständnis  mit  den  übrigen  Geldinstituten
  am  Orte  an  einzelnen  Wochentagen  die  Schalter,  um  Rückstände  aufarbeiten
  zu  können.  Als  die  Privatbanken  ihre  Provisions=  und  Zinssätze  stark
heraufsetzten  und  schnell  höher  schraubten,  wanderten  viele  Kunden  von  ihnen
ab  zur  Reichsbank.  Ein  großer  Teil  dieser  Konten  wurde  übrigens  nach  Eintreten
  der  Markstabilisierung  am  Jahresschluß  wieder  aufgelöst.  Je  stockender
der  Überweisungsverkehr  infolge  Überlastung  zu  arbeiten  begann,  desto  lebhafter
entwickelte  sich  die  Verfügung  über  Giroguthaben  durch  bestätigte  Reichsbankschecks,
  die  vielfach  an  die  Stelle  von  eiligen  ÜUberweisungen  traten,  indem  sie  mit
Bahn  oder  Auto  an  andere  Plätze  befördert  und  umgehend  bei  der  dortigen
Reichsbankanstalt  verwertet  wurden.  Die  Ausfertigung  der  bestätigten  Schecks
vervielfachte  die  Arbeitsleistung  der  Reichsbank  insofern,  als  mehrfache
Buchungen  und  besondere  Kontrollmaßnahmen  notwendig  wurden,  die  in  der
bargeldähnlichen  Verwendbarkeit  dieser  Schecks  begründet  waren.  Als  die  Umlaufsgeschwindigkeit
  des  Geldes  infolge  der  Stabilisierung  sich  verlangsamte,
schrumpften  die  Girogeschäfte  schnell  zusammen.

Wegen  weiterer  Angaben  über  den  Giroverkehr  (Ziffern  der  gesamten
Giroumsätze  —  Einnahmen  und  Ausgaben  —,  die  Giroübertragungen,  die  Zahl
der  Kontoinhaber,  die  Umsätze  und  Guthaben  der  Reichs=  und  Staatskassen  pp.)
wird  auf  Tabellen  20  bis  24  verwiesen.
        <pb n="152" />
        Sonstige  Geschäfte
der  Bank

144  Die  Reichsbank  vom  Kriegsende  bis  zur  Stabilisierung  der  Mark  (1918—1923)

Zu  erwähnen  ist  noch,  daß  sich  die  Bank  im  Herbst  1923  entschloß,  zur
Schaffung  wertbeständiger  Anlagemöglichkeit  für  kurze  Fristen  und  Ersparung
von  Devisen  als  Zahlungs=  und  Anlagemittel  einen  Gold-Giroverkehr,  den
Kontomark-Giroverkehr,  einzurichten,  der  auf  der  Einzahlung  von
Devisen  beruhte,  wobei  eine  zusätzliche  Einzahlung  von  Papiermark  bis  zur
Höhe  von  25%  des  eingezahlten  Devisenwertes  zugelassen  war.  Als  Kontomark
galt  der  Wert  von  ½  3.  Der  Verkehr  wurde  am  20.  September  1923  in  Berlin
aufgenommen.

Die  Gesamtumsätze  der  Kontomark-  Giroabteilung  betrugen  vom
20.  September  bis  20.  November  1923  2  498  576,48  Kontomark.

Der  niedrigste  Bestand  betrug  am  21.  September  1923  Kontomark  124  800,—,
der  höchste  Bestand  betrug  am  12.  November  1923  „  1  132  610,66,
der  durchschnittliche  Bestnd  „  854  608,75.

Die  Stückzahl  der  in  Berlin  zentralisierten  Konten  betrug  11.

über  die  Entwicklung  des  Bestandes  der  Bank  an  eigenen  Wertpapieren,
an  unverzinslichen  Depositen,  an  verschlossenen  Depositen,  an  offenen  Depots  und
über  die  Entwicklung  der  ins  Stocken  geratenen  Wechselforderungen  ergeben  die

Tabellen  29,  51,  52,  56  näheres.
        <pb n="153" />
        Die  Stabilisierung  der  Mark

Oas  Jahr  1923  brachte  eine  wachsende  und  schließlich  bis  zu  einem  Fortschreltende
unerhörten  Grade  fortschreitende  Entwertung  der  Markvaluta.  dintmerüung

«  Den  unmittelbaren  besonderen  Anstoß  zu  dem  beschleunigten
Verfall  gab  der  Einbruch  der  Franzosen  und  Belgier  in  das
Ruhrgebiet,  der  die  bisherigen  ungünstigen  Einwirkungen  verschiedener  Art
katastrophal  verstärkte.  Die  hinzukommenden  Gründe  waren  im  wesentlichen
  doppelter  Natur.  Einerseits  litt  unter  den  Folgen  des  Einbruchs
die  deutsche  Handelsbilanz  auf  das  schwerste;  die  Ausfuhr  ging  zurück,
da  die  Produktion  unseres  wichtigsten  Industriegebietes  zu  einem  erheblichen
  Teil  stillgelegt  wurde,  und  die  Einfuhr  stieg,  weil  die  sonst  im  Ruhrgebiet
erzeugten  Kohlen  und  anderen  Produkte  nunmehr  aus  dem  Auslande  importiert
werden  mußten.  Andererseits  gestaltete  sich  die  Finanzlage  des  Reiches  immer
ungünstiger;  seine  Ausgaben  wuchsen  ganz  außerordentlich  angesichts  der  durch
den  passiven  Widerstand  bedingten  Aufwendungen,  insbesondere  der  Arbeitslosen=
  und  Kreditunterstützungen,  und  die  Einnahmen  sanken,  da  das  Ruhrgebiet
für  Steuern,  Eisenbahnfrachten  usw.  so  gut  wie  gänzlich  ausfiel.  Die  Folge  war,
daß  das  Reich  sich  genötigt  sah,  die  Ausgaben  noch  stärker  als  bisher  im  Wege
einer  Erhöhung  der  schwebenden  Schuld  durch  Diskontierung  von  Schatzanweisungen
  bei  der  Reichsbank  zu  decken.  Diese  Erhöhung  der  schwebenden
Schuld  mußte  aber  zu  einer  fortgesetzten  Steigerung  der  Inflation  führen,  da
der  Wiederabsatz  der  Schatzanweisungen  im  freien  Verkehr  völlig  ins  Stocken
geriet.  Es  kam  hinzu,  daß  durch  die  Gestaltung  der  politischen  Verhältnisse  die
Reichsbank  sich  genötigt  sah,  auch  unmittelbar  weitgehende  Kredithilfe  für  die
private  Wirtschaft  zu  leisten.

Da  die  Reichsbank  den  Bedarf  an  Zahlungsmitteln  zeitweise  nicht  voll
zu  befriedigen  vermochte,  wurde  die  Ausgabe  von  Notgeld  in  beschränktem
Umfange  gestattet.  Aber  bald  dehnte  sich  diese  Ausgabe,  ohne  daß  es  sich

I.  Tell  10
        <pb n="154" />
        146

Die  Stabilisierung  der  Mark

verhindern  ließ,  über  die  erlaubten  Grenzen  aus.  Kommunen,  Unternehmungen,
ja  selbst  kleinste  Betriebe  und  Einzelpersonen  gaben  Geldzeichen  aus,  die  nicht
nur  die  Deckung  eines  effektiven  Zahlungsmittelbedarfs  bezweckten,  sondern  in
großem  Umfange  auch  als  Kredit=  und  Inflationsgewinnquellen  mißbraucht
wurden.  Durch  diese  unberechtigte  Ausgabe  tatsächlich  in  den  Zahlungsmittelumlauf
  übergehender  Geldzeichen  wurde  die  Währungszerrüttung  außerordentlich
  verschärft.

Wie  stark  und  in  welchem  Maße  die  Papiermark  sich  entwertete,  ist
aus  der  nachstehenden  Übersicht  zu  ersehen.

Verhältnis  der  Goldmark  zur  Papiermark  im  Jahre  1923

unter  Zugrundelegung  des  Mittelkurses  aus  den  amtlichen  Notierungen  der  Berliner  Börse

für  Auszahlung  New  York  —  1  Goldmark  —  Papiermark“")

Tag  Jan.  Febr.  März

April

Mai

Juni

Juli

August

Sepl.

Oktober  Nov.

Dez.

in  Mark

in  Millionen  M

5431
54268

———*i

Diese  Tabelle  bringt  die  effektive

günstiger  waren.

5430%
54245

13576
13221
13114
12935
13233
14774
14287
14293
16556

17806
18640

18152
14888
18342
18938
18700
20010

19236
20069
23524
25727
25656
27395

35256

27216
30015
36447
35732
36804
36804

38114
38114
38257
3954#
41926
41926

42873
44427
44546
44546
44546

4594
51930
51930
67653
83375
93620
181042
181042
262034
262034

262034
262034

393052
786103
1157716
1157716
929031

881388
714639
643  175
643  175
762282

10004495
1310172
1262529
1210  122
1119602

1333993
1524564
1786598
2620344
2453595

2310667
3096770
4764262
7908675
12625294

12077404
15769706
22  868  456
22010889
21534463

31  491770
35731963
43354  782
43354782
26203440

35017324
28823784
30014849
33921544
38114094

57647567
76228  188
104  813759
131017199
1429278533

100049
150074
150074
150074

199622568
285855  700„
708683938
1205358227
9528652353

150074
200099
300148
600  297
600  297
600  297

600297
1000000

9528523534/1000000
133399329481  000000
15007424  566  1000000
15483850743
15483850743|1000000
15483850743/11000000

–  1000000
15  483850  743/1000000
15483850743/1000000
17270448905

895681212
976673662
1310  1711986
19#43818801
2858557060

150074  1.

3096811000000

—

76228
1000491000  000

1000000

100049

1000  000
1000000
1000000

1000000

1000000
1000000
1000000

1000000

Geldentwertung  nicht  einmal  zum  vollen
Ausdruck,  da  die  Notierungen  an  den  Auslandsbörsen  vielfach  noch  un-*)

  Die  Umrechnung  erfolgte  bis  zum  19.  November  auf  Grund  der  genauen  Münzparität  von
        <pb n="155" />
        Die  Stabilisicrung  der  Mart  147

Die  wirtschaftlichen  Wirkungen  der  fortschreitenden  Geldentwertung
waren  furchtbar.  Die  deutsche  Mark  büßte  ihre  Fähigkeit,  Zahlungsmittel  im
Verkehr  mit  dem  Auslande  zu  sein,  nahezu  völlig  ein;  sie  versagte  aber  auch  im
Inlandsverkehr  mehr  und  mehr  nicht  nur  in  ihrer  Funktion  als  Wert—
aufbewahrungsmittel  und  Wertmesser,  sondern  an  vielen  Stellen  sogar  als
Zahlungsmittel.  Der  Verkehr  stockte,  Handel  und  Wandel  wurden  gelähmt,  da
jeder  Verkäufer  befürchten  mußte,  daß  der  erzielte  Kaufpreis  binnen  kurzem  sich
entwerten  und  die  Wiedereindeckung  mit  Waren  gleicher  Menge  und  Güte  unmöglich
  sein  würde.  Der  Spartrieb  erstarb  oder  stellte  sich  auf  den  Erwerb  von  Sachwerten
  aller  Art  und  um  jeden  Preis  ein,  weil  die  Bank=  und  Sparkassenguthaben
in  Papiermark  fortgesetzt  wachsenden  Verlusten  unterworfen  waren.  Jeder  suchte
die  erhaltenen  Zahlungsmittel  sofort  wieder  auszugeben,  was  die  Umlaufsgeschwindigkeit
  des  Geldes  und  die  Wirkungen  der  Inflation  immer  mehr
steigerte.  Viele  private  Wirtschaftskreise  hatten  sich  unter  diesen  Umständen
schließlich  veranlaßt  gesehen,  ausländische  Zahlungsmittel  im  Geldverkehr  zu
benutzen  und  Verträge  aller  Art  nicht  mehr  auf  Mark,  sondern  auf  der  Grundlage
  irgendwelcher  anderen  Wertbestimmungen  (marktgängiger  Waren,  Devisen,
Edelmetalle,  Indexziffern  usw.)  abzuschließen.  Vor  allem  wurde  die  Finanzierung
  der  Ernte  gefährdet,  da  die  Landwirte  erklärlicherweise  Anstand  nahmen,
ihr  Getreide  gegen  ein  sich  dergestalt  entwertendes  Geld  zu  verkaufen,  zumal  sie
nach  Art  ihres  Wirtschaftsbetriebes  zur  Anlage  des  Geldes  in  vor  Entwertung
schützenden  zweckmäßigen  anderen  Werten  in  der  Regel  nicht  in  der  Lage  waren.
So  drohte  eine  Hungersnot  bei  gefüllten  Scheuern.

Nicht  minder  verderblich  war  die  Entwertung  trotz  des  Rückgriffs  auf  die
Kredite  der  Reichsbank  für  die  finanziellen  Interessen  des  Reichs.  Die  Erhebung
von  Steuern  war  auf  das  äußerste  erschwert,  ja,  nahezu  unmöglich  gemacht;  denn
die  veranlagten  Steuerbeträge  hatten  sich  bis  zum  Zeitpunkte  des  Steuereinganges
  eben  auch  wieder  entwertet.  Selbst  die  Einführung  von  Steuern  auf
wertbeständiger  Basis  (Goldmark)  half  nicht  mehr,  weil  die  in  Papiermark  gezahlten
  Beträge  in  der  Hand  der  Steuerkassen  zwischen  dem  Zeitpunkt  der
Zahlung  und  dem  der  Wiederverwendung  ihren  Wert  weniger  oder  mehr
verloren.

Dazu  kamen  schwere  politische  Gefahren.  In  sämtlichen  besetzten  Gebieten
  drang  der  französische  Frank  mehr  und  mehr  in  den  Verkehr  ein,  da  er
gegenüber  dem  weichenden  Wert  der  Mark  eine  gewisse  Wertbeständigkeit  zeigte.
Daneben  bemühten  sich  die  Separatisten  um  die  Einführung  eines  rheinischen

10

Wirtschaftliche  und
politische  Wirkungen
der  fortschreitenden
Geldentwertung
        <pb n="156" />
        Vorbereitungen
zur  Stabilisierung
der  Mark

148  Die  Stabilisierung  der  Mark

Goldfranken;  auch  die  Gründung  einer  rheinisch-westfälischen  Notenbank  und
in  Verbindung  damit  die  Schaffung  einer  auf  den  Dollar  gestellten  „Rheinmark“
wurden  erwogen.  Hätten  derartige  Versuche  und  Erwägungen  zum  Ziel  geführt,
  so  würde  das  Entstehen  einer  selbständigen  rheinischen  Währung  die  wirtschaftliche
  Verbindung  mit  den  übrigen  Teilen  des  Deutschen  Reiches  zerschnitten
haben.  Abgesehen  von  weitergehenden  Folgen  hieraus  war  auch  im  Zusammenhang
  mit  der  stetig  sinkenden  Kaufkraft  der  Einkommensbezüge  breiter  Bevölkerungsschichten
  die  Gefahr  innerer  Unruhen  im  unbesetzten  Teile  des  Reiches
nahegerückt.

Nach  Aufhebung  des  passiven  Widerstandes  im  Ruhrgebiet  war  die
Situation  derart,  daß  eine  Stabilisierung  der  Währung  mit  allen  Mitteln  herbeigeführt
  werden  mußte,  wenn  nicht  die  deutsche  Wirtschaft  der  Auflösung  und
das  Reich  der  Anarchie  verfallen  sollten.  Es  kam  darauf  an,  die  Reichsfinanzen  zu
sanieren,  das  Zentralnoteninstitut  von  der  Finanzierung  der  Reichsbedürfnisse
zu  befreien  und  dann  die  Inanspruchnahme  der  Notenpresse  auf  ein  währungspolitisch
  und  volkswirtschaftlich  tragbares  Maß  wieder  zurückzuführen.  Ohne
Sanierung  der  Reichsfinanzen  war  die  Aufgabe  jedenfalls  nicht  zu  lösen.  Die
Sanierung  setzte  andererseits  aber  voraus,  daß  das  Reich  bis  zu  ihrer  Durchführung
  die  zur  Aufrechterhaltung  einer  geordneten  Reichswirtschaft  erforderlichen
  Kredite  erhielt.  Eine  Reihe  von  Projekten  ernsthafter  Sachverständiger
wurde  der  Regierung  vorgelegt.  Sie  erstrebten  zum  Teil  eine  vorläufige,  zum
Teil  eine  auf  die  Dauer  berechnete  Lösung  der  Währungsfrage.  Wenn  die  gesetzlichen
  Körperschaften  sich  schließlich  für  das  von  Helfferich  stammende,  von  ihm
selbst  nur  als  vorübergehende  Lösung  angesehene  Rentenbankprojekt  entschieden,
so  geschah  es  in  erster  Linie  deshalb,  weil  es  die  freiwillige  Mitarbeit  sämtlicher
Wirtschaftskreise,  insbesondere  auch  der  Landwirtschaft,  an  dem  Sanierungswerke
  sicherte.  Die  Fundierung  der  Rentenmark  auf  Grund  und  Boden,  ihre
ursprüngliche  Abstellung  auf  den  Wert  des  Roggens  und  der  stark  agrarische
Einschlag  in  der  Leitung  der  Deutschen  Rentenbank  weisen  deutlich  darauf  hin,
welche  psychologischen  Momente  für  das  Gelingen  der  Währungssanierung,  für
die  Wiederherstellung  des  allgemeinen  Vertrauens  und  für  die  Heranbringung
der  Ernte  an  den  Markt  als  wünschenswert  oder  notwendig  erachtet  wurden.
        <pb n="157" />
        Die  Stabilisierung  der  Mark  149

Die  Grundzüge  der  Verordnung  über  die  Errichtung  der  Deutschen
Rentenbank  vom  15.  Oktober  1923  (RGl.  I  S.  963)  gingen  dahin:  Die  Belastung
  der  Grundstücke  und  Betriebe  in  Form  der  Begründung  von  Grundschulden
  und  der  Ausstellung  von  Obligationen  wurde  auf  3200  Millionen  Goldmark
  festgesetzt.  Auf  Grund  dieser  Belastung  wurde  eine  von  Angehörigen
der  wirtschaftlichen  Berufsstände  selbst  zu  leitende  Bank,  die  Rentenbank,  mit
einem  Grundkapital  von  3200  Millionen  Rentenmark  gebildet,  welche  in  Höhe
ihres  Besitzes  an  den  vorbezeichneten  Grundschulden  und  Obligationen  auf  Goldmark
  lautende  verzinsliche  Rentenbriefe  ausstellte.  Die  Rentenbriefe  dienen
als  Unterlage  für  die  Ausgabe  von  Rentenbankscheinen,  welche  als  Zahlungsmittel
  gesetzlich  zugelassen  sind,  von  den  öffentlichen  Kassen  als  Zahlungsmittel
angenommen  werden  und  zum  Nennwert  gegen  die  Rentenbriefe  umtauschbar
sind.  Die  Gesamtsumme  der  auszugebenden  Rentenbankscheine  stellte  sich  auf
3200  Millionen  Rentenmark,  von  denen  1200  Millionen  zu  Krediten  an  das
Reich  und  1200  Millionen  zu  Krediten  an  die  Wirtschaft  Verwendung  fanden,
während  der  Rest  mit  800  Millionen  in  Reserve  blieb.  Von  den  Krediten  an
das  Reich  wurde  ein  auf  höchstens  300  Millionen  Rentenmark  bemessener  Teil
zur  Einlösung  der  umlaufenden  Reichsschatzanweisungen  bestimmt.  Sobald  die
Deutsche  Rentenbank  mit  der  Ausgabe  von  Rentenbankscheinen  begonnen  hatte,
durften  Schatzanweisungen  bei  der  Reichsbank  nicht  mehr  diskontiert  werden.
Die  Kreditverteilung  an  die  Wirtschaft  erfolgte  durch  Vermittlung  der  Reichsbank
  und  der  Privatnotenbanken.

Die  Einrichtung  der  Rentenbank  und  die  Notwendigkeit  einer  Mitwirkung
  der  Reichsbank  bei  der  Ausgabe  wertbeständiger  Zahlungsmittel  machte
eine  Anderung  des  Bankgesetzes  erforderlich,  die  durch  Verordnung  vom
26.  Oktober  1923  (RGBl.  II  S.  402)  vollzogen  wurde.  Die  Verordnung
gestattete  der  Reichsbank,  zur  Verstärkung  ihrer  Betriebsmittel  Rentenmarkdarlehne
  bei  der  Deutschen  Rentenbank  aufzunehmen,  sowie  Rentenbriefe  und
Rentenbankscheine  zu  kaufen,  zu  verkaufen  und  im  Lombardverkehr  zu  beleihen.
Der  Bestand  an.  Rentenbankscheinen,  insoweit  er  unter  Hinzurechnung  der

Die  Deutsche
Rentenbank

nderung  des
Bankgesetzes
        <pb n="158" />
        151)  Die  Stabilisierung  der  Marl

Bestände  an  auf  Rentenmark  lautenden  Wechsel-  und  Lombardforderungen  den
jeweiligen  Betrag  des  bei  der  Deutschen  Rentenbank  aufgenommenen  Darlehns
überschritt,  wurde  dabei  als  Deckung  der  in  Umlauf  befindlichen  auf  Papier—
mark  lautenden  Banknoten  zugelassen.  Da  die  Reichsbank,  wie  erwähnt,
inzwischen  dazu  übergegangen  war,  wertbeständige  Kredite  im  Wege  des
Wechsellombards  zu  erteilen,  wurde  gleichzeitig  bestimmt,  daß  neben  den  dis—
kontierten  Wechseln  künftig  auch  die  lombardierten  Wechsel  als  Notendeckung
dienen  dürften.  Zwecks  Vorbereitung  einer  endgültigen  Währungsreform,  die
nur  auf  der  Goldbasis  durchzuführen  war,  gestattete  die  Verordnung  die
Schaffung  von  auf  Goldmark  lautenden,  gegen  Golddevisen  einlösbaren  Reichsbanknoten,
  die  mindestens  zu  einem  Drittel  durch  einen  besonderen,  nur  zu  ihrer
Deckung  bestimmten  und  nur  für  den  Anspruch  aus  ihnen  haftenden  Bestand  an
Gold  und  Golddevisen,  im  übrigen  durch  auf  Goldmark  lautende  Wechsel  und
Schecks,  voll  gedeckt  sein  sollten.  Daneben  wurde  der  Reichsbank  die  Befugnis
zur  Ausgabe  wertbeständiger  wie  nicht  wertbeständiger  unverzinslicher  Schuldverschreibungen
  mit  beschränkter  Laufzeit  verliehen,  um  ihr,  die  über  Reichsschatzanweisungen
  nicht  mehr  verfügte,  die  Möglichkeit  zu  geben,  durch  Diskontierung
  der  Schuldverschreibungen  flüssige  Mittel  heranzuziehen  und  dadurch
regulierend  auf  den  Geldmarkt  einzuwirken.  Die  spätere  Entwicklung,  insbesondere
  die  im  Jahre  1924  auf  Grund  des  Dawesplanes  erfolgte  Neuregelung
führte  dahin,  daß  die  Reichsbank  tatsächlich  weder  von  der  Befugnis  zur  Ausgabe
  von  Goldmarknoten  noch  von  der  Befugnis  zur  Ausgabe  von  Schuldverschreibungen
  Gebrauch  gemacht  hat.  Des  weiteren  verlängerte  die  Verordnung
  das  seit  1921  bestehende  Provisorium  der  Aufhebung  der  Dritteldeckungsvorschriften
  für  den  Banknotenumlauf  bis  zum  31.  Dezember  1925.
Endlich  bestimmte  sie,  daß  die  Reichsbank  ausgegebene  Banknoten  auch  bei
Nichtvorliegen  der  für  einen  Aufruf  geltenden  Voraussetzungen  (umlaufende
Fälschungen,  Beschädigung  oder  Beschmutzung  des  größeren  Teils  der  umlaufenden
  Menge)  aufrufen  und  aus  dem  Verkehr  zurückziehen  könne.  Die
Reichsbankleitung  sollte  auf  diese  Weise  in  den  Stand  gesetzt  werden,  der  durch
die  Entwicklung  des  Zahlungsmittelumlaufs  hervorgerufenen  Vielfältigkeit  der
im  Verkehr  befindlichen  Notentypen  ein  Ende  zu  machen.

Nachdem  die  Verzögerung  in  den  Verhandlungen  über  die  Errichtung
der  Rentenbank  und  die  technischen  Vorbereitungen  der  Bank  das  Reich  inzwischen
  genötigt  hatten,  einen  Teil  der  auf  Dollar  lautenden  Reichsgoldanleihe
        <pb n="159" />
        Dir  Stabilisierung  der  Mark  151

in  kleinsten  Abschnitten  als  Zahlungsmittel  in  den  Verkehr  zu  geben,  begann  die
Rentenbank  am  15.  November  1923  mit  der  Ausgabe  ihrer  Scheine.  Mit  dem
gleichen  Tage  trat  auch  die  Verordnung  zur  Abänderung  des  Bankgesetzes  vom
26.  Oktober  1923  in  Kraft.

Die  Wirkung  der  Ausgabe  der  wertbeständigen  Geldzeichen  war  eine
überraschende.  Wie  sich  schon  hinsichtlich  der  ausgegebenen  Reichsgoldanleihestücke
  und  wertbeständigen  Notgeldscheine  gezeigt  hatte,  wurde  auch
die  Rentenmark  von  der  gesamten  Bevölkerung  mit  vollem  Vertrauen  in  die
Wertbeständigkeit  aufgenommen.  Mit  Hilfe  der  gesunderen  Finanzpolitik  sowie
durch  bank=  und  kreditpolitische  Maßnahmen  der  Reichsbank,  insbesondere  dadurch,
  daß  die  Reichsbank  die  Rentenmark  zu  einem  festen  Kurse  gegen  ihre
eigenen  Noten  jederzeit  zu  geben  und  zu  nehmen  sich  freiwillig  bereit  erklärte,
und  daß  die  Kreditgewährung  der  Bank  nach  streng  währungspolitischen  Grund.
sätzen  geführt  wurde,  gelang  es  vom  20.  November  1923  ab  —  von  vorübergehenden
  geringfügigen  örtlichen  Abweichungen  während  der  ersten  Monate  abgesehen
  —,  die  Währung  stabil  zu  erhalten  auf  der  Grundlage  1  Billion  Papiermark
  —  1  Goldmark  —  1  Rentenmark.

Mit  der  Stabilisierung  der  Mark  zeigte  sich  nunmehr  allgemein  und  in
erschreckender  Deutlichkeit,  daß  der  Niederbruch  der  Währung  zu  einer  völligen
Verschiebung  der  gesamten  Grundlage  der  deutschen  Volkswirtschaft  geführt
hatte.  Weite  Gewerbeschichten  und  Bevölkerungskreise  waren  verarmt,  nur
wenige  Nutznießer  der  Inflation  hatten  sich  bereichern  können.  Die  flüssigen  Betriebskapitalien
  waren  zerstört;  die  Unterbindung  der  Kapitalnenbildung  und
der  Sparmöglichkeit  in  dem  früher  üblichen  Sinne  hatte  dazu  geführt,  daß  übermäßige
  Beträge  Anlage  in  Sachwerten  verschiedenster  Art  gefunden  hatten,  soweit
  sie  nicht  im  Luxuskonsum  aufgegangen  waren.  Die  deutsche  Wirtschaft
ging  weitgehend  von  Geldkapital  entblößt  und  illiquide  aus  der  Inflationsperiode

  hervor.  Die  zwangsläufige  Folge  war  eine  außerordentliche  Verschärfung

  des  auch  vorher  schon  dringlichen  Kreditbedarfs,  der  sich  angesichts
des  Fehlens  oder  Versiegens  anderer  Kreditquellen  in  immer  stärkerem  Maße
bei  der  Reichsbank  geltend  machte.  Aber  Handel  und  Wandel  lebten  doch  verhältnismäßig
  schnell  wieder  auf,  die  Warenlager  öffneten  sich,  die  Ernten  konnten

Die  Wirkungen  der
Markstabilisierung
        <pb n="160" />
        152  Die  Stabilisierung  der  Mark

dem  Verbrauch  zugeführt  werden,  die  Umlaufsgeschwindigkeit  des  Geldes  sank
erheblich,  der  Spartrieb  belebte  sich,  und  Bankguthaben  begannen  sich  neu  zu
bilden.  Mit  Hilfe  der  Kredite  der  Rentenbank  vermochte  die  Reichsfinanzverwaltung
  den  finanziellen  Bedarf  des  Reichs  so  lange  zu  decken,  bis  die  Ausgleichung
  des  Etats  im  Steuerwege  herbeigeführt  wurde.

In  den  besetzten  Gebieten  hatte  die  Besatzungsbehörde  zunächst  weder  die
Goldanleihe=  noch  die  Rentenmarkzahlungsmittel  zugelassen,  und  die  Entwertungsstadien
  der  Mark  sowie  die  Ausgabe  von  genehmigtem  und  ungenehmigtem  Notgeld
  hatten  dort  noch  ganz  erheblich  schlimmere  Formen  angenommen  als  im
übrigen  Reichsgebiet.  Nach  Stabilisierung  der  Mark  trat  auch  im  besetzten  Gebiet
  in  bezug  auf  den  Zahlungsmittelumlauf  ein  vollkommener  Wandel  ein.
Der  französische  Frank,  der  sich  der  stabilen  Mark  gegenüber  mehr  und  mehr  entwertete,
  floß  ab.  Die  Versuche,  im  Rheinlande  eine  gesonderte  Währung  zu
schaffen,  wurden  gegenstandslos,  und  die  separatistischen  Bestrebungen
scheiterten  völlig.

Die  Reichsbank  sah  sich  mit  Beginn  der  Stabilisierung  in  der  Führung
ihrer  Währungs=  und  Kreditpolitik  wiederum  vor  vollkommen  neuartige,  überaus
  schwierige  Aufgaben  gestellt.  Die  Sorge  um  die  Stabilerhaltung  der
Währung  bedingte  einmal  eine  Reinigung  und  Vereinheitlichung  des  Geldwesens,
  insbesondere  die  Ausmerzung  der  von  der  Inflationsperiode  her  noch
umlaufenden  großen  Mengen  an  Notgeld,  eine  Aufgabe,  die  ebenso  wie  die
Herausziehung  der  kleinen  Goldanleihestücke  aus  dem  Zahlungsverkehr  bis  Ende
Mai  1924  im  wesentlichen  durchgeführt  werden  konnte,  andererseits  erforderte
die  Bewirtschaftung  der  Rentenmark  und  die  Regelung  ihres  Umlaufs  größte
Aufmerksamkeit  sowie  eine  Reihe  von  Maßnahmen  namentlich  hinsichtlich
des  Giro=  und  des  Kreditverkehrs  in  Rentenmark  sowie  des  Umtausches
von  Rentenmark  gegen  Papiermark.  Erwähnung  verdient,  daß  die  Reichsbank
  Hand  in  Hand  mit  der  Errichtung  des  Rentenmark-Giroverkehrs
auch  noch  die  Einrichtung  eines  Dollar-Giroverkehrs  vorgesehen  hatte,
der  an  die  Stelle  des  im  Herbst  1923  geschaffenen,  wenig  benutzten  Kontomark-Giroverkehrs
  trat.  Wie  dieser  blieb  auch  der  am  20.  November  1923  eröffnete
  Dollar-Giroverkehr  auf  Berlin  beschränkt.  Er  wurde  späterhin  mit  der
Einführung  der  Reichsmarkwährung  ebenso  wie  der  Rentenmarkkredit=  und
-giroverkehr  wieder  eingestellt,  ohne  eine  große  Ausdehung  gewonnen  zu  haben.
        <pb n="161" />
        Die  Stabilisierung  der  Mart  153

Die  Kreditpolitik  der  Reichsbank  hatte  darauf  Rücksicht  zu  nehmen,  daß
bei  der  herrschenden  Kapitalknappheit  die  Fortführung  der  deutschen  Wirtschaft
ohne  Unterstützung  der  Reichsbank  fast  ausgeschlossen  war.  Dabei  mußte  die
Kredithilfe  der  Bank  natürlich  eine  Wiederholung  von  Inflationserscheinungen
unbedingt  zu  vermeiden  suchen.  Es  war  die  Bewertung  der  Mark  an  den
ausländischen  Plätzen  und  die  Entwicklung  des  inländischen  Preisniveaus
fortlaufend  mit  der  größten  Sorgfalt  zu  beobachten,  um  irgendwelche  inflationistischen
  Folgen  im  Keime  ersticken  zu  können  und  die  Stabilität  der  Mark  aufrechtzuerhalten.
  Die  Reichsbank  sah  sich  genötigt,  ihre  Kredite  auf  die  Lebensnotwendigkeit
  der  kreditnehmenden  Wirtschaftskreise  abzustellen,  insbesondere
zunächst  die  allgemeinen  und  weitgehenden  Ansprüche  von  Handel  und  Industrie
gegenüber  denen  der  Landwirtschaft  und  des  Exports  zurückzudrängen.  Sie  war
schließlich  im  Interesse  der  Währung  gezwungen,  als  im  Februar  und  März  des
Jahres  1924  sich  ein  gewisses  Absinken  der  Mark  gegenüber  den  ausländischen
Valuten  zeigte,  mit  dem  7.  April  1924  die  weitere  Ausdehnung  der  Wechseldiskontierung
  vorläufig  vollständig  zu  unterbinden.  Der  Anlagebestand  vom
7.  April  hat  dann  längere  Zeit  als  Höchstgrenze  für  die  Kreditgewährung  der
Reichsbank  gedient,  allerdings  mit  der  Maßgabe,  daß  innerhalb  des  Gesamtkontingents,
  das  die  Bank  sich  damit  gesetzt  hatte,  eine  sachgemäße  Neuverteilung
der  Kredite  auf  die  einzelnen  Wirtschaftskreise  vorgenommen  wurde.

Die  bezeichnete  Politik  der  Bank  hatte  den  erwarteten  Erfolg.  Zur  Beschaffung
  von  Betriebsmitteln  wurden  Waren=  und  Devisenvorräte  seitens  der
Wirtschaft  in  großem  Umfange  abgestoßen,  so  daß  das  Warenpreisniveau  eine
merkliche  Senkung  erfuhr.  Die  Zuteilungsquoten  im  Devisenverkehr,  die  für
die  Hauptdevisen  zeitweilig  bis  auf  1  der  angeforderten  Beträge  hatten  herabgesetzt
  werden  müssen,  konnten  allmählich  eine  Erhöhung  erfahren.  Erstmalig  mit
dem  3.  Juni  1924  und  seit  dem  ununterbrochen  lief  sich  eine  volle  Zuteilung  aller
angeforderten  Devisen  ermöglichen.  Hiermit  waren  zugleich  die  Auswüchse  beseitigt,
  die  sich  auf  dem  Gebiete  des  Devisenverkehrs,  z.  B.  in  Form  von  Konzertanmeldungen,
  gebildet  hatten,  und  damit  auch  die  Maßregeln  überflüssig  geworden,  welche
die  Reichsbank  dagegen  hatte  treffen  müssen  (z.  B.  das  Verlangen  einer  vorherigen
  Anschaffung  des  Gegenwerts  der  angeforderten  Devisen,  sowie  die  Ausschließungen
  Zuwiderhandelnder  vom  Kredit-,  Giro=  oder  Devisenverkehr).

Trotz  der  offenbaren  Erfolge  ließ  es  aber  die  Gesamtsituation  des
deutschen  Geld=  und  Kapitalmarktes  in  dieser  Zeit,  wo  die  Währungs-  und
Notenbankreform  noch  nicht  zum  Abschluß  gekommen  war,  nicht  zu,  der  Kredit-Kreditrationierung
        <pb n="162" />
        Zins=  und  Spesensätze
im  Bankverkehr

154  Die  Slabilisierung  der  Mark

politik  der  Bank  eine  andere  Richtung  zu  geben.  Die  Gestaltung  des  Warenpreisniveaus
  und  der  Zinssätze,  sowie  unerwünschte  Erscheinungen,  wie  die
Nachwirkungen  der  Frankenspekulation  während  der  ersten  Monate  des  Jahres
1924,  erforderten  nach  wie  vor  die  sorgfältigste  Beachtung.

Um  die  Warenbeleihung  und  die  durch  sie  bedingte  Hochhaltung  des
Preisniveaus  noch  weiter  auszuschalten,  hatte  die  Bank  auch  im  Lombardverkehr
  entsprechende  Beschränkungen  getroffen  und  die  Bekanntmachung  vom
17.  März  1924  (Reichsanzeiger  Nr.  75  vom  28.  März  1924)  veranlaßt,  nach  der
die  Darlehnskassen  des  Reichs  mit  Wirkung  vom  30.  April  1924  für  den  Verkehr
geschlossen  wurden.

Schon  seit  Beginn  des  Jahres  1924  richtete  die  Bankleitung  im  Interesse
der  Schaffung  eines  breiteren  Kreditmarktes  außerhalb  der  Reichsbank  ihr  besonderes
  Augenmerk  auf  die  Ermäßigung  der  Zins=  und  Spesensätze  im  Bankverkehr
  und  auf  die  richtige  Verwendung  der  sogenannten  öffentlichen  Gelder.
Insbesondere  suchte  sie  durch  eingehende  Verhandlungen  mit  allen  Arten  der  am
Geldverkehr  beteiligten  Institute  die  Spanne  zwischen  Debet=  und  Kreditzinsen
herabzumindern,  um  die  Belastung  des  Kreditverkehrs  außerhalb  der  Reichsbank
den  billigen  Sätzen  der  Reichsbank  mehr  und  mehr  anzunähern.  Die  Bank  selbst
ermäßigte  im  eigenen  Giroverkehr  die  Mindestsalden  im  allgemeinen  auf
100  Rentenmark  bzw.  Billionenmark.  Bei  den  Bemühungen,  die  Verwaltung
und  Verwendung  der  Kapitalien,  welche  sich  auf  Grund  gesetzlichen  Zwanges
bildeten  oder  wie  die  Gelder  der  Sparkassen  und  Versicherungsgesellschaften  von
jeher  einer  Einwirkung  des  Staates  unterlegen  hatten,  nach  volkswirtschaftlichen
Gesichtspunkten  zu  regeln,  ergaben  sich  große  Schwierigkeiten,  denn  die  früheren
strengen  Anlagevorschriften  waren  während  der  Inflationsperiode  gesetzlich  oder
im  Verwaltungswege  vielfach  aufgegeben  oder  gelockert  worden,  um  den  Instituten
  die  Möglichkeit  zur  Erhaltung  ihrer  Vermögensbestände  zu  bieten;
andererseits  herrschte  nach  überwindung  der  Inflation  überall  das  Bestreben
vor,  durch  tunlichst  gewinnbringende,  den  Interessen  der  Allgemeinheit  häufig
zuwiderlaufende  Ausleihungen  die  entstandenen  Vermögensverluste  schnell  auszugleichen.
  Wenn  auch  die  fortgesetzten  Warnungen  der  Reichsbank  vielfach
das  nötige  Verständnis  fanden,  so  näherte  man  sich  in  der  Praxis  doch  dem  erstrebten
  Ziele  leider  nur  langsam.
        <pb n="163" />
        Die  Stabilisierung  der  Marl  155

Die  weitgehende  Kreditunterstützung,  welche  die  Reichsbank,  über  den
Rahmen  ihrer  eigentlichen  Aufgaben  hinausgehend,  im  Frühjahr  des  Jahres
1924  der  Landwirtschaft  hatte  zuteil  werden  lassen,  konnte  aus  währungspolitischen
  Gründen  natürlich  nicht  dauernd  fortgesetzt  werden.  Die  Be—
mühungen  der  Bankleitung,  hier  Wandel  zu  schaffen  und  den  landwirtschaftlichen
  Kreditnehmern  die  für  sie  notwendigen  längerfristigen  Kredite  zu  besorgen,
setzten  schon  frühzeitig  ein;  sie  gestalteten  sich  naturgemäß  außerordentlich
schwierig,  da  der  Wiederaufbau  eines  mit  den  noch  hohen  Zinssätzen  des  Geld—
marktes  wettbewerbsfähigen  Kapitalmarktes  bzw.  die  langfristige  Ausleihung
von  Kapitalien  nach  den  trüben  Erfahrungen  der  Inflationszeit  und  angesichts
des  vorhandenen  Kapitalmangels  dauernd  auf  die  größten  Widerstände  stieß.
Die  Bemühungen  der  Reichsbank  zielten  zunächst  darauf  ab,  diejenigen  Kapita—
lien,  z.  B.  der  Sparkassen,  der  öffentlichen  und  privaten  Versicherungsanstalten,
der  staatlichen  Kassen,  welche  vor  dem  Kriege  freiwillig  oder  gesetzlich  der  lang—
fristigen,  insbesondere  der  Hypothekenanlage  zugeführt  worden  waren,  auch
künftig  einer  derartigen  Anlage  nutzbar  zu  machen.

Als  letztes  Ziel  der  Stabilisierungspolitik  mußte  eine  möglichst  schnelle
Wiederherstellung  der  Goldwährung  ins  Auge  gefaßt  werden.  Sie  war  indes
ohne  Zuleitung  fremden  Kapitals  undenkbar.  Da  die  an  anderer  Stelle
erörterten  Verhandlungen  des  von  der  Reparationskommission  berufenen
Dawes-Komitees  Zeit  beanspruchten  und  außerdem  der  Zeitpunkt  der  politischen
Durchführung  ihrer  eventuellen  Vorschläge  ungewiß  blieb,  glaubte  die  Reichsbank
  zunächst  auf  dem  Wege  eigener  Initiative  fortschreiten  zu  sollen,  um  die
Stabilisierung  in  der  Zwischenzeit  weiter  zu  sichern.  Sie  errichtete  deshalb  auf
Grund  des  ihrer  Anregung  entsprungenen  Gesetzes  vom  19.  März  1924
(RGBl.  II  S.  71)  die  Deutsche  Golddiskontbank,  die  der  deutschen  Wirtschaft
aus  ihren  eigenen  Mitteln  und  durch  Inanspruchnahme  von  Rediskontmöglichkeiten
  im  Auslande  namhafte  Beträge  an  Goldkapitalien  zuführte  und  damit  die
deutsche  Kredit=  und  Währungslage  wesentlich  erleichterte.  Die  Reichsbank
führte  die  gesamten  Geschäfte  der  Golddiskontbank  für  deren  Rechnung.  Das

Bewirtschaftung  der
öffentlichen  Gelder

Die  Deutsche
Golddiskontbank
        <pb n="164" />
        156  Die  Stabilisierung  der  Mark

Eigenkapital  wurde  teils  aus  den  in  deutschen  Händen  befindlichen,  nicht  unerheblichen
  Devisenbeständen,  teils  mit  Hilfe  des  Auslandes  aufgebracht.  Das
Grundkapital  der  Bank  bestand  aus  10  Millionen  Pfund-Sterling,  von  denen  die
Reichsbank  5  Millionen  Pfund-Sterling  (Aktien  Gruppe  A)  und  ein  fast  die
gesamte  deutsche  Bankwelt  umfassendes  Konsortium  gleichfalls  5  Millionen
Pfund-Sterling  (Aktien  Gruppe  B)  übernahmen.  Die  Einzahlungen  erfolgten
in  Devisen,  und  zwar  auf  die  Aktien  der  Gruppe  A  mit  100%  und  auf  die
Aktien  der  Gruppe  B  mit  zunächst  25%  des  Nennwertes.  Der  Reichsbank  wurde
für  diesen  Zweck  von  der  Bank  von  England  ein  Kredit  von  5  Millionen  Pfund-Sterling
  eingeräumt.  Es  war  damals  beabsichtigt,  mit  der  Errichtung  der  endgültigen
  Währungsbank  die  laufenden  Geschäfte  der  Golddiskontbank  zu  liquidieren.
  Mit  Inkrafttreten  des  neuen  Bankgesetzes  wurde  die  Golddiskontbank
daher  ihres  übrigens  niemals  benutzten  Notenausgaberechts  entkleidet  und  mit
der  Liquidation  begonnen.  Die  Liquidation  ging,  obgleich  sie  ohne  jede  Schärfe
durchgeführt  wurde,  mit  unter  dem  Einfluß  des  Hereinströmens  anderweitiger
Auslandskredite  ziemlich  rasch  vonstatten,  und  die  von  der  Golddiskontbank
der  deutschen  Wirtschaft  gewährten  Kredite,  welche  in  den  Monaten  August  und
September  des  Jahre  1924  mit  rund  14  Millionen  Pfund-Sterling  ihren  Höchststand
  erreicht  hatten,  waren  etwa  Ende  Januar  1925  auf  die  Höhe  des  eigenen
Kapitals,  Anfang  Mai  1925  auf  etwa  3½  Millionen  Pfund-Sterling  gesunken.
Inzwischen  hatte  die  Reichsbank  sämtliche  Anteile  der  Bank  erworben,  wozu  sie
durch  ein  besonderes  Gesetz  vom  19.  März  1924  (RGBl.  II  S.  73)  ermächtigt
war,  und  den  bei  der  Bank  von  England  aufgenommenen  Kredit  in  Höhe  von
5  Millionen  Pfund-Sterling  —  bereits  vor  Fälligkeit  —  zurückgezahlt.  Den
Konsortialmitgliedern  wurden  in  Höhe  der  von  ihnen  gemachten  Goldeinzahlungen
  Bezugsrechte  auf  neue,  vom  1.  Januar  1925  ab  gewinnmberechtigte
Reichsbankanteile  eingeräumt.  Im  April  des  Jahres  1925  entschloß  sich  dann
die  Reichsbank  mit  Zustimmung  aller  beteiligten  Stellen,  die  Golddiskontbank
aus  dem  Liquidationszustande  wieder  herauszuführen,  da  es  im  Interesse  der
deutschen  Wirtschaft  und  angesichts  der  fortdauernden  Kapitalknappheit  erwünscht
  erschien,  auch  diese  volkswirtschaftlich  zweckmäßigste  Möglichkeit  der
Aufnahme  von  Auslandskrediten  den  am  Außenhandel  beteiligten  Wirtschaftskreisen
  zu  erhalten.  Die  Golddiskontbank  befindet  sich  demgemäß  seit  Mitte
Mai  1925  wieder  in  voller  Tätigkeit.  Ihre  Kredite  hatten  nach  dem  Stande
vom  23.  Dezember  1925  wieder  einen  Betrag  von  9,2  Millionen  Pfund-Sterling
  erreicht;  weitere  Kredite  in  Höhe  von  rund  400  000  Pfund-Sterling
        <pb n="165" />
        Die  Stabilisierung  der  Mark  157

waren  bereits  bewilligt,  aber  noch  nicht  in  Anspruch  genommen.  Ihr  Diskontsatz
  wurde  am  19.  September  1924  von  10  auf  8%  ermäßigt.  Er  senkte  sich
mit  der  Wiederaufnahme  der  Geschäfte  am  19.  Mai  1925  auf  7%  und  weiterhin
am  14.  Oktober  1925  auf  67.

Die  Politik  der  Reichsbank  hatte  in  den  Sommermonaten  1924  im  Zusammenhang
  mit  den  Hoffnungen,  welche  die  Annahme  des  Dawesplans  allgemein
  erweckte,  zu  einer  erheblichen  Stärkung  der  Situation  der  Bank  geführt,
so  daß  zugleich  in  Unterstützung  der  Verbilligungsbestrebungen  der  Regierung
verschiedene  Krediterleichterungen  eintreten  konnten,  z.  B.  eine  zunächst  10%ige
Erweiterung  des  Kontingents  im  Diskontverkehr  und  die  Zulassung  von  Sachwertanleihen
  im  Lombardgeschäft.  Nachdem  längere  Zeit  hindurch  nur  Warenwechsel
  bis  zur  Höchstlaufzeit  von  6  bis  8  Wochen  angekauft  worden  waren,
wurden  wieder  Dreimonatswechsel  zum  Diskont  zugelassen.  Demselben  Ziele
dienten  Rediskontzusagen  der  Reichsbank  an  die  Preußische  Staatsbank,  die
diese  in  den  Stand  setzten,  die  am  Markt  für  tägliches  Geld  überreichlich  vorhandenen
  Beträge  für  die  Wirtschaft  durch  Hereinnahme  von  Geschäftswechseln
nutzbar  zu  machen.  Die  Interessen  des  Exportgeschäfts  förderte  die  Reichsbank
durch  Ermäßigung  ihrer  Sätze  für  Auslandswechseldiskontierungen  und  durch
Senkung  des  Diskonts  bei  der  von  ihr  geleiteten  Golddiskontbank.  Im  übrigen
verblieb  der  Zinssatz  der  Reichsbank  während  des  ganzen  Jahres  1924  unverändert
  auf  10%  für  Diskontierungen  und  12  für  Lombardierungen.  Vom
16.  Oktober  1924  ab  nahm  die  Bank  von  der  Entwertungsklausel,  die  sie  bisher
noch  bei  allen  Krediten  beibehalten  hatte,  Abstand.

Über  die  einzelnen  Geschäfte  der  Bank  während  des  Jahres  1924  geben
die  Tabellen  Auskunft.

Krediterleichterungen
        <pb n="166" />
        <pb n="167" />
        Die  Bank-  und  Währungsreform

i  Die  Stabilisierung  der  Mark  mit  Hilfe  der  Rentenmark  sollte  und
konnte  nur  ein  zur  Hebung  der  unerträglichen  wirtschaftlichen
7  Notlage  bestimmtes  Provisorium  darstellen.  Eine  dauernde  Reform
#  der  deutschen  Währung  war  allein  auf  der  Goldbasis  ausführbar
und  setzte  eine  Regelung  der  Reparationsfrage  in  Verbindung  mit  einem  Darlehn
  des  Auslandes  voraus.  Die  Durchführung  des  Dawesplanes  hat  diese
Voraussetzung  verwirklicht.

Auf  Grund  der  Anregung  des  amerikanischen  Staatssekretärs  Hughes
trat  Anfang  1924,  berufen  durch  die  Reparationskommission,  ein  Ausschuß  von
namhaften  internationalen  Sachverständigen  in  Paris  zusammen,  um  für  die
Lösung  dieser  Frage  Vorschläge  zu  machen.  Ihr  Ergebnis  ist  der  sogenannte
Dawes--Plan,  der  in  der  Folge  von  allen  beteiligten  Ländern,  insbesondere  auch
von  Deutschland  selbst  als  geeignete  Grundlage  einer  internationalen  Abmachung
anerkannt  wurde.  Auf  ihm  beruht  das  Bankgesetz  vom  30.  August  1924.

Die  ausländischen  Sachverständigen  waren  naturgemäß  mit  der  Lage  in
Deutschland  im  einzelnen  nicht  näher  vertraut.  Sie  haben  jedoch  in  dem  Bedürfnis,
  sich  eingehend  über  die  maßgebenden  Verhältnisse  zu  informieren,
den  Reichsbankpräsidenten  zu  den  meist  in  Paris  abgehaltenen  Beratungen
zugezogen.  Die  ursprünglich  mehr  oder  weniger  radikalen  Projekte,  die
zunächst  erörtert  worden  waren,  wie  Gründung  einer  neuen  Notenbank
  für  Deutschland  mit  ausländischer  Leitung,  ja  sogar  mit  ausländischem
Sitz,  wurden  wesentlich  umgearbeitet.  Das  Ergebnis  der  Arbeiten  war  der
Annexl!  des  Dawes-Gutachtens,  der  den  Reformplan  für  die  Reichsbank  enthält.
Zwar  ist  auch  in  dem  Dawes-Plan  selbst  noch  von  der  Schaffung  einer  neuen

Das  Bankgesetz
vom  30.  Angust  1924
        <pb n="168" />
        160  Die  Bank=  und  Währungsreform

Notenbank  und  von  einer  Liquidierung  der  Reichsbank  die  Rede,  daneben  ist
jedoch  auch  die  Möglichkeit  offen  gelassen,  die  wesentlichen  Gedanken  des
Planes  durch  eine  Reform  der  Reichsbank  zu  verwirklichen.  Die  Entscheidung
über  diese  Frage  sollte  ein  Organisationskomitee  treffen,  welches  aus  dem  Präsidenten
  der  Reichsbank  und  dem  Londoner  Bankier  Sir  Robert  Kindersley,
Mitglied  des  Sachverständigenkomitees,  gebildet  wurde.  Das  Organisationskomitee
  entschied  die  Frage  im  Sinne  der  Beibehaltung  der  Reichsbank  und
begründete  diese  Entscheidung  in  seinem  Bericht  wie  folgt:

„Im  Hinblick  auf  die  Tatsache,  daß  die  Organisation  der  Reichsbank
mit  ihren  95  Hauptstellen  und  350  Zwischenstellen  nach  Ansicht  unseres
Komitees  für  jede  neue  Notenbank  nötig  sei,  kam  unser  Komitee  zu  dem
Schlusse,  daß  die  beste  Methode  zur  Herbeiführung  des  von  den  Experten
in  Aussicht  genommenen  Zustandes  unter  möglichst  geringen  Eingriffen  in
das  nationale  Leben  Deutschlands  zum  größten  Vorteil  aller  Beteiligten
darin  bestehen  würde,  die  bestehende  Bank  zu  reorganisieren  durch  Zuteilung
von  neuen  Anteilen  an  die  bisherigen  Anteilhaber,  wie  in  dem  Plane  vorgesehen,
  und  durch  weitere  Kapitalausgabe.“

Auf  Grund  des  Dawes-Planes  wurde  sodann  in  eingehender  Zusammenarbeit
  des  Organisationskomitees,  des  Reichsbank-Direktoriums  und  der  Reichsregierung
  ein  Entwurf  zum  Bankgesetz  ausgearbeitet,  der  gegenüber  dem  in
Annex  I  niedergelegten  Projekt  eine  erhebliche  Zahl  von  Veränderungen  aufweist,
welche  sich  als  zweifellose  Verbesserungen  des  ursprünglichen  Planes  darstellen.
Der  Entwurf  gelangte  nach  Genehmigung  durch  den  Reichstag  am  30.  August  1924
zur  Verabschiedung.  Die  Inkraftsetzung  des  Gesetzes  hing  von  dem  Abschluß
des  Vertrages  über  die  Auslandsanleihe  ab,  da  nach  dem  Sachverständigenbericht
diese  „ein  wichtiger  Bestandteil“  des  Planes  und  „in  erster  Linie  für  die  erfolgreiche
  Gründung  der  neuen  Bank  und  für  die  Sicherstellung  der  Währungsstabilisierung
  wichtig“  war.

Am  4.  Oktober  1924  stimmte  die  Generalversammlung  der  Reichsbank-Anteilseigner
  der  im  Gesetz  vorgesehenen  Umgestaltung  der  Reichsbank  und  der
damit  zusammenhängenden  finanziellen  Auseinandersetzung  zwischen  Reichsbank
und  Reich  widerspruchslos  zu.  Eine  Woche  später  (am  11.  Oktober),  unmittelbar
nach  dem  Zustandekommen  der  Vereinbarung  über  die  Auslandsanleihe,  trat  das
Bankgesetz  gemäß  Verordnung  über  das  Inkrafttreten  der  Gesetze  zur  Durchführung
  des  Sachverständigengutachtens  vom  10.  Oktober  1924  (RGBl.  II
S.  383)  in  Kraft.
        <pb n="169" />
        Die  Bank-  und  Währungsreform  161

Die  Grundzüge  des  Gesetzes,  das  in  Verbindung  mit  den  gleichzeitig  er—
gangenen  Gesetzen,  dem  Münzgesetz,  dem  Privatnotenbankgesetz  und  dem  Gesetz
über  die  Liquidierung  des  Umlaufs  an  Rentenbankscheinen,  den  Wiederaufbau
der  Goldwährung  verwirklichte,  lassen  sich  dahin  zusammenfassen:

Das  Reich  verleiht  der  Reichsbank  auf  die  Dauer  von  50  Jahren  das
ausschließliche  Notenprivileg.  Bisher  war  das  Privileg  vom  Jahre  1891  an
immer  nur  für  einen  Zeitraum  von  10  Jahren  erteilt  worden.  Die  Bestrebungen
des  Reichsbankpräsidenten,  einen  der  bisherigen  Regelung  entsprechenden
kürzeren  Zeitraum  in  den  Sachverständigenplan  aufzunehmen,  blieben  erfolglos.
Für  die  Gewährung  des  50jährigen  Notenprivilegs  übernimmt  die  Reichsbank
kraft  besonderen  Auseinandersetzungsvertrages  die  Verpflichtung  zur  Rückzahlung
der  im  April  1926  fälligen  Dollarschatzanweisungen  des  Reichs  in  Höhe  von
252  Millionen  Goldmark  und  erleichtert  ferner  dem  Reich  die  Ablösung  seiner
ihr  gegenüber  bestehenden,  235  Millionen  Goldmark  betragenden  Schuld  in
folgender  Weise:  100  Millionen  Goldmark  bilden  eine  dauernde  zu  2%  verzinsliche
  und  nur  bei  Beendigung  des  Notenprivilegs  rückzahlbare  Anleihe,  während
die  restlichen  135  Millionen  Goldmark  zu  3%  zu  verzinsen  und  in  gleichen  Raten
innerhalb  von  15  Jahren  rückzahlbar  sind.  Nach  Ablauf  des  Notenprivilegs
kann  das  Reich  die  Reichsbank  mit  einjähriger  Ankündigungsfrist  aufheben  und
ihre  Grundstücke  zu  günstigen  Bedingungen  erwerben.

Die  vollkommene  Unabhängigkeit  der  Reichsbank  von  der  Reichsregierung
  ist  im  Gesetz  ausdrücklich  festgelegt.  Die  Leitung  der  Bank  steht  ausschließlich
  dem  Reichsbank-Direktorium  zu,  welches  die  alleinige  Verantwortung
  für  die  Verwaltung  der  Bank  und  insbesondere  für  die  Führung
der  Währungs--,  Diskont=  und  Kreditpolitik  trägt.  Die  früher  vom  Reichsbankkuratorium
  geübten  Aufsichtsbefugnisse  sind  fortgefallen,  doch  ist  das
Reichsbank-Direktorium  verpflichtet,  zur  Aufrechterhaltung  einer  ständigen  Fühlungnahme
  in  den  währungs=  und  finanzpolitischen  Angelegenheiten  der  Reichsregierung
  in  regelmäßigen  Zeitabständen  sowie  jederzeit  auf  Ersuchen  Bericht
zu  erstatten.

Ausgeschaltet  wurde,  was  von  größter  Bedeutung  ist,  die  frühere  enge
geschäftliche  Verbindung  zwischen  Reich  und  Reichsbank,  die  zu  einer  ausgedehnten
  Kreditinanspruchnahme  seitens  des  Reichs  geführt  hatte.  Von  einigen
unerheblichen  Ausnahmen  abgesehen  darf  die  Reichsbank  dem  Reich,  den
Ländern  und  den  Gemeinden  sowie  ausländischen  Regierungen  weder  mittelbar
noch  unmittelbar  Kredite  erteilen.

1.  Teil  11
        <pb n="170" />
        162  Die  Bant-  und  Währungsresorm

Der  Präsident  und  die  Mitglieder  des  Direktoriums  gehören  nicht  mehr
zu  den  Beamten  der  Reichsbank.  Die  Wahl  des  Präsidenten  erfolgt  durch  den
Generalrat  auf  4  Jahre  mit  einer  Mehrheit  von  mindestens  9  Stimmen,  von
denen  6  Stimmen  deutschen  Mitgliedern  angehören  müssen.  Die  Ernennungsurkunde
  bedarf  der  Unterschrift  des  Reichspräsidenten,  es  sei  denn,  daß  er  von
dem  ihm  zustehenden  Ablehnungsrecht  zweimal  Gebrauch  gemacht  hat.  Die  Mitglieder
  des  Reichsbank-Direktoriums  werden  vom  Reichsbankpräsidenten  nach
Zustimmung  des  Generalrats  ernannt,  die  das  oben  erwähnte  Stimmenverhältnis
voraussetzt.  Präsident  und  Mitglieder  müssen  deutsche  Reichsangehörige  sein.
Die  Beamten  der  Reichsbank  ernennt  der  Präsident  auf  Vorschlag  des  Reichsbank-Direktoriums.
  Sie  sind  hinsichtlich  ihres  Beamtencharakters  den  Reichsbeamten
  gleichgestellt,  ihre  Rechtsverhätlnisse  regelt  ein  besonderes  vom
Direktorium  erlassenes  Statut.

Neben  dem  Direktorium  steht  der  Generalrat,  dem  7  deutsche  (unter  ihnen
der  Reichsbankpräsident  als  Vorsitzender)  und  7  ausländische  Mitglieder  angehören,
  von  denen  eines  als  Kommissar  für  die  Notenausgabe  tätig  ist.  Die  Amtsdauer
  der  Mitglieder  mit  Ausnahme  des  Präsidenten  und  des  Kommissars
beträgt  3  Jahre.  Sie  dürfen  nicht  Beamte  ihres  Staates  sein  und  von  einem
Staat  oder  dessen  Regierung  keine  Bezahlung  erhalten.  Der  Generalrat  soll
die  Berichte  des  Präsidenten  und  des  Notenkommissars  prüfen.  Er  wirkt  bei  der
Ernennung  des  Präsidenten  und  der  Mitglieder  des  Reichsbank-Direktoriums
entscheidend  mit.  Endlich  ist  von  seiner  Zustimmung  die  Wiederaufnahme  der
Noteneinlösung  sowie  die  evtl.  Herabsetzung  der  Notendeckung  abhängig.

Die  Rechte  der  Anteilseigner  nimmt  die  Generalversammlung  wahr.  Sie
beschließt  über  die  vom  Direktorium  aufgestellte  Bilanz=  und  Gewinnberechnung.
Sie  wählt  die  Mitglieder  des  Zentralausschusses  aus  den  deutschen  Anteilseignern
  und  bestätigt  die  im  Wege  der  Kooptation  zu  wählenden  deutschen  Mitglieder
  des  Generalrats.  Der  Zentralausschuß  —  ein  ständiger  Ausschuß  der
Anteilseigner  —  und  die  von  ihm  zu  wählenden  Deputierten  stehen  dem  Reichsbank-Direktorium
  beratend  zur  Seite.

Das  Grundkapital  der  Reichsbank,  welches  gemäß  Artikel  1a  der
Banknovelle  vom  7.  Juni  1899  180  Millionen  Mark  betrug,  kann  bis  auf
400  Millionen  Reichsmark  erhöht  werden.  Auf  Grund  einer  dem  Direktorium
im  Gesetz  erteilten  Ermächtigung  ist  es  vorläufig  nur  auf  122  788  000  Reichsmark
  gebracht  worden,  und  zwar  in  der  Weise,  daß  das  alte  Kapital
der  Bank  auf  90  Millionen  Reichsmark  zusammengelegt  wurde  und  daß  den
        <pb n="171" />
        Die  Bauk=  und  Währungsteform  163

Aktionären  der  Golddiskontbank  im  Austausch  gegen  ihre  mit  32  263  000  Goldmark
  eingezahlten  Golddiskontbankaktien  Reichsbankanteile  über  den  gleichen
Betrag  und  den  Aktionären  der  Schleswig-Holsteinischen  Girobank  gegen
Vollzahlung  in  fremder  Valuta  Reichsbankanteile  über  525  000  Reichsmark
zugeteilt  wurden.

Die  Bezeichnung  und  Aufzählung  der  zugelassenen  Geschäfte  der  Reichsbank
  lehnt  sich  im  wesentlichen  an  die  entsprechenden  Bestimmungen  des  alten
Bankgesetzes  an,  allerdings  unter  Berücksichtigung  der  durch  die  Verhältnisse  und
auf  Grund  des  Dawes--Planes  gebotenen  Anderungen.  Nach  wie  vor  besteht
die  Hauptaufgabe  der  Bank  darin,  den  Geldumlauf  im  gesamten  Reichsgebiete
zu  regeln,  die  Zahlungsausgleichungen  zu  erleichtern  und  für  die  Nutzbarmachung
verfügbaren  Kapitals  zu  sorgen.  Die  Anderungen  beziehen  sich  vor  allem  auf
die  strengere  Formulierung  der  geschäftlichen  Grundsätze  im  Kreditverkehr,  auf
die  bereits  oben  erwähnte  Einschränkung  der  Geschäfte  der  Reichsbank  mit  dem
Reiche,  den  Ländern  und  den  Kommunen  und  auf  die  besondere  Bedeutung,
welche  das  Devisengeschäft  für  die  Reichsbank  dadurch  erlangt  hat,  daß  Devisen
als  primäre  Notendeckung  zugelassen  sind.

Im  Diskontverkehr  hat  die  Reichsbank  die  Befugnis  verloren,  spätestens
nach  3  Monaten  fällige  Schuldverschreibungen  des  Reiches,  eines  deutschen
Staates  oder  inländischer  kommunaler  Korporationen  zu  diskontieren,  zu  kaufen
und  zu  verkaufen.  Die  an  die  Bonität  des  Wechselmaterials  zu  stellenden  Anforderungen
  sind  weiter  insofern  verschärft  worden,  als  abgesehen  von  einzelnen
Ausnahmen  nur  noch  Wechsel  und  Schecks  mit  3  Unterschriften  zum  Ankauf  zugelassen
  werden.  Die  von  der  Reichsbank  diskontierten  Wechsel  sollen  nur  gute
Handelswechsel  sein.  Im  Lombardverkehr  findet  die  Loslösung  der  Reichsbank
von  der  Kreditgewährung  an  öffentliche  Stellen  dahin  ihren  Ausdruck,  daß  die
Schuldverschreibungen,  aus  denen  solche  Stellen  haften,  im  allgemeinen  als  Unterpfänder
  ausgeschlossen  sind.  Im  Depositen=  und  Girogeschäft  hat  die  Reichsbank
die  frühere  Befugnis  zur  Annahme  von  verzinslichen  Einlagen  verloren  und
nur  das  Recht  zur  Annahme  unverzinslicher  Gelder  behalten.  Die  Verpflichtung
der  Reichsbank,  Barrengold  zum  festen  Satz  von  1392  Reichsmark  für  das
Pfund  fein  gegen  ihre  Noten  umzutauschen,  ist  bestehen  geblieben.  Die
frühere  Verpflichtung  zur  Führung  der  Kassengeschäfte  für  das  Reich  ist
fortgefallen.  Die  Reichsbank  hat  ihre  Kassen-,  Giro=  und  sonstigen  Einrichtungen
für  die  Reichsbehörden  auf  Verlangen  nur  noch  in  dem  Umfange  zur  Verfügung
zu  stellen,  wie  sie  es  für  ihre  sonstige  Kundschaft  zu  tun  pflegt.

117
        <pb n="172" />
        164  Die  Bank=  und  Währungsreform

Entsprechend  den  Aufgaben,  welche  der  Reichsbank  auf  Grund  des
Dawes--Planes  für  die  Zwecke  der  Reparationszahlungen  zugedacht  sind,  wird
bei  der  Bank  ein  Sonderkonto  für  den  Reparationsagenten  geführt.  Auf  dieses
Konto  werden  alle  Reparationsgelder  zugunsten  des  Agenten  eingezahlt,  der
allein  über  dieses  Guthaben  verfügen  darf.

Die  auf  Grund  des  neuen  Gesetzes  auszugebenden  Banknoten  lauten  auf
Reichsmark.  In  Gemäßheit  des  Münzgesetzes  ist  die  Reichsmark  ebenso  wie  die
frühere  Mark  gleich  1:  2790  kg  feinen  Goldes.  Für  den  erforderlichen  Umtausch
der  alten  Reichsbanknoten  in  die  neuen  ist  der  Umrechnungssatz  von  1  Billion
Mark  —  1  Reichsmark  festgelegt.  Eine  Aufwertung  der  alten  Noten  ist  damit
gesetzlich  sowie  auch,  da  das  Bankgesetz  einen  Teil  des  Londoner  Paktes  vom
30.  August  1924  bildet,  durch  internationale  Verpflichtung  ausgeschlossen.  Der
Umtausch  wurde  im  Jahre  1925  durchgeführt.  Seit  dem  5.  Juni  d.  Is.  haben
die  alten  Reichsbanknoten  ihre  Eigenschaft  als  gesetzliches  Zahlungsmittel  verloren,
  und  seit  dem  5.  Juli  ist  die  Reichsbank  von  der  Verpflichtung  befreit,  diese
Noten  gegen  Reichsmarknoten  umzutauschen.

