<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Amtliche Kriegsdepeschen Band 4</title>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>amtliche_kriegsdepeschen_band_4</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>
        <pb n="1" />
        2 
* 
  
* 
□ 
ss 
rn 
*. 
732 
  
□— Ss# 4 
855 
Amtliche 
Kriegs-Depeschen 
Nach Berichten des 
Wolff'schen Telegr.-Bureaus 
s 
4. Band 
1. Februar 10160 
bis 
31. Juli 1916 
  
  
  
  
  
   
  
   
  
— 1 % 
e S — !“.
        <pb n="2" />
        <pb n="3" />
        Inhalts-Verzeichnis. 
. 
Scite 
„Zeppelin“. Angriff auf den Ha en von Sa- 
toniki...........................·.. 11d5 
RuhigexogeinMontencgro».......... 1185 
Zombardement engtischer Industrieslädte 
durch ein „Zeppelin“-Geschwader . 1195 
Gultan Mehmed V. preußischer Generalfeld= 
marschall .. . . ... . .. .. . .. .. . . .. .. . ... 1186 
Zussische Schlappe im Kaulasus . . . . . . . . . . 1186 
Der „Zeppelin“-Angriff genen England. . 1186 
Große BZrände im Hafen von Salonikt. 1186 
Erfolgreichee Vordringen in Albanien . 
Neue kühne Kreuzertaten eines deutschen 
Kriegeschiffs. — Der Dampfer „Appam“ 
durch die „Möwe“ aufgebrach . . . . 1187 
Selbstmord des türkischen Thronfolgers 1198 
Räcktritt des russische! Minislerpraäsidenten 
Goremylin . . .. ... ... .. .. ... ... .. . .. 1188 
Der kühne Beutezug der „Möwe . . . .. . 1188 
Der „Zeppelin“-Angriff auf Salonikl . 1189 
Beschießung der feindlichen Stellungen in 
Flanden 1180 
Verhcerender Flugzeugangrlff auf Durazzo 1190 
Ergebnisse des „Zeppelin“-Angriffs auf 
England . . . . .. .. . . .. .. .. . .. . . .. . ... 1191 
„Appam“ als Prise erklärt . . . .. . . . . . . . . . 1192 
Kampf zwischen einem deutschen U-Boot und 
elnem englischen Damprer .. 1102 
Handgranatenkämpfe in Ftandenn . . . . 1192 
Räckzug der Italiener am Tolmeiner Brücken- 
korr 1102 
Fünf Dampfer in der Themsemündung ver- 
entttttz.. — 1103 
Die englischen Angrisse unter neutraler Flagge 1103 
Eine neue englische Niederlage am Tigris. 1194 
Zum Untergang des „L100 . .. 1104 
Ein englischer Kohlendampfer von einem 
„Zeppelin“ versentt . . . . . . . . . . . .. . . . .. 1194 
Custangriff auf Dünaburg. . . . . . . . . . . . . .. 1195 
Ein slilter Tag an den k. u. k. Fronten. 1193 
Die „Lusltanla“-Verhandlunggen . 1195 
Das „Urteil“ des englischen Teichenschau- 
gerichts gegen den Kaiser . . . . . . .. . . ... 1195 
Englische Angriffe bei Messines und La 
Bassee abgewiesen 1196 
Nichts Neues an den k. u. k. Fronten 1100 
Ein englischer Kreuzer beimletzten „Zeppelin-= 
Angriff dversentt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1196 
Vergeblicher russischer Angriff an der Schara 1196 
Die Cage an den k. u. k. Fronten unverändert 1197 
Türkischer Fllegererfolg an den Dardanelslen 1107 
Prinz Oskar von Preußen leicht verwundet. 1107 
Englankd bestreitet den Verlust der „Caroline“ 1197 
Die Kameruner Schutztruppe auf spanlschem 
  
Gebitttt . . .. 1198 
Ueberführung der Kameruner Schutztruppe 
nach Spanen 1108 
Cebhaste Kampftätigkeit süblich der Somme 11090 
Vergeblicher russsscher Dorsloß bei Tarnopol 1100 
SSsnP s#s 
  
    
   
   
— 
    
  
Selte 
Türkischer Gegenangriff an der Kautasue- 
front. ... .. .. . .. . .. . .. ... .. .. .. . . ... 1199 
800 Meter französischer Front bei Vimy er— 
stürmt 1100 
Einnahme von Preza und Valsas In Albanien 1200 
Der König der Bulgaren im deutschen Großen 
Hauptquarter . . . ... 1200 
Zwel englische Zerstörer gesunken . 1200 
Neue Kämpfe an der Westfront . . . 1200 
Abgewiesene russssche Angriffe in Wolhynien 1201 
Der Relchskanzler über die deutsch-ameri- 
kanischen Beziehunggen 
Eine Denkschtist der deutschen Regierung über 
die Dehandlung bewaffneler Kauffahrtei- 
..-. 
1201 
schisftetee ... 1202 
Angriff deutscher Seeflugzeuge auf Ramsgate 1203 
Eine Note der öslerreichisch-ungarischen Re- 
glerung über die bewaffneiten Handels- 
dampofrer 1204 
Englischer Vorskoß am Tigris abgeschlagen 1204 
Französische Gegenangriffe bei VDimy ab- 
geschlagen .. . ... . . . . . .. ............. 1204 
Der englische Kreuzer „Arabis“ versenkt. — 
Vorssoß deutscher Torpedoboote zur Dogger- 
bannyyy. ....... 1204 
Tirang von den k. u. k. Truppen besetzt 120“ 
  
Zar Ferdinand im k. u. k. Hauptquartier 12684 
Aussische JDorstöße abgewiesen 120“ 
Einc italienische Stelumg am Rombon er- 
obrtt 1206 
Das französische Cinlenschiff „Suffren“ ver- 
selt. 1206 
Ein zweites englisches Fahrzeug bei der 
Doggerbank vernichtet . .. . ... . . . .. . . .. 1206 
Deutsch-englisches Seegefecht bei den Ber- 
mudasinseln . . . . . . . . . . . . . .. . . . . .. 1207 
Französische Stellungen in der Champagne 
erstürmi . . . . . . .. .. .. .. . . . .. .. . . . . . .. 1207 
Luftangriff gegen Kavenna.1 1208 
Eine englische Schlappe bei Korna . . 1205 
Elbassan von den ZJulgaren besezct. 1205 
„Guffren“ oder „Admiral Charner" versenkt? 1200 
Französische Stellungen bei Tahure und Ober- 
sept erstürmt . . .. . . . . . . . . . . . .. .. . . . .. 1209 
Die k. u. k. Truppen nahe vor Durazzo 1200 
König Ferdinand in Wien . .. w§?1210 
Die Zulgaren 28 Kilsometer vor VBalona 1210 
Lebhaftere Kämpfe an der Kaukasuefront. 1210 
Der englische Kreuzer „Arethusa“ gesunken 1210 
Alle Unverhelrateten in England einberufen 1211 
800 Meter englische Stellung bei Ipern ein- 
  
genomeen .. 1211 
Fliegerbomben auf Mailand ... 1211 
Französische Opfer ihrer Landoleute 1212 
Ein französischer Armeebefehl . .. 1212 
(Ein Fort von Erzerum durch die Russen besetzt 1213 
Der Untergang des Kreuzers „AUAdmira! 
Charnerr. 
S—#. —*5 —- 
S# t * 2 
lII
        <pb n="4" />
        — 
□*-i 
    
  
-r*— —— 
— 
   
   
  
Vergebliche englische und französische Gegen- 
angriffe .. .. ... . .. 1213 
Artilleriekämpfe an der italsenischen Front. 1214 
Dle schweren Kämrfe im Kaukasus . . 1214 
Neun Forts von Erzerum von den Russen 
genomhmen . . .. 1214 
Eine englisch-französisch -russische Erklärung 
über Zelaien. 1214 
Fliegerangriff auf Düänabuctg .. . 1215 
Russische Angriffe am Korminbach abgewiesen 1213 
Einnahme von Erzerum durch die Russen. 1210 
Besetzung der Vardarbrücken durch die 
Franzosen . ... 1216 
Die Engländer bes Ipern blutig abgewiesen 1216 
Kavaja südlich Durazzo besebtt 1217 
Englische Niederlage in Ostasrika . . 1217 
Die Desatzung von Kamerun auf Fernando Po 1217 
Franösische Flugzeugangriffe auf Strumica 1218 
Englische Niederlage am Tigrist. 1218 
Gescheiterter englischer Angriff bei pern 1218 
Mißglückter Fliegerangriff auf Laibach . 1210 
Die britischen Schifföverluste beim Gefecht 
auf der Doggerbank. . . . . .. .. . . . . . . . .. 1219 
Neue Gewaltakte der Entente gegen Griechen- 
anddd 1220 
Mora nach anderthalbsährigem Ansturm ge- 
allen::; 1220 
Eine englische Stellung am serkanal gestürmt 1220 
Durazzo im Halbkreis eingeschlossen 1221 
Flugplatz und Truppenlager von Furnes 
bombardiert. . . . . .. .... . . .. .. .. . .. . .. 1221 
Feindliche Kriegsschiffe vor den Dardanellen 
beschossen 1221 
Englischer Gegenangriff am serkanal abge- 
wiesenI 1222 
Die Einschließung Durazzos vollendet . . .. . 1222 
Neuer Fliegerangriff auf die englische Küste 1222 
Hestiger Artilleriekampf auf der ganzen West- 
frvnant::# .. 1223 
Der französtsche Zericht über die Zerstörung 
eines „Zeppesin“ .. . .. .... . .. .. . . . . .. 1224 
K. u. k. Flieger über dem Gardasee und der 
Lombarde. 1224 
Der amtliche türkische Zericht über den Fall 
von Erzen 1224 
Sasonows Dumarede über die Kriegslage 1228 
Einbruch fu die französische Front nördlich 
............................ 1226 
Erfolge .. ... .. .. ... .. . .. . . ... . . . ... 1227 
Italienische Jorstellung bei Durazzo erobert 1228 
Beschseßung kleinasiatischer Küstenplätze 1278 
Ausbau der Erfolge östlich der Maas 1228 
Die französischen Derichte über die Kampfe 
besl Zenen . .. 1229 
Die Italiener bei Durazzo geschlagen 1229 
Neue Kuhmestaten der „Möweil 1230 
Englischer Mißerfolg im Irab. . . .. . ..... . 1230 
Asquiths Friedensbedingungen .. 1231 
Das wirkliche Ergebnis des „Zeppesin“An— 
griffs auf England . .. .. .. . .. . . . . . ... 1231 
Die „Westburn“ versenkt. . . .. . . . . . . . . . .. 1233 
Neutralitätsbruch Poriuguls. ... .. . . . . . . .. 1233 
Auch Jialien „requiriert“ deutsche Schiffe.. 1233 
Sechs weitere Ortschasten bei Verdun ge— 
nuommmen 1233 
Der französische Heeresbericht über den Räöck. 
zug bel Veren 1231 
—* 
   
  
   
   
     
    
L 
s . —- 
   
   
     