Für  die  umlaufenden  Noten  ist  eine  „Golddeckung“  von  mindestens  40
vorgesehen.  Die  „Golddeckung“  muß  zu  mindestens  drei  Vierteln  aus  effektivem
Golde  und  kann  zu  höchstens  einem  Viertel,  den  Vorschlägen  des  Dawes-Planes
entsprechend,  aus  vom  Gesetz  bestimmt  umschriebenen  Devisen  bestehen.  Der
Restbetrag  ist  durch  Wechsel  und  Schecks,  deren  Laufzeit  3  Monate  nicht  übersteigen
  darf,  zu  decken.  Unter  ausnahmsweisen  Umständen  kann  durch  Beschluß
des  Generalrats  die  primäre  Notendeckung  unter  40%  herabgesetzt  werden.  Für
diesen  Fall  ist  jedoch  unter  Aufrechterhaltung  eines  Diskontsatzes  von  mindestens
5%  eine  dem  Maße  der  Herabsetzung  entsprechende  Notensteuer  an  das  Reich
zu  entrichten.  Die  Verpflichtung  der  Reichsbank  zur  Einlösung  der  Noten  in
Gold  oder  Devisen  ist  grundsätzlich  festgestellt,  jedoch  angesichts  der  derzeitigen
Währungsverhältnisse  vorläufig  suspendiert.  Die  Wiederaufnahme  der  Einlösung
  setzt  einen  übereinstimmenden  Beschluß  des  Reichsbank-Direktoriums  und
des  Generalrats  voraus.

Die  Innehaltung  der  Vorschriften  des  Gesetzes  und  der  Satzung,  die  sich
auf  die  Ausübung  des  Notenausgaberechts  und  die  Erhaltung  der  Golddeckung
für  die  in  Umlauf  befindlichen  Noten  beziehen,  hat  der  Notenkommissar  zu
überwachen.  ·

Neben  der  Notendeckung  hat  die  Bank  für  ihre  täglich  fälligen  Verbindlichkeiten,
  mit  Ausnahme  der  auf  dem  Reparationskonto  stehenden  Gelder,  eine
besonders  geartete  bankmäßige  Deckung  in  Höhe  von  mindestens  40  zu  halten.
        <pb n="173" />
        Die  Bank=  und  Währungsreform  165

Die  Vorschriften  über  die  regelmäßige  Veröffentlichung  von  Wochen—
ausweisen  und  die  Aufstellung  einer  Jahresbilanz  sind  mit  den  durch  die  Neu—
gestaltung  der  Verhältnisse  bedingten  Änderungen  aufrechterhalten.

Was  die  Gewinnverteilung  anlangt,  so  hatte  das  Dawes-Gutachten  eine
Zoige  kumulative  Vorzugsdividende  vorgesehen,  während  der  nach  Speisung  des
Reservefonds  verbleibende  Jahresüberschuß  den  Anteilseignern  und  dem  Reiche
je  zur  Hälfte  zufallen  sollte.  Auf  Anregung  des  Reichsbankpräsidenten  setzte
jedoch  das  Organisationskomitee  eine  höhere  Beteiligung  des  Reiches  am  Gewinn
der  Bank  fest  der  Art,  daß  zunächst  der  Reservefonds,  solange  er  nicht  12%  des
Notenumlaufs  erreicht  hat,  mit  20%  des  Gewinnes  zu  dotieren  ist,  demnächst  die
Anteilseigner  eine  8/oige  Kumulativdividende  erhalten  und  alsdann  dem  Reiche
von  den  weiteren  ersten  50  Millionen  Reichsmark  die  Hälfte,  von  den  nächsten
50  Millionen  Reichsmark  drei  Viertel  und  von  den  darüber  hinaus  verfügbaren
Beträgen  907  zugewiesen  werden.

Bei  Inkrafttreten  der  neuen  Bank=  und  Währungsgesetzgebung  sah  sich
die  Reichsbank  überaus  schwierigen  wirtschaftlichen  Verhältnissen  gegenüber.
Allerdings  war  durch  die  Stabilisierung  der  Währung  die  Grundlage  geschaffen,
auf  der  das  Wirtschaftsleben  in  normale  Bahnen  einlenken  konnte  und  die  Umstellung
  der  deutschen  Wirtschaft  auf  die  Goldbasis  vollzog  sich,  wenngleich  nicht
ohne  Reibungen,  so  doch  ohne  stärkere  Erschütterungen;  sie  brachte  aber  mehr
und  mehr  die  Größe  der  durch  die  Inflation  zeitweise  verschleierten  Kapitalverluste
  zur  Erscheinung.  Um  nur  eins  zu  erwähnen:  Aus  den  Bilanzen  der
Großbanken  für  das  Jahr  1924  läßt  sich  ersehen,  daß  Aktienkapital  und  Reserven
der  Banken  gegenüber  dem  Jahre  1913  im  Verhältnis  von  2⅛½:1,  die
Kreditoren  von  3:2  zurückgegangen  sind.  Im  Laufe  des  Jahres  1925  hat  sich
die  Kreditorenziffer  nur  wenig  gebessert,  wobei  noch  hervorzuheben  ist,  daß  es
sich  hier  zum  größten  Teil  um  Betriebskapitalien  und  Auslandsgelder  handelt
und  nur  zum  geringsten  Teil  um  neues  Sparkapital.

Ein  besonders  bedenkliches  Anzeichen  für  die  Lage  der  deutschen  Wirtschaft
  sind  die  Außenhandelsziffern.  In  den  ersten  zehn  Monaten  des  Jahres
1924  stellte  sich  das  Passivum  der  deutschen  Handelsbilanz  auf  mehr  als  1½  Milliarden
  Reichsmark,  wovon  auf  den  Oktober  allein  237  Millionen  entfielen,  im
November  stieg  das  Passivum  weiter  um  393,  im  Dezember  um  476  Millionen

Schwierigkeiten
der
Wirtschaftslage
        <pb n="174" />
        Wührungs-  und
Kreditpolitik
der  Reichsbank

166  Die  Bank=  und  Währungsreform

Reichsmark.  Im  Jahre  1925  setzte  sich  diese  ungünstige  Entwicklung  in  verschärftem
  Maße  fort.  Die  ersten  zehn  Monate  erbrachten  ein  Passivum  von  nicht
weniger  als  3628  Millionen  Reichsmark.  Die  Gründe  hierfür  lagen  sowohl
auf  der  Import=  wie  auf  der  Exportseite.  Die  Einfuhr  blieb  verhältnismäßig
stark.  Der  Verlust  landwirtschaftlicher  überschußgebiete  infolge  des  Krieges
bedingte  einen  fortgesetzt  hohen  Bedarf  an  ausländischen  Lebensmitteln.
Ahnliches  gilt  auch  von  den  Rohstoffen.  Dazu  kam,  daß  das  Preisniveau  im
Innern  wesentlich  über  dem  ausländischen  Preisniveau  lag,  was  zur  Einfuhr
von  billigen  Auslandswaren,  insbesondere  auch  zum  Zwecke  des  Konsums  anreizen
  mußte.  Demgegenüber  war  die  Ausfuhr  gehemmt  durch  teilweisen  Verlust
der  Auslandsmärkte,  durch  zollpolitische  Maßnahmen  des  Auslands  und  durch  die
während  des  Krieges  und  während  der  Nachkriegszeit  erstarkte  Leistungsfähigkeit
der  ausländischen  Konkurrenz.  Die  schwere  Unterbilanz  konnte  zum  kleineren
Teil  durch  die  während  der  Inflationszeit  im  Auslande  aufgespeicherten  deutschen
Kapitalien  beglichen  werden.  Der  Rest  wurde  durch  Auslandskredite  gedeckt.
Aber  die  Kredite  waren  oft  genug  zum  Zwecke  des  Bezugs  von  reinen  Konsumtionsgütern
  ausgenommen  worden  und  insofern  selbst  wiederum  die  Ursache
verstärkter  durch  spätere  Produktion  nicht  ausgleichbarer  Einfuhr.

Unter  diesen  erschwerenden  Umständen  hatte  die  Reichsbank  die  Währung
unbedingt  aufrechtzuerhalten,  gleichzeitig  aber,  soweit  es  die  Rücksicht  auf  die
Währung  gestattete,  der  Wirtschaft  die  erforderlichen  Kredite  zur  Verfügung  zu
stellen.  Sie  versorgte  den  Markt  mit  Devisen,  was  ihr  in  erster  Linie  durch  die  im
Dawes--Plan  vorgesehene  Auslandsanleihe  ermöglicht  wurde.  Die  im  Oktober  und
Anfang  November  1924  zum  Kurse  von  92%  im  Auslande  aufgelegte  Anleihe  ist
mit  7%  verzinslich  und  bis  zum  Jahre  1949  durch  Ankauf  oder  Auslosung  von
Stücken  zu  tilgen.  Sie  brachte  einen  Gesamtertrag  von  800  Millionen  Goldmark.
Die  Abwicklung  des  Anleihegeschäfts  lag  zum  großen  Teil  in  den  Händen  der
Reichsbank,  welche  auch  fernerhin  an  dem  Dienst  für  die  Anleihe  insofern  sich
beteiligt,  als  sie  Einlösungsstelle  für  die  fälligen  Zinsscheine  und  verlosten
Stücke  aller  über  Pfund  lautenden  Ausgaben  ist.  Der  Valutenertrag  der
Anleihe  wurde  vom  Reich  der  Reichsbank  überwiesen  und  verstärkte  so
deren  Devisenvorräte.  Daß  die  Reichsbank  den  Exporteuren  mit  Hilfe  der  Golddiskontbank
  Kredite  in  fremder  Währung  zu  mäßigem  Zinsfuß  und  mit
        <pb n="175" />
        Die  Bank-  und  Währungereform  167

längerer  Laufzeit  zur  Verfügung  stellte,  um  die  Ausfuhr  zu  heben,  ist  bereits  erwähnt.
  Dem  sich  immer  verstärkenden  Kreditbedarfe  der  Industrie,  des  Handels
und  der  Landwirtschaft  suchte  sie  in  den  Grenzen  der  Möglichkeit  zu  entsprechen.
  Mußte  auch  die  im  September  1924  etwas  gemilderte  Kontingentierung
der  Kredite  aufrecht  erhalten  werden,  so  konnte  doch  am  26.  Februar  1925  eine
Herabsetzung  des  Bankdiskonts  um  1%  eintreten  zu  dem  Zwecke,  auf  eine  Senkung
der  im  Vergleich  zum  Auslande  unverhältnismäßig  hohen  Zinssätze  hinzuwirken.
Im  Dezember  gestattete  dann  die  fortdauernd  günstige  Situation  der  Reichsbank,
die  Kreditkontingentierung  etwas  zu  lockern,  um  einer  späteren  Aufhebung  der
Rationierung  die  Wege  zu  ebnen.

Auf  Grund  des  Gesetzes  über  die  Liquidierung  des  Umlaufs  an  Rentenbankscheinen
  zahlte  die  Reichsbank  alsbald  nach  Inkrafttreten  der  neuen  Bankgesetzgebung
  100  Millionen  Rentenmark  von  dem  ihr  durch  die  Rentenbank  gewährten
  Darlehne  zurück.  Den  Rest  ihrer  Schuld  deckte  sie  in  der  Weise  ab,  daß
sie  die  mit  den  Mitteln  der  Rentenbank  diskontierten,  auf  Rentenmark  lautenden
Wechsel  allmählich  auf  die  Rentenbank  übertrug.

Im  Interesse  möglichst  zweckmäßiger  Befriedigung  des  Kreditbedarfs
des  Verkehrs  suchte  sic  ferner  den  Privatdiskontmarkt  neu  aufzubauen  und  zu
entwickeln.  Um  die  erforderlichen  Unterlagen  für  den  Markt  zu  schaffen,  veranlaßte
  sie  die  Banken,  ihre  Akzepte  in  Nutzbarmachung  ihrer  eigenen  Kreditwürdigkeit
  dem  Verkehr  wieder  zur  Verfügung  zu  stellen.  Unter  der  Voraussetzung,
  daß  die  Höhe  der  von  einer  Bank  erteilten  Akzepte  im  angemessenen
Verhältnis  zu  ihren  Mitteln  stand,  erteilte  die  Reichsbank  den  in  der  sogenannten
Stempelvereinigung  zusammengeschlossenen  ersten  Berliner  Banken  und  Bankiers
die  Zusage,  ihnen  Privatdiskonten  ohne  Anrechnung  auf  ihr  Kreditkontingent  im
Rediskont  abzunehmen;  sie  wollte  die  Banken  dadurch  anregen,  ihrerseits  Privatdiskonten
  in  größerem  Umfange  hereinzunehmen.  Mit  anderen  ersten  Banken  in
Frankfurt  (Main),  Köln  und  Hamburg  wurden  ähnliche  Vereinbarungen  getroffen.
  Die  der  Stempelvereinigung  angehörigen  Firmen  vereinbarten  untereinander,
  daß  keine  Firma  mehr  Akzepte  geben  sollte,  als  der  Hälfte  ihres  eigenen
Kapitals  einschließlich  der  Reserven  entsprach.

Weiterhin  übte  die  Reichsbank  ihren  Einfluß  dahin  aus,  daß  die  öffentlichen
  Gelder,  insbesondere  die  der  Reichsfinanz=  und  der  Reichspostverwaltung,
mehr  und  mehr  im  Gesamtinteresse  der  Wirtschaft  verwendet  wurden.  So  konnte
ein  Teil  der  Gelder  Anlage  im  allgemeinen  Kreditgeschäft  der  Reichsbank
        <pb n="176" />
        168  Die  Bank=  und  Währungsreform

finden,  welche  den  betreffenden  Verwaltungen  Teile  ihres  Wechselbestandes  im
Rediskontwege  überließ.  Einen  anderen  Teil  der  Gelder  führte  die  Reichsbank
dem  Privatdiskontmarkte  zu  und  brachte  ihn  auf  die  für  den  Markt  in  Frage
kommenden  Banken  in  einer  der  Kreditfähigkeit  dieser  Institute  gerecht  werdenden
Weise  zur  Verteilung.  Weiter  wurden  aber  auch  erhebliche  Beträge  öffentlicher
Gelder  im  Einvernehmen  mit  der  Reichsbank  dem  offenen  Geldmarkt  zugeleitet,
wo  sie  über  die  Geldinstitute  und  das  ihnen  angeschlossene  Filialnetz  der  gesamten
Wirtschaft  zugute  kamen.  Schließlich  ließ  die  Reichsbank  in  Fortsetzung  ihrer
Bestrebungen  aus  dem  Jahre  1924  es  sich  angelegen  sein,  soweit  es  die  Verhältnisse
  gestatteten,  auf  eine  langfristige  Anlage  der  öffentlichen  Gelder  hinzuwirken,
um  die  unerträgliche  Lage  am  Markte  für  langfristiges  Kapital  wenigstens  in
etwas  zu  mildern.

Die  Maßnahmen  der  Reichsbank  auf  dem  Gebiete  des  Privatdiskontmarktes
  und  die  auf  möglichste  Zentralisierung  der  öffentlichen  Gelder  gerichteten
Bestrebungen  verfolgten  den  Zweck,  der  Wirtschaft  Erleichterungen  in  den  Produktionsbedingungen,
  insbesondere  mittels  einer  Senkung  der  Zinssätze  zu  verschaffen.
  Sie  blieben  nicht  ohne  Erfolg.  Der  Privatdiskontsatz  ging  mit  der
ständigen  Erweiterung  des  Privatdiskontmarktes  nach  und  nach  von  9½  im
Anfang  des  Jahres  bis  auf  6  /4%  im  Dezember  zurück.

Um  die  im  Auslande  erlangbaren  Kredite  möglichst  produktiven  Zwecken
zugute  kommen  zu  lassen  und  den  Gefahren  zu  begegnen,  die  durch  zu  weitgehende
Aufnahme  ausländischer  Kredite  seitens  der  öffentlichen  Verbände  entstehen
konnten,  setzte  sich  die  Reichsbank  für  die  Schaffung  einer  besonderen  Beratungsstelle
  für  ausländische  Kredite  ein,  in  welcher  ste  selbst  ständig  vertreten  ist  und
welche  die  Aufgabe  hat,  die  für  das  Ausland  bestimmten  Kreditgesuche  der  Gemeinden,
  der  Gemeindeverbände  und  der  Länder  unter  Berücksichtigung  der
gesamten  Wirtschafts=  und  Währungslage  auf  ihre  Geeignetheit,  Zweckmäßigkeit
und  Notwendigkeit  zu  prüfen.  In  den  Bemühungen,  die  Lasten  des  Wirtschaftslebens
  nach  Möglichkeit  zu  erleichtern,  ging  die  Reichsbank,  wie  schließlich  noch
erwähnt  sein  mag,  dazu  über,  von  einer  Erhebung  von  Gebühren  im  Giroverkehr
vollkommen  abzusehen,  ohne  deshalb  wieder  zu  dem  Grundsatz  der  Mindestguthaben
  zurückzukehren.
        <pb n="177" />
        Die  Bank=  und  Währungsreform  169

Auf  die  Vermehrung  ihres  Goldbestandes  ist  die  Reichsbank  andauernd
bedacht  gewesen.  Im  Zusammenhang  mit  der  Verwirklichung  des  Dawes-Planes
  gelang  es  ihr,  den  Goldvorrat,  der  am  23.  April  1924  auf  441,8  Millionen
  Goldmark,  den  niedrigsten  Stand  des  Jahres  gesunken  war,  bis  zum
Jahresschluß  auf  759,  bis  zum  31.  März  1925  auf  über  1  Milliarde  und  bis
zum  30.  November  d.  Is.  auf  1207,262  Millionen  Reichsmark  zu  heben.  Die
Verstärkung  erfolgte  zum  großen  Teil  im  Wege  der  Umwandlung  von  Devisen.
Bestimmend  für  diese  Umwandlung  war  einerseits  die  Vorschrift  des  Bankgesetzes,
  welche  eine  effektive  Golddeckung  der  Noten  von  mindestens  30  vorsieht,
andererseits  aber  auch  die  Erwägung,  daß  die  in  Verbindung  damit  zugelassene
Devisendeckung  der  effektiven  Golddeckung  in  mancher  Beziehung,  insbesondere  in
der  Möglichkeit  ihrer  Verwertbarkeit  während  politischer  oder  wirtschaftlicher
Krisen  nachstehe.  Auch  mußte  die  Reichsbankleitung  sich  gegenwärtig  halten,
daß  infolge  des  allmählichen  Einzugs  der  Rentenbankscheine  der  Notenumlauf
eine  entsprechende  Erhöhung  erfahren  wird,  für  die  rechtzeitig  die  gesetzliche  Golddeckung
  bereitgestellt  werden  muß.  Die  Devisenvorräte  der  Bank  unterlagen
unter  dem  Einfluß  der  vorstehend  geschilderten  Entwicklung  vielfachen  Schwankungen.
  Gold=  und  Devisenbestand  zusammen  haben  nach  Rückgängen  bis  in
den  Herbst  dieses  Jahres  im  Dezember  etwa  wieder  die  Höhe  zu  Ende  des
Jahres  1924  erreicht.

Der  gesamte  Zahlungsmittelumlauf,  der  Ende  Januar  1925  4209  Millionen
  Reichsmark  betrug,  weist  an  den  Monatsultimi  bis  Ende  August  eine
fortschreitende  allmähliche  Steigerung  bis  zur  Höhe  von  5004  Millionen  Reichsmark
  auf,  um  alsdann  auf  dem  Stande  von  etwas  über  5  Milliarden  Reichsmark
sich  zu  halten.  Nicht  ganz  in  Ubereinstimmung  hiermit  steht  die  Bewegung  des
Notenumlaufs  der  Reichsbank  an  den  Monatsultimi.  Hier  zeigt  sich  ein  allmähliches
  Steigen  bis  Ende  Mai  auf  2609  Millionen  Reichsmark.  Es  folgt  ein
Rückgang  Ende  Juni  auf  2474  Millionen  und  dann  ein  weiteres  Steigen  bis  auf
2803  Millionen  Reichsmark  Ende  Oktober,  während  Ende  November  ein  kleiner
Rückgang  bis  auf  2770  Millionen  Reichsmark  eintrat.  Daß  der  Notenumlauf
eine  etwas  andere  Kurve  als  der  gesamte  Zahlungsmittelumlauf  verfolgt,  hängt
im  wesentlichen  mit  der  ständigen  Zunahme  des  Metallumlaufs  und  mit  den
Bewegungen  des  Umlaufs  an  Rentenbankscheinen  zusammen.

Der  Goldbestand

Notenumlauf
und
Notendeckung
        <pb n="178" />
        Gesamtübersicht

170

Die  Bank=  und  Währungsreform

Die  Deckung  des  Notenumlaufs  ist  während  des  ganzen  Jahres  durchgängig

  über  das  im  Bankgesetz  vorgeschriebene  Maß  erheblich  hinausgegangen.
Die  effektive  Golddeckung,  die  mindestens  30%  betragen  muß,  bewegte  sich
zwischen  38,9⅝%  am  30.  Mai  und  50,8%  am  23.  September.  Berücksichtigt  man
aber  die  zugelassene  Devisendeckung  neben  der  Golddeckung,  so  ergibt  sich  eine
Gesamtdeckung,  die  im  Mindestbetrage  am  30.  Mai  51,9%,  im  Höchstbetrage  am
23.  November  66%  ausmachte.

Die  nachstehende  Übersicht  gibt  ein  Bild  der  gesamten  Entwicklung  der
geschäftlichen  Tätigkeit  der  Reichsbank.

Kapital-  li  Re-  Lom-  Frem-Darlehne  Unlauf  Gesamter  Gold-  eihlerntniea

Datum  anlage  bank  über-diskon=  bard=  de  wvon  der  Reichs-SZahlung  be  c  durch  Sold  u.

Welheln  kgene  tierte  unlagelGelder  Renterr  bank=  mittel-  stand  urc  Sbesungesöh.

echseln  Wechsel  Wechsel  g  bank  noten  umlauf  5.  k2e%

31.  De4z.  2066422  49317.821157  19411141274%  52,2
31.  Jan.  1771  352  48082  747  1348  190112000  S439  58,5
28.  Febr.1372  50000  21066  4391  907  43,  1157.  4
31.  März  1578  613  5362774387  2315  4492  10033,357,8
30.  April4906  675  607VvV7706  2452  4516  10144%%,
30.  Mai  1648  690  53528  581110  2609  4786  101638,901,9
30.  Juni11691198  539  46  564  2  2474  4797  1062  42,  9,  2
31.  Juli  1789  699,6  459  60700  0,4  2530  11
15.  Aug.1618  6997  479  201926  0,3  237346  1115
22.  „  1566  699,906888491677  0,022292  4484  1137  49,6  65,2
31.  „  176560O0  490  33  701  —  12595  5004  8  57,7
7.  Sept.  17010  440  14444  —  2559  4897  11444,7,
15.  „  1602  700  469  11115  —  2413461  11454
23.  „  1528700  494  9  881  —  23124505  1150,  S3,1
30.  „  1717900  532%  56  620  —  2649  5080  1175  44,3  6,  4
7.  Okt  1636|700  54  1445  2608  4936  1175  4500057,  4
15.  „  1483.  700  60829  786  —24944  120548,3  60,6
23.  „  1311700  746  14  815  —  2395  4524  1205  63,8
31.  „  1630  700  59522  618  —  280303  12O  43,4
7.  Nov.  4714  6460  698  2678  4877  1207  45,1
14.  ,  1443700  686  10  833  255994  1207S
23.  „  1379  700  706  12  968  —  2424  4484  4
30.  "„  1650544  584  587  —,  1
7.  Dez.  59444  582  5  631  27344400  1207  44,2„9
15.  „  1565  544  585  9  765  —  2566  4677  120847,  1  62,4
        <pb n="179" />
        Die  Bank-  und  Währungstreform  171

Alles  in  allem  läßt  sich  sagen,  daß  die  Währung  im  Jahre  1925  nicht  nur
aufrecht  erhalten,  sondern  stärker  gesichert  worden  ist,  was  auch  für  die  Zukunft
die  Zuversicht  auf  die  Aufrechterhaltung  der  Währung  rechtfertigt.  Daß  die
wirtschaftliche  Lage  unter  dem  Kapitalverlust  und  der  dadurch  bedingten  Kreditnot
  schwer  leidet,  ist  freilich  nicht  zu  verkennen.  Die  Reichsbank  kann  dieser
Kreditnot  nur  in  beschränktem  Maße  abhelfen,  da  eine  über  enge  Grenzen  hinausgehende
  Kreditgewährung  mit  fiktivem  Kapital  eine  erneute  Inflation  herbeizuführen
  geeignet  wäre.  Aber  es  steht  zu  hoffen,  daß  es  der  deutschen  Arbeitskraft,
  dem  deutschen  Fleiß,  der  deutschen  Intelligenz  und  dem  deutschen  Unternehmungsgeiste
  gelingen  wird,  diese  Schwierigkeiten  zu  überwinden  und
schließlich,  wenn  auch  auf  langem  und  mühevollem  Wege,  die  Höhe  wieder  zu
ersteigen,  auf  der  sich  die  deutsche  Wirtschaft  vor  Beginn  des  Weltkrieges  befand.
Zu  der  Erreichung  dieses  Zieles  nach  Kräften  beizutragen,  wird  die  Reichsbank
mit  der  gleichen  Hingebung  und  der  gleichen  Ausdauer  bestrebt  sein,  mit  der  sie
seit  ihrer  Errichtung  an  dem  Aufstieg  der  deutschen  Wirtschaft  erfolgreich  mitgearbeitet
  hat.

Aueblick
        <pb n="180" />
        <pb n="181" />
        Anhang
        <pb n="182" />
        <pb n="183" />
        Die  Organisation  der  Reichsbank

1.  Januar  1901

Reichsbank-Direktorium

Präsident:  Dr.  Kochh.
Vizepräsident:  Dr.  Gallenkamp.
Mitglieder:  Frommer,  Geheimer  Oberfinanzrat.
Dr.  v.  Glasenapp,  Geheimer  Oberfinanzrat.
v.  Klitzing,  Geheimer  Oberfinanzrat.
Schmiedicke,  Geheimer  Oberfinanzrat.
Korn,  Geheimer  Oberfinanzrat.
Gotzmann,  Geheimer  Oberfinanzrat.
Hilfsarbeiter:  Dr.  von  Lumm,  Bankdirektor.
Der  Präsident  Dr.  Koch  schied  aus  am  5.  1.  08;
an  seine  Stelle  trat  am  6.  1.  08
Dr.  Havenstein,  verstorben  am  20.  11.  23;
an  seine  Stelle  trat  am  22.  12.  23
Dr.  Hialmar  Schacht.
Der  Vizepräsident  Dr.  Gallenkamp  schied  aus  am  1.  8.  06;
an  seine  Stelle  trat  am  16.  1.  07
Dr.  v.  Glasenapp,  welcher  am  11.  10.  24  ausschied;
an  seine  Stelle  trat  am  gleichen  Tage

der  Geheime  Oberfinanzrat  Kauffmann.
        <pb n="184" />
        176  Anhang

Bei  den  Mitgliedern  traten  folgende  Veränderungen  ein:

1903  Dr.  von  Lumm,  Reichsbank-Direktor,  neu  ernannt  am  26.  1.,

1905  v.  Klitzing,  Geheimer  Oberfinanzrat,  schied  aus  am  4.  7.,
an  seine  Stelle  trat  am  20.  11.

Maron,  Geheimer  Oberfinanzrat,
1907  Dr.  v.  Grimm,  Geheimer  Regierungsrat,  trat  am  25.  3.  an  Stelle  des
zum  Vizepräsidenten  ernannten  Dr.  v.  Glasenapp,
Gotzmann,  Geheimer  Oberfinanzrat,  verstorben  am  30.  8.,
an  seine  Stelle  trat  am  25.  1.
1908  Kauffmann,  Geheimer  Finanzrat,
1909  Frommer,  Wirklicher  Geheimer  Oberfinanzrat,  schied  aus  am  1.  4.,
an  seine  Stelle  trat  am  23.  4.
Schneider,  Geheimer  Finanzrat,
1910  Budczies,  Geheimer  Finanzrat,  neu  ernannt  am  16.  3.,
1919  neu  ernannt  wurden  am  1.m  7.
Dr.  Bernhard,  Geheimer  Finanzrat,
Seiffert,  Geheimer  Finanzrat,
Maron,  Geheimer  Oberfinanzrat,  schied  aus  am  1.  7.,
an  seine  Stelle  trat  am  gleichen  Tage
Dr.  Vocke,  Geheimer  Finanzrat,
Korn,  Wirklicher  Geheimer  Oberfinanzrat,  schied  aus  am  1.  10.,
an  seine  Stelle  trat  am  gleichen  Tage
Dr.  Friedrich,  Geheimer  Finanzrat,
1920  Schmiedicke,  Wirklicher  Geheimer  Oberfinanzrat,  schied  aus  am  1.  10.,
an  seine  Stelle  trat  am  20.  1.  21
Fuchs,  Reichsbank-Direktor,
Dr.  von  Lumm,  Geheimer  Oberfinanzrat,  schied  aus  am  1.  10.  D20,
an  seine  Stelle  trat  am  20.  1.  21
Schneider,  Reichsbank-Direktor,
1924  Dreyse,  Reichsbank-Direktor,  trat  am  31.  10.  an  Stelle  des  zum  Vizepräsidenten

  ernannten
Kauffmann,  Geheimer  Oberfinanzrat,

1925  Schneider,  Geheimer  Oberfinanzrat,  schied  aus  am  10.  8.
        <pb n="185" />
        Anhang  17

X

Zentralausschuß  der  Reichsbank

Mitglieder:

v.  Hansemann,  A.,  Geheimer
Kommerzienrat,  K.  K.  österr.-ungar.
  Generalkonsul.

Freiherr  v.  Oppenheim,
Alb.,  Königlich  sächsischer  General-=konsul,
  Köln.

Bleichröder,  Julius,  Bankier.

Hecker,  Emil,  Kommerzienrat.

Winterfeldt,  Max,  Justizrat.

Frentzel,  Ad.,  Geheimer  Kommerzienrat.


Freiherr  v.  Rothschild,
Wil.  Carl,  Frankfurt  (Main).

v.  Mendelssohn-Bartholdy,
Ernst,  Geheimer  Kommerzienrat,
Königl.  dänischer  Generalkonsul.

Koch,  Rudolph,  Direktor  der
Deutschen  Bank.

Kaempf,  Johannes,  Stadtrat
a.  D.

Woermann,  Adolf,  Kaufmann,
Präses  der  Handelskammer  in
Hamburg.

Hardt,  Engelbert,  Kommerzienrat.

Dr.  phil.  Schwabach,  Paul,
Königlich  großbritannischer
Generalkonsul.

Oppenheim,  Hugo,  Kommerzienrat.


I.  Teil

Stellvertreter:

Simon,  Berthold,  Kommerzienrat.

Helfft,  Edmund,  Geh.  Kommerzienrat.


Kochhann,  Heinrich,  Stadtrat,
Kaufmann.

Model,  Julius,  Rentier.

Bürgers,  Max,  Rentier.

Zwicker,  Arthur,  türkischer  Generalkonsul.


Kopetzky,  Wilhelm,  Kommerzienrat,
  Bankier.

Meyer,  Georg,  Bankier.

Delbrück,  Ludwig,  Bankier.

Wolde,  Johann  Georg,  Kaufmann
in  Bremen.

v.  Siemens,  Arnold,  Fabrikbesitzer.


Friedländer,  Fritz,  Kommerzienrat.


Hardy,  James,  Bankier.

Ravenc,  Louis,  Kommerzienrat,
Kaufmann  und  Rittergutsbesitzer.
        <pb n="186" />
        Anhang

Deputierte:  Stellvertretende  Deputierte:

Frentzel,  Ad.,  Geheimer  Kom-  v.  Mendelssohn-Bartholdy,

merzienrat.

Ernst,  Geheimer  Kommerzienrat,

Bleichröder,  Julius,  Bankier.  Königl.  dänischer  Generalkonsul.

Hecker,  Emil,  Kommerzienrat.

Präsident:
Vizepräsident:
Mitglieder:

Referenten:

Kaempf,  Johannes,  Stadtrat
a.  D.

Koch,  Rudolph,  Direktor  der
Deutschen  Bank.

31.  Dezember  1925

Reichsbank-Direktorium

Dr.  Hjalmar  Schacht.
Kauffmann,  Geheimer  Oberfinanzrat.

Dr.  v.  Grimm,  Geheimer  Oberfinanzrat.
Budczies,  Geheimer  Oberfinanzrat.
Dr.  Bernhard,  Geheimer  Finanzrat.
Seiffert,  Geheimer  Finanzrat.

Dr.  Vocke,  Geheimer  Finanzrat.

Dr.  Friedrich,  Geheimer  Finanzrat.
Fuchs,  Reichsbank-Direktor.
Schneider,  Reichsbank-Direktor.
Dreyse,  Reichsbank--Direktor.

Kuntz,  Reichsbank-Direktor.

Dr.  Schott,  Reichsbank-Direktor.

Hasse,  Reichsbank--Direktor.

Knaack,  Reichsbank-Direktor.

Dr.  Motschmann,  Reichsbank-Direktor.
Bulling,  Reichsbank-Direktor.

Dr.  Könnecke,  Reichsbank-Direktor.
Ehrhardt,  Reichsbank-Direktor.
        <pb n="187" />
        Anhang

Bautechnischer  Referent:  Dr.-Ing.  Nitze,  Reichsbank-Baudirektor.
Hilfsreferenten:  Pirr,  Direktor  bei  der  Reichsbank.

Vorsitzender:
Mitglieder:

Dr.  Greve,  Direktor  bei  der  Reichsbank.
Meinhardt,  Direktor  bei  der  Reichsbank.
Rehs,  Direktor  bei  der  Reichsbank.

Dr.  Deumer,  Direktor  bei  der  Reichsbank.
Lentz,  Direktor  bei  der  Reichsbank.

Dr.  Fahrenkamp,  Direktor  bei  der  Reichsbank.
Lübcke,  Direktor  bei  der  Reichsbank.

Generalrat  der  Reichsbank

Dr.  Hialmar  Schacht,  Reichsbankpräsident,  Berlin.
Sir  Charles  Addis,  London.

Präsident  Professor  Dr.  G.  Bachmann,  Zürich.
Professor  Dr.  G.  W.  J.  Bruins,  Rotterdam.
Carlo  Feltrinelli,  Mailand.

Emile  Francqui,  Brüssel.

Gates  W.  Mc  Garrah,  New  Vork.

Louis  Hagen,  Köln.

Franz  v.  Mendelssohn,  Berlin.

Hofrat  Hans  Remshard,  München.
Charles  Sergent,  Paris.

Franz  Urbig,  Berlin.

Max  M.  Warburg,  Hamburg.

Oscar  Wassermann,  Berlin.

Kommissar  für  die  Notenausgabe

Professor  Dr.  G.  W.  J.  Bruins,  Rotterdam.

179
        <pb n="188" />
        180  Anhang

Zentralausschuß  der  Reichsbank

Mitglieder:

Andreae,  Fritz,  Bankier.

v.  Borsig,  Conrad,  Geh.  Kommerzienrat.


Fürstenberg,  Carl,  Geschäftsinhaber
  der  Berliner  Handels-Gesellschaft.


Hardt,  Gustav,  Kommerzienrat.

Joerger,  Carl,  Bankier.

Graf  v.  Kalckreuth,  Eberhard,
in  Nieder-Siegersdorf  b.  Freystadt
(N.  Schles.).

Dr.  Kleiner,  Ennst,  Präsident.

Kube,  Hermann.

Löweneck,  Clemens,  Kommerzienrat
  in  München.

Dr.  Meusch,  Hans,  Generalsekretär
  in  Hannover.

Nathan,  Heny,  Bankdirektor.

Frhr.  v.  Oppenheim,  S.
Alfred,  in  Köln.

Dr.  Frhr.  v.  Pechmann,  Wilhelm,
  Geh.  Hofrat,  in  München.

Dr.  Salomonsohn,  Arthur,
Geschäftsinhaber  der  Disconto-Gesellschaft.


Dr.  v.  Schwabach,  Paurl,
Bankier.

Dr.  Simon,  James,  Kaufmann.

Stellvertreter:

Baltrusch,  F.

Boehme,  Paul,  Kommerzienrat.

Bömers,  H.,  Senator  in  Bremen.

Hermann,  Karl,  Generalsekretär.

Hirschland,  Kurt,  Bankier  in
Essen.

Jursch,  Stadtrat  a.  D.

Kaufmann,  Heinrich,  Direktor
in  Hamburg.

Meyer,  Ernst  Joachim,  Geh.  Kommerzienrat.


M.  ey  er,  Georg,  Bankier.

Moser,  Adolf,  Kommerzienrat.

Münchmeyer,  Hermann,  Kaufmann
  in  Hamburg.

Edler  v.  d.  Planitz,  Bruno,
Bankier.

Dr.  Ravene,  Louis,  Geh.  Kommerzienrat,
  Generalkonsul.

Reinhart,  Friedrich,  Bankdirektor.


Dr.  Schoen,  Ernst,  in  Leipzig.

Graf  v.  d.  Schulenburg,
Bernhard,  in  Grünthal  (Mark).

Schurig,  Rittergutsbesitzer  in
Markee  b.  Nauen.

Dr.  Schwartz,  Friedrich,  Geh.
Regierungsrat.
        <pb n="189" />
        Anhang  181

Mitglieder:

v.  Simson,  Georg,  Geschäftsinhaber
  der  Darmstädter  und
Nationalbank.

Dr.  v.  Stauß,  Emil,  Dircktor
der  Deutschen  Bank.

Dr.  v.  Stein,  Heinrich,  Bankier
in  Köln.

Dr.  Stern,  Paul,  Bankier  in
Frankfurt  (Main).

I)#r.  Wiedfeldt,  Otto,  Direktor
der  Friedr.  Krupp  A.-G.  in  Essen.

Deputierte:

Ir.  v.  Schwabach,  Paul,
Bankier,  i.  Fa.  S.  Bleichröder.
Fürstenberg,  Carl,  Geschäftsinhaber
  der  Berliner  Handelsgesellschaft.


Dr.  Salomonsohn,  Anrthur,
Geschäftsinhaber  der  Disconto-Gesellschaft.


Stellvertreter:

v.  Siemens,  Carl  Friedrich,  Der
Heinenhof  b.  Potsdam.

Stellvertretende  Deputierte:

Nathan,  Henry,  Direktor  der
Dresdner  Bank.

Andreae,  Fritz,  Bankier,  i.  Fa.
Hardy  &amp;amp;  Co.  G.  m.  b.  H.

Dr.  v.  Stauß,  Emil,  Direktor
der  Deutschen  Bank.
        <pb n="190" />
        182  Anhang

Die  Beamten  und  Angestellten
der  Reichsbank

Während  der  Kriegszeit  mußten  an  die  Kräfte  der  Beamten  infolge
der  starken  Steigerung  der  Geschäftstätigkeit  ganz  außerordentliche  An—
forderungen  gestellt  werden.  Insbesondere  machten  die  Ausdehnung  des
Giroverkehrs  und  die  Anderung  des  Zahlungsverkehrs  erhebliche  Mehr—
leistungen  notwendig,  indem  sie  nicht  nur  den  gesamten  Barumsatz,  sondern  vor
allem  auch  den  Umsatz  an  kleinem  und  kleinstem  Papiergeld  an  den  Kassen
der  Reichsbank  fortgesetzt  steigerten.  Erwähnung  verdient  ferner  die  aus
dem  Rahmen  früherer  normaler  Zeiten  vollkommen  herausfallende  Mehrbelastung
  der  Beamten  durch  die  Diskontierung  und  den  Absatz  der  Schatzanweisungen
  und  durch  die  Abwicklung  des  Zeichnungs=  und  Einzahlungsgeschäfts
  der  Kriegsanleihen.  Auch  die  von  Reichsbankbeamten  besorgte
Verwaltung  der  Darlehnskassen  stellte  infolge  des  starken  Lombardverkehrs
der  Kriegszeit  eine  gewaltige  Arbeitsleistung  dar.  Die  Regelung  des
Devisenhandels,  die  Bestandsaufnahme  ausländischer  Wertpapiere  und  Forderungen
  und  die  Mitwirkung  an  weiteren  wirtschaftlichen  Maßnahmen
dieser  Art,  die  von  der  Reichsregierung  veranlaßt  wurden,  die  Überwachung
  der  Goldsammlung  und  der  Goldabgabe  und  die  Werbetätigkeit
für  den  bargeldlosen  Zahlungsverkehr  waren  weitere  Aufgaben,  die  Sorgfalt,
  Umsicht  und  hingebende  Arbeitsfreudigkeit  erforderten  und  die  Kräfte
der  Beamten  um  so  mehr  anspannten,  als  eine  große  Anzahl  von  ihnen  zur
Fahne  einberufen  war  und  nur  unvollkommen  durch  Hilfskräfte  ersetzt
werden  konnte.  Insgesamt  stellte  sich  die  Zahl  der  zur  Fahne  einberufenen
Beamten  auf  1085;  von  ihnen  starben  184  den  Heldentod,  weitere  3  sind  vermißt
und  müssen  ebenfalls  als  tot  gelten.  Ihre  Namen  sind  auf  einer  in  der  Reichshauptbank
  aufgestellten  Gedenktafel  eingegraben  mit  der  Inschrift:  „Sieg  oder
Unsieg  steht  in  Gottes  Hand,  der  Ehre  sind  wir  selber  Herr  und  König“.  Verwundet
  wurden  240  Beamte,  in  Gefangenschaft  gerieten  40.  Mit  dem  Eisernen
Kreuz  I.  Klasse  wurden  136,  mit  dem  Eisernen  Kreuz  II.  Klasse  579  ausgezeichnet.

Das  Mitglied  des  Reichsbank-Direktoriums,  Geheimer  Oberfinanzrat
Dr.  von  Lumm,  wurde  als  Generalkommissar  für  die  Banken  in  Belgien  zur
        <pb n="191" />
        Anhang  183

Kaiserlichen  Zivilverwaltung  in  den  besetzten  Gebieten  Belgiens  abgeordnet.
Zu  seiner  Unterstützung  sind  ihm  im  Verlaufe  der  Kriegszeit  folgende  Beamte
beigegeben  worden:

die  Bankvorstände  Dr.  Müller  (jetzt  Erster  Vorstandsbeamter  der
Reichsbankstelle  Freiburg,  Br.),

Burckhardt  (inzwischen  gefallen),  und

Drenkmann  (inzwischen  ausgeschieden),

die  Oberbuchhalter  Fuchs  (jetzt  Mitglied  des  Reichsbank-Direktoriums)
und

Schefold  (inzwischen  gefallen),

die  Bankbuchhalter  Dr.  Schippel  (sjetzt  Erster  Vorstandsbeamter  der
Reichsbankstelle  Lübeck),

Dr.  Schilling  (setzt  Zweiter  Vorstandsbeamter  der  Reichsbankhauptstelle
  Stuttgart),

Dr.  Motschmann  t(s  etzt  Referent  im  Reichsbank-Direktorium),

Dr.  Rühe  (inzwischen  ausgeschieden),  und

Dr.  Pflüger  (inzwischen  ausgeschieden),

der  Bankkassier  Horning  (inzwischen  ausgeschieden),

der  Buchhaltereiassistent  Hentschel  (inzwischen  verstorben)  und

der  Bankkalkulator  Abel  (inzwischen  verstorben).

Weiterhin  sind  mit  besonderen  Missionen  während  des  Krieges  betraut
gewesen:

der  Bankvorstand  Beyer  (jetzt  Erster  Vorstandsbeamter  der  Reichsbankhauptstelle
  Leipzig)  als  Vorstand  des  Generalwechselamtes  beim
Großen  Hauptquartier,

der  Bankvorstand  Dr.  Schott  (jetzt  Referent  im  Reichsbank-Direktorium)
als  Zwangsverwalter  bei  der  Rumänischen  Nationalbank  und  im
Jahre  1919  als  Finanzdelegierter  des  Deutschen  Reichs  zur  Regelung
von  Finanzfragen  Elsaß-Lothringens  mit  den  rechtsseitigen  Gebieten
des  Rheins  in  Kehl,

der  Bankvorstand  Dr.  Hecke  (jetzt  Direktor  der  Nebenstelle  Freiberg
([Sachsenl)  in  Südrußland  (Odessa),

der  Bankbuchhalter  Dr.  Dittmer  (inzwischen  ausgeschieden)  als  Reichsbevollmächtigter
  bei  der  Polnischen  Landesdarlehnskasse  in  Warschau,

der  Bankkassier  Kayser  (inzwischen  ausgeschieden)  als  Zwangsverwalter
rumänischer  Banken  in  Bukarest.
        <pb n="192" />
        184  Anhang

Der  im  Jahre  1913  als  Berater  der  chinesischen  Regierung  in  Bankund
  Währungsfragen  nach  Peking  entsandte  Leiter  der  Statistischen  Abteilung,
Reichsbankdirektor  Dr.  Arnold  (inzwischen  ausgeschieden,  zuletzt  Referent
im  Reichsbank-Direktorium),  mußte  infolge  des  Kriegszustandes  zwischen  Deutschland
  und  China  im  Dezember  1917  nach  Berlin  zurückkehren.  Er  folgte  von
hier  aus  alsbald  einem  Rufe  als  Reichskommissar  für  die  Darlehnskasse  Ost  und
als  Referent  für  Geld-,  Bank  und  Kreditwesen  der  Handelsabteilung  beim  Stabe
des  Oberbefehlshabers  Ost  in  Kowno.  Kurz  vor  dem  Waffenstillstand  wurde  er
als  Referent  beim  General-Kommissar  für  die  Banken  in  Belgien  verwendet.

Während  der  Inflationszeit  mußte  die  Zahl  der  beschäftigten  Arbeitskräfte
  aller  Art,  wie  sich  aus  der  Tabelle  2  ergibt,  in  weitestem  Umfange
gesteigert  werden.  Ende  Dezember  1923  war  die  Gesamtziffer  auf  22  909
gestiegen.  Dabei  ist  hervorzuheben,  daß  die  vorhandenen  Kräfte  auf  das  äußerste
angespannt  werden  mußten,  und  daß  das  Personal  in  anerkennenswertester
Weise  oft  genug  bis  tief  in  die  Nacht  hinein  tätig  war,  um  die  Arbeiten
zu  bewältigen.  Nur  so  ließ  es  sich  ermöglichen,  die  mit  den  größten
technischen  Schwierigkeiten  verknüpfte  Zahlungsmittelversorgung  des  Reichs  im
großen  und  ganzen  aufrecht  zu  erhalten  und  den  Umtausch  der  zurückflutenden
Papiergeldmassen  zu  bewältigen.

Erwähnt  sei  schließlich  noch,  daß  die  Reichsbank  bei  Kriegsende  sich  bereit
erklärte,  aus  dem  Heere  und  der  Marine  ausscheidenden  und  berufslos  gewordenen
aktiven  Offizieren  eine  gründliche  kaufmännische  Ausbildung  im  Reichsbankbetriebe
  zu  gewähren,  um  ihnen  den  Übergang  in  die  Beamtenlaufbahn  der  Reichsbank
  oder  in  einen  anderen  bürgerlichen  Beruf  zu  erleichtern.  Die  Annahme
dieser  sogenannten  Bankbeflissenen  wurde  mit  Jahresschluß  1923  eingestellt.

Nach  Eintritt  der  Stabilisierung  —  welche  auch  für  die  Privatbanken
eine  weitgehende  Einschränkung  des  Geschäftspersonals  mit  sich  brachte  —  mußte
die  Reichsbank  gemäß  der  Personalabbauverordnung  vom  27.  Oktober  1923
(GRl.  I  S.  999)  ebenso  wie  die  anderen  Behörden  zu  einer  erheblichen
Verminderung  ihres  Personalbestandes  im  Wege  des  Abbaus  der  infolge
des  Rückganges  der  Geschäfte  entbehrlich  gewordenen  Arbeitskräfte  schreiten.
Bis  zum  31.  Dezember  1924  war  die  Gesamtzahl  aller  beschäftigten  Beamten,
Angestellten  und  Arbeiter  auf  14  635  und  bis  zum  30.  November  1925  weiter
auf  11  843  Köpfe,  darunter  8693  Beamte  gegen  3708  Ende  1913,  gesunken.
Über  die  Entwicklung  des  Personalbestandes  im  einzelnen  vgl.  Tabelle  2.
        <pb n="193" />
        Ehrentafel
        <pb n="194" />
        Den  Heldentod  für  das  Vaterland  starben

von  Alten,  Friedrich,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Kiel

Anders,  Erich,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Kattowitz

Arlart,  Wilhelm,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankvorstand  aus  Königshütte
Atzlenbach,  Arthur,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Berlin

Augstein,  Karl,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankvorstand  aus  Hann.-Linden
Axt,  Robert,  Leutnant  d.  Ldw.,  Oberbuchh.  aus  Hamburg

Baat,  Ernst,  Vizefeldwebel  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Lippstadt

Bandow,  Erich,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Spandau

Barschke,  Hermann,  Feuerw.  Lt.  a.  D.,  Ob.  Kalkulator  aus  Berlin
Barth,  Karl,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Bochum

Bartsch,  Albert,  Vizefeldwebel  d.  Ldw.,  ständ.  Hilfsarb.  aus  Berlin
Baumbach,  Johannes,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Würzburg
Baumgart,  Rudolf,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankkassier  aus  Cassel
Berkemeyer,  Ernst,  Leutnant  d.  Ldw.,  Buchh.  Assistent  aus  Essen
Berndt,  Konstantin,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Berlin
Bertermann,  Gustav,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankvorstand  aus  Apolda
Beyerlein,  Hermann,  Hauptmann  d.  Ldw.,  Bankvorstand  aus  Altenburg
Bielick,  Kurt,  Feldwebel  d.  Ldw.,  Kanzlei-Sekr.  aus  Essen

Blumenthal,  Werner,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Frankfurt  (Oder)
Bohm,  Paul,  Hauptmann  d.  Ldw.,  Bankassessor  aus  Insterburg

Bucke,  Otto,  Hauptmann  d.  Ldw.,  Bankvorstand  aus  Werdau
Bunzenthal,  Adolf,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Münster  (Westf.)
Burckhardt,  Julius,  Hauptmann  d.  Ldw.,  Bankvorstand  aus  Hattingen
Burkart,  Hugo.  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Hamburg

Clerck,  Paul,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankvorstand  aus  Bingen
        <pb n="195" />
        Conrad,  Karl,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankkassier  aus  München
Coqui,  Peter,  Oberleutnant  d.  Ldw.,  Bankkassier  aus  Leipzig
Dannemann,  Otto,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Remscheid
Dr.  Eichler,  Max,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Hamburg
Egxner,  Eduard,  Vizefeldwebel  d.  Ldw.,  Kassendiener  aus  Velbert
Fasbender,  Peter,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Fürth
Fähndrich,  Alexander,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Eisenach
Fels,  Rudolf,  Unteroffizier  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Crefeld

Fliegel,  Hans,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankvorstand  aus  Falkenstein
Frank,  Julius,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Bremen

Funck,  Karl,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Elbing

Gabriel,  Fritz,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Berlin

Gereke,  Johannes,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Köln-Mülheim
Gerlach,  Johann,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Berlin
Eietl,  Richard,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Karlsruhe

Eirnt,  Martin,  Leutnant  d.  Ldw.,  Bankbuchh.  aus  Gumbinnen
Gold,  Wilhelm,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankvorstand  aus  Bernburg
Grade,  Gustav,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankkassier  aus  Nürnberg
Graefe,  Johannes,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Zeitz

Dr.  Gremke,  Fritz,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Berlin
Greulich,  Friedrich,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Barmen
Groß,  Heinrich,  Gefreiter  d.  Ldst.,  Buchh.  Assistent  aus  Recklinghausen
Grundmann,  Kurt,  Vizefeldwebel  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Allenstein
Grüder,  Otto,  Hauptmann  d.  Ldw.,  Bankvorstand  aus  Gcestemünde
Habeney,  Richard,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Colmar  (Elsaß)
Hahn,  Wilhelm,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Gießen
Hamilton,  Walter,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Soest

Handt,  Karl,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Lübeck

Hannwacker,  Georg,  Unteroffizier  d.  Ldw.,  Bankbuchh.  aus  Frankfurt  (Main)

Hanold,  Bernhard,  Unteroffizier  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Berlin
Harder,  Helmuth,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankvorstand  aus  Greifswald
Haupt,  Fritz,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Berlin

Havemann,  Eottfried,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Hildesheim
Hegemann,  Hugo,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankkassier  aus  Metz

Heil,  Georg,  Vizefeldwebel  d.  Ldw.,  Kanzlist  aus  Hannover
        <pb n="196" />
        Heinzelmann,  Otto,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Berlin
Herrschmann,  Ludwig,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Nürnberg
Herrtwich,  Wilhelm,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  M.  Gladbach
Hertel,  Hermann,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Marburg
Heynemann-Günther,  Walter,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assist.  aus  Dortmund
Hoepfner,  Johannes,  Unteroffizier  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Berlin
Hoffmann,  Friedrich,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankvorstand  aus  Fürstenwalde
Hübner,  Leonhard,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Berlin
Illmer,  Ehrhard,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Eisenach

Isenthal,  Ferdinand,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Cassel
Jendritzky,  Hans,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Breslau

Johannes,  Paul,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankvorstand  aus  Werden
Just,  Otto,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Lüdenscheid

Kaiser,  Friedrich,  Landsturmmann,  Bankdiätar  aus  Berlin

Keller,  Albert,  Landsturmmann,  Bankbuchh.  aus  Ludwigshafen

Keuhl,  Ernst,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Oppeln

Kirchner,  Karl,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Danzig

Klein,  Walter,  Unteroffizier  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Oldenburg
Klingen,  Alexander,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Hagen
Klinkmüller,  Kurt,  Gefreiter  d.  Ldst.,  Bankdiätar  aus  Barmen

Kloh,  Richard,  Vizefeldwebel  d.  Ldw.,  Kanzlist  aus  Iserlohn

Klüß,  Ernst,  Unteroffizier  d.  Ldst.,  Bankvorstand  aus  Greifswald
Knoechel,  Hans,  Vizefeldwebel  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Hamburg

Kohl,  Otto,  Jäger  d.  Ldst.,  Bankdiätar  aus  Berlin

Kornemann,  Wilhelm,  Hauptmann  d.  Ldw.,  Bankkassier  aus  Minden
Köster,  Max,  Vizefeldwebel  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Berlin

Kraaz,  Paul,  Unteroffizier  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Berlin

Kraus,  Fritz,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Oldenburg

Krause,  Karl,  Landsturmmann,  Buchh.  Assistent  aus  Berlin
Kreitmair,  Wilhelm,  Landsturmmann,  Bankdiätar  aus  Mannheim
Krieger,  Hugo,  Hauptmann  d.  Res.,  Oberbuchhalter  aus  Berlin

von  Kries,  Gottfried,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Mülheim  (Ruhr)
Krusch,  Hermann,  Vizefeldwebel  d.  Ldw.,  Kassendiener  aus  Ratibor
Krüger,  Paul,  Gefreiter  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Berlin

Lademann,  Herbert,  Gefreiter  d.  Ldst.,  Bankdiätar  aus  Hamburg
        <pb n="197" />
        Lambrecht,  Ernst,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Bromberg
Laschke,  Heinz,  Vizefeldwebel  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Frankfurt  (Oder)
Lehmann,  Oswald,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Lübeck
Leib,  Adolf,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Konstanz
Leonhardt,  Franz,  Feldwebel-Leutnant,  Kalk.  Assistent  aus  Düsseldorf
Leopold,  Alfred,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Remscheid
Lilienthal,  Karl,  Gefreiter  d.  Ldst.,  Bankdiätar  aus  Danzig
Lindenau,  Friedrich,  Vizefeldwebel  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Berlin
Litzinger,  Carl,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Straßburg
Lorenz,  Fritz,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Frankfurt  (Main)
Lucas,  Willy,  Landsturmmann,  Bankdiätar  aus  Glogau

Luchterhand,  August,  Hauptmann  d.  Ldw.,  Bankvorstand  aus  Schwetz
Markus,  Hugo,  Vizefeldwebel  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Nürnberg
Martini,  Kurt,  Gefreiter,  Bankvorstand  aus  Weißwasser

Mehmel,  Ernst,  Leutnant  d.  Ldw.,  Bankbuchh.  aus  Köln

Meinecke,  Ernst,  Hauptmann  d.  Ldw.,  Oberbuchhalter  aus  Chemnitz
Menold,  Ottmar,  Grenadier,  Bankbuchh.  aus  Karlsruhe

Moß,  Friedrich,  Vizewachtmeister  d.  Ldst.,  Kassendiener  aus  Hamburg
Möbius,  Hermann,  Feldwebel  d.  Ldw.,  Kalk.  Assistent  aus  Berlin
Müchel,  Hans,  Oberleutnant  d.  Ldw.,  Bankbuchh.  aus  Berlin

Müller,  Heinrich,  Vizefeldwebel  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Düren
Näumann,  Fritz,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Cassel
Neumann,  Hermann,  Vizewachtmeister  d.  Ldw.,  Kassendiener  aus  Unna
Noszick,  Richard,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Allenstein
Oehler,  Ludwig,  Leutnant  d.  Ldw.,  Bankbuchh.  aus  Magdeburg
Oesterling,  Max,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Mannheim
Olischläger,  Wilhelm,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankvorstand  aus  Villingen
Pawlik,  Eugen,  Gefreiter  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Posen

Peschke,  Franz,  Leutnant  d.  Res.,  Bankvorstand  aus  Plauen

Pithe,  Paul,  Gefreiter  d.  Ldst.,  Bankdiätar  aus  Berlin

Poll,  Johannes,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Schwelm
Quartier,  Theodor,  Landsturmmann,  Bankbuchh.  aus  Hamm
Rachfahl,  Friedrich,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Karlsruhe
Randel,  Gcorg,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Zittau

Richter,  Wilhelm,  Leuinant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Bernburg
        <pb n="198" />
        Rippe,  Wilhelm,  Landsturmmann,  ständ.  Hilfsarbeiter  aus  Geestemünde
Roggatz,  Erich,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Memel

Römer,  Bernhard,  Oberleutnant  d.  Res.,  Reg.  Baumeister  aus  Tilsit
Römisch,  Erhard,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Breslau
Rusteberg,  Friedrich,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Detmold
Rückert,  Paul,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Sonderburg
Rüther,  Carl,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Hamburg

Sachs,  Johann,  Feldwebel-Leutnant,  Kassendiener  aus  Siegen
Sandhop,  Ernst,  Hauptmann  d.  Ldw.,  Bankvorstand  aus  Goldap

Dr.  Sawade,  Georg,  Leutnant  d.  Res.,  jurist.  Hilfsarbeiter  aus  Berlin
Seidel,  Franz,  Leutnant  d.  Ldw.,  Bürodiätar  aus  Osnabrück

Selicke,  Otto,  Unteroffizier  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Berlin
Selter,  Paul,  Vizefeldwebel  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Duisburg

Senn,  Robert,  Vizefeldwebel  d.  Ldst.,  Kassendiener  aus  Colmar  (Elsaß)
Seyffarth,  Martin,  Vizefeldwebel  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Berlin
Sundermann,  Oskar,  Leutnant  d.  Ldw.,  ständ.  Hilfsarbeiter  aus  Düsseldorf
Schaefer,  Walter,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Hagen

Schefold,  Eduard,  Hauptmann  d.  Ldw.,  Oberbuchhalter  aus  Cassel
Schindler,  Franz,  Feldwebel-Leutnant,  Kassendiener  aus  Neiße
Schlessiger,  Carl,  Gefreiter  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Breslau
Schmidt,  Max,  Vizefeldwebel  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Stolp

Scholz,  Hermann,  Feldwebel-Leutnant,  Bankkalkulator  aus  Köln
Scholz,  Karl,  Feldwebel-Leutnant,  Kassendiener  aus  Lissa

Schonlau,  Fritz,  Gefreiter,  ständ.  Hilfsarbeiter  aus  Kiel

Schroeder,  Alfred,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Elberfeld
Schröder,  Max,  Feldwebel  d.  Ldw.,  Bankkalkulator  aus  Bromberg
Schultz,  Gustav,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Gera

Schulz,  Franz,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Remscheid

Schulze,  Paul,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Köln-Mülheim
Schulze,  Edgar,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Trier

Schweiger,  Fritz,  Hauptmann  d.  Res.,  Oberbuchh.  aus  Berlin
Schweizer,  Wilhelm,  Gefreiter  d.  Ldst.,  Bankdiätar  aus  Stuttgart
Steinbrecher,  Erwin,  Vizefeldwebel  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Berlin
Strater,  Ernst,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Düsseldorf

Strey,  Albert,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Mülhausen  (Elsaß)
        <pb n="199" />
        Tietjens,  Kurt,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Berlin

Tietsche,  Willibald,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Berlin
Unger,  Robert,  Unteroffizier  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Osnabrück
Urban,  Heinrich,  Musketier,  Bankdiätar  aus  Duisburg

Uttech,  Hans,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Berlin

Waechter,  Wilhelm,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Heilbronn
Waldhecker,  Hugo,  Vizefeldwebel  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Würzburg
Weck,  Georg,  Vizefeldwebel  d.  Ldw.,  Kassendiener  aus  Konstanz
Weckert,  Hans,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Harburg

von  Weiler,  Robert,  Unteroffizier  d.  Ldst.,  Bankbuchh.  aus  Düsseldorf
Weismann,  Oskar,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Karlsruhe
Wenzel,  Albert,  Wachtmeister  d.  Ldw.,  Kassendiener  aus  Berlin

Wied,  Hugo,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Potsdam

Dr.  Wittstock,  Friedrich,  Leutnant  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Cottbus
Woesch,  Hugo,  Leutnant  d.  Res.,  Buchh.  Assistent  aus  Nürnberg
Wogram,  Ernst,  Leutnant  d.  Ldw.,  Bankkassier  aus  Stralsund

Wolf,  Karl,  Vizefeldwebel  d.  Res.,  Bankdiätar  aus  Brandenburg
Wolfgramm,  Hermann,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Königsberg
Zernecke,  Georg,  Hauptmann  d.  Res.,  Bankvorstand  aus  Neustettin

Als  vermißt  sind  gemeldet

Biermann,  Otto,  Landsturmmann,  Bankdiätar  aus  Köln
von  Ende,  Kurt,  Oberleutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Bremen
Klupsch,  Bruno,  Leutnant  d.  Res.,  Bankbuchh.  aus  Greiz

EHNRE  IHREM  ANDENAEVN.
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        <pb n="201" />
        2.  Teil

Tabellen
        <pb n="202" />
        2

Tabelle  1
Zahl  und  Glieclerung  der  Zweiganstalten
Zveig-  Selbstündige  Bankanstalten  s  Von  den  selbstündigen  Bunkanstalten  abhüngige  Unteranstalten?
Ende  Reichsbanknehenstellen
anslalien  Reichsbank-  6
des  insgesamt!)  Keichslunk-  Reichsbank-,  insgesunt  kommau-  mit  Kassen.  oline  Kassen-  Reichspank-  4  insge#amt
Juhres  Sp.  3  und  10)  hanpitstellen  stellen  (Sp.  uul  4)  ditca  einr  chtung  inrieltung  Warenilelmins  (95  .  0  bis  91
––  U  1  ———.—  --“2

1875)  182  8  44  52  4  99  27  130
1876  206  16  ·  43  59  3  95  22  27  147
1881  221  17  43  60  2  112  20  27  161
1886  228  17  44  61  2  124  18  23  167
189119251  17  45  62  1  147  17  24  189
1896  281  17  48  65  1  185  12  18  216
1900  330  17  58  795  —  228  13  14  255
1901  358  18  61  79  –  253  12  14  279
1902  375  18  61  79  —  272  12  12  296
1903  391  19  63  82  —  285  12  12  309
1904  414  19  66  85  —  307  11  11  329
1905  442  19  67  86  —  333  9  14  356
1906  469  19  70  89  —  358  9  13  380
1907  478  19  74  93  —  363  9  13  385
1908  487  19  75  94  —  372  9  12  393
1900  493  20  75  935  —  377  9  12  398
191093  20  76  P6  —  379  9  9  397
1911  487  20  76  96  —  379  7  5  391
1912  486  20  77  97  —  378  7  4  389
1913  487  20  77  97  —  379  7  4  390
1914  487  20  78  98  —  378  7  4  389
1915  484  20  78  28  —  376  7  3  386
1916  483  20  78  98  —  375  7  3  385
1917  481  20  78  98  —  373  7  3  383
1918  480  20  78  998  –  372  7  3  382
1919  458  20  79  99  —  349  7  359
1920  443  19  76  95  –  339  7  2  348
i821  442  18  7  95  —  340  5  2  347
1922  440  18  7  96  —  339  3  2  344
1923  444  17  77  94  —  347  2  1  350
1924  448  17  80  97  —  349  1  1  351

1)  Also  mit  Ausschlust  der  Reichshauptbank  in  Berlin.

„)  Einschlielllich  der  von  der  Rcichshauptbank  unmittelbar  abhängigen  Rcichsbanknebenstellen  in  Brandenburg
  (Hael)  (bis  1900),  Charlottenburg  und  Potsclam  (bis  1900)  sowie  Neukcsi  —  früher  Rixdorf  —  Ceit  1900).

„)  Die  in  obiger  Tabelle  für  das  Jahr  1875  aufgeführten  Zweiganstalten  sind  die  von  der  Preubischen  Bank
üllernommenen.  Es  entsprechen  hier  —  mit  Ausnahme  der  Reichsbankhauptstelle  in  Hamburg,  welche  aus  der  Bank-Kkommandite
  in  Altona  hervorging  —  im  allgemeinen  den  Reichsbankhauptstellen  die  Bankkontorc,  den  Reichsbankstellen
  die  sclbständigen  Bankkommanditen,  den  Reichsbanknebenstellen  die  Bankagenturen,  den  Reichsbankkommanditen
  die  unselbständigen  Bankkommanditen,  den  Reichsbank-Warendenots  die  Warendepots  der  Preuflischen  Bank.
Die  Reichsbank  eröffnete  ihre  Tätigkeit  am  2.  Januar  1870  mit  16  Reichsbankhauptstellen.  43  Reichsbankstellen,
3  Reichsbankkommanditen,  112  Reichsbankuchenstclien  und  27  Reichsbank-Warendepois.
        <pb n="203" />
        3

Noch  Tabelle  1

Scit  dem  Jahre  1001  sind  im  einzelnen
lolgende  Veräünderungen  bei  den  Unteranstalten  eingetreten:

(Zeichenerklürung  siche  unten)

1901:  H-  1  (Kicl);  St  F  4  (Altona,  Brandenburg,  Mülheim  [RuhrI.  Würzburg);  —  1  (Kiel);  N—  29  (Altenn.
Anklam,  Auc.  Bieberich,  Buchholz,  Bünde,  Döbeln.  Eckernförde,  Friedberg,  Helmstedt,  Hersiecld,  Jena,
Lauterbach,  Leisnig,  Luckenwalde,  Markneukirchen,  RMleidcrich,  Mittweida,  Oberlahnstein.  Olpe.
Oschatz,  Osterode,  Riesa,  Rosenheim,  Striegau.  Waldheim,  Wermelskirchen,  Wurzen,  Zabern);  —  4
(Altona,  Brandenburg,  Mülheim  [RuhrlI.  Würzburg):  N—  1  (Anklam).