Seite 
Der Kaiser in Wilhelmshagnen 1234 
Beschießung der Hafenanlagen von Durazzo 12385 
Die Zeschlagnahme der deutsihen Schiffe in 
Dorinalllllllelele .. .. 12353 
Essads Flucht aus Durazzo . . . .. ... . . .. . 1235 
Die feindlichen Kreuzer vor den Dardanellen 1233 
Die TVersenkung des Dampfers „Weslburn“ 1236 
Die „sogenannte“ „Möwe“ . . . . . . . . . . . . . 1236 
Das Fort Douaumont vor Verdun erstürmt 1236 
Zusammenbruch des feindlichen Widerstandes 
auf der Wodvrefront . .. . .. . . .. .... ... 1235 
Die Einschließung von Durazo . 1233 
Rußlands Schuld am Kriegen 1235 
Der Ul-Boot-Krieg gegen die bewaffneten 
Handelsschisse 1230 
Der „Zeppelin“-Angriff auf England 1230 
Der Abzug der Italiener aus Durazzo. 1230 
Kuropatkin Zefehlshaber an der russischen 
Nordfront .. .. ... . .. .. . .. . .... . . . ... 1240 
Erstürmung der Befestigung von Hardaumont 1240 
Der frranzösische Bericht über den Fall von 
Douaumont. . .. . .. .. .. . .. . . .. . . . . . .. 1240 
Durazzo von k. u. k. Truppen besezt . 1241 
Erfolgreicher Vorstoß in der Champagne 1242 
Die Beute von Durazzo . .. . . . . . . . . . . . .. 1243 
Eine deutsche Protesinote an Portugal. . . . . 1243 
Die Flucht der Italiener aus Durazzo . . 1244 
Eine deutsche Erksärung in Washington zum 
U-Boot-Kriens 1244 
Die Besatzung der „Westburn“ verhastet 124# 
Siegreiches Dordringen im Woevregebief 1243 
Der französische Bericht über die Kämpfe 
in der Wodbre-Ebeeen 1243 
Italienische Artillerietätjakeit am Isonzo 1240 
Ein Geheimbefehl des General Joffre 1246 
Englische Angriffsversuche im Jrak abge- 
wiesen . . .. 1246 
Deutschland und die Niederlande . . 1217 
Drinz Mirko gegen König Nikolaus 1247 
Artilleriekämpfe an der Westfront . 1249 
Unveränderte Lage an den k. u. k. Fronten 1240 
Drei französische und ein englischer Hilfs- 
treuzer versenkt . .. . . . .. . . . . . . .. .. . . .. 1249 
Die Beschlagnahme der deutschen Dampfer 
in den portugliesischen Kolonien . . . . . . . 1250 
Die englischen Verluste in Saloniki . . . . . . 1250 
Ein deutsches Flugzeug über der englischen 
Südostlüst . .... 1250 
Die Torpedierung des Truppentransport- 
dampfers „Drovene . .. . . .. . .. . . ... 1230 
Erfolgloser französischer Angriff auf Donau- 
mottiiii.I 1251 
Nichts Neues an den k. u. k. Fronten . . 1251 
Ein französischer Minensucher torpediert . . 1231 
Englischer Landungsversuch bes Alkaba zurück- 
geschlagen. — Die Niederlage der Engländer 
bei h.en . ... 1251 
Wilsons Haltung zum Ul Soot-Krieg 1252 
Dorf Douaumonk von deutschen Truppen ge- 
nommen . . . . .. . . .. . . . . . .. .. .. .. . . .. 1252 
Ruhe an den k. u. k. Fronten . .. .. . . . . .. 1253 
Neue Desprechung der drei skandinavischen 
Staatn. 1253 
Eine zweite „Möwe“ im Aermelkanal?) 12383 
Beschlagnahme deutscher Schiffe in Hortu- 
giesisch= Inden 1233 
Ein englischer Minensucher im Mittelmeer 
torpediert. . .. ....... ... ..... . ... . . .. 1254
        <pb n="5" />
        Der amerikanische Senat und der U-Zoot- 
Kriennnnns . .. . .... 
Französische Angriffe auf Dorf Douaumont 
abgeschlagen .. 
Die „Möwe“ nach einem deutschen Hafen 
heimgekehrt . . . . . . .. 
Ein russischer llebergangsversuch über bie 
Ikwa abgeschlangnen 
Die Instruktionen für dle britischen bewaffneten 
Handelsschiffe. 
Die Stärke der britischen Flottenbesatzung 
Bitlis von den Russen besetzt .. . . . . . . . .. . 
Der ilallenische Dampfer „Giava“ torpediert 
Heftige Artilleriekämpfe um Douaumont . 
Alles underändert an den k. u. k. Fronten. 
Oie Kämpfe östlich Berdun . .. ... . . . . . .. 
Luftschiffangriff auf die Docks von Hull . 
Law##inengefahr auf dem italienischen Kriegs- 
schauplatz 
Wie die „Möwe"“ kämpsse . . 
Deutschland und Jaan 
Das Schicksal bes 33. Infanterleregimente. 
Der „Zeppelin“-Angriff gegen das östliche 
England 
Das Dorf Fresnes erstüürmnt 
Siegreiche Ueberfälle aegen die Russen an 
der gallzischen Frot ... 
Vertrelbung der deutschen Kaufleute aus Togo 
Ein englischer Torpedoboozerstörer gesunken? 
Jussische Truppenlandung östlich von Trope- 
zum............................. .. 
Französische Stellungen westlich der Maas 
gestürmit ... . ... .. . . . . . . ... .. . . .. .... 
Lebhastere Gefechtsläfigkeit an der galizischen 
Jrocattttn . .. 
Der „Pour le merlte'“ für ben Komman- 
danten der „Möwe“ . .. ....... ... .... 
Der meritanische Kongreß und ber U-Boot- 
Krlleaa 
Der portugiessiche Schiffsraub 
Abbruch der deutsch = portugiesischen Zezie- 
hunggegga . . .. 
Dorf und Panzerfeste Vaur erstürmi. . . .. . 
Artllleriekämpfe am Col di LTana 
Eine neue deutsche Denkschrist über den 
U-.Doot-Kriggg . .. 
Die montenegrinische Königsfamilie in Bor- 
dearrnnzt . ... 
Krlegserklärung Deutschlands an Hortugal 
Enguscher Mißerfolg am Tigrlts .. . 
Fortdaucr der Kämpfe um Vaux 
ebhastes Geschützfeuer am Tolmeiner Brücken- 
op............................... 
Deutscher Fliegerangriff auf die russische Flotte 
im Schwarzen Mecr .. . . .. .. . . ... .. .. 
Die neue deutsche Denkschrist an Amerika 
Schwere englische Jerluste am Tigris.— 
Ein englischer Torpedobootszersiörer und ein 
Torpedoboot gesunken .. 
Engücher Angriff gegen das Kilimandscharo- 
gebteee. 
Ein russisches Torpedoboot bel Warna ge- 
sunken:: . . . 
Starke französische Stellungen nordwestlich 
von Reims erstürmt. . . . . . . . . . . . . . . . .. 
Die Itallener nördlich Valona zurückgeschlagen 
Iranzösische Angriffe westlich der Maas ab- 
gewiesen .. ... ...................... 
OOOOOOOOO 
« #ii. . « I 
ÆMMMBMVMYMVFMMMHXMH 
Ecite 
1254 
Itaslenischer Artillerleangriff gegen den Görzer 
Brückentopf .. . . . . . . . . . ... ...... . . .. 
Das Ergebnis der nordischen Ministerkonferenz 
Neue englische Niederlagen in Arabien . 
Ein enalischer Hilfskreuzer auf eine Mine 
gelausfen ... 
stiige Artillerlekämpfe auf beiden Maasufern 
Italienischer Angriff bei Selz abgeschlagen. 
Erkrankung des Staatssekretärs v. Tirpitz. 
Neue Tustsiege der Leutnants Immelmann 
und Böscke .. . .. .. .. . .. .. .. .. ... .. .. 
Große Kämpfe an der Isonzofront .. 
Eine Erklärung der deutschen Regierung zum 
U-.Boot-Krie:: 
Ein französischer Zefehl nach dem Falle von 
Forges. 
Abbruch der Zeziehungen Oesterreich = Un- 
garus zu Portugee . . . ... 
Dic Schlesier auf der Höhe „Toter Mann“ 
Fortdauer der Kämpfe an der Isonzofront. 
Wiederzusammentritt des Reichskages.. 
Jücktritt des Staatssekretärs v. Tirpig.. 
Die Kämpfe In Mcsopotamien und Aegypten 
Erfolglose französische Angrisse in der Cham- 
pagne. .. . .. .. .. ... . .. ... .... .. . . . .. 
Russische Vorstöße an der Strypa abge- 
wiesen . .. 
Der Reichskanzler über die Kriegslage 
Der große holländische Dampfer „Tubantia“ 
im Sinken .. 
Erfolglose französlsche Angriffe auf den 
„Toten Mann“ . . . . . . . . .. ... . .. . . ... 
Vorssoß der österreichisch-ungarischen Truppen 
bei Tarnopopopooo . .. 
Anträge im Reichstage zum U-Zoot-Kriege 
Der Untergang der „Tubantia# 
Neue englische Niederlage am Tigrig 
General Roques, französischer Kriegsminister 
Kampftätigkeit an den Sceen bei Dünaburg 
Eine itallenische Stellung am Tolmeiner 
Brückenkopf erobert. . . . . ... . .. . . . . . ... 
Amtliche deutsche Erklärung zum Uutergang 
der „Tubantis . .. 
Handschreiben des Kaisers an Admiral 
v. Tirpitz 
Die „Tubantia“ von den Engländern versenkt? 
Hestige russische Angrisse südlich Dünaburg 
abgewiesen. 
Weitere österreichisch = ungarische Erfolge bei 
Tolmblen. 
Die Ul-Zoot-Beute seit Anfang März . 
Deutsche U-Boole am Polarkreis . .. . . . . . . 
Der holländische Dampfer „Pasmembang“ 
gesuntkten. 
Ein französischer Zerstörer versenltt. 
Vergeblicher Gegenangriff der Franzosen bei 
·—————————6—.- 
*es“s--"-###- 
Seegefecht an der flandrischen Küste .. . . . . 
Ein neuer Cuftangriff auf Dovber . 
Scharmützel am Suczkana . . . . . . . 11 
Eine englische Abteilung im Jemen geschlagen 
Siegreicher Sturmangriff gegen den Wald 
von Avocourt. — Russische Angriffe auf 
der ganzen Nordfront abgewiesen 
Fliegerangriff auf Valona. . . .. . . . . . . . . .. 
Angriff 65 englischer Flugzeuge gegen Zee— 
brüge .... . . . .. 
Ceite 
1274 
1274 
1273 
1273 
1270 
1270 
1270 
1275 
1277 
1277 
1277 
1273 
1278 
1270 
1270 
1270 
1280 
1280 
1281 
1281 
1281 
1282 
1282 
1282 
1283 
1283 
1284 
1284 
1284 
1284 
1285 
1285 
1286 
1281 
1287 
1288 
1288 
1288 
  
  
6
        <pb n="6" />
        N 
r )-# *J 
— 9 
  
  
  
     
    
    
   
Seite 
Ispahan von den Russen genommen 1292 
Erfolglose russische Offensive auf ausgedehnter 
Front .. .. . .. . . . . . .. . . . . . . . . . . . . .. .. 1293 
Russische Vorslöße an der Strypa abgewiesen 1293 
Neue deutsche Getreldekänfe in Kumänien 1294 
Besetzung des Höhenrückens von Haucourt. 1294 
Keine Erelgnisse an den k. u. k. Fronten 12985 
Kaiserliches Handschreiben an Fliegerober= 
leutnant Bölbke . ... .. ... . 1295 
EChina blelbt Republit .. . .. . .. . . . .. . . . .. 1295 
10 600000000 Mark vlerte Kriegsanleihe ge- 
zeichnet. . . .. .... .. . .. .. .. .. . .... . . .. 1295 
Wiederholte russische Anstürme zusammen— 
gebrohen: 1296 
Zeschießung der Städte Görz und Rovereto 1206 
Neue englische Schlappe im Jrak 1200 
Heldenlat eines deutschen Hilfskreuzers. 1297 
Sturmszenen im Reichskag . . ... .. . . .. . .. 1207 
Amerlkanischer Protest gegen die Deschlag- 
nahme von Wertpapieren durch England 1298 
Feldmarschall v. Mackensen in Konstantinopel 1298 
Ein Armeebefehl Josfres an die Derleidiger 
Verduns . . . . ... .. .. . ..... .. .. .. . ... 1298 
Verdun in Brand geschossen 1299 
Vorstoß der Honveds an der Strypa . . .. . 1200 
Die Entwaffnung der Handelsschiffe abgelehnt 1290 
Zwei englische Hofidampfer torpediert 1299 
Enalischer Bericht über die Heldentat des 
„Greif“ KHHHö 1300 
Englischer Luftangriff auf die nordfriesische 
Küste abgeschlagen 
Eine ltalienische Stellung am Dlöckenpaß 
genommen . .. 
Das Ecegefecht bei dem englischen Flirger- 
1300 
1301 
angriff .. . . . . . . .. . . . .... .. .. .. . . . ... 1302 
Die englische Darftellung .. . . . . . . . . . . . .. 1302 
Der englische Dampfer „Minncapolis“ tor- 
pediert . . . . . . . . .. . . . . .. . .. .. . . . .. . .. 1302 
Siegreicher Gegenftoß bei Mokrzyce .. . . . . 1302 
Erstürmung einer italienlschen Stellung bei 
Göoöbhbssg . .. 1303 
Der mißglückte Fliegerangriff auf die hol- 
steinische Küste ... .. .. ... ... . .. ... ... 1304 
Der Jeginn des großen Ensenke-Kriegsrats 
in Dariiss. 1304 
Neuer russischer Ansturm bei Postawy ab- 
geschlagen . ... 1304 
Vergebliche italienische Angriffe am Isonzo 1306 
Der Heldenkampf des deutschen Hilfskreuzers 
„Greif“ ... . . . .. .. .. .. . . . ... . . . . . . .. 1306 
Die Grundsätze des U-Boot--Krieges. . . . . . 1306 
Die französische Stellung bei Malancourt 
erstürmt . . . . . . . . .. . . . . . . . . .... .. . . .. 1306 
Crbitterte Kämpfe bei Selzz 1307 
Der Untergang der „Tubantia“ .. .. . . . .. . 1307 
Die Zeschlüsse der Hariser Ententekonferenz 1308 
Mlcktritt des russischen Krieasministers 1300 
Eine Anfrage Amerikas an die deutsche Re- 
glerun 
Neue Gewaltakte der Enlenke gegen Griechen- 
lad. 1300 
Neue Kämpfe um den Wald von Avocourt 1300 
1300 
— — »»2—2 2 2 2—22 22 22 22 22 2 2— 222222 
Kämpfe an der ganzen italienischen Front. 1310 
Fliegerbombardement von Balona . . . 1310 
Einigung des Reichstagsaus schusses in der 
U-Boot · Frage . . . . .. . . . . . ... . .. .. . . .. 1311 
Deutscher Luftangrisf auf Saloniki .. .. . .. . 1311 
Malancourk im Sturm genommen . 1311 
. 
  
VI 
   
    
Seite 
Kampfpause an der italienischen Front 1312 
Neue Verschärfung der englischen Zlockade- 
bestimmunggen 1312 
Militärische Maßnahmen in Holland 1312 
Asquith in Rom . . . . .. .. . . . ... . . . . . . .. 1312 
Der Zusammenbruch der russischen Offensive 1313 
Eine russische Borstellung bei Olpka genommen 1314 
Laftschiffangriff auf Condan 1314 
Kaiferliche Anerkennung für Fliegerleutnant 
Immelmaaaaan . . . .. 
Die Notlandung von „L 15“ in der Themse- 
mündung 1313 
Französische Stellung bei VBau#genommen 1316 
1313 
Italienische Flieger über Adelsberg . 1316 
Erncuter wirksamer Tuftschiffangriff gegen 
die englische Küstt . . .. 1317 
Die Gerctleten von „L 18155 . . . .. 1317 
Untergang eines englischen Danzerkreuzers. 1317 
Neuer Tuftschiffangriff gegen die Condoner 
Docks sowie Dünkirchen 1317 
Hestige Artilleriekämpfe an der beßarabischen 
Front . .. . .. . . .. .... . .... .. .. .. . . . .. 1318 
Der „Zeppelin“-Angriff gegen Nordengland 
und Schottland .. .. . . . .. .. . . . . . .. . ... 1318 
Ein russischer Truppentransportdampfer durch 
die Türten versenkt . ... .. . . .. . . . . . . .. 1318 
Die „Zeppelin“- Angriffe auf die engllische 
üste .. . ... . .. .. ... ..... ... .. .. .... 1319 
Starke Stellungen im Caillettewald genommen 1319 
Neuer „Zeppelin-“--Angriff auf Südoskengland 1320 
LCebhaster Geschützkampf auf Anconaa 1320 
Eine Erklärung der holländischen Regierung 1321 
Das Ergebnis der Luftkämpfe im März. 1321 
Keine Veränderung an den k. u. k. Fronten 1321 
Reichstagsrede des Kanzlers über die Kriegs- 
ziele . .. . . . . .. .. . . ..... .. . . ..... . ... 1323 
Rücktritt des italienischen Kriegöministers 
Zupelli . . ... . . .. .. . . .... . . . . . .. . . ... 1327 
Tätigkeit der türtischen Flotle im Schwarzen 
Mer ... .. . . . . .. . . .. 1327 
Erstürmung des Dorfes Haucourt 1327 
Neuer Tustschiffangriff auf Whithy, Hull und 
eds ... .. .. . . . .. 1328 
Zustimmungstelegramm des Kaisers an den 
Reichskanzter ... 1328 
Rückeroberung der Gräben ron Selz . . . . . 1328 
Englische Trichtersiellung bei St. Eloi ge- 
nombgen .. 1328. 
Der Kaiser an Hindenburg zu seinem fünfzig- 
jährlgen Diensijubilän. 1320 
Hindenburgfeier im Hauptonartier Oll- 1330 
Italienische Stellung am Rauchkofel ge- 
momnmen . . . ... 1330 
Einführung der „Deutschen Sommerzeit“ als 
Kriegsmaßnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 1330 
Die Märzschlacht 1916 ... . . . . . .. . . . . . .. 1331 
Abgeschlagener Fliegerangriff über Gallipoli 1335 
Erstürmung des Termitenhügels bei Haucourt 
durch Schlesier und Zayen . . . 1335 
Fliegerangriff gegen venczianische JZahnen. 1336 
Die Zurenerpedslion In Ostafrika .. 1336 
Die TLage an allen Frenten unverändert. 1337 
Lebhastes Geschützfeuer an der italienischen 
Fronk . .. .... ... ... .. .... . . .. . .. . ... 1337 
Luftangriff gegen die russische Fliegerstatien 
auf Oese. 1337 
Niederlage der Engländer am Tigris . 1337 
Einnahme von Zéthincort . . .. . 1333 
9 3
        <pb n="7" />
        Geite 
Caldonazzo von den Itallenern ln Brand 
geschossen 
Französische Gegenangriffe auf Bethincourt 
ableschsugen ........................ 1339 
Beschießung von Grenzorten burch die Italiener 1310 
Deutsch--rumänisches Handelsabkommen 1310 
Eine neue blutige Nieberlage der Engländer 
lm JaT .. 
Adquty' Antwort an den Reichskanzler 
Der Könia von England über das Kriegsziet 
der Allilertn 
Vergebliche franzôösische Angriffe am Pfesfer- 
rüken. 1342 
Der itallenische Angriff gegen Riva abge- 
schlagen . . ... 
Deutschlands Antwort auf fünf Anfragen 
1310 
1341 
1343 
Amerlteesaaaa . .. . . .. 1343 
CLebhafte Artillerietätigleit bel Verdun. . . . . 1344 
Erneuter Kampf um die Ponalestraße 1343 
Der Erfolg des U-Zootkrieges im März. 1344 
Russische Vorstöße blutig abgewiesen 1343 
Fortdauer der Kämpfe süblich von Nivra 13435 
Freiherr von BDurian in Berlin . . . . . . . . . . 1346 
Vergebche französische Angriffe am „Toten 
Mann“ . . . .. .... .. .. .. . .. . . . . .. . ... 
MWgeschlageneregerangriff gegen Czernovo 1347 
1207 keindliche Landesesnwohner Opfer feind- 
licher Geschosse .. . . . . ... . . .. .. ... . ... 1347 
Feindliche Flicger über Konstantinopel 1347 
Abweisung französischer Angriffe östlich der 
Maas 1318 
befestigingen 1348 
Lebhastere Tätigkelt am Brückentopf von 
Dünabreaa . . . .. 
Russischer Vorstoß in Ostgalizien abgeschlagen 1349 
Französische Stellungen zwischen Haudromont 
und Thiaumont erstürmt . . .. . . . . .. . . . 
Heftiger Kampf am Col dl Lana. — Oester- 
reichischer Erfolg im Suganatall. 1330 
Zurückdrängung der Engländer am Tigris 1330 
Der Stesnbruch südlich Haudromontgenommen 1381 
Fortdauer der Kämpfe am Col di Lana 1351 
Die Belagerung der Engländer In Kut el 
Amara 
Trapezunt von den Russen besetzt .. . . . . . . 1351 
Englische Stellung im Ipernbogen genommen 1332 
Der Col di Lana von den Jtalienern beseßt 1352 
Die Erfolge der letzten Luftschiffangriffe auf 
Englnnnd ... .. . . .. . . . .. 
Falsche Gerüchte der russischen Friedens- 
wünsee .. .. .. . .. 
Beilegung der politischen Krise in England 1384 
Landung russischer Truppen in Frankreich. 1“44 
Hestige Kämpfe im Maasgebiet.. 1334 
Italienische Flieger über Trief. 1355 
Marschall von der Goltz im Felde gestorben 1355 
Türklscher Bericht über die Räumung von 
Trapezunt . .. . . . .. .. . . . . . . . .. . . . . . .. 1355 
Tag und Nacht Artilleriekämpfe um Berdun 1336 
Italienische Angriffe bei Monfalcone abge- 
2 22 — 22 222—22 2242 2222228222 22225 
1352 
wiesen: 1337 
Ein Lustangriff auf Sofia . . .. .. .. . . . .. . 1371 
Amerikanische Note an Deutschland . 133 
Der türkische Sieg bei Zeitisea . ... 1301 
ZRussische Truppenkandung in Marseille. 1362 
Französssche Gräben links der Maas genommen 1362 
inperfolge der Italiener am Coldi Lana-Grat 13602 
Luftangriff auf eine russische Fliegerstasion 
vor Riga. . .. . .... . . . . . .. . . . . . . . . . .. 
Neue englische Niederlage im Iral . . . . . . . 
Französische Vorstöße im Maasgebict abze- 
wiesen . . ... 
Fortdauer der Kämpfe am Doberdoplatean. 
Gescheiterter französischer Angriff am „Toten 
Mann? . . . . . . ... .. . .. . .. .. .. .. . . . .. 
Abweisung itallenischer Angriffe bei Ooberdo 
ugihher Flottenvorskoß gegen die flandrische 
ue.............................. 
Revolutiouäreilnrueninthond........ 
Erfolgreicher Angriff bei Celles (Vogesen). 
Zurückwerfung der Italiener im Suganatal 
und bei Selhz . . . . . .. . . .. . . .. . . . . . .. 
Flotten- und Lustschiffangriff gegen die eng— 
lische Ostrüst 
Ein englisches U--Boot versenkt. . . . . . . . . . . 
Eine englische Schlappe am Suezkanal 
Weitere russische Truppenlandung in Marseille 
Neuer Tusftschiffangriff auf Ostengland. . . . . 
Jialienischer Angriff bei Selz abgeschlagen. 
Ein englisches Bewachungsfahrzeug auf der 
Doggerbank vernichtet ....... ... . . . .. . 
Der amerikanische BZolschafter beim Kaiser. 
Der Irenführer Sir Koger Casement von 
den Engländern gefangen 
Die englische Niederlage am Suezkanal. 
Oie englische Wehrpflichtvorlage zurückgezogen 
Im Maasgebiet keine Veränderung . . 
Nichts Neues an den k. u. k. Fronten.. 
Ein russisches Linienschiff mit Zomben belegk 
Das englische Flaggschiff „KAussell“ gesunken 
Geschelterte Hilfe für Kut el Amara . 
Ssegreicher Vorstoß am Naroczse . . 
Russische Borstellungen an der Iokwagenommen 
Ein deutsches U-Boot verloren 
Die Russen südlich Zitlis zurückgeschlagen. 
Kut el Amara gefallen . .. 
Englischer Bericht über den Fall von Kut el 
Amara 
Neue Russenlandung in Marseilll . 
Neue französische Angriffe gegen den „Toten 
Mann“ gescheitert. .. .. .. ... ... . . . . ... 
Fortdauer der Beschleßung von Görz 
Der türkische Bericht über den Fall von Kut 
el Amara . . . . . .. .. .... . . . . .. . . . . .. 
Hestige Kämpfe am „Toten Mann“ .. . . . . 
Italienssche Angriffe im Adamellogebiet ab- 
gewiesen .. 
Türkische Erfolge im Kaukasaus. 
Kapitulation der irischen Aufständlschen . 
Französische Angriffe süblich Donamnont ab- 
geschlagen . . . . . .. 
Die Italiener in den Dolomiten zurückge- 
schlaogen . .. 
Luftangriff auf die russische Osflseeküste 
Erfolge bei Dirmuiden und in den Argonnen 
Kämpfe an den Tiroler Hochpässen 
Heftige Kämpfe um den „Toten Mann“- 
Ein italienisches Luftschif am Isonzo ab- 
geschossen. — Fliegerbombardement von 
Navena .. . . . . ... 
Erfolareicher Luflangriff auf die englische 
Osttüste .. .. . . . . . .. . . . . . . .. . .. . . . ... 
Der Unfall des Tuftschiffs „L 20 . . . . . . 
Annahme des neuen Wehrpflichtgesetzes im 
englischen Partainent . . . . . . . . . . . . . . . .. 
EIEIIEIIIIIIIIEIEIEIIEIIIIBIIIIIIII 
Seite 
1363 
1363 
1364 
1364 
1364 
1365 
1365 
1366 
1366 
1107 
1307 
1368 
1363 
1303 
1360 
1360 
1369 
1360 
1370 
1370 
1371 
1371 
1371 
1372 
1372 
1372 
1373 
1373 
1371 
1374 
1371 
1374 
1373 
1373 
1377 
1377 
1377 
1373 
1375) 
1318 
1475 
1370 
137½ 
1370 
1330 
1330 
1351 
  