4002:  N  (Cöthen,  Culmsee,  Dirschau,  Einbeck,  Elmshorn,  Euskirchen,  Grollenhain,  Hattingen,  Höhr,
lizchoe,  Kirchen,  Kreuzburg,  Lohr,  Meiningen,  Neuruppin,  Pirua.  Sangerhausen.  Sonneberg,  Villingen):
W  —2  (Cammin,  Königsberg  [Neumark)).

1005:  H  41  (Dresden):  St  +  3  (Halberstadt,  Kreuznach,  Zwickau);  —  1  (Dresden);  N—  15  (Coburg.  Detmold,
Emmcrich,  Falkenstein,  Graetz,  Hamborn,  Hörde,  Kirchberg,  Kirn,  Kosten,  Limbach,  Senstenberg.
Tuttlingen,  Warburg.  Wiltenberge.  Wongrowitz);  —  3  (Halberstadt,  Kreuznach,  Zwickau).

1004:  St  K  3  (amm,  Lissa,  Remscheid);  N+  25  (Angerburg.  Arnsberg,  Bartenstein,  Bedrum,  Biberach,  Cleve,
Eickel,  Frankenberg.  Gebweiler,  Geislingen,  Guttstadt,  Haynau,  Jauer.  Kumen.  Langendreer,  Lötzen,
Nienburg,  Oberstein,  Ochsenfurt,  Oldenburg.  Rheinc,  Schöningen,  Schwarzenberg.  Weillwasscr.
Wismar);  —  3  (Hamm,  Lissa,  Remscheid);  N  —  1  (Bartenstein):;  W.—  1  (Schippenbeil).

1005:  St  F  1  (Oppeln);  N  22  (Arnstadt,  Braunsberg,  Bensheim,  Briesen,  Driescn.  Frankenstein,  Freihurg
[Schles.).  Cladbedk,  Goldap,  Habelschwerdt,  Hagenau,  Homberg.  Langenbielau,  Lingen,  Mettmann,
Münsterberg.  Nakel,  Nebcim,  Neurode,  Oschersleben,  Pegau.  Saarburg.  Schmölln,  Schwabach,  Sensburg.
  Sitoler  Wertheim);  —  1  (Oppeln);  N°  —2  (Braunsberg,  Goldap);  W  +  (Collub.  Lautenburg.
Strasburg).

1906:  St  3.  (Eisenach,  Glatz,  Ludwigshafen);  N—  28  (Analen,  Ahlen,  Ansbach,  Bleicherode,.  Bühl,  Chum.
Colditz,  Eisleben,  Fraustadt,  Hindenburg,  Ingolstadt,  Kaukehmen,  Lautenburg,  Menden,  Neukölln.
Neusalz,  Northeim,  Opladen,  Rastatt,  Saalfeld,  Schlawe.  Schwetz,  Stallfurt,  Straubing,  Tarnowitz.
reuen,  Varel,  Zielenzig);  —  3  (Eisenach,  Glatz,  Ludwigshafen);  W+  1  (Neuenburg):;  —2  (Lautenburg,
  Schlawe).

14007:  St  T4  (Charlottenburg.  Göttingen,  Husum,  Wilhelmshaven);  NA  #  (Berlinchen,  Bittereld,  Marggrabowa,
  Miltenberg.  St.  Ingbert,  Schmalkalden,  Stadthagen,  Swinemünde,  Wittenberg);  —  4  (Charlottenburg.
  Göttingen,  Husum,  Wilhelmshaven).

1008:  St  F  1  (Lippstadt);  NM  11  (Biedenkopf,  Dülken,  Friedrichshafen,  Candersheim,  Kappeln,  Lemgo,
Mörs,  Saarlouis,  Schlettstadt,  Wetter,  Wilmersdorf):;  —  2  (Lippstadt,  Münsterberg);  W—  1  (Gerdaucn).

1909:  H  1  Nürnberg);  St  1  (Hagen):  —  1  (Nürnberg)l;  N6  (Baden-Baden,  Coslar,  Schöneberg,  Soldau,
Spandau,  Weiden);  —  1  (Hagen).

1910:  St  K1  (Regensburg);  N-  4  (Amberg,  Haspe.  Schwenningen,  Sterkrade);  —2  (Regensburg.  Senstenberg):;
  W—  (armen,  Körlin,  Tapiau).  "½r

1911:  N  —2  (Labiau,  Schirwindt);  W—  4  (Bischofsburg,  Pasewalk,  Pyritz,  Strasburg).

1912:  St  41  (Kattowitz);  N  1  (Schwerin);  —2  (Groltenhain,  Kattowitz);  W—  1  (NNeuenburg)j.

1913:  N+  1  (Mayen).

1914:  St  K1  (Sielken);  N—  1  (Giellen).

19153:  J—2  (Habelschwerdt,  Lohr);  W—  1  (Collub).

1%10:  N—  1  (Tarnowitz).

lolz:  NJ—2  (Gebweiler,  Kamen).

1918:  N—1  (Neurode).

1919:  St  +  1  (M.  Gladbach);  N—  33  (Backnang,  Briesen,  Cham.  Colmar,  Culm,  Culmsee,  Dirschau,  Hagenau,
lichensalzn,  Konitz,  Krotoschin,  Lautenburg,  M.  Gladbach,  Nakel,  Ostrowo,  Pleschen,  Preull.Stargard.
Rawitsch,  Saarburg,  Schlettstadt,  Schwetz,  Soldag  Zabern).

1920:  H.—  1  (Posen):  St  2  (Pforzheim,  Saarbrücken);  —5  (Bromberg,  Graudenz,  Lissa,  Meiz,  Thorn);:
N+11  (Kathenow);  —  11  (Apenrade,  Eupen.  Cnesen.  Gractz,  Hadersleben,  Kosien,  Pforzheim.  Saarbrücken,
  Sonderburg,  Tondern,  Wongrowitz);  W—  1  (Flalow).

1%1:  H—  1  (Strallburg);  St  2  (Bonn.  Gelsenkirdhen);  —  1  (Mülhousen  IEls.  );  N—  3  (Aerseburg,  Neurocdc.
Remagen);  —2  (Bonn,  Gelsenkirchen);  N2  ([Bütow,  Rufh-.

1922:  St  S.  2  (Beuthen,  Schwerin):  —  1  (Katiowitz);  N  3  (Betzdorf.  Erl  Sice  :  —  U
Kixchsu.1cöxsigshiuce.schwam-Ists-:-(wsh1su.woth-Tt)z.«ok«"8«"S«cgb"3)'«Bc"«w"’

1923:H—1(Danzi);st—1(Memcl);N-k-8(Eilenbnr,c"sl,I-I«lb."l·-  g
—LL—  md.  ga-  eilsberg.  Jülich,  Oels,  Ortelsburg.

1924:  St  3  (Dessau,  Oberhausen.  Rostock);  N-  8  (Cuxhaven,  Plettenberg.  Prilzwalk,  Radollzell.  Salz

Nüdel:  re,  Stana  .  Uelzen):  —6  (Dessau.  Gandersheim,  Oberhausen,  Pegau,  Rostock.  Zielenzig):

H  —  Reichsbankhauptstelle.  St  =  Reichsbankstelle,  N  =  Reichshbanknebenstelle  i  St
N  Reichsbanknebenstelle  ohne  Kasse,  W—  Wurendepot,  +  —  Zutgantg,  —  Abgang.  elle  mit  asse.

––
        <pb n="204" />
        Persoual.

——

Etatsmüllige
Am  Ende  Beamie  )  Daron  entsallen  auf  ltavideni  Rurm-  kIu#e  Zwoiie  (pberbrethelte.
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kanptben  anrialten  Wune  henptbank)  Nank.  unk-K  Jee#nsellen  Dchreidie.
in  llerlin  Ircktamnms?  eanslalten  7).  awlalten  Kanzlchvonech--,
I  2  -  U  5  7  10  11
1875  767°.)  203  56  7  13  65  51  1  14  4
1876  1  091  307  787  7  14  61  60  —  2  58
1877  1  127  808  819  7  15  62  61  1  45  64
1878  1  113  322  821  7  15  61  61  2  47  66
1879  1  141  906  835  7  14  61  60  2  40  66
1850  1  155  300  849  7  12  62  60  3  49  70
1661  1161  310  851  7  13  62  60  6  51  66
18682  1  181  323  858  7  14  62  60  11  53  67
183  1219  339  880  7  13  62  60  12  52  76
1864  1246  956  800  7  13  66  64  15  51  75
1885  1260  866  901  7  13  00  63  19  48  76
1886  1  307  390  917  7  14  67  61  28  53  76
1887  1  337  40s  930  7  15  67  06  32  52  70
18388  1  302  45  977  7  14  607  65  39  56  78
1880  1445  443  1002  8  15  68  65  51  56  77
1890  1507  450  1057  8  15  68  65  58  00  64
1801  1  573  476  1  007  8  16  607  67  69  65  85
1892  1  635  403  1142  8  16  68  68  80  71  88
189  1  690  607  1  183  8  16  68  65  85  75  91
1894  1745  531  1  214  8  16  68  68  91  79  93
1895  1819  567  1252  8  16  68  68  102  85  109
1#00  1  891  **#—  1  312  8  17  68  08  114  91  117
1807  1  069  026  1303  8  18  69  69  126  9  119
1808  2  074  633  1  1  441  8  18  71  71  130  99  127
1890  2192  618  %  1  544  8  18  72  72  153  104  137
1900  2322  004  .  1  658  8  18  75  75  178  113  146
1901  2  467  676  1  791  8  19  79  79  209  126  155
1902  252  702  6  1  850  8  20  79  79  226  129  115
1903  2062  704  «  1958  9  20  82  82  249  135  172
1001  2700  721  20974  9  21  "4  85  271  141  165
1905  2939  786  I  2203  9  21  68  88  208  147  101
1906  3084  759  ··  2325  8°1  22  91  91  825  151  208
1907  8224  601  2  423  62  22  91  93  334  158  22
1908  3371  822  2539  11  2  93  94  342  161  218
1009  3440  803  2577  12  22  95  95  347  102  210
1010  3  405  808  2  627  11  23  9  96  350  164  254
1911  3571  895  2  076  12  22  95  90  850  108  260
1912  3620  910  2716  12  22  97  97  AM.  171  2#
1913  3708  991  2  777  12  20  9  97  353  175  268
1914  9749  950  2799  12  21  94  96  846  174  272
1015  98  694  965  2  729  12  21  94  68  330  177  207
1916  367“  969  2705  12  20  93  90  85  177  208
1917  3640  972  2668  11  22  89  91  233  174  260
1918  IL  1027  2  500  12  22  86  90  325  177  276
1919  428#  1476  2  7u8  15  24  88  00  822  188  293

–  —

")  Inlolge  Inkraftitretens  der  neucn  Besoldungsreform  ist  es  notwendig  geworden.  dic  Personalilbersicht  rom
Jahre  1920  ab  nach  underen  Ccsichtspunkten  aufzustellen  (siche  Tabelle  2  Tortsctzung).
1)  Die  zu  vorllbergehender  Beschülligung  angeno  umenen  Aushillsarbeiter  sowic  die  Taxalorcn  und  Plandnu

  saeher  der  Reichshbank  sind  in  vorstchender  Cbersicht  unberücksichtigt  geblichen.  desgleichen  die  Benmten  der  Köüniglichen
  Bergwerks-Direktions-Kasse  in  Saurbrücken  und  der  Königlichen  Regicrungshauplkusscn  in  Trier  und  Mauricnwerder.
  dic  s.  JSt.  die  Funklionen  der  Nebensichlen  an  den  genannten  Orien  wahrgenommen  haben.  In  den  obigen
Znhlen  sind  auch  die  von  der  Heichsbank  danernl  gegen  Lohn  oder  gegen  Tugegelder  beschüftigten  Personen  lür  die
Telcphon-.  Beleuchtungs-  und  lleizungsanlagen  und  dus  Reinigen  der  Dienstrüume  nicht  enthollen.
-Iillsn  2)  vom  Jahre  1908  u0D  cinschlichtlich  dles  stündligen  buntechnischen  Brumicn,  sowie  der  Kkommissurisch  beschäftiglen
Tillsurheiler.

d  Einschlichllich  des  Beamten  für  Abnahme  der  Rechnungen,  des  Direktors  des  Kontors  für  Wertpapiere  und
in  den  lohren  190  bis  1007  des  bautechnischen  Beamiten.
        <pb n="205" />
        5

:  **
Ubersicht?  Tabelle?
ramie  NFiechi  ctulsmüllige  Beumitet
Honkhu#bholltet#  T  "„  Am
Kelkulalon.n.  CUn2c#sbeamtc  Hank  .  llank  ase  nien  Vonatelier  lndd-  1
segene  a  Cel.  I.  Kavenadiener.  kominbs#te  .  1  Ililb·  Inls-  r*  1.  Aon
#lnnlaparr..  „nnne  ens  zundl  iner####m:  M#nlnz)  #enerd  'e  “  “  M#####  #i#-’#as  Fuhres.
El  WW  lleusslienct)  Baukjustitiareꝰ  P4e  Nele,  ichen  detente
Kanslcihrammteee  6  6  ——  J
12  13  14  15  16  17  18  16  20  21  2
l
151  41  200  55  636  6  —  4  04  2  131  1875
157  47  242  61  739  1641  9  41  114  27  355  1870
189  b4  287  62  847  126  1  6  117  28  280  1877
216  54  201  62  882  95  18  4  116  26  261  1678
263  51  290  02  927  54  7  5  121  27  214  1870
271  50  250  60  933  50  10  2  120  28  222  .18#0
28“  48  287  61  947  4  11  60  126  27  214  18!
270  52  269  61  952  56  22  6  110  26  220  15#.#2
279  53  205  61  972  70  22  12  118  25  247  1863
284  58  312  61  1  000  82  18  8  112  22  242  1834
298  58  3I7  62  1  027  70  26  16  108  22  212  1865
300  50  29  62  1  050  81  27  11  106  23  218  16#56
807  65  330  62  1  0682  86  30  12  103  24  255  1567
20  65  340  62  1  113  101  35  20  98  25  279  18#|
332  66  952  62  1152  114  88  25  91  25  203  1889
35  81  Wi  63  1241  090  33  18  92  24  266  1890
975  2  406  63  1  303  114  33  11  89  23  270  191
W  88  420  64  1  357  121  29  15  89  24  278  1892
415  89  440  63  1415  119  34  15  84  23  275  1898
443  90  461  65  1  482  117  21  17  65  23  203  1891
417  07  475  65  1540  142  25  19  83  20  279  1805
451  106  500  66  1  600  152  23  14  81  13  263  1896
457  112  29  66  1  072  187  22  15  76  17  317  1707
408  116  542  70  1726  203  31  23  75  16  348  1608
502  118  581  71  1  836  204  38  28  71  15  956  1899
500  120  623  74  1  990  257  20  29  63  14  302  1000
194  127  67  7  2  054  20  17  57  14  413  1001
500  129  701  79  2175  252  33  35  45  12  377  1002
602  140  745  82  2  318  238  29  17  48  12  3414  1003
623  149  775  84  2  430  245  41  26  44  9  365  1904
634  153  810  88  2527  281  40  25  42  15  412  1005
648  100  810  91  20  35  313  49  86  39  12  449  1006
689  171  881  93  2764  819  31  28  40  12  460  1907
771  169  942  94  2917  336  24  23  39  12  41  1908
842  194  930  94  9  030  324  12  16  37  12  401  1900
900  210  932  95  3  137  280  13  18  38  #  338  1910
950  238  925  94  3219  276  20  15  90  5  352  1911
1  008  209  044  96  9  311  224  93  18  36  4  313  191s2
1  056  251  968  05  3  392  172  76  30  34  4  310  1013
1  074  207  956  94  3  430  174  98  5  2  x  313  1914
1  053  281  950  94  3373  231  55  1  31  3  821  1915
1040  900  909  "  3347  220  61  7  30  3  327  1016
1  066  906  884  96  8  311  213  51  4  28  3  206  1917
1105  327  06  3  916  123  07  26  28  9  277  1018
1  092  839  009  96  2616  270  256  96  22  2  648  1919

4)  Einschlielllich  der  Loiter  der  vron  zwei  Vorstandlsbcamten  verwulicten  Nebenslellen,  deren  cs  während  der
Jahre  1883  his  1800  einc  geringe  Anzahl  gab.

„  Sic  sind  in  der  Regel  höhere  richterliche  oder  Verwaltungsbenmic  und  üben  ihre  Fätigkeit  im  Bunkdicnsl.
die  sich  hauptsüächlich  auf  die  Vornahme  der  vom  Keichsbank-Dircktorium  angecordueten  HRerisionen  und  die  Unterstützung
  der  Vorstantlsbenmien  in  juristischen  Angelegenhcilen  beschrünkt,  nur  im  Nebenamt  aus.

)  Vom  Jahre  1911  ab  ceinschlielllich  der  Stenotypistinnen  und  Pernsprechgehilfinnen  pp.

:)  TZum  weck  spüterer  dauernder  Aufnahme  in  den  Bankdienst  einherusen:  vom  luhre  1011  ab  cinschlielstlich
dier  stündigen  Ilillsarbeirer.

6)  Das  sind  die  Ende  1875  von  der  Preullischen  Bank  übernommenen  Beaomien.
%  Die  durch  den  Tod  eines  Milgliedes  erledigte  Stclle  Vwurche  erst  im  Jahre  1008  wieder  besctzl.
        <pb n="206" />
        Personal.

(Forl.
Beamte  (etutsmüllige
m  Ende  Danvon  cntfsullen  aul  bruielentKst  d  Liin  Ste  K##
on  re  l  itlen  clemmien  un  eiler  .  .  .,..,  Tini-klemcles
  und  M;œlixlieder  Ililtireserraten  der  Alleilungen  —  EMWx  Vamlandk-Jahres
  innge#samt  elir  Meih#s  lie  Zweir-  der  im  unel  Kondersc  ———.—.  lsnels  beamte  iler
„haapilent  a!!!dx———...——————.—  ¾l  ——  ———
in  *  anelalien  Dirrkroriumn  Dirrktorium  hauwpmlank  Renkanstelten  Hankanmialien  ö#
–vé  „  .öNPD  n  2*22M,-2  .....  §****
1920  5811  2869  8  442  10  6  30  92  90  51
1921  7  076  2740  48380  12  8  28  295  94  68
1922  7736  2970  4768  12  11  27  00  89  70
1923  9  807  8  4760  5832  12  15  30  93  86  73
1924  9395  9320  6070  12  16  30  97  89  84
Angestellte
Am  Ende  .
mu«  Davon  entfullen  aus  Atenten
des  als  VorlladeSin#alige.  kaul·  Klro-  .  .  .
Jud-esispzzeznwuikakiasp  NethIIcslsiIkUmwkssingktkdd««"«·k""""«"««"«
.  -  -  lie  2  «  -  ,  -  -  .  .-  .  ..
brav  J  *  arlerslee  1•6“t½  (rionen  Pisilnnenchilbunen  Lilb  ka#le
.  skkll  M«
-.-o"  4  2  —————  *W  82½8  2  !s—
1920  4349  1740  2600  2  3261  1052  1388  167  28  1820
1021  3447  1  231  2216  20  524  986  60  163  24  1459
1922  5081  1  440  93644  17  579  1  459  197  2360  98  2230
1923  13281  2930  10  345  11  609  4200  1501  398  70  6  015
1924  14607  1  052  3  415  10  146  1  324  155  352  75  1  885

—

)  Siche  Aumerkung  ’)  bei  Tubelle  2.  "
“")  Ausschlielich  der  Agenten  uls  Vorslünde  von  Nebenstellen  und  der  Vorslteher  von  Warendepots.  Diosclben
erschcinen  in  der  vorliegenden  Ubersicht  unter  den  Angestellten,  während  sie  in  den  Verwaltungsberichten  der  Reichshank
  zu  den  Beamten  gerechnel  worden  sind.
        <pb n="207" />
        Ubersicht)

setzung)

7

Woch  Tabelle  2

—  —  —  —

und  nich  l

—  —  —  —

ctuatsmültige)

„m  Entle

Dente  des

Vorönele  Kuchhalterci-  ————  Sonattr  Somlige  Hanklaommissarr.  des

cler  Kallulainr-.  unil  ««  llsnlkamlc  techmische  llaucbe#mte  LL  Ialires

Nebemicllen  Heritrulur-  L  Kanmiere?)  Kenra  Llicomie  liunkjzminian?")
Kanrileldicmde#
ss—ix  *2  —6  1  1  n——  —22  1u  m
322  2783  283  2  004  2  16  29  93  1920
52t  8410  323  2  564  2  16  51  94  1021
326  3734  338  2851  11  18  50  95  1922
327  4490  368  102  13  20  72  05  1923
383  5  166  382  2062  11  4  77  97  1924
Arbeiter
Am  KEnde
*  Davon  enllullen  aus  m  lendg,

Hau-  onruge  Somiige  Arheiter  des

lechnishe  Inge-#ns  die  Heilu  —“  Ilaselm#kerinsskluets  Acheilctinurn  Juhre’s

a#ograteilte  K##selile  Angesichiie  hanmilank  ör  -!1s.  owiiumhrm
in  Lerl##
rl  u  V  M  LK  **  —  "  —  #  5  E  4
—

10  110  204  135  40  28  150  9q1  1020
63  20  126  265  210  65  4  169  490  1921
110  114  106  494  414  80  30  339  125  1922
240  88  7  818  682  186  140  582  146  1923
121  75  24  773  640  133  163  456  154  1924

..  —————..—

Regel  zu  Urkundsbeamten  besiellt  werden.

Ausschlichtlich  der  kusselührenden  Beumien,  welche  unter  den  in  Spalic  12  aulgelührten  Beamien  enthallen  sincl.

1)  Auf  Grund  des  8  BC.  v.  30.  R.  24  (RBl.  II  S.  233)  sollen  die  Bunkkommissare  unil  Bunk  jusliliare  in  der

Dbesitzen.

Sic  missen  in  dlicsem  Tall  die  Fühigkeit  zur  Beklcidung  des  Richterumis
        <pb n="208" />
        <pb n="209" />
        Gesamtumsätze.!)

Einnahme  und  Ausgabe  zusammen

9

Tabelle  3

Bei  der  Reichshauntbank

Bei  den  Zweiganstalten

Jahr  in  Prozenten  in  Prozemen  Insgesamt
des  Gesami-  des  Cesamt--umsulzcs
  umsatzes
Betrag  GEp.  6)  Betrag  (Sp.  0)  Betrag
*  2  .-  E  —  —.
Tausend!l  Al  Tausend  A.  Tausend  bhl
1876  9227246  25,1  27  457  585  74,9  36  684  831
1881  15  720  037  27,9  40  616  021  72,  56  336  058
1886  26  153  818  34,  50  411  605  65,8  76  565  423
1891  34  321  397  31,2  75  611  852  68,8  109  933249
1896  4  852  741  34,1  86  646  452  65,9  131  499  193
1900  59  904  285  31,7  129  187  214  68,  189  091  499
1901  63  781  489  33,0  129  366  130  67,0  193  147  619
1902  67  087  536  35,0  124  838  679  65,0  191  926  215
1903  71  617  275  34hh  133  667  333  65  205  284  608
1904  80  830  578  36,5  140  759  023  63,5  221  589  601
1905  96  307  071  38,3  154  959  982  61  251  267  053
1906  106  406  348  38,1  172  811  978  60%  279  218  326
1907  106  796  138  35,7  192  201  214  2  298  997  352
1908  112  680  476  36,9  192  564  029  63,1  305  244  505
1909  131  542  723  39,7  199  489  282  60  331  032  005
1910  137  459  080  38,8  216  691  320  61,2  354  150  400
1911  148  332  004  39,3  229  170  533  60,7  377  502  537
1912  161  351  136  39,0  252  641  216  61,0  413  992  352
1913  165  750  611  30,2  256  589  096  60,8  422  339  707
1914  232  792  270  44,6  288  983  200  55,4  521  775  470
1915  600  681  376  61,8  371  838  031  38,2  972  519  407
1916  803  644  256  63,9  453  687  147  361r  1257  331  403
1917  1  405  383  486  69,2  624  286  230  30,8  2x029  669  716
1918  2  474  679  008  74,0  868  241  244  26,0  3342  920  252
1919  4563  780  808  77,7  1  312  815  294  22,z  5  876  596  202
1920  9619  708  197  75,3  3151  027  304  24,7  12770  735  501
1921  15  020  239  029  74,8  5070  362272  25,=  20  090  601  301
Millünmlen  M  Miiliarden  M  Milliarden  M
1922  62286  65,2  33  255  34,8  95541
Trillionen  M  Trillionen  M  Trülionen  M
1923  32  639  52,9  29  039  47,1  61  678
Tausend  ###  Tausend  &amp;amp;##t  Tousend  ##
1924  222  639  288  42,3  303  388  596  57.  526  027  884

1)  Das  sind  die  Umsätze  in  Einnahme  und  Ausgabe  im  Giro-  und  Anweisungs-,  Depositen-,  Wechsel-,  Devisenund
  Lombardverkehr,  in  angekaulten  und  eingezogenen  Wertpapieren  und  in  den  sonstigen  Ceschäften  mit  Behörden

und  Privaten.
        <pb n="210" />
        10

Veigleichende  Ubersicht

Ankünse  von

Wechsel  Erteilie  Cold.  LUimsäülze

Jnhrczumiumsülze  blutz-  Versnut!-  i’iu  Reichsschutz-  Lumburd-  unkuae  im  Girekerkehe
Wechseln  W'echseln  anf  das  Luweiungen  9  darlehner)  der  lrivuten
und  Seheds')  und  Scheds-z;  Auslonde)
*  6  „  ——  z  —  ——

Tausen!  M  Iasmend  M  Inurenl  A#  Toiserd  Al  q.  Tan###nel  #  Iausend!]  N  Iauwnl  A  Tausen  M
1876  36  684  8111107182.  3015  650  17  633  —  467  207  46389  16  711245
1881  56  336  058102  125  2579704  s6  630  —  1046  571  47  116  37  4568  776
1886  76  565  423  1176  983  2  382  157  105  220  —  775  842130  263  57  229  843
1891  109  933  249  1  87050  3576  842  78  303  —  1  208  140176  472  81  012777
1896  131  499  193  2  491  38  3743034  54421  —  1  428201  62  032  98  249  164
1900  189  091  499  3  220  910  5  330  904  211  751  —  1594640  124  505  135  159  941
1901  193  147619  3  276  643  5303  412  169  092  —  1  514  8099)  139029  136  288  751
1002  191  926  215  3  068  820  4368  722  180  416  —  1  499  810  29233  135  468  606
1903  205  284  608  3  500  208  5064  024  175  003  1  908  147  97905  141  543  787
1904  221  589  601  3  432  784  4944  556  176238  —  1  957  412  264  489  153  833  863
1905  251  267  053  3852  666  5094  040  229  030  —  2093426  152377  178  572  655
1906  279  218  326  4360  4722  5853  283  291  853  —  2773191  27  623  194  432  633
1907  298  997  352  4997.276  6  885  015  268  119  —  3293301  111611  207  179  660
1908  305  244  505  4116  953  5  503  481  484  631  —  2812171  298  880  210  181  962
1909  331  032  005  3813  792  5955  555  589  371  —  2728913  55241  225  105  163
1910  354  150  400  4065  194  6  778  416  847  504  —  3  374  305  164619  239  278  107
1911  377502  537  4500  480  6807362  939  453  —  2938137174553  260  983  291
1912  413  992  352  5177571  74497722  804  604  —  3  130  567  193  105  287  567  143
1913  42  339  707  4630  497  7  109  577  832  513  —  3  041  78411817  450  287  090  035
1914  521  775  470  4825  332  7  038  950  514  752  7831.000  2  150  97516644  302  929  305
1915  972  519  407  2098  175  3261  055  11258  49  948  520  484  023  25  696  439  333  248
1916  1257  381  403  1  706792  3559  900  172  573  60  411  547  532  3z  113252  598  898  101
1917  2029669716  1  197  50011  1949952  442  485  115  958  273  546  893  45  929  797  679  815
1918342920252  818  799  1250  824  404  175  233  986  830  506  1249  874  1513637  749
19195876596202  739760  1901  409  1  680  390  449  287  177  1  327  37s
1920|  12  770  735  501  1  491063  8  354299  23223  954  773  875  457  2  856  419  6  44646  6063  987  878
1921120090  601  301  2  090  28  11  947  888  17  836  541  1277  083  298  5  108  208  36  694(325  814
1922  95  540  829  288  224718  052  523  273  689  391  758  580  4  716  137  882146  104  460  19  21|50  947  563  976

Irilliunen  NM  Teillin##en  M  Tallionen  M  Trällionen  M  D  Tillionen  M  ITrillionen  M  Trillionen  V

1923  61  677.9  644,1  843,.8  236,4  209,7  331,3  90  923  18  376,5

Tausend  3#  TLeuschuch  44#.  Tamen!  21##  n  la#en!  #/#  Inmen]  4/4  lamoen  Tlaunseml  &amp;amp;#
1924  526  027  884  8884  313  8944  624  2752  4066  –  2714  2411120  565  306  614  750

1)  Das  sind  die  Wechsel.  die  an  einem  Bankplatz  innerhalb  des  Bankhezirks  der  ankunfenden  Bunkunsinlt
zahlhar  sind.  Vom  Jnhre  1010  ab  einschlichlich  der  ungekaulten.  im  Anknufsbezirk  zahlbaren  Schecks.

)  Dus  sind  die  Wechscl.  die  un  cinem  Bankplutz  aullcrhulb  des  Bunkbezirks  der  onkunfenden  Bunkunstall
Zzuhlbur  sind.  Vom  Iahre  1910  ub  „inschlic  llich  der  ung#kuuften  Versand.Schecks.

:)  Einschlichlich  der  in  den  Johren  1920  bis  1922  ungekauften  Kurssicherungstratten  und  für  1924  einschliclich
der  von  der  Colddiskontbank  bei  der  HReichsbank  rediskontierlen  Wechsel.

(Onus  sind  Schuldverschreibungen  des  Reichs  gemäüßsl  5  3  des  Cescizes  v.  4.  8.  1914  (RCBI.  S.  327).

%%)  Mit  Errichtung  der  Darlehnssassen  (Cesctkz  v.  4.  S.  1911  RCl.  S.  340)  ging  dus  Lombaurdgeschüft  zum  überviegenden
  Teil  auf  die  Durlchnskussen  des  Hceichs  ührr,  siche  Tabelle  „Geschüftsverkehr  der  Durlehnskussen“.  Durch
Bekanntmuchung  v.  17.  .24  (B.  Anz.  Nr.  75  v.  28.  3.  24)  wurde  zum  30.  April  1921  dic  Schliellung  und  Auflösung  der  vorkgenannten
  Darlchnskassen  ançeorduct.

)  Scil  1882  cinschlichlich  der  Ciroumsülze  der  Cençralpostkasse;  scit  dem  Johre  1800  auch  einschlichlich  der
Hür  Rechuung  der  sonstigen  stanllichen  Kassen  bewirkten  Ciroumsüizec.
        <pb n="211" />
        11

der  Ceschäftsergebnisse  Tabelle-Ein-
  und  Aus-  Xemiuelleitat  Vom  Reingewinn  entlielen:
zuhlungen  neisechAer.  in  Ver-  uus  die  Anleilscigner
für  Recdinung  Vorahn  Kcin-  uus  duvon  sind  **1.  aul  den
des  Heichs  usleealksne  Wallungel  ..  liukgoznlill  dmdlckssssk  Juhr
und  der  Ween  Kkosten  G  #n  dus  1½  in  Lucentr#  ———  n  Reserve.
Bundesetnalcn)  laler-  ##ln  Reich’)  Eesamt  Betruag  4—  Grund-  egades-  sonds)
il  autler)  #  Kapiteln  Uuherwiesen
„(10  n  1  u.  8  6  17  16  19  2
loensene!  A  ——  TIaneenel  M  lauscm  M  Husend  MA  lau#cn  W/  AM  T  Jaus##nd  M
2070  6E25424129  5399  10  28555  954  7354435444½  —  977  1876
1  824  525  959  055  5  437  11  896  2  599  7999  7999  1  6%  —  «  1299  1881
1351  660  1593  980  6  108  7771  948  63488  6348  5.5  —  474
5182  67112326613  7806  18  666  8602  9067  9067  7,  —  907  1891
11  986  1222798  111  9527  17  409  8  407  9002  9002  36  —  —  1896
W  479  109552888  780  12  768  33  965  20  824  1314113141  10,0  —  1900
31  448  44%  2975  918  13  748  25  946  12  418  9389  9389  G,-  –  4139  1901.
34  758  789  3029  396  14  150  191991  8845  8  198  8198  5.17  —  2948  1902
37  588  148  3101  636  14551  25  381  12  079  9276  9276  O“is  —  4026  1903
40  728  819  3135  106  15  167  26  460  15  907  10  552  10552  r*  —  —  1904
443  78  123187  026  15  811  25  406  14330  11077  11077  G,  is  —  —  1905
51  20492444  16  906  40  263  25472  14791114791  8.7  —  —  1906
53  489  11553256  316  18762  52  3144  17808  17803  0½  —  —  1907
59778  409  32234  117  20  943  37  0361  23052  13984394  7.77  —  —  1908
69933  3153237796  21  786  23  082  12  586  10  4950  495  5.8  —  —  1909
74  905  911181  887  21  852  27  729  16  071  11  65711657  0.“  –  —  1910
76  873  497  3169104  23  387  27  534  14  864  10  547547  —  .—  2123  1911
83  638  666%¼3  168  6644  %  —  3111
92078  938663154  414  22  592  50  615  31  020  aD  15  1635163  8.43  —  4432  1913
161  911  4853515  419  24  846  67  0ü1112  497  18  44  10,4  —  607194
392  60  179  4010  361126488106  4285420  16  1426142  8  —  4921
466  567  2t87349  339  28931  96290  75991  15  6325632  3,68  —  4666  1916
887  604  927  9842925  34  078  97276  76  904  15  6625682  8.75  —  4691  1917
1  162  483  385  11  324  840  7682  110  839  90  5634  15636|15636  B,  oß  —  4668  1918
1  978  501  010  11  280  328  93  162  115  506  94921  15  82315823  8,70  —  4762  1919
4634  667  215  10  364  558  206  147  53  108  32762  15  661115661  8,70  —  4680  1920
5251  330  0685|  4353  618339  461  64  806  40  4  18001801  10,0%  —  5831  1921
28  564  058  14  4054  648  4265  901  338  663232668  #%  72777.72777  —  —  33238  1922
Irilliunen  M  Trillionen  M  Teillimen  M  Tiillionen  ATrillionen  MITillinnen  M  Trillionen  M
19  530,3  —  10,9  90  6.3  1,8  1,8  —  —  09  1928
laus#nd  4.  Tausend  AM  TJauchl  14use0#  TKTauscud  AM  Taurend  ZJK  Tausend  A##  ausce#n#I,  I
126  88400  86724224  4  40200%  34  24503  1

:)  Ausschlienlich  der  vom  Reich  hinterlegien  unve  rzinslichen  Schatzunweisungen.  Pür  die  Jahre  192;  und  1924
können  brauchbare  Zillern  nicht  gegeben  werden.
i)  Uber  den  Gesamtantcil  des  Reichs  an  den  Cewinnen  der  HReichsbank  siche  labelle  „Der  Cewinn  und

seinc  Verieilung,  Ausgaben  und  Reingewinn“.

5%  Dem  Reservelonds  sind  aullerdem  zugeslossen:  im  Jahre  1870  12.094  401  M  als  der  Antcil  der  Keichsbank  an
reullischen  Bank,  zuzüglich  des  bei  der  Begebung  der  neuen  Heichsbankanteile  und.
dem  Verkaul  von  81  nicht  umfetanpchten  Anteilen  der  Preullischen  Bunk  crzielien  Aulgeldes,  von  dem  die  HKntschücligung
abging.  die  das  BRcich  an  Preullen  für  die  llberlaossung  der  Ereullischen  Bank  zu  zohien  halte,  weilerhin  im  Jahre
41  10  300  M  und  im  Jahre  1904  15.  200  000  M  ols  Aufgeld  der  begebenen  neuen  Heichsbankantcilc  gemüff  Artikel  1.
2  und  8  des  Gesetzes  v.  7.  Juni  1899  (RGBl.  S.  311),  im  Iasire  1920  12474  934.  26  M  aus  dem  Heservelonds  für  zweilelhaule
Forderungen  gemülh  s  2  des  Cescizes,  betrelfend  die  Verteilung  des  (sewinnes  der  Herichsbank  für  das  Jahr  10920  v.
7.  J.  21  (##  S.  307).  Siehe  auch  Tobellr  5  Anm.  2.

%)  Einsdhlielllich  des  im  Vorjohre  unverteilt  gebliebenen  Hestes.

dem  Reservclonds  der  vormaligen
        <pb n="212" />
        12

Status  am
(nach  den
Akti  Vva
Ende  1.
des  Deckung-.  Beichs-  Noten  «
Johres  Gold  .—9  rm—*  Kussen-  —  6  slenenbene-  anderer  Wechsel  3  Lombard
iiie  scheine  3  Banken
t  2  34  15  8  I—  2  D.  10
.  Tom-Itzt  Tauseoädljfmiskmldl  ·l’nmemtdl  Tautend  M  Tausend  M  I  Tausend  M
1876  210  3603  —1  290  229  44  808  —  —  16  477  446  469  60  578
1881  179  907  —  334  538  30  979  —  —  14  000  451  5680  109  374
1886  382  666  —  286  841  16532  —  —  14  483  546  000  115549
1891  599066  —  302  8244  17287  –  —  12  663  571  8988  138  610
1896  531  337  —  273  189  16309.  —  —  9493  790  951  197203
1900  500  610  —  229220  17003  –  —  13796  1088  321  146228
1901  632199  —  236  3422  18000  —  —  10810  9097918  161  439
1902  546  67868  —  239  445  20994  —  —  7713  1026225  189943
1903  558  03  —  235  366  18637  —  —  8441  1  138  434  212676
1004  708  807v.  —  218  253.  19  6656  —  —  9536  1  010  600  215  052
1905  596  302  —  207  223  17829  –  –  9689  1227  615  204346
1906  41  3879  —  183  644  51269  –  —  14  186  1338  957  284522
1907  497  548  —  206  6831  75  439.  —  —  7499  1  493  593  8364  307
1908  768  264  —  211  8889  57516  —  —  10  102  1  159  316  175  930
1909  681  066  —  234124  55691  —  —  9916  1237  360  292  000
1910  601  037  —  262  975  51  685  —  —  12  683  1  324  375  370  777
19111727700  —  280078  30688  ——  10115,1792646117243
1912776648,—k260387g15724  —  —  12767k20810721767o4
19131169971—j276832462021——  12765149074994473
19142092811  —-3686588825  871  168  —  5312  1  198  466.  22  870
1915  2445  1815  —  32078  330831  1254834  —  3  180  s85  344  12939
1916  2520  4139  —  16319  7525  1  414  564  —  1394  738  624  9758
1917  2  406  566  —  181  350  10  30641—  674  387  709ö1  5111
191882262219  —  109948  3649  5263  270  —  2  908  258  664  5  637
19191089  499  —  20520  81970  10993287  —  1974  498  248  9940
1920|  —  5778  43  981  23372693  —  1624  3007  971  4438
192145  322  —  11612  100259  6863  348  —  2084  10617564%  3476
1922  1004818  —  69195  8524  238  472  581  —  10  399  422235  206  773974
Q„  .-  "Billionmbl  Iillitsoknbl  silllooeall  Instituten-M  Etliche-II
1923467030  —.1887874—  980420919292813238009322724949526835M
Tausr#ad  AC  #end  Jousend  #  Tausen!  A  Tansend  &amp;amp;#  Tausend  A##  Tamesd  A#  ausen  1
1924  759  609  253202  46379  —  221  145  107  765  2r064094  16960

„))  Dos  sind-  Buchlorderungen,  Cutbaben  bei  den  ausländischen  Korrespondenten,  Crundetde,  Vorschüsse  us#w.

:)  Das  Grundkapital,  ursprünglich  ouf  120  Mitlionen  Murk  fesigesctzt,  ist  durdi  Artikel  1  des  Cesctzes  vom

7.  Juni  1890  (RCBl.  S.  310)  auf  180  Millionen  Mork  erhöht  worden  mit  der  Maslgabe,  dan  30  Millionen  Mark  bie  zum

SlI.  Dezember  1900,  die  restlichen  30  Millionen  Mark  bis  zum  31.  Dezember  1005  zu  be
begebenen  neuen  Anteile  slost  gemöh  Artikel  2  des  genonntien  Cesetzes  dem  von  30  au

Fbi

60

ben  waren.  Das  Aulgeld  auf  die
Mlllionen  Mark  zu  erhähenden

Keservclonds  zu.  der  damit  wieder  geöffnet  worden  war.  In  Wirklichkeit  ist  er  durch  die  Zuführung  des  Aufgeldes  auf
die  im  Norember  1904  zur  Zcichnung  auffele#tte  zweite  Serie  von  30  Millionen  Mark  neuer  Rcichsbankontcile  aul
64.814  Millionen  Mork  i

".

esetz-Novellc
rall  vom  1.

nicht  lestgescizi.

Durch

ebracht  worden.
vom  I.  Juni  1909  (RCB.  S.  315)  indes  neu  X
lanuor  1911.  aus  dem  steingewinn  der  Bank  alljührlich  zu  dotieren;  eine  obere  Crenze  wurde  hierbei

ne  Dolierung  bat  scildem  nicht  wehr  statlgelunden.  Er  ist  durch  die  Bankeössnet

  worden  und  gemäöll  Artikel  1  dieser  Novellc,  mit

Beschluß  der  aufferordentlichen  Generalversummlun
180  Millionen  Mark  der  Irüheren  Währung  lautende  Grundkapital  aus  90

vom  4.  Oklober  1924  wurde  des  über
·  «·«  illionen  KM  umgestellt  und  das  Reichsbankdircktorium
  ermäüchtigt,  eine  Erhöhung  des  Kapitals  um  210  Millionen  RM  aus  den  in  &amp;amp;  "  des  Buankgeselzes  von  1924
        <pb n="213" />
        13

—  —  —

Jahresschluß  Labeles
Wochenuusweiseu)
Passi  va
;  Täglich  Tüllige  Verbindlichkeiten  Sumwe  Ende
Elexken  Sonstige  Grund-  #  -Leserve  nte.  ih  auize  Sonstige  der  akt#  des
Aktiva!  kopiloly?  5  londs:)Notcnumlauf  1  osd  #3  5#  Passiva)  bew.  Passiva  Jahres
-*-  11  i  —  12  *  5  1½  1  1  16  —  uo  J  1  *  io  1  20
TJausend.  M  !  Tauosend  M  eenh  M  Tauseocd  M  Tausend  M  ;  Tausend  M  1  Tausell  A  Teauend  M  Tausend  Al
724  22  689  120  000  12  000  766  107  141  158.  907265  44  151  1  092  337  1876
28301  25917  120  000  16  425  859  388  166  551  1  025  939  1  437  1  174  5911881
62  844  25  640  120  000  22398  1  009  523  291  142  1  300  665  1266  1  450  64718386
1  344  44  178  120  000  29  008  1  122  530  399  707  1522237  1305  1  687  8501891
6423  54083  120  000  80  000  1257925  43  320  1701245  27  793  1  879  0388896
84797  69  898  120  000  30  000  1  409945  496  998  1906  943  92929  2  149  8721900
123  613  81  186  150  000  40  500  1  465  787  563  188  2028975  41  946  2261  4211j1
186  614  72784  ·  150  000  «  44B9  1516  469  543  964  2  060  433  35324  2290  3961002
110  518.  96  449  „%  150  000  47  587  1  565  490  574  918  2  140  408  40  619  2378  6141008
185  862,  101  414  150  Oo!  51  6149784  580  297  2180081  87  542469279
214  830  98791  180  000  64  814  1  656  679  630  807  2287  486  4  325  2576625905
262  697  121  568  180  000  64  814  1  775  898  652  883  2:428  781  64571  2738  166106
121  805  105  994  180  000  64814  1  885  922  I  658  502  2544  424  83  578  2872  8161907
894  399  165  388  180  000  64  814  1  975  390  6560  578  2631  968  66  011  2942  7093908
331  686  205  299  180  000  64  814  2071512  673  624  2745  136  57  182  3  047  1321909
156  755  242  986  180  000  64  814  2072766  710  949  2  783  715  54744  3  083273.  1910
148  880  154  738  180  000  64814  2250  564  710  481  2961  045  56  239  3262  0981911
108  294  203  842  180  000  66  937  2519  378  7456  969  3265  347  73  154  3  585  4381912
403  410  225  185  180  000  70  048  2  593  445  793  120  3386  565  82924  9719  5371913
2772072)  215  013  180  000  74  479  5  045  8999  1756  907  6  802  800  161  126  7218  4111914
5  269  3455  272229  180  000  80  550  6917922  2359011276934  370  62  9908  110|115
8954  892  784  125  180  000  85  471  8  054  652  4564  206  12  618  858  563  345  13  447  6744916
14297  5568291  394  180  000  90  137  11  467  749  8050  389  19  518  138  896  897  20  685  1741917
27  318  121390  080  180  000  94  8222  187  815  13280  398  35  468  213  1776  455  37  519  48661918
41  415  2751  2  450  592  180  006%  6  360  17  S'7  62770  286465  58856515  305919
57  809  642  9728  125  180  000  104  2581  68  805  008  22  3227  114  91132  1221  3649503  95  065  8881920
132  526  8161  8220  979  180  000  121  413113  689  464  32  805  678|  146  545  137  2944  17249  790722  1921
1184934  331108822  5065580  000  127  264|1  280  094  831  580  520  287  1  810  621  1188115  403  260  1  926  331  6411922
Billlonen  M  Billionen  M  Rllinen  M  Dällionen  M  Billlonen  W.  Milloncn  s
6  791  313  610  693  180  000  160  502496  507  424  548  024  197  1044  531  62112  460  982  —  1923
Tauscnd  144#  6  Taurend  11  assoc-E#Iamend  Tausend  &amp;amp;  Tamend  #  Tauscnd  AM  Tausend  1##  Jaunend  &amp;amp;#
77  999  1719  09  90  000  60a|  1  941  440  820  865  3  2762  3002237  089)  5  090  2941924

vorgeschenen  Nindestbetrag  von  300  Alillionen  HM  vorzunchmen.  Auf  Cruud  dieser  Ermäöchtigung  is!  im  lennar  1925
das  Kapilal  auf  122  788  O00

M  erhöht  worden.  Cemält  §  7  des  Bunkgesetzes  von  1924  sollen  von  dem  juhr
V  20  Prozent  solange  dem  Resecrveisonds  zu
urchschnitt  der  letzien  6  Monate  betrlgt.

ichen  Reingelührt
  werden,  als  dicescr  weniger  als  12  Prozent  des  Notcnumlauls  un

2)  Das  sind:  Giroguthuben  (iier  stantlichen  Kassen  und  der  Privaten)  einschlielllich  der  schwebenden  Ciro--ubertragungen,
  Depositen  —  bis  zum  11.  Mai  1879  auch  einsch  lielllich  der  verzinslichen,  an  eine  Kündigungsklrisl  gebundenen,
die  seisdem  unverzinslich  und  töglich  rück'orderbar  sind  —  einzulüöscnde  Anweisungen,  zur  Wiederanszahlung  eingezahlie
  aber  noch  nicht  abgehobene  Belräge.  Guthaben  des  Heichs  und  der  Bundesstanien  auf

)

anteilen,  scit  1891  auch  aus  dem  Lilnnzmäülligen  Passivposten  „auslgekommene
Wochenausweisen  der  Reichsbank  nicht  berücksichtigt  worden  war.
Darunter  der  Belrag  der  beschlossenen  Erhöhunrz  des  Crundkopitals  um  210  Miüllionen  NM  (siche  Anm.  2).

In  den  sonstigen  Possiven  ist  auch  dos  bei  der  Rentenbank  aulgenommene

uderen  Konten.

Sic  bestchen  ous  Buchschulden,  Reserven  für  zweifelhalte  Forderungen.  noch  nicht  erhobenen  Cewinuewinne“,

  welcher  bis  dahin  in  den

arlehen  mie  456.5  Millionen  RM  enthalten.
        <pb n="214" />
        14

Der  Metallvorrat  an  clen  einzelnen  Wochen-L

  etriige  in

1)  atum  1876  1881  1886  1891  1896  1900
s  2  2  4  4  7:
Janur  7.  440  473  522  33  629  373  770  144  809  145  730761
15.  1  Börn  584  403  645  405  789917  698  057  775845
28.  437271  548  191  664  502  817  204  930  700  817720
31.  451  114  657229  071  443  827718  9#3  081  804  583
Fehrurn  7.  460  383  603  15  683  120  839649  913  759  815  001
15.  405  345  572  817  692  010  840  990  952  217  K.11  788
23.  476  459  586  981  704289  870  417  964  993  857  958
2.  484  690  580  907  699  820  870218  940  554  834  510
Alürgg  7.  485  007  586  645  700  580  877  929  941733  834  121
15.  501.060  582  855  705  024  879  277  941  246  EE
23.  500  981  591  042  705  683  876  790  941  600  850  927
-  408  600  57  323  682  395  836  446  79601  743  665
April  ..  .  .  .  .  ..  7.  494  406  500  108  678  434  853  458  870  920  754  485
15.  506  325  567  041  684  054  878  056  892  856  772492
23.  615  8979  572  360  685  529  889  092  910  379  821  805
30.  521  436  569  686  687  157  879  423  890  515  600  737
Alni..  ..  .  .  ...  7.  534  604  568  079  692  943  863  097  903  003  806  990
15.  546  499  566  40  700  458  892  404  911  011  834  788
23.  568  239  583  958  710  178  912  121  925  800  303  088
1.  668  559  588  583  712  860  912  461  921  078  844  645
Iuni  .  .  .  ......  7.  560  004  590  474  713  847  915  814  924  373  846  529
15.  563  787  596  24  72074  928  670  934  406  397  548
24.  654  854  595  134  723  702  926  112  940  390  888  139
v0.  549  831  582  186  705  100  886  040  #71  733  822  247
Juinmn  7.  542  149  574  800  700  349  886  178  809  140  84104
15.  528  437  577  047  780  626  904  470  880  520  868  003
23.  533  888  580  103  738  204  916  102  905  910  888  392
1.  531184  577  497  784977  918  350  999  345  860  209
Angusi  7.  538  617  574782  735  100  923  555  900  064  57  855
15.  538  621  568  691  788  431  991  617  912  800  972442
23.  538  010  509  804  786  835  9848968  923  469  896  044
91.  640  271  657  182  729  603  940  147  002  009  847  o80
Seplember  7.  530  684  650  354  720  800  934  721  890  795  6839044
15.  632  005  645  003  714  457  933  404  887  040  832  495
28.  525  178  587  602  704260  933  398  884  702  831  000
a0.  504  213  515  190  669  5900  990  227  815  546  726  427
Oktoller  7.  600  279  591  531  657  849  891  650  894  190  717775
15.  489  579  508  176  657  913  897  089  810.281  754332
23.  4982  362  508  147  659  814  9#03206  841  530  791  892
ul.  47  425  600  801  661  924  902  211  828  558  766  566
Novembeer  7.  400  775  512  535  653  932  904  076  832258  768  664
15.  495  367  520  780  660  285  915  341  844  039  789  879
23.  502  817  529  022  669  817  935  361  8668  913  826  847
30.  506  270  533634  670  390  934  035  857  673  814  165
Dezember  7.  613  482  533564  079251  231  079  855  528  809  503
15.  513993  539  370  690  864  934  469  806  211  918  908
23.  511  220  530  687  687  808  924  745  855  160  805  507
31.  500  592  514  440  600  500  901  880  804  670  720  830
Im  Johresdurchschnilli  ..  610  593  556  749  693  105  893  789  891  988  817  137
Spannungn)  120  516  95293  108  831  178  824  160  803  172  200
Iurchschnittl.  Bankdliskont  4%  %  4  %  3  %  —  3.606%  —

P„)  Der  llöchst-  und  Niedrigstbetrag  des  Meiallvorrats  im  Sinne  des  BC.  vom  14.  3.  187  ist  Hür  jedes  Juher  durch
lellen  Druck  hervorgchoben.
        <pb n="215" />
        15

—

4  rl  .  ¾l!  [1  ·  "
ausweIstagenuncltmIalnsosclutsdisdmttt)  Tabelle  6
Tausend  Aark

1901  1002  1903  1904  1905  1906  1907  I)  ulum
*4  2  w  "11  u—  131  1  ———  1—131
761  002  902  067  823  318  894  440  968  299  654  032.  722  865  7.  Junuar
812  739  900  4°4  874  757  884  375  1  016  024  9257  805  345  15.
805  168  1  016  416  919  341  2104  1  080  288  978  605  867  521  23.
950  420  1  008  462  891  570  912  703  1  068  737  954238  848  304  rllr
807  100  1  019  326  910  900  915  907  1  072894  958  341  651  335  7.  Vebrunr
869  388  1  047  714  934  020  939  010  1  110  288  00„  214  890  419  15.
913  037  1  080  917  969  005  980  785  1  147  595  1  018  420  924  167  23.
6898  828  1  049  851  919  420  937  286  1  006  301  009  537  890  169  2.
98  760  1  050  750  910  943  933  693  1  083  941  907243  686  638  7.  AMürz
915  438  1  065  038  924  095  957  010  1122840  1  005  035  205  420  15.
20707  1  072  680  937  707  977  388  1  145  330  1034  446  918  369  28.
911  063  Bö  934  818  482  828  079  1  015  884  6588  980  775972  1.r
809  834  909  933  817  385  852  917  1  015  760  915791  820  315  7.  April
6572972  1  022  873  844  220  901  133  1  040  141  980  498  884  000  16.
923  839  1007  940  900  987  943  666  1  068  738  1  013  343  942  026  23.
913  88“4  1  057  561  674  742  909  600  1  053  802  073947  988  444  80.
919  107  1  030  770  882  500  013  976  1  040  713  975761  895  580  7.  Mui
949  079  1  061  857  924235  932  388  1074  332  1  015  075  935  419  15.
#A##  202  1  098  975  947  401  970  776  1  123  171  1  053  737  984  802  2W.
070  684  1  071930  900  273  0L(524  1  078  003  1  011  568  953  141  r
9760  872  1  080  490  929866  958  987  1  070  781  998  394  946  713  7.  Juni
991  057  1  090  319  952  054  983  064  1  094  766  1  028  412  954  134  15.
1  004  277  1107  338  977997  900  540  1087  019  1  019  696  967  739  23.
896  685  900  998  884  259  870  046  050  791  844  420  830  710  2.
911  146  991  931  685  652  874  826  946  081  870  012  841  977  7.  Juli
W901  2  1007  889  92  16  921  N450  909  489  9  4  1  16.
08  #0  328  1  069  508  900  899  968  672  1  006  800  068  002  923  056  23.
958  201  1  021  075  920  461  920  037  960  857  911  600  878  004  91.•
07601  1  014  590  920202  920  079  940  257  900  857  900  404  7.  Auxust
907  174  1  017  109  950  039  987292  903  480  922  060  911  854  15.
991  455  1  030  777  970  024  970  200  989  371  950  220  930  664  24.
930  014  980942  934  084  925  128  931  685  678  415  860  813  41.
927  608  903  652  920  187  909  550  908  864  854  449  867  413  7.  Scplember
929  280  961  708  955  041  914678  908  107  847  000  861  956  15.
941  627  966  270  972  059  916  595  897  174  843  880  870  601  28.
880  442  839  804  858  016  703143  732215  675  301  737  022  30.
881277  836  334  851  100  2894#4,4  7560  175  676  140  730  515  7.  Oktaber
560  680  870  702  879  820  839  669  787  357  721  901  768  490  16.
911747  901  722  008  018  885  112  834  400  774652  808  382  28.
896  145  858  373  865  778  902  oob  794  174  736921  750  264  31.4
904  173  802  540  874  501  910  922  798  992  742  860  730  437  7.  Novcmber
923946  883  264  890  150  962  481  887  456  777926  729  805  15.
948  304  910  892  9984  822  1  926  303  875  261  809  208  784  080  23.
921  039  878  215  808  942  1  000  805  842  965  700  316  676  520  30.
922  997  867  001  882  750  109  611  827  301  746  485  6081700  7.  Dezember
936240  875  522  893  002  1023586  858  334  747  301  700  566  15.
938  790  8669  121  #*  990  1018  933  880  921  735  673  714  833  20.
668  501  786  123  79#  459  927  060  903  525  665  017  704  179  31.
911  411  982202  904  947  920  669  9729590  890  965  843  340  Im  Jahresdurchschnitt
243275  321  215  184  538  280  860  415  380  338  720  300  282  Spnnnungy
½  /  3.35  5%  a,  4,22  %  Js  7%%  5%%  %  6%%  Iurchschnistl.  Bunkdiskene

2)  Dus  is  der  Unierschicd  zwischen  dem  höchsten  und  dem  niedrigsten  Betrag  in  jeilem  Juhre.
        <pb n="216" />
        Der  Metallvorrat  an  den  einzelnen  Wochen-Datum

  1908  1909  1910  1911  1912  1913  1914
*½  rsir  4  o  v  41  2  —
Janurr  7.  768  682  1u032218  972455  988  694  1059226  1881  711  1  88604
16.  838  690  1u  093  152  1039287  1058  756  1  136  107  1158  305  1  568  811
23.  906  576  1136  377  1  007  876  1  135  991  1208  091  1205831  1  601  17
81.  695  959  1096  266  1059  637  1  107  044  1185286  11690  864  1  57467
Februrr  7.  697  351  10730  1  1053  765  1  114  130  1186  566  1108  709  1  587  842
16.  928  214  1  104  365  1  100  700  1  170  975  1242  084  1  201  050  1  629  404
28  908  773  1142730  1  150  416  1212392  1269  548  1280  554  1607  5
28.  916  287  000  081  1081  509  1  138  821  1229070  1192  086  1  611459
Nürz  7.  924  870  1075424  1073  066  1130  645  1218247  1189  971  1  6016  232
15.  940  983  1  100  740  1  110  621  1  172  384  1237244  1  210  914  1  639295
23.  964  457  1124  707  1133  037  1  199772  1248  895  1237  726  1653  266
81.  870  947  1013  384  1040  798  100°9  291  1161  646  1207  417  1  570  405
Aprim  7.  880  117  1006  354  1077  174  1076  619  1  1860  945  1218  236  1681  249
15.  915  488  1053  893  1  115  488  1100  243  122367  1264  838  1  627  359
28.  907  646  1104  846  1153  171  1  175  820  1284  1  300  235  1  691  648.
30.  946  549  1068  507  1069  123  1  1371679  1239  586  1252  499  1  656  87
Nlnn  7.  966  6975  1040  533  1086  977  1139  314  1230  413  1203  675  1  655  946
15.  996  027  1  080  505  1  110  750  1180  438  1264292  1  302  767  1674  471
28.  1023  643  1  100  810  1183  157  1229  350  1299  703  1  351  488  1  696  055
91.  1dos  oso  1068  116  1140272  1177  868  1250  780  1818  112  1685  148
Iuni  .  .  .  .  .  .  .  ..p  7.  1016  900  1086  858  1132211  1165  221  1264  138  1  880  030  1  650  117
15.  1077  170  1123547  1150  433  1214580  1  305  458  1874  168  1  67  635
23.  1  117  819  1  182264  1165  926  1229747  1338821  1  415  901  1711955
80.  1031799  1028  692  1026  794  1120  610  1227  686  1863  800  1630  600
JIiee  7.  1059  505  1039  480  1038218  1  153  203  1  286  044  1871  516  1  625  889
16.  1102  806  1  078  380  1082  970  1196  1281  954  1  422  840  1  668  825
W.  1146  420  1120  146  1  111  540  1295  912  13209  868  1453  731  1601  388
81.  00  708  1067  475  1058  072  1178  180  12717469  1  418256  1525  00
Anguosi.  7.  1102  317  1080  822  1046  291  1  171  641  1269  157  1  20  803  1  695  018
16.  1127  193  1100  626  1063  536  1202  476  1280  304  1418  735  1  500  221
28.  1166  682  1128  461  1106  060  1237672  1315  316  1443207  1596  129
31.  1126866  1064  378  1047  316  1109905  1289  939  1401  468  1606  922
Septembeer  7.  1111887  1048  876  1029  26  1  146  477  1284394  1402  807  1619  88
16.  1  126  048  1044728  1040  167  1  128  608  1247  609  1445  071  16b8  419
28.  114  476  1041  864  6  110  1  111879  12682  184  1  41  638  1704513
30.  1  088  553  909  56  997  832  995.259  11414812  1  40  465  177445
Oktobben  7.  1  089  157  911  756  912  589  664  1129  390  1  12717  1789  356
16.  1069  877  940  06  950  848  10“1729  1167  405  1  468758  1824701
28.  1100  628  978  059  991789  1096  714  1  198  040  1494290  18#8  173
91.  1064461  925  405  da7  166  1052  555  1181  538  1402  459  1890  814
Novembeer  7.  1072  200  931  005  951  908  1057  804  1  118  834  1461  828  1921  680
165.  1098  094  907  182  999  907  1  108  705  1  127  154  1  500  718  1956  265
23.  11381299  1023  829  109  674  1147  505  1142  408  1  840  135  1993669.
30.  1087  865  982  270  1014  076  1100  146  1064651  1503  520  2035  576
Dexembeer  7.  1003  390  903  50  997  140  1088  480  S  1477  126  2000  6%
15.  107363  985  689  1008  576  1076  197  1037897  1  485  595  2096914.
28.  1059  883  702  100L  560  1057  452  10836  338  1475  868  2  118761
81.  980  147  915  180  924012  1007  888  107  0  1440  808  21967
Im  Johresdurchschnitt.  1  019  005  1046  893.  10535  803  1129242  1203  595  1350  664  1716458
Spannung)  406  950  242  608  275224  240  078  310  285  458  44  641072
Durchschnittl.  Bankdiskont.  4,76  %  3%  %  47  %  14%%  4%  %  5.89  %  1%

1)  Der  Hödhsl-  und  Nicdrigstbetrag  des  Metallvorrals  im  Sinne  des  BC.  vom  14.  3.  1875  ist  Für  jedes  Juhr  durch

leiten  Druck  hervorgehoben.
        <pb n="217" />
        ausweistagen  und  im  Jahresdurchschnitt  )  (orlsctzung)

Hsen  Nark

77

Voch  Tabelle  6

—

—

1915  1916  1917  1918  1919  1920  Dainm
44  -.  7  :  2  r
2153  428  2|482  752  2  587  440  2  517  563  2279868  1  109  517  7.  Jununr
2  177  032  2  468  360  2  59  574  2  519  787  2276  643  1  105  203  16.
2  190  742  2  492  332  2540  309  2520  577  2275  461  1  107  186  23.
2213981  2494  221  2  b41  440  2521  022  2  273  079  1  110  459  ui.
2240  931  2  495  194  2542271  2520  737  2272  162  1  111  653  7.  Februa#
2276  058  2  498  920  2542  132  2522258  2269  959  1  112  597  15.
2302989  2501  839  2  541  866  2523383  2268  239  1  114  590  23.
2314255  2  500  968  2542919  2528  029  2266  494  1  116  550  28.
2835  177  2  500  978  2544  571  2524  471  2265297  1  118  082  7.  Alürz
2358  090  2  503  346  2  514  784  2  525  110  2260  673  1  1232656  16.
2374  906  2506  124  2  545  750  2620  110  22090  070  1  128  187  23.
2  37  000  2504  155  2546  696  2526  870  1  036  690  1  134  338  31.
2  387  404  2.504  632  2  546  055  2  527  515  1034702  1137  125  7.  April
2401  825  2  504  784  2548  605  2  528  188  1932558  1  160  467  15.
2  411858  2  503  783  2549132  2  404  725  1932972  1  094  919  23.
2  416  720  250301  2540223  2  464  796  1  776  000  1  091756  80.
2421  808  2  502  188  2550  502  2464  955  1  70  947  1  094  723  7.  Mai
2  424459  2  502  210  2  654  843  2  405  819  1  716  190  1  095  361  15.
2  429  37  2  503  032  2561  582  2  466  889  1  547  007  1  095290  23.
2431  615  2  490  003  2567  129  2  466  107  1  530  482  1  005  200  31.
2431  090  2|499  900  2574  484  2  406  172  12322740  1  095  127  7.  Juni
2  433  408  2  601  005  2583  180  2  466  387  1  171  531  1  094  896  15.
2  436  275  2  500  057  2.5156  525  2  400  812  1137497  1  095  174  23.
2434  344  2456  762  25210  #  2466  969  1130  310  i  ödi  osã  90.
2  436  811  2  495  605  2527  194  2  467  358  1  134  460  1  095  430  7.  Juli
2440  0363  2  496  810  2624  370  2  468  195  1  132  898  1  096  000  15.
24T42  393  2  497  3841  2475391  2  467  8376  1  131  583  1097  807  23.
2455211  2407002  iei.2O  2467655  1  129  127  1098013  .
2448292  2  495  627  2  482  818  2  467  333  1  127091  1  098  246  7.  August
2450  492  2  490  121  2  489  530  2  467  928  1120  324  1  098  535  15.
2452  890  2  495  968  2  494  620  2  467  833  1124297  1  099  814  23.
2455  074  2  494  327  2  499  126  2  467  234  1122771  1  098  675  ai.
2  450  306  2  498  482  2  504  100  2  460  906  1  122  120  1  098  320  7.  Schlemler
2457208  2  492  420  2  608  263  2  406  472  1118282  1  098211  15.
2457  402  2  402  605  2  511  513  2565  861  1  110  434  1  098  629  23.
2  460  879  2  508  636  2  500  701  2  568  033  1  115891  1  098551  30.
2  458  519  2511291  2607295  2  601  348  1  115  449  1  688  794  7.  (Tiober
2402  543  2  518  042  2  507  476  2862  920  1114  662  1  098  693  15.
2  460  440  2619  907  2  518  820  2  661  357  1  114  157  1  096  575  23.
2  466  841  2522286  2  518  041  2  003  182  1  119  402  1  098214  31.
2460  886  2527915  2622  658  2578  655  1  113  091  1  096  370  7.  November
2  469  607  2533  020  2  529061  2571  637  1112271  1  098  504  15.
2473440  2  634  517  2534645  2328  871  1111596  1  096  709  23.
242562  2  534945  2589  862  2328  438  1  111  848  1  097935  3.
2472  116  2  535  106  2544  608  2328  112  1112  598  1  098  464  7.  Dezember
2474971  2  585  414  2556  084  2-324  787  1  110  664  1  097  430  15.
2  476  313  2535  392  2  600  373  2282  776  1  110279  1  097  323  23.
2477238  2539  792  2  87  936  2282167  1  110  019  1  097  409  31.
2404  514  2605  987  2532599  2  467  581  1  513  500  1  104  087  Im  Juhresdurchschnitt
323880  54  040  112  545  360  762  1  169  549  65  744  Spunnung
5  §r%  %  5,  o0  %  5.  00  5%  5,00  %%  50%  %%  Durchschnittl.  Bankdiskont

„)  Das  ist  der  Unterschied  zwischen  dem  höchslen  und  dem  piecdrigsten  Betrag  in  jellem  Jahre.
        <pb n="218" />
        Cold-Beträge

  bis  1923  in  Tausend  (Gold-Mark,

Reichsgoldmünzen!?

—  .  #–J*  C--9*J  *

**...

Barren  und  auslündische  Coldmünzen:)

1)  Hinsidillich  der  Clicderung  des  Bestandes  an  Heichsgolciminzen  siche  Tabelle  9.

)  Siche  nuch  Tahelle  R.