     
   
  
  
— 
  
— 
rs— 
— 
m. 
G 9#5JJ–J
        <pb n="8" />
        K 
J5JG J 
Ergebnisse des TLuftlriegs im Apritr .. . 
Luftangrisf auf Balona und Brindisi 
Deutschke Antwortnote an Amecrika über den 
U-Joot-Krrieee . . . . .. . . . ... 
2222 
Fünfzehnfranzösische Fesselballons cingefangen 
Mißerfolge der Italiener bei Lafraun . . 
Ein Zeppelin bei Saloniki zerstört. 
Heftige Artillerickämpfe an beiden Maasufern 
Ruhe an der italienischen Front.. - 
* englisches U Zoot versenkt. — Untergang 
es „L 7“7 .. 222 
Die Opfer der feindlichen Beschießung unter 
der elgenen Zevölkerng 
Der Nordhang der Höhe 304 genommen 
Neue Kämpfe am Görzer Brückenkoff 
Der White-Star-Dampfer „Cymrie“ gesunken 
Fran ösischer Vorstoß gegen Höhe 30 gescheitert 
Nichts Neues von der k. u. k. Front# 
Erfolgreiches Seegefecht bei Ostende . 
Die Zeute von Kut el Amara. — Türkischer 
Erfolg am Suezlanal . . . . . . . .. .. . . . . . 
Amerikas Antwortnote an Deutschland 
le Kersenen vom Dampfer „Cymric“ ge- 
rettet . . . .. .. . .. .. . . .. . .. .. . . . . . . . .. 
Russifcher Vorstoß bei Dünaburg abgewiefen 
Vergebliche italienische Angriffe gegen San 
Martino. . ... . ... ... .. .... . . .. .. . . .. 
Eine deutsche Erllärung zum „Sussex“-Fall 
Russischer Mißerfolg in Armenien 
Russische Abteilungen im Kaukasus zurück- 
geschlagen 
Towyshends Bericht über die Belagerung von 
Kut el Amaren 
Russische Stellung am Bahnhofe Selburg 
erstürmt . . . . . . . . .. . . . . . . . .. . . . . . . . .. 
Erhöhte Arkillerietätigkelt in den Dolomiten 
lleberreichung der amerikanischen Antworinote 
Englische Stellungen bei Hulluch erstürmt. 
Itallenische Angriffe auf den Mrzli Vrh 
abgewlesen 
Der russische Rückzug am Tschoruk .. . 
Rücktritt des Staatssekretär Delbrück 
Nachtangriff am „Toten Mann“ abgeschlagen 
Schwere italienische Berluste am Monte San 
Mlchele 
2 222 2 2282 —2 2 2 2 22 22 2222 2 2 2222 
— e2r — —— 2 —— — 2 2 2 2 2 2 2 22 422 222 222 
1382 
1399 
Vergebliche russische Gegenangriffe imKaukafus 1399 
Französtscher Angriff gegen Föhe 304 abge- 
wiesfen .. 
Vergeblicher ikalienischer Angriff bei San 
Martttoaoan 
U. Boot-Erfolge im Monat April: 228 000 
Englischer Gegenangriff bei Hulluch abge- 
schlaggen ... 
Ein neuer Erfolg am Tolmeiner Brücken- 
kopf. — Cuftangrisf auf Valona . . . . . . . . 
Oesterreichischer Protest gegen Gewalttaten 
feindlicher U-Boote. .. . . .. .. . . . . . . . ... 
Sir Edward Grey über Englands Friedens— 
bedingungen 
Poincarés Friedensbedingungen 
Ein franzöfstsches Lenklustschiff ins Meer 
gestürzt . .. ... .. . . . . .. .............. 
Französische Vorstöße auf Höhe 304 abgewiesen 
Sieg der k. u. k. Truppen in Südtirol . . 
Neuc vergebliche Angriffe gegen Höhe 304. 
Neuc erfolgreiche Vorstöße in Südtiroll 
Geegefecht vor der flandrischen Küste 
Schwere Verluste der Franzosen bei Höhe 304 
2 222 
1400 
1100 
1400 
1400 
1401 
1401 
1402 
1403 
1403 
1403 
1404 
1404 
1405 
1405“ 
1406 
Weitere Erfolge der k. u. k. Truppen im Tiroler 
Grenzgebien 
Ein deutscher Dampfer torpediert. . .. . . .. . 
Zwei weitere deutsche Dampfer korpediert. 
Gescheiterte russische Angriffe im Kaulasus 
Fronzösische Gräben westlich der Maas erKürmt 
Zwei fesie Grenzwerke der Italiener crobert 
Der Papst und der U-Zoot-Kriig 
Ein deutscher Dampfer Opfer englischen 
Flaggenmißbrauchs 
Beschießung von El Ariss . . . 
Die Untersuchung des Unterganges der 
„Tubantla“ . . . . . . . . . . . . . . . .. . .. . . . .. 
Französische Angriffe bel Haucourt — Esnes 
abgewiesen .. 
Fortdauer der erfolgreichen Kämpfe in Südtirol 
Flugzeugangriff auf Dover und Kent 
Eefolgreiches Vordringen am „Toten Mann“ 
Sirereicher Angriff der k. u. k. Truppen bei 
Cafraum . . .. .. .. .. .. ... . . . . .. .. . . .. 
Wilson über Amerilas Friedensmission . . . . 
Siegreicher Sturmangriff bei Höhe 304. — 
Haupimann Bölcke schießt scin 17. und 
18. Ilugzeng . 
Zunahme der italienischen Niederlage in Süd— 
Iro............................... 
Neubesetzung mehrerer Reichsämter. — Errich- 
lung eines Kriegsernährungsamts . . . . .. 
Der Jahrestag der italienischen Kriegserklärung 
Fliegerangriff auf Kairo . . . . . . . . . .. r* 
Hestige Kämpfe vor Dorf und Festung 
Douaumont. . . ... .. . . .. . . . .... . . . ... 
Flucht der Italiener aus dem Guganatal. 
Die Antwort des Reichekanzlers an Eir 
Edward Grey. . .. . .. ... . . ... ... .. ... 
Die Kämpfe am Tigrls. . . . . . . . .. . . . . . . . 
Dorf Cumières von den Thüringern er- 
stürmt. — Wütende französische Angriffe 
bei Donaumonk . . . . . . . .. . . . . . .. .. . ... 
Das Danzerwerk Campolongo genommen.. 
Greys Antwort an den Reichskanzler . 
Die Russen an der persischen Grenze zurück- 
gedrängt 
Die Lage auf dem mazedonischen Kriegs- 
schauplatze .. .. . .. . . . .. .. .. ... .. . . ... 
Nititas Absfage an Prinz Mirko . . . .. . .. .. 
Der norwegische Dampfer „Langeli“" nicht 
von einem deutschen U-Doot torpediert. 
Der Steinbruch bei Haudromont wiederge- 
nomhmen 
Das Forschreiten der Offensive gegen Jtalien 
Deutscher Fliegerangriff im Acgäischen Mecre 
Der Rückzug der Italiener . .. . . . . . . . . . .. 
Die russischen Operationen in Persien . . . . . 
Enthüllungen über die russische Mobilisierung 
Ameriklanische Protestnote gegen den englischen 
Dostraauub . . . .. .............. 
  