Sppannung  .  Nied  Spannung
Durischnitt-  IIöchster  Niedrigsler  e  Durchschnitto  Häöchster  iedrigsler  wishren
licher  Bestand:  Heestand  Bestand  K2  licher  Bestand:  Besland  Bestond  c

1  Sp.  5  und  7)  .  n  (Sp.  13  r  10

in  Pro.  5  in  Pro-  n  m

vremiender)  n  4  iete  vemtemiter,  1"  -

Belrag  *——  Datum,  Betrag  aten  Betrag  enetror  7  Betlrug  —  Dutum  Betrag  Datum  *z  hetrag  .
½  .  «  .  q

*m  s———.—.Q—M-  »  .M

—..  3  27  ü  —es  12  ui  i  10l

7  1  «
244208%%  260  —  31.  107  490  121  ö92  4842519  0%  7.1.  103  853/  15.  7.  24080  79  7738.
150511  61,6  182  530  31.  108  882  73  655  48)56  1521  132,  .12.  71  025  7.  9.4  7T
(61755%%6%  10  448.  12.95  1114  6%  %  ANI.  12.  287  551  15.  5.  1  1  687  93  66
303648  342  646  31.  12.  .12.  353  821  23.  229  4711124  350  436
2##  1995  40110,3  0  349  7.  191  2351139  114  537r)532  8118-,  7.  1.  369  844  7.  313  0501  56  794  .
138329  179.58  521  852,  7.  315  56N  2006  296  42  40331%  .  1.  180  460„  23.  08  363  82  097  62
185  430  19  „  664  598.  265  235.  199  36  1,,  178640%2%  23.  7.  212  208  7.  149  037  63  171  354
5652400  2262  658  P17  31.  40  625  255  292  406.7303.105  740  31.  143  053  52  687  J0.
517092  za#  593  404  al.  404  864  188  620,  306613  103  3  0.  %.  S  7.  107  854  53  056  Jos
505718  2o7.“  599  929  31.  a7s  039  223  800  44%  176  4643  12.332  768  23.  128  346  200  12)  1185
4570955  19.  582  228  1  20.  9  292  950#  289  275  61,  2  324  .I..  192  533#139  349|  S0
469991  2006  621  376  30.  0  323  354  i  207  524  60,78  So3134%  .1I.J.  117  171|162  478  37,
gesocs  214%  ##  140  30.9.  392  335  255  805  48%  109  1083  |  3.  9.  3  *  74  794  68
5704511  230.  673  8327  31.  432  422  241  410  11%  20874%½%  Nl.  10345  413  7.  90  438  /254  975  122.
466400  19  564  958  31.  12.  320  170|/244  7868  52,5  328  701  773,  .  12.1  00  386  29.  311  188)  49  098  .
45443  186..  507  073  30.9.  800  289  257  334  s6.523  40.  1.  350  200  15.12.|295  865|  60  395,  186
481076  197,0  591  088  80.9.  332  582  258  556/  83:34  548  Sis,  30.9.  386  920  23.  303  143/)  33  783.
577497  2245  067  00  G.  1.  412  26  245  304  6.  1.  361  40  30.  3079065  4
684853  280%  815  995  7.  1.  478  750  33724540  382  7413/0,  7.  10.  441  3138  7.  323  607  117  700  304

4100072  41  4466  31.  1659  811  7.  1.  775  408.  881  313)  L.,  830  22.  8.  450  152;  31.  397  471|  52081
51  7949  31.  2045  341  7.  1.  1  077  0383  367708O  ,  30.  1.  440  800  30.  399  4171  41  33999
2056746  Sz„.9  197  15.  11.2  042  430  26717  18  41  391  98  23.  11.  474  9680  20.  393  070,  81  31
7  o05  412  23.  4.  2  oso  530  28.7.  1942  %  4160  5,0  400  421  1082,0  15.  6.  1477  ↄ91  22.  O  854
19216230  30.3.19984  187  31.  12.  1  338  600/146  50  J  G  1095,0  7.  11.  671  164  23.  423  0609247  556  534
121462%0%%  „  7.2.  1  83  4  15.11.  897  549ID  0  9932  680  6558  7.  1.  421  738  23.  191  685/220  8563
001458  36  3.  6.  901607  28.2.  D0  esa  5h%  28.  2.  190  14  7.1.  187  89J  5
8807181  3643  1  1.  901  659  15.  12.  400%  406  e  s-Ms,  202  7—r  13422962%
8158726C  7.  1.  853  191  225215.  806751  17  516  z„19  050  280  28.  8.  188  703  )  110  95  27746
5%„  v.  1.  843  384  1  15.  10.  4176159  87,  182  207  15.  1.  111  428  115-#.  #uuik  67  3399140304
54%jNSS  aAx;  368  166  23.4.  2.0|  10  91  5,6  W  ait  Nl.  12.  198  861  772891121  ö72  1354
"  "
        <pb n="219" />
        19

2  —

das  von  der  Reichsbank

von  1

Tabelle  7
vorrat
für  1024  in  Tausend  Reichsmark
Golddepot  im  Auslande  unbelnstet?)  GCesamter  Goldbestandld
Durd--  Sponnung  #  Spannung
#hnitlöchster  Niedrigster  MM  Mmius  schnitt--  llüöchster  Niedrigsler  dem  ten  and
licher  Bestand  Bestlond  niedgaten  BeslandMicher  Bestond  Besland  Bestond  uiedriguen  L#iaan
Bestand  CEGspp.  20  umd  22)  .  LICSILBUIIWIUIU
s  ;  in  Pru-  j  in  Pr#-!
  1  denten  in  Pro-  ;  rauten
1  Boe-  i4  #rendenle  Da-  vr  #chnil!
Beirag  Dalum  hBetrog  Dalum,  trag  Betrag  ien  Betrag  vScheradte,  Duatumi  Betrag  |tum  Betrag  Beirag  sien
—  45  Hi  gis-is-,-
  k·  ESNO  ;—!-....--:..I«..-..I-.—.--P.I.’.·.I’.’.—-«—I«i.c"·s-—-19·«5-—23"—·7I«2i««.«ä—««.7«"-—24""2E«
  stlwåiw  II  So
—.  —  —  —  —  —  —  286727%  7.  1.  340  220  fS1.  12  210  303  135  803  7,.  1870
—  —  -—  —J—  —20606372,.23.3.1241183«27.10.1514967got-Rath
—  —  ——  ——8%  28.8.  421801  7.  1.  32  222  609270  23,2  80
—  "  —  —  —  —  —  —  589  8414¼%  234.  11.  634  355  111192  42  000%„  %
—  —  —  —1  —4020%  24.  2.  668  4821  7.10.  629760  138  7223#1890
—.  —  —  —  —  —  570  73299  23.8.  035  835  7.  1|  1  „14
—.  —  —  —  —  —  —  664070%½  23.  6.  737  2081  7.  1.  531  429  205  38o2  3½  1901
—  —  —  —  —  —  —%  2944  0  l.  120  546  678|  287721142%  1902
—  —  —  "—  —  —  —6  18S555  571  167  736%3
—  —  —  —  —432202|  804  575  /80.0.  507  3600)  2900054%  10
—  —  —  —  —  —4527722  0|  3765  O.  527  510  58öSÖÖG  50,6  1905
—  —  —  —  —  —  66747584½Q14  468.  12]
—  —  —  —  —  —  —  8N8  819  %7
—  —  —  —  —  —  522%4%%%08
—  —  —  —  —  —  —962514t4  42G963  30.  9.672  529  2220%4  1
—  —  —  —  —  —  —  777  334G45%
—  —  —  —  —  —  —½%24%.  19  458  f  205  437  zs1911
—  —  —  —  —  —  —  s8s880  os3  307,0  2.  6.  682201  7.  12)  747  664  234  317  266  1912
-.—  —  —  —  —  —  11067506  3724  22.  11.  1254  48  061
—  —  —  —  —  —  —  15101  354%  .  12.  2002  811  7.  U.  D“0SO  886722  5821014
—  —  —  —  —  560%.  2.U  33  38%  1915
—  —  —  —  —  —  —28BN
—  —  —)  —  —  —  601.2  53  %.  2  4041  63P  5.2  1917
—  —  —  —  ——  —  239  190  8.1.  )  2  550  263  HI.  12.  2262  219  288  04
—  —  —  —  —  —  —  1403  300  So,  7.,  1.  2260  173  23.  12.  1080  1  170  676  781910
—  —  —  —  —  —  —1c4%  15.  4.  1001  74147  1.  1  „  2824%  10920
—  —  —  —  —  —  —  1061  951  #  U.  1001  638  31.  10.  993  0311  98007  „„
wolo  .  30.  12.,  500325N.  A  10  144  3388  %1L%  SS  1  004  6  1.  L.  995  391!  9470%%
6  715  7.6.2242  032214  000  65,%%  7.  U.  10048  44  926  660  97  1023
1  eiic  240  083  i164-166.  16  188  228  895  273,5  526  735  183,2  31  12.  759  609%  4.  441  8133177945
(  «  ·  ;
sxi

9  Noch  dem  Cesetz  betrelfend  den  Kussenbestand  der  Reichsbank  vom  4.  3.  1922  (RCSBl.  I  S.  235)  gill  auch

bei  einor  aus

Iändischen  Zentralnolenbonk  niedergelegte  Cold,  soweit  es  zur  jederzeitigen  kreien

verlügung  der  Reichsbank  steht,  als  Teil  des  Kassenbeslandes  der  Reichsbank.  (Siche  auch  28  des  Bunkgesetzes
        <pb n="220" />
        20

Golcl  in  Barren  und

—  —  —  —  —  ——  -

lchklssiigehis1923in(Col(I-)M0klt,

----—----I-----—

Bestand  Zugung  Ab-Jahr
  um  rn  *  r  msnsgesam:t  durch  Verkau
,  .Ilml  »  '  ·  unn
1.  Jununt  EI#  7  und  #  Rückgube
"  –  *.222Wl

1876  106  486  028  46  389  264  110  002  409  10  512  606
1881  67  724  512  4  115  564  43  815  130  27  078517
1886  193  706  605  130  262  537  36  418  408  90  529
1891  236  586  887  176  472  163  59  187  988  55  311
1886  370  024  517  62  031  680  117  703  446  12  139  610
1900  185  626  385  124  505  098  138  529  036  2707518
1901  171  615  642  139.028552  115  120  742  506  841
1902  195  533  964  29  33  051  81  713778  830  320
1908  143  056  650  97  904  531  87  752  220  1573  187
1904  153  220  922  264  488  585  84  941  878  1146  992
1905  332  77  947  152  377  187  203  305  257  65  359  556
1906  281  936  875  27  622  624  192  388  039  23  782  420
1907  117225254  111  611  182  132  584222  72562  198
1908  96  407  327  298  879  769  59  178  296  2  888  016
1909  335  841  503  155  241  355  130  029  953  28293  936
1910  360  886  182  164  619  385  215  991  503  15  316  169
1911  309  385  7056  174  552  893  120  768  324  25  682  329
1912  362  982  568  1939  105  243  218  805  273  98  969  648
1913  337  333  818  317  450  057  225  865  436  49  110  311
1914  426  659  346  116  644  233  114  024  423  89969  866
1915  432999  903  25  695  616  59  070  311  55  349  829
1916  399  843  911  113  252  371  4  678  199  4  678  1989
1917  468  865  197  45  928  866  71  859  554  71  853  554
1918  439  018  920  419  873  7917)  431  761  9801)  431  761  9801)
1919  423  609  580  927  298  160)  1  159  013  209  1  159  013  209
1920  191  894  531  644  928  8260  769  8  260  769
1921  190  079  690  36  694  125  89570  327  89  570  327
1022  137  203  488  19220  518  44  997  002  44  997  002
1923  111  427  004  90  922  855  124  053  307  124  053  307
1924  78296  552  120  564  740  –  –

republik  in  Ansführung  des

1)  Durunter  ein  Betroß  von  312  477  000  M.  welcher  von  der  Hussischen  Sozialislischen  Föderativen  Sowiet-D


icdensvertrages  von  Brest-Litowsk  un  Deulschland  gezhlt  und  spüter  gemtl

Artikel  XIX  des  mit  der  Entente  abgeschlossenen  Wallenstillstandsabkommens  un  t(lie  Bank  von  P’rankreich  abgelührt

Wurcke.
        <pb n="221" />
        auslündischen  Münzen

für  1024  in  Reichsmark

27

Tabelle  4

—  —  ——

—

—  Ó  —  —  —

D  1
gang  durch  Prügung  hbestuand  cer
–  nin  aà  hD  l
aus  Borren  nUS  u  uslünd  ischen  1·#.  kesum  1  531.  Dezember
Münzen  (Sr.  6  umt  2)
*-  4  «  –  6  —  –
36  931  518  1  62  558  285  99  489  803  42  872  883  1876
1973  303  14  763  310  16  736  613  71  024946  1881
29  168  424  7  159  545  36  327  969  287  550  644  1886
58259  916  872761  59  132  677  353  821  062  1891
65  963  698  39  600  138  105  563  836  314  352  751  1896
50  944  026  84  877  402  135  821  518  171  602  447  1900
97  504  067  17  109  834  1"  114  613  901  195  523  452  1901
43  46  088  37  467  370  I  80  883  458  143  053  237  1902
0  684  308  55  494  725  86  179  033  153  208  961  1903
68  480  720  15  314  166  83  794  886  332  767  629  1904
114714  731  6  23  230  970  137  945  701  281  849  877  1905
134  907  486  #  33748  174  168  655  610  117  171  460  1906
39  430  523  20  591  506  60  022  029  96252214  1907
54  297  368  b  1992912  56  290  280  336  108  800  1908
101  736  017  6  –  101  736  017  361  052  905  1909
200  277  451  "  397  3883  200  675  334  309  514  064  1910
G  135  995  —  96  136  996  363  170  274  1911
119  885  625  —  119  835  625  337  282  538  1912
176  755  125  —  176  755  125  426  918  439  1913
4  054  557  —  24  054  557  431  279  156  1914
3720  482  —  3720  482  399  625  208  1915
—  —  —  470  418  083  1916
—  —  —-  442  940  509  1917
—  —  #  —  427  130  731  1918
—  —  z  —  191  894  531  1919
—  —  —  190  079  690  1920
—  —-  i  —  137  203  488  1921
—  -—-  —  111  427  004  1922
—  —  —  78296  552  1923
—  —  ;-  —  198  861  301  1924
l

I)Doktsatck9l8,7d1illioueablaklckoidtsgoldmjjnzomdienl-BakkcugoltlzukVerwarlungimAuslandctlbcb

nommen  wurden.
        <pb n="222" />
        22

Durchschnittlicher  Bestand  an  deutschen

in  Nenabeträgen,  bis  1923  in  Tausend  Mark,

Reichsgoldmünzen  zu  Münzen  der  Talerwührung))  Reichssilber-Jahr
  "
20  Mark  10  Mark  5  Aark  insgesamt  )dentsche  *n—e  "  insgesumt5  Murk  3  Mark  2  Mark  1  Neark
1  .........  —  —3  1  "  "  .  .  5  .  —.  11.  –  r*“  —
1!  E  !
1876  —  —  —|24420H  —  1780767
18811  105  620.  84431  4266  T  150  5111248630  58032  306  662  41140—  6808  12
1886  115046  17208  19  095  1617554231  221446  271588323813
1891  252162  10294  222681  308  64858  584  67  434  225  9061279  —  14926  26684
1896  216  044  1  171  23  310  269  193173514  2040606  50600—  165802792
19000892738  12531  719  438  32h9  160  81  642  164458  122562  =  1953721879
1901  438  369  15  472  68  485  430  149  856  2  19  88  1676  26248  24
1902  501  633  13400  —  552  400q131283  —  13128327573—  35214|83919
100o,464987  12  643  —  317602166917]  —  1566947  13065  —  7955327
1904  4  815  14051  —  5057181493165  —  1483153  20262  —  2419521759
1908410  4355  12365  —  47095593287  —  383287  22896  —  80212621
19063424502  11  824  —  489  931159280—  s9  280  18842  —4  40841
1907  460  266  17408  —  524666144  19144229124  —  65874344262
1908492  499  26  431  —  576  451  744  —  7445  396644%  216  68  189  58619
19090  8945361  160066  —  466  460  —  —  —  49086  3126  75  801  63  481
1910379229  15085  —  4433  —  —  —  54700  506284092724
1911414408601  15  816  —  481  076  —  —  —  1538645  11204½2
191269  1602  1954a8  —  547  497  —  —  —  154798  27  389|93357  84628
1913  610  2244  —  684  853  —  —.  —  26908  22288  88  858  78444
1914  1002233  88491  —1090724  —  —  —  3726318782  68891  59924
1915151824342298  —  1941241  —  —  —  6399  2521|  7609  18031
1916  1582  6624f404  —2056746  —  —  —  6170  1832  5060  11721
1917  1523  490  481  991  —  20054741  —  —  34219|  7548  15  62123780
1918  1487  3858  484270  —  19129  —  —.  —  44888  16682  27  41960
1919  772768  441861  —  12144-629  —  —  —  6181  3068  46  7658
1920  48904206%  —  901458  —  —  —  1966  1479  25  3194
1921  477740  411878  —  889718  —  —  —  ——  —  —
1922  65  8322  390  000  —  845  872  —  —  —  —  —  —  —
1928  268  6252792499  —  547  971  —  —  —  —  —  —  —
1)  159  687198194%  3252881  —  —  —  —  —  —  —

1)  Unter  den  Talerbestünden  befanden  sich  in  den  Juhren  1876  und  18772  auch  ꝰ.-,  ½-,  ½-Talerstücke  und  im

Johre  1878  1-Tulerstücke.  Die  Aukerkurssctzung  der  Vercinsteler  und  der  Vereinsdoppeltaler  Ssterreichischen  Gepräges

ist  laut  Bekanntmachung  des  Heichskanzlers  vom  S.  November  1900  (RGBI.  S.  1013)  zum  1.  Januar  1001  mitl  Einlösungsfrist

bis  3I.  März  1901.  diejeni
zum  1.  Oktober  1907  mil
lortlaufend  bewirkten  Umschmelzung  zusammen.
Reichssilbermünzen.
Durch  Verordnun

inlüsun

frist  bis  30.  September  19

¾

esclzl,  die  Aullerkurssetzun
Mmarkstildee)  erfolgle  durch

tandes

.  der  Vereinstaler  deutschen  Cepzüges  laut  Bekonnimnchung  vom  27.  Juni  1907  (ebende
be  96  erlolgt.  Die  Verringerung  des
Die  scit  dem  Jahre  1906  ncu  verausgabten  3-Markstücke  sind

Clom  12.  7.  1917  (RCB.  S.  623)  wurden  die  Zweimorkstückte  mit  Ausnahme  der  in  Form
von  Denkmünzen  geprügten  Stückee  vom  1.  1.  1918  ab  auffter  Kurs

silbermilnzen  (cinschl.  der  in  Form  von  Denkmünzen  geprlgten  Zw
(NCBl.  S.  321).  Die  Prägungen  wurden  auf  Grund  des  Cesctzes  v.  20.  3.  1924  (RCl.  1

401)

ängl  mit  der

aller  underen  Reichscrordnung
  v.  1J.  4.  20
291)  wiederauslgenommen.
        <pb n="223" />
        23

Münzen  nach  den  einzelnen  Sorten  Tabelleꝰ
für  1024  in  Tausencd  Reichsmark
Cesamier
münzen)  zu  Sonslige  Scheideminzen  zu  #er  sel
leslane  Uhr
3  AMark  #20  Pl.  .-  -  tm
Sol-LMl’k.«)sjiasgcsatsil«)  ».«25l’l.j20Pf.-)lol’l.  Jnrr.  2  PI.  1  Pf  insgesumt  ))  deutschen
.  aus  Aluminium  .-  Münzen
m  14  4  10  r  1s3  e  2  zu  Z-P#  r!  r-—
  —  43906——.  —  647  68300  633  214  1884  468074  1
10  628  8097  425611  —  —  —  —  3568  235218  52  863  500  597181
195948582  76  174—  —  —  —  286  214432  39  67146%  16
20729  6620  7  116—  —  —  117  482  152  63  50  664%  191
19319021  84906  —  —  70  620  180|  89  48  1007  59  1741
14068  1618.  77879—  —  239  2811  683|  273358  4068  684784  1900
1  471453  92435444—  ——  —  481  1  3375  571  30|53  SOSO72y
13973137  121082  —  —  —  911  3073  696  47  248  43756409149  1902
1330  —  8380  —  D0  2357  853  39  611  34001
12318  94271.  —  —  1295  529  22  *1  1880  750  185  1904
16868  —  183329  —  —  696  335  36  37  11044986371905
2166.  —  154930—  —  —  —  1144  651  111  15%  10
36161  —  188  366  —  —  —  1062  4042  199994
33238  —  225888—  —  —  322  0901  322  31918  810  311908
20  371  —  243571|—  7  —  14228  1614  7½51119
18588  —  272357  —  —  602  —  23961289148159  5  6121  732  4011910
16879  —  297  435  J367  —  1592  8798278  4181¼294
17  567  —  316  1000  2L152  —  2206  7322  871009H01
17299  —  2744602—  —  26038  —  2391  154768  362  86069
11204  —  1990640—  —  1153841  1113  276  340  5  840  1205  628  16014
5692  —  40  22  —  1952  —  988  302  102  67  33611984854¼
1830  —  269897  ——  1899  —  15666362220  16  3868067596  1916
669  —  65088  —  —  56  —  1081  498  |  26  16692072  118  10917
74t  —  96293z  48  —  2355  5|  8  409%  2022005  1
153  18524443  663  5911  13  8  17331284886  1919
1305—  7972—.  340  —  —  794  374  17  4658
—  —  —  —  8970  132  6%  11  394  1821
—  4  —  110831372%9  —  —  3286685  5  2  29488  87536001922
—  —  —  —  —1  ——  11095  634  J11  643  5ös
—  —  151800  —  +  ——  —  —  —  —  37118  405  1924
.  1½

——.  —.  —  —  ..  —  ·  —

2)  Auller  Kurs  Hegeiet  ans  Grund  des  Geselzes  vom  1.  Juni  1900  (RCBl.  S.  270,  Arlikel  1  bis  III).  und  zwar  ist  die
Aullerkurssetzung  der  '.Mark-Stücke  in  Cold  erlolgt  laut  Bekanntmachung  des  Reichskanzlers  vom  13.  Juni  1900
(ebenda  8S.  233),  diejenige  der  20-Plennig-Slüdke  aus  Silber  und  Nickel  laut  Bekonnltmachung  vom  31.  Oktober  1901
(ebenda  S.  4%)  bzw.  vom  16.  Oktober  1902  (ebenda  S.  267).

)  Einschlichlich  der  in  den  oanderen  Spalten  nicht  enthallenen  unsorlierten  Munzen.  insbesondere  auch  der  Ersatzmünzen.
  Statistische  Angaben  der  Details  sind  nicht  vorhanden:  bezüglich  der  Beslände  an  Coldmünzen  zu  20,  10  und
5  Mark.  der  deutschen  und  österreichischen  Taler  sowie  der  Silbermünzen  zu  s.  2,  1  Mark  und  zu  20  und  20  Plennig  lür
dus  Jahr  1876.  bezüglich  der  Reichssilberminzen  und  sonstigen  Scheidemilnzen  für  die  #ahre  192  und  1924.  Die  Prügung
der  Nickelmünzen  zu  20  Pleunig  hal  im  Jahre  1887,  dicjenige  der  Nidkchmünzen  zu  25  Plennig  im  Johre  1000  begonnen.

:i4)  Wegen  der  fortschreitenden  Entwerlung  ohne  Vergleichswert.

e)  Durchschnitt  der  11  Wochen  seit  der  Wirksamkeil  des  neuen  Bonkgeselzes  (11.  10.  bis  31.  12).
        <pb n="224" />
        <pb n="225" />
        Notenumlauf  im  ganzen

25

Tabelle  10

Durchschnittlicher

Höchster  Umlaul

Niedrigster  Umlauf

Spannung
zwischen  dem  höchsten

Umlaul  und  niedrigsten  Umlauf
Jah  r  (Sp.  s  und  7)
in  Prozenten
in  Prozenten  -  .(Iesdu«·h-Belrag
  der  Ziffern  des  Datumi  Betrag  Datum  Betrag  Betrag  Schnittlichen
Jahres  1870  1  Umlan  ss
Tauseud  M  Tousend  M  Tausenil  A  sIausenid  M
1876  684  866  1000  30.  6.  777  677  16.  3  621  089  156  588  22,9
1881  739727  108.  81.12.  859  388  23.2.  603792  195  59c6  P8,
1886  802  178  I7.,  931.  12.  1009  52323.  2  679  963  329  5600  115
1891  971  666  111%  31.  12.  1122  5303.  2  888  634  233  8906  44
1896  1  083  497  158,  31.  12.  125792523.  2  973  484  284  441  .
1900  1  138  561  100,—  31.  12.  1  409945%23.  2  1  006  052  403  893  35,5
1901  1  190  264  173,8  31.  12.  1465787  15.  3  1  044  827  40  960  354
1902  1  229  623  170,  31.  12.  1  516  469  23.  2  1  075  973  440  4966  35.
1903  1248718  182,  31.  12.  1  565  490  23.2  1  109720  455  770  306
1904  1  288  549  188,  31.  12.  1  59978442  1  137918  461  866  35,8
1905  1335  701  195,0  30.  9.  1682646  23.2  1  163  854  518  792  38,*
1906  1387  237  202,6  31.  12.  1  775  898  23.2.  1  200  279  575  619  +s
1907  1  478  783  215,9  31.  12.  1  885  92223.2.  1274  917  611  005  +4
1908  1  524  142  222,3  31.  12.  1  975  39022.  2.113  934  661  456  13.1
1909  1  576  532  2306,2  31.  12.  2071  51223.2.  1  332  726  738  786  0,
1910  1  605  882  234,5  31.  12.  2  07276623.  2.  1  379  455  693  311  3
1911  1  663  615  242,  30.  9.  2  295  199  23.  2.  1  372  185  923  014  55“
1912  1  781  999  200  31.  12.  2519  37823.2.  1  487  417  1  031  961  57,0
1913  1  958  173  283,  31.  12.  2593  445  22.  2.  1711700  881745  45.
1914  2917  603  426,0  31.  12.  5045  899  23.  2.  1  734  699  3  311  200  113“
1915  5  409  323  780,8  31.  12.  6917922  23.  1.  4483  688  2434  234  45,
1916  6  871153  1003,3  30.  12.  8054  662  22.  1.  6274  095  1780  557  25,%
1917  9  010  296  1  315,1  31.  12.  11  46774923.  1.  7  650  783  3816  966  11
1918  13681  595  1  007,7  31.  12.  22  187  815  23.1.  10  918  882  11  268  983  82,T
191927987  808  10866  31.  12.  35  698  369  7.  1.  22336  8441  47.
1920|  52  435  298  7656,3  31.  12.  68  805  008  7.  1.  35  632  993.  33  172  015  03.)
192118679  471  11479,5  31.  12.  113  639  46423.  2.  65519877  48119587  Gi,
Milliar#len  M  Milliarden  AM
1922  —  —  30.  12.  1280,1  23.  1.  111,9  —
Trillionen  M
1923  —  —  31.  12.  496.5  6.  1.  1336,5  —  —
Tausend  As.  lmend  34  Tausene  Æu.  Tansenel  .ÆM.
1924  1  068  465  156,0  31.  12..  1941440  28.  1  457  191  1  484249  138
        <pb n="226" />
        26

Stiickelung  des  Noten-Beirũge


Gesamt-  Mark-Ende
  notenumluul  1000  Moark  500  Murk
des  in  Pra-  in  No-Johres
  2enten  i  z#
Stück  Vetrag  Stüch  Betras  #,  Sltöck  Detrvras  □
urnkanksk  a  D  u#laus#

—  2  N  4  3S  7  s  3
1876  1170  368  706  107  140  220  301  220  301000  29.5  301  oso  180  s2s  50o0  335
1881  5  405  042  850  395  925  W#7  588  267  öss  Odoo  z„„  „  195  642  Or  821  ooo  1½
1886  6  428  9427“  1009  521  705  77785““  77785  50o00  )  67275  33637  600  3
1891  7  708776/  1  122  529  390  380  694%  380  604  500  33  „  25155  1182000  -!
1896  8941  805“  1257  926  015  40  910%  1403  916  500  3  1120  560  000  oa
1900  10  666  7827“  1  4090  740  381  421  381  421000  -z7.  5031  281  500  %
1901  01  obs  1  40  780  900  400  3002  406  3o9  ooo  "277  —  —  —
1002  11  412726  1  516  469  100  416  685  410  385  ooo  27..  —  —  —
1904  11  888  90114  1  565  488  850  418  488  418  43  000  260060  —  —  —
1804  1223027  1599  786  350  418  624  4  624  ooo  20.9.  —  —  —
1905  12749  146  1656  682  200  44  186  424  186  O0o  286  —  —  —-1900
  16  149  000  1  75  890  020  o  396  628  000  „:  —  —  ;-1907
  28  290  180  1835  921  030  334  241  334  241  000  172  —  —  —
1008  23  510  980  1975389  895  388  500  383  500000  19  —  —  —
19009  24  272  74  2071  611  785  807  624  an  624000  183877  —  —  :-1010
  24  108  162  2072  766  470  No  952  370  952  000  17%  —  —  —
1911  es  688  398  2250  564  170  375  287  375  287  000  16077  —  —

1012  36  761  735  2  519  378  350  990  959  390  059  000  15.4  —  —  —
1013  41  820  140  2593  444  840  395339  395  aas  ooo  18H0  —  —  —
1914  111  384  692  5  045  890  390  080  93  680  943  000  13  —  —  —
1915  144  083  223  6  917921  600  1242  403  1243  403  000  %  —  —  —
1916  158  029  317  8  054  662  000  1  546  106  1  546  106  000  192  —  —  —
1917  195  273806  11  467  746  870  3  or2  402  3022  402  ooo  26=  —  —  —
1918  915  332  178  22  191  592  220  7  37004  7  370640  oo  33.  —  —  —
1919  462  550  034  35  698  3809  120  11  170  o36  11  170  036  000  315  —  —  —
1920  920  402  900  68  305  007  550  21  209  303  21  208  308  ooo  T  —  —  —
1921  1064  815  840  113  639  464  100  51  273  090  51  273  000  ouo  45%  —  —  —
Für  die  Jahre  1922  bis  1924
I  l

-.-—--—,-—.«—«,·--«s

I)Dierot-demJuli-so1876ausgcgolicncmjcweilsnochimllmlqukbesiatllidieaNotcoClechullisckteusaakzu1000
umsloobslaklcsimlbiszssmjuluscIMsucloncsslspkedtouckenSpallonclicsok1hbellekoste-schalten-cleichklcnsnsk
Tales-wähnmelautende-INoloasiuklauchsolchczttMMaklcInst-vonklet-Pkcullischcasoalccmitlicktwol-clea·Die
NotaticlckkrcnllisclscnBonlcwarentatestbittesdlitkatungsvakikasvom17.«8.MqiIMztIndslckcoslatutselck
llcidsslmnlcvomLmälailsksinqllenrcckstlichonBezicliuuxcaclcaeichsbanlcaotcagleichgestelltglüh-Bekannt-Iaadsuugtloslioidwlconalcksv.lö.Dc:cmbokls?-.llclll.s.787).DekÄktilkel9tlek

  Bavlcgcsotznovelic  vom  7.  Juni  1899
        <pb n="227" />
        27

Tabelle  17

umlaufs  am  sahresschlußz

in  Murk
Noten  zu  Taler-Nolen  Ende
100  Mark  50  Mark  20  Alurk  unrchter  des
nen.  —  -  1  1  ah-EW
  6  -—  i««T  i
Stückc  Beirag  Cer.  Stück  Betrag  4##Silück  Betrag  ###lStüch  Betrag  Cei.n
..  MED-  »  PFÄ  Mk-  %
(r  1  12  13  14  15  16  1  18  1  20  21  2
1
9554233  856  428  300  6,  —  "  —  —  —  —  —  28650  3758  310  %%„  76
4920  8S0  402  090  Ooe.  —  —  —  —  —  —  21  512  1  946  9715%  FEI8R1
5062  857  596  265  700  509,  —  —  —  —  —  —  20  425  1  913005%  6
7284  984  728  498  400  64,8  —  —  —  —  —  —  19  935  1  753980  o.=  s9
69517  13421713  400%  —  —  —  —  —.  —  19  725  1736  115/%„„190
10  265  200“]1026  525  000  724  —  —  —  —  —  —  19548  1718100  „„
10  504  770  1059  477  900  722  —  —  —  —  —  —  —  —  —  19001
10  a85  841  „  1099  584  100  72,  —  —  —  —  —  —  —  —  —  1902
11  470  55317  850  73=  —  —  —  —  —  —  —  —  —  1003
11  811  6281181  102  350  73  —  —  —  —  —  —1  —  —  —  1090
1#3/62  1232496  200  77/.  —  —  —  —  —  —  —  —  —1
12  007  616  12090761600  72„  1053  730  52  680  300%  1791026  45  820  620  2,0  —  —  I—9511906
12  612  36074|1261  236  750  6664  12  100  7557  359ç  11157  180  8%  —  —.  —1907
13  086  79914  308  679  950  60674  544722  %  —  —  —  1008
140172894  1%Cx2GB  141  2  7040  5416863  —  —  —  91900
14272  3114272897  100  (#2  C0s  12184  6600%  622  130  442  720  6.4  —  —  —  910
15  082  c84  268  400  67,0  3  413  341  170  667  00  76.  9817  08661  —  —  —  1911
15  S0  663  1589  466  300  6  4314361  215  718  o50  8,6  16101750  8328  285  000  23#  —  —  —1912
16  162  818  1516  284  800  "8,  62s13  432  260  671  600  ro,  21057  522  421  150  440  16  —  —  —  191-3
27176032287  175  800  44,2  ,  12088  000  601  901  950  11½  762989057  1  525  879  140  0.3  —  —  —  4914
28665  234  6  Ss  400  „  1746331868  874  165  800  1682  403  —  —  —  1915
S  10  N  lO  CS  100%  18651  133550OS715  217  074  ¼  840  25,  —  —-  !—1910
»san«-so493007800043p2171521310857000509,-121175411242350822021,-  —  —  —  1017
70182  497  7313249700%  03  70  763  4  186  150  21,1  141  2622  505  33ä0½%  ark.  Nor  10  Mark  1018
107  869976  10  730  997  0o  Jo.,  217087  830  10  851  801  800  304146  972  186|299914433720|88011-  zu  V  Mor  1919
141  466  721  14  148  672  100  20.6  609  836  077  30  191  803  330%  75  1  0bö3  2  o21  100  120  750  1207  500—1
40  802  aso  4  230  285  Ooo  z5  350  778  219  117  538  910  95ö0  188  170  2  %  O0%
siche  Tabelle  Nr.  12  b  ij  «
-  sts  f

bezwedcictlicviilligcseseiligunsdokNote-Idol-PkcullisdscnBanknnselchilnnzzsuccmntldessen-Allsädie
  HReichsbank  um  1.  Januar  1901  an  das  Heich  einen  Seira=  der  dem  Nenuwerte  der  noch  im  Umlaul  besindlichen
  Nolten  der  Preullischen  Bank  enisprach.  Vom  gleidhen  Zeitpunkl  an  wurden  diesc  Noten  in  den  Notcnumlauf
der  Reichsbank  nicht  mehr  eingerechnet.  —  Die  mehrfach  ans##e#iesenen  halben  Stickc  rühren  daoher,  dast  die  Reichsbank
ber  ihre  Verpflichtung  gemäl  BC.  5  4  Abs.  2  hinaus  in  den  Füllen.  in  denen  ihr  die  Hülfte  einer  Notc  1
wurde,  die  Hüälfte  ihres  Betruges  auszahlie;  die  andere  Hällle  erscheint  dann  als  noch  im  Umlaul  belinellich.
        <pb n="228" />
        26

Stiickelung  des  Notenumlaufs  am  Ende  cler  einzelnen

Iin  Abschnitlen  zu  Januar  Februar  Närz  April  Mai  Juni
»-  1-....  5—  —  24  „  —
1922  Melrũge
10  M  1  010  1  034  1  068  1125  1  184  1260
—  3557  2541  3518  3500  3  479  3  462
50  „  16  641  14  457  13215  1304T3  15770  19  811
10%  „  41  493  43  087  48  000  58  088  57  005  60  820
1  00%  53735  67  307  64  780  09  664  74  491  790814
5  000  1  –  —  —  —  —  —
10  000  „„  —  —  —  —  20  41080
CGesaminotenumlaufs  115  376  120  026  130  071  140  420  151  049  169  212
1923  (GBeiige
10  M  2  2  2  2  2  2
A  „  3  1  3  3  4  34
50  „  19  19  18  17  16  1
100  „  .#  60  70  65  62  60  60
500  „  101  169  138  100  98  91
1000.  .  1  020  1164  I  007  940  954  828
5  000  „  94  755  1  314  1  310  1250  1  582
10  000  „  616  768  861  863  863  1  018
20000  „  —  —  330  985  1848  1624
50  000  „„  —  563  1  062  1731  1785  3  178
200  000  „  —  —  —.  —  —
500  000  —  —  —  —  —  —
1  Million  Al  —  E—  —  –  4
2  Millionen  M  —  E  —  E  *  —
5  *#  □—  —  —  —  —.  —.  s
10  *r  t-  —  —S  —  —  –  —
20  r*  1#  s  —  —  —  —  —  *rip
50  R  —  —.  —  2  .-100
  1  k"*#  r  —  —  —  —  [  **ii
500  "#  m  —  —  —  –  —
1  Milliarde  .  D  —  —  —  —  —  E
5  Milliarden  M.  D  —  —  —  —  —  —.
(0  „  „  |  —  —  —  —  —
20  »  »...  —  —  —  E—  —  —
50  ri  IIE  –  —  —  —  –  *
100  r*J  —-  "  4  —  —  —  —  —
200  ’*’  —□—...p.—  *  —  —  —  —  —  —
500  e-  n-  —  —  —  —  —  —
Cesaminotenumlaul  6  1984  9  613  6  618  6546  9564  17  201
1924  (Beträge  in  Billionen  Mark
Milliarden  M  und  weniger
1  Billion  „  i
2  Billioneen
1  57  5  ½  6  l“P  .  rl-  .“
10  „  bzw.  10  Au
20  L1  ·*r½  □—  20  ·*r·
50  □—  u1□  L  50  ·#
100  e-  *eNr  11  100  ??
Gesaminolenumlouls  483  674  521  567  874  527  6089  864  440  770  946  688  026  673  544  1  097  309  572

..——  —  .  .-0-.

»  .  Ek.  Vber  die  Gliederung  des  Notenumlauss  nach  den  Nolenabschnitten  liegen  für  die  Zeit  von  November  1923
bis  einschliehlich  Juli  1924  keine  Aufzeichnungen  vor.
        <pb n="229" />
        Monate  in  den  Jahren  1922  bis  10241)

29

Tabelle  12

—

—  —

Juli  August  Seplemberktober  Norewmberezember  In  Abschnitten  zu
9  0  11  12  1  "11
in  Miüllionen  Alork)
1  327  1  418  1  580  1  688  1701  17590  10  M
2461  3  404  3562  3529  3  462  3328  20  „
21747  22  474  23208  22  765  21  598  20  583  50  „
69  667  66  439  69  760  71  807  71256  71  177  100  „
—  11  662  35  465  68  406  101  443  133  501  500  „„
81335  91  183  93088  182  573  202  000  584  817  1  000  „
–  —  —  —  —  38  422  5000  „
15.238  41  617  85  212  168  880  292  0682  426  148  10  000  „
169  705  238  147  310  870  409  457  754  086  1.280  095  („lesomtnolchumlaouf
in  Milliarden  Mark)
2  2  1  1  10  Al
1  3  9  20  „
15  13  12  5  50
59  55  4  2  100  „
90  94  76  7  500.
973  848  844  615  1  000  „
2652  2662  2  18  7  5000  „
2759  2778  2024  1440  10  000
11  192  14  319  11  684  8  008  20  000  „„
7  756  9800  9005  6295  50000  „
11  167  23840  25  472  22  504  100  000  „
—  3896  8711  5804  200  000  „
3564  22  757  44  416  473109  500  000  „
88  60  423  218  808  183  444  1  Million  M
—  100  061  707  165  1  047  164  2  Aillionen  M
3278  75  740  467  448  225  5  »  »
—  64  805  407  72  4751  017  10  l  „
—  181  334  4702  46  26611  166  5  »  ,
—-  —  1  898  092  20  791  580  b  100  ·*#·.  —
–  —  2  088  7768  167  3817  857  |  500  „  5
—  —  11  856  778  211  662  170  1  1  Milliorde  N
—  —  —  76  729  110  5  Milliarden  Al
—  —  —  496  805  850  10  *#  14
E  —  —  400  467  900  t  20  „  „
—.  —  —  605  976  900  50  *  15
—  —  909  6600  600  100  7t  7
i  —  –  —.  200  L  15
—  —  —  70  255  500  .  500  -—  2·#
".
46900  068  200  28228  815  2  496  822  900  40  267  0  2  507  4  Cesamtnotenumlauf
baw.  in  Reichsmark).
16  668  507  1  553  004  18  089  481  9128  868  7654771.  500  Milliarden  Al  und  weniger
15  199  285  9052  100  4814  456  2940  680  1  441  226  1  Billion  „
54034  44  30  498  164  23438  914  14254524  7961.002  2  Billionen  „
154228200  179  686  520  200  805  555  201  847  060  178  717  005  5  l  ("
440  175  650  471  304  500  516  728  510  588  227  070  645  008  970  10  »  »Hm-MAX
344  676  800  370  205  840  40  969  940  458  799  500  520  046  120  20  „  „  „  20  „
241  440  200  263251200  346  788  660  37b  432250  403  47  900  50  »  »,,50,,
—  124  868  100  168  040  700  252  399  400  284  564  000  277  208  100  100  »  „  „  100  „
7
1211  036  456  0  654  1780  Oö61  1L  Cesamtnotenumloul

—  —
        <pb n="230" />
        30

Tabelle  13
Ungedeckter  Notenumlaut
a)  Durch  den  Barvorrat  nach  &amp;amp;  17  des  BG.  vom  14.  3.  18759)
nicht  gedeckter  oder  überdeckter:?)  Notenumlauf
Betrüge  in  Tausend  Mark
Spannung
Durchschnittlicher  zwischen  dem  höchsten  und
8  Hôöchster  Stand  Niedrigster  Stand  niedrigsten  Stand
Stand  (Spalte  5  undl  7)

Jahr  in  Prorenten

In  Prozenten  Seichee,

Betrag  der  Zillern  dess  Datum  Betrag  Datum  Betrag  Betrag  Notenumlauf-Jehrrs

  imo  imss

*!  *  71s  k%  „  –  n

1876  134  833  100,0  7.  1.  253  401  7.  6.  4  864  208  537  30,4
1881  144  942  107,5  631.  12.  313  969  238.2.  36  877  277092  37.
1886  89  832  66,6  1.  12.  323  482  23.2.  —  46  052  369  534  46,1
1891  56  557  41,9  7.  1.  270  882  23.  8.  —  57101  327  933  33.
1896  169.274  125,5  31.  12.  437  040  23.  2.  —  14985  452  025  41,7
1900  298  461  221,3  31.  12.  663  112  23.2.  123  550  539  562  47,4
1901  254  073  188,.  31.  12.  579277  15.  6.  56  060  523  217  44,0
1902  221  006  163)1.  12.  709  352  J  23.  2.  —  31745  741  097  003
1903  316  653  234,8  831.  12.  753  394  23.  2.  111  061  642  333  51,4
1904  335  868  249,1  30.  9.  783  032233.2.  128  379  654  653  50,6
1905  336  590  249,6  .  9.  929072  23.  2.  12929  942  001  70,
1906  460  047  341,1  31.  12.  1  059  612  23.2.  154  205  905  407  05,
1907  552  939  410,0  31.  12.  1  106  30423.2.  280  304  826  000  55,9
1908  437  963  324,7  31.  12.  937  727  23.  8.  177  769  759  958  40.
1909  462  919  3433  11.  12.  1  100  641  23.  2.  118  348  982  293.  62,3
1910  485  794  360,1.  12.  1  097069  23.2.  158  927  938  142  58,4
1911  478  625  35500  30.  9.  1264  936  23.  2.  91  669  1  173.267  70,5
1912  539  286  400,031.  12.  1  466  619  22.  6.  162  017  1  304  602  73,U
1913  575  359  426,6  7.  1  1  136  359  22.  11.  236  658  899701  45,
1914  942  160  508  30.  B.  2  444  792  23.2.  —  9367  2  454  159  84,1
1915  2524  621  1872,4  15.  12.  3  304  449  15.  4.  1777  600  1526  849  28,2
1916  3  886  811  2  882.  30.  12.  5095771  15.  4.  2984  883  2  110  888  30,7
1917  5  858  164  4344,8  1.  12.  7565  023  23.  1.  4788  873  2776  150  30,  8
1918  9028  451  5%%6%  31.  1254638  729  23.  1.  7192  545  7446  184  54,4
1919  18  472  270  13  700,1  31.  12.  23  53  093  7.  1.  14744  629  8818  464  31,5
192034  6  25662,8  23.  12.  44  559  080  7.  1.  23  518  886  21  040  194  40,1

1)  Durch  Gesetz  v.  4.  8.  1914  (RCBl.  S.  340)  sind  mit  Bezug  auf  den  Barvorrat  die  Darlchnskassenscheine  den
Reichskassenscheinen  gleichgestellt  worden.

-

Die  überdeckten  Noten  sind  durch  fetten  Druck  mit  v
)  Durch  §  l  des  Gesetzes  v.  4.  S.  1914  (RGCBl.  S.

aufgehoben.

orgesetztem  Minuszeichen  hervorgehoben.
327)  wurde  die  Notensteuer  für  die  Reichsbank  vorübergehend
        <pb n="231" />
        Ungedeckter  Notenumlaufy)
b)  Durch  den  Barvorrat  nach  89  des  BG.9)  vom  14.  3.  1875

Betrüge  in  Tausend  Mark

31

Noch  Tabelle  13

nicht  gedeckter  oder  überdeckter)  Notenumlauf)

Spannung
Durchschnittlicher  zwischen  dem  höchsten  und
is  Ilöchster  Stand  Niedrigster  Stand  niedrigsten  Stand
Stand  (Spnlic  7  und  r)

Jahr  in  Prozenten

isiis  «:«.s.:-:t«":;3:;.

Betrag  der  Tillern  des  Datum  Betrag  Datum  Betrag  Betrag  Notenumlaufe

*  auh
1  2s  2  *  1  6  s  u  7  I  8  9
1876  120  016  100,  7.  1.  242.201  7.  6.  29  739  212  462  31,0
1881  125  432  104,5  31.  12.  299  969  7.  3.  13  376  286  593  38.7
1886  77  691  64,7  31.  12.  308  99923.  2—  56  888  365  887  45
1891  46  107  38,4  7.  1.  259789  23.  8.  —  67  020  326  819  33,6
1896  158  190  131,831.  12.  427  547  23.  2.  23683  451  230  41,6
1900  284711  237,2  41.  12.  649  317  23.  2.  111  590  537  727  47,2
1901  243  075  202,6  30.  9.  568  60815.  6.  43574  525  034  44,1
1902  211  443  170.:  31.  12.  701  669  23.  21  41388  743  027  60.
1903  306  210  255,  31.  12.  744953  23.2.  102  006  642947  51,5
1904  316  486  263,7  30.  9  775  044  23.  2.  111204  663  840  51,5
1905  316  466  263,7  30.  9.  920  285  23.2.—  38971  959  256  71,8
1906  438  461  365,431.  12.  1045  4162  126  136  919  340  60,.3
1907  531.056  442,5  31.  12.  1  098  800  5232.  248  242  850  563  57.5
1908  415  319  310,“  31.  12.  927  625  22.  S.  148  890  778  735  51,1
1909  440  964  367,4  31.  12.  1090725  23.2.  87  905  1  002  820  3
1910  462  255  388,  31.  12.1084  386  23.2.  126  054  958  332  59.
1911  453  390  377,8  30.  9.  1  253  997  23.2.  56  424  1197  573  2,0
1912  511  986  426,6  1.  12.  1  453  882  22.  6.  124  536  1  329  316  74,6
1913  548  485  457,1  7.  1.  1  108  088  22.  11.  203  222  904  816  46,2
1914  918  845  7056.  8  2  435  450  23.  2.—  41216  2  476  666  84,
1915  2507  295  2  080.,  5.  12  3  285  415  15.  4.  1  738  022  1  547  393  28,6
1916  3  876  078  3229,60  30.  12..  5094377  15.  4.  2  965  035  2129  342  31,
1917  5853  536  4877,  31.  1.564  349  23.  1.  4781  315  2  783  034  30,
1918  9024  973  7519,8  31.  12.  14  635  821  23.  1.  7  185  971  7  449  850  54,5
1919  18467  962  15387,0  31.  12.  23  561  119  7.  1.  14  740  886  8  S820  233  31,5
1920  34  599  630  28829,2  23.  12.  44  556  640  7.  1.  323  516  048  21  040  592  40,1

*)  Anmerkungen  siche  Tabelle  13  a).
        <pb n="232" />
        32

Tabelle  14

Ungedeckter  Notenumlauf

Durch  den  Metallvorrat)  nicht  gedeckter  oder  überdeckter:)  Notenumlauf

Betrüge  in  Tausend  Mark

—....

Durchschnittlicher

Tlöchster  Stune!

Niedrigser  Stand

Spannung

wischen  dem  höchsten
und  niedrigsten  Stund

Stand  ·
-  (S[-.Iusscl7)
Jahr  in  Prozenten
Betrag  #ler  Fillerm  es  Datum  Betrag  Datum  Betrag  Betrag  Notenumsauf=Jahres
  1I876  iim  gauzen

„(lab.  10.  Sp.  2)
!k  ]  k  „  „  E  1—
1876  174  273  100,  7.  1.  269  007  7.6.  87976  181  031  26,4
1881  182  978  *iis  31.  12.  344  948  23.  2.  76  811  268  137  30.Ü
1886  109  073  62,6  31.  12  340  014  23.  2.  —  24  326  364  340  15.1
1891  77877  +s  7.  1  287  863  23.  8.  —  34046  321  909  33,  1
1896  191  509  100  31.  12  453  349  22.  2.  8  491  444  858  41,1
1900  321  424  184,4  31.  12  680  115  23.  2.  148  094  532  021  467
1901  278  853  100,  30.  9.  599  985  15.  6.  85  735  514250  43,*
1902  247  421  142,0  31.  12.  730  346  23.  2.  —  4944  735  290  d50,
1903  343  771  107.  31.  12.  772  031  23.  2.  140  715  631  316  506
1904  361  880  207.)30.9.  805  924  23.  2.  157  133  648  791  50,4
1905  362742  208,  30.9.  950  431  23.  2.  16  259  934  17272  60,h
1906  496  271  284,7  31.  12.  1  110  881  23.2.  181  859  929  022  67,0
1907  635  443  364,6  31.  12.  1181743  23.  2.  350  760  830  983  50,=1908
  505  077  280,0  31.  12.  995  243  23.8.  245  387  749  856  49,2
1909  530  199  304,2  31.  12.  1  156  332  23.  2.  189  996  966  336  Olvn
1910  550  079  315,6  31.  12.  1  148  754  23.  2.  229  039  919  715  57,3
1911  534  373  300  30.  9.  1  299  940  23.  2.  159  793  1  140  147  68,5
1912  578  404  331,8  31.  12.  1482343  22.  6.  210  949  1  271  394  71.
1913  607  509  348,6  7.  1.  1  155  705  22.  11.  296  609  859  096  13.
1914  1201  145  680,1  31.  12.  2916  223  23.  2.  66  869  2  849  354  07,60
1915  3  004  809  172.„:31.  12.  4440  664  23.  2.  2  332  364  2  108  300  30,
1916  4  365  166  2  50.4,8  30.  12.  5  517  860  22.  1.  3  781  763  1  736  097  25.#
1917  6  477  697  3717,0  31.  12.  8  879  813  23.  1.  5  110  474  3  769  339  41,8
1918  11  194  014  643))341.  12.  19  905  648  23.  1.  8  398  255  11  507  393  84,1
1919  26  474  242  15  101,2  31.  12.  34  588  350  7.  1.  20  057276  14  531  074  51,0
1920  51  331  261  20  454,5  31.  12.  67  707  599  7.  1.  34  523  476  33  184  123  637

.

1)  Im  Sinne  des  Bunkgesetzes  v.  14.  J.  1875.
2  Die  überdedten  Noten  sind  durch  letten  Druck  mit  vorgesetztem  Minuszeichen  hervorgehoben.
        <pb n="233" />
        Die  Beanspruchung  der  Mittel  der  Reichsbank
an  Vierteljahrsabschlußtagen  von  1870  bis  1914

Gemessen  an  dem  Betrag  der  durch  den  Barvorratt)  nicht  gedeckten  Noten?)

33

Tabelle  15

Steuerfreies  Betra  Demnach  I  iskontsütze
Jahre  Noten-  msni-is  gemna  Dechung  der  umlaufenden
und  kontingent  Ften  churt  en  Bar-r  lset  b-l  Noten  durch  den  Barvorrat  1#)  in  Prozenten
Viertel#n  Millionen  od;  üherggechten-  Noten  E—m—  in  Prozenten  Bank-  Marktjahre
  am  Viertel-  Vvonzn  l  voche  in  Varnel.  5rlrn  Ans  diskont  diskont
I  jahrsschlul  lohraschen  Vscche  Willlonen  blork  Lehrrserlian  Vorscche  um  am  Vierteljahrsschluf
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10
1876  IV2727  204,2  142,.3  61,9  73,“  80,  G,s  4½  3½
.  ,  ,0  1  1,6  )9,  1,8  12,  5
1891  IV.  2921  190.7  61.5  129,2  *  93,9  10%  4  2½
1896  IV..293,4  47,.5  210,6  216,9  66.0  80,  10,7  5  4
b*„„½„
n  h5v  1  n  53,0  .0.6  15.7  p-!ibh  a
1901  9  898  5.  186  250  0%  83,  32  !
5  *f5b5  R  6  21,2  79,2  18,0  5
isor  ii  8  6210  196842SSS.  "4%  3  3  56
Z  70,  701,6  370,2  331,4  53.7  70,  17,2  4  3'/.
1903  II10w  624,0  198.0  46.0  58,8  83.  24  4  J37/
IV40  744,.9  390,9  354,.0  52,4  70,n  18,1  4  37
mGb5*ssP
«  i  -  -  50.8  70,o  10.2  9r  1
1905  II.4  920,,  377,7  542,6  45  2½  26„  4  3½
IV2  825.6  469.6  356.0  50,2  66,6  16,  6  4%
"  ")l  ¾lp  1  2  41,1  55,1  14,0  n
21  3  33332343
-  9  41,7  52,7  1  1,0  2
oos  Mf  35  3#  6  26  4  3
.  72,  7,  435.4  53,0  72,6  10,6  s
IMELJIsj7äs3I833-1381-9ngsåwssTHEZiZTk
·  7  5  .7  561,5  47.  35,7  1  i  1
1910  IUI.  472,8  1  081,2  417,2  6640  47.6  73,1  25,7  5  43
1911  P  133  n  8333  8  **  5½  33  3
·  750,  5  57,2  92,0  34,8  ·  31  2
II.  778,1  144,5  633,6  60,T  90,2  29,8  4  3½
IIM.!’nßhb  /(ß  480,3  773.7  45  71  26%  5  4=IV
  10,0  1202,0  673,9  528,1  46,6  62,  16,  5  4%⅝%
1912  I1750,0  900,3  208,4  691,.9  5r  86,5  29,4  5  4%
II...0  814,4  124,5  689,9  5½  92,0  31,0  4½  4%
————.—..i..*...—.———...——————.——
750,  1  463,  1  42,3  53,2  10,9
1913  I501084  4  6085  5  "38  10/  6  57
II.  925.7  284,0  641,  60,  83,8  23,8  6  5%
I.O  996,  8  292,2  704,6  594  84,2  24,8  6  5½
IV5S0O0„  42,7  615,0  8,1  76,0  18,8  5  44
1914  I  750,0  779,2  11,6  767.6  67  99,3  LE  4  3
750.0  716,.5  —  1100  727,5  70,  100,6  zo,  4  3

Banken.  Infolge  der  verhältnismö
alten  Bankgesctzes  nur  unwesent
dem  Tage  der  niedrigsten  bis  zum  Kriegsausbruch  vorgekommenen
Nach  Beginn  des  Krieges  sind  die  Ziffern  nicht  mehr  gegeben,  weil  ein

2)

nicht  mehr  angängig  is

2)  Di

2.  Teil

g
.

vVon

eckung,  40,3  32  *  41.1  5
ergleich  mit  den  früheren  Angaben

1)  Das  ist  der  Barvorrat  im  Sinne  des  §  9  des  alien  Bankgesetzes,  also  einschlieBlich  der  Noten  anderer  deutscher
Ferinzen  Summen  dieser  Noten  weicht  die  Deckung  durch  den  Barvorrat  nach  §  17  des
en  obigen  Ziffern  ab.  Beispielsweise  betrug  diese  Deckang  am  31.Dezember  1906,

er  obigen  Tabelle.

t.
e  überdedtten  Noten  sind  durch  fetten  Druck  mit  vorgesetztem  Minuszeichen  hervorgeboben.
6
        <pb n="234" />
        34

Deckungsverhältnisse

In  Dro.
Decekung  dureh  den  Barvorrat!))  Deekung  durch  den  Burvsorrat
im  Sinne  des  BC.  v.  14.  3.  75  #  im  Sinne  des  B0  2.  v.  14.  3.  73  +1  17
3  hrt  —isd9  Illöchsie  Jiectrigste  nurch-.  Ilüöchste  Niedrigste
Prozent  Datum  Prozent  Datum  Prozen!  Prozen!  Datum  I’rozentn  Datum  LDLrozent
6„  s—N—N————————  w*“  7  *
—  «  E-  --  —
1876  82,5  J7.6.  i55  711.  .  80/  7.  6.  *.  7.1.  650
1881  83,  .3.  Q,  81.  12.  Gz,  *i  23.2.  0“  31.  12.  63,
1886  50  23.2.  1084  81.  12.  69,  R  23.  2.  1060,  31.12.  8,
1891  .:  23.  8.  107.  7.  1.  75.5  20¼4,T  23.  B.  106,—  7.  1.  74
1896  8S  23.2.102,  31.  12.  6%%  8n  23.  2.  ioi,s  31.  12.  8)9
1900  75  23.  2.  88,2  31.  12.  *□—  73#  23.  B.  87,8  31.  12.  353,0
1901  706  15.  6.  05,  30.  9.  #½,1  78,  15.  6.  94,8  7.  1.  59,5
1902  82,,  23.2.  103,8  31.  12.  33.5  B2,0  23.  2.  102,9  31.  12.  53,5
1903  75,  23.2.  Do,s  31.  12  52,/  74,6  23..  90,0  31.  12.  5½
1904  75,6  23.2.  ·Ku  30.  9  51  73,.)  23.  2.  88.  30.  9.  51,0
1905  763  23.2.  103.  .  9.  4505  74,*  23.  2.  W  30.  9.  4-%
1906  68,  23.  2.  "  o  31.12.  4%  *  23.  2.  ..:  31.12.  108
1907  64  23.  5.  S,  31.  12.  41,n  62%  23.  5.  79,1  31.  12.  41,3
1906  72,#  22.  8.  30.  7.  1.  49,0  71,2  23.  3.  87.t  7.  1.  486/
1909  72,  23.  2.  93,4  31.  12.  17.3  70,6  23.  2.  oln%  31.  12.  40
1910  71,2  2.  2.  on  30.  9.  47.  60.  23.2.  88,5  30.9.  46,6
1911  72,7  23.  2.  55%  30.9.  1—  71,½  23.  2.  03.5  30.9.  4%%
1912  71,3  22.  6.  2%  31.12.  12,  600,7  22.  6.  89,  31.  12.  1
1913  72,,  22.  11.  88  7  1.  50%  70,4  22.  11.  837,  7.  1I.  49,.
1914  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
1915  —  —  —  —  —  —  —  —
1916  -  —-  —  —  —  —  —  —  —
118—  —  —  =  —-  —  —  —
1919  —  —  —  —  —  —
1920  —  —  —  —  —  —  .  —
1921  —  —  —  —  —  —  —  —  —
1922  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
1923  —  —  —  —  —  —  —
1924  —  —  —  —  —  —  —  —  —

)  Für  die  Zeit  nuch  1913  aiud  die  Deckungsziffern  nichi  mehr  eingescizt  worden,  weil  ein  Vergleich  mit  den
Zilfern  Ir’üherer  Jahre  nicht  angängig  erscheint.
        <pb n="235" />
        35

Tabelle  16

der  Noten

zenien
*  ..  ..  ·  .-  .-I
Deckun  Cnchure  R  0.  Mgan  vorrut)  Deekung  durch  den  Golcdkhorruiz)
Prozeni  [Dalum  Prozent  Dutum  Prozent  Prozent  Duium  Prozen!  Datum  'rozeni
EWuir  —ö-  —u-u-  *  9n  „  „

746  7.6.  864  711.  ½%  29.2.  5  31.  12.  27,  1876
75.  23..  888  1.  12.  50.  27"  23.2.  36#  7.  10.  118  1881
*i  28.  2.  1ozt61.  12.  66,5  4855  23.  2.  575,7  31.  12.  3/  1886
92%  23.  B.  103.n  7.  1.  72,8  60  i  23.8.  60,  7.  1.  10  1891
82,3  23.2.  00,1  31.  12.  64,0  55,6  5  23.2.  6R,  31.  12.  +2,2  1896
716  23.8.  85.  31.  12.  zun  50,  23.8.  60  31.  12.  35,  1900
76,6  15.6.  902,,71.  u.  30.9.  58,  55,  156.  6.  67,5  7.  1.  40  1001
70°  23.2.  100,  31.  12.  518  50,n  23.2.  75,6  31.  12.  360,  1902
72.  23.  2.  82  31.  12.  50,r  52,,  23.2.  668336  31.  12.  3,  1903
71,0  23.2.  862.  30.  .  49,6  32,  28.  11.  63,=  30.  6.  355  1904
72,6  238.2.  98,630.9.  43,5  55,  28.  2.  77,  30.  9.  3½  1905
64,  23.2.  84  31.  12.  37,2  486%  23.  2.  65“  31.  12  27,  1906
37,0  23.5.  72,50  31.12.  37,  12%  28.5.  56.n5  31.  12.  20,,  1907
66%  22.8.  S826  7.  1.  44,5  zis  22.  8.  6z,6  7.  1.  3,t  1908
6%  23.2.  85,  31.  12.  *  zo!  23.  2.  66  31.  12.32,  190|9
65—  23.2.  33  30.9.  44,2  48,  23.  2.  62.  30.  9.  *ie  1910
W*n  23.  2.  98.  30.  9.  Q  43.4  40.  23.  2.  65u  30.  9.  SIT,  1911
*  2.  6.  86.  31.12.  11,=  —  22.  6.  63,4  31.  12.  zo0,#  1912
69,0  22.  11.  83,0  7.  1.  48,  54.#  22.  11.  68.  7.  1.  36.5  1913
—  —  —  —  —  51  6  23.2.  77,r  31.  8.  36,#  1914
—  —  —  —  —  43,6  23.  2.  48,6  a1.  12.  35,3  1915
—  —.  —  3836,  22.  1.  u.  28.  2.  30,  30.  12  *l  1916
–  —  —  —  27,  i  23.  1.  33,0  81.  12.  21,0  1917
—.  —  —  —  —-  izz  23.1.  22,0  31.  12.  10,  1918
—  —  5,3  7.  1.  l10,  31.  12.  -*rr  1919
*  –  –  2,08  7.  1.  «  3,s  31.  12.  185#  1920

—  —  —  –  —  1,35  23.2.  1,67  31.  12.  6,  nn  1921
—  —  —  —  ·.r  28.  1.  d  31.  12.  O,  s  1922

—  —  —  —  —  —  —  —  —  1923

E  —  —  —  —  41,3  28.  10  48,0  30.  11  37,3  1924

—  2

:)  Für  1924  ohne  dic  unch  §  28  des  neuen  Boenkgeselzes  zugelussenen  Dedungs-Devisen  und  nur  für  die  Zeit
vom  11.  10.  bis  31.  12.  Die  Deckung  durch  Cold  und  dederungsfähige  Devisen  stellte  sich  für  dicsen  Zcitraum  durch-3
  aus  "5.1  .  nach  dem  höchsten  Stande  am  23.  10.  aul  64,0  F  und  nach  dem  niedrigsten  Stande  am  J0.  11.
uul  49.  K.
        <pb n="236" />
        36

Gliederung  der

Beträge  bis  1922  in  Tausend  Mark,

Private  Guthaben)

tragungen“,.  deren  Trennungn
2)  Dic  staatlichen
Fewicsen.  Die  Cirobestände  verschiedener  sinaatlicher  Kassen,  wel

Durchschnitt  Höchster  Stand  Niedrigster  Stond
Jalr  za  ren  in  Prorenies
Betrag  „  Celder  t  **  Dalum  Beirag  Datum  Beirog
E  Johres  1876

0  n  –  –  1  n  –
1876  140  338  Gd,T  100,0  23.5.  174  868  7.  4.  109  073
1881  152  700  84,3  108,3  23.2.  202  376  15.  11.  109  425
1886  239  3823  84,%  170,5  23.  12.  289  561  31.  3.  210  922
1891  281.284  60,6  200,4  7.  4.  320  475  15.  10.  245  323
1886  321  297  664  228,.  23.  3.  375  236  7.  12.  273  064
1900  334219  65,n  238,  7.  4.  386  986  7.9.  281.216
1901  360  416  60,  256,6  28.  7.  430  164  7.6.  287240
1902  973  189  64.7  265,9  23.  1.  448  944  31.  10.  316  376
1903  941  921  V  243,6  31.  12.  426  687  7.  B.  285  274
1904  359926  607  256,#  31.  12.  446  496  7.  5.  325  081
1905  403  747  69,0  287,6  23.  4.  556  504  7.  11.  346  675
1906  395  388  68,7  281,  31.  12.  505  906  7.  9.  343  543
1907  402  509  69,5  286,8  31.  12.  533  415  7.  12.  335  804
1908  402  751  62,  287,0  31.  12.  517  060  7.  2.  327  286
1909  426  353  500  303,  .  .  527  310  29.  5.  350  474
1910  418  632  63,8  204  31.  12.  553  918  6.  B.  325  571
1911  437  406  -  3II18  31.  12.  553  377  7.12.  370  006
1912  462  94  64,5  329,9  238.  10.  605  894  7.  12.  375  133
1913  454  199  68,0  32781.  12.  611946  C.  9.  378  122
1914  794  183  50  565,  28.  9  1747  420  31.  1.  409  889
1915  952  792  52,8  678,9  30.  9  3  363  917  7.  8.  626  100
1916  1  600  870  60,u—  1140,7  30.  9.  5088246  15.  3.  774549
1917  3  690  378  70,Z  2629  29.  9.  7  821  305  7.  2.  2517  751
1918  6  560  835  77.8  465%  30.  9.  11758  950  23.  1.  4624  390
1919  7968229  72.7  5677,9  81.  12.  13  368  257  2B.7.  5  501  152
1920  10  528  945  71-3  7502,0  30.  6.  15  599  432  B.  1.  7296  474
1921  10  424  039  65.—  7427,8  31.  12.  25  314  330  23.7.  6  265  204
19229)  —  —  —  31.  12.  977  335  296  7.  1.  13  048  524
19282)  —  —  —  —  —  —  —
1924  339343  41,5  241,8  91.  12.  455  152  7.1  244  340

ç  1)  Das  sind  in  erster  Linie  Giroguthaben,  serner  hin  Depositen,
Wiederauszahlung  angewieschen  und  noch  nicht  abgehobenen  Beträge;
ach  den  für  private  und  fHür  slaatliche  Rechnung  erlolgten  Girollberweisungen  nicht  möglich  ist.
iroguthaben  werden  erst  seit  dem  1.  April  19  getrennt  von  deu  privoten  Guthaben  nache

  vor  diesem  Termin  ein  Girokonto  besallen,  sind

einzulöscnde  Bonkanweisungen  und  die  zur

aullerdem  die  sogeuonnten  „schwebenden  Uber-
        <pb n="237" />
        fremden  Gelder

für  19224  in  Tausend  Reichsmark

DUflentliche  Guthabenz

37

Tabelle  17

Insgesamt

2)  Die  für  die  Jahre  1922  und  1923  sehlenden  Zillern  sind  ohne  Vergleichewert.

Dorchschnitt  Höchster  Stand  Niedrigster  Stand  Durchschunilt  Hlöchster  Stand  Niedrigster  Stand
renten  in  Pro-  4  in  Pro
DDo-  Do-  He.  Do-  Lahe
Betrag  *  6s  #  (em  Betrag  tum  Betrag  Betrag  60lm  tum  Beirag  #um  Betrag
——1  1876
.  1)  —.  --—,  --  -  —  —  »  E
—  1  u  l  1  ia  „½  16  10  ..  18  1  1.  2  21  **
—  ·  «
7845035,i2-sx-,»!;31.8.147438j-23.1.30923218788cm.»»31.827936ixs323.1.1563981876
2885815,-36,-.I;15.6.  55  785  15.  4.
45  2585.8723S.  87  510  7.1|2017|284  581INS  S1  31.3.  244  a17  1886
182  442.290%90  681  15.  1.  3209887  1801
162  962  33.,31.  248  3  U1  1|44  259½23977  7.1.34
178  533.334/227  15.6.291  202  31120|  110  2515127515  968  11|  43
286  138  3%%0  ½  23.6.354774  7.1.1142-.4  J1
203  38435232291  7.11]  1229521476  573/12  13228,  7.10|14
211  82738,304.1872  207  7.2.112  288158748,42.686  488  711151224|1903
174  86332,6  222,0  15.  9.  261  183  7.4.11  244,-28.6.  620  367  7.5.  452  313  1804
181  5083½%  1#  30.4.  572  7.  2  117  oss  565  2551H242  7.  11.  474  805  1005
180  2443  229,6  15.  6434%2  22.9.  681  958|  7.111485  337  1000
176  70530,  312  N42472C57
246  5400  141é1
296  0171%  15.5.L2  15.5.101  6111#al44
235  072  3%  7  22  %  7-4
215  768  33%,3,.34600  30  9.361Q9(  3  1|.4  6
25  248  35,5  2.1.  12,  157  604SN74635  7.15570  465
213790|222.36  015  7.2.|1%5,2  98  335  2.00  968911
540  993%  2  1007  654  7.1.12  45  .  689579  1914
652  47240SO  81.  8.  1268  54  6.2.9.  4416  255  23.4.  1431  418  1915
2N01  888  155.56239.266  45315  5.1  915  1916
564  381  77  81.1.  44  9251-  1.  391
1871  83122,2366%  31.  12.  2927074  23.  494284484  6663854.2  80.9.  14  6
2995  2700).  3818,  30.6.435  387  6.121  918  83110  963  49112„121
4241  840.6.4%,.  3  4-  201
542  45%  %  %%.  8.  0  G.  S  2  F  68.  9311  940
—  5½%  %  .  152  287  7.1.  16  822  760  1922
————————-  ———k—  —-——1923«)
47747738,-608,-·15.1276329731.8.264064816820373,-F15.12.11316701231.85618551924
        <pb n="238" />
        38.

Tabelle  15
Sämtliche  täglich  fälligen  Verbindlichkeiten!)
(Noten  und  fremde  Celder)
5  1)  *  Attiichen  —  -bt  Spannung
urchittliche:  Hlöchster  Stan  Niedritster  Stand  ene  öchsten  and
ahr  (Sp#  und  7)
in  Prozenlen  in  Prozenteu  des
Betrag  der  iflern  des  Datum  Betrag  Datum  Betrag  Betrag  urchechnittlichen
—  »  -  Cis-)
1  2  1  5  6  7  8  u
Inaustenil  M;  Tausend  A  Tausenel  M  Tausend  M
1876  903  654  i00,0  30.  6.  1  012  512415.2.  807  878  204  634  22,6
1881  920  785  10%  380.  6.  1045  898  15.33.  871  901  173  997  18,
18861086  759  (20  31.12.  1  300  665.5.3.  1  007  563  298  102  27,0
1891  1435  792  158,0  30.6.  1567  044.  1297  847  269  197  18.
18906  1567756  173",80.6.  1  720  64652.  1449  72  270  914  17
1900  151  313  18:  1.  12.  1  906  943  15.2.  1517  302  389  641  23,6
1901786  818  197,,  31.  12.  2028975.  3.  1  596  593  432  382  24,
1902  1  806  186  100o0  81.  12.  2060  4337.  8.  1  696  840  363  593  20,
1903  1  802  466  100,  31.  12.  2  140  408  7.  2.  1  630  192  510  216  2nn
19041823338  2014  31.  12.  2  180  0810.2.  1  666  449  513  632  268,2
1905  1920  9566  212,6  30.  12.  2287  4867.2.  1728278  559  206  29,
1906  1862  868  217,,  31.  12.  2  428781.2.  1776  016  652  765  33.5—
1907  2058057  227  31.  12.  2544  442  1833  460  710  964  34,5
1908  2173  438  240,  31.12.  2631  968  7.  2.  1861  360  770  608  35,
190)0  229890u02  2544  31.  12.  2745  13615.2.  2068  435  676  701  29,4
1910  2254586  240,1.12]  2783715  6.8.  2079  313  704  402  37,]
191112316789  2564  31.  12.  2961  045.2.  2041  979  919  066  30.
19121500  196  276,,  1.  12.  3265347  7.  2.  2250234  1  40,6
19132626  162  20o31.  12.  3386  5653  23.2.  2331  206  1055  2609  40,
1914  17006  0.  9.  6841  61117.2.  2687786  41853  825  07.
1915214587  708,  30.9.  10  573  88523.  1.  6108276  4465  600  610
1916931  276  rrosa"  30.9.  13636  41815.5.  8047159  5589259  888
1917  14265  054  1578,6  29.9.  19745  8613  1.  11  298  803  8447058  50,O
1918  22114261  2447,,  31.  12.  35  468  213  23.1.  17  169  54318298  6ä70  820
191938951  307  43708381.  12.  52770  226  22.2.  33  640  930|19  296  10,
1920  67  206092  7437.1  31.  12.  91  132  122  28.  1.  45  161  8290  45970  293  68,
1921  94  475  994  10454%  31.  12.  146  545  137  7.  2.  77357  21569  187  922  33.6
Nlilliarchen  M  Milliarden  M  Milliarden  M
1922  —  —  31.  12.  1810,6  23.  1.  1209,8  1  680,8  —
Trillionen  Al
1923  —  31.  12.  1044,5  6.  1.  1  796,2  —  —
Tausend  ###%.  Tausend  &amp;amp;###.  TTausend  AM  Tausend  ##
1924  1  885  285  208½  15.12.  2  854  8866  7.  1.  1  080724  1  774  172  0%
l

I)l")iekiir(l-ie»lahre1922011ck1923kölslonddifzissertfsindohneVergleichswest
        <pb n="239" />
        39

Tabelle  19
Deckungsverhältnisse  der  sämtlichen  täglich  fälligen
Verbindlichkeiten
(Noten  und  fremde  Celder)
In  Prozenien
Deckung  durch  den  Deckung  durch  den  55  Deckun  durch  den  Deck  au  d  4
Barvorrat)  Barvorrat!)  Metallvorrat  !)  *#  #  ".  "9  en
im  Sinne  des  19  BC.  v.  14.  3.  75  im  Siunc  des  §  17  BG.  v.  14.  3.  7  im  Sinne  des  BC.  v.  14.  3.  75  Goldvorratz)
Durch-:  *  W.  n  Durch-  15  k--  s.  Durd-  —-.  Ixi  ·  Durch-:  r  «  ,.  .
»Mitt·kllodtstcNiedrtgstezchwspIlodisteNiedrigkthoükHodssteHNIEJksgstcsdmmJklodisic  Niedrigste
liche  liche  ,  :  liche  liche  "  =
Proz.  Datum  kProz.  C  Datum  FProz.  Daluu  Pro#z.  Datum  Proz.  Proz.  LDo#i#m  Proz.  Datui  Pioz.  Proz.  Datui  Pror.  Datum  Pror.
———dI—77JN2NF*C22W  s!—————————
62,5  23  68,2  T.  1.  S3:0  23.  5.  %%  7.  1.  1/%  23.  3.  "%  69,3  31.  10.  5„  „31.  12.  22,2
66.7  15  73  31.  12.  34  %  15.  3.  71,/  31.  12.  53.2  1.  3.  66.8  31.  12,  50,,2  7.  3.  261  30.  9.  *.
60  15  734  31.  12.  83835,  15.  3.  72,131.  12.  52,863,  15.  3.  70%  3l.  12.  5I#SJS  7.  S.  31.  12.  29
64,  23.2.  60%  7.  1.  37#  637  23.2.  «  68,27.1.56,662,323.2.66,6s,57.1.55,441,-.1.5.9.4.4.577.1.  Js-59,0
  15.  68,1.  31.  12.  4#88  15.,23.  2.  62  31.  12.  48,3  56,0  15.  2.  65  31.  12.  4J.4  45  31.12.  J16,
57  23.  58,  31.  12.  300  50.0  4  23.  B.  58,1  31.  12.  30,:4  23.  8.  5h,5  31.  12.  38,31  34,6  31.  12.  26,3
53%  59  7.1.  43752“2  7.66.  58,5|  1.  42%%%  7.  6  5,  7.1.  199%  al  15.  G.  41  711  20,#
6“  *

619  31.  12.  38.  460,2  45.%  31.  12.  26„

2
8
6
63.6|  31.  12.  3085  23.5.  630|31.  12.  39,2  54,4  23.  5
588,31.  12.  37.,0  23.  2.  2  31.12.  26,1
4"
2.

60,5  31.  12.  38,31  51,,  23.2.  60,0  31.  12.  37%  So,  23.
59,5  30.  9.  38,6  52,2  23.  2.  58,530.  9.  38,3  50,8  23.

i  S##

56,6  130.9.  3..37,,:4%  30.9.  26)6

□
6#
7.
ssr
55

##

□—

*

lr
—EIIILIIILIII—

53,  1  66,0  30.9.  ½½¼%  15.  2.  65.)  3%%  15.  2.  30.  9.  33738/8  15.2.0,  350.9.  23
48,3  23.  2,  23.5.,  50,  31.  12.30,1  23.2.  s7.1.  12.|29,,415/2  23.  2.  56,1  31.  12.  27,  34,4  a.  2.  23.  6.  43,0  31.  12.  I  19,8
46,0  23.  2.  56,0  31.  12.  30,0  45,0  23.  2.  54,3  81.  12  3000%½½%  23.2.  50,4  31.  12.  27,1  30,8  2.386  31.  12.  190%
51%  |  22.  58  7.  1.  38-:50  %  23.  8.  56,8  7.  1.  37,2  46,0  22.  8.  53.2  7.  1.  33,81  36,1  22.  8.  42,6.  7.  24
10.  60,  356  23.2.  886  31.  12.  35#:416  T  23.  .,1  1  2-2.2;  30.9.  24,7
50,7  23.  ½1.  12.  35,5  49,7  23.  5.  539,5  31.  5  62  1  12.  33,2  34,5  23.  5.  3%Jl.  12  23.7
52,0  28.  2.  628|.  0.  a1.  2.  35,  23.2.  61,  130.9.%  23.2.7,0  10.,  9.  33,,  23.2.  428,  30.9.240
50,,  60  31.  12.  32,6  495  22.  6.  59,231.  12  3„18,  1  23.  8.  57,2  31.  12.  31,8  35,2  23.  8.  423  81.  12.  23=53.!7
  38,2  22.  11.  61,85  7.  1.  3J  81,86  22.  11.  59,5  7.  1.  36%  40,  22.  11.  48,5  V7.1.  27,8
—  —  —  —  —1  —  —  ———  —  ——3SS  23.2.  1.#  22.  8.  23,1
—  —  ———  —  —  —  —  —  ——  —82  23.4.  364  30.9.  209
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —530o,6|  30.9.  18,
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —229.9.  12
—  —  —  —  ——  ——  —%%  1  %  31.  12.  6,
—  —  —  —  —  ——  6  31.12.  2=1,63

  23.  1.  Sl.  12.  u16

l
l
l
l
l
l
l
l
l
l
l
l
l
l
l

—  —  —  —.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  1,1422.  1.  v.  Iar  31.  12.  ,
—  —  ——  —  —  —  ——  —  —  —  —  %  1.  2  o  12.  .  12  O½nw
—  —  ——  ——  —  —  –  —  —W—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
i  «  J  J·  s.  l·.
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  ——.  16.  11.  28,01  15.  12.  2

1),  Für  die  Zeit  nach  1913  sind  die  Dedkungsziffern  nicht  mehr  eingeseizt  worden,  weil  ein  Vergleich  mit  den
Ziffern  früherer  Jahre  aus  verschiedenen  Gründen  nicht  angängig  erscheint.  -
E)Für1924ohvedieanch528clesnetxcnbnnlcgesetzoezuk.NotendodcungEngeln-even-Deviseops-
        <pb n="240" />
        Umsätze  im

Ein-—

  Auf  Cirokonte

durch  Verrechnung  mit  den  Konten-Bestand

  durch  Borzahlungen  n  Inliabern

Jahr  am  1.  Januar:)  in  Pro-  9  In  Frorenen
  rentes

Stück  Betrasz  e:l  sStud  Betras  —

—  *  —i  n#.  A#  17.

1  2  1  4  ——  7

1376899  52773—  8  285  1  89117  04%  —  —  —-1881
  131  163  090  68  363  357  6  590  193  649  72  35,=  —  —  —  —
1886  194  516  076  241137788  6  782  620  042  25Z3  215  758  2  798  419242  54
1891  252  704  183  111307056  9281  732940  9322,  404  807  4704  342  900906
1896  302  081  810  07  859  189  7557  954  818  82  141  1328  335  15  801  779  65ö0620,
1900  385  357  278  62  1012961  11  278  119  174  90  133  937  007  20  524  125  82402%
1901  409  579  025  3  72  824  762  12  011  863979  01  14  737  167  19  669  766  183  64  23
1902  468  209  064  17  875  557  11  818  283  5083  49  11,  735  400  19  379209936  93  2250
1903  439  985  374  35  938  027  12  841  893719  7943  756  212  20  266  468  556  7½
1904  461  769  058  57  988  777  14  102  095  580  574  777732  21  895  069  1439122
1905  401  517  880  5320021612  14  588  134715  07  213,=  783381  25  758  144  478  614.z.
1906  482  118  194  O0?2  1107900  15  829  053  537  —2  5  824  167  29  525  063  184  864%
1907  519  914047  32  1101  8209  16  816  075  091  31112  867  904  31  589  841  927  664
1908  520  422  661  111217122  16  367  837  017/912,  922156  33  494  941  079  8248
1909  521  970  334  21192317  15  945  699762  21  Jo  927802  38  556  199  326  406,
1910  552  312710  19  1163  57578  54  929759  4073099  388  08
1911  561  729722  99  1160561  18  389  597  98382114%  926351  45  446  452  319  —4%
1912  535  978  480  —  1  173  308  19  392  319  257  48  10,  963  040  51  451  638  170  7117
1913  558  495  955  69  119  953  19  798  661  348  07  20,%  994835  50  589  489  332  816
1914  605  140  478  88  1128684  21  862  667  10495  9„  9y70  135  59  012  981  170  —  —
1915  1  530  531  207  59?  1068  289  25  857  141  21973  G,-  763  016  94  563  292  333  752)0
1916  2  103  138  766900  1087202  27  059  688  481129  5,1  953  217  133  466  7947607—  25%
1917|8665  212  104  551019  401  31  228  840  860724  895  2387  674  010  825  26  28,
1918  663  495  748  72  941574  35  959  531  114449  1686  859  4606  909  590  285  36  30
1919  985  257  672941  56  225  889  331162
1920  11618  857  391  47  1081  9999102995  714  318  29  10  2230  6031242  97  521  3066  373
1921/19  013  497  61460  137671  159  386  411  251  30  190  2488  116  1935  457  239  87414
AM#llianden  M  Milliarden  A  T1  Aumianden  Al
1922  2933  1453  287  1039,06  2,  3419  435  8779,66  22%
Blllionen  M  Billionon  M  %  Rllonen  M.
1923  0,39  2  065  6418  838  203  252,65  4%|  6655  082  5727  600  891,61  20%
14  &amp;amp;K  :  &amp;amp;#

19242  ½%  10  602650  4  „  ½

Von  1918  ab  ohne  die  nach  dem  Friedensvertrage  zu  liquidierenden  Baonkanslalten

1)
Nleiz  und  Mülhausen  (Els.).
„)  Das  ist  die  Summe  der  aus  den  einzelnen  Konten  stehenden  Guthaben.  In  dieser  Summe  sind  die  noch  unterwegs

  belindlichen,  wegen  des  durch  die  Postbeförderung  der  Advis
Gutschrilt  gelangenden  schwebenden  Giroübertragungen“  nicht

e,  bedingten  Zeitverlustes  erst  am  nüchsten  Tage  zur

mit  einbegriffen.

Straffburg  (Els.).
        <pb n="241" />
        41

Ciroverkehr!)  „7
nahme
sind  vereinnahmt
durch  Platzübertragungen  durch  ———  anderen
-*  6  -*mi*m  "  insgesamt.  Jehr
Stück  Betrag  4##ee.  ätück  Betras  —Wt
Aark  EIES  —  rtE.13.  —  rt
2  —11  1rn  12  1  14#  5  io
—  3079775  501  23  367  —  2  027  3640001  8t  „  89392278  420  1111876
463  103  5  592  459  939  6  86  20  712  715  6  541  533723  463  18  724  187  8188041881
543  129  10  690  3807  495  64%3  1  1  655  8  354  204  944300=  28  625  551  744i70  1886
867  6190  15359  992  895  87  37,0  1  1  860  345  11  162  948  458009Y  40  50  01204
1  026  559  18  794  359  987  72  206,,1  2858  976  15  673  114  319  07  20,  52  827208  776  231
2494  451  24  159  635  605680  4184  895  25  866  385  2139  944106  81  828  265  618  91444
2438  278  25200  242  483  86  30,  „  4085  793  27  011  818  979  252.,]  83  893  691  6e25  7611001
2;653  406  25  597  362  379  3730,  4  404  100  27  799  116  894  743a,  84  593  972714  53102
2979629  27  851  701  9711123  31  6  4871332  28  609  905  764  37  32  89  569  970  013
3298  966  30  399  562  58985.  91/  5##  „  5326  971  30  376  957  551  60  31,7  97273  684  86011990  1904
3543  852  36  027  444922  81/½24  5  734  083  34  704  984982  96  3  111  07870909945  1905
3800  502  40  199  246  731  07  32,  6301  422  37  276  769  639  0130%  122  830  133  04196  1906
4154630  43  598  570  616  463  6  748  133  38  3224  192  222  058  20  130  328  679  8657  501007
4612  411  46  058  420  516  1534,"  7261273  39  052  705  0058229,0  134  973  903  70070  1908
4688  844  51  162  392  700  34  34,7  7265  740  41  868  612  030  64½  147  527  903  819  68  1909
47  7  915  54  700  239  468  54  34  7255  520  44  228  007  878  95  157  091  052  394  11  1910
4844  665  57  796  538  744  5314—=  7292348  47  275  882  151  86  28,  1468  908  471  147  481911
5000  768  63  800  090  007  O0o?2  3  7  433  025  50  963  822750  757  185  607  870  27519111912
5095  503  66  738  818  981  44  35,,  7  465  029  52  44  947  241  1137  189  601  916  903  15913
4743  947  82  155  943  402  04  35,5  6977  376  69  852  810  437  41  30,0  2382  884  402  114  401914
4400  068  174  296  336  486  49  41  5  6539  1214121554  378965  45  4162271  149  055  42115
5  084759019091  436  314  69  1  466  533  511  919  623.066  916
6510  566  390  326  920  12424306  8080  1600(0184  466  446  017  74%  %  843  696  217  83448  16817
7105  6699597  018  0RH%  8488  6565  229050  679  126  02T34
7811  707  1675  772312  63194  706  9434  524  259  233  633  271  1110  2373  012  957  6642  531919
8740  602  3  342  723  713  891  69  1  820  622312  711  449  44%9  660  865  79  1920
9372  849  5819  671  448  071135  636  11270  605952  887  584  8366  6511  /8361  402  684  033531921
Milliarcles  M  Milltarden  M  b  Alilliarden  Al
12  59266%  23050,49  *7v  18  355  538  706908  177  3998827  1022
Bilones  31  "6  Billlonen  M  hillionen  à  1
16  9195678676  010  685,14  44%  14  837  0539  708  5  20,8  19  117  523  378,04)  1923
T  Aau  z  me
6908  885  85  811  986  1339  34%½0"  6036  536  4  715  810  455  89  206  216  863  481  668  76  1924
n

1)  Dus  sind  die  Ciroübertragungen  zwischen  den  Konien,  die  an  demsclben  Platzc  gelührt  werden.  einschlielllich
der  Ubertragungen  zwischen  der  Hauptunstalt  und  den  ihr  nochgeordnelen  Unlteronslalten  sowie  dieser  letzteren  unter
sich.  Bis  Ende  1892  zum  leil  einschlichlllich  der  aus  dem  Abrechnungsverkehr  hervorgchenden  Gutschristen.

D  Das  sind  die  Clrollbertragungen  im  Fernverkehr  zwischen  den  Konteninhabern  verschiedener  Bankbezirke
auf  Crund  roter  Schedes.  Die  bei  anderen  Bankanstalten  von  Nichtkonteninhabern  (siche  Tabelle  23)  zwecks  Uberweisung
  gelcisteten  Einzahlungen  sind  hierin  mitenthalten.

(Nur  Markumsätze  (vgl.  Tabelle  22  Anm.  2).
        <pb n="242" />
        42

Umsätze  im

Auszurch

  Burzuhlungen

Auf  Girokonto

—#4"

durch  Verrechnung  mit  den  Koniteninhobern

In  Prorenien  in  Prorculen
Jehr  der  I  ilksk
Stück  Beltrutz  (lesaint-  Stick  1  Betruet  (eremuushe
  1  au##be
Aan  #  Er.  15)  T  *  r  (n  1
3  "  „  k  3:
1876  —-  3817912321  02  39,9  —  —  —
1881  451  809  7  677  698  474  19  41.5  —  —
1886  488  569  9  330  233062  55  32,0  240  501  1  167  798  794  12  4
1891  802  823  13  178  775  994  20  32,«0  306  020  1  988  128  536  68  %%
1896  841  760  11  974  460  10  71  22,  627553  12  908  476  792  70  24,8
1900  1  049914  16  166  376  408  46  10,8  769  486  17  158  206  538  37  *ie
1801  996  775  16  112  915  825  33  19,2  606  350  17092  114  595  21  20.
1902  1  026  626  15  773  757  959  90  18,6  616  385  17  036  663  529  74  203,
1903  1  137203  17  405  026  951  81  10,  665  298  17348914224  14  10,,
1904  1  195  699  18  391  705  085  57  18,  645  572  19216  021  080  72  1,*
1905  1  238  798  19  778  366  995  28  17,6  645  863  22.242  807276  76  20,0
1906  1342  146  21  704  015  452  60  17.  693  967  25  420  266  477  80  20.:
1907  1  417948  23  238  136  654  36  17,8  711  098  26  885  524  795  17  20,.
1908  1  427  079  21  139  076  091  48  15.  743  542  30  297388  318  54  22,
1909  1  323  755  19748  514  255  15  13.r  708  497  360  052  410  201  09  24,#
1910  1  179205  20  S827  513  931  72  13.3  730  340  38  533  885  146  18  24,5
1911  1171311  21  732  380  231  72  12.  739  082  43  263  242  295  07  25,6
1912  1201  978  22  982247  621  46  12,4  780  04  49  087  997  680  48  20,
1913  1  217  667  22  419  223  703  36  u  819  722  49  060  814  106  62  25.5
1914  1224  834  24  763  015  1983  17  10,n  907  322  59  2389  113  458  65  25,5
1015  1  162  397  24  958  500  307  05  6  710  968  107  604  100  697  40  25,
1916  1  165  688  26  593294  789  88  5,0  776  137  146  202  690  840  34  27
1917  1228333  90  723  420  375  35  3,6  1  025  739  252  875  155  170  88  30
1918  1  321  760  37  782  020  956  29  2,9  1  321  918  406  827  460  156  44  S1
1919  1  389  797  55  179724  824  69  2,1  1297883  389222  020  698  29  10.,
1920  1728719  117  364  757  040  29  2,5  1  671  042  1  249  357  198  416°  66  23
1921  1  8339  225  219201  569  665  70  2,6  1  789  701  1  898  613  042  275  50  22,
—#2  Milliaiden  M  Alillianshen  M
1922  2  780  667  2  068,04  5,2  2  59  318  7533,15  19,0
Uillionen  M  ·  ·  Ilillioueaål
1928  4935277  1  464  926  875,13  6  78  5  489770  5872736  723,14  31.
Ak  AÆui.
1924  3  108  644  21  559  44717  10  9.0  4  066  258  66  781  781  413  21  318
        <pb n="243" />
        43

Tabelle  27
Giroverkehr')
gabe
e#ind  verausgabt  Aurch  Ohert
durch  blawübe  rtragzungen?  *  anderen  Bankonstollen)
8  s  g  Läg-,  .  Bestund  um  Johr
Stück  hetrak  Le.  Biück  Betrag  der  e-  insgesumt  31.  Dezember?)
ppoort  *  ——  E  A—  Mon  v.  E  n
2  G  10  K  12  13  11  5  5
—  3079  75  5012337/.  —  1  921  278  971.173z„  8318  966  793|42  92  301  879  42  1876
507  92  5592  459  93918620  201  5  464  430727  11  18734  589  14  120  751  262  561881
318  189910  690  307  49564  37,,  750  256415  951  97599  %  28  604  291  328|31  215  776  472.63  1886
555  850  15  359  992  895  87#37.,  1292  53869  976  862  838  55124,0  40  503  760  265  30  257  961  122.69  1801
665  630  13794  359  98772  20,  2  163  5394  098  166  871  940,,  52  775  463  823°07  333  826  763  28  1806
1497  46  32616  24  319  825  519  33320  81  804  044  071  84  409  579  0257211900
1045  28825200  242  48886  30.,  3  171  32s25  429  788  682  91  3038  833  835  061  587  31  466  209  064  171901
1  113  608  25  597  362  379137|30,  3  460  06846214  462  535  34431½:  864622  246  404  35  439  935  374j35|1902
1255  01.01  0  „„  3895  544%  89  548  136  32991  461  769  0585711903
138  1909  5  55  4335  7044  29  256  847  282/846%%  273  960400|101  317  880  5e  f100,
1529826  36  027  44  922  81  32,5  4  850  146  33  009  489  591  1020  111.058  108  78595  482  118  194  02  1805
1698  883  40  199  246  7310078=  5389  346  35  468  808  52721%8%  122  792  337  188  68  519  914  047/321906
1  909  66  43  598  570  616  463,,  5  796  587  36  605  989  157772/28,  130  328  171  223  5  520  422  681|/11|1907
2172  666  46  058  420  516|15  6  380  045,  37  477  471  130  4227,58  134  972  356  050  59  521  970  334/22  1908
22955001  162  392  700|  3½¼4,  6568  658  40  534  244  267  1327,5  147497  561  44371  552  312  710|19  1909
2383  6454700  239  468|54%  6  657  9001  48  o010  996  884/677441  157  081  635  381  31  561729  72200  1910
2417  6871  57  796  538  7445133,  6750  935,  46  142  061  119117  27,5  163  934  222  390/47  535  978  480  —|911
2549  1363  800  090  09023  6  969  977  49  765  017  40126  2%135  585  352  80022  558  495  955.69  1912
2656  2151  66  788  818  98144435.,  70026  1861  51  336  415  58889/  1389  555  272  380  311605  140  478  83  1913
2532  93382  155  943  402104.  6  479  1371  65  791  939  331  7828,,  231  950  011  3856644539  531207|59|1914
2  468  3951  174  296  8336  486  494½  6062  342  108  848  609  005.80/20=  415  707  546  496  1112103  133  766.901915
2962  363)  237  819  091  436311410  6507  999/  121  334764  218.88/22,,;  531  949  841  285  414  665212  104|55|1916
4081  274390  926  920  12424  7562  271  167  659  143  210  4%  N40  534  68  890605776  791  058|16  1917
4500  430657  879  597  0180340  8069  548  218  138  557  485|1092  100  11  325  577  685  61666485  257  67294  1918
5  800  1351675  772  312  63194%%#0.,:  9009  205  251  105  299  7741008910612  371  279  357  924—1618  857  391711919
6817  610688  342  723  713  891,069/62.5  10  259  847  686  149  351  3940011%%  5  845  595  020  742  666
6860  250/5  313  671  448  0713503.6,10752  728  919  602  366  346  86  11.0  8  851  088  426  359  4119  327  755  288772  1921
Alilliarlen  M  IE  l  Milliattlensl  Ililliskslesnsl  Ilsllssnlfav
9856  06804  58.2  12  578  4011  6921,7  1J  39573,15  394,t5  1922
Vallionen  N  1  HMilltonen  àl  T  .  Dillionen  M  Mlionca  M
15  709  5151  8  576  010  685,14  5  12  962  964  2875  442  855,4,  7111  81.  #28  406  239,62))  1923
T  T  .44  AM
5824  11801  85  811  986  138  34  39,6  5  521  037  40  482  068  O09  048.  216  635  245  36769  632  010  258|/181924
.  l«

à)  Die  Eshüln
2)  Siehe  Tabelle

angonse  d

e)  Nur  Markumsütlze  (vei.  Tabelle  22  Aum.  2).

er  Nichtkonteninhaber  aul  auswärtige  Girokonten  sind  hierin  nicht  enthollen.
        <pb n="244" />
        Cesamtumsätze

Linnahme  und

Burzahlungen

Verrechnungen  mit  den  Konteninlbubern

#Platzüberiragungen

—  —

Jahr  a#  2—  i  M
stichlc  Betrag  —  Stück  Belrag  «  Gott«-sah  Stück  Betrag  ——
uimms#ze  umubt##  umijur
Mart  Girꝛ.  ib  Mari  (SI  10  *m*  Gnlk6)
.—  —  un.  —  ——  r—
l
183705-  6  603  051  238  30  —  —  6  —-  6159051002  E
18811815  166  14267  892  124  38,  —  —  —  971  025  11  184  919  880  29,
18861626357|  16  112  853  105  28.  456  259  3  966  218  037  6%0  861  317  21  380  614  991  37,
189112169  97912  460  508  935  27.7  712  827  6  692  471  447  8,.,139  30  719  985  792  z7,
1896170094919  532  44990  188  1955  888  28  710  256  4442J16692248  27  588  719  975  26
1900  2062  8757444  495  583  16,8  1706493  37682  332  368|  3,“"83991  912  48  319  271  21111209,
1901  1821537  28124779  805  0“,““  36  761  880  778  21,0  3  488  566  50  400  484  968  zos
1902  1902  18327  592  041  463  163  1351  785  36  415  873  466  z1V  8767  014  51  194724  759  zos
1903/2075  23530  246  920  672  16014  37  610  382  788,„4234641  55  708  408  942  3/
19004  184  47632  49  800  667  16001428804  41  111.  090  224  2n.—D  4911  60  799  125  1724
10052260  410  34  366  501  710  15,,1429244  48  000  951  755  21,6  5  073  678  72  054  889  846  32f
19062  458  134  54  945  329  613z,5499835  80  398  408  462  z2:.
1907260977740  054  211  746  153“"1  579  002  58  45  366  723  :-,,,  87  197  141  233  33=1908
  2  64420187  506  918  100  13,0  1665  608  63  792  329  398  23,6  6785  049  92  116  841  082  z4%
1909  2  516  07285  694214017  1„1  2  74  608  609  527  2z“6967894%  12324  785  401  3
1910  2  342  7800  38  117  219  590  i-„46g  79  406  984  534  25,0  7121558  109  478  937  348
1911  40  121  878  164  1n,,  1  665  433  88  709  694  614  20117262352  115  593  077  489  z4,
19122  375286642324  566  879  1/t  1  743  844  100  539  685  851  27)77549  907  127  600  180  194  346%
191924076020|221  SS5  051  1114557  99  650  303  4399  26517751718|133  477  687  963  385,
1914  08  298  10,0  1877  457  118252  094  629  25,5  7276  830  164  311  886  804  38,
19152230  6866|  815  641  527  66051482984202  167  393  081  -6863  463  48592  67  973  4%
1916•220288553  652  98327„%729  2769  48  607  :z0ö:922  475  638  182  873  40
1917224773441  952261  243,  3?2288  184490  549  165  996  20,10  591  8090S4  46,
1918826½½%4  ½%  11606  089  1  1  759  194  036
19192  398  358111  40  6  %  3094707  4  J
1920|2  810  67820  860  471  3393;3901645  2  2zz:6  447  427  783
19218  120  896878  587  980  97]J.314277817884  070  282  130  22,0  16282  599  10  027  312  896  143  I  63%
Adtdllian#ien  M  Milllarden  M  "“  Ailliarden  M  —-192242339543107,10
  3,95988758  16312,8120.322115346  46  100,98  58,0
Billionen  M  Bulionen  M  Rillionen  AI#
19237000  9252308  120  128  67:337  615  30,6  N  629  0982.  17  15  021  370½
#  Ax  T
1924  456  z662  677  6  %m917  379137G  218  2973L  127330042

1)  Siche  Tabellc  20  Anm.  1.
        <pb n="245" />
        45

Tabelle  22
im  Ciroverkehrl!)
Ausgabe  zusammen
ob  ¶  nac  lerhalb  Umsütee  bei  denen  die  Bor-  U
ertragungen  von  und  nach  aullerha  zu  —  vorden  iue  Gesamtumsutze  loue
i  In  Prozenten  in  Iozenien
Stück  Beireg  —  Betros  Cesttine  Beirag
Mart  6ECF.  ie  I#  (§..  16)  aun
!ê52  ur  2  14  18  "  ###l
–
—  3948  642  973  23,6  —  -  16  711  245  213  1876
1  114  783  12  005  964  450  32,  —  —  37  458  776  454  1881
1  880  911  15  770  156  920  27,5  41  116  989  9418  714  57229  843  053  1886
3152  931  21  139  811296  20,  58  552  268  535  7v2  81  012  777  470  1891
5  022  515  29  71281  191  28,  86  070  257600  8½  105  602  672  599  1896
7  46  611  50  186  210  733  30  136  187  814  307  83,  163  632  309  890  1900
7257120  52  441  607  662  313  139  603  973  408  83,  167  728  753  213  1901
7864  168  54  019  579  430  31,9  141  624  177655  883,  169  216  219  118  1902
8766  876  55  557  398  947  31%  148  871  185  6722  8383,1  1707  118  106  344  1903
9662  675  60  143  604  839  30,  162  053  820  25  883,5  194  547  620  902  1904
10  584  229  67  714  474  574  30“  187  770  316  1050  84  222  136  817  885  1905
11  690  768  72745  578  166  29,6  208  089  401  241  84,7  245  622  470  230  1906
12  544  670  74  930  131  379  28,,  220  602  639  335  84  260  656  851  081  1907
13  641  818  76  530  176227  28,  232  439  346  667“  PZ5,  269  946  259  766  1908
13  834  898  82  397  856  318  27,9  259  331  251246  86,9  295  025  465  263  1909
13  913  429  87  248  004  714  27,8  276  055  468  185  87,9  314  172  687  775  1910
14  043  333  93  417  943  271  27,6  297  720  715  374  88,r  337  842  693  538  1911
14  403  002  100  728  840  152  27,,  328  868  656  197  88,6  371  193  223  076  1912
14  491  215  103  811  362  830  274  336939  304  232  38.5  379157  189  283  1913
13  456  513  135  644  749  769  20,  418  208  731202  90,0  464  834  413  500  1914
12  601  463  230  402  987  971  27,  781  163  054  025  03  831  978  695  552  1915
13  428  626  256  501  109  157  24,“  1  011  808  777  637  05  1  065  461  760  908  1916
15  712  431  352  125  589  228  20,  1  623  328  595  472  0  1  685  280  856  715  1917
16  558  208  442  189  236  614  16,6  2  561  685  481  092  2  2  655  377  0339  163  1918
18  443  729  510  338  933  045  10/  4632  886  701  410  97,7  4744  292  315  566  1919
21  080  469  1  300  462  062  813  12,  10  478  224  210  319  97.0  10  698  584  681  708  1920
22  023  423  1  972  489  951  184  11,2  16  333  908  129  477  97.7  16  712  491  110  394  1921
Milliarlen  M  Millianlen  M  Milliarden  N
25  934  024  13  990,53  17,6  76  404,32  2%  79511,42  1922
Mlionen  I  Blionea  #  Blllionen  M
27  800  017  6  851  151  404  18,  35  603  510  389  93,9  37  906  640  517)  1923
T  Ak  An.
11657  573  85  197  873  555  19,6  394  112  064  129  90,9  433  498  727  006  1924
:)  Nur  Markumsälze.  Aullerdem  getäligto  Umsüälze:  11274  33  840,.00  Hent.M  im  Hentenmarkgiroverkehr,

2  4%  576,  46  Koniomark  im  Konltowarkgiroverkehr  und  1  687  702.90  f  im  Dollargirovrerkchr.
        <pb n="246" />
        <pb n="247" />
        47

Tabelle  23
e  e  I  711  6
Giro-Uhbertragungen  im  Fernverkehr.)
Einzuhlungen  von  Behörden  und  Personen.
UUbertragungen  zwischen  Girokunden  wolche  kein  Girokonto  haben  (Nidutkonteninhuber).
  ür  Rechnung  von  Cirokunden  ;
Jahr  Aurdm-  u.  insgesamt
Stück  Beirag  —  Stüdd  Beirug  ruh
Mark  Pl.  Mark  Mark  [1  Mork  Mark  L
2  3  1  5  7  6
18761  —  1  921  278  971|17  —  —  133  913  43397  —  2  055  192  405  14
1881  402  018  5  464  430  727111  13  59300  611  1  239720  192/43  4124  6  704  150  919  54
188650  256  7  415  951  97599  98859  1  130  040  538884  2  769  8545  992  514  83
18911.292586  91976  862  83855  7719  567  437  1  989  166  316  35  3  506  11  966  029  154  90
189662  163  5339  14  098  166  87194  6516699  450  2  892  505  50691  4  135  16  990  672  378  85
1900261  716  24319  825  51933  7  4566  699  117  1  545  889  653  56  2211  25  865  715  172  89
190118  171  327  25  429  788  682/91  80109692  735  1  588  906  483  24  2  294495  166  15
19028  460  068  26214  462  53534  757612906  1  593  397  66209  223527807860  197  43
1903¾3  895  544  26  947  493  18273  6918725  906  1  671  809  752  456  2303  28619  302  935  19
19044335  29  266  647  28784  67500747  414  1  615  965  96777.  2164  613  255  61
190514850  146  33  009  489  59110  6  806652813  1721  726  16677  2287  84731  215  757  87
1906  5  389  346  35  468  808  52721  658164  374  1  795  489  32879  234937264  297  886  —
19075796  537  36  605  939  15772  6315782343  1  724  848  288/22  220538  330  787  445  94
19088380  045  37  477  471  13042  5  87v134  1  571  505  15959  21679048  976  290  01
19096  568  658  40  534244  28713  61714542699  1  318  750  56082  2  4321  852  994  848  05
19106657  909  43  019  996  83487  6  46ö188072  1224775  073108.  279664244  771  907  95
191116750  985  46  142  061  119,17  683588  873  1  159  019  105/79  2980322  96
19126969977  49765  017  401  26  71400  2240  1211  950  635170  344141150  96  968  036  96
1913  7  026  186  51  336  415  588.89  7  3066  315  705  .9  1  139042  86654  3608  82  475  458  455  43
19146479  137  65  791  939  33178  10  1542  302  4085  725  58799  10  687  69877  664  919  77
19156062  342  108  848  609  005,008  17955|366  567  12738  619  845197  347511121  587  228  851  05
19166507  999  121  334  764  218.88  18  644404  421  14  050  064  79877  46  153135  384  829  017  65
19137  632  271  167  659  143  21040  21  967  289  364  17  036  834  283728  58  877|  184  695  977  444  68
19188069  548  213  138  557  485.92,  26  413283  616  16  738  763  80203  590191229  877  321  287  95
191999  009  205  251  105  299774108  27872  300  413  10  653  081  37987  35  46161  758  381  153  95
1920  10  259  847  636  149  351  894  02  62  0044333941  27541  335  39262  82  47A63  690  686  786  64
1921  110  752  686  919  602  366  346  86  85  523305  795  35  910  543  37463  117  433  955  512  909721  39
Ailliarden  M  Alilliardeu  A  Milliurden  M  1
1922  12  578  491  6921.47  550  2661242  277.72  577  090  7  199,19
Billionen  A  Hillionen  M  Killionen  M  "
1923  12  962  964  2  875  442  855.40  —  1078804  1201  304  267,88  —  4076  747  123,28
T  —  +  4%  —  r
19244521  037  40  482  063  09904  7  3353  299  4321  440  760/22  12234  803  503  859  26

1)  Das  sind  solche  Beträge,  die  von  einer  Bankanstalt  zur  Gutschrilt  auf  die  bei  andern  Bankanstalten  geführten
Cirokonten  überwiesen  worden  sind  und  zwar  sowohl  im  Auftrage  von  Girokonteninhabern  (auf  Grund  roter  Schecks).
als  nuch  von  VNichtkonteninhabern  (auf  Grund  von  Einzahlungen  gegen  Quittung).  Siehe  auch  Tabelle  20  Anm.  1.

2)  Nur  Markumsätze  (vgel.  Tabelle  22  Anm.  2).
        <pb n="248" />
        Gesamtergebnisse
a)  Giroverkehr
Zahl  Iöhe  der  Guthaben  im  Jahresdurchschnitte)  Durch-  Durchder
  Konten  (in  Tausen  7  Mork)  Cesamtumsütze)  "Gmttusche  itiiche
Iahr  am  Ende  des  Cuthabens  des  Umsatzes
aus  den  schwebende  .  pro  Konto  pra  Konto
des  Jahreseinzelnen  Konten  Obertragungen  insgesamt  Ma  Klar  W—
–—  7  –  "4  0  3  9v
1876  3245  70595  —  70  595  16711245  214  21748  5  149  844
1881  5  563  126  9602  24  202  151  164  37  458  776  454  27  173  6  733557
1886  7026  206  557  31  319  237876  57229  843  058  39  857  8145  437
1891  9509  237  853  40  967  278820  81  012  777  470  29  322  8  519  590
1890  11  787  264  577  55  671  320  248  98  249  164  425  27  170  8  335  383
1900  14  085  250  069  83  607  333  676  135  159  940  709  23  690  9  596  020
1901  15  019  272  464  87141  359  605  136  288  750  664  23  943  9  074  422
1902  15  794  284  131  88  367  372  498  135  468  606  080  23  585  8577220
1903  16  563  251  725  89  536  341  261  141  543  786  654  20  604  8545  782
1904  17338  261  621  97  698  9359919  153  833  862  919  20  724  8872  641
1905  18  257  295  800  107  086  402  886  178572654  950  22  0667  9781  051
1906  18  966  276  961  116  795  893  756  194  432  693  160  20  761  10251  642
1907  19  374  284  458  116726  401  184  207  179  650  497  20  707  10  693  695
1908  19  805  285  303  116  646  401  940  210  181  961  633  20  295  10  612  571
1909  19  506  304  324  121  522  425  846  225  105  163  093  21  731  11  487  302
1910  19  609  294  335  118  800  413  135  239  278  106  624  21  068  12  202  463
1911  19  565  304  880  131  939  436  819  260  983  290  892  22327  13  339294
1912  20  024  320  576  141  835  462  411  287  567  142  680  23  093  14  361  124
1913  20  348  313  719  140  074  453  793  287  090  035  376  22  302  14  109  005
1914  21  412  589  343  203  566  792  909  302  929  304  959  87  031  14  147  642
1915  21  505  636  778  306  296  943  074  439  333  247  909  43  854  20  429  354
1916  22  799  1  059841  353  798  1  413  639  598  898  100  910  62  004  20  268  613
1917  23  737  2  098  131  590  997  2  689  128  797  679814  788  113.288  33  604  913
1918  24  861  3892  160  734840  4627  000  1  513  641  506  388  186  115  60  884  176
1919  25  215  5  126  303  970  096  6  096  399  2  766  708  429  164  241  777  109  724  705
1920  27953  7525748  1  870  805  9396  553  6  063  987  873  149  336  155  216  935  136
1921  28  861  9  327612  24444  800  11  772  412  11  461  325  814  110  407  900  397  121  576
Milliarden  ##
1922  34  857  —  —  —  50  947.56  —  —
Billionen  M
1923  41  888  —  —  18  376  504  459  —  —
Tausend  AM  Taurend  24  Teuzenl  AM  MAn  #t  44
1924  40  595  236252  103  091  330  343  906  614  749  618  8359  7  553  018

)  Siehc  Tabelle  20  Anm.  1.

2)  Eiue  Trennung  des  Ciroverkehrs  der  Privalen  von  dem  der  öllentlichen  Kossen  nach  den  Umsätzen  und  den
Guthaben  findet  erst  seit  dem  1.  April  1896  statt.  Bis  dahin  sind  die  Guthaben  und  Umsälze  der  staatlichen  Kassen.
soweit  ihnen  ein  Cirokonio  schon  vorher  erösfnet  worden  war.  im  GCiroverkehr  der  Privalen  enthalten.

)  Seit  189)  einschlieblich  der  zur  Auszahlung  an  Nichtkonteninhaber  eingezuhllien,  aber  noch  nicht  abgchobenen
Veträge.  Für  des  Jahr  1876  sind  die  schwebenden  Uherlragungen  in  die  Cuthaben  aul  den  Konlen  der  Privaten
einbezogen.
        <pb n="249" />
        49

s  *
im  Girovorkehert)
der  Privaten:)
4  «  Div-  Anzahl  der  Bonkanstolten.  bei  denen  der  Giroverkehr  eingelührt  ist
Nus  je  !  Mark  dles  rereinnahmien  (Stand  am  Ende  des  Johres)
durchschnittlichen  RBeträge  «  ,
Cuthabens  kommen  verblichen  auss  Heichshauk-  Reichsbanknebenstellen  Johr
Cerantmsäleene.  anwitennrit  en  eschlittum,  gesa
Mark  lich  Tages)  bonkstelleny  "  Cirovcrkehr  Giroverkehr  insgesamt  "  EGSp.  11  und  10
40  W„  13  1  14  j  16
237  8.03  59  3  —  8  62  1876
248  2.44  60  2  21  23  83  #.1881
241  2.60  61  8  53  61  122  1886
291  2.11  62  7  141  148  6  210  1891
907  1.75  65  17  168  185  #  250  1896
405  138  75  4  185  28  909  1800
379  144  79  56  197  28  332  1901
364  1,51  79  60  212  272  1  851  1802
115  1.26  82  67  218  285  n  367  1908
18  1.22  85  74  233  307  892  1804
448  1.19  86  86  247  833  49  1005
494  1,.08  89  94  264  358  .-  47  1906
516  0.o  as  103  200  908  466  1007
523  0-  94  109  268  372  446  1908
T  0  95  us  264  377  472  1009
579  0.  90  96  122  257  379  45  1910
597  0.84  96  127  252  379  i  475  1911
622  0.80  97  181  247  978  45  1012
633  0.7  97  135  244  379  46  1013
382  1.40  98  140  238  378  476  1014
466  104  93  140  236  376  174  1915
424  1,27  98  140  235  375  473  1916
297  1,  80  98  140  233  373  471  1017
327  1,65  98  140  232  372  40  1918
454  1,  88  99  150  199  349  448  1919
645  0,89  95  167  172  339  44  1920
974  0,59  96  202  138  840  435  1921
—  —  96  219  120  339  435  1922
—  —  94  347  —  347  441  1923
4
904  0.5  97  349  —  349  446  1924

)  Summe  der  Einnabmen  und  Ausgaben  im  Ciroverkchr  der  Privaten.

%  Errechnet  nach  der  Formel:  X:  300  (lage)  =  liöhe  der  durchschnütlichen  GCuthaben  (ohne  die  schwebenden
Ubertragungen):  Gesnmteinnahme.

%  Die  Heichsheuptbank  in  Berlin  nicht  mitgerechunet.

:)  Emschlielllich  eines  grölferen,  auf  einem  besonderen  Konto  geführten  Depositums,  welches  aber  für  dle
Berechnung  in  Spalte  10  auller  Betracht  geblieben  ist.

2.  Teil  1
        <pb n="250" />
        50

Noch  Tabelle  24

Gesamtergebnisse  im  Giroverkehrk
b)  Giroverkehr  der  Privaten  und  öffentlichen  Kassen  zusammen?

**  Auf  je  1  Mark  dles  durch-  Die  verein-Zahl
  der  lile  der  Gutlaben  Durch-  Durchschnittlichee  shniteischen  Cuchobenshmien
Konlen  m  Johresdurchuchnit  )  schnittliche  Höhe  durch  Uber-  Betrüge  ver-Jahrem
  Ende  Aeinschlielkich.  Gessamtumsäkze)  des  —t¾ies  des  Umsatzes.Gesamt-  pue  “v“  —
des  Uhertragungen)  pro  Konto  Dro  Konto  umsätze  Een  Lien  lüann  ·
Jah  fTres  #  4  »  Umwle  i
Mark  Mark  Aark  Aark  Mark  Mark
1  2  3  4  5  I#  7  8  #l
18966  12292  404  084  000  105  602  672  599  32874  8  591  171  261  213  2,75
1897  13205  402  588  000  115  307  64  16066  30  488  8  732  120  286  234  2,51
189813967  456  384  000  137  783  837  495  32676  9864  956  302  252  2,38
1899  14987  524  058  000  155  986  792  424  10  408  140  298  249  2,41
1900  15  847  512209  000  163  632  309  89132322  10  325  7599  319  266  2,25
1901117134  595  743  000  167  728  753  213334770  9789235282  234  2,56
19022  18030  575  882  000  169  216  219  11991940  9385  259  294  246  2,.45
1903  20  027  553  088  000  179  118  106  3427617  8943  831  324  269  2,22
1904  21221  534  182  000  194  547  620  90]  25  172  9167  693  364  303  1,98
190022  44%439  000  222  136  817  8856  C60  9905  767  380  321  1,89
1906  23  387  574  000  000  245  622  470  2311  24544  10  502  521  48  363  1,68
1907  23  965  577949  000  260  656  851  081124116  10  876  564  451  382  1,60
1908  24  821  648  489  000  269  946  25976626  127  10  875  721  416  358  1.73
19090  24835  721  863  000  295  025  465  26429066  11  879  423  409  359  1.76
191024982  648  207  000  314  172  687  77525947  12  575  962  485  46  1,49
1911247974  652  587  000  337842  693  53826131  13  527  777  518  456  1,39
1912  25  637  717  654  000  371  193  223  07627993  14  478  809  517  458  1,39
191326148  667  583  000  379  157  189  288  25531  14  500  428  568  505  1,27
1914  28  889911333902  000  464  834  413  50221  16  107  087  348  314  2,06
191529260  1795  546  000  831  978  695  5521  61365  28  433  995  463  435
1916/  31  1600  2472  CCL65  461  760  90  79361  34  193253  431  409  1,67
1917  318241  4253  509  000  21%%  52  956  286  396  382  1,81
1918  84  2256498  831  000  5  377  3  189  902  77592  690  409  397  1,76
1919  33  5699091  669  0004744  292  315  566  270  835  141  329  569  522  510  1,38
1920|35  22713  44  61  7083  303704  110  784  768  0,92
1921835  862|17  204  897  Ooo  16  712  491  110  394%9758  466  022  268399  %4
·  Milliarden  A
19224145  —  7951142  —  —  —  —  —
Billionen  M
1923  48537  —  37  906  640  517  —  —  —  —  —
«  »Ist  Kil-  M  »Ist  »Mi-  Mit
1924  46  380  816  820  000  433  498  727006  17611  9346  674  531  482  1.36

1)  Siche  Tabelle  20  Anm.  1.

„2)  Die  Umsätze  derjenigen  Staatskassen,  die  seiner  zeit  auf  besonderen  Konten  geführt  wurden  —  Reichshauptkosse.
  Preuliische  und  Badische  Generalstaatskasse  —,  sind  bis  zur  Umwandlung  dieser  Konten  in  Girokonten  (1896  bis
1898)  in  die  vorliegende  Ubersicht  nicht  mit  einbezogen.  ...,...

s)hzmsdihelilichderzurAxkszablttnganNicbtouteninhubek  einfzahltem  aber  noch  nicht  abgehobenen  Beträge.

!)  Summe  der  gesamten  Einnahmen  und  Ausgaben  im  Giroverkehr.

Errechnet  nach  der  Formel:  N:  360  (Tage)  =  Höhe  der  durchschnittlichen  Guthaben  (einschlielllich  der
schwebenden  Ubertragungen):  Gesamteinnahmoc.
        <pb n="251" />
        <pb n="252" />
        52

Tabelle  250

Gliederung  dler

Girobestände

nach  der  Höhe  der  einzelnen  Guthaben!

vom  23.  Juli  1014,

—

I  ri  vale

(einschl.  Guthaben  dlder  Kommunal-Staatliche


(Kassen  und  Behörden  des  RHeichs

Private  und  staatliche
Guthaben  zusammen

s  waren  vorhanden  lehürden)!  „  und  der  Hundessianten)  *-  #1n  7
geneen  *  .  Eis-Ess-Guthaben

  ’i  Betrag  8  Sthen  Betrag  s  Stück  Betrag  u#

Privoten  lichen  huben

Gut-  Cut-  zu-Mark

  baben  Mark  hoben  Nark.  sammen

1  +—  "  *  —  52  6  n

bis  .  .  .  .  500  M  803  213  462  0.  2453  275563  0256  489025  (r
von  501  bis  1  0002080  1  962  483  0.  602  444966%  282  2407449  2
1  001  .  5000  11  3944(  5,211187  28796540½  3.3
»  5001  10  0002383  é.RZ,  378  2854  8066%  2,1
10  001  .  50  000  2756  59032  133  6  X
50001.  100000  473  327512581  7,01  200  14010414  ze,s  673  46761672  5,6
100  001  „  1000000  409  104  584  57%  4  642  168  578  55520,
üler  000  000  „  51.  230  246  53448,  111½60  783  4599  71,8  62  491029993
Summe  203497  536  837  100,05  843363  388  O59  roco26  192833924  896  100,0

*  Ubersichten  über  die  ElliecFunt.  der  Girobestände  nach  der  Höhe  der  einzelnen  Guthaben  sind  veröffentlicht

Vorden  in  der  Jubiläumsdenkschrift  „Die  Reichsbank  1876  bis  1900“  Berlin  1901  S.  332  nach  dem  Stande  vom  7.  Mei

1900;

ferner  in  der  für  die  Bankenquete  1908  gefertigten  Reichsbank-Statistik  I  S.1  nach  dem  Stande  vom  31.  März  1908  und
in  dem  Tabellenwerk  „Die  Reichsbank  1870—19/10“  Berlin  1912  8.  112  nach  dem  Stande  vom  15.  Juni  1910.

2)  AusschlieBlich  der  „schwebenden  Uöbertregungen)  sowie  der  für  Zwecke  der  Zahlungsvermittlung  zwischen

den  einzelnen  Bankanstalten  dienenden  Asservaten-  un

Deponentenkonten.
        <pb n="253" />
        Gliederung  der  Girobestände
nach  der  Höhe  der  einzelnen  Guthaben)

vom  31.  Juli  19252)

53

Tabelle  256

Es  Waren  vorhunden

Privute

(einschl.  Guthaben  der  Siaatsbauken.
Sommunalbeberdeen.  u.  Besatzungskassen)

in  Pro-Staatliche



(Kassen  und  Behörden  des  Reichs
er  Liuder,  einschl.  Reichsund

  (#

bahn  und.  eichspos)

Private  und  staatliche
Guthaben  zusammen

in  Prolenien

  d.

Guthaben  ·  zenten  fnen  brireten

Stuck  BetragekNStück  Betrag  mien,  Stitck  Betrag  ¾  ZJ

#  brisen  Lchen  haben

Cul-  zu-—i

  haben  —  haben  —  sammen

1  2  1  5  *.  7  8  9  1
bis  zu  .  ..  500  AM  24  334  4531887  2,112698  247  629  1%0  ½27032  4779516  r
von  501  bis  1000  4382  311717111,44  311  17144  41  3428  3345  00
1001  „  5000  7299  170873128,  1046  2  656  46344400451  3,4
5001  „  10000d0  2089  14682  20  C0,  474  3  421  00%%„  2563  18103223  Z,

„  10001.  50000  .  12434  51303  165  24,2  699  152248161  1)  3133  66527  981  11
50001  „  100000  302220245787  0,32  8666  918  2,  434  28912705  5,6
100  001  „  1000000  1911  393077744  80  18594474  5,0  2711579022480%
über  1000000  „  10  82202  475  24320  027930  86,  34  382230  405  6,
Inmme  410411212  “477791  100,0  5572  369  150  407  100,  0  46  6135  62  1  L

Anmerkungen  siche  Tabelle  23  8.
        <pb n="254" />
        54

Tabelle  260

Gliederung  der  Girobestände

nach  den  Berufsklassen  der  Konteninhaber!)
vom  23.  Juli  1014

Zahl  der  KontenHöhe  der  Guthaben)urchschnitt-#
  liche  Höhe
Die  Konteninhaber  nach  Berufsklassen  arraisan  nsn  der  einzclnen
d#en  en  en  Guthaben
Sthet  Sumine  a  Mork  Suuune  n  Mork
—  r5r5I-]I]Iöö5  *
a)  Private  Guthaben
1.  Landwirtschaft  und  deren  Gewerbe  344  1,7  1654  763  60“4  4810
2.  Industrie  und  Gewere  7990  40,  S  97  195  432  2I,1  12  165
3.  Handel,  Transport-  und  Versicherungsgewererer
  6352  32,5  35  536  889  7,  5595
4.  Celd-  u.  Kreditwesen  (Banken,  Bankiers,
Celdgeschäfte  aller  Art,)
a)  Aktienbanken  1  107  5,6  246  094  523  53.5  222  308
b)  Sonstiee  2  738  14,0  75  348  983  16,4  27  520
5.  Sonstige  (Korporationen,  Stiftungen,
Privatpersonen  usw)  1  057  5.4  4  028  315  Kn  3  811
Summea#  19588  100%  45359  858  905  10  28  477
in  in
b)  Uffentliche  Guthaben  sn  E&amp;amp;
1.  Kassen  und  Behörden  des  Reichs  und
der  Bundesstaaten  5843  88,  363  388  059  07,r  62  192
2.  Kommunalbehörden  33)  761  11,5  10  677932  2,9  14  031
Summeb  04  100,0  374  065  991  100,0  56  642
Trosluen  Proanen
c)  Zusammenstellung  *  **
a)  Private  Gutboben  19588  7458  459#858  905  55,1  23  477
b)  Ollentliche  Guthaben  6604  25,2  374  065  991  44,9  56  642
Summeec  26192  100,0  833  924  896  100,0  31  839
Darunter  befanden  sich  Genossenschaften
aller  eeettt  890  3,3  18  406  564  1,6  15  064

1)  Ubersichten  über  die  Gliederung  der  Cirobestünde  nach  den  Berufsklasscn  der  Konteninhaber  sind  veröffentlicht
  worden  in  der  Jubiläumsdenkschrift  „Die  Reichsbank  1876  bis  1900“  Berlin  1901  S.  333  nach  dem  Standc  vom
7.  Mai  1900.  ferner  in  der  für  die  Zwede  der  Bankenquete  1908  angefertigten  Reichsbank-Statistik  I  S.  60  nach  dem
Stande,  *#-  30  März  1908  und  in  dem  Tabellenwerk  „Die  Keichsbank  1876—1910“  Berlin  1912  S.  113  nach  dem  Stande
vom  185.  Juni  1910.

2)  Ausschlielllich  der  „schwebenden  öbertresungen,  sowie  der  für  Zwedke  der  Zahlungsvermittlung  zwischen
den  einzelnen  Bankanstalten  dienenden  Asservaten-  und  Deponentenkonten.

s)  Die  Cuthaben  der  Kommunalbehörden  sind  in  den  Tabellen  25  à  und  2°  b  unter  den  „Privaten“  Guthaben
  enthalten,  weil  diesen  dort  die  „Staatlichen“  Guthaben  gegenübergestellt  sind.
        <pb n="255" />
        55

Gliederung  der  Cirobestände  Tabelle  266
nach  den  Berufsklassen  der  Konteninhaber'!)
vom  31.  Juli  1927
Zuhl  der  KontenHöhe  der  Guthaben:)urchschitt-Die

  Konieninhaber  nach  Berufsklussen

in
Prozenten

in
Prozenten

liche  Höhe
der  einzelnen

von  von  Guthaben
Stück  Summe  à  Aul.  Summe  a  K
4  E  ;  M
a)  Private  Guthaben
I.  Landwirtschaft  und  deren  Geuerbe  968  72,4  1  925  050  %  1989
2.  Industrie  und  Gewere  17  462  43  48802771  24,0
J.  Handel,  Transport-  und  Versicherungs-  2  795
gewerlerlrl  13  036  32,4  16  251  108  8,t  1247
4.  Geld-  u.  Kreditwesen  (Banken,  Bankiers,
Geldgeschäfte  aller  Art)
a)  Aktienbanken  2  160  5,4  42  006  599  st  19  447
b)  Sonstigaaass  5974  14,9  48  341  552  723,  8  092
5.  Sonstige  (Korporationen,  Stiftungen,
Privatpersonen  usw)  623  1,5  46  370  590  22,8  74:431
Summen  0223  100,0  203  697  670  100%  5  064
b)  Offentliche  Guthaben  —*  r&amp;amp;*
1I.  Kassen  und  Behörden  des  Reichs  und
der  Läindker  5572  8T,Ü  369  150  407  97,7  66251
2.  Kommunalbehörden)  818  12,8  8  780  121  2,  10  734
Summe  b  6390  100,  377930  528  100%  59  144
Prasianen  -
c)  Zusammenstellung  —*  W.
a)  Private  Guthahen  40223  86,3  203  697  670  35,0  5  064
b)  Offentliche  Guthabhen  6390  13,7  377  930  528  65,0  59  144
Summe  c  46613  100,0  581  628  198  100,0  12  478
Darunter  befanden  sich  Genossenschaften
allr  C  ..  .  .......  .....  ......  1784  Z,8  7  305  455  1,3  4095

Anmerkungen  siehe  Tabelle  20  a.
        <pb n="256" />
        56

Die  im  Giroverkehr  verabredeten  Minimalguthaben  im

Beträge  bis  1914  in  Tausend  Mark.

Nach  dem  Stande

—  —  —

—  —

Minimalguthaben

Uflentlichet)  Prirute  Insgesumt
r*Wi  jia  in  in  in  iu  in  in  ĩn
Betrag  ““  e  ***  Betrag  uuene  E*  ren  Beiras  ###  *
jSp.  io  Sp.  i13  Sp.  is  s#o.  S%  %Sn  16%  z
1  2  4  3  6  7  —  10  "1  12

31.  Dezember  .  1898  21  633  2344  71231  70,%  80,8,  92864  J  2160
7.  Mai  19000|  30551  25.:"066%  91264  —8.0,  121  815  23,*
7.  Juni  1802  88090  30,,  1%  232),  62%  17  18,0
15.  November  1904  27252  ,  272%  15:4  70  372  73:20,  97  624  18,,  8
15.  September  1906  29  4492  206  %32
31.  März  1908  35876  7  24o  0%  14,6  113811  70"“"  3„30o“  149  66  24,1  23,
15.  Juni  191093325  1  224%  114318  77.  440)  38,6  147  zz=15.
  Juni  1912  33  664  „„114  406  77.:O„B5,)48  100  200%
23.  Juli  1914  390789|„%%
31.  Juli  12652%4%%%  s  2949%  310281

—.——.

im  allgemeinen  nicht

1)  Die  Schwankungen  in  der  Höhe  der  AMlinimalguthaben  der  öffentlichen  Kassen
bunden  sind,  linden  ihre

.  .  ,  JlieaueimoMissdestbeslqtul
Atlas-uns(lsksa.dallluekqlsblinlmtslessllmboutlnseekisscstecutlmbca

sue-eenwokelctsis.wclchcsvomBesiauckesjahkessabiszumTagodekdukstcllvnkdatststislikstide

betreffenden

onio  verzeichnet  wurde.
2)  Der  Hückgane  der  Minimalgulhaben  der  Privaten  im
Bankhauses  M.  A.

ahre  1902  ist  vornehmlich  dlurch  ili#.  AulIlÖ  les
von  Rothschild  &amp;amp;  Söhne  in  Frankfurt  (M.)  o,  Jare  worden.  wich  duren  i  libunk  ele
        <pb n="257" />
        Verhältnis  zu  den  tatsächlich  vorhandenen  Girobeständen

für  1025  in  Tausend  Rcichsmark

57

Tubelle  27

Die  talsächlich  vorhandenen
Girobestünde

Guthaben  auf  den

—

—

Girobestünche  im  Jahresdurchschnitt

Guthaben  aul  den

————....

Konten  i“  J  Inskesamt  Jahr  77  va  #  Insgesumt
UlfentlicuecPrirate  tragungen  UOllentliche  Prirateeragungen
Betrag  Betrag  Betrag  Retrug  Hetragz  Betrag  Betrag  Betrag
14  14  1  IS  17  J

93  767  237  021  99642  430  430  1898  154  643°))250  081·)  69239  478  908
147  966  240  009  86  966  474  961  1900  178  533  250  069  83  607  512200
265  512  279  066  72  822  617  430  1902  203  384  284  131  88  367  575  882
178708  218  461  135  844  533  013  1904  174  863  261  621  97  696  534  182
219  177  287  770  145  995  652  942  1906  180  244  276  961  116  795  574000
180  0664  260  308  179714  620  086  1908  246  540  285  808  116  646  648  489
303  291  259823  127  691  690  805  1910  235  072  294  335  118  800  648  207
318  240  284  418  152  610  755  268  1912  255  243  320  576  141  835  717  654
374  066  461  586  107  936  948  588  1914  540  993  589  348  203  566  1  333902
37931  208  698  118  058  699  687

5)  *r  dieser  Zifler  sind  die  Durchschnitiszisfern  uul  den  noch  bis  zum  #0.  April  und  S1.  Juli  besondlern  gelükrien
Konlten  der  Reichshauptkasse  und  der  Badischen  Cencralstautskosse  mit  enthalten.