1407 
1107 
1408 
1408 
1409 
1409 
1409 
1409 
1410 
1410 
. 1411 
1411 
1412 
1412 
1413 
1414 
1414 
1415 
1116 
1416 
1416 
1417 
1420 
1421 
1122 
1422 
1124 
1424 
1423 
1423 
1423 
1426 
1427 
1427 
1425 
1428 
1428 
Einberufung aller diensttauglichen Engländer 1428 
Die Franzosen südlich Donaumonk zurückge- 
worfenn . . . .. 
Eroberung des Höhenrückens nördlich von 
Afiago . . . . . .. .. . .. ... . . . . .. .. .. . . .. 
Datrouillenkämpfe an der mazedonischen Front 
Der amerikanische Botschaster Gerard über 
das deutsch-amerikanische Verhältnis 
Die falschen Dehauptungen Gir Edward 
Greys . ... . . .. . . . . .. . . .. .. .. ... . . .. 
Erfolgreicher Vorstoß beim Thiaumontwalde 
1428 
1429 
1429 
1430 
1430 
1430 
    
* 
— 
J x — # — 
8 *9* 3 
VIII
        <pb n="9" />
        .. ..... ä 
Geite Seite 
Iresche in der Defestigungsgruppe von Arslero 1131 Neue Einzelheiten über den Verlauf der See- 
Lustangriff auf die russische Feusslation auf schlaht . .. . . . ... 1450 
Desel . . . . .. . . .. . . ... .. .. . . . . . . . . .. 1431 Englische Offlziersverluste in der Seeschlacht 1451 
General Ga ieni t . . .. .. . . . . . . . . . . . . .. 1432 Vordringen der Türken im Zentrum der 
Die amerikanische Nofe an England in der Kaukasusfronk . .................. 1452 
Postfrage .. . . . . . .. .. . . .. .. . . . . . . . ... 1432 Französische Gegenangriffe bei Dorf Vaux 
Fort Rupel und Demir Hissar von den Jul, abgewiesen 1142 
garen besett . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . .. 1432 Bealnn einer großen Schlacht zwischen Styr 
Vergebliche französische Angriffe am „Toten und Pruih . . .. . . . .. . .. . .. .. .. .. .. ... 1453 
Mann“ . . . . .. ... .. ... . . .. . . .. . . . ... 1432 Der Reichskanzler gegen die „Piraten der 
Das italicnische Hanzerwerk Corno'o erobert 1433 öffentlichen Meinuͤng?“ ... . . . ....... ... 1453 
Ein deutsch es U. Boot vor der Themsemündung 1433 BVerlustreiche französische Angriffe östllch der 
Ein russisches Minensuchboot gesunken. 1433 Maauauccc ..... .. ... 1452 
Ueber 250 Quadrattilometer italienischen Fortdauer der großen russischen Offensive an 
Vodens besetzt . . . . . . . . . . . . . .... .. . .. 1433 deret. u. k. Front . . . . . . . . . . . . . . . . . ... 1452 
Julgarlsches Vordringen im Strumatale 1433 
Gescheiterie russische Angriffe an der Kau- 
tasuafront . . . .. . . . . . . . . . . . . . .. .. . . .. 1434 
Französische Vorstõöße bei Cumieres abgewiesen 1434 
Neue Erfolge bei Asiago und im Posinatal 1434 
Feindlicher Untersecbootangriff gegen deulsche 
Neue „Opfer ihrer eigenen Landsleute 1438 
Englische Geretlete über die Sceschlacht. 1433 
Tord Kitchener mit seinem Stabe erlrunken 1438 
Rede des Kaisers über den Scesicg 1459 
Die Kämpfe an der mazedonischen Front.. 1460 
Türkische Erfolge im Jrak und Kaukasus 1400 
Handelsdamposfer: 14136 Tod des Dräsidenten der chinesischen Republik 1401 3 
Enver DPascha in BZagaadd 14358 Dic Feste Jauk genommen. — Dorf Hooge V 
Die englische Hilfe für Frankreich .. .. . . . . 1436 und die anschließenden englischen Gräben * 
Abreise des Kaisers ins Feld .. .. . . .. . . .. 1436 erobrkttttt. 1461 * 
Die französsschen Stellungen zwischen „Toter Fortgang der russischen Offensive in Wol- 2 
Mann“ und Cumieres erstürmt . . 1436 hynien . ... ... 1462 
Der Uebergang über die Posina erzwungen 1437 Die englischen und die deutschen Berluste In 2 
Englische Artillerie am Tigris niedergekämpft 1437 der Secschlaccht ... 1463 
Fliegerbombardement von Smpyrna . . 1137 Annahme des 12.Milliarden-Kriegskredits 
Der bulgarlsche Vormarsch an der grlechischen im Reichsttaaaaaaa 1465 
Grenze ... .. . . ... .. . ... ... .. . . . . .. 1438 Verhängung der Blockade über Griechenland 1465 
Erfolgreiche Palrouillenunternehmungen bel Heftige Artillerietätigkeit vor Berdun . . . .. . 1465 
Neuve-Chapelle .. .. . . .. .. .. ... .. . ... 1438 Monte Melectta bei Asiago erstürmt. .. . . . . 1465 
Astago und Arsiero genommen . 1138 Ein französischer Torpedobootszerstörer ge- 
Felndliche Handelsbampfer als Angreifer sunken .. .............. 1466 
gegen deuische U-Boote. . . .. ..... . . . .. 1439 
Einnahme von Mamachatum durch die Türken 1439 
Besetzung von Poroj durch die Franzosen .. 1440 
Asquith über die Friedensmöglichkeiten . . . . 1440 
Ein Seegefecht an der flandrischen Küste. 1466 
Französische Gegenstöße bei Baux abgewicseen 1466 
Angriff auf ein Panzerwerk von Primolano 1.4107 
Die U-Boot-Beute im Mai 1916 . . 1462 
Deutscher Geesieg in der Nordsee . . . . . . . . 1441 Gunuglisch-französischer Kriessrat in LKonden. 1467 
Französische Angriffe links der Maas abge- Erstürmung eines Feldwerkes wesllich von 
schlagen . .. 1442 rrr . . . . . .. 1468 
Weitere Fortschritte der österreichisch = unga- Erbitterte Kämpfe an der Front zwischen 
rischen Offensive gegen Jlallen . 1442 Pruth und Shr . . .. . . ... 1468 
Der Keiser bei Hindenburg .. .. ... ... . .. 1443 Ein italicnischer Truppentransporldampfer 
Desuch des Kaisers In Mitau. . .... ... ... 1444 versentt . .. .. .. . . . . . .. .. .. .. .... .. .. 1469 
Ersiärmung des Calllettewaldes 1444 Demisslon des Kabinetts Salandre . . . 1469 
lebergang der k. u. k. Truppen über die Posina 1445. Vorstoß in die russische Stellung bei Krewo 1409 
Der Zesuch des Kaisers an der Ostfront. 1445 Erbfstterte Kämpfe in der Zukowina . 1170 
Der Berlauf der Seeschlacht am Ekagerrak 1445 
Die englische Ciste der verlorenen Schiffe. 1446 
Erfolgreicher Angriff gegen die vussische 
Niederlage der Russen östlich von Zagdad 1470 
Russische Abtellungen bel Duczacz zurück. 
geworrfenn ... . . . . .. 1470 
Kautasusfront .. . .. .. ... .. ...... . . .. 1146 Türkischer Sieg über russische Kavallerte 1471 
Der Höhenrücken von Zillebeke und Dorf Weiteres Vorrücken sädwestlich Deuaumont 1472 
Damloup erstürmt . . . .. . 1442 Fortdauer der schweren Kämpfe in Ostgalizien 
Artilleriekämpfe an der beßarabisch- wolhg- und der Bukowina . ........ . ..... .... 1472 
nischen Front .. . . . .. . .. . .. . ... . . .c. 1441 BZesrleßung der bulgarischen Süũdküste . . .. 1473 
Der amtliche englische Bericht über die See- Französische Stellungen bei Thiaumont 
schlacht »...«................. 1448 erstürmt .. . .. . .. .. .. ... . .. . . . ... . ... 14713 
Die deutsche Admiralität gegen englische Russische Angriffe bel Baranowitschi abge- 
Legendenblldnunn . . . . ... 1448 schlagen .. . .. 1414 
Neuc türkische Erfolge im Kaukasus . . 1440 Ein deutsches Hilfsschlff verloren 1474 
Günstlger Fortgang der Kämpfe östlich der Anqgrlff russtlscher Torpedosäger auf deutsche 
Maasss ... . .. . . .. 1449 Handelsdampfer .. . . . . .. .. ... .. . . . ... 1424 
Russisches Trommelfeuer an der k. u. k. Front 1440 Zussssche Angriffe gegen die Armec Bothmer 
Der englische DHanzerkreuzer „Euryalus“ ver- abgelehht . . . . . ... 1475 
brannt . . . . . . . . .. . .. .. .. . .. ... . .. . .. 1450 
Vergebliche russische Angriffe bei Czernowltz 1475 
  