Einschliclllich  eines
à3)  Der  Rückganx  der

rölleren  auf  einem  besouderen  Konio  gelührien  Depositums.
ifsern  im  Jahre  1023  ist  eine  olge  der  Heralsetzung  der  Mindestguthuhen.
        <pb n="258" />
        58

Tabelle  26

Anweisungen  und  Wiederauszahlungen

Zur  Wiedlerauszahlung:)  bei  underen  Bunkunstulten  wurden  angewicsen  Unerledigt  als

gebührenfrei  kegen  Gebühren  insgesamt  Lrhobene  Bestand  ain

Jahr  CcbührenTDVah  resschlutz
Stück  Betrug  Stück  Betrag  Stüdk  Betrag  verblichen
Nark  T.  Mark  I.  Mark  bi.  Murk  L  Alark  Pl.
„  „5  —1  „T  b  —  *2#  .
1876  5983,  66  148  036  54  11433  130  125  429  62  17  416  196273  466  16  26  438  251  1394127  86
1881  1660  14261  27473  4709  35  463  506  2116369  49  724  78094444  28
18861513  11242  93356  023  34  208  219  1465536  45  451  1530743785  221  —
18911736  45  488  686  43  904  33  934  982  16  5640  79  423  668  587B1197  2301  490  83
1896  4671  187  493  368952  811  35  220  126  47482  222  713  495  371  7207  6H  65
19001526  32944  184788  984  25  039  495614  57  983  679  195  170  45
1901  1317  21  871  83567  1981  ß  31  435  09433298  58  306  930  J44  352  336  80
1900012#  9333  209691675  28  288  07195587  37  621  2816646  9|2  4
1903864  8  098  49811648  31  836212252512  3993471038412  03  282  543  29
190441  8  924069600  28363  728  661  2708  37287798266937557  493  775  98
1905791.  12  115  612  431709  30  660  75619992  500  42  776  36946422  32  99  805  84
1906/1007  16  110  599  4111782  27  498  637,.57  2789  43609  2369885557  65  100  900  8#2
1907|1074.  18  203  280  51  1711  25  897  646232785  441009267445392|17  194  547  34
1908  1  298.  11  307  960  01  1859  35  560  468  247  46  868  428  23  7  180  05  96  440|7
1909  1199  9  020  82|48  845  27059  978803044  36080  81113565579  131  490  98
19101437  10  144  065  521547  26  977922  6552984  371219881404  59  17029
1911116999  73590111111594  24078  44403298  31  437  455205046  5144
191223214  9507  136  87  1483  243741820904  33  881  31896  50771#
19132443)  10  131713951256  18474  523653699  28  606  237  601  4911  76  200  9548
19144  718,  76  736  794592667  31  015  0451337385  107  751  839  72  6  821  85  615  8215
1915  4637  144  1891806  10  1403  26  359  64236040  170  551  548  4534470  4111  960|7
1916  3  431  295  567  89723  993  31  558  654  431  4424  327  126  551664  262280
1917|1027  46  470  400  82  966  4750267805  931973  07  N  23  62840
1918  1  305%  40  185  328  04  888  43  333  3014902193  7  85  518  629  34920770  226  25964
1919  1104  55  798  893  3112112  90  661  0131133216  146  459  906  4487  26  603  40
1920  447  129  421  572  8.22291  212  903  860172738  342  325  43301164  514  03  31  363  40
19211%%4  32  475  200  351529  230  328  640921783  262  803  841  27|171  588  01  53977240
1922  344  644250  9240  1719  859  039  856  202003  |1  503  290  781  12  581  80989686340
Billionen  NI  Billionen  M
1923  —  —  —  —  —  —  4288  75239  259  51  926  028—
-  T  TI

1924  —  —  —  —  —  617  11  621  199  |19  1  05874  –  —-1)

  Das  sind  sowohl  dic  Betrüge  der  von  der  Bank  austelertigten  und  den  Einzahlern  übergebenen  Anweisungen
(der  sogen.  Bankanweisungen)  wic  auch  die  gegen  einfache  Qnittung  emplangenen  Einzahlungen  zur  Wiederauszahlung.
        <pb n="259" />
        Unverzinsliche  Depositengelder

59

Tabelle  29

—  —  —

Zugang  Abgang  Bestand
Jahr  durch  Einzahlungen  durch  Rückzahlungen  am  Jahresschluli
.  Mark  Kl.  Alurk  ri.  Mark  k.
„  L.  k
1876  5749  320  –  4793  547  85  1  164  171  77
1881  4940  004  86  4731  144  89  751  371  —
1886  10  688  389  –  10  278  639  36  947  208  02
1891  15  543  551  40  15  320  265  —  1060  459  88
1896  8  854  655  —  9171  568  11  494  456  59
1900  5  162  940  —  5  247  550  —  319  881  59
1901  7909  350  —  7  476  470  —  752  761  59
1902  6638  680  —  6927  150  —  464  291  59
1903  7144  575  —  7222  845  –  386  021  59
1904  8702  063  —  8  656  573  —  431  511  59
1905  12  044  321  01  11  654  461  01  821  371  59
1906  14  139  977  —  13  847  167  —  1  114  181  59
1907  10  642  475  —  10  945  255  —  811  401  59
1908  3299  400  —  3  607  470  —  503  331  59
1909  1536  523  —  1594  733  —  445  121  59
1910  400  040  —  362  551  19  482  610  40
1911  1  932  370  —  1860  209  50  554  770  90
1912  382  800  —  544  800  50  392  770  40
1913  344  560  –  351  380  —  385  950  40
1914  8  783  247  40  4237574  46  4931  623  34
1915  11  166  570  15  5519  206  33  10  578  987  16
1916  13  625  858  15  5976344  68  18  228  500  63
1917  4488  464  50  21  655  186  51  1  061  778  62
1918  819  688  64  1  130  342  94  751  124  32
1919  572  842  05  813  034  68  510  931  69
1920  621  631  65  317  215  99  815  347  35
1921  281  450  14  747  307  92  349  489  57
1922  768  917  45  584  347  40  534  059  62
1923  140  400  —  562  388  37  112  071  25
1924  —  —  —  —  —  —

1)  Die  Annahme  unverzinslicher  Depositengelder  sowie  auch  die  Annahme  von  Cirogeldern
bank  unbeschränkt  gestattet,  die  jenige  von  verzinslichen  Depositen  dag  14.  3.
den  Betrag  des  Grundkapitals  und  des  Reservefonds  beschrünkt;  nach
Depositengelder  nicht  mehr  angenommen.

w"

en  war  nach

G.  v.  14

war  der  Reichs-75

  913  Abs.  7  auf

G.  v.  30.  S.  24  521  Abs.  7  werden  verzinsliche

Seit  dem  1.  Juni  1879  fand  eine  Verzinsung  von  Depositengeldern  nicht  mehr  statt.
Die  Bestände  un  unverzinslichen  Depositengeldern  bilden  mit  den  Giroguthaben  usw.  die  in  den  Wochenausweisen
  erscheinenden  „Sonstigen  täglich  fälligen  Verbindlichkeiten“.
Der  bei  Beginn  des  Jahres  1924  vorhandene  Markhestand  der  Depositengelder  ist  seiner  völligen  Entwertung
wegen  abgebucht  worden.
        <pb n="260" />
        60

Tabelle  30
Cesamtumsätze  der  deutschen  Abrechnungsstellen!y
Der  Einlielerungen  Von  eiien  Einlielerungen  Wureicn  KAubhl  lcr
Aurch  Teil-  Ab-Jnhr
  durch-  auf  an  rechnnuts-Stückzuhl
  Summi.  stuünittliche  Cirokonto  t“  «  acn
Gröste  gutgeschrieben  Linlieiniaxen)  am  Juhresschlull
1  2  r  1  5  li  7  6.
Tausend  A  Tausend  Al  Tausen  M
18832è  149  550  887  547  5.930  —  85  7
1884  1  979  012  12  130  196  6.130  3  121  843  744  112  9
1885  2  085  449  12  554  444  6.020  3269  911  73,  112  9
1886  2  205  563  13  356  482  6.060  3  516  518  737  110  9
1887  2  334  307  14  207  193  6.090  3  430  354  75.p  108  9
1888  2  500  183  15  514  563  6.210  3  676  869  70,)  107  9
1889  2  709  770  18  048  962  6.660  4351  340  75.0  116  9
1890  2  825  314  17  991  301  6.370  4162  441  70,  116  9
1891  2  895  245  17  663274  6.100  4323  731  75,  117  9
1892  2  989  835  16  762  791  5.610  4148  968  75,  118  9
1893  3  164  308  18  122  616  5.730  4385  443  75.  117  10
1894  3  330  874  18  233  038  5.470  4  400  330  75,9  115  10
1895  3  633  426  21  121  262  5.810  4  803  784  77:  115  10
1896  3889778  22  720  177  5.840  5246  923  76,0  115  10
1897  4073  632  24  016  725  5.890  5  453  371  77.7  116  10
1898  4  490  303  27  975  278  6.230  7127  921  74,5  124  10
1899  4897  154  30  237  664  6.180  7599  797  7,  128  10
1900  5  186  237  29  472744  5,680  6  533  468  77  126  10
1901  5  409  985  28  922  035  5.350  6250  803  78,w  126  10
1902  5  791  908  29  969  050  5.170  6  544  680  78,  135  11
1003  6  303  359  31  136  532  4.940  6236714  80  136  11
1904  6664  638  32  635  273  4,  900  6  980  494  78,6  132  11
1905  7  341  995  37  602  901  5.120  8543  437  77  137  12
1906  8  177  404  42  036  098  5.140  9  404  708  77.6  149  13
1907  9183  997  45  313  106  4.930  8966  382  8o,  160  14
1908  10  531  271  45  960  854  4.360  9869  551  78,  198  17
19090  111911561  51  47  462  4320  11  633  973  774  221  20
191059  54  341  811  4,360  11  956  663  78,=  222  20
1911  13  471  426  6  015  295  4.  680  14  407  181  777  242  21
191114942884  72543  573  4  50  16  668  339  77,°  257  23
19115589659  73634  205  4.723  16  688  865  778  270  24
191413702521  6b  644  835  4,864  17  595  088  73,6  292  27
1915  9  996  675  58  106  093  5,813  20  531  059  04,—  268  27
1916  9858  378  67  515  263  6.849  21  731  585  67,8  261  27
191111082358  93  185  776  8.408  37834  813  590.  295  28
1918  11  868  999  119  309  516  10.052  57  183  317  52,  343  30
191916661  291  182  676  808  10.964  61  174  501  66,5  386  34
1920  22464  365  695  776  164  30.972  276  958  050  00,5  464  36
1921  27  357  134  1  072  118  370  39.189  332  291  523  00,,  518  37
1922  38641  325  6  367  751  959  164.791  1  109  020  664  82,6  546  40
Billionen  M  Billionen  MI  Billionen  Al
1923  49  14  305  2  397  746  447  48.721  677  372  063  71.  599  44
Tausend  L  TIn#send  27  auscud  #/
1924  18  694  169  31  462  937  1.683  8868  567  71,8  698  51

*  Vgl.  hierzu  dic  seit  1908  ulljährlich  von  der  Statistischen  Abteilung  der  Reichsbank  er  «
Abrechnungsstellc  Berlin  herausgegebenen  Berichte,  die  eingehende  Eriäuternsgen  zu  ocnsgahle  ah  uerenlosenus  ler
2)  Nur  für  den  Monat  Dezember,  für  den  Angaben  cler  Spalten  5  und  0  nicht  vorliegen.
        <pb n="261" />
        61

Noch  Tabelle  30

Verzeichnis  der  deutschen  Abrechnungsstellen

mit  Lräöffnungstag

de.  ame  röllnet  Isde.  Name  erölklne:n
Nr.  am  Xr.  am
1  2  L  1  2  II
l  Berlin............  2.  4.  1883  28  Hamburg  .  .  .  .  .  .  .  ..  24.  7.  1883
2  KAachen  2.  1.  1923  29  Hannorer  24.  3.  1908
3  Augsbuoc  18.  2.  1914  3  Karlerüuhe  15.  1.  1909
4  Barmen  17.  10.  1918  31  Kie  16.  5.  1919
5  Bieleslil  1.  5.1924  32  Köhh  22.  5.1883
6  Bohr  1.  9.  1924  33  Königsbergtt)  24.  3.  1914
7  Braunschweiz  18.  11.  1907  34  Leipzig  ..  .  .  .  .  .  .  .  ..  25.  6.  1883
8  Bremen  7.  4.  1884  35  Magdeburg)  15.  11.  1912
9  Bresaun  1.  3.  1884  36  Mainzggg-  8.  10.  1920
10  Cassel  24.  9.  1918  37  Mannheim  .  .  .  .  ..  ...  24.  6.  1908
11  Chemnitz  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  1.  9.  1902  38  Mülheim  (Kuhr)  2.  11.  1922
12  Crefeld  .  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  1.  7.  1924  39  Miinchen  .  .  .  .  .  .  .  ...  11.  6.  1906
13  Danzig)  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  12.  6.  1917  40  M.  Gladbach  .  .  .  .  .  .  ..  2.  1.1923
14  Darmstact  8.  11.1924  41  Münster  ..  .  .  .  .  .  ...  3.  5.  1920
15  Dortmunle  2.  1.  1905  42  Nürnbtegee  9.  4.  1908
16  Dreshen  10.  7.1883  43  Osnabrick  7.  4.  1924
17  Duisburg  .  .  .  .  .  .  .  ...  16.  1.  1924  44  Pforzheim  ..  .  .  .  .  ...  17.  10.  1922
18  Düsseldkklk  1.  4.  1909  45  l’llaerren  1.  12.  1919
19  Elberselllll  8.  3.  1893  46  bPose:  n::  28.  2.  1914
20  Erfurt  .  .  .  .  ..  .  .  .  ...  14.  10.  1919  47  Remscheielel  10.  11.  1919
21  Esen  26.  10.  1909  48  Stettin  13.  4.  1920
22  Flensburg.  .  .  .  .  .  .  ...  15.  5.  1924  49  Strasthurg  (Els.))  17.  6.  1912
28  Frankfurt  (Wain)  23.  4.  1883  50  Stuttgart  15.  5.1883
24  Gelsenkircden  1.  10.  1922  51  Ulm  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  ...  1.  8.1928
25  Görli--  6.  10.  1924  52  Wiesbadenttt  1.  12.  1913
26  Hagen  6.  10.  1923  53  Würzhuig  3.  1.1921
27  Halle  24.  4.  1911  54  Zwickau  .  .  .  .  .  .  .  ...  15.  6.  1919

1)  Betrieb  am  24.

11.  1923  eingestellt.

)  5.  8.  1914  ;  am  8.  .  1917
4  5.  8.  1914  .  2.1.  1917
1.  7.  1919
*)  1.  8.  1914
5iäj  6.  8.  1914  .1.9.  1918

wieder  eröffnet.
        <pb n="262" />
        <pb n="263" />
        63

Tabelle  J1
Allgemeine  Ubersicht  über  das  gesamte  Wech  selankausgeschütt  )
Anlagen  Ankunuf  Gewinn)
im  Lahres-  alren  höchste  niedrigste  am  Ende  des  Jahres  in  liulurch-
  der  ge-  2enten
Jahrnitt  i  des  gr-½
  *  „  .„  Stück  Betrag  Beirag  W
Betrag  ki  *  Dalun  Betrag  Datam  Betrag  Stück  Betrag  #
bernn  3  ¾  Winns
Aork  len  ork  Mork  Murk  s—————.—
6„  ––  51  **D&amp;amp;Gö7!  „eDa  ½„
1l  55bf„  |  .  ks  I  j
1876402  909  000|  88,  7.  7.  473  175  000  15.3.3  984  000  259  151]  446  333  002  2  563  891.  4  140  465  270  19609  898  38  83,
18811345  726  000  81,3  31.  12.  451  580  000  15.3.  558  000  257  172  451  964  3952  308  510r  9  718  469  480.90011  583  366,.211#1%4A
1886897  O76  000  8r  31.12  546  090  000  15.3|  318  599  000  266  565546  470  3612  188  40  3  664  359  665———  10  932  65933368,
18911525810  000  S2,  15.5.  624  987  ooo  23.2.  446  052  000  SO9  572  023  21  183  5  492  195  8541520  265  81654
1896  646  304  000.|  85,  30.9.  799  507  000/15.2.  500  938  000,80  9991791  050  0728  60  251  6  288  793  254361  22  156  2587222
1900  800  180  000|88,  F.1  .12.  1  088  321  ooo  23.2.  680  788  000  552  409/1  089  190  8554  437  4068  763  575  6223861  42  597  66777|82,
190]845  350  000|]8TIO  30.  9.  1  065  759  000  23.2.  675  029  000  508  52099  277  0014  538  197  8  749  146  526  7335  006  66111%,
1902  775  50200084,  pr.  12.  1026  225  000  7.  3.701  980  000  531  769,1  027  082  95914  388  4407617  957  680094  25943  989126%
190945  737  000|  S4  27  .12.  1  138  434  000  7.  3.  6609  555  000  «  56339711395607954653  47  8  739  324  90110%  32  50  610|39  75,
19044823  354  00]83„  T  31.3.  1  093  485  ooo  23.2.  732  718  000  532  07211  011  477  5204  680  972|8  553  578  O054  20%  619  %0%
19059  816  000  83,6  30.  9.  1343217  000  15.2.  661317  000  583  4421228  614  208  4  782  175  736  3429639  140191
19064989  445  000  83,1  29.  9.  1  396  038  000|  15.2,  774  358  000  585  230|1  340  802  296  5  065  49110  505  608  339/51  49  110  307/77170“
19071104  537  000.848  31.  12.  1  493  593  ooo  15.  2.  863  911  000  610  557|1  495  806  536  5  432  57712  150  410  18283  966  068|931
1908s4%  7.  1.  1286  O  23.  11.  815  124  000  560  216|1  161  152  232  5  175  968  10  105  064  091001  48  459  325174%
1909  918  894000  30.9.  1  304  093  000  23.2,  723045  000  590  670|/1  240  003  6415  128  005  10  358  717  726  5  34  096  570108  63,8
1910094  446  OO2,  130.9.  1534  408  000  15.2,  743  026  000  599  4351  329  984  185  5  311  843  11  691  113  68161  42  581  900|07
191%  12  1  7  646  OOo  2  2.831  362  000  70  3  020/1  799  286  875  5  490  658.  1  29  20%
1911238  325  000  %  31.12.  2  081  072  000  23.2.  974  175  000  699  263/2  036  915  9635  726  311)  13  479  897  622|34  50  001  777/708./
19131135  986  000|80,,  7.  1.  1  731  921  oon2.  11.  846  495  000/  567  90311  497  860  282  5  514  982  12  572  586  230/388220  128.37  Bi,-19141
  425  653  0060,  15.  8.  2979984  ooo  23.7.  750  892  000)  409  439|1  202  780  8694  925  361/12  379  034  722|32  —  —  —
1915676  977000%%  7.  1.  1129  148  00  7.  9.  490  261  000  140  353586  002  180  2  048  2  5  370  487  866|19  –  —  —
191600711  369  000/10  29.4.  804640  ood  23.  1.542  859  000  86  172729  033  85811210  480  5  439  264  783872  –  —  —
1917  446  824  O000  4=  6.  1.  689  684  000  30.11.977  o00  1  40  2000821  511  605626  606  3  589  937  839/|93  —  —  —
19181  274  134  0001  1,6  31.  1.  436  178.  ooo  7.10217  903  000  25  010  274  351  9371854  512  473  798  170r59  —-—  —  —
19199282  251  00%  15.  12.  525  940  *  15.5.  198  110  000  32  750846  996  384378  268  321  559  868|46  ——  —
1920/8  887  889  000  S,  23.6.6  049  876  00  15.1.  395  775  000  30  343|3  461  751  658954  349|83  O69  816  15848  —  —  —
19211730  549  00%  1.  2  963  438  *  7.11.  755  207  000  389  0021  549  307  230|1028  173  31  874  617  75861  —  —  —
#  AMlilliarden  M  3„  «  Millinnlmshl  NIIIqurtlcssU
1822  —  —  31.12.  222,2  23.3.  1491  134  000  27900  411,8  2880  2  1  139,8  —  —  —
Trillionen  M  D  »  Misliarden  M.  Trillionen  M  |#  Tillionen  N
1923  —  —  7.12.  9394,.2  6.  1.  3  435,6  —  334,2  —  1724,3  –  —
*#  «  «ie.,3.-t«  we  .-»-  .--.»..i
19241747065000w,9-311  12339682ooosi  I3560270009I1021  25610001468329  Ia  621206P05813430121615447282338730J
.  .

1)  Hierin  sind  sämtlichc  diskontierte  Wechsel,  einschl.  der  Auslandswechsel,  mit  Ausnuhme  jedoch  der
sogenannten  Auftragswechsel  entbalten.  Vom  Jahre  1910  ab  sind  in  die  obigen  Ziffern  die  Schecks  mit  einbezogen.
deren  Ankauf  auf  Grund  der  Bankgcsetznovelle  vom  1.  Juni  1909  aufgenommen  worden  ist.

2)  Jahresdurchschnitt,  höchster  und  niedrigster  Betrag  nach  den  Wochenausweisen,  Bestand  am  Ende  des
Jahres  nach  der  Bilanz  vom  31.  Dezember.

)  Einschliellich  der  Zinsen  auf  Guthaben  bei  den  Korrespondenten.
        <pb n="264" />
        Ankaul  von

Aulage  Ankaul!

im  Juhres-  iu  No.  höchsie  nie  drigsie-  am  Ende  des  Jahres  f  idlurchschnitt
  Wi-  ê  S
Jahr  —  D  *
Belrag  Du-  Betrag  Da-  Betrag  Stück  Betrag  Stüchk  Belrag  —
iIium  tum  i  ½
lalandse.  veck.

M#  wochel  —  Vort  ——  Alur#.  *

1  L  3  4  5  L  7  6  6  —  10  u  .  12

si  -
187617384100043,31531.10.202189000,;23.3.148759000835541977291405310511107181M2as
188114973800044.3!330.9.1m7790mizæ.5.13035900082252175738791498497108212523029,--188617570200046,-;31.12.24o7soooos-28.3.1501210001191174240760114478883117698288333,-


189635674400055«s530.9.43440800053152278821000gz17302941899632210211322491338049W
190043503500056,z;31.12.5388190001523.2.saIioIooostsmssssIgoioieasM322092014437,.
190147616200058,-!530.9.602792000JJ23.2.38164700052003245545066721320550327664298338,-190248838300062,-5E31.12j574142000·-k7.2.43363500093218647574141824129972930688200594-,-

  jssoa  ossssioooxxgaz41611300037230187615064586141060235002975804q9
190449828000062,2H31.3.596861000;23.2.457434ij216708551057305142728334327842854s.»
19055647o7oooo4,-Hao.9.7638300005515.2.424156000;;241459689984437150006138526663874z..
190661320100064,8j529.9.8024530003315.2.49736900024968678100216015829274360472150429
1907681187000o4.-z331.12.888721000-323.2.545321000z2499768887212931661009499727610642,-190857699800064,,g77.1.808866000454245928500022200625499758671535583411695294542,s

190947750400058,sss30.9.8237880003152392335000x23142359128180915255273813792367390
1910480817oooz(3,37sso.9.705882000-:15.2.8612870002825036019906381558399406519374237.-t91152008200036.sz330.9.8864440009323237941600092581018789678971609405450048005439.s

1912834069000Iz-Z;31.12.1049713000»z23.6.490236000H26150410497134541s67554051775711154o,-191358141000030.«7.1.92414100071542406854000932020006437922001519945468049672439,«

191474956700056.-55223.1582189000«23.6.8659610005320155967764262212419174825832279-.-1915400318000(«,-7.1.633413000-323.12.28869800058050295877887440224209817497939.s

19183117160004z,«z22.4.4issssooojz7.a.259529000135481287100070246-911170679167432,«
19172361690005s).«xx31.5.269883000j315.11.2054040mj.18991214914468127894119750138038.s
191816917500076.s7.1.WZÆM7.10.150719Mj-120W1555853296588281879916039.s
191912117100065.7;15.2.Isoxolooozjza95396000x—92811479800274467678976012628p
19201969800005209321.52488240003321.148775000762620059474052184149106811715.s
192124869400049.s«s31.12-451858000ij28.2.177612000I912445185329062456209028837ow
;  Milllarden  AM  Milliarden  àl  Mllarden  M
1922  —  30.12.,  160,85  7.11436  938  000  79115  160)85  288  593  2247  30%
Trlllionen  s  Milliarden  N  Trillionen  Al  Tulllanen  M
1923  —  7.  121  1738,6  6.11  166,9  —  143,9  —  6441  433
LM  #  —  #.  &amp;amp;X

1824  847  796  000  14.6.  H.0  833  000  7.1.1  6s  0O00  315  489  598  211  6620  2  8  884  318  060  49

*  Des  eind  die  Wechsel,  die  in  dem
Jahre  1910  ab  sind  in  die  Zillern  der  Spalten  2
14  und  15  enthaltenen  Angaben  berelzen  sich

nur  auf

Wecheel.

2  bis  9  und  13  die  sogenannten  Aufschubwechsel  mitenthalten.

s  mit  einbezogen;
In  den  Jahren  1914  bis  1919  elnd  in  den  Spalten

eicher  Bankbezirke  zahlbar  sind,  in  dem  sie  angekauft  werden;  vom
is  13  und  16  bis  20  Scheck

die  in  den  Spalien
        <pb n="265" />
        65

Tabelle  32
Platzwechseln!)
#  ç  Angekoufe  Vom  Hauptschuldner  bei  Verkfall
Zinstgewinn  *7*  --  ¾  ark  nicht  eingelöste  Wechsel)
in  —  in  E——*  n  in  *  Jahr
der  Sillckzah  33  aller  lroge  aller
*Fau  x  de
Marsk  (5p.  10)  Tietzwechnel  und  weniger  Mark  PTiatzwerhecl
13  14  1#  1  14  1  2  41
7183  894  –  —  —  —  —  —  —  1876
6184  886  —  —  —  —  —  —  1881
4808774  —  —  —  —  —  —  1886
10  201  182  48  830  5,7  —  ---  —  —  —  1891
12  085  235  4  443  4%  28618  2,87  3652  17  121  841  .en  1896
23525221  58  260  4,5  35  084  2,71  4342  2  299  362  0,69  1900
19  494  183  63  373  4%  35  975  2,75  4915  25  206  691  #.v  s  1901
15  334  799  72348  5“  30  44  2,#  4949  15  717  001  o,  52  1902
19  197224  82  079  5,8  31  685  27  5089  16  177  488  -  1903
20  298  599  86275  6,0  35  765  2,51  5  417  19  974  953  Ont  1904
20  441  389  89  786  G,o  33268  2,37  5481  16  689  174  -  1905
30  344  732  911934  T  35  363  2,34  5  672  18757  957  K4%  1906
39  408  364  90  068  54  38  334  2,36  5  701  21  403  621  Kunt  1907
29945  070  91  585  6,0  38  373  277  6126  22  509  751  oO,  54  1908
17  921  350  101  483  6,  88  267  2,1  6  431  18  351  312  %  1909
20  473  617  99768  6.#  31  996  2,07  6231  15  384  052  K/  a  1910
22  283  767  102  323  6  31556  2,00  6  111  14921  891  0,  36  1911
30  302  582  107  052  6“4  34  861  2,  10  6  466  19  567510  ·%  1912
34349  587  106  800  7,0  84  118  2,17  7005  17  557  314  0,  38  1913
87  887  989  92294  7.  37128  2,83  7  oog  24  266  421  0,5  1914
22  673  066  35.202  8,0  12  927  2,  62  2575  7389  410  O,  ai  1915
15  526  565  18721  7,6  2.524  O%  907  1542  671  O-e  1916
11  738  532  8210  6  1021  o,7-  502  471  801  R  1917
8396  709  3257  45  483  0,60  202  546  874  R  1918
6  006  065  1296  2,  329  0,70  102  537  086  0,o7  1919
9839  349  392  0,  8  498  o,  ↄ5  37  4088  568  0,  a29  1920
12  378  571  —  —  901  1%  —  8  818  468  %%  1921
1  838  530  016  —  —  1277  0,61  —  216  206  279  —  1922
–  —  —  —  —  —  —  —  1928
T  —

87237  178  —  51  418  Z,15  —  94554  654  *P5  1924

2)  Erst  seit  1889  besonders  notierl.

5)  Das  sind  alle  dieisißen  Platzwechsel  und  Schedes,  bei  denen  Zahlung  seitens  des  Hauptschuldners  nicht
zu  crlangen  war  und  deshalb  Indossanten,  Aussteller  oder  lntervenienten  in  Anspruch  genommen  werden  muhten.
Für  die  Zeit  vor  199  sind  Angaben  hierber  nicht  vorhanden.

2Tell  3
        <pb n="266" />
        66

Taher

im  Jahres--dlurchschnitt


Belrag

Mark
.

in  Prozenten



ec#.
lunh--##bnit-—

lieben

Anlage#ss

aller

lnlandts-Hu-




werlurl:

höchste

Da-BRelrag

  tum

5  6

niodlrigste

Betrug

Mark

7

am  Ende  des  Jahres

Stück

Betrag

Ankauf  von

Stück

Ankau!

Betrug

Mark
11

—

anstalt  zahlbar  sind.
einbezogen;  di

227  397  000
188  512  000
204  413  000
255  475  000
286  807  000
338  392  000

342242  000

284  386  000
316  608  000
302  862  000
311  016  000
333  000  000
378  889  000
319  850  000
334  151  000
372  881  000
395  274  000
475  392  000
449  123  000
587  080  000
254  516  000
377  326  000
162  062  000

52  469  000

63  183  000
192  629  000
252  984  000

44
766  602  000

47,5

30.9.
30.9.
31.12.
7.1.
7.8.
7T.
7.10.
62.1.
7.1.

a  31.12.

31.12.
31.12.

30.12.
7.12.
31.12.

273  535  000  15.3.
258  685  000  15.3.
282  589  000  15.3.
307  816  Ooo  7.9.
369  18  000  15.2.
475  406  000  23.8.
480  205  000  15.2.
405  648  000  7.8.
480  203  000  23.2.
476  965  000  23.8.
541  195  000  15.2.
546  338  000  15.2.
581  305  000  15.2.
487  464  000  23.11.
564  678  000  15.2.
652  197  000  15.2.
781  897  000  15.2.
947  103.000  23.8.
779  504  000  22.11.
1  396  411  000  235.
42  594  000  23.9.
484  598  000  7.1.
391  435  000  31.12.
74  306  000  7.10.
131  402  000  6.9.
259  176  000  15.1.
470  375  000  15.3.
Millianen  l#
250,27  23.1.

Teillionen  M

215.6
T
1  281  648  000  7.1.

6.1.

188  843  000
142  731.000
154  416  000
221  810  000
219  460  000
277  485  000
265  489  000
242  162  000
233579  000
240  111  000
211  698  000
241  017  000
264  696  000
259  022  000
235  003  000
251  887  000
254  931  000
315  859  000
298  728  000
258  764  000
176  375  000
252  871  000

80  556  000

39  534  000

42  362  000
107  006  000
179  115  000

441  398  000
Alliarden  M

2544
**4
110  401  000

175258
173609
173  678
231  526
307  503
361  337
305  291

310  854
320  503
312  823
338  436
331972
358  467
334  084
353  602

359.221

438  230

433  791
358  518
206  625
81  399
49903
20  024
11  334
20  023
18  815
26  954

188  442

681  311

247  124  433
258  684  766
282  588  599
274  999  579
369  512  682
45  406  271
400  808  819
399  710  303
480  203  266
44  759  787
485  321  622
49  611  007
581  304  706
482  026  511
528  715  525
565  711  026
778  036  556
947  102  740
713  822  254
496  820  495
270  345  659
421  278  656
80  555  912
55  062  007
131  401  820
259  176  208
470  3974  542
Mälliamlen  M
250.27
Trilliuuru  M

117.8
LT
126.  648  282

2  028  463
1  807  351
1  697  611
2  462316
2  564  831
3128  193
3  194  790
9  064  281
3216  866
3  237  064
3249  017
3  464  896
3  732  085
3  590  876
3  543  721
3  679878
3  798  956
3  960  019
3  892  042
3618  556
1  608  571

948  810

464  620

237  973

286  014

611  988

813  058

2  045  375

5160  205

3  015  650  331

2579  704  151
2382  156  700
3576842  445
3  743  033  730
5  330  904  047
5  303  411  620

4368  721  840
5  064  024  021
4944  555  940  5
5  094  040  151  5

5  853  283  339

6  885  014  885  5

5  503  480  522
5  955  554  547
6  778  416  214
6  807  362  491

7497722  119

7109  576  847

7  038  950  O40  50

3261  054  828

3559  899  939
1  949  951  863
1  250  828  988
1  901  409  401
8354  299  345
11947  838  013
Millisen  M
523.3
Tillionen  A

843.8

4“4
8944  623  790  5

1)  Dus  sind  die  Wechsel.  welche  an  einem  Bankplatz  anerhalb  des  Bankbezieke  s-Vom
  Jahre  1910  ah  sind  in  die  Zllern  der  Spalten  1#  15  und  4r  zikanseen  Banz

⁊)  Erst  scit  1880  besonders  notierl.

dic  in  den  Spallen  14  und  15  entbaltlenen  Angaben  beziehen  sich  n  ur  auf  Wechscl.
        <pb n="267" />
        67

Tebelle
lwechseln
Versandwechseln!)
*  %Aagekaulte  Vom  Heauptschuldner  bei  Verfall
Einsge  nnn  echn  W-  nicht  eingelöste  Wechsel)
in  Peosentcu  in  *  Stuck  in  —*  Jahr
Stück  EE———  ũberbaupi  woose  100  Mort  bberkaunt  Woees
Nari  (Sp.  10)  Venandlwechuelh]  und  wenlger  AMoark  Veitandwentuel
–  ————.—————.J(  7  *“°  ))
9328  353  —  —  —  —  —  —  —  1876
8  015  824  —  —  —  —  —  —  —  1881
5678222  —  —  —  —  —  —  –  1886
9819  965  259  155  10,5  —  —  —  —  —  1891
9951  679  310  766  12,  122  631  4  25226  48  499  989  lun  1896
17  939  203  394  331  12,6  157  640  3,  *  85  280  70  289  065  1,22  1900
13  989  575  423  235  13,2  186  447  -  43  406  80  280  118  I,  1901
9  404  423  478  181  15,6  164  008  5,42  43  873  59  921  616  1,27  1802
11  947  133  5082238  15,8  161274  5.%1  46  605  53  389  717  1,  on  1903
12  330  846  523  964  10,—  159  092  4%  46  412  53  248  096  1,07  1904
11  391  735  523  178  10,  155  580  4,91  46  154  52  874  101  1,06  1905
16  501  601  546  811  15,8  165  328  4,79  46  932  57  803  171  0,  v0  1906
21  828  895  5783  695  15,“  179  409  4,n  49  042  69  796  791  1,03  1907
15  996  856  600  221  16.  200  973  5,6a  56  973  74  153  912  1,33  1908
12  564  386  598  178  16,  188  001  5.41  57866  64  421  875  I%  1909
15  734  975  596  289  16,3  180  223  4°  55  960  63  923  585  0,  95  1910
16  804  028  601  738  15.8  183  582  5,00  55  492  63  489  049  0,  97  1911
22  523  566  620  577  15,7  198  297  5,0  57825  72  630  623  1,  co  1912
26  064  320  642  967  16,5  205  436  5.5  60  390  70755226  ·%  1913
27  741  658  698  232  19.3  240  830  6,5#  79286  89  806  428  1,a5  1914
12  734  689  369  912  23,0  123  078  7,  41  158  4  006  446  1,a4  1915
18  747  427  199  723  21%  26  778  28%  10  536  8  968  079  0,  ab  1916
8377  085  79  918  17,2  9  560  1,%  3  158  4355  332  O,0  1917
2734  482  25  448  10,7  4308  1,86  818  5  606  676  ·.rt  1918
9  181  802  11  809  4  5  072  1,86  701  15  292  819  Oss  1919
10  161  828  6651  I%  9957  1,65  987  90  467  806  Bei.  1920
13  774  679  —  —  17  119  2,14  —  120  022201  1,03  1921
2633  307  348  —  —  22  799  1,24  —  1879  870  404  ·7%  1922
—  —  —  —  —  —  —  1923
&amp;amp;k  Au

76  235  745  —  249  314  6,16  —  276  922  907  3,01  1924

—  —  —  —  .  —  —  —

2)  Das  sind  alle  diejenigen  Versandwechsel  und  Schecks,  bei  denen  Zahlung  seitens  des  Iauptschuldners
nicht  zu  crlangen  war  und  desholb  Indossanten.  Aussleller  oder  Intervenienien  in  Anspruch  genommen  werden
mullien.  Für  die  Zeit  vor  1895  sind  Angoben  hierüber  nicht  vorhanden.  «
        <pb n="268" />
        68

Ankauf  von  Wechseln  auf

.  1)  Vom  Jahre  1910  ab  sind  in  die  Ziffern  der  Spalten  2  bis  15  und
in  den  Spel

An  loge
lan.  im  Jahres-  a%„C  in  höchsie  niedrigste  am  Ende  des  Jahres
durchuchnitt  W  Seal.  „
Betrog  —  u  Datum  Betrag  Datum  Betrag  Stlick  Betrag
Eetkten)  t
MB.  EEE  Aarl:  «,.  »Es-IR-«..»»·.,»»,,··»-  Mist-—
1  2  2  4  4  6  WMrr  8  1  #.
183766%/012000o%  %  77.4  15  3.  334  796  000  258  81144858573
1881  338  245  0000  97,  79,  31.12.]34  424000  15.3.278  321  000  255  861  434  423  557
1886  380  115  000  95,7  78,  31.12]  523  349000  15.3.|05  688  000  264  852  523  348  713
1891  520  504  000  99,0  81,6  15.  5.  620  978  000  28.2.4424  362  560  558  180  745
1896  643  551  000  o  84,56  809.  796  735  000  15.2.498  281  000  480  532  788  509  004
1900  7734270000%  85%  31.  12.  1013  725  1.  2.  675  098  O00  548  8998  1013725281
1901  818  404  000  %  8430.9.10051  171  000  28.  2.  647  3450  505  615  955  315  491
1902  752769000  x  8.  „  31.12]973  852  000  i  7.3.682  564000  529  501  973  851  927
190  82166900|  380.9.1107  829  0009  682  OO0  560  6900  1095  267  852
1904  801  142000  %  S80o½31  3.1073  S26  000  23.8.701  026  000  529  531  965  817  092
1005  875  723  000  8o3  B  000  579  8960  1  175  306
1906  946  201  000  95,6  79,5  209.  9.  1348791000  15.  2.  738  886  OOCO  5816681276  613  167
1907  1060076  000  96,0  81981.12.170  026  000  |  15.2.815  108  000  608  4443190
1908  886  848  000  92,7  74,2  7.  1.  1276  886  000  7.12.-1  548  000  554  146  1032  oo2  878
1909  811  655  000  88,  63,2  30.9.1  466  000  15.  3S  OCO0  585  025  997  834
1910858  796  0006B5,  70,6  80.  9.  1357  879  00015.  2.  613  124  000  591  7241
1911  915  356  000|  84,  765  30.9.6  34100015.  2.66  156  000  696  3311657  003953
1912  1100  401  000  89,6  S8I  :  31.  12.  1996  816  000  22.  6.  814  360  000  695  2951996  816  104
19138910930538  O000  78,  7.1.  11.708  040  OCO0  560  518  1357  614454
1914  1336  647  00093,8  567  15.  8.  2882  770  00023.  6.  624  7256  000  408  184  11  468  117
1015  654  834  000  7  14,3  7.  111106  007  0O00  7.9.  469  654  000|]  139449  560  223  046
1916  689  042  000|  96,  10,3  J  29.4.  780  620  00023.  1.  y  CC  884  708  378  726
1917  398  231  000  89ut  3.68  6.  1.  658  708  000  15.12.290  384  000  39  015  295  470  375
1918  221  644  000  80,9  1  7.1.  276  951  000  7.  10.  180  253  000  23360  210  597  336
1919  184  354  000  65,nt  %e  81.12.]2709382  000  7.8.18  601  00  279381  847
1920  389  609  000  10,0  21.5.  460  374000  15.  1.2  299  000  2641  459770  948
1021  501  678  000  20%  Ko  31.  1244  000  OO00NH  7  922227832
Millinnlen  M  AIUllanon  M
1922  —  —  —  80.  12  411,12  7.  1.881  341  000267  557  411.12
II  Trillionen  M  Mitliarden  aAl  Trilllonen  M
1928  —  —  —  7.12  389.1  6.1  4218  —  261.7
RT  An  «  Ax  Ak

19244%  6  000  92,  84,0  7.  11.  2  042  9220000  7.  1.  3806  o084  000  996  8001879859914

sind  186  bis  22  Schecks  mit  einbezogen;  die
ten  16  und  17  enthaltenen  Angaben  bezichen  sich  nur  auf  Wechsel.  .
ErstsoilclemJahrelwpbcsovdeksaoiieki.
        <pb n="269" />
        69

Tabelle  74
das  Inland  im  ganzenl!)
Versandwechsel)
„U„"  Angekausie  Wechscl  .  -
Anknuf  Zinsgewinn  n  ——  Vom  llan  —*  Fieenil  all
In  Pro-  in  Pro.  2  4a  vrro“  Such.  6  ko  Fuon
renten  renten  #ß⅛u"¾  Stück  Uer  rur  Me  B  I  29  Johr
Slück  Beirag  2  Betrag  Ws  Stück  u  en-  üb  n  t  x  *  E—
at  —ê’  überhaoup  .  100  #  Überhaupt  W—
!siie.dq  *  brt  ““""  7  —.——x—*..-•t  N.
—  —□.  ——..—  5  5  e,  311111f
2659  5144122  882  194%%2  —  —  -——  —  1876
2300  84183661  829  38198,,  14200  669ä  —  —  —  —  —  *19881
2176  4943  559  139  5830TJ,  10  466  99665.  —  —  —  —1|.!1)  —  1886
3307  807  5  413  892  4200  20021147  0„07468565„1  -———  —1891
3585963623487178099.i203691472,3358209io,»1512494,-82887865621830-,061896
4416417855182419297.64146442479,g452591io,-1927244,2-39572925884271,081900
4515840858005460398.s8348375974,s486608Io.8224224,9648411j1054868091,331901
4364010743754189997.s2473922267.-55047912.c1944324,-i4882;69638617o.9-1902
4627468856432160198,03114435772.«59030212,s1929594,«517o4;695172050,s-1903
46643478377340224ozo3262944472,-61023913,-1948574,--51829·73230490,s71904
4749078894670658997.s3183312470,2612964I2,91888484,0851635k695632750,801905
5047823102137554899224684633273.0638745Ie-20068639852604x78561128kz751903
z5393094118822909919386123725974xssa76312,-2177434.«54743912004120,-91907
5126459962043846795.-4594192370,0691806Iz-2398464.o-630995966636680,971908
5069248976934691594.38048578657,-69466113,-2212884,«-6429782773187»,so1909
52382771084860995692.78620859863,0696052ts«2122194,-062191’79307637o.«1910
54088611130784254592.I3908779568,37o406113.02151384.-«-61ij784109400,«1911
56355591267529323494,05282615075,-72762912,g2331584,-ss42913;921981330,-s1912
54119871174007357193.«vom-Mys-74978713,92395544.3-67395888125400,,-1913
4880473118642823199586562964749,-79052616,32779585.z-862911140628490,931914
2048795535922980799.88540775513.o40511419,a1360056,2-43733493958560,8-1915
11957215266691613s96.834273992-0,321844418,3RAE-»qu105057500»»1916
592314314745324387.-201156175,-88128W105901,«3660;;4827æ80.»1917
303805206962314883.7111811911,«287059,s47911,-,102081535500,,»1918
MM264146952761.-9187887o,-131054.s54011,-m8«158299050.c-1919
M172984536246229.820001177t.o  70433  4419556  3944%  920
876  514  14  038  076  888  4½  26153250%  —  —  18020%  i  „„  1921
Allüarden  M
2328  968  748  —  65,6  471  -  3644  —  —2406%—  2006  o76  6s9g%  %22
Tullionen  W  #
–  1  487.9  86,3  —  —  —  —  —  —  —  —  —  123
—  MAM  4&amp;amp;#.
7822229  17  S828  9386  870|  86,,163  472  92253  —  —-8007325,«9—""8784775612,s»1924

„)  Das  sind  alle  diejenigen  Wechsel  und  Schedrs,  bei  denen  Zahlung  seitens  des  Hauptschuldners  nicht  zu

die

crlangen  war  und  deshalb  Indossunten.  Aussieller  oder  Intervenicnten  in  Anspruch  genommen  werden  mullten.
2E  vor  1695  sind  Anguben  hierüber  nicht  vorhanden.

r
        <pb n="270" />
        <pb n="271" />
        Liquidität  des  WecDselbestandes,)

77

Tabelle  35

—..  —  —  —

Im
u  in  Prozenten  des  Gesamtbestandes
des  innerhalb  in  ferneren  ineralh  in  lerneren  Iierhalb  in  lerneren
Jahres  7  Tagen  7  Tagen  (Sp.  2  “  5  14  Tagen  GS.  v„nsr  i  2  Monaten
1  2  3  4  5  6  7
l
1876  —  —  *mr  17,=  48,3  51,
1881  —  —  32,8  17,5  50,3  49,7
1886  —  —  28,8  17,0  45,8  542
1891  19,7  10,7  30,“  17,  47%  52,1
1896  17,3  10,  28,  17,5  45,6  544
1900  19,6  11,2  zo,s  16,7  47,5  52,
1901  17,6  10,7  28,3  17,6  45,9  54,1
1902  18,0  10,  2,1  17,4  45,5  54,5
1903  18,3  10,5  28,8  17,2  46,6  54,0
1904  18,8  10,9  29,7  17.  47,0  53,5
1905  18,6  10,  28,8  17,2  6%  5
1906  18.  11,0  29,7  17,1  46,8  53.:
1907  18,Ü  I11#  20,“  17,0  46,6  53“4.
1908  10,  (1/4  30,7  17,9  48,6  514
1909  20,5  11,.½  32.  17,0  49,4  56,6
1910  22,0  12,2  34,2  16,9  D##t  8,
1911  21,6  12,7  345  17,  *  48,6
1912  20,3  12,4  32.7  17,  50,=  Jq0,“#
1913  23,n=  12,  35.3  16,#  52,  47,9
1914  2  9,2  25,5  19,5  45,0  55
1915  15.1  0.-  25,1  18,2  43,4  56,7
Am  Ende  innerhalb  innerhalb  innerhalb  innerhalb
des  Jahres  15  Tagen  16-  530  Tagen  31-60  Tagen  51-90  Tagen
1916  –  —  20,6  24,  35“  19,6
1917  —  —  26,2  18,  31,5  24,2
1918  —  —  26,  15,7  35,3  22,5
1919  —  —  25,0  18.5  31,3  25,4
1920  —  —  38,9  1  8,5  370,0  12,6
1921  —  —  33,7  14,  IG,o  15,4
1922  —  —  18,  17,5  38,6  25,5
1923  —  —  0“7,½%  1,ar  1,x8  („%
1924  —  —  30,6  23,7  31.0  13,8

1)  Bis  zum  Jahre  1915  auf  Grund  der  Bestände  am  Schlust  der  Rechnungsmonutc,  d.  i.  am  7.  Tuge  der  Monnte
Februar  bis  Dezember  und  am  31.  Dezember.
        <pb n="272" />
        72

Bei  der  Reichsbank  akkreditierte

nach  Berufsklassen  und  nach  der  Cröt##e

Kreditberechtigte  Verteilung
Firmen  u.  Personen  Z„
Berufsklasse  inssesamt?)  1000  bis  10  ooo  M.  11  000  bis  20  oo0  M
in  Procisder
  Fmenin  Po-  Enl  der  Fi  in  Prozab
  —  z  Peronrs  *  ena  krrnaesen“  —
1  2  2  5  6  2—
Am  1.  November
1.  Kaullcute  und  hundeltreibende  Gesellschaflen  20  946  374  11  192  4½  6500  24,
2  Industrichle  und  Industriegesellschalen  22  972  30½  6  010  209  4508  20
3.  Landwirte,  landwirischastliche  Gewerbe-  und  Fabrikbetricbe  10  258  145  5658  —  2367  232
4.  Banken  und  Bankiors..  .......  2402  —  132  —  210  87
5.  Genossenschaften  aller  .0  44444cn  1  041  1,5  151  145  217  20##
6Sonstige  (Rentner,  Handwerker,  ähnliche  kleinere  Gewerbetreibenhe:::
  90#“  12,5  425  4:  2184  242
Zusammen  72  028  100,0  27  998  33“  16  082  23
Am  15.  November
1.  Kaufleule  und  handeltreibende  Gesellschalten  24  128  36,2  9915  4%  5764  24.0
2  Industrielle  und  lodustriegesellschasken  21244  31,9  6  531  26%  4224  19
3.  Laocdwirte,  landwirtschaftliche  Gewerbe-  und  Fabrikbelricbe  9854  14,8  b  809  548  E  2  817  23/4.
4.  Banken  und  Bankis  2  361  3,5  149  6  I  205  87
5.  Genossenschaften  aller  Art.  ..........  1026  1,5  142  139  102  18°
6.  Sonstige  (Rentner,  IHandwerker,  ähnliche  kleinere  Gewerbe-  «
treibende).....................  Am  12,-  3638  47,6  1954  X
Zusammen  66  681  100%  24944  37  145676  22,1
Am  15.  November
1.  Kaufleute  und  handeltreibende  Gesellschaslten  22  137  35.  8712  394  5846  X
2.  Industrielle  und  Industriegesellschaften..  .  ...  19671  31,9  4841  246  3887  195
3.  Landwirte,  landwirtschaftliche  Gewerbe-  und  Fabrikbelriecbe  9121  14,6  4810  528  2155  236
"4.  Banken  und  Bankies  2201  3,6  126  52  162  7
5.  Genossenschalten  aller  lrtr.  EE  -....  1014  1,6  137  135  191  184
6.  Sonelige  (MReniner,  Handwerker,  ühnliche  kleinere  Gewerbetrelbenee.......::;
  7539  12,2  8605  4#%  1825  212
Zusammen  61  68  %%  221  26%  116  „
Am  25.  Juli
1.  Kauflleute  und  handeltrelbende  Gesellschalkn  11801  254  4087  34,6  2953  25,0
2.  Induslriclle  und  Industriegesellschalken  16  663  35,5  2900  —  9235  194
3.  Landwirte,  landwirtschaltliche  Gewerbe-  und  Fabrikbetriebe  13  693  20,1  6  506  47,8  9856  —
4.  Banken  und  Bankiesssss  1975  4  285  199  221  11n
5.  Cenossenschaften  aller  rtrtt4tttttt  088  2,0  976  33“2  260  264
6.  Sparkassen  384  *  164  45  „  95  247
7.  Sonstige  (Reniner,  Handwerker,  ähnliche  kleinere  Cewerbe--treibenhhheenn:n::n:::
  1438  3%  9o7  63  275  1
Zusammen  46  997  100%  15  161  323  10  895  22,
Siebe  auch  die  Jubilsumodenkschrikt  „Die  Reichsbenk  1876-  1900  S.  356/357  und  das  T  ·
usichshstsrktgwstsz  wo  337  und  das  Tabellenwert  „Die
        <pb n="273" />
        73

Personen  und  Firmen  Tabelsle  26
der  eingeräumten  Kredite

—.

der  Kredite  nach  ihrer  Gröste
21  ooo  bis  30000  M.  St000  bis  Coooo  M  6too  bis  100000  M  tol  ooo  bis  500  ooo  M,  P  N.  und  mehr

Zahl  der  Flrmen  in  Prorenlen  #  Zahl  der  FBrmen  Prozenten  Zahl  der  FHIrmen  in  Prorenten  ·  Mckukimesisksomtesthltlekkumulalssueotka
Isckkotsoses  mspltosluackpeaooea  von  Spalle  2  a  und  Perionen  von  Spalle  2  s  missen-neu  mass-sites  und  Pononen  von  Spalte  2
68  n  ;  10  u  12  J.  r  154  18  II-1908

2635  10,5  3296  123  1532  5“  1261  4½  924  12
2550  1½  3604  16  2  286  100  2963  13,3  991  --885
  8,  809  7.  810  3,0  256  2,5  28  0
192  8%  445  18,  841  ras  746  *x½“m  336  14%
131  12,6  283  Z%  126  12,1  168  15,7  20  1,9
973  10,8  903  10,0  973  4%  283  3,2  33  0,4
7616  104  9286  12  1018  6s  5694  7  5  1127  1.6
1910
2650  10,6  L  12,6  1463  “.  1218  *  os  o4
2455  11,6  8  466  16,3  2211  10  2942  134  425  2%
828  84  702  8,0  918  35  218  2.:  17  0,2
185  83  T  **  94  14%  725  302  348  14“
142  16  225  21,9  135  15,  152  14  3  16  1,8
840  10,5  765  9  936  4  270  3  86  *
7028  v1sß  8792  131.  4419  75625  823  7  ½
1912
2  415  100  2948  13,3  1400  6.  1211  ss  110  *
2259  —-  8317  16%  2066  10,  2820  148  41  2
823  90  776  8,n  9#87  37  202  22  19  5
166  2  d56  16  913  14,“  718  326  960  16%
124  1354  232  7236  150  14,4  158  156  22  2,)
75  10  757  %  18  4  246  3„  34  7*
6562  107  —.  13  4534  7“  %  5454  s58  ors  1,6
1925  Geichsmark)
1515  123  1767  150  L  6,  L  s52  -  *
2121  127  „  9185  19,1  2081  12,5  2628  15,8  507  3
1  215  —  1421  10,,%  746  5,4  426  35  23  —
205  1056  828  164  279  14,  614  26%  198  10,0
120  12,2  1  130  13-0  50  5.7  35  3,6  6  —
62  196  44  115  H  14  35  14  36  1  ·
j  I
·101  7,0  90  6.  32  2.2  26  #1s  1  *
5829  —  6966  14.3  4021  86  424  %  791  -*—

2)  Die  den  verschiedenen  Niederlassungen  einer  Firma  gewährten  Teilkredite  sind  in  vorstehender  Obersicht
als  selbstündige  Kredilte  gezihlt.
        <pb n="274" />
        <pb n="275" />
        75

Tabelle  37
Die  im  Wediselverkehr  der  Reichshank  Kreditherechtigten
nach  Berufsklassen  und  Wirtschaftsgebieten
am  23.5  Luli  1925)
2enn  der  im  Davon  entfallen  aus  Sonstige
e  Gheel.  Kaulleule  luelustric!  Laudlwirtc,  .  Hmcsu  m«
...  HÄLFTE-IIIssiutssississck«-"I"s""-7-«-s"«1"?"-I«s"sMM9«""«-"·«"·.  HIIPZRIIIL
Gebiete  öheranht  kcrribentze.  nal  wnstrie-Hliche  Gewerbe-  und  schalten  ellerSparkossen  kleinecre
·  »  gesellt-theilen  und  Bankiers  An  Cewerbeuselansenen
  Cesellschasten  6  lInbrikbetriche  treihendse)
———..—.———  6#  Zahi  5½½  2enr  4  zan  1  s
1  2  ##5  6  27  10  u  n.  ½
1.  Bankbezirk  Berlin  841  220  20““17  4%¼  —  194  23,,  9  15,0  111010¼4  —
2.  Prov.  Brandenburg  und
Grenzmark  FPosen-Westpreusten
  2  667  541  20,31  840  „  62  88  3.3
3.  Prov.  Ostpreuken  3526  774  22,01  241  CLÖ“%  „S
4.  Prov.  Pommern  2  300  623  27,11  239  10,4  1247  SS,,„552GCGGö222%  514%
5.  Prov.  Schleswig-Holstein  6  308  68510%  823  5,1  4975  %„  42  %J%  32  o,5  15  O236  38
Die  nördlichen  und  öst-  6  .
lichen  Provinzen  und  #  1
Berlin  15  642/20843  18,20  13:9446CO,  391  „„t%„  82  c543  3
6.  Prov.  Niederschlesien  u.  "
Oberschlesien  .  3  307  8500%%  1128  34,2  931  28,  113  69  2,  221  o0,6]  186)  55,6
7.  Prov.  Sachsen  und  die
Länder  Anhalt  und  Thüringen
  3  056  730  650r  2300  73.  2,4
8.  Prov.  Hannover  und  das
Land  Braunschweig  2  492  685  0  4%  55,:  3111128  3,.
9.  Prov.  Hessen-Nassau  und
das  Land  Waldedck  1  902  7581  39,01  653  34,3  187  c6684%%  19%%%  10  5
10.  Rheinprovinz  und  Saargebiee
  4945  1569  31.,12785  53  13427240%%%  6  67  I1.“  851
l.  Prov.  Westlalen  und  die
Linder  Lippe  u.  Schaum-  3
burg-Lippe2702  7648,1551  57,4  83S:11  .SO0SSO„„
I.  Preuten  und  die  Länder  «
Anhalt,  Thüringen,
Braunschweig.  Waldeck,
Lippe  und  Schaumburslippe
  .34046  8199  %%
II.  Freie  Städte  u.  die  Länder
  Oldenburg.  Mecklenburg-
  Schwerin  und
MNecklenburg-  Strelitz  3265  951,0,  ;  526  1513  46,3  137  42  36  1,  15  o,s  85  2,6
III.  Bayern  (ohne  Pfalz)  1  872  7413%%  8  7,  148  7,91  44  28  ,
IV.  Sachsen  3  382  699  20,)6%  136#%  14144  54  3  C.  66%
V.  Württemberg  u.  Hoben-  "6
zollernsche  Lande  1  382  274  888  64,3  20  1,41  %%  914666  21.  14
VI.  Baden  und  Pfalz  2399  684%  4%0  311  1,31  64  3,51  89  3,71  281  .  314“
VII.  Hessen  591  2533284¼214436  25  4234SC,  6%%  1111
Insgesamt46  937  11  801  25,4  16  663  35,,13  693  20,1  4  O  438  3.0

52½  Siche  auch  die  gleichartigen  Tabellen  in  der  Jubiläumsdenkschrift  „Die  Reichsbank  18756—1900“  S.  378/379
und  das  Tabellenwerk  „Die  Reichsbank  18706—1910“  S.  157.
        <pb n="276" />
        76

Devisen-Wechsel
  un  d  Schecks  au  das
Anloge)  Bestaon  d
Johr  6  .  in  höchste  niedrigste  am  Ende  des  Jahres
in  Hahtres-  Ekr*  "  Bilanzwert
dorchschnitt  a  E  HDaitum  Belrag  Datum  Betrag  Stück  vom  31.  Dezember
EEIIEEIIEI  Mart  I  .—  E
2  i  a  ·  .s  5  6  7
V  —9
1875  —  ——  —  —  —  —  —
1876  1672  000  0c„  7.1.  2881  000  830.4.  625  000  339  1  479  429
1881  7481  000  =  31.10  19174000,  15.4.  1967  000  111  17  540  838
1886  16961  000  „  7.2.  31  191  000,  15.4.  8136  000  1733  23  130  67
1891  5  300  00  ½%  31.  12.  18  721  000  23.4.  2  954000  1249  13  954  278
1896  2753000  oc  23.6.  3  386  000  15.  11.  2  148  000  466  2  547  o68
1900  26  753  000  z"  81.12.  74332000  23.2.  3287  000  3511  75  465  573
1901  26  946  000  z;  7.1.  70  510  000  15.3.  9402000  2905  43  961  510
1902  22  733  000  2.  31.  12.  52  375  000  23.9.  99240002  53  291  024
1908  24068  000  X  7.  1.  46  491  000  15.  8.  8227000  2707  4  292  948
1904  22212000  2)  31.  12.  4  875  000,  15.3.  4960  000  2541  45  660  428
1905  33  093  000  3,  30.  12.  52  309  000  23.  8.  20  315  000  53  308  149
1906  43244000  1%  28.11.  62  728  000  15.9.  17  301  000  8572  64189  129
1907  4  461  000  4%  15.  1.  62  915  000  31.  12.  23  507  000  2114  25  780  536
1908  70  881  000  7r„:  31.  12.  127  315  O00)  7.2.  19  556  00  6070  129  149  854
1909  107  289  000  7  238.  10.  159  564  000  15.3.  56  496  000  651  120  006  306
1910  140  648  000  141  22.  10.  177  107  0001  15.  6.  97  866  000  7711  162  282  521
1911  162  421  000  15,.  7.2.  202  971  000  81.  10.  88  318  000  6  689  142  282  922
1912  128  864000  0„  80.  9.  182  148  000  23.  12.  25  220  000  3963  40  099  709
1913  105  453  000  cn  28.  10.  177  048  000  7.1.  28  276  000  140  245  6238
1914  89  006  O00D  *  30.  4.  157  956  00..  23  900  000  1255  28  317752
1915  22  143  000  3.5  6.2.  29  170  00.12.  19  019  000  904  19  779  134
1916  22  327  Odoo  z"“  23.12.  30  377000  7.  1.  19  056  000  788  20  655  132
1917  48  593  000  1007  22.  12.  95  432  000  31.  1.  22  198  000  1275  26  041  820
1918  52  400  000,  1  31.  1.  187  690  000|  6.7.  19  715  000  63  754  601
1919  97897000  34%  15.12.111216000|  7.2.  5285  000|34  667  614  687
1920  8498  280  0o0o0  90,0  28.6.  5671  083  000  15.1.  137  476  000  9023001  980  710
192111228871  000  71,0  15.  1.2  50058  000  7.  11.  114  853  000  2924  627  079  398
1922  1781  103000  3z"  15.12.17065  730  000  15.7  13  094000  11048  656  598  849
#  Tiillionea  M  Miliarden  M  Taillenen  N
1923  —  —  31..12.  61,1  7.  6.  0,8  —  72,5
&amp;amp;#  ¾  4cZ  4#  44  Au
1924  132  667  ooo  "  15.10.330704000  7.4.  382  000  24456  171  608  415

—  —  —  —  J

1)  Seit  dem  Jahre  1908  wird  dem  Devisengeschält  erhöhte  Aufmerksamkeit  zugewendel,  woraus  sich  das
Anschwellen  der  Zillern  scit  diesem  Jahre  erklärt.  Bis  zur  Milte  der  90er  Jahre  wurden  die  von  der  Reichsbank
angekauften  Wechsel  und  Schecks  uuf  das  Ausland  kurz  vor  Fülligkeit  regelmähig  an  der  Börse  begeben.

2  In  den  Jahren  1920  bis  1922  einschliefllich  der  Kurssicherungswechsel;  vom  Jahre  1924  ab  sind  in  den  Be-Kräen
  back  die  33  der  Colddiskontbank  bei  der  Reichsbonk  rediskontierten,  auf  auslündische  Valuta  lautenden

se  enthalten.  «
        <pb n="277" />
        77

geschäfte  9  Tebelle  æ-Auslan
  ds)  Geschäfte  mit  den  Korrespondenten  im  Auslande)
.  Gewinn
Ankonk  insgesam  t  IIöhe  (Kussgewino.  Courtege.
in  yro-  Den  Den  Guthaben  des  Guihabens  Dicdonigevian.  Die  Jahr
—  Korrespondenten  x  bei  don-  CP  der  stsd5  in  —“
Stück  Betraog  r  wurden  übermacht  urnsiienontnenenne  **  ondenten  niod  mit  ciaberogon)
m4.n  in————  ul—
–  8  9  10  (#  12  13  1  15
i  i.
—-  —  14  —  —  —  1328  58822  —  1875
4377  17  638  070566%  13  102  488|35  14  113  15153  317  92504  97  6516044
7  662  56  680  10035  /  4674  67907  10  051  01780123418393  382  7061931881
11  914  105  220  082044  752  471|32  865  693|83  651  88807  445  663568886
13  376  78  303  43406  9494  36974  7  168  108822415  26609  244  66946  191
14288  54  421  4748  9624  948|24  8852  53406  6107  44375  119  34508896
20  989  211  751  43076,„  140  748  81701  139  882  94231  4843  15177  1  193  2442201900
22  857  169  091  92344  121  330  457|19  113  377  5390542796069  3111229026811901
24  480  180  415  781191  123  593  840  10  125  400  963  4510  988  94590  12047670441902
25  979  175  008  300  37  2,  133  368  2100342821143070004856  13D3
25  25  176237  83011%  %1402  %42  56|04
33  063  229  029  804244  218  354  908  65  212  897  61783114  846  386/360  1260  016  450
37  668  291  852  850  28  2  265  876  134  0o31  260  365  414291  19857  10910  2263  97520  1906
39  483  268  119  1922120%  359  201  198  80  868  987  406  1514S277
49  509  484  630  6244104A  453  249  80740438  636  339—24684  367|1522517  3998111908
58  757  589  370  811199  5.  846  827  22327  804  134  56059067  377  0298g3609  83479  1900
79  566  847  503  72500  :1  0%444  3
&amp;amp;  297  889  452  6606%%5004%4
90752  804  604  38803  11838617  639801  1144  886  479491  67  510  807141  61785  6840  1912
102  945  882  512  66899561066  369  92588111065  757  029999  68123  70310u9917  8062214311913
64  888  514752  40  35  61  581  730900  69  566  330  |93  —  —4
59  11  258  059910,  397  924  312154  834  01674121103  475  9o2  —  —1915
14  709  172  573  17077  3600  45  4  155  656  01241  —  1916
84  292  442  484  59762  12,51  595  614  383803ß0300  115  481464  154  91125  —  1917
50  710  404  175  o28  05  16,,  6  20  170  21846  —  —1918
47  5781  3418  111111  —  —119
290  177/23223953  696  20%  10465  420  70  103  410  892  03211  600  41268  —  18920
147  669836  54  87521½0)  —  1
Milllarden  M  Mälllanlen  1
552  0043  1983,0  1988.3  914717  36378  —  1922
Trillionen  A  Tullionen  N  Trillionen  M  Tiillionen  M
—  236,4  130  1688,9  1364,6  274,3  —  1923
Ait  &amp;amp;#  —  &amp;amp;#  44
1298977/7  2752  405  7168  130  -1  188  197  1——H4

„)  Die  Ceschüste  mit  den  Korrespondenten  im  Auslande  besichen  in  der  UDbersendung  von  Wechseln  und
Schedes  aufs  Ausland  zur  Wasichung.  im  Au-  und  Verkauf  von  Auszahlungen.  in  Einlösungen  der  von  der  Reichsbank
aufs  Ausland  H#e#zsenen  Sch  usw.

Nach  den  Verwastungsberichten  bzw.  nach  den  Wochenausweisen.
        <pb n="278" />
        —

Einziehung  von  Wechseln  und  anderen

-

Im  gzanzenh  Giro-Einziehungsgeschüft?
wurden  für  fremde  HNechnung  Plolzwechsel  wurden  lIür  Girokunden  im  allgemeinen
cingezogen  kosiensrei  cingezogen
Jahr  in  Pro-  ———–x...
Stud  Bctrag  Slück  rn-  Beirags  —*  J
„  Aart.  pi.  Spelte  7*  Nart  .  #aalte  3  L
“  —  ——.  .  ——  5—  [
1876  —  —  —  —  ·  —  —  ——
1881  —  —  —  —  —  —  —  —  —
1886  747920  940  206  512  11  738  8950,  932  641  298  12  00,  1262
1891  457  304  951  535  499  99  47  799%3,  912  465  600  80  95,0  2138
1896  397  588  997  750  606  86  339  402/  85,  918  713  787  23  02.B  2  707
1900  497  235  1  140  336  631  10  403  10481„  1  015  562  447  939  809,:141
1901  574  784  1268  758  947  03  471  305.  82,  1  135  584  845  45  89,  2  409
1902  563  645  1  185  929  585  14  448  125  1  046  358  404  78  88,—  2  335
1903  550  410  925  433  330  56  424  602  77,  776  630  560  92  83  1  829
1904  531565  1057  372  817  73  408  1415,8  908  678941  50%%  2254
1905  220  567  382  945  936  94  91  910  229  81  525  45650“  494
1906  134  626  157  447  624  62  —  —  —  —  —
1907  132  605  165  241  395  49  —  —  —  —  —
1908  119485  152  452  3770  48  —  —  —  ——
1909  93  020  131  138  324  49  —  —  —  —  —  —
1910  74057  117  52025  16  —  —
1911  67254  126  821  819  68  —  --—«.«,.  —  —  —  —
1912  66289  124  860  914  34  —  —  —  —  —
1913  60  381  122  724  555  21  —  —  –  —  —  —
1914  114  098  207  798  384  52  —  —  —  –  —  —
1915  86  795  345  468  610  02  —  —  —  –  —  —
1916  59130  200  452  481  55  —  —  —  —  —  —
1917  56  844  426  469  008  18  —  —  —  —  —  —
1918  61  030  643  924  502  03  —  —  —  —  —  —
1919  97  080  r  .  1297  500  121  05  —  —  —  —  —  —
1920  163  879  4710  481  385  69  —  —  —  —  —  —-1921
  202931  8  349  956  302  85  —  —  —  —  —  —
1  Ailliarden  A#  .
19322  584  965  161.8  —  —  -  —  --.-,
  .·l"sil.li0sesssl
1923  656  209  .  709.0  —  —  —  —  —  —  —
MM.  l
1924  283  821  3  715  597  902  24  —  —  —  —  —

1

is  1888  wurden  nur  die  gewöhnlichen  Ansiragspopiere  (Sp.  9  bis  19.