  
.... 
IX
        <pb n="10" />
        Se 
Die deuischen und die englischen Verluste in 
der Norbseeschlact 
Französische Angriffe am „Toten Mann“ 
blutig abgemisen .. 
Neue Kämpfe an der ganzen wolhynischen 
Front . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . .. 
Türlische Erfolge gegen die Russen in Persien 
i Jüan-hung Präsident von Chinaa 
Die Armee Linsingen im Kampf mit den 
Aussen . .. 
Andauernde Kämpfe in Wolhynien . . . . . . . 
Ein englischer Zerstörer gesunken 
Englisches Vordringen in Südpersien . 
Der türkische Sieg an der persischen Grenze 
Erfolg der Hreereogruppe Cinsingen bei 
Kowel — Cuck. . . . . . . . . . . .. .. .. . . . . ... 
Czernowitz geräumt 
Generaloberst v. Molsike in Berlin plößblich 
gesiopdean . .. .. . . . . . .. 
Günstiger Etand der Kämpfe bel Luek 
Raumgewinn am oberen Stochod . . . . . . .. 
Ein Kabinett Bosssti in Italien .. . . . . .. . 
Deutsches Vordrlngen bei Kowel-Luck . . .. 
Die schweren Kämpfe in der Dukowina . . . 
Tod des Fliegeroberleutnants Immelmann. 
Fliegerangriff auf russische Zerstörer 
Neuer Kaumgewinn in Wosbhynien . . 
Rückirltt des griechischen Kabinetts. 
r5 Deschlüsse der Hariser Wirtschaftskon- 
erenz 
Russische Stellungen am Styr genommen 
Ein „Ultimatum“ der Entente an Griechen- 
lanbd . . .. . . .. .. . . . . . ...... ... . . . . ... 
Flottendemonstration vor dem Diräus- 
Annahme der Entente = Forderungen durch 
Griechenland . . .. . .. . . . .. .. . . . .. . . ... 
Die Russen in Wesipersien zurückgeworfen. 
Fortschreitender Angriff bei LTuerl 
Fliegerbombardement von Venedig . . . . . . . 
Weitere türkische Erfolge in Persien und im 
Kaufasus . .. . ... . . . .. .. ... . .. .. .. ... 
Panzerwerk Thiaumont und Dorf Fleury 
durch die Bayern erstümt . 
Erfolglose russische Gegenangriffe in Wol- 
honieen .. . ... 
Ein deutsches Unterseeboot in Cartagena 
Eroberung vussischer Stellungen südlich Tra- 
pezunt 
Forischreitende Angriffe der Armee Linsingen 
— 2 22—2 2 222 22 2 222 22“ 
2 2 2 22 2222 2 2 2 2 22 22 222 2222 22222 
2 22222222 22 2 2 22 2 2 2 22 2 222 2222 
Höhen nördlich der Lipa erslürmt . . . . . . . . 
Hesig. Kampftätigkeit an der englischen 
Front . . . . . . . . .. .. . . . .. .. .. .. .... . .. 
Russische Stellung bei Sokul erscürmt . . .. 
Die angebliche Wiederaufnahme der ita— 
lienischen Offensive .. . .. .. . .. .. .. . . ... 
Erstürmung russischer Linien bei Solul . . . 
Italienische Beschießung verlassener Stel- 
lunen . .. 
Dorf Ciniemko bei Sokul erstürmt .. 
Luftkämpfe über dem Rigalschen Meerbusen 
Keine deutschen U. Joot-WVerluste ln der Nord- 
seeschlacht. 
Die Franzosen aus der Stellung Gorni Porof 
vertrieben:: 
Seschleßung heiliger Stätten des Islam durch 
die Engländen 
Hesilger Artilleriekampf an der englischen 
Front . . . . .. . .. . .. ... . . ... . .. . . . . . .. 
1470 
1477 
1178 
1478 
1472 
1178 
1450 
1450 
1480 
1480 
1481 
1481 
1482 
1482 
1483 
1483 
1484 
1485 
1483 
148“ 
1450 
1466 
1486 
1487 
1488 
1488 
1488 
1480 
1489 
1490 
1491 
1492 
1493 
1493 
1194 
1494 
1495 
1496 
1496 
1497 
1497 
1408 
1409 
1500 
1500 
1500 
Schwere Kämpfe vor Kolomen 
Ein Ul Boot von einem Handelsdampfer 
beschossen 
Lossagung Englands von der TLondoner 
Deklarattnn::::::: 
Russische Verletzung der Neutralität Schwedens 
Gir Koger Casement zum Tode verirteilt. 
Englisch-französische Dorstöße abgewiesen. 
Erbitterte Kämpfe zwischen Kuty und Kolomca 
Angriff deutscher Torpedoboote gegen russische 
Seestreitkrässte .. 
RKussische Niederlage in Persten 
Französlsche Angriffe gegen Thiaumont ge- 
scheitrt. 
Tortschritte im KRamne von Sokll . . . 
Türkische U Boot-Ersolge im „Schwarzen 
Meer“ .. .. .. . . .. . . .. . .. . . .. . . . . . . .. 
Beginn der englisch- französischen Offenfive 
im Sommegedbiet . . . . . . . . . . .. . . ... ... 
Eroberung der Worobisowkahöhe bei Tar- 
nopo 
Der DVerlauf des Seegefechts füblich Häfringe 
— 2 2 242 22232 2 2—22 2 2 2222 22 22 222 
Schwere feindliche Veriuste nördlich der 
Somee 
Raumgewinn südsich von Luel .. ..... . . . . 
Neue Angriffe südlich der Somme abge- 
schlagen 
Vergeblicher Ansturm der Russen bei Kolomea 
Opfer ihrer eigenen Landeleute ... 
Der Rückzug der Russen in Südpersien.. 
Kermanschab von den Türken besetzt .. . . . . 
Neue schwere Kämpfe beiderseits der Somme 
Russische Vorstöße bei Luck gescheitert. . . .. 
„U 35“ von Cartagena glücklich zurückqekehrt 
Fortdauer der Schlacht an Ancre und Somme 
Schwere Kämpfe in Ostgalizien .. ... .. ... 
Wieder ein britischer Dampfer in der Nordsee 
aufgebraht .. .. .. 
Mißglückter U- Boot-Angriff auf deutsche 
Dampfer in der Ostsee 
Lebhaste Kämpfe beiderseite der Somme 
Die Kämpfe am Giyrknie bei Kolli . . 
Der französische Fliegerangriff auf Karls- 
Die deutschen Verluste in der Nordseeschlacht 
Tloyd George englischer Krlegsminister . 
Blutig abgewiesene Angriffe beiderseits der 
Somme . . . . .. . . .. . . . . . . . .. . . . . . . . .. 
Die RKussen im Moldawatal geworsfen . . 
Ein englischer Dampfer nach Dorkum auf- 
gebrahtt . ... 
Ein deutscher Dampfer in schwedischen Terri- 
torialgewässern verseintt . . .. 
Englisch = französische Angriffe blutig ab- 
geschlaggen 
Der lebergang über dle Moldawa erkämpst 
Acht englische Fahrzeuge nahe der englischen 
Küste versenkt . . . . . . . . .. . . . ... . . . . ... 
Neue türkische Erfolge in Dersien .. 
Fortdauer der schweren Kämpfe an der 
GSomme . . . . . . .. . . . . . .. ... .... . . . ... 
Fünf englische Wachtschiffe in der Otranto- 
straße zerstört 
Harwich und Dover mit BZomben belegt.. 
Amerikafahrt des deutschen Handels-U-Boots 
„Deutschlandd . . . . . . . . . .. 
Vergebliche Angriffe der Engländer und 
Tranzsen . .. 
—22 2 22 s2 2 222 22 422 2 2222 222 
Seite 
1501 
8 
*8
        <pb n="11" />
        M 
——— 
  
Russische Angriffe am Styr und Stochod 
gescheitert. 
Angriff deutscher Marineflugzeuge auf Calals 
Tanga in Deutsch-Ostafrika von den Driten 
besetzt 
Die Handess-U. ZBoote „Deutschland“ und 
„Bremen“ . . . . . . .. . 
Die Ankunst der „Deutschland“ in Zaltimore 
Ersolgreicher Vorskoß vor Zerdnnn . . . 
Italienischer Angriff am Monte Rafssa ab- 
geschlaogen 
Die Erfolge des U-Boot-Krieges im Juni. 
U. Boot-Angriff an der englischen Nordosl= 
kflüäst . .. . . . ... 
Kaperung zweier deutscher Dampfer in 
schwedischem Gewässer 
Erfolglose französische Anskürme südlich der 
Somme . . .. . .. .. . . .. .. ............. 
BekgeblichekussifchemngkiffcbeiBuczakz.. 
Die Bedeutung des neuen deutschen Erfolges 
vor Verdun . . . . . .. . . .. .. . . . .. .. . . . .. 
Neue vergebliche Angrlffe beidersests der 
Somme . . . . .. . .. . . .. . . . .. .. .. . . . .. 
Ein italienischer Torpedobootszerstoͤrer der- 
senkt. — Fliegerbombardement von Pabua 
Ein englischer Hilfskreuzer und drei Wacht- 
schiffe verfentt . ... . . . .. . .. . . . .. . . . ... 
Neue schwere Kämpfe nördlich der Somme 
Russischer Angriff bei Delatyn abgewiesen. 
Englische Angriffe an der Somme abgewiesen 
Stärkere Kämpfe südwestlich Lusk 
Der Kaiser im Kampfgebiet an der Somme 
Neue Kämpfe um Ovillers und Ziaches 
Die schweren Kämpfe im RKaume von Tuck 
Starke russische Angriffe bei Riga zurück- 
geworfen 
Zussische Angriffe in Boalh abgeschlagen 
VBergeblicher russischer Fllegerangriff am 
Rigaischen Meerbusen 
Die Beschießung von Seaham burch ein 
deutsches U.Soottn . .. 
Longueval und der Deldbillewald den Eng- 
ländern wieder entrissen 
Die Russen bes Desatyn über den Druth 
zurückgetrieben .. 
Fliegerangriff ouf den Kriegshafen von Revas 
Türkische Erfolge in Tripolikanien, Mesopo- 
tamien und persien 
Neue schwere Kämpfe beiderseits der Somme 
Zwei feindliche U-Zoote in der Adria ver- 
nichtt. 
Französische Fliegerüberfälle auf Schwarz- 
waldoreeee . . ..... 
Neuer feinblicher Massenvorstoß an der 
Somme gescheitert .. .. . .. .. .. . . . . . .. 
Russische Angriffe bei Delatyn abgeschlagen 
RKussische Massenangriffe an der Straße 
Ekau—Kekkau abgeschsagen 
§ 
2 2N2 — 2 2 2 2 22 2222 
  
Seite 
Seite 
Die urae bei Tatarow zurückgewonnen 1340 
Neue erfolglose Angrifse der Engländer 
zwischen Antre und Sonime . . . . . . . . . .. 1550 
Italienische Angriffe in Südtirol abgeschlagen 1550 
Rücktritt des Ministers Sasonor. 1551 
Russische Niederlage in Perslen. — Kämpfe 
in der Nähe von Suez . . . . .. . . . . .. .. . 1551 
Kühner Durchbruch der „Midilli“ .... . .. . 1552 
Nene schwere englische Derluste an der Front 
Thiepval — Guillemort .. . . . .. 1552 
Heftige italienische Angriffe in Südtirol ge- 
scheite= 1532 
Der Kaiser an der Osifront . . . . . . . . . . . . . 1553 
Kurzes Seegefecht in der Nordsee . . . . . . . . 1553 
Neuer englisch-französischer Vorstoß an der 
Somme gescheitert ... . .. .. . . . .. . . . . . . 1553 
Neue Kämpfe in Südwolhynien . 1f54 
Türkische Truppen in der galizischen Front. 1555 
Ein engsisscher Doppeldecker von einem Ul-Boot 
abgeschosen .. 1555 
Russische Angriffe bei Gorobischtsche und 
Veresteczko abgeschlaogen 1355 
Die Kämpfe an der russisch = gallzischen 
Grenztzt . . . .. . . . . . . .. 1556 
Ein englisches Großlampfschiff vor den 
Ortneyinseln torpediett. . . . . ... . . . . .. .. 1552 
Ein CLuffschiffangriff auf den U-Boot · Hafen 
Mariehamnm . . . . . . ... .. .. .... . . . . . . .. 1557 
Flugzeugangriff auf die Insel Oesel .. . . . . 1557 
LCeutnant Otto Parschau gefallen 1557 
Russische Sturmangriffe zurückgeschlagen 1357 
Erfolgreicher Vorsloß vom ungarlschen Grenz- 
kooa. 1558 
Zwei russische Armeekorps zurückgeschlagen 1558 
Neue russlsche Massenangriffe bei Brody. .. 1559 
Ein bewaffneter englischer Dampfer nach 
Gefecht genommhmen 1560 
Der Kapitän des englischen Dampfers 
„Brussels“ als Franklireur erschossen 1350 
Die russische Flugskation Lebara erneut an- 
gegrifen 1561 
Kämpfe bei Solus und Lutk. . . . . . . . . . . . . 1561 
Vergeblicher russischer Ansturm im Onjestr- 
abschitt:: .. . . ... 1562 
Luftschiffangriff auf die englische Ostküste. . . 1562 
Die Erfolge der Mittelmächte in zwel Kriegs- 
Lehren ............................. 1563 
Gescheiterte russische Anstürme im Stochod- 
gebtttt:: . ... 1563 
Die erfolglosen russischen Ansiürme am 
tocbbd .... .. . . . .. ...... 1564 
Neuer großer englisch-französischer Angriff im 
Sommegebiet gescheiter. 1565 
Russische Mißerfolge in Ostgalizien und 
Wolhyonin 1566 
Der Kaiser an das deutsche Bolk am Schlusse 
des zweiten Kriegssahe 15607 
Des Kaisers Dank an die Wehrmacht 1568 
  