(Sp.  4  brss  ermittelt.

nicht  auch  die  Giroeinzugswechsel

Seit  dem  1.  April  1905  ist  die  Einrichtung  der  Cirocinzugswechscl  aulgchoben.
        <pb n="279" />
        79

Tabelle  39
Wertpapieren  für  fremde  Rechnung
Auhtraszspapicre
elt  arebabiere  wurcden  eingezogen  6#  Kelkbene  1  Darch-  Jeyr
Stu  vue  Betras  2*8  -  Gebühren  s  ALLE-IV
ssslltsS  zhck  1  Simlic  1  Alari  p#.  Aloric
10  u  *  6  12  10  ½  1  "  15
13  860  —  10  046  5111  2  20  142  82  724  1876
9755  7107  793  86  —  13  437  04  729  1881
9  025  1n  7  565  213  99  rJr  nrn  10  842  78  838  1886
29  505  06“  39  069  899  19  4  27  967  34  1  324  1891
58  186  11%  79  036  819  63  7  ;  45  828  93  1  358  1890
94  131  18“  124774  183  17  10,  ir  72  614  26  1  326  1900
103  479  18%  183  174  101  58  los  78  175  88  1287  1901
115  520  20,  139  571  180  36  118  83  905  69  1208  1902
125  718  22,,  148  802  769  64  1—  87  834  24  1184  1903
128  424  21.„  148  693  876  23  14%  87  710  07  1  158  1904
128  627  *  153  664  411  49  40¼  88228  88  1  195  1905
134  628  1X  157  447  64  62  100,  I.  90  734  75  1  170  1906
132  605  0%  165  241  335  49  4%  92  566  51  1246  1907
119  435  liüdo-  152  452  870  48  loe  82  657  92  1  276  1908
93  020  l1ooo  131  138  324  40  100,0  66212  16  1  409  1909
74057  100,0  117  520  225  16  100,0  56  889  68  1  587  1910
67254  100,  126  821  819  68  102%  55  508  02  1  886  1911
66280  10%  124  860  914  34  ooo  56  555  08  1  884  1912
60  381  10%%  122  724  555  21  100,  J  50  694  83  2  033  1913
114  096  100,  207  793  384  52  100%  „  66  634  11  1  819  1914
86  795  100,0  345  468  610  02  100%  70  891  45  3980  1915
59130  100,  200  452  481  55  10%  87  894  52  3390  1916
56844  100,  46  469  008  18  10%  158  889  52  7503  1917
61  030  100,0  643  924  502  03  10%  161  281  11  10  551  1918
97  080  100,0  1297  500  121  05  100,0  190  470  88  13  365  1919
163  879  100,0  4710  481  385  69  2#  842  556  12  28  744  1920
2029391111000  8349  966  3822  85  i1000  15337718  10  41  146  1921
Müllian#c#  31  ;
584  9606  ioo,o  161,8  —  4000  25  571  192  85  —  1922
Tiillonen  3  Blllionen  A
656  209  100%  à„  709.,0  —  100,0  l  23743,7  —  —  1923
*7/  1  AÆn  T
283  821  1000  3  715  597  902  24  10%  249  201  42  13  091  1924

—  —

5  Das  sind  die  der  Reichsbank  kurz  vor  Verfall  zur  Einziehung  über  ebenen  Wechsel,  Anweisungen,  Schecks,
ausgeloste  Stücke  von  Wertpapieren  usw.;  sic  sind  meist  an  einem  anderen  Crte  als  an  dem  der  Einreichung  zahlbar.
Die  Einzichung  dieser  sogenannien  Aultragspopiere  erfolgl  im  allgemeinen  gegen  Cebühr.
        <pb n="280" />
        80

Allgemeine  Ubersidht  über
Beträge  für  1924

Darlehne
Bestand  Im  Lause  des  Jahres  Bestand  am  Sl.  Dezember
Jahr  eston  davon  entlielen  au
rie  neu  erieilt.  zurückgezauhlt  inagesamt  Cold  und  Sürer  —  Wor#en
i.  Jannar  lee  lahre  in  -
Maric  Sioch')  RKlark  Stück)  *  Nart  Mark  lark  #Sp  Nark  von  SP7  blerk  vonSe
1  2  3  5  —  7  à  9  10  1  12  *
1876  —  467  207  210  —  475  155  950  60  449  110  39  3800  onss  |  51  374000  %8  K  5855  750  14,24
1881/¼  %  ’  5501  —  1046  570  550  —  1  032  885  Oo0000  378  100  181  200  o,  166  108  834  O0o0S  5  357  10084
1886%%%660  7753140  799  2  7800  115  540330200000%%%  11  31  550  dss9  000
18911146  1330  0  —  1215  600  %01200  %  S00%1y7oOo0“
1896  1  50  %%o  S8  413o  T  202  oo4  102  715  000  %  am
1090041%00  6  NSD  SS  76  940  O  820  146  700  2800  %10  69  100  „  5  51  30o½%
1900  %%%0o  72624%  10%So0  2800  %154  506  450s  6  808  380
1602  10  S0b  170  1  400810  7185##%  O  %  SDD  eI  135  921  990%.8  4010  000  2.48
1903189944  330  82720|108  1170  75  367185  420100  212671  S  5500%  209  249  3709.v  3  416  5d00½
190421  2  770  00  oss  i  211  268  80  s.  „  8779b00%%
1905%%  25  7  922104  144  „2204  38090S00%  200  0  200  %  „  00½½
1906420%  s8900o0„S  85  900  2608  011  %5  70  SOO  p.  ez  H  279  714  200  %  „  4796  700%  %
1907/284  619  700  16118  2  301  200  801863213  528  330  364  b  6800%%  h  358  802  350%%  486  400%
1008  864  29  5S50DD  90613  3000  530  660000  KSc000Oip  170  533  60500%%  NSO  100%  %  %
190075  355014  2  322000%%0  2  600  2.6
1010  202  Ooo  230  102  4643  374  too  90  110  2  610  000  S70  76  650  655ö0%8%  4oq  %
1911|1870  76  6600  101  ös2938  136  80  GOO00  1120-sicOSN„„S  OO  224
1912  117243  4ö60%  106  700  8  180  567  20%%  %0  106  700  Ooh  iSHOO0„  o0o
1913KOoo  SO  784  SOD  5SSÖ  NZS0o  —  45041  9o:0  0o0  o
19144%  7  %%S  ?  %  S  S0o0  1  16  000½%
191522  9702255%  200084022  53200  1298  9  —  1240  00
191612  So01000  %  sSooöoöb  6585  511  350  97576-754  150%%  “¾  3600%%
19111497½#57650  %Z10  5  11100  —  —  5108  öd„!  „  2s00%%
191886111050  917090  606  122  200  6600  505  614  750  5  6186  3o—  –  616  600  %  2000  %
19199  b618  booo  COO  7167  13280855  000  9940  110—  —  9940  100  200,  —  —
1020%  9940  10  46800%2%1  9  800  4446  ooo  -  N  44000  0%  —  —
1921%00o108  207  650  3110  NZl—m—  —  8475  600  2oo  —  —
1922  —  —  —  —  —  —  —,  —  —;  —  —
1923  —  —  —  —  —  —  —  .  –—  —  —
192  s25  800  20  46402%2  60000H  1  200%  1  14%  oo00  %
1.
1
)Die  Rück  Sgühse  in  dän  Jehren  1914  bis  1921  sind  auf  die  Tätigkeit  der  Darlehnskassen  des  Reiches  zurldezufuh
  ten  Siche  Ta  43.)  Fur  1922  und  1923  können  brauchbare  25  iffern  nicht  gegeben  werden.

ür  die  Zeit  189  sind  An  hierüber  nicht  vorb
1  Eln  mn  Sr—-  Saben  hierüber  nicht  vorhanden.
        <pb n="281" />
        81

Tabelle  40
den  Lombardverkehr)
in  Reichsmarkwährung
«  Dut  Durchschnittlich  Durc-hschnittliche  .
DI-kcsls-Zinsgewinn  HHEÆEHHk  pro  Tog  Cröste  der  Flandsecheine
Schnitt-  auf  erleilte  von  neu  urüctk-  Bestami
liche  Lombard-eutsch.)azeu  neu  zuriick-  erteiltengezohlten  e!]  Qm  ahr
Anlage  durlchne  r**  —  ausgelichen  gezalili  tKN  De.
4  6  «·  »so-äus)  ksxäuy  «S  «  «  Dllklcllllcy  lJmIkdmdw  somit-·
  fis-aus  du«-sc  swamp-ma-  zhksc  Its-I-  dlskk  disk-  stud-  Stuck  Stuck  Suuck
14  ——.—  18  "19  ½  2#  23S.  mou  B  15#
50  984  2;650  279  5,154  1297  798  1  319  878  —  —  4787  6551  6  169  5  109  1876
57  306  9  080  071  5.4½8  2907  140  2  869  125  –  —  G  162  4634  ñ  242  4544  1881
50  075  1  077  445  3,770  452A79  2155  118  2u053424  –  –  58369  5  170  51206  5  403  1886
9#  ooo  4461  207  J„s?6  2  376  836  —  —  6403  7095  5302  81906  1891
106  020  4601  os88s  q436  4656  3667  226  4000  075  15944  16  707  g9osg  5372  %  %%%„  1890
80  017  5  089  219  6  n  4429  555  4416  913  10  476  209990  6438  4315405  31000
72  829  3717  662  5%%  4207  803  4165  550  18  947  20  677  6448  4332  4143  6  637  1901
74  137  9211  825  +4  4166  140  4086  954  18253  198410  6637  442537  1002
74  881  360799“  4,837  5  300  400  5237276  23  008  25017  666838352  5  1903
74180  8  880  120  5,242  5  497255  5  450  046  22963  25240  6440  32607  8562  6145  1904
72  033  3517  957  ½  5815  077  5844829  24070  2W037  141505%4295
83  031  5040  999  6.740  7703  909  7480  586  29261  31  351  6122  3118425  5815  100.
98  140  6  766  829  7,033  9  148  059  8  926  4064  33643  36  032  5815  3001  3149  5  6607  1907
91  397  55713892  —  7811  587  68334  882  7849  33  114300  6053
87  6091  4363  080  4%  7  580  914  7257  895  27489  30299  6058  3072  3045640600  1909·7
W  443  5  307  182  5,246  9  3783  321  9154  407  32  o26  86  570  COCCO2  GC0C27  6913  190910
—  4641552  5.30  8  147  ao2  8  851  801  26  867  a5  os4  5013  2601)  2702]  6762  1011
82  480  5204  632  5,  246  8  696  020  8.530  852  29  337  3827600  57752  2516  2350  5920  1912
65  451  6  571  187  —  6449  401  6677  621  29012  33027592025  22  5874  1914
73.569  4708  250  5.  887  50749111178827  27230  30090  5874  5  400  7023  4251  1914
21524  1  368  569  6#%%  1344507  12094  22  c12512%
12  676  795  850  6%%  1478604  1467  532  29556655  310292097]  S300
9704  623  404  6%  1519  116086  8  3858392  27271443
7444  461  286  6%%  1  405  895  1  40  485  50  139  58  344  1071  73  4333121
9752  667  690  6%#%  3687  157  3675  10138  182407186%%
12  989  969  324  6%%  79234406S  b  Söä  346434  16020
2  178  1652277  6  14189  466  14178  25010  410%  4834  S„
—  —  —  —  —  —  —.  8832  227  201  92568!  1922
—  —  —  —  —  —  —  asssoss  2266  8168  1628
119  957  18  848  870  12%  %  7  599  559  68237797  132  400  112  654  3163  2478  5682  559  1024

)  Der  om  12.  März  1884  eingefhrie  Vorzugszinssalz  (34  unter  dem  allgemeinen  Lombordzinsfu)  für  Darlchne
  gegen  Verpfndung  deutscher  Sigatspapiere  bestand  bis  zum  #0.  Juni  1897.
Der  Lemhardeiefu.  für  Darlehne  auf  Gold  und  Silber  in  Unzen  oder  Barren  ist  mit  dem  jeweiligen
Wechseldltkontsat:  idenlisch.
        <pb n="282" />
        82

Bestände  an  Lombardlforderungen  uncl  ihre

Beträge  bis  1921  in  Tausend  Mark,

Ans  T.  Ickten

—  .  —  r

Auf  Wechsel  Aul
Durchschnitt-  »  Niedrigkele  DNTCIDSLImiUs  »  Niedrigster  Durdaschnitt-Juahr
  icher  Beslund  Ilöhtuuer  Bertund  Bestand  licher  Bestand  Iöchster  Beslunel  licstand  licher  Bestand
in  rn  in  Po-  in  Lce-Belrag
  *  Hatum  Betrag  4  LDulumrKeta  W-  Dasum  Helrug  I0alum  Belrageirag  *
S  18.  dr  I#n.  W-1
  *Kl..J—*7  op
1876  SG6  B  30.  9  51  764  23.5.85  9888  4430  9  2  619  23.  11  21194488
188150  976  8%  30.9.15  492  23.5.45481599  31.  12.10  015  23.  8  1446998,
1886  43750  l.  12..  23.  2.  01  12]  21  307  23.  4.  54650%
1891188  571  0,,  30.  6.  135  192  23.2.61  451126%  7.  7.  16659  15.2.288  58193
1896  .  12.  175  23  2.00%2  31.  12.  17  23.  63  4001
1900  69  4205%  31.3.109  897  23.5.5397116368,  31.  12.  35  946  23.9  7574226
1901  61  3238  31.  12.108  899  23.5.  49613  6133  31.  12]  50  608  23.5  645370%.
1902  62  820|81,  30.9.  130  422  23.7.  499014.  12]  7OS4  23.  1  2135403  7.
1903  62  454  31.  12.  143  283  28.4.14620031.  12.  65  966  23.4.?2944
1804  6085582,0  41.  12.  133  150  23.11.1  60  31.  12.  78114  23.7.503  3325A
19054  22.4143.  12.]  7.  9.85
190644  8315  31.  12.  174  380  23.2.  4424815-0“1  31.  12.]105  334  23.9.6060338950
19077291990  31.  12.  193  806  23.1.  47117|  31.  12.|1  996  23.  1.  1839  3883)  .
1908  70  451  81.  8.  157784  23.11.|47  363|15  971178  31.3.89742  23.11.|1579496755
19007  738%  31.  12.  206215  28.2.44328430.  6  20.  1781  5166
191074059%  %  31.  12  201  583  28.11.45  02%  31.  12.  1  24%  5
19111116877./  31.3.  149  911  28.7.42  622631.  3.15  115  23.9.107735%
19128  109|82),%  31.  12  155  197  23.1.487061  180  20.  2.  47  010  23.  44257|3144
191368  907  28.  2.  108  828  22.11.4·1%  22
1914½%  N1.  12  20  118  14785  239  2907  23.  10|469  4803
1915  14  331656%.  1.  10  28.  o  7.1.44619  15.8.216846383
1916  11442%½%  2.  15  107  31.  12.362  N1.  1.  7708  23.11.135  1066%%
1911448  12744  31.  12  5088S8%  31.  10  2762  30..  60  —
1918  962/0,  01  11..  13348  23.  6.  4578  438  15.  11.)  2363  23.7.  21  4  05
19191  9204  933  7.  10.)  27  859  28.1043256  2035  23.  3.  12  2—
1920  11  367  Sy  1  7.91  108  5140  J0.0.,300  8
192119  7368,  23.  6.  128  105,  31.3.2024512|  37041  6.,8.  7  908
1922—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  -
1923  –  E  –  —  —  –  —  —  —  —  —  —  —
19244  3  4  71  115089260%  31.  1  295  077  7.12.9984276

—  ——–  —

1)  Für  die  lahre  1922  und  1923  künnen  hrauckibnre  Ziflern  nicht  gegehen  wertden.
        <pb n="283" />
        83

Tabelle  47
Verteilung  auf  die  verschiedenen  Unterpfuncler)
für  1924  in  Tausencl  Reichsmark
Aul  Ldelmetalle  Shunnung
Wuren  (Gold  und  Silber)  Durduduiil-  Ins  gesamt  —
..-.«  Das-Ic-  EllMsENip  urchschnitl-  ’’  slen  unt
—————–  u-oiinr  hertankf  Höchster  hestand  Pieckrickter  E-  lahr
—i  #  E(—1
llalum  Beirag  DulumBelrag  en  4%  Ver  Ve-  Betrag  —  DatumBerag  DtomHerag  —.
Sp.  155  —  “  (Ip.  18)
12  n  uhln  19  JFll  6  10Np  5  u  Jz
31.3.14013  23.11.7037|  166%  677  3150  98411  7.  11219  23.  5.44852  1876
31.3|9  153.2943  278  57308  3  30.9.  126  909,  23.7.  4111=31.
  87209  15.  9.  21431  11444„  50S  0%  i  31.  12.  115  540  23.  2.
15.3.806  23.9423  %233  9999,  1  30.6.  156  276  23.2.70256540%1
7.  4.67  23.9.  2306  B  8  8  106  029%%  „  31.  12.|197  208  23.  2.75  2641  %  1896
31.  12.  5532  23.0.  2700  5  380017,  31.  12.  146  227  23.8.63  8214%  1900
31.  1.  2  SSOOD3S3  3?72829%  31.  12.  23.
30.  4333B3S  S,  31.12.189  944  23.8.55  493
7.  2.  4834  7.9  147  xy  348314  .  12.  212671  23.7.50
15.  3.  4856  15.8.2018  7  674180%  31.  12.  215  051  23.11.475%
30.  46286  15.9.1647  9  7  2083%%  30.  12.204  340  23.2.  46  618
31.3.5948  15.  9.  27441  9  9  983631  31.12.284  520  22.9.0  s8092  1906
23.3.  56998  23.6247911  9  9  98140%  31.  12.  364  298.  23.  1.54000  316,  1907
7.  4.  8204  15.8.  30411  9  6  9397  31.3.25  687  23.11.58  3489
31.3|9227  15.8.  354323  8311  687  59168  381.12.292  000  23.2.53  5997  1909
7.  3.  7768  15.  8.311  786  6  98443|,  31.  12.  370  777  23.  11.53  608  1910
31.3.6282  7.818933  67  7895866%  .2626  22.7.444
31.  120.  481495  15.  8.  120  +–N1.  12.  170  704  21..  140,0  18912
31.  3.  10  198|  30.9.  266#..]  —65451  28.2.  184  288,  22.  11.|
31.  3.98575  23.12.  9561unnu.  1535609J  7.38.226292  31.12|220½%
15.  111  310  15.  11.  11111U  7.  1.63  841|  23.9.12  327
7.  1.  314  3.,  31.  12.  444A4  3  212576%30.  11216682.  9.  648%  „1916
31.  3.  491  31.12.  O9764%  15.  S...  1  5111  8724  1817
20.  6.  192  23.12.  1111  5o  15.  11|  15  7082.G.%
28.  8.  20.  —  ———2  7.  10.  27  1%%  1
23.  9.  6  —  —.101  —129  7.9.840  40  9.  3709  233,5  1920
23.  5312968  —  –  —  —  —  25178%%%  23.  6.  127  648  31.  3.  O5S5
—  —  —  ——--  --—--——-——"-;——  —  —1922
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  t  —  —  —  1923
23.3.55  575  31.  10.179420  4½%  1503  1119  957  6,2  31.1.  520  7.  1248135%
        <pb n="284" />
        84

Tabelle  42

Cliederung  der  Lombardbestände  nach  den  Berufsklassen
der  Darlehnsnchmer  1

Stückzalhl  :„  (en  Summe  ln  Inni-Berufsklassen
  und  Geschüftsbetriche  ier  vv.  er  vor.der  aus-  lrozenten  sahnittlicher
luntienen  aller  nus-  Beirnz
der  Darlehnsnehmer  fanel=  bundenen)stchenden  elleuclen  des
Aheine  l  lani-  Durleline  Darlechne  Darlchen
scheine
1  2  3  5  ü
Nach  clem  Stancle  vom  153.  Juni  1011
Mark  Mark
Banken  und  Bankier  ........  1  493  25,p  25  005  900  38,0  16  749
Kaufleute  und  handeltreibende  Gesellschaften  ...·....  1240  21,5  10  219  250  15,  8241
Industrielle  und  Industriegesellschaften  ..  791  13,  14  149  500  21,#  17  888
Landwirte,  landwirtschaftliche  Cewerbe-  and  fabritbetrieber  ..  228  3,0  2  632900  Z,  8916
Ullentliche  Sparkassen.  ..  ...  293  5,1  4  152  100  0,#  14  174
Cenossenschaften  aller  Art  ...............  133  2,3  2  070  400  Z,  15  567
Privatpersonen  /  .  1  358  23,#  6  162  950  0  4538
Sonstieeee  239  -*  2  063  200  3-1  8  633
Insgesamt  5775  100,  65  856  200  100,0  11  404

Nach  dem  Stande  vom  30.  Juni  1011

Mark-  Mark

Banken  und  Bankiers  ........  1605  26,0  29  378  900  30.  19  521
Kaufleute  und  handeltreibende  Gesellschaften  ........  1231  21,2  10  376  600  134,0  8  429
Industrielle  und  Industriegesollschaften  ..  ..  788  13,6  13  450  700  18.  17  069
Landwirte,  landwirtschaftliche  Gewerbe-  und  kabrikbei  iebe.  ..  226  4,1  2  165  300  2,9  9  537
Ullentliche  Sparkassen  ...  292  5,0  5  314  100  7,*  18  199
Cenossenschaften  aller  0ttt  .  .  ....  133  2,3  2x029  000  2,7  15256
Privaipersongen::  1  361  23,5  5  729  450  7.8  4210
Sonstiennnnnnnnneneee  252  4  6  542  400  23  21993

Insgesamt  5  788  100,0  73  976  450  100,0  12  781

Nach  dem  Stande  vom  30.  Juni  1925

All  T
Banken  und  Bankiers  ......·.  627  8o,  b  44  647  600  96,  71208
Kaufleute  und  handeltreibende  Geselischaften  ...,.....  22  2,8  113  500  0,2  5  159
Industrielle  und  Industriegesellschaften  ..  ..  27  3,5  1  165  800  2,5  43  178
Landwirte,  landwirtschaftliche  Gewerbe-  und  Fabrikbetricbe!  ..  11  1,4  41  800  ·  93800
Ullentliche  Sparkassen  ..  59  7,6  306  200  o,7  5190
Cenossenschalften  aller  Art.  ..  .  ..  ....  19  2,4  144  200  0,  7589
Privatpersonen  10  1,3  22900  A  2290
Sonsteeeee  3  ½%  11  400  —  3800

Insgesumt  778  100,0

Nach  dem  Stande  vom  15.  Juli  1925

46  453  400  100,0  59  700

ET

Banken  und  Bankiers  ........  644  79,8  11  204  000  83,4  17  398
Kaufleute  und  handeltreibende  Gesellschaltrn  24  3,0  100  300  Oebs  4179
Industrielle  und  Industriegesellschaften  ..  27  3,3  1  776  800  13,2  65  807
Landwirte,  landwirtschaftliche  Gswerbe-  und  Pbeikbettiebe:  ..  11  1.3  43  000  0,t  3909
UOffentliche  Sparkassen  ..  ..  66  8.5  112  000  R  1697
Genossenschaften  aller  Art..  ....  .  .  .  ..  21  2,6  149  000  .  7095
Privatpersoens:#  11  7,4  34  100  ·0  3  100
Sonstieeeeeee  3  0“  11  400  0,1  8800

Insgesamt  907  100,0  13  430  600  100,0  16  643

1)  Siche  auch  die  Fleichartigen  Tabellen  in  der  Jubiläumsdenkschrift  „Die  Reichsbank  1876  bis  1900“  S.  371
nach  dem  Stande  vom  30.  September  1900  und  in  dem  Tabellenwerk  „Die  Reichsbank  1676  bis  1910“  S.  171  nach
dem  Stande  vom  15.  Sepltember  1909.
        <pb n="285" />
        85

Tabelle  43
Uhbersicht
über  den  Geschäftsverkehr  der  Darlehnskassen  des  Reichs!)
Aus.  Zurück-  Darlehnshestand  am  Ende  des  Jahres  Anut.  1  Plandscheine
Jahr  sE—’  R  Wichtene  gezahlte  „  n“xZäi  auf  *  ek  2  "  ene  il  ir  —’i
arlehne  Darlehnesnsgesam  papiere  Waren  Zinsen  9—  i1  W  %  „
beires  beues  beias  Betat  betres  eirat  Deiras  Stucke  Studt  Silck  Sillck
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12
Tausend  U  Jausend  M.  Tausend  M.  Hauseud  UI  |Hausend  M.sens  lsd  M
1914  4794  389  3  055  770  1  738  619  1  317  152  1268  714  48  438  16  479  —  857314  z26  31  405
1915  16  844  212  8937416  7  906  796  2347772  2  205  682  142  090  59  237  81  405|3  023  822  66
1916  38  901  668  19  980  908  18  920  760  3  407  920  3272740  135  180  90  638  44  602
1917  68  544  3396  412  883  32  131  455  7  689  348  7  600  804  88  544  220  268  50  021|  23652|22  463|51210
1918  91  702  7919  819  535111  883  268  15  625  61114  132  345  1  493  266  459  053  51  210|1  08623  36743929
191914  213  240  111741252  102  471999  874  24  186  824  708  050  907  751  43  929  26  847/26  8594  917
1920  572  548  667  589  964  260  526  13434334  783  1  191  351  1  432  983  2  917|1  178|23  55|35  510
19214  862  770  370  S22  392  391040  3781  15  308  181122  517  1  185  631  986  025  35  510.  8  864/16  44327931
1922  2899  607  73711  568  171  33018381  436  407/252  O(8  072  210  406  797  41  636  2755329437379314  158|  15  638|21  451
Trilionen  M.  ionen  Trillionen  M  ilionen  M.  lionen  V  Tritonen  M.lionen  t

1923  186.5  97,9  88,6  9,32)  6.1  3,0  0,57  21  451867117  c0  n  2219
19242)  395.1  193,5  201.6  1,3  0,4  0,9  0.35  22191  13961  31481  467

–m  —  —

vom  17.  3.  1924  (RAnz.  Nr.  75  vom  28.  J.  1924)  wurde  die  Schliellun
Errichtung  der  Darlehnskassen  ging  das
kassen  des  Reichs  über.

2)  Einschl.  u.  16  Trillionen  Mark  Darlehne  ohne  Ent  wertungsklausel.

à)  Die  Ziffern  für  1924  beziehen  sich  auf  d
(vgl.  Anm.  1).  Die  endgültige  Liquidation  der  Geschäfte  zog  sich  durch  das  Jahr  1924  hi

ombardgeschäft  der

und  Auflösun
eichsbank  zum  ¾l-1n.



1)  Die  Darlehuskassen  wurcken  durch  Gesetz  vom  4.  8.  1914  (RGBI.  S.  340)  errichtet.  Durch  Bekanntmachung
zum  30.  April  1924  angeordnet.  Mit
berwiegenden  Teil  auf  die  Darlehnsic

  Zeit  bis  zum  30.  April  1924,  baw.  auf  den  Stand  vom  30.  April  1924
        <pb n="286" />
        86

Die  gesamte  zins-Betrüge

  bis  1021  in  Tausend  Mark,

—  —

—  —

——

—

Wechaelanlage?)  1.ombardanlage

Hobr  t.  Hôchster  Stand  Niecdvrigster  Stand  #.  Sannnu  Müähe  löchster  Stund  Niclrigster  Siand  taen
Beirng  HDatm#s  lleira  VDatum  Beimg  Deime  Reirag  Datum  Beirag  q  Iatum  Reumng  —

1  —.  93  *v**“  5  —  –  *  9  –  *  "  é“  2  &amp;amp;W*i“  –4

..-  !  «  I

««  :  «  J-1876
  402  900  7.7.  4173  175  15.3.35984  1371911  50994  1.  62  1c996.  ö.52  17297
1881  345  720  Jl.  12.  451660  15.  3.  286  553  165  027  57  308  30.0.  126  000  28.7.  41671  685  8
1886  397  070  31.  12  540  000  15.3.  318  559  227491  50  075  31.12  115  510  23.2.  I7  232  798317
1891  525  910  15.5  024887  23.2.  446  062  178  935  30.  6.  156  276.  23.2.  70252  S0e  or
1800  640  304  30.9.  790  507  15.  2.  500  938  298  5600  106  020  31.  121.1  08½  75263  121910
1900  800  180  31.12.1088  221  I  23.2.  680  7388  407  583  80  017  31.12.10  22723.  8.  63  8221  82406
19001  345  350  30.9.123  675  029  390  7300725829  01.12.01  438  23.5.  54  6380  106  8
1992  770  502  J1.12..  3.  701  9390  38242451137  891.12.4180  914  23.  8.  55  499  134  451
1903  8345  737  31.12.1188  434  7.3.  669  555  468  87J831  31.12.212  71  23.7.  50  615  102  00
19004  823  351  31.3.1093  485  23.  2.  7362718  360767  74180  31.12.215051  23.11.14733  170  a16
1905  gos  816  30.90.133211  61  00  300.  12.204  23.2.4613772
1900  se  445  29.9.1  15.2.  774338,,  621  06ö0  53631  31.12.284520  22..  0  doo  233021
19071104  ös7  31.12.4408  503  15.2.  863  011  629682  9#  140  31.  12  364208  23.1.  54000  310  205
1908  N  %da1U.2  44  Nl.  .  255  067,  23.11.  202  330
1900  30.  9.232  723045,  58108Syös!l  31.12  292  000  23.2.  53  5040  233  401
1910  9Lo  446  30.0.  15  2.  743  0264  791  38208443  31.12.7070  „2.11.SOG317079
19111  107  77  31.12.17926410  23.2.831  362  9612848958  31.3.4201  264  41  227.140
19121238  825  1.  12.22  e  17  1036  997  682430  31.  12.  1767041  24.  1.  53  177  129527
19131135996|  1.1731921  22.11  840  405  885  426  85  451  26.2.  184  W8  22.111183718  190  540
1814  1425  653  18.428  750  802  2229002  73  569  7.8.  220  22¾  .  12.22870  2093422
1915  670  977]  1.  1120146  7.2.  40  261  698  8977  215624  7.  1.  038114.  12  879  bi  402
1016  711369  1  20.  4.  804  640  29.  1.  542  859  201  781  12  576  1.  21  668  M  12  o10
1017  446  828  0.  1.  689  6841  30.11.31193  976  4  13.  8.  10  601.  5  111  8520
1018  27418431.  1.  420  1768.  7.  10.  217  8o8  218275  7444  15.  11.  15  7089  1798  10  910
191199  W8251  s  15.12.5250405315.5.  want-Mann  o752·7.10.  27978-1-23.10.  «Io71  23007
IoaoaaskssoHaa604937055151.  3957755058001  1egso7.o.  34040%  87009  30  281
191  1780  540  15.  1.  2863  4386  7.  11.  755  207  2208  2312517  1  23.0.  127  613  31.  3.  2  805  121838
1922  15  —  –  Fj:..  —  –  —  —  —  »  —  .  —
1923  —  —  —  —  —  —  —  —  —
1924  17  o66  .  10.  r.  1.  1989  635131.  1.39502.35  328385

Wortpapierc,  insbesondere  der  Heichsschatzanweisungen.

1)  EFür  dic  Jahre  1922  und  1923  können  brauchbare  Zillern  nicht

.)  Scit  1910  einschliesllich  der  angekaulicn  Schedks  aufs  lnland.  deren)
2)  Die  vorsichendien  TZillern.
B(:.  vom  14.  3.  75  diskontierten  Ellek

W  werden.
»  ItaukindiesemJohkcatskgctmmmcnwasch-.
ctttlsulteubsszutnlalsrclMcitjsklilielllidsnukdicbotriigotlckcasiill§13.2(lcs
torkel.intelcllnklixtehVerloslokotlckmileines-bogiimmtenvekkolzcilver-seltener

IIIkolclcuitusimsotlcsFtzJelosalsouUc.lcauklctlic
        <pb n="287" />
        87

Tabelle  44
tragende  Kapitalanlage)
fü#r  1924  in  Iauscnd  Bcichsmaurk
Ellektenanluge:)  .  Gesamtonlage
s  Tlöchster  Stand  Niedrigster  Stand  St-  ini  IIöchster  Stand  Niedrigster  Stand  Sansno  140%
'.
Deirag  Dalum  Deirng  Datuin  Neueg  Detnag  Beirn  Uatuin  Belug  Lalnm.  Being  Beirag
s
1  1  6  1  13  115  20  7  *——..————
I.  ;-  El
2071.12.  059  31.1.  151  104  524  850  15.8  a87  503/  137  066  1876
2229110.4.  40  705  23.  9.  3046  5890  255  1  15.3.  951  708,  297  4021881
38  O00ö8.  G#  cos,  7.6.  3  514  55089.  724  482  1  15.3  395  3324  320  1914480
12971.1.  40  260  7.9.  826  40064  768  180  1  23.2  542  60768202  1
6906  11  7808.  1.  30511  8120  5  202  31.12.  4  15.2.  öss  31
20  11081.12.  84797  23.38.  40  6078440  v  31.  12..  761  66057  700  1000
53  667  15.  4.  12944  10.  439  129  40-12..12290|  7.3.  807  801  175071
72  150  ]  80.  11.  101  1898.8.  4341  186  84914179  31.  12.402  782  7.  6.  781  37021  41244
s80  998  15.4.  219  8357.8.  17311  2176261  5661-  12.  1461628  23.2.  60’  2111  1003
91292  30.9.  223  5ö38|15.3.h  11  5141  2120244  bss  826  80.0.  1  436  494  15.3.  s30  393605  Odon  1090
105  966  15.  4.  250  166  31.  5.  2065  2468  1011  1086  505,  30.9.007  526  15.  2.  77586ö0N105
117  oss  31.  12.  262  607/  31.5.  6216  256  451411190  164  31.12.16  170  7.  6.  doo  88
——  7.1.  260  727  26.  8.  11426  249301  1302370  a1.  12.S  2.  10005661  070  130]  100
140  577  31.  12.  304  890  16.  0.  24  429  8609970  1208  703  31.  12.  1720045.  8.  0  728  1386  1006
278  526  16.  6.  bos  c6ß0%  11114  N36  70  l  12.  1861046  23.  2.  vo  oa7  Sz1000109
16  99.1.  a56  381.11.  40%16  315704209  820  .  165  066  0ös  31%O
4807|  7.10.  156  23945  13682  154  8711201  562/1.,.  12.  2058  769/23.  2.  6884  875|]  1  178  69091
20  072  30.  p.  109  706..  2233  107  47139  82
0  786  81.  12.  40  410  3  566  399844  317  222  /81.12.12  23.  B.3o0  lois
860  302  31.  12..27720722.  200  2641  271  818359  61431.8  5  olg  922  23.6  1073  694
3  860  074  30.9“„9  .4  4204  %O44OO0
ö50  1u  261%  10082  3294%½2.4.2%%%%  844  22.4.47710900729714
10  170  o2%  .  15  „631  350%  601  207  29.1.2
10  300  160  31.12.271  121  4  2  4112.222  23.  2.  12  453  35  14
277  31.12.41  45  275.%%.12.41  818  402.250711000|10  847  46359
403  a83  31.12.57  800  12½  1  4661  11.  12.C  822  0  1  2.  1.4  2
71520  362  31.  12.  32  526  818.  1.  27  Os  31.  12.  1#  597  ois  22.  1.  46  592  121
E  E  ,—-  —  –  —  —  —  —  —  —  1922
—  —  —  —  —  —  1  —  —.  —,  —  1923
56  714  f  3.  4.  1  N  1.  12  0197219227361  91.10.  250  0  7.  1.  G6EGS  626  1782276|  1924

Reichsbank  bis  dahin  nicht.  Scil  d#em  Jahre  1901  hielt  sic  im  1uteressc  ihrer  Austraggeber.  hauptsüchlich  der  Hinterleger
  von  olfenen  Depois,  cinen  chrünkten  Vorrat  lombardlfähiger  Eflekten  in  kleinen  Stlden.  Ab  1014  besiand
diec  Elleklenanlage  hunptsächlich  aus  den  Hoichsschatzamweisungen,  die  nach  #  3  des  Ges.  vom  4.  8.  14  (NCBl.  S.  327)
den  in  8  I7  des  alten  BC.  bezeichneien  Wechsecln  gleichstanden.
        <pb n="288" />
        <pb n="289" />
        Grundstückke  und  Cebäude

89

Tabelle  45

Zugan  -  Bunkgebüude  Mietsertra
Wert  am  (lurch  #nkau  d  4  "r  a  s  Fltetarrtras  und  Crundstucke  der
Jahr  Juhresschlusse  Neu-  und  urch  ers  s  6  An  rlr  1  der  Reichsbank  Grundstücke
Umbauten  Pr.  ruudstũde)  in  Berlin  in  Berlin!)
dlark  t.  dlark  rt.  dark.  yt.  Alark  ut.  ——.—...p
1  2  a  1  5  6  7
1875  12  751  01285  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
1876  13  278  01285  530  000  3  000  38  828  9996  165  012  8527587  74
1881  18  633  000  —  10  400  —  36988138  400  27  763
1886  19  888  500  —  225  000  —  36  507  90  7  159  400  —  27  841  65
1891  22261  5000  —  744  000%  —  —  48  118  30  7  159  400  28  694  30
1896  33  196  70  +¼  265  000  27011  —  1426900  12  510—
1900  36  026  000  —  530  800—  128  500  44540  29114269  600  26  222  —
1901  37  267  200  6  500  —  135  300  A—4440  23216  50
1902  40  552  900  —  3  455  400—  169  700  32!750  14269  600  13  96600  —
1903  42  523  8600  1  971  700  800  32  180  25  14  269  600  —  13  016  67
1904  45  416  700  +—8  3OO  OO  Hü.3S  OD  14347  OCO  12  930
1905  47  509  600—  2389  56302  296  663|214  466  —47“2  000  13  080
1906  50  095  400  2  835  300  —249500  HTO  11  205
1907  54  787  40|  4983  500—  291  500  33  819  1814742  000  10  580
1908  56  989  O000  —  2202  300—  700/—  30  349  08  14742  000  —  8  480  —
1909  59  292  70  2  436  700  —  133  00|]  CCOOO  7780  —
1910  62  052  100  2  874  400—  115  000  HHs93222  7780  —
1911  63  334  70020N  32  035  514  742  000  7  630  —
1912  67  022  962  3855  4602  —  167200  —  90011  194742|  000  —  7180  —
1913  68  034  8624  1  400  +1  OOC  #  7180  —
1914  78245  5910  345  979  135243  ——42198  544221561  861  40
1915  78  853  28  —  607  700  —  —411  354  82
1916  84  088  88  5321  100  —  86  000464851  504  S41  79  2
1917  86  014658  96700  —451371  861  27  326  910  349806  95
1918  85  838  8866—  361  500  +  537352  —868  33704427370  500  ——2  08
1919  85  005  8966  —  27700)0  +  B  17  27370500  247  26
1920  83  79  163—  12490000  –  40
19211100  920  885  —  OCO—  %  35  10
1922  101  790  395—¾3O0  503  5600  5OO  —  616  159  90
Billionen  M  Billionen  U
1923  102  592  9055  —  20  1  890  400  6  38  451  500  392,;66
Æ.  Au  Au  —t  T  4
1924  30  000  000°—  —  —  412  192  47  –  252  214  12

1)  Abgesehen  von  der  Benutzung  zu  Dienstzwecken  und  Dienstwohnungen.
2)  Mit  Inkralttireten  des  BG.  vom  30.  8.  24  wurde  das  Grundeigentum  der  Reichsbank  nuf  Reichsmark
um  esteilt  und  —  vorbehaltlich  der  endgültigen  Festsetzung  gemüß  38  des  neuen  BG.  —  vorlüufig  mit  30  Millionen  RM
ewertet.
        <pb n="290" />
        Offizi

lle

—  —  —   —

—  —  —  —-Diskonisatz

  Lombardeinssalz
Celtungzsädauer  Z  im  Jahrcs  im  Johres-14
  durch--  Je-  durchvom
  15  18s  weiliger#chnitt!)  weiligerschnint  #y)
Proxent  l'rurent  Priozent  Prozen
s—.  —  ——  —
10.  Dezember  1890-).  II.  Januur  1000  7  6,036  8  6.030
12.  Junuar  1000.  26.  Januar  .  .  6  —  7  —
27.  Januar  12.  Juli  „  .%  57#  –  67“  *
13.  Juli  "„  25.  Februnr  1001  .  5  5,#333  6  6,333
20.  Februnr  1001  21.  April  47½  51/4  —
22.  April  .  17.  Juni  4  5  5  —
18.  Juni  .  22.  Schiember  37#  —  4  «
23.Ses)tctul)ok.«.  17.Jmmnr  1902  4029  5  5.000
18.  Januar  1002  10.  Fehruar  .  35  —  4½  —
II.  Februar  3.  Okicher  4  3  4  —
4.  Oktober  .%  10.  Februar  1005  4  3,321  5  421
II.  Februnr  1007  7.  Juni  *  3#½  –  45½  –
8.  Juni  n"„  10.  Oklober  14004  4  —  5  4,837
II.  Okiober  100.  9.  Januar  1905  5  4,222  6  5.222
10.  Januar  1007  13.  Februar  .  4  —  5  —
14  Februar  24.  Februar  88  ---  48  —
25.  Februar  ..  10.scptcml)ck  3  7#  —
II.  September  2.  Okiober  4  5  —
3.  Oktober  .  3.  Norember  5  —  6  —
4.  November  1410.  Dezember  58  —  6  —
1I1.  Dezember  17.  Januur  1000  6  2817  7  4.817
18.  Januar  1000  22.  Mui  5  —  6  —
23.  Mai  .  17.  Sentemher  45#  —  57#  —
18.  Seplember  9.  Oklober  5  —  6  —
10.  Okiober  .  I7.  Degzember  6  —  7  —
18.  Dozember  „  21.  Januar  1907  7  6,140  8  6,119
22.  Jununr#  10.  22.  April  6  7  —
23.  April  28.  Oktober  577  —  67  –
29.  Oktober  7.  Notr#mber  „  61/7%  ---  74  —4
8.  Norcember  7  12.  Jonnar  1908.  74  6,033  875  7.093
13.  Januar  1908  24.  Junuar  6  —  77#  ·-25.Innuor
  ..  6.  Mürz  6  —  7  —
7.  März  20.  April  52  —  6  –
2.  April  3.  Juni  5  —  6
4.  Juni  .  17.  Juni  *.  4½  5##½  –
18.  Juni  „  15.  Februsr  1000  4  476  6  5,764
16.  Februnr  1900  10.  Seplember  3“  —  4½  —
1)  Bei  Errechnung  des  jährlicen  durdisdinittlichen  Zinslulles  ist  der  Alonat  mit  30  Tuagen  ungenommen.

„,  Wegen  der  früheren  sahro  vgl.  Tabelle  75  des  LTubellenwerks  „Die  Reichsbank  1876
2)  Finssatz  für  wertbeslündige

durlehne  ohne  Entwerlungsklausel:
vom  15.  9.  1923—  7.  10.  1923  von  J1  &amp;amp;.  dazu  X  X  (iebührenzuschlag  für  den  Tug.

*½

8.  10.  1023—20.

dung  gekommen.

I.  1924

mbarddarlehne.

bis  1910“.

Nebenher  bestond  noch  ein  Zinssalz  für  Mark-Lombord--„

  108  PF.  letzterer  Satz  ist  praktisch  bn  Jukre  1924  nicht  mehr  zur  Anwen--
        <pb n="291" />
        L

Taobelle  46
77.  r%
Zinssitze
Diskontsatz  Lombardeinssutz
Celitungseielnuuer  .  im  Johres  im  Jahres-#
  An  "  durch--  «  Au-  durchvom
  heis  Weinecrhlchnitt  1,1Wllgers  )
e#  Proreni  lrozeni  In“ent
–  —  „  *  s—e“.o.C.  b
20.  Sepicember  1999  10.  Oklober  1900  4  —  5  —
II.  Oklober  „  20.  Junuar  1910  9  9.925  6  4,  025
21.  Junuar  1910  Februar  .  JZH  —  ZIH  -—-10.
  Fchrnar  Schlember  4  —  5  —
26.  Sepiember  „  5.  Februnr  101  5  4,846  6  5,340
6.  Fchrunr  10olI  I.  Februanr  .  44  —  54  —
18.  Februar  18.  Sepiember  .  4  —  6  ---10.
  September  10.  Juni  1912  5  4,397  6  5,307
11.  Juni  (10l2  B.  Oklober  48  —  57½  —.
24.  Oktober  13.  Novemper  5  —  6  —.
14.  Nurember  26.  Oktober  1013  6  4,940  7  5,946
2.  Oklober  101#  II.  Degxember  5|4  —  6  —
2.  Deremiber  .  21.  Jonnur  1917  v  5  8  6  6,  385
22.  JIununr  1914  4.  Fehruar  .  48  —  54  E
5.  lehbruar  .  750.  Juli  —  5  –
31.  Juli  4  3I.  Juli  .  5  —  6  –
I.  August  *  22  Dezgecmbar  „  6  —  7  *
zember  31.  »  5  4888  6  5.88
I.  Januur  1915  31  ,  1013  5  5  6  6
.  1916  31.  1916  5  5  6  U
I.  1917  Sl.  1917  5  5  6  #
1.  1918  .t.  1018  5  5  6  6
l.  1919  31.  1919  5  6  6  6
I.  %%  1020  31.  »  1920  5  6  6  #
I.  p  1921  SI.  »  1921  5  5  6  6
1.  „  1922  N.  Juli  10½2  5  —  #u  —
B.  Juli  „  27.  Augusl  6  –  7  —
W.  August  4  20.  September  7  —
II.  Seplember  12.  Novrember  8  9  —
13.  Norcmber  17.  Ianuar  1925  10  6,11  11  7.211
#  Jnnur  19  22.  April  .  12  —  13  —
23.  April  »  1.  August  18  –  19  —
2.  August  »  lxscptcsthck..  30  —  31  —
15.  September  2.  Dezembeer  90  3)  10  2
.  Dezember  25.  Februar  1925  10  10  127½  2
.  Fobruar  1925  SlI.  Derzember  9  9,153  11  11.153

20.  1.  1924  ein  Diskontsatz  von  90

)  Zinssalz  lür  vertbeslintlige  Kredite.  Nebeuher  bestand  für  Aurkkredile  ohuc  Enlwertungsklausel  nock  bis

.  der  im

Dbruuchbar  sind.

·  »  las-tothpralctlschnichtmcltkzukmmca
«)FiiktlnsjuluslpLzstsultltoJaltkestlukdisdssulloniclslermittelt.tltstlicsezukekgles

d

ung  81.
ichszwecken  vüllig  un-
        <pb n="292" />
        <pb n="293" />
        93

Tabelle  47

Otlizielle  Diskontsütze  nach  der  Zahl  ihrer  Anderungen
und  nach  ihrer  Gültigkeitsdauer

Zahl  der

Ande-  Zahl  der  Tage  mit  cinem  Diskontsatze  von

rungen
Jahr  des  10

Diskon555%  4%"  J  6  62  7  17/  89  10  1218  30  90  Prosctri  für
satzes  Proz.  Proæz.  Proz.  Proz.  Pruz.  Proz.  Proz.  Proz.  Proz.  Pro.ro.roz.Pror.  Proz.Proz.#.#.  *o
1  2  3  5  7  8  9  10  #1  12  13  1  15  14  12  18  19  20
1876  6  —  53208  661  17  16  —  —|——M—  S  —  —
1877  7  —  —  12121  321  77  39  —  —  —  —  .  —  —  —  —  —  —  —  —
1878  3  —  —  218  40  10  W  ê  /(⅛äSHôH  —  —
1879  6  141JT7119!99–  —  —  A  —  —
1880  5  —  —279992128  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
1881  3  —  —  235——  74  51  —  —  —  H–  —  —
1882  5  —  —  17s8  715  13SD-  —  —
1883  1  —  3SHHH–)  —  —
1884  *—  —  360  —  —  —’  B!H  —  —  —
1885  3  —  —29937  24  „  —  —
1886  5  238  69  40  —  H  H  —  —
1887  2  230  —  1130.NMWDS%L  —  —
1888  2  2567925  -  —  —
1889  4  210—  5111Z  —  —
1890  3  —  —2144H  H  —  —
1891  4  9210241  —  111  —  —  —  —  —
1892  2  287—73HD  —  —
1893  3  115—  105  S  10  —  —
1894  2  32—  26—  8  —  ——  ——  —  —  —  —————  —  —  —  —
1895  1  311050%“HH  —  —
1696  3  205  —7½  JHH  .  —  —
1897  5  146%4½½  -  —  —
1898  6  51—  200—  4  10  —  —  —  —  —  —  —  —1—  —  —
1899  7  —  —  4066%%2BôI  —  —
1900  3  —  —  —  —  16866"  15  111.  —  —  –  —
1901  4  —  95544  5  [  —  —  —  —  —  H  —  —
1902  3  233  231104  —  —  —  M  T  —  —  —  —  —  H—  —  —
1903  2  —  11712431  öGéH  —  —  —  —  —Il  —  —  —
1904  1  —  —2880  H  —  H  SHH  —  —
1905  7  1906  115565—  40  2  77E-  —  —
1906  5  —  1115%5ô  1—  ——  ——  ——  ——  —  —  —
1907  4  —  —  —  —  —16  101  9211153  —  —H0  —  —
1908  6  —  —  193  1437  50|]42212M–  —  —
1909  3  —  214"  80  —  —  —  —  —  —
1910  3  —  —  226  18  1158  —  —  —N-  —  —
1911  3  —  —  12111  12  137  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
1912  3  —  131800  S5  —  —
1918  2  —  —19  456  +  —  —  —
1914  5  —  %U  INSJ)  —  —
1915  —  —  —  —600Jq’’3HTD  —  —
1916  —  —  ————85650|—  —  -  —-  —
1917  —  —  —  H—  38660  —  —  —  —  äêJ.äq,  —  —
1918  —  —  —  ——33600—  –  —  —  —  —  —  —  ——  —  —
1919  —  —  —  —  1360  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —1—  —  —
1920  —  —  —  ——  —  36000—F  —  —
1921  —  —  —  —  3680  –HU-’Cp□—H  —  —
1922  4  —  —  —  —  1201  —  30  —  23  —  52  —48  %  —  —
1923  4  —  W  [HH1  106  (2).)
1924  —  —  —W—  N—  —  —  600  (29)))—
1925  1  —  —  305  55  ——  —  —  —  —
11  ll

1)  Vom  29.  12.  1923  ab.
¾vn  Der  am  Anfang  des  Jahres  1924  noch  bestehende  Diskontsatz  für  Markkredite  (ohne  Entwertungeklause))
von  90  ist  im  Jahre  1924  praktisch  nicht  mehr  zur  Anwendung  gekommen.  Er  wurde  am  29.  1.  1924  aufler  Krakt  gesetzt.
        <pb n="294" />
        94

Offizielle  Diskontstitzc  an  den

In  Dro-Januar
  Vehbrunur  NMür  Vpril  Alni  Jnni

Jahr
7.  1  23.  a1.  1  24.  28.  1  7.  15  23.  31.  15.  23.  40.7.  15.  m.  J1...  15.  23.  38.
EEEIIIIIIEIIEIIIEIIIIIIEIIIIEIIIIIIEIEIEIE

—  .i  —-  i-  E!

18766x6k55444i444444344Z444;3,.·!3.53·-3,51sz-3·5
181  44  4  44  4  4414  4  4  4
16966  414  N3
18915,.5  4  44  3  3B  44  4t
1806  44  44444  S  SS  3  313  3·  H
190007  6  6  5.55.5  5,5,  5,56.5|5,5  .55,  5  5,  55,  5,  5,5
1900  5  5  555  5  5  4  4  3
1902  44  3.5|  3.55.5  3|333  3  333  33  338  3  33  3  3  3
1903  3  53
19094144¼¼%¼¼  4  44
19053  544444
19066J  S  5  5  5.  4%E  4,5  45
190776  6666G  66  6Gé6é  é6  6  6.5  5,55,5,  5.515,5,5  ,  5,
1908  7.5%%4
1900ff4  4  %  %  .  3,  5  3,  35  3,5
191  5  4  5  4  44  44  44  4
191155  554  4  44  44
191355  555  5  515  5  555  5  55  5  5  5  5
1913666666(6  61865618681661616  6  666  61616  6  6
1914555  45  4514  4  4  4  J44"  44  4
19155  55  5  5  55  55  5.555  5  55  5  5  "  5
191  5  „PP%%  5  555
117  15  5  55  5  55  56  5  555  515  515  5  5
19855  55  55  5
190)05  5  55  5  555  55  5  55  5  555  55  5  5  5  53
19205  55  5  5  55  55  5  5  5  5  5  5  51515  5
19227155é  SP5  5  5  555  5
1922  55  5  5  5  55  55  5  555  55  5  555  55  5
19231)
19242)0110  10  110  10  101010  10  10  10  10  10  10  101010  10  1010  10  110  0  10
EAELIIIIIIEIEIEIIIIIIEIIEIIIEIIIEIIIEIIIIILIIIIIIE

1)  Daer  vom  209.  12.  1925  ab  für  werthbeständige  Kredilte  gellende  Salz  heitug  10  TX.
lder  bis  20.  1.  1924  dunchen  noch  bestebende  Diskontsatz  für  Nlarkkrelite  (ohne  LEulwerlungsklaunsel)  von
&amp;amp;  ist  im  Jahre  19#4  prakfisch  nicht  mehr  zur  Anwendung  gekommen.
        <pb n="295" />
        95

Tabelle  45

einzelnen  Wochen-Abschluktagen

zenien

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—  —  —  —  —  —  ——  —  —  ————

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3  3  —  ————

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  ——  —

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2  8  —————.—.——.——..dI—————————

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        <pb n="296" />
        96

Verkehr  mit  den  Reichs-Kassen

  des  Reichs:  2eneralpostkasse  baw.  Oberpost-  »
wit  Amnahme  ilerjenigen  der  Relirna  Hunz  karien  und  Postkussen  h  Freusfische  Stactskssen.)
JIahrohl  Zall  Eahl  ·

derbe-Einnahme  Ausgabe  der  be.Einnahme  Ausgube-  er  beäEinnahme  Ausgabe

leiligten  leiligten  leiliglen

Kassen64  ——..—.—nQ..—GG[“——  beins

—  ——Dm.N.—  7  6  —  o
Iamend  M  Tausemel  M  Tausend  1#  Tanend  Al  Tauscuel  M  Tamen  M
1676  1  752  758  732  790  —  —  —  1  292  307  27  466
1881  1  536  092  535  456  —  —  —  1  360  686  364  362
1886  1  748  024  747  100  67  955  447  827  274  1  575  580  570  767
1691  1  1004  962  971871  188  469247  482  891  1  1  070  688  1  009  678
1826  20  1203970  1205  623  235  816  048  808  159  472  3860  049  3837  430
1900  45  4805  920  4823358  274  644  211  625  463  1  313  77550“2  7748  409
1001  46  5157  662  5144  a20  306  95s  520  98  õ16  1  603  8  477958  8  448  046
1902  47  5  420  848  5441771  323  1  082  503  1  082  508  1710  9184264  9044  060
1903  W  6  065  189  6  047  712  397  1  168  4490  1  168  449  2602  10  286  485  10  487  083
1904  98  6  573928  6  687  106  861  1255  670  1255  670  2980  11  157  366  11  159  689
1905  156  6934  320  0  985  871  381  1  404066  1  404  066  3065  11  860  859  11  856  865
1006  161  7  642  008  7  641  885  413  1559  510  1  559  510  252  14  690  R45  14  680  708
1907  169  0  216  038  9216  171  43  1720  505  1  726  505  3372  13  892  220  13  909  690
1908  180  8  871  807  8866  857  437  1  799  201  1799  201  3633  7190  690  17  187  079
1909  203  11  371  906  11  378  885  453  2  679  628  2  079  628  3815  18  702  577  18  730  731
1910  230  12  846  226  12  846  018  451  3  507  016  3  567  018  8910  18  750  954  18  776  877
1911  228  12  900  238  12  894  940  456  3  806  166  3808  166  8940  19  201  476  19  205  698
1012  240  14  108  868  14  108  134  49  4005  655  409  655  4082  20  832  275  20  879  655
1913  250  15  870  187  15  880  180  461  4  610  266  4610  266  414  22  477  77  22  451  180
1914  585  34  480  818  34  359  958  452  4939  983  4938  983  5392  35220  010  84  987  280
1015  668  93  368  422  93206  292  41  6278896  6278  896  6  6981  80  025  917  85  793227
1916  705  113  304  926  113  224  808  449  7295624  7  205  624  6041  102  340  783  102  399  446
1917  598  215  119  298  215  138  604  152  10  548  103  10  546  108  5  002  204  015  154  20  506  089
1913  668  800  508  816  208  075  878  164  11  839  111  11  889  111  7018  251  636  484  251  810  644
1919  1  111  050  779  606  650  612  694  454  16  598  054  10  506  954  5  725  805  142  913  304  130  198
1920  2750  1  468  299  730  1  456  477  916  476  42  105  711  4  105  711  3284  701  900  411  790  099  081
1921  9521  1  647207  720  144007  545  408  196  560  073  106  580  150  2492  750  606  0833  752  065  453
1922  a  652  8  529  751  860  84709  803  523  503  1  135  53  312  1131446  868  2  301  4398  000  248  4  309  368  466
1928)  —  —  —  —  —  —  —  —  —
Tausend  J  lousend  &amp;amp;4#.  Tausend  àA#  Tanend  #

1924  3182  21  817  754  21  268  177  620  25  022  078  25592  613  —  —  —

—  .

1)  Bis  zum  Lahre  169  beschränkte  sich  der  Verkehr  der  Reichsbank  mit  öffentlichen  Kassen  in  der  Hauptsache
  auf  die  Hcichshauptkasse,  die  Preustische  Ceneralstaatskasse.  die  Cencralpostkusse  sowie  die  Bndische  Ceneralstanalskasse,
  deren  Konten  damals  —  mil  Ausnahme  der  Ceneralpostkasse  —  dem  allgemeinen  Ciroverkehr  nicht  angeschlossen
  woren,  sondern  als  besondere  llauptbuchkonten  geluhrt  wurden.  Uber  die  Umsälze  onderer  öffentlicher
Kanger.  von  denen  eine  geringe  Anzohl  auch  schon  vor  1906  mit  der  Reichsbank  im  Giroverkehr  stand,  liegen  Augaben
ulht  vor.

In  den  Juhren  1696  bis  1898  wurden  die  besonderen  Konten  aulgelüst  und  der  Verkehr  mit  diesen  Kossen  über
Girokonio  geleilcl.,  der  —  nach  erlolgtem  Anschluff  weiterer  Kassen  —  seitdem  im  Cegensolz  zum  „Giroverkchr  der
Privaten“  als  der  „Cireverkehr  der  öffentlichen  Kassen“  in  den  Verwaltungsberichten  der  Reichsbonk  ausgewiesen  wird.

2)  Bis  1897  nur  Reichshouptkasse.
        <pb n="297" />
        und  Staatskassen.)

97

Tabelle  49

«.-s  ...-,  Kussen  der  Ubrigen  Gesamltumsüize
5  iie  Slaatskussen.)  Bundesstaaten  —?:  der  Reichs-  und  Stlants  Kassen
a  3  Zahl  Zahl  Jahr
r  be-  kEin-  —  LEinnahme  Ausgabe  Zusammen
*“  gten  nahme  Ausgube  Ehen  Einnnhmeussabe  der  #en  (Sp.  3.  K  2.  12.  1)  EGp.  4.  *  B.  i00  ¶Sp.  18  und  19
Kossen  Beirax  Nl##ng  Kussen  Ueing  Lielsag  Kassen  Beimg  Ueuar  Belmg
#11  12  4  1  1  is  i7  1  ——  *  21
Taunenel  1s  eutend  M  Tausend  A  Tausend  A  TInt#end  A#  TJamend  M  Tausend  M
1  7685  7622  —  —  —  3  1052745  1017  880  2  070  625  1876
1  14024  18  955  –  —  —  3  910  752  913  778  1824525  1881
1  14  093  18  808  –  —  —  70  1693  150  1656  510  9  851  000  18860
1  43208  42  280  —  —  —  191  2  617  095  2565  576  5182  071  1891
4  128794  12  034  —  —  —  740  6  008  867  597255  11986  122  1890
15  172  341  173790  115  666  990  863  625  1  762  14  244  560  14284646  28  479  195  1900
.—  198  712  198  821  122  956  394  949  585  2  115  15749  126  15  600  288  31  448  414  1901
42  107  162  197257  114  1  045591  1  059  835  2236  16  939  368  10  819  426  33768  789  1902
50  200  683  200  884  173  997  431  998  118  964  18  727  387  18  860  761  37  688  118  190S
53  208  702  208  178  132  1162  199  1  160  330  3883  20  3857  865  20  870  984  40  728849  1904
560  221  497  220  777  510  1  370  117  1  369  708  4168  21790  8149  21  787  280  43578129  19006
72  259269  257  057  528  1  456  846  1457236  4421  25  606  478  25  596  451  51  204  924  1006
71  267966  272  406  558  1  629  9238  1  630  670  4591  20  788  618  20  755  502  53  489  115  1907
76  270  889  277827  681  1  757  356  1751  652  6  016  29  896  6593  29882  516  59  778  409  1008
82  272  827  272  178  686  1894  422  1  805  668  5289  34981  360  31961  085  69  938  345  1909
v92  274287  273946  694  1  997921  2  000  677  5873  97  442  386  37463  531  74905  017  1010
—  818  973  319  278  700  2208540  2208  011  5409  38  4837  895  38  436  102  70  878  497  1911
102  810  706  311  648  780  2427  2201  2424035  5618  41  819  810  41  819  327  88  688  066066
16  206  072  295  969  844  2787  747  2790  192  5800  40  051  140  40  027  787  92  076  936  1913
84  616  787  616  394  284  59447915  866  9333  72447  81  196  942  80  714  543  161  911  4851914
20  105  007  1076  728  1  015  9729122  9728672  7755  196  477  364  196  172  815  892  650  179  1915
118  12399066.  1237276  1  047  9094  721  9133  068  8860  233  276  050  233  291  107  466  567  247  1916
84  1298  488  1292006  911  13077978ST  444  063  91  442  547  071  887  601042  1017
"2  1  011  072  01  570  11160  16  346  285242038  9861  582  008  778  580  475  850  1  102  470  628  1918
93  1305  255102651  07#  15  918923  15914672  8354  989  886  741  988  665  269  1978  501  010  1919
68  1  497  14514  6  687  25  300  17-2  25286082  7274  2319  199  169  2815  468  046  4684  607215  1920
42  1720  46  72306  148  do  398  550  80  451  028  7001  2626  552  841  260247772444f  1921
1#8  17  964  67011  468273668  110  271  019  284  6872  14  354  926  218342009  131  99443  564  OÖS  147  1922
Tiilllonen  M  Trulbenen  N  Tuilllonen  M
–  –  –  –  –  —  6649  9661.8  9066,6  19  530.3  19235)
Tausend  341#  Tanend  ###  Taunend  44
—  —  —  —  —  —  5785  69  5619  996  68  864  095  128884  090  1924

——  "

i)  Die  Ceneralpostkassc,  für  deren  Rechnung  die  oben  aeusgeführten  0  #beost.  und  Positkassen  bei  der

Reichsbank  die  entbehrlichen  Gel  Ider  einzahlten  und  die  benötigten  Summen  ubhoben,  hat  seit  1879  ein  Girokonio.
Seil  1.  Tebruer  1899  haben  auch  die  Oberpost-,  und  Post  kassen,  soweit  sie  ihren  Sitz  an  einem  Bankplatz  haben,
cigene  Girokonten.  Die  ZzZislern  für  1651  waren  im  einzelnen  nicht  mehr  leslaustellen  und  sind  doaher  in  hen  Gesumtuauamsäfzen
  (Spalten  17  bis  20)  auffer  Ansatz  geblieben.

Bis  1895  nur  Preuhische  Ceneralstaalskassc.
5)  Bis  1895  nur  Großherzoglich  Badische  Ceneralslantekasse.
6%%  Seit  ·  le  en  die  einzelnen  Umsatzziffern  für  die  oben  genannten  Kassen  der  Linder  nicht  mehr  vor.