  
— — — 
; 3"..
        <pb n="12" />
        <pb n="13" />
        „Zeppelin“-Angriff auf den Hafen von Saloniki. 
Großes Hauptquartier, 1. Februar. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. In der Nacht zum 31. Januar versuchten 
kleine englische Abteilungen einen Handstreich gegen unsere Stellungen weltlich von 
Messines (Flandern). Sie wurden sämtlich zurückgeworfen, nachdem es ihnen an 
einer Stelle vorübergehend gelungen war, in unseren Graben einzudringen. 
Bei Fricourt (östlich von Albert) hinderten wir durch Feuer den Feind an der 
Besetzung eines von ihm gesprengten Trichters. Nördlich davon drangen deutsche 
Datrouillen bis in die englische Stellung vor und kehrten mit einigen Gefangenen 
ohne eigene Verluste zurück. 
Südlich der Somme verloren die Franzosen im Handgranatenkampf noch 
weiteren Boden. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Balkankriegsschauplatz. Eins unserer Luftschiffe griff Schiffe und Depots 
der Entente im Hafen von Saloniki mit beobachtetem guten Erfolge an. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
  
Kuhige Lage in Montenegro. 
Wien, 1. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
AKussischer und italienischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage in Montenegro und im Gebiete 
von Ekutari ist unverändert ruhig. Die Haltung der Einwohner läßt nichts zu 
wünschen übrig. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T B.) 
Bombardement englischer Industrieskädte durch ein „Zeppelin“, 
Geschwader. 
Berlin, 1. Februar. Eines unserer Marineluftschiffgeschwader hat in der 
Nacht vom 31. Januar zum 1. Februar Dock-, Hafen= und Fabrikanlagen in 
und bei Liverpool und Birkenhead, Eisenwerke und Hochöfen von Manchester, 
Fabriken und Hochöfen von Nostingham und Sheffield, sowie große Induftrie= 
anlagen am Humber und bei Great Jarmouth ausgiebig mit Spreng= und 
Brandbomben belegt. leberall wurde starke Wirkung durch mächtige Explosionen 
  
  
* □—-— J□ — 
— *
        <pb n="14" />
        — ...23 
#n 
.¾l 
      
und heftige Brände beobachtet. Am Humber wurde außerdem eine Batterie 
zum Schweigen gebracht. Die Luftschiffe wurden von allen Plätzen aus skark 
beschossen, aber nicht getroffen. Sämtfliche Luftschiffe sind trotz der starken Gegen- 
wirkung wohlbehalten zurückgekehrt. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. 
London, 1. Februar. Das Dreßbureau meldet: Sechs oder sieben „Zeppeline“ 
unternahmen gestern abend einen Angriff auf die östlichen und nordöstlichen Graf-. 
schaften der Midlands. Eine Anzahl von Bomben wurde geworfen. Bisher wurde 
kein besonderer Schaden gemeldet. (W. T. B.) 
Sultan Mehmed V. preußischer Generalfeldmarschall. 
Konstantinopel, 1. Februar. Anläßlich seines Geburtstages hat der Deutsche 
Kaiser den Sultan zum Feldmarschall ernannt. 
Zussische Schlappe im Kaukasus. 
Konstantinopel, 1. Februar. Amtlicher Kriegsbericht. An der Kaukafusfront 
wurde ein feindliches BZataillon, das einen unserer Vorposten des Zentrums angriff, 
mit einem Verlust von 200 Toten und Verwundeten zurückgeschlagen. 
An den übrigen Fronten keine Veränderung. (W. T. B.) 
Der „Zeppelin“-Angriff gegen England. 
London, 1. Februar. (RKeuter-Meldung.) Wie amtlich mitgeteilt wird, war 
der Luftangriff der letzten Nacht im großen Maßfkabe unternommen. Die Angreifer 
scheinen jedoch durch dichten Nebel behindert worden zu sein. Nachdem die „Zeppeline“ 
die Küste übersiogen hatten, nahmen sie ihren Kurs in verschiedenen Richtungen 
und ließen auf einige Städte und ländliche Zezirke von Derbyshire, Leicester-hire, 
TLincolnshire und Staffordshire Bomben fallen. Es wurde einiger Sachschaden 
angerichtet. Bisher wurden s4 getötete und 67 verwundete Dersonen festgestellt. 
(W. T. B.) 
  
Große Brände im Hafen von Salonikl. 
Großes Hauptquartier, 2. Februar. 
* Westlicher Kriegsschauplatz. Die feindliche Artillerie entwickelte in einzelnen 
· AbschnittenderChampagneundösilichvonSi.iDiöindanogesengroßeEebi 
haftigkeit. 
Die Stadt Lens wurde abermals vom Gegner beschossen. 
Ein französisches Großflugzeug stürzte, von unserem Abwehrfeuer gefaßt, süd- 
-l wesilich von Chaunhy ab. Die Insassen sind verwundet gefangengenommen. 
— ——— S
        <pb n="15" />
        Oestlicher Kriegsschauplatz. Eine stärkere russische Abteilung wurde von 
deutschen Streifkommandos an der Wiesielucha südlich von Kuchecka Wola (zwischen 
Stochod und Styr) angegriffen und aufgerieben. 
Balkankriegsschauplatz. Unsere Flieger beobachteten in den Hafenanlagen 
von Saloniki große Brände, die offenbar von unserem Tuftschiffangriff herrühren. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Erfolgreiches Vordringen in Albanien. 
Wien, 2. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
JKussischer Kriegsschauplatz. Von der Brückenschanze nordwestlich von 
Asziesko wurde der Feind durch Minenangriffe zum Verlassen seiner vorderstien 
Gräben gezwungen. An anderen Stellen der Nordostfront fanden Hatcouillenkämpfe statt. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Im Euganatale wurden westlich von Ron- 
cegno mehrere Angriffe eines italienischen Bataillons abgewiesen; am Hang des Col 
di Lana wurde eine feindliche Sappenstellung im Handgemenge genommen und 
gesprengt. An der Isonzofront Geschüßtkämpfe. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. In Albanien gewannen unsere Vortruppen 
ohne Kampf das Südufer des Matiflusses. In Montenegro volle Kuhe; keine 
besonderen Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Neue kühne Kreuzertaten eines deutschen Kriegsschiffs. — Der 
Dampfer „Appam“ durch die „Möwe“ aufgebracht. 
New sork, 1. Februar. (Reuter-Meldung.) Nach einem Telegramm aus 
Norfolk (Virginia) ist der britische Westafrikadampfer „Appam“, der bisher ver- 
mißt wurde, gestern morgen in der Quarantänestation auf der Höhe von Old 
DPoint angekommen. Eine Drisenmannschaft von einem deutschen Unterseeboot 
soll den Befehl haben. 
Wie aus Newport News weiter gemeldet wird, ist der Dampfer „Appam“ 
auf der Höhe der Kanarischen Inseln durch ein deutsches Kriegsschiff, angeblich 
ein Unterseeboot, aufgebracht worden, das kurz vorher einen anderen britischen 
Dampfer versenkt hatte. Außer den eigenen Passagieren hat die „Appam“ noch 
138 Dersonen, die man von anderen Dampfern übernommen hatte, zusammen 
425 Dersonen, an Bord. 
Auf der „Appam“ wehte, wie Reuter weiter meldet, die deutsche Kriegsflagge. 
Man glaubt, daß die deutsche Mannschaft sich lieber internieren lassen wird, als 
Gefahr laufen, bei der Wiederabfahrt aufgebracht und gefangengenommen zu 
werden. Der rechtliche Charaster der „Appam“ wied von den Behäörden in 
Washington geprüft. (W. T. B.)
        <pb n="16" />
        Newport News, 1. Februar. (Reuter-Meldung.) Das deutsche Kriegsschiff, 
das den Dampfer „Appam“ aufbrachte und mit einer Prisenmannschaft versah, 
soll den Namen „Möwe“ geführt haben. (W. T. B.) 
New Lork, 2. Februar. Wie Associated Preß berichtigend mitteilt, war die 
„Appam“ am 15. Januar bei den Kanarischen Inseln aufgebracht worden. Sie 
hatte 451 Hersonen an Bord. Im ganzen sind von dem deutschen Kriegsfahrzeug 
sieben Dampfer versenkt worden, und zwar die Dampfer „Corbridge“, „Trader“, 
„Ariadne“, „Dromonby“, „Farringford“, „Clan Mactavish“ und „Arthur“. (W. T. B.) 
Selbstmord des tärkischen Thronfolgers. 
Konstantinopel, 2. Februar. Die Telegraphen-Agentur Milli meldet: Der 
Thronfolger Drinz Jussuf Izzeddin Effendi hat sich infolge einer Krankheit, an der 
er seit einiger Zeit litt, gestern früh um 1½ Uhr in seinem Palast in Zingirli Kogu 
das Leben genommen, indem er sich die Adern des linken Armes aufschnitt. Die 
Bestattung wird morgen mit dem üblichen Zeremoniell im Grabe des Sultans 
Mahmud in Stambul erfolgen. Der ärztliche Zefund, der den Selbstmord fesistellt, 
ist von allen hervorragenden Aerzten Konstantinopels unterzeichnet. (W. T B.) 
Zäcktritt des russischen Ministerpräsidenten Goremgkin. 
Deters burg, 2. Februar. Die Detersburger Telegraphenagentur meldet: 
Ministerpräsident Goremykin ist auf sein Ansuchen hin in Anbetracht seines geschwächten 
Gesundheitszustandes von seinen Obliegenheiten als Ministerpräsident enthoben und 
zum Wirklichen Geheimen Kat erster Klasse ernannt worden. Das Mitglied des 
Zeichsrates Stürmer ist zum Ministerpräsidenten ernannt worden. (1. T. B.) 
Der kühne Beutezug der „Möwe“'. 
London, 2. Februar. (Reuter-Meldung.) VBon Ne#wport News wird gemeldet, daß sich 
451 Dersonen an Zord des Schiffes „Appam“ befinden, darunter 138 Leberlebende der sieben Schiffe, 
die von den Deutschen zum Sinken gebracht wurden, sowie 20 deutsche Bürger und Kriegsgefangene 
aus Kamerun und eine Prtsenbesatzung von 22 Mann. Offenbar wurde die „Appam“ vier 
Tage nach ihrer Ausreise, ohne Widerstand geleistet zu haben, erbeutet, nachdem ein Schuß 
über die Brücke des Dampfers abgeseuert worden war. Als eine Drisenbesatzung an Bord 
gegangen war, begann die „Appam“ ein britisches, mit Fleisch aus Australien beladenes Schiff 
zu verfolgen. Dieses bot Widerstand und wurde in den Grund gebohrt. (W. T. B.) 
Wie die „Times"“ aus New (sork erfahren, wurde der Dampfer „Appam durch einen bewaffneten 
deutschen Dampfer, nicht durch ein Unterseeboot, wie zuerst gemeldet worden war, erbeutet. Die 
Dassagiere berichteten dorüber, daß am frühen Morgen des 15. Januar sich ein unbekanntes 
Schiff ganz nahe an die „Appam“ heranmachte und zwel Schüsse längs des Zugs abfeuerte. Die 
„Appam“ glaubte, es mit einem Seeräuber zu tun zu haben, und gab ihrerseits zwei Schüsse 
ab, die keine Wirkung hatten. DZon beiden Schiffen wurden Reitungsboote ausgeseht, und eines 
der Rettungsboote der „Appam“ wurde zwischen den beiden Dampfern zertrümmert. Hierauf 
kletterte eine Abtellung von dem deutschen Schiffe an Bord der „Appam“, und Kapitän
        <pb n="17" />
        Harrison ergab sich, da er einsah, daß weiterer Widerstand nutzlos wäre. Sodann kam Leutnant 
Berg mit einer Prisenbemannung von 22 Köpfen an Bord und das deutsche Kaperschiff 
verschwand, nachdem es auf der „Appam“ eine große Zahl von Gefangenen zurückgelassen hatte, 
die von sieben britischen Schiffen herrührten. Die „Appam“ wurde hlierauf als Hilfskreuzer 
benutzt und bemächtigte sich noch zweler englischer Schiffe. Die „Appam“ kam In Amerika 
unter dem Namen „S. M. S. Appam“ an. Das Schiff befindet sich in ausgezeichnetem Zustand 
und führt eine große Ladung, darunter eine Menge Kakao. 
Später meldet der Korrespondent der „Times“: Leutnant Berg #K#ein kleiner, schmächtiger 
Mann mit einem Schnurrbärtchen. Heute mittag erzählte er lächelnd von seiner Reise. Sein 
Schiff, dessen Namen er nicht nennen wollte, wor fünf Monate lang hart an der Arbeit gewesen. 
Wir waren, sagte er, nur einige Meilen vom Hafen entfernt, durften aber nicht einlaufen, sondern 
blieben in der Nachbarschaft und warteien auf die „Appam“. Wir hatten die Hoffnung, sie zu 
fassen, schon aufgegeben und dachten, daß sie vielleicht von uns gehört hätte und nach einem 
Hafen gegangen wäre. Die Dassagsere haben wir so gut wie möglich behandelt und ihnen alle 
erdenklichen Annehmilchkeiten verschafft. Wir beauftragten Aerzte, die von einem anderen Schiff 
heruntergeholt worden waren, für dle Berwundeten zu sorgen. rsprünglich planten wir, nach 
New Lork zu fahren, hörten aber, daß feindliche Schisfe in der Nähe von New Jork kreuzien, 
und änderten infolgedessen unseren Kurs nach Norfolk. Wir hatien erwartet, am Sonntag hier 
einzutreffen, mußten aber vorsichtig sein und elnen Umweg machen, um das Kap Birginia zu 
erreichen. Wir sahen keine englischen Kreuzer, begegneten aber verschiedenen Handelsschiffen, die 
wir hätlen nehmen können. Dadurch wäre sedoch unsere Ankunft hier vielleicht in Frage gestelli 
worden, deshalb ließen wir sse laufen. Unter den Passagleren der „Appam“ befinden ssch 
5 Kinder und 20 Frauen; allen geht es gut. Nachdem wir die „Appam“ erbeutet hatten, sichteten 
wir noch ein anderes Schiff, das aber nichi gui genug war, um mitgenommen zu werden. Wir 
bohrten es deshalb in den Grund. Nur vier Mann von unserer Mannschaft wurden verwundet, 
einer von ihnen ernsilich. 
In einem anderen Telegramm an die „Times“ wird aus Norfolk berichtet, daß das deutsche 
Schiff, welches die „Appam“ nahm, der Kreuzer „Möwe“ war, der sich als Frachtdampfer 
vermummt hatte und mit Kanonen ausgerüstet war. 
Die „Möwe“ soll aus Kiel gekommen und durch die Cinie der britischen Flotte in der 
Nordsee in den Atlantischen Ozean geschlüpft seln. 
Der „Zeppelin"-Angriff auf Saloniki. 
Bern, 2. Februar. Aus Meldungen des „Secolo“ und des „Corriere della 
Sera“ aus Saloniki geht hervor, daß bei dem Zeppelinflug nach Saloniki das 
franzoͤsische Hauptquartier beschädigt wurde. Viele Häuser sind eingestürzt, große 
Depois sowie die Zank von Saloniki sind zerstört. Der Schaden ist außerordentlich 
groß. Die Explosionen waren schrecklich. Im Hafen wurde auch ein englisches 
Schiff beschädigt. (W. T. B.) 
Besch#eßung der feindlichen Stellungen in Flandern. 
Großes Hauptgquartier, 3. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. In Flandern antwortete die gegnerische Artillerie 
lebhaft auf unsere in breiterer Front durchgeführte starke Beschießung der feindlichen 
Stellungen.
        <pb n="18" />
        + N## rt . 
HJEKIMMONO 
  