Nent.  Vir  e  Umostz  s  12.  Hchoun  #6  des  Reichs  und  der  Lin  der  im  Rentenmarkgiroverkehr  beliefen  sich  für  193  auf

etrag  ist  in  den  obigen  Zilforn  nicht  enthalten.
2.  Tell  7
        <pb n="298" />
        98

Eingänge
Von  den  eingegungenen  Beträgen
lahrlurch  Zahlkarten  durch  Wuren  bestimmt
oder  Uüh  ·  insgesamt  für  eigene  uur  Lutzchrit
erwelsungen  cschnun  aul  das  Konto
Fostanweisungen  der  Reichel#enl  von  Girokunden
Slk  □BetragStückkäBetrag.Stück  BetregStück  □—BetrasStück  Betrag
1  2  2  "  2  6  10  u
A#lnenen  M  illionen  3,  Millionen  #  Almicnen  M  jAnlnen  ##
1910  1  607  2,5  45  674  1  148442  1  150,9  922  490,8  46359  660.1
1911  2  628  4,2  52  861  1339,66  55  489  1  343,ö120  563,.54259  780,8
19124416  7.8  54  300  1  42555  1  433,äö31581  597,.8  57  186  835,5
1918  4092  8.7  53  077  15550  57  169  1  563,.71  488  6044055  671  959,
1914  6598  19,7  50  395  1  538.  56993  1  55700  627,.7  583  465  930,2
1915  11037  40.2  45  508  17270  66645  1  707,.2  1589  738,.9094956  1  027.8
1916  20535  136.5  69  867  27725  90  402  2  9090  70  734  1  277,.859668  1  69185
1917  95279  509899  118  305  6698,90  218  84  72  609249  9130,7  144  3835  4078,1
1918  91722  858,6  131  111  9351,51  222833  10210,1  60  419  4623,8  162  414  5  566,8
19191  101  9644  14857,  1  205279  15  921,5  40  085  3057,3  165244  12864,2
1920  64  58423  S½
1921155  880  2955,02323  598  82854,8  379  S5  809565  56  088  36294,323  3700  49515,2
192231  954  23  409  67,  550  1
Trilliccen  M
1923  –  —  —  —  331  527  51  079,9  —  —  —  —
Aillionen  AK
1924  —  —  —  —  40  070  675.7  –  —  —  —

Die  für  die  Jahre  1910,  1923  und  124  lehlenden  Zillern  liegen  nicht  vor.
        <pb n="299" />
        99

Tobelle  50

verkehr  bei  der  Reichsbank)

Ausgäntge
Darunter  belanden  sich
durch  Ausstellung  durch  insgesomt  arunter  Pelanden  1%  Jahr
weiller  Schecks  Uberweisungen  6  Iüreigene  Rechnung  für  Rechnung
der  Reichsbank  von  Girokunden
Stück  Betras  StückBetrag  □Stückk.  Betras  sStud.  sBotras  s  Siuck  Betrag
14  14  13  1½  1  15  1  2  2  2
Aulliosen  àl  Kliliio  en  à.  Aumiocen  Alilicnen  Al  mionen  AI
45  182  605.7  5946  544,90  51  12  1  150,6  —  —  —  —  1910
30759  708,5  9241  635.2  40000  1343,7  8618  1272,5  7382  71,21911
32  676  714,8  11  517  719,2  44  193  1  483,5  84  986  1  312,6  9207  120,9  1912
34  781  738.0  15  739  82444  1562,4  37  860  1  345,8  13160  216,61913
38  496  750,4  16  043  805,6  54539  1  55600  41294  1  359,17  13245  196.0  1914
95  929  722,2  23  194  1  057,39123  1779,51105  007  1  400090  14026  378,6  1915
152  047  1088,9  46  818  1  799,0  198  865  2  887,9  167  326  224500  642,9  1916
222  188  3007,9  85  637  4083,4  7181,825  637  5  858,82  1  328,0  1917
262  20700  3882431558  6232,,98  826  10  114,5301  921  7848,691  907  2265,0  1918
327  182  5941,366  52“259  4115  GS36,52
253  083  19  410,1142  465
262  9599  36227,7  31071249  499,7  5736711485  667,449  32071  300,  1  2148561  14367,81021
!7378489  U4  L  O00O  052,  1022
.  "1·rlllloness.8l
—  —  —  —  5390911  18  209,  2  —  —  —  —  1923
Millionen  &amp;amp;#

—  —  —  —  158  051  656,5  —  —  —  —  1924
        <pb n="300" />
        100

im  Kontor  der  Reichs-Oltene



Nen  s—n–-d  Arüchheenomuwe  Besltand  um  Sl.  Iczember
Jahr  Nen#ssent  ler  Nennwenk  eiler  Zall  Slllderahl  E——  Nenawen  der  N“N93
Stiekuah!  We##npice##)  Stückrahl  Weripapiere!)  der  der  Wentp#her-  Depnta#)  einvelnen  ahrra
Dep#ne#en?)  Ueinu  Eanungen  6  „
eusend  Aoart  I..H.  .ausend  larg.12#3#4  Mai.
11112  M  4  5  6  7  8  9  -..p
1875  —  —  —  —  —  20  254  1  327  318  427  —
1876  17  790  292278  6  543  186  576  —  31  501  1  547  424  129  105  702
1881  33  313  506  637  23  842  398  053  —  88  661  2228  959  055  99685
1886  58  865  933777  49747  833  187  31  1711480053  3567  1  593  980  98  590
1891  55  467  682  878  35  536  524  356  46  449  220869  3920  2326  613  162  522
1896  56  667  854  025  55  350  776940  59  386  2066  051  3  726  2  798  111  77  085
1900  46  108  441  518  42  556  15  157  68  2288277137  4088  2888  780  26  361
1901  54077  53ç2  2321E22995  918  87  138
1902  56  931  550  867  54225  497  390  71  4442  4  442  2  029  396  53  478
1903  49750  505  197  45  789  432  957  72  88  295  148  4518  3  101  636  72240
1904  46  642  507  002  44  570  473  531  73217  297220  4565  3  135  106  33  40
1905  46854  561  538  49  830  509  619  79709  294244  4598  9  187  026  51  920
1906  43  602  519  028  48  814  474  408  74  18662094  032  4613  3231651  44  625
1907  41  003  455  780  43  980  431  123  747400  291  055  4695  1256  316  24  665
1908  40  252  429  457  42931  451  656  75  123288376  4753  3234  117  —  22190
1909  37748  446  086  41  941  442  407  74  466  284183  4823  3  237  796  3  679
1910  34  716  424  795  40  390  480  704  74299  278509  4866  3181  887  55909
1911  34  478  426  651  38213  439  434  73  880274774  4899  3169  104—  12  783
1912  36  405  452  344  38  931  452  764  73  884  272248  4966  3  168  664—  40
1913  38  506  421  820  35  915  436  090  74601  269  839  499V8  3  154  414  —  147270
1914  67602  916  612  33  071  555  607  94  590  304  370  5229  3  515  418  361.004
1915  100  71111  574  075  37888  1079  133  121  816  367  198  5314  4010  361  494  948
1916  120  810  4651  337  40996  13812360  167  707  438  042  5371  7349339  3  338  978
1917  119200  4133  632  57304  045  206615499  988  5343  9842925  2  493  56
1918  113  700  4  015  737  79505'2538  828  244740  584  133  5  457  11  324  840  1  481  915
1919  65  800  2349  102  149002M  39  6814%1  6  ½  11  280  32  44512
1920  58  20|09484  962820010  11  206  915412899  6127  10  364  558  —  915  770
1921  932  691  954  851  101  318  6  965  790  188  007  844242  5971  4353  618  —6010  940
1922  25  661  2263698  73884  5729  4054  648  —  298  970
1923  30  732  —  88  186  —  168  169  238606  5837  —  —
1924)  16  377  —  82  696  —  126  839  172286  5654  —  —-1)

  Soweit  in  ausländischer  Währung  ausgestcllie  Papiere  in  Betracht  kommcn,  sind  sic  zu  den  usanccmülligen
Sätzen  der  Berliner  Fondsbörse  in  Mark  umgerechnet.
Für  die  Zeit  von  1876  bis  1883  fehlen  die  entsprechenden  slatistischen  Angaben.
„).  Im  Ausland  ausgestellte,  auf  Markwährung  und  etwa  danchen  noch  auf  auslündische  Wärung  lantende

Papierc.  die  an  der  Berliner  Börse  in  Markwührun
)  Einschliehlich  der  lestverzinslichen  Reichsund

  Staats-Schetzanweisungen.

Fsehandelt  werden,  sind  hier  nicht  mitenthalien.
        <pb n="301" />
        707

Tabelle  41
Depots
hauptbank  für  Wertpapiere
Unter  den  hinterlegien  Wertpapieren  befunden  sich  ##  den  Zahl  der
Desisshe  Helchs-  und  Staatsanleihen)  Llnienngion  4  Beamien  lin
aknne  Anleiben  Tapieren  Erhobene  Konlor  der
nche  o“  6  Frubi#he  ——“.  inege#alul  ————————  Cebühren  sleicheerpbe#  I  ahr
n—“  ankelben?)  Stasntaanscihen")  ——  (Sn#.  12  hla  14)  Anlellsshneine  wer#pohlerlausend
  Mark  lamcad  Mer#ttwud  Ak.äturnd  Mark  Tlamend  Mortk  Husend  Maris  Ja#t  Fl.
1  12  13  14  15  10  17  1½#  19
—  —  —  —  —  —-  —  —  —  1875
—  —  10  636  3548  14184  15  064  144  6701109  37  1876
—  24  338  142  957  21  625  188920  37725  428  002  89  86  1881
405  852  44  871  266  361  87  546  348  778  62  413  886  733  60  151  1886
537251  172  527  763  293  68  799  1  004  619  87  807  1  491  497  58  186  1891
592  128  217775  806  406  95  411  1  119  592  104  916  1  885  78610  268  1896
514  392  220  652  799631  131  391  1  151  674  111  064  1892517  24  298  1900
501  22565227334  803921  148983  1  180  288  113260  1948  719  77  294  1901
480  835  233309  812  037  158  295  1208641  113  597  1  981  958  84  312  1902
470  835  261  020  822  958  166  369  1250  347  116  677  2  000  499  21  318  1908
463  104  264  665  812  408  176  68  1253  341  118774  2:  022  5068  38  318  1904
462  319  328280  802  166  184  062  1309  508  120  294  2052  90030  328  1905
178  121  313  479  793  659  188  648  1  295  786  123  014  2058  828  2  389  1906
467  421  303  238  785  891  102  120  1  281  249  124  166  2  060  41782  340  1907
445  461  321  413  771  655  189  899  1282  967  124531  2  051  21789  342  1908
42  665  362  107  788  459  199  382  1  349  948  124  050  1  991  662  60  342  1909
404389  370  989  765  864  200  169  1  337022  123  881  1  962  2001  342  1910
389891  354  899  740  188  202  421  1  297  453  123  208  1  934644  58  337  1911
386  055  317  117  718  872  200  763  1236.252  122999  1  956911908  348  1912
379784  399  893  703244  200  865  1  304002  125  163  1918  198  59  346  1913
384  970  1049  779  737  304201936  1989  019  118  140  1974677  80  353  1914
353  483  1110  980  718  350  196240  2025  570  139  017  2  556  532598  360  1915
739  133  1828699  690  617  195  750  2715  066  165  952  2  403  301  4  370  1916
1077  4609  2646826  669  036  189  414  8  505  276  214  464  1  984  937  01  367  1917
1156731/3729476  641  103  180  736  4551  815  258  872  1  953  948  60  387  1918
1  112  0150  56148693  568  581  168  182  8885  456  270  737  1  973  328  73  545  1919
1077  56127  416  522553  144  415  9214  384  224  812  1  648  565683  642  1920
236  182  1968  658  460  490  189  929  2  569  077  184  260  3895  378  63  689  1921
164  004  955  48  401  275  107996  1  464749  203  377  5139  3819  64  616  1922
—  —  —  —  —  —  —  —  558  1928)
—  —  —  —  —  —  —  —  869  19247

5  Bie  Mitte  1914  einschliellich  der  unverzinslichen  Reichs-Schatzanweisungen.

)  Aktien  und  Schuldverschreibungen  von  verstastlichten  Eisenbahnen  sind  hier  nur  insoweit  berlicksichtigt,
als  sie  in  Preulflische  konsolidierte  Anleihe  umgetauscht  sind.

)  Für  die  Jahre  1923  und  1924  können  mit  früheren  Jabren  verglcichbare  Ziffern  in  den  Betrügen  nichi
gegeben  werden.
        <pb n="302" />
        102

Tabelle  52
Verschlossene  Depots
Erhobene  Cebühren  t)
Gesumtwert
Bestand  darunter  beider  Reichshaupt-  bei  den  der  Depots.
JahrZugangAbgang  am  Ver-  bank  in  Berlin  Zweiganstalten  für  den  die
ru  insgesamt  sicherungs-  in  ro.  in  Pro-  Bank
gebühren  *  4  rrnn  haftet)
StückrahlStückzahlStückzall  Mark  ps..  Mork  pi.  lark.  vpr.  s  Ssp.  5  lark  .  Sp.#  Mark
„  2  ⅜  "„  i'  .  –  18—  *
18760%  870  2582  2120  47  375  0C0  —%4%„  17  25  41710600
189813  5600  34  32090  4  383292  59ä37  805/504%  39  037  87  S08  19215
1886  41644p  4  90
189111581  39756527164  164  —  60  073  5655253  503,  3  108  910  5000,  272  929
18960553  4029  61  03  62571  03  2993|  50  121  666  53
19003134431600  710  S5  57  617  20  6  949  0%  #  111  059  35%%  266  019
19013319  6  85  60  461  90  46210  15  28,5  115  651  70  1,,3
1902  30001297  84  59646  1448  80)  112  4  „„„
1903  3183  332460S  46½  109  369  5590,6  266  922
1904850  35  50  206375436050%30,  100  012  75%9,60235  375
19053000  —  49688  50  9V6093  50%1  964
1906  2666  293763711130613  75  46  347  25397144253  90  899  50.000217244
1907  2540  289  6072  120  965  50  43  647  50  698—,  84267  50|60,.,)]204  950
1908  26752850U5  41  1455  8042  25%%  184  068
1900.262002966  5552  111  730  25|  39  800  253  2250  «  785052570-3186961
191024422704529010621675-13803025307385028,9  75478  25„  178570
191112199925014988  98  514  50  35  071  —28202  50%86%  70  31——.  165  224
19121600  2  408  147“4¼  91  094  50  31270  50|25900  —8,  65  194  50%
1913315221725  4542  81  006  25  129281  2522814  28,2  358192  25  T1.8  139  835
19143285  1  870  105  059  —35  780  50|8475—„  76584  —%  172  807
19151  1155  2151  4861  89  502  10|  29844  60  23  66825206,]  65  813  853„144  183
191920449  84  547  —  28827  50%  60%¼%  S5  ST  %%  138  455
191112144  75  468  505  302  5023  06625  30“%  402  25%1
19181474  76643  75381  1,  52  705  75  68,116  961
19196332y2  3243  69587  85  20771  „"  BLS  4  659  6068,3  99299
1920  810  16232  430  22  %%  69831
1921  823  9663  2290  305  40  17  658  2O„  82  084
1922  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
1923  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
1924%%%  989  56  540  9012

1)  Das  sind  Lager-  und  Versicherungsgebühren  sowie  Gebühren  für  vorübergehende  Zurücknahme  der
Depositen.  Eine  besondere  Versichcrung  der  Depositen  gegen  Zahlung  einer  Versicherungsgebühr  findet  erst  seit  dem
5.  November  1881  statt.  Ohne  besondere  Versicherung  haffet  die  Bank  für  jedes  Depof  bis  zum  Wertbetrage  von
7000  Mark  bazw.  Reichsmark.

2)  Am  Ende  jedes  Jahres.  Die  Haftsumme  ist  errechnet  aus  der  Stückzahl  der  am  Jahresschlusse  vorhandenen
  Depositen  zum  Garantiebetrage  von  je  7000  Mark,  seit  1881  unter  Hinzurechnung  der  Versicherungssumme.
  Diese  selbst  wurde  errechnet  durch  Kapitalisierung  der  jährlich  gezahlten  Versicherungsgebühren  (KX  9/°
des  deklarierten  Wertbetrags,  soweit  er  die  Summe  von  3000  Mark  überschreitet).
        <pb n="303" />
        103

Tabelle  47
Cebühren  in  den  verschiedenen  Ceschäftszweigen
Einziehung#e  Ve
Giro-  und  Wechsel.  Fon  Wechs  ehn,  ,  8*  Diskontierung  Verschiedene
Jahr  Anweisungs--  verehr)  Schedts  usw.  iel  ——  von  Wert-  Geschästs-  Gesamisumme
verkehr)  (Aultrogs.  poi  papieren?)  zweige  ?)
Huch  e
——.—.——————..——..—.—.—.—————  —  Mark  pi.
1  2  ...tz————  6  7½  35  5
1876  20  438  2584489725  20  142  3  1920  6  13  265  82  177  10062  51391044
1681  16  76002551724  13  43704  165  31978  308  87110444
1886  101  18  4342950  10  842  7811028  82409  5%  191  667  72  4382  20791  1808  1980  40
1891  185  37156  88  660  55  27967  34465  66158  60,6  288  6566  42  490  486  49  2731  608994
1886  238  944  76  991886  45  828893  217  884  15  488  81146  9168  81724
1900  269868  5  379  630  37  312  164178274348  65
1901  272  58771½24  1100½2%·Ü  74700  20  425  857  093186  042  52
1902  274179  1319332615  83  905  694  68,0  34084  85  428  885  06  3149  387  55
1903  278  993  59  203  67815  87  8341242155  3300  6  103  6388  87  391  660  15  3221  135  56
1904  283  211|03.  201  91497  87  710  07/2166  126  7.,89  60  371  32  374  4284
1905  262  12  24  01  88  288882191  007  0  06,  95  4866  05  448  030  61  3283  29307
1906  260  9100  76216  58893  90  79475|2189  41207  685,3  102  24202  490  76956  3  350  66209
1907  261  367  85243  987  08  92  566  512181  38332  4v,  108  407  53  358  503568  3246  21587
1908  246  4548112  82  667922168  49164  89  532  89  420  084994
1909  194  102  55  692  65  212162103  392856,  72  363  604  481  9591113  31527148
1910  149721432329927  56  889  68  2  068  4236  236  669  14  531  31  1140
1911  131  270  3423  55  50360220198  9  330  175  95  634  21138  3  422  5966|07
1912  120  77051164  16306  56  6565  08  2048014448  59.6  37278824  574  5240  7385  53
1913  10794100626  64113  50  694  8819992084  592  112  549  979  906  93  564  63430
1914  115  801  37  817037  2,H11556568411079783680  —  —  118665556  426586505
1915  118  5168  70  88911152  646  028  082  —  —  3074510  91  6263  605  10
1916  100  000  8  44317  30  87  8942  S  —  —  a82  -  9947  412  17
1917  97740  24  11860158  88952060  40  110  —  —  9901  56873312302  746  74
1918  93069  95  34720  ö66  161  281111  030  5923  —  —  1832192934
1919  140  61540089268821S  SRB.  —  —26  901079  10  2  364  840  78
1920  8360  387  581  204  506  06  842  566  12  —  —  52  ½
1921  701  587  981379  49958  3,4  —  —  112162  4722
1822  —  —  ——  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
1028  —  —  —  —  —  —  —  +  —  —  —  —  —  —
K#  4#  —  —i  4##  —  ##

1924820  106  06|23FSS6  22,0  1370080  297  80

1)  Gebühren  für  Einzahlungen  von  Nichtkonteninhabern,  für  nicht  bezahlte  Giro-Einzugswechsel,  Einzahlungen
  zur  Wiederauszahlung,  Anweisungen.  Extragebühren  für  besondere  Beschleunigung  der  Advisierung
und  dergleichen.

2)  In  der  Hauptsache  Domizil-  und  RHückwechsel-Cebühren.

„)  Sogen.  Inkassogebühren.

9  Bei  der  Diskontierung  von  Wertpapieren  —  unter  Ausschluf  der  Diskontierung  von  Reichsschatzans-eisungen.
  —  vereinnahmte  Zinsen  als  Gebühren  verbucht;  von  1914  bis  1923  in  der  Gewinnberemung  besonders
aulgeführt.

%  Darunter  hauptsächlich  Gebühren  für  An-  und  Verklufe  von  Effekten  für  Rechnung  Dritter,  sowie  von
Staaten  und  Landschaften  gezahlte  Cebühren  für  Einlösung  ibrer  Zinsscheine.  -
        <pb n="304" />
        104

Der  Cewinn  und

LEinangek

  Ei  san  Wen  eln?  1n  Davon  enlfallen  auf  Lombord-Zinsen  Bu  Wtn  4n  Erhobenec  Cebühren

Jahr  in  Prozente  b  Ver-  Aus-  in  P#zchen  lu  —.  in  Pruzenien

Betrags  r  Ce#h  alzSpand-.  lunds-  Beirag  #e#r  Ce#mi.s  Betrog  CeramBetrug  ####Csen

Einnahmen  wechsel  wechsel  wechsel  Eianahmen  Bonahmen  EInnshmen

z#.  I  G  en  eiHl  lus.  MII  ax  nHH6-1
  2  l  4  5  "  7  6.  1  10  1  12
1876  16  600  ggs  3183  433  56,  o,6  2  650  279603  64  2112064%  613  91044
1881  14  583  36621.  2,  55,6  2,6  8080671120  15,6  554  84589  2.)  1  060  9868198  5,
1886  10  932  659  33  68..  44,0  51,9  4%  197444167  654  0210  +  1  908  1380  441%
1801  20  265  816  504  50  48.  1,  4461  2973½8  202  66692905  2781  803911%
1806  22  150  258  72  727  54.6  4%%  0,5  4691  0397!1  88  5,  73  491159  2  3  108  817  21
1900  4  697  667  778ea.1  55,2  42,1  2,7  6  089  2181  08  i  661  124  1,3  3274346
1901  35  006  6614  ?78  55,7  410%  —  83717  662110  8,3  2  426  24  15  5%  3  186  0142  62  7,
1902  25945  969  26  70,4  0.:  36“  1#0  3211  825|3  6,  2  506  916  29  7.3  3149  387  55  B.=1903
  82  005  61630  75,.:  0  36  45#5  3607  993.  86  8.—  3  049  197  53  7,  3221185  561  7.
1904  38  510  70690  „  „  606  36.8  2,6  3  836  12592  *.  4002  8889  6,8  3  173  70511  J.
1905  33  093  14014  018  31-  3,8  8  517  957121  7.8  48581  587/55H0,  3283  20307  7,
1906  49  110  380777  7064%  „  61.3  33.6  #  5040  9986  7,9  69  305  020907  10,0  33950  6821  09  &amp;amp;
1907  63  906  0O0ös8s3  77,5  61,6  3#1:  1  6  766  928  82  *  7294  2647  8.n#  3246  215  87  3n
1908  48  469  3251  61,8  33  5,  5571  392107  8,6  7  785  820  01  3270744  687  5%
1009  34  O95  570  63  52.0  36,.6  10,6  4333  079  70  9.r  11  497  004  #  21°4  3152714148  5.
1910  42  581  900  07  4„  48,  36,9  15,0  5  307  182  37  *  5  608  446  56  9,8  9276  012/69  5.7
1911  46  655  05884  810  77,3  36.0  16,n  4041  552|  44  8,  1720  146  82  3,0  8  422  5067  6%
1912  59  001  777170  —...  r*uii  10,5  5204  68216  7.5  1  541998  D  18  2,2  8  436  735  58  ½%
1913  68  220  128  37  8LU  f50,,  38,  11“  60  671  187  48  7,“  469  300  70  5.6  3564  684  30  3
1876—1913|1  042  22001875  53,41  4108  5.  n  145  589  8969660%  4%  60  944  861  50  5t  993635601  48  *'e
1014  107  844  300066  80  I5,  25,:  —  470824990  3"  118  810  855  18  0,  4265  96505
1915  241  1896  084  103  88,,  9  5,1  —  1  368  50291  0n  318  784121  o,i  6268  5051  10  2.1
i8i6  gai  7as  53144%  3  *  —  795  353ä000%%  103834%C□NHH
1917  336  971  85524  3,5  2,5  —  628  403  861  o,  250  760960„  1112  80274007äaa
19186  788  322  192  5324  1.  X  —  40123622  0.  179  N77  o  o,  120641  59810  2,
1010  1908  76  886  58  46,  —  ·,n  —  607  090  46  r*  2145.24203  Oos  23  364  340  Nunun
1020  1  52  887  Olo  4  75,4  t  .v  —  989  328997  Ord  159  341|36  on  65  427  080  16  3%
19218280  178881176.  **  E  —  1652  27711  #oeon  00  1

Millionco  #  Millionen  M.  Allllionen  1#  Milllonen  M
1922  68  680,8  96,6  2,5  1.n  —  62,5  0,  10  X  529.0  ·ti
Klianen  #l  Billionen  M  Billionen  M  Blldlonen  N
10205  4137  202  69,2  —  —  —  6  347  9057.8  1  2191,0  o,  s  14020  464  6.2
LT  AMit  4#  Ak
1924  199  752  357553  65,r  13.  38,n  —  18848  87894  6,  1302  39607  0.  17  978  600  61  5,
jj

1)  Auller  dem  Kursgewinn,  den  Gebühren  usw.  aus  Auslundswechsel  auch  die  Zinsen  uus  den  Guthaben  hei

den  Korrcspondenien,  seit  dem  4.  S.  1914  auch  die  Gewinne  von  diskontierien  Schuldverschreibungen  des  Reichs.

)  Bis  zum  J.  9.  1914  einschl.  der  Zinsen  von  diskontierten  Schnidverschreibungen  des  HReichs  und  vom
1.  Junuar  1011  ab  einschl.  der  Zinsen  von  anderweiligen  diskontierten  Wertpupieren.
        <pb n="305" />
        105

Tubelle  44
seine  Verteilung
unmhmen
Ertrüge  Verschiedene  Einnahmen  nechein  9
von  Ceinn  aus  für  zweilelhuste  Gesom  Einnahmen
Grundstücken  Cold)  Darunter  wieder  Forderungen  Erulloxt  vinn)  Janhr
cier  Bunk  lctrag  cingegangene  crspaorte  GEp.  2.  v.  v.  11I.  13.  14.  13.  17)
nkosten  Beträge“)
Mark  #.  Mark  .  IAlark  #.  NrrJ747.  *S—'—'  —.  —.  *m
10  1  15  li  16  1  18  10
3882  57750  (02  177  427  47  39978  38  —  20  002  312  00  1870
36  988  108  287  79  9794  563  2702  68  96  0062  19  480  944  57  1881
20  507  72  17  769  95  4508  14  497  178  1592372171  I880
18  118  „  1000  14  646  064  58  2340590  42  8936  1  28428  608  7  1891
27  011  32  300  47  329  467  36  253  536  82  —  30  478  374  76  1896
44549  13  1941  46  215  717  1  46  140  023  31  —  51885  920  59  1000
42  625  10  511  6  74  303  518  27  187  066  03  –  #  41752  3910  82  1901
32275  3412  52  402  108  50  200  18  34  SS  3oo  as  Sos  31580  1902
82  180  l  11801  43  242  592  31  179  579  7  368714  48  084  3891135  1003
as  389  f  10  318  0  285  262  07  186  20897  82  187  46  248  ö601#1  190“
34  400  86  996  42  340  992  11  207  063  84  —  45  247  284  55  1905
331511.—  5  7#8  78  221  957  50  186  Odoo  73  —  6¼  205  920  1006
33  349  155  1189  55  1  089  0839  29  205  9539  40  —  n  82  550  41311  1907
30  #9%s  —  —  496  9690  208  o74  388  —  651%  öo0%  108
90  S  —  —  908  359  8#  205  601  „1  —  53s  411  851  —  1000
29  325  —  —  634762  42  469  608  8  57  432  618  44  1010
32  035  —  —  732  004  10  537  350  687  1  57203  3990  1911
40  121  61  270  9  450  909  81  378  161  96  —  60  767  448  81  1912
41806  »  —  35272le2W  18300002  —  83  452  8680  77  1013
1  422  059  1  278  162  87  9815780  55  06248245  15187595  „  1  308  Oos  472  32670—1913
432  108  i#i54  1720  71020  507  597  34  300  047  15  –  —  133  298  813  37  1914
411854  768  218  70381  72  23  378  983  38  198  234  "„  88  —  1—  273  144929  33  1916
464  88150  —-  11  019  407  57  265  871  137  —  325  009  600  16  1910
45  371  86  ——  13920  141  71  201  428  59  —  —  364  537  300  22  1917
368  33704  2  624882103  3074  2  73  201  6607  40  —  —  614  271  908  17  1818
359  003  2231  6299968  10  1  362  28160  1  204  0269  4  —  —  4268  204  460  67  1919
397  9244  400  062  625  95  19971  850  14  2  018  21544  –  —  2  000  404  556  37  1920
4%  P77S  1351  72  382  81  19766  38  9  „  2602  336  55  —  —9s  1821
Millionen  9  Mäliosen  W  Müllonen  91  Millionen  A  Aillionea  M
"5#  62,2  2225  24.4  —  —  1922
Billionen  1  HKfllloen  31  nillionen  M  HMillionen  à  ,  lillionen  M;
6068,7  809.5  10  265  584,0  132  769,4  —  —  603  760  223,1  1923
T  T  44  —-x  T
112  1921  4  65  359783  12  3334  1380  1157  438  52  —  —  307  073  350  44  102
·  l  :
i
'-  l

O)EinsclslielllidtJcsccwivosaulsilbokichhkcOst-.-Welchesvor-»derPreuflisckscubsulcilbckuommenwir
untlmiteinan-NutzcnvoadsTMlkMai-ItveränllcktwukclqsomcrlokGewinneausdenseitvlseiasclscndcuVerktiufen
  von  Silber  und  anderen  Edelmelallen.  Seit  dem  Jahre  1906  sind  für  die  Ileranziehung  von  Münzgold
aus  dem  Auslande  grölere  Opler  gebracht  worden;  die  auf  dem  Goldkonto  verbuchten  Verluste  hoben  19o6:
207  207  Mark,  1909:  10678  Mark,  1910:  128379  Mark,  1911:  182  706  Murk,  1913:  23909  Mark,  1910:  1  332  857  Mark,
#ol::  3921  389  Mark  und  1918:  3521  151  Mark  betragen.  "

1)  Siche  Tabelle  37  Sp.  7.
        <pb n="306" />
        106

Der  Cewinn  und

Ausgaben  und

Ausgaben
Verwaltungskosten  Kosten  Hür  die  Noteaaieuer  nach  Für  zweisellift.  Uneinziehbare  Gesamt--Jehr
  lafrerliow  Anfertigung  RG.  v.  14  X  77  Forderungen  busersterunera  Ferscht  dene  Ausgaben
Betrag  l*  .  v.  Banknoten!)  4%.  1  reservierts)old  uns.  Ausgaben")  (Sp.  2  und  3  bis  9
Mark  H.bCMaa#  El.  Aark  H.  Mart  |  Fl.  Morie  F.  Mari  II.  Aark  1½
1  2  4  9  6  7  8  9  10
1876  5  999  880  88,  610  788  01  —  —  —  —  —  9706  929  19  9717  078|03
1881  6  437  167  81  %  4392  43  27  179  84  —  —  —  —1865  700—  7  84  469  09
1886  6  107  81272  #.  7½2  143522  12  95  584173  —  —  —  —1865  730  —  8  162  649  67
1801  7  806  772  59)  27.5  80,0  91880  —  —  —  —  —  —  —  15  780  9762  88269
1896  9627  15668  50  31  72,9  269  185—  464  801  22  888  262  74  54000  ——  1  85730  —  13069  146
1900  12768  162  441%%  47  688  0C00)  2517852  07  810  92024  40  000  MH1Ül  780  GS|:
1901  18  748  0989  0603  471716  04  8B2684  62  2368  697  28  4000
1902  14150  3828  1838,33,  389  16794  47  2680  49  —  —  18  500+—  —
1903  14  550  728  6C4  431  680  44  85  207  44  —  —  —  —  10-1904
  15  166  927274  19  33,5  80,-  699  013  88  1118373  21  —  —  —.  —  15  7320  —  18784  040|2
1903  16  810  728214  „09,  479  648  60  1651  009  17  80  807  —  3  005251  H93840  912
1906  16  906  462  44%  678  96888  3  92  349  54  59  501122  740  O000  +  ö  ½4S
1907  18  762  44294%  2T  942  008  4  2  2706  748  43  350  084  111  1866  780  0  286  761|68
1908  209127423533%¼½%  14200  861  44  2564  488  04  1  191  10845  683  260668805730  —  28578  162  12
1900  21  786  798  40%%  %  122S  O  1  655  109/77  47  171885  165  780  —  30  88308445
1910  21  861  5641  40  i  200  3981  320  72  7623404  350  4061S02703  990|
1911  23  386  504%  78,0)1  1206  469  n8  27234  106  —  1  61611  3849148H
1912  21  986  666  716  1720  11490  105  175—  1865  7—82  60  812|83
1913  22  591  76  21D26674  31  29  1  049  158  12  452  70531|11865730  —]|  2
1376—1913  429  626  öét93OOO  44  688  668  11  16  960  29999  993995613G
1914  24  846  375  65|  CSS  CBE2  997  685  1  865  780  —  60  288  11918
1915  20  468  22191  :%  8066  F7725  OOCC—  36  000  1865  7680  —  166662  597/78
1916  28981  202  I1%2„##6y3  SOO  OO00  M  0  OOOOO  1  600  836  52  1865  730  —  229820  064|52
1917  84  076  266  299127]  2355  468  58180  OOO  Ooo  S95000000  —  3  961  568927]  1865  730  —  267291  059|OS
1916  47  681  7!7  111½  OOO  I  0  ooo  ooo  —  103206  12917  2o08  a488  177  6
1918  93  161  996%%%000  2  145  622  848  SOss8
1920  200  146  506  O  N  O“5  65628308  ooo  O000  —)  —  —1688  815  8622  271862  301027
192189839  460  600  1ÄO  OOO0  O0C00  —L  806  621  OTN  108  359712921  6290
Anllonen  A  Alllionen  A#  Millionen  àl  Milllouen  Il!  Mnuones  M  MhNllones  M  Millionen  dM
1922  455.C  6,621  6  67795  17  200,0  160  00000  9681.7  10  005,8  64  182,9
DLlonen  M  Billionen  M  Blllionen  M  Billionen  M  SBlllionen  M  Plllionen  M  AMlläonen  M

1920  10952972,  1717|/  N2  7  69  400  000,0  —  7040  828,8  5711,0  54  76  412,5

4t  Au  TD  —  *  1  .  —  1  —
1024  5  7  öos  91  —  —  4DiS  oas  66  15  ½/.

1  ·

i  FUr  las  Jahr  1924  einschl.  10  Millionen  Relchsmork  Rücklage  für  Notenneudruck.

2)  Cemäl!  5

Bankgeseizes  vom  14.

1  des  Geselzes,  betr.  die  Aphderund
März  1875  wegen  Entrichtung

des  Bankgesetzes  vom  4  August  1914  taten  die  88.9  und  10  des

er  Notensleuer  für  die  Reichsbank  auller  KraftDie  seit  dem

Jahre  1915  eingeselzten  Beirüge  sind  gezahlt  zuf.  d.  Gesetze  v.  24.  12.  191#  (RCB1.  S.  640).  27.  3.  4%7  (RCBl.  S.  2  %  20  J.  i9i8
#CBSI.  S.  131),  27.3.  1919

Ko#
10.  5.  1923  (RCBl.  II  S.  22).  B.  7.  1  %
2)  In  den  Jaliren  1916  bis  1921  eins  «
..«)Doosiuddieunmittolbckxwmskath
zuaschstResckvcnthcksætclltwonlensit-il.
I)DassinddierakolkosbckcsAbzs-





Depositenzinsen  mit  2613  #  77.10  Mark  und
lilr  Aulgabe  des  Notenausgaberechis  mit  169  0606.50  Mark.  FUr  1
baulten  und  19  707  1833.20  Reichsmark  alo

für  1876  und

187

chl.  der  für  Kriegsverluste  reservierten  Betrüge.
abeeselzten  Verluste  im  Cegensatz  zu  denjenigen.  für  welche

hlungsvertrage-  vom  17./18.  Mai  1678  an  den  preullischen  Staat  in  Höhe

S.  3.  20  (CBl.  S.  475).  7.  J.  19  (KCBl.  S.  207).  28.  19  (RöBf1.  I  S.  136).
CBl.  II  S.  20)

en  Jahren  1876  bis  1679  „Palalg  geuorqhene
no

erallte  Entschidigungen  an  Privoa
einsdil.  10  Milli

enbanken
onen,  Reichsmark  MRülage  für  Neu-Anteil
  der  Rentenbank  an  dem  mit  ihrem  Darlehn  erzielten  Gewinn.
        <pb n="307" />
        107

Tabelle  55

Sseine  Verteilung

Reingewinn

Reingewwinn))
4  «  «-  si,  -«  Ulickwcxsunhcoandus
mustlägmcthr  Anteil  des  Roich#)  Dividende  der  Auteilscigner  Heserreionds-)  Lehr
rüglch  der  in  Frozenten  In  Prxralro  lur  dan  In  Prazenten  in  Prozenten:  aulolarnschate  Jahr  in  nten
———————————————————————JJ——3
Kark  ·  kl.  Mark  II.  xkaniials  tewines  Mark  kapital-  GewiunnnMart.  Fl.  Mark  K.  #ewinns
I  12  15  14  15  16  17  16  19  D  2
10  286  269403  1954  098  61  1,6  19,0  7  250  O00  ½¼  71,  4098  62  977  046  80  “  1876
11  896  47549  2598  590  20  2,  21,3  8  000  000  ½  67,2  1180  107  1299  2055  10  10,  1881
7771  0721  948  426  86  R  12,2  60  348  Ooo  5,  *  Ais  1  8290  80  442144  6%  1886
18  665  816820  8601  544  7.5  40.  91060  000  7,55  48,5  9803  83  997  000  56  5,  1801
17  409  232  80  8  400  924  23  7,0  48,5  9  000  odo  7,50  51,2  6  562  01  —  —  —  1896
33  965  45737  20824  093  03  174  .61.3  13  152  000  10,%  r"P  466  37  —  —  —  1900
25  946  28423217770  654  “  17%  9  875  000  G,a5  36“  14723922  4139  256  84  16,0  1901
19  991299  751  8844779  85  “%  44.  8205  000  5.7  4½  79988  1  1  147  1902
25  381  034  1  ½  17.0  9270  000  6.½  J6.5  14  190  13  4020  2066  15,  1903
20  459  55406  15  907  165  97  10,6  60,  10  500  000  J.  30.5  6  576  7  –  –  —  1904
25  406  367  314329775  40  8,.n  50%  11  00  000  *W*i*st.  46  18  170  62  —  —  —  1906
40  262  90086  392  14,  63-  14  796  000  7  367  7897  72  —  —  1906
52313651  88)  34510  236  67  19,2  66,0  17  802  o00  —  3%%  „  9310  68  —  —  —  1907
37  090  432  931  23062  8224  70  62,½  13  986  000  7.7  37#.8  74168  191  —  —  —  1908
28  081  509  5552  586  132  16  7,0  54,  10  494  000  5,83  454  8706  30  —  —  —  1909
27728  627  461  60  8,n  58,0  11  664  000  —  43%  1  1958  16  —  —  —  1910
27  533  569  5914863  512  72  8.—  54%  10  548  000  z,  335  67106812123358  05  7  1911
4086  635  99821774  646  18  12,1  58,Ü—  12  510  000  6,5  33.  11998  28  3  110  663  60  8.  1912
50  6015  070  1881  020  555  13  17  61,2  15  174  000  43  300%  1014  11  4431  507  9  8,4  1918
J779  029  86o  079876  280  oss  34  7.2  48  304  064  000  71%  6.7  1014  11486„  BB  5,0  11876-101
607  010  668944  75  23,6  63  18  482  000  10,4  27,5  11  152  190  6  071  0669  40  .  1914
106  482  331  80  ||85  419  509  06  47,5  80.—  16  146  000  8,:  15,2  7034  74  4920940  90  4%  1915
96  289  556666  42.2  78,  15  624  000  J—  16,2  15277  26  4  666  121  26  1.9  1910
97276  24411414  42.7  79.1  15  690  000  8,72  16,1  854  156  4690  788  64  45  1917
110  838  780  53  90688  982  32  50.  B1.7  15624  000  8,68.  1un  1  13353  87  4  666  249  40  4,2  1918
115  506  172  394  921  377  6627  82.5  15  822  000  r“-  13,7  14  549  85  4761  508  24  4%  1919
53102  0228  90  32701  840  23  18  .I,n  15  660  000  810  29,5  15  076  62  4680  262  90  6,s  1920
04  800  160  1940954  918  4  63,2  18  000  000  10,00  278  16  309  146  5  850  616  92  9,0  1921
Millionen  M  Mulsonen  M  Mlilionen  M  dlillivnen  A#  Milliunen  M
336.7  232.7  729  68,t  72,0  —  213  ;  33,2  9  a  1922
HMllionon  #  Bihlionen  M  HKlllonen  NM  liilinnen  A1  Hillionen  N
9003  810,6  6  902  667,4  —  70,0  1  800  000,0  –  20,0  762,1  900  881,  10,0  1928
Aau  Au  T  Au  æu
122  514  1911444  614  66  61#  45,4  9000  000  10,%  7"  383  4038  600.  24  502  888  23  20,0  1924
"

Die  Verieilung  des  Reingewinnes  ist  anfungs  nach  Mallgube  des  alten  BGC.324  in  seiner  ursprünglichen  Fanssung.

seit  dem  Il.  Januar  1891  nach  Mallgube  der  Bunkgesefznovelle  vom  18.  Dezember  1889,

"„  „  I.  1901  „  n  ,  "v  Jum  18600.
„  „  I.##,  1911.  1900.
4.  10834  deos  Bankgesetzes  vom  34..  August  16  5  Jr.  erfolgt.

BDer  Gesomianteil  des  Reichs  setzt  sich  zusammen  aus  den  Betrügen  der  Spalten  6  und  12  zuzllglich  des  unter
kuä„rh  I  10  ausselulten  Betrages.
)  Unter  Berücksichligung  des  in  dem  vorhergehenden  Jahr  nicht  verteilten  Kestes  (Sp.  18).
¾v“  Siche  hierzu  Tebe  en  4,  J  und  7.
1i0)  Auflerdem  sind  dem  Reich  37  42480281  Mark  aus  der  Reserve  kür  zZweiselbalte  Forderungen  überwiesen
worden  giehe  Tabelle  37  Anm.  9).

11)  Als  Spezialreservelonds  Iür  kilnltige  Dividendenzuhlung  verbucht.
        <pb n="308" />
        106

Zweitelhafte  Forderungen

Wechsellorderungen  Lombardlorderungen
’*.ie  ,  .»
sisulimsslodceugckutea  als  Leriunt  ene  i*  Sind  ins  Slocken  geralen  als  —
Jahr  mäthia.  aul  mlihln  aul  in  mlihln  aul  mirliin  aul  in
rine  Aillton  eine  AMillion  Pcorenien  eine  Milllen  eine  Alilliont
Belrug  de-  Betrut  des  der  Bet  rag  ——  Bietratz  dles
F##amico  ceiamien  geratnten  Lomberd.  lombard-  Froanics
Ankaoll  Anksufs  Verlmle  darlechue  darlebne  Vertusten
———-—-—–-¼t  NMt  s  ————————————...——————  Gru
*m————  5.51½  ẽ  ẽ  7  s  12  o  io  u
1876  377  a  7565651,2  2052  1  70  45%  —  —  —  —  —  —
1881  Mmassa  o7  245.0  152247  5840  6754  —  —  —  7  110  05  68,9  —E
1680  4#ss.  332  30  021  #  *  #63210%  —.H  —  —  —  —
1691  107  585  0  74.2  13580  84  25  0%  —  —  —  —  —  —
1890  82  815  15  13,2  4118  41  07  5%  —  —  —  —  —  —  —
1900  6996  174  19  72.6  14820  24  17  27,0  33  267  19  20,9  —  —  —4  —
1901  7157281  068  818.1  50222  1  97  5.7  29.  15  300  34  10.1  30  316  3  20,0  18..
1902  514643  70  675  61  999  30  **  775  —  —  —  —W—  —  —
1903  731  016  15  88.7  45065  98  5,2  100,0  —  i—  --  —  —  –  —
1904  ig  os  1s1110  46  830  o2  5.5  9n  3430  50  1,8  122  50  18  0“
1906  432  923  31  47.2  44  107  —  4.8  93,6  —  —  —  —  -
1906  282  1600  26  20,9  12  101  22  4,0  -  ——  —  —  —  —
1007  1050  471  38  382,8  22916  43  1,0  #t  ——  —  E  —  —
1908  3021  0255  65  29  20  9.9  14“%  –—  —  —  ——  —
1000  322  7  53  N10,2  13000  77  1,3  -*  o2  557  72  33,9  —  A  —
1910  1492  a92  52127.7  127  134  0l  2646  9nso  266  —  ——  —
1011  1826241  87  106,3  93916  11  7.7  19.0  —  —  —  —  —  —
1012  1M4N1  119  D  21  321,2  582  514  90  43,2  3.  57238  15  18,3  –  —  —  —
1913  2  867  6353  322281  593456  12  47.2  56,  31130  —  11,2  —  —
187640134338103827Inzososswgtgiss«,«anoogis0ci  o.«itozsso:z41,s  »-1014
  2867  106  64  230,6  164  506  10  1033  —  —  —  —  i—  –  —
1915  3077201  15  573,0  125  7668  57  23,#  77,v  22000  —  15,5  –—  *  —
1916  551  978  70  01,5  57  1900  22  10,5  3“  —  —4  —  —  —  —
1017  90  76310  25,3  29608  22  8.2  o,-  —  —  —  —  1—  —  —
1918  84756  27413  o,v  —  —  —  —  —  —
1019  0071  „  4386271  1255  %u  —  —  —  —  —  —
1920  27228  21  0,8  241164  82  7.3  ,  oob  —  —  —  12  337  85  4,3  —
i821  26  3906  1r  96  561  9  505  %HH  —  —  —  —  —  —
Aültonen  l  Aillioven  Al
1922  6?y:-–  58,  .  0.1  0.07  O'bol  —  —  —  —  —  —  —
Rillinuen  M  U  3  6
19929%  2300000  11386  à1  -—«—  ——-—.  ——k—-  —
Ai  T  —-  —  A#  —  ——  r——
192242422040  41  188.0  —  —  —  —  66N  —  —  —

)  Siehe  auch  Tabelle  57.  .
-)DassitulVetlnstegnsuneinziehbqkenBuditonlekuoeu.KaswssdecelctomkslschuvgenvonBanlmolea,detss
Anknul  von  AMunzgold.  dem  Verkaul  von  alten  Bankgrundslücken  usw.

)  Buchmöhig  sctzen  sich  die  Gesamtverlnste  aus  folgenden  Posten  zusammen:  #.  aus  den  für  zweilelhalte  Forderungen
  um  Ende  der  cinzelnen  lahre  neu  reservicrten  Betrügen  (Tabelle  5  Sp.  7)  —  zuzüglich  des  von  der  Preubischen
Bank  zu  Beginn  des  Jahres  1876  ubernommencn  Betrages  (Tabelle  37  Sp.  5)  —  und  abzüglich  der  am  Ende  der  betreffenden
  Periode  vorhandenen  Reserve  für  zweiselbalte  Forderungen  (Tabelle  37  Sp.  9).  lerner  abzüglich  der  bei
        <pb n="309" />
        und  erlittene  Verlustel)

109

Tabelle  56

Wechsel-  und  l'ombursfrderungen  insgesamt
"  an:  ;  ⁊  2
inc  ind  Stocken  geraten  als  W————  Sonstige  Verlusle:)  Gesamtverlustern)
rm-m-  rW““  nin  i  Juhr
20.  “  2  «-  SE
Betrag  u7  Heirug  2  —unm  Hetrag  grumen  Belrag  44%
8  —.  Verlaste  mils-EIIIäIIEIEEII—

iã  ñ  ia  .  Kl  1  2  2
I  I
377497"75  am  205270  o,5  100,0  -  -«-  —  20562  79  51½%%  1870
914341  107  191,9  224  367  3  47,1  100,0  —  —  —  224  367  53  *  1881
4  18  1  10,1  30  021|  51  0,8  100,0  ---  —  —  20021  61  *  1860
407  685  60  00,8  13  58694  2.0  9.0  137  874  106  151  403  l  K  an  1891
82815  15  10,7  4118  4  0.5  5.  72644  33  94.,6  76  702  74  *  1890
669  41138  64,0  14  82921  1,4  27,0  10000  —  73,0  519295#  o,  1900
7  172  581142  68  80  599  gũ  7,8  17.  87  957  4%  32,  108  407|28  *  1001
514  64370  36,4  61  999  30  6.8  77.  18  500  —  33.  80  499  89  1½.  1902
73101615  68.7  45  086  1,2  100,5  —  —  —  45  085  %½n  1903
952  528  68  oo,s  50  a62  42  1,6  10%  —  —  50  3682  4  „.#%„  190“
432  9239  84  38.1  4  107.—  3,9  *—  3  005  25  6  4  112  25  *r  1005
262  150  26  21,3  42  401  22  3.2  54  710000  H%  782  401  22  1n%  1000
4650  471  1  38  301,1  2204843  1.5  6%  350  081  11  94,0  382  032  54  0%  1907
4621  625  1  685  280,1  90  203  45  7.7  14,  ö8#  296  8888,  662  500  29  1  1908
3305259  252,6  13  069  77  1,0  3%  427  171  85  K%%  440  241  62  ½8  1909
1  501  720  7  32  99,7  127  131  04  6.4  26%  2650  408  62  73,  477  512  66  o,  v  1910
1326211  87  87.1  9a  916  11  6,2  106  384  014  84  80  478  830  95  R  1011
4128  357  36  206,6  582  511  90  85,1  B4,1  105  175  —  15,4  087  689  90  ½  1912
2  901  785  32  165.8  508  450  12  a8,0  56,  452705  31  43  1  040  221  4  X  1913
"  *1  Il
43  750  959  93  138,0  5746937  25  18.2  554  41627  5648  06  14,6  10  376  466  21  o,  a  11870-1013
2857  10664  106,0  164  5900  10  11,3  29-  07  63336%  502  131  40  0%  1014
5  099  201  15  529.5  125  768  57  21,5  77“8  36  000  —  22,  161  766  57  —  1915
561  97870  92.5  57  1900  22  9,6  3,5  1  600  886  52  —  1  058  070  74  “.  1916
90  763  21,0  29608  7.2  *  1961689  27  993  3991  197  40  1,7  1917
94  4041  81.7  84750  27  26,4  0,  u  10  800  120  17  90.n  10  390  885  44  1,3  1916
66  761  26  11.8  46274  56%6  66.1  K  1523  OOoo  66  1B  1910
2728.21  *  25860o2  o8  r  %  B)  ss  %  Ouen
28  396  478  75  561  aso  50  13,2  %e  116  170  616  %116  782  605  568  %
Müllonen  M.  Willionen  M.  Mlllionen  #  ·  Inaicskusz
07«0  52.0  01  0,06  0,  ooi  9881,.7  100,  9881,8  15,3  1922
Hillionen  kl  Milllonen  ##  RiHionen  M.
23000.0  —  8,1  —  —  7  040  828,6  100%  7  040  828,8  1½  1923
—.  à#  44.  T  —  —
24720  o83  o00  1061,60  —  —  —  —  40%0  201  35  40  wo  201  55„

dieser  Neserve  ersparlen,  dahor  wieder  dem  Gesino  des  nächsteu  Juhres  zugeschlagenen  Summe  (Tabelle  74  Sp.  17);
2.  aus  denjenigen

stücken  usw.

trägen,  welche  für  uneinziehbare  Buchfordkerungen,  Verluste  auf  Miloz
irekt  vom  Cewinn  abgesetzt  alnd  (Tabelle  77

Betrigen  der  Tabelle  38  Sp.  8  zuzüglich  derjenigen  aus  Ta

Sp  8).
bebe  z  Sp.  6.

ie  Gesamtverluste  erge

old,  Verluste  aus

Trund--n

  sich  fernerbin  aus  den

)Darunter  der  von  der  Reserve  für  Kriegsverlusie  als  Verlust  endgültig  abgeschriebene  Betrag  von
20  Millionen  Mark.
        <pb n="310" />
        110

Cesetzlicher  Reservefonds?)  Reserve
Besiun  d  Bestaon  d
1  ahr  An  Koneg  am  Ende  des  Jabres  I  ahe  zu  Beginn  des  Jal  res
Aun  2  —  u.  —  *
1  «  2  I  5  -b  1
1876  977  046  80  13  071  537  80  1876  712  985  66
1881  1299  295  10  17  724  081  01  1881  3254  080  —.
1886  474  214  42  22  872  155  60  1886  2  005  400  —
1891  997  000  56  30  000  000  —  1891  514  800  —
1896  —  —  30  000  000  —  1896  53900  —
1900  —  —  90  000  000  —  1900  5609  700  —
1901  14639  256  845  44  69256  84  1901  865  800  —
1902  2948  259  95  4  587  516  79  1902  3  065  200  —
1903  4026206  96  51  613  728  75  1903  1  49  700  —
1904  13  200  000  —  64  818  728  75  1904  1  010  900  —
1005  —  —  64  813  723  75  1905  578  400  —
1906  —  —  64  813  723  75  1906  565  100  —
1907  —  —  64818723  75  1907  582200  —
1908  —  1[  S—  64  813723  75  1908  3266  000  —
1909  —  —  64  813  723  75  1909  4357  900  —
1910  –  —  64  813  723  75  1910  5  000  000  —
1911  2  123  358  95  66  937  082  70  1911  4948  100  —
1912  3  110  663  60  70  047  746  30  1912  4855  800  —
1913  4  431  507  92  74  479254  22  1913  5  983  400—
1914  6  071.069  40  80  550  3223  62  1914  6449  100  —
1915  4920  940  90  85  471  264  52  1915  41  560  000  —
1916  4666  121  26  90  137  385  78  1916  62  340  000  —
1917  4690  788  64  94  828  174  42  1917  62  282  809  75
1918  4668249  40  99  496  423  82  1918  62259201  56
1919  4761  598  24  104  258  022  06  1919  62168  445  29
1920  17  155  197  187)  121  413  219  24  1920  61  632  100  74
1921  5  850  616  92  127  263  836  16  1921  6239  901  86
Alllionen  M  Millionen  A  Milllonen  NM
1922  33.2  160,5  1922  36,
Dallionen  M  Dionen  #
1923  900  381,1  900  881,1  1923  16  036,2
##  —  —
1924  24  502  838  28  25  403  219  28  1924  17  000  00  —9)

1)  Von  dem  Ende  1673  18  Millionen  Mark  betragenden  Rescrvefonds  der  Preuffischen  Bank  dbernahm  nach
Auszuhlung  des  auf  den  Preuhlschen  Siaat  entfallenden  Anteils  die  Reichsbank  9  Mlllionen  Mark;  hinzu  trat  das  30&amp;amp;  betragende
  Asio  bei  beschons  der  60  Millionen  Mark  neuer  Bankanleile  mit  18  Millionen  Mark.  Von  den  Inhabern  der
allen  Anleilscheine  der  Preuflischen  Bank  (gleicholle  60  Millionen  Mark)  machten  nur  81  von  dem  ihnen  im  §  4  des
Abtrelungevertrages  vom  17./18.  Mai  1873  izestandenen  Rechi  des  Umtausches  gegen  Anteilscheine  der  Reichsbank
Kkeinen  Cebrauch,  sondern  zogen  auf  Grund  des  §  I7  des  Keicheo  Vertrags  ihr  Einschulkapital  und  ihren  Anleil  am
Reservelonds  der  Preullischen  Bank  in  bar  zurilck.  Die  Reichsbank  multe  daher  die  wonigen  bei  dem  Umtausch  Ubrig

ebliebenen  Reichesbankanteile  verkaufen,  wobei  ihr  cin  Gewinu  von  94  491  Mark  erwuchs,  der  ebenfalls  dem  HReserveonds
  zuflolf  und  ihn  aul  270941401  Mark  erhühte.  Dagegen  wurden  ihm  15  Millionen  Mark  entnommen,  welche  gemütl
5  3  des  erwähnien  Vertrags  als  Entschädigung  an  Preulen  gezahlt  wurden.  Somit  betrug  der  HReservelonds  der  Reichshank
  anlünglich  12094  401  Mark.  Die  übrigen  Zusünge  mit  Ausnahme  von  10  300  O00  Mark  im  Jahre  1901  (s.  Anm.  5.
13  A  rk  im  Jahre  1904  (s.  Anm.  6)  und  12  474  934  Mark  im  Jahre  1920  (s.  Anm.  7)  rühren  aus  dem  Hein-—
  er.
        <pb n="311" />
        111

Tabelle  57
für  zweifelhafte  Forderungen?
Abgeschrieben
Auf  entstandene  Verlusle  und  als  Gewinn  wieder  Am  Ende  des  Jahres  Bestand
endgültig  abgeschrichen  vereinnahmt-)  neu  reserviert")  am  Ende  des  Jahres  Jahr
Mark  pi  Ma#  pi.  Mark  Fr.  Mark  kr.
—  .  U„  77  ----  —  ã
2  052  79  —  —  —  —  710  982  87  1876
224  367  53  96  0oo2  47  –  —  2  938  660  —  1881
30  021  51  497  178  49  —  —  1  478200  —  1886
151  463  90  8  9386  10  —  —  354  400  —  1891
22  762  74  —  —  888  262  74  919  400  —  1886
14  829  24  —  —  310929  24  865  800  —  1900
164  497  28  —  —  2  363  897  28  3  065  200  —  1901
61  999  89  1  583  530  61  —  —  1  419  700  —  1902
45  085  98  363714  02  —  —  1010  900  —  1908
50  362  4  382  187  58  —  —  578  400  —  1904
44  107  —  —  —  80  807  —  565  100  —  1905
4  22  —  —  59501)  22  532200  —  1906
22948  43  —  —  2706746  4  3266  000  —  1907
99203  45  —  —  1191  103  45  4357  900  —  1908
13  069  77  —  —  655  169  77  5000000  —  1909
127  134  04  —  –  75234  04  4948  100  —  1910
93916  11  —  —  1  616  11  4855  800  —  1911
582  514  90  —  —  1720  114  90  5993  400  —  1912
598  456  12  —.  —  1  049  156  12  6  449  100  —  1913
164  596  10  —  —  35  275  496  10  41  560  000  —  1914
125  768  57  —  —  20  905  768  57  6  340  000  —  1915
57  180  22  —  —  —  —  62  262  809  78  1916
29  608  22  —  —  —  —  62  258  201  56  1917
84  756  27  —  —  —  —  62  168  445  29  1918
536274  55  —  —  —  —  61  632  170  74  1919
5492531  79)  –  —  —  —  6239  901  86  1020
1247  708  96  —  —  31  309  107  10  36801  800  —  1921
MWillionen  bi  Mlllonen  M  Millionen  M
0.  —  16  000,0  16  036,2  1922
8.1  —  —  16  083,17)  1923
4#.  æu  T  2
—  —  —  —  10  000  000  —  27  000  000  —  1924

vielmehr  zur  Deckung
dienen  sollen.  Gehen  solche  Forderu

Gewinn  ouls  neue  zufeschricben.
2)  Siehe  Tabelle  M.
4)  Siehe  Tubelle  55.
Hieruniter  10  300  O0o  Mark  Aufgeld  auf  die  neu  begebenen  30  000  Reichsbankanteile  zu  1000  Mark.

und  dem

Aulwertun
5  Sgerdem  sind  im  Jahre  1920  aus  dem  Reservelonds  für  zweiselhalte  Forderungen  überwiesen:  dem  Reich
7  42460%  1  Mark  (s.  Tabelle  S  Anm.  10)  und  dem  ordentlichen  Reservefonds  12  749#14,28  "
i#st  seiner  völligen  Bedeulun  Ueiskkeite
onen

2)  Das  sind  Beträge,  die  vom  Gewinn  zurtickbeholten  und  nicht  gemäfs  BC.  vom  14.  3.  1873  5  24  verwendet  alnd.

enlsiandener  oder  doch  berclts  in  Aussicht  stehender  Verluste  (zweilelhalter  Forderungen)

en  nachtröglich  noch  ein,  so  werden  die  daftr  zuridkgestellten  Betrige  frei

Das  ist  das  Aufgeld  aul  dic  neu

Davon  12  47149  2  Mark  aus  dem

)Dieser  Betra
für  Kriegsverluste  verbliebene  Restbetrag  von  361,5

—  30  000  Reichsbankanieile  zu  1000  Mark.
ese

W.

rvesonds  sur  zweifelhafte  Forderungen  (vel.  Anm.  9)
Dem  Delkrederesontdle  aus  den  bei  der  Umstellung  der  Aktiva  auf  Reichsmark  verblieben
ewinnen  überwiesen.

en  buchmühbigen

ark  (s.  Anm.  7).
Fon  abgebucht  worden.  ebenso  der  von  der  Reserve.
trk.
        <pb n="312" />
        <pb n="313" />
        113

Tabelle  58
Kurse  und  durchschnittliche  Rentabilität
der  Reichsbankanteile!,)
Durch-  Höchster  Kurs  Niedrigster  Kurs  Kurs  Diri-  Renta-Jahr
  sclinitis-  am  Juhres-  lend  biliit
kurs  schlun  dende  bilität
Datum  Datum
Prozent  Prozent  Prozent  Prozent  Prozent  Prazent
I  2  *..-m  4  3  .  •tt  7
1876  153,  82  4.  1.  167,  50  2.  12.  140,%%  153,25  6⅛  3,03
1881  140,  9.  11.  152,  80  7.  2  144,75  151,10  6“#
1886  137,50  30.  12  141,  Bo  6.  2  127,40  141,25  z,  20  Z,65
1891  143,11  22.  7  1  45,00  –  140,00  144,  ko  7,55  S,  ek
1896  159,27  d*3  165,00  16.7  150,10  159,  10  7,50  4,71
1900  154,21  18.  4.  102,%  19.9  145,20  140,%  10,  o6  7,11
1901  130,7  *)  3.  86.  18.  17  155,00  2.1  139,25  152,75  6,25  4,14
.  2.  4.  bis  7.  3#n.
1902  154.77  1v2  7½  —  b  ’  157,50  2.  1.  149,  s0  154,  50  5,47  3,53
1903  152,32  —  155,  00  .  .  150,00  133.50  0,  13  4,060
1904  133,4  i--e  158,00  26.  2.  150,  10  155,00  7,04  4,59
1905  156,16  4.  10.  163,25  17.  bis  18  4  hisz.  151,75  158,10  Ons  3Z,94
1906  156,  87  22.  12  159,  60  27.  6.  154,  10  150,z0  8,22  5,24
1907  1547  10.  4.  157,00  19.  8.  150,  o0  154,00  9,  80  6%
1908  150%  1)  7v“  #  15.00  29.  8.  141,50  147,  80  77  5
1909  147,9  30.  12.  1  36,00  2.  1.  143,60  155,  o0  5,83  3.o04
1910  144,  90  3.  1.  151,80  .7.  13%  142,  50  6  4,47
1911  1  42,00  17.  8.  144,40  2.  1.  1  1  30.75  140,  10  5.86  4.512
1912  135,71  E  141,00  15.  10.  130,00  1  32,00  G,  gs  5.12
1913  135,02  27.  10.  138,10  19.6  130,  a5  136,  25  8,43  6,  24
1914  137,63  19.  2  142,50  29.7  120,80  130,00))  7,4
1915  —  —  —-  ———--—-  —  —  —-1916
  —  —  —  —  —  —  —  —
1917  —  —  —  —  —  —  —  —
1918  153,25  21.  6.  105,00  27.  31  127,50  127,80  8,68  5.66
1919  141,67  *8  ¾  1  5  5  o0  23.  12.  1  22,00  1  32,  50  8,79  G,  0
1920  150,  8o  3.  3  171,75  2.  1  1  30,0%  151,13  8,70  5.7
1921  160.  17.  11  251,00  23.  4  135,%  200,00  10,00  6.:S

1)  Auf  Grund  der  Notierungen  der  Berliner  Börse.  Für  die  Jahre  1915  bis  1917  liegen  keine  Ziffern  vor,  weil
auf  Beschlull  des  Börsenvorstandes  die  Kursnotierungen  für  Wertpapiere  mit  dem  30.  Juli  1914  eingestellt  und  für  Dividendenpapiere
  erst  am  3.  Dezember  1917  wieder  aufgenommen  wurden.  Die  für  die  Jahre  1922  bis  1924  veröffentlichten
  Notierungen  haben  keinen  Vergleichswert.

2)  Der  Kurs  für  1914  bezieht  sich  auf  den  30.  Juli.

2.  Teil  6
        <pb n="314" />
        774

Verteilung  der  Anteilseigner  und  der  Anteil-Eude

  Auhl  der  Anteilseigner  Zahl  der
des
EE  im  Inland  im  Auslan!d  insgesamt  im  Inlun  #e
L##zent  l'roreni  Hienl
1N  2  1  —57  5  4  u  ·  1  8  *30

1876  6  803  83,2  1  374  16,8  8177  29  033  72.6
1881  6  150  àn  1  463  19,2  7613  3  516  73.5
1886  6  153  8o,i  1526  19,9  7679  29507  73,
1891  6  141  78,  1  665  21,3  7806  29  612  J.L0
1896  6201  77,  1  777  22,)  7976  29  698  74,2
1900  6214  77.0  1857  23,0  8071  29  804  74,5
1901-)  10  363  *i  1961  15,D  12  324  29  517  73,8
1902  10  395  34,0  1976  16,0  12371  29  515  73,68
1903  10  48  M.pO  1990  16,0  12  408  29  545  73,2
1904  10  435  83,6  2022  16,2  12  457  29  556  73,0
1005  16  559  80,Tr  2  019  10,  18  578  29  677  74.7
1906  16  532  80,  2  032  10,  18  564  29721  74,2
1907  16  553  88,  2  063  11,1  18  616  29  811  74,5
1908  165371  88,8  2  081  11.z  18  652  29  838  74,0
1909  16  562  88,  2  129  11  18  691  29  819  7.4,5
1910  16628  98.  2120  110  18  748  29  791  7.1,5
1911  16  637  88,7  2  128  LE  18  765  29810  74
1912  16  630  88,6  2149  11,4  18  779  29744  7454
1913  16  646  886  2  153  11,4  18  799  29  745  7454
1914  16  673  88,  2169  E  18  842  29748  74,
1915  16  712  88,  2  180  11.n  18  892  29  736  74.3
1916  160  744  88,  2  186  11,5  18  980  29  763  74.
1917  16  783  88,T  2207  11,6  18  990  29  768  744
1918  16  818  88,T  2211  11,6  19  029  29  767  744
1919  16  792  88,  2224  11,2  19  016  29  650  7".  r
1920  16722  88..tr  2250  117#  18  972  29252  73.
1921  16  714  88,nU  2272  12,0  18  986  29  510  73,6
1922  16  705  88,0  2284  12,  18  989  29586  74%
1923  16  446  80,#  2  503  13.D  18  949  29  356  73.1
1924  16222  86,  2  498  13.  18  720  29  423  736

1)  Nach  den  Stammbichern.
2)  Im  Jahre  1901  wurde  das  Grundkapital  von  120  auf  150  Millionen  Mark  erhäht.
„)  Zum  1.  Ianuar  1905  wurde  das  Grundkkapitol  von  150  auf  180  Millionen  Mark  erhöht.
)  Das  Gruudkapital  von  180  Millionen  rk  der  frilheren  Währung  wurde  durch  Beschluß  der  auberordentlichen
  Ceneralversammlung  vom  4.  Oktober  1924  auf  90  Millionen  Reichsmark  umgeslellt  und  das  Reichsbankdirektorium
  ermäüchligt,  eine  Erhöhung  des  Kaupitals  um  210  Millionen  Keichsmark  uus  den  in  5  des  neuen  Bankgeselzes
        <pb n="315" />
        115

Tabelle  59
scheine  auf  das  Inland  und  Ausland)
Anteilscheince  zu  30  00)  Aurk  Zahl  der  Anicilscheine  zu  1000  MAur  k  irbtrtrcr

les

im  Auslanll!  isgesumt  im  Inlan  d  im  Auslund  insgesamt  nures
:  HJnzenk  Pmzenl  lenzem
#t  ia  n  2  1  112  13  i6  «  I7·

10  967  27,  40  000  —  —  –  1876
10  484  20,  40  000  —  —  —  1881
10  493  26,3  40  000  —  —  —  1886
10  388  26,0  40  000  —  —  —  —  —  1891
10  302  25,8  40  000  —  —  —  1806
10  196  25,5  40  000  —  —  —  1900
10  483  20,  40  000  28  901  06,  1  099  3,7  30  000  1901
10  485  20,  40  000  28  866  *  1  134  .  30  000  1902
10  455  20,  40  000  28858  06r  1  142  Z,8  30  000  1903
10  444  26,  40  000  28  852  96,.  1148  3,s  30  000  1904
10  323  25,6  40  000  58  641  ·0n  1  359  2,1  60  000  1905)
10  279  25,7  40  000  58  598  97,7  1  402  2,/,  60  000  1906
10  189  25%  40  000  58  600  97,7  1400  2,1  60  000  1907
10  162  25,4  40  000  58  592  —  1  408  2,,  60  000  1908
10  181  25,t  40  000  58  567  07%  1  433  2,/1  60  000  1909
10  209  25,  40  000  58  560  07,6  1  440  2,.1  60  000  1910
10  190  25,5  40  000  58  540  97,6  1  460  2,,  60  000  1911
10  256  25,6  40  000  58  458  97.4  1542  2,6  60  000  1912
10  255  25,6  40  000  58  435  2  1  565  2,6  60  000  1913
10  252  25606  40  000  58  433  2  1  567  2,6  60  000  1914
10  264  —  40  000  58  425  07,  1  575  2,646  60  000  1915
10  247  25,6  40  000  58  437  97,4  1  563  2,6  60  000  1916
10  247  25,6  40  000  58  439  04  1  561  2,6  60  000  1917
10  233  25,0  40  000  58  426  ·0%  1  574  2,6  60  000  1918
10  350  250“°%  40  000  58  261  —l.  1  739  2,)  60  000  1919
10748  200  40000  57  901  9%  8  2099  3.n  60  000  1920
10  490  208  40000  57  791  90.  2209  Z,-  60  000  1921
10  414  20%  40000  57  780  %„  2220  !.  60  000  1922
10  644  26,6  40  000  56  615  —.  3  385  5,6  60  000  1923
10  577  26,  40  000  55  287  92,  4763  7,9  60  000  19240)

vorgeschenen  Mindestbetrag  von  300  Millionen  Reichsmark  vorzunehmen.  Auf  Grund  der  dem  Reichsbankdircklorium
erteilten  Ermächtigung  ist  im  Januar  19  dos  Kapital  aul  122  789  000  Reichsmark  erhöht  worden.  indem  32  263  000  Reichsmark
  den  Aktionliren  der  Colddiskontbank  im  Austausch  gegen  ihre  Colddiskontbonkakltien,  welche  die  Reichsbank  übervehen.
  und  —  Reichsmark  den  Aktionkren  der  Schleswig-Holsleinischen  Girobank  gegen  Vollzahlung  in  Devisen
gegeben  wurden.
        <pb n="316" />
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