NordwesilichvonsulluchbeseizfenwirvokunserekFronivondenEngländern 
gesprengte Trichter. 
In der Gegend von Neuville steigerte der Feind in den Nachmitiagstunden sein 
Artilleriefeuer zu großer Heftigkeit. 
Auch an anderen Stellen der Front entwickelten sich lebhafte Artillerie,, in den 
Argonnen Handgranatenkämpfe. 
Unsere Flieger schossen ein englisches und ein französisches Kampfflugzeug in der 
Gegend von Perronne ab. Drei der Insassen sind tot, der französische Zeobachter 
ist schwer verwundet. 
Oestlicher und Baskan-Kriegsschauplatz. Die TLage isi im allgemeinen 
unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Verheerender Flugzeugangriff auf Durazzo. 
Wien, 3. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplah. Nördöstlich von Bosan scheiterte ein gegen unsere 
Vorpositionen gerichteter Handstreich. In Ostgalizien und an der wolhynischen Front 
wurde beiderseits rege Fliegertätigkeit entfaltet. Eines der rusüschen Geschwader 
warf sechs Zomben auf Buczacz ab, wobei zwei Einwohner getötet und mehrere 
verletzt wurden; ein anderes verwundete durch eine Bombe nordösilich von Tuck drei 
eben elngebrachte russische Krlegsgefangene. Unsere Flugzeuggeschwader belegten mit 
Erfolg dle Käume westilich von Czortkow und nördlich Zbaraz mit Zomben. Sonfst 
stellenweise Geschützkampf. 
Italienischer Kriegsschauplah. An der kästenländischen Front waren die 
Geschützkämpfe wieder an mehreren Hunkten recht sebhaft. Am Tolmeiner Brückenkopf 
erweiterten unsere Truppen durch Sappenangriff ihre Stellungen westlich von Santa 
Lucia. In den vom Feinde verlassenen Gräben wurden zahlreiche Leichen und viel 
Kriegsmaterial vorgefunden. 
Süböstlicher Kriegsschauplatz. Die in Albanien vordringenden österreichisch= 
ungarischen Streitkräfte haben mit ihren Vortruppen die Gegend westlich von Kruja 
gewonnen. In Montenegro nichts Neues. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Ereignisse zur See. Am 25. Januar haben fünf, am 27. Januar zwei und 
am 1. Februar drei unserer Seeflugzeuge Durazzo und namentlich die Zeltlager nächst 
der Stadt mit verheerender Wirkung bombardiert und sind troh heftiger Beschießung 
durch Landbatterien und Kriegsschiffe jedesmal unbeschädigt zurückgekehrt. Am 
2. Februar wurde Valona von drei Seeflugzeugen bombardiert, dort Hafenanlagen, 
Flottanten (TLastschiffe) und Zeltlager mehrfach getroffen. Im heftigen Feuer der 
Land, und Schiffsbatterien erhielt eines der Flugzeuge in dem Motor zwel Treffer, 
  
   
      
   
   
   
  
### #nn— 8 
rt S—st 
          
   
1190
        <pb n="19" />
        S——e5 
durch die es zum Niedergehen auf das Deer gezwungen wurde. Der Fäöhrer der 
Gruppe, Cinienschiffsleutnant Konjovic, ließ sich ohne Zögern neben das beschädigte 
Flugzeug auf die durch eine Bora ftark bewegte See nieder, und es gelang ihm, trotz 
des Feuers der Batterien auf Saseno und zweier mit voller Kraft heranfahrender 
Zersiörer, die zwei unversehrt gebliebenen Fliegeroffiziere in seinem Flugapparat zu 
bergen, das beschädigte Flugzeug gründlich unbrauchbar zu machen, mit der doppelten 
Bemannung gerade noch zu rechter Zeit wieder aufzufliegen und nach einem Flug 
von 220 km in den Golf von Cattaro heil zurückzukehren. 
Flottenkommando. (W. T. B.) 
Ergebnisse des „Zeppelin“-Angriffs auf England. 
London, 2. Februar. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Das Kriegsamt veröffenilicht 
folgendes: Der vollständig unrichtige Bericht in dem amilichen Telegramm aus Berlin über die 
Wirkungen des deutschen Luftschiffangriffs in der Nacht vom 31. Januar bildei einen welieren 
Beweis für die Tatsache, daß die Ungreifer ganz außerskande sind, khre Lage oder ihren Kurs 
mist einiger Genauigkeit festzustellen. Eine Anzahl von Fällen, in denen leichte Berwundungen 
vorkamen, wurden noch außer den bereits mitgetellten Zahlen berichtet, so daß setzt folgende 
Zahlen vorliegen: kot 33 Männer, 20 Frauen, 6 Kinder; verwundet 51 Männer, 48 Frauen, 
2 Kinder. Zwes Kirchen wurden beschädlgt und das Dersammlungslokal einer Pfarrgemeinde 
zerstört. 14 Häuser wurden demoliert, eine große Zahl beschäbdigt. An zwei Gtellen wurden 
Eisenbahnanlagen nicht fehr schwer beschädigt; nur zwes Fabriken, von denen keine militärischen 
Charakter besaß, und eine Brauerel wurden stark beschäbdigt und zwei oder drei andere Fabriken 
leicht. Die Gesamtzahl von Bomben, die bis setzt entdeckt wurden, ist über 300. Viele fielen 
in ländlichen Gegenden nieder, wo gar kein Schaden angerichtet wurde. 
Aus den nichtamtlichen Mittellungen über den „Zeppelin“-Angriff auf England geht hervor, daß 
die Luftschiffe an der Küste von Norfolk um = Uhr nachmittags ankamen. Eins der Luftschiffe 
ließ die Botschaft fallen: „Wir kommen später zurück.“ Es war Dienstag früäh 5 Lhr, ehe 
der letzte „Zeppelin“ wieder abfuhr. Der meiste Schaden wurde in Staffordshire im Induftriegebiete 
angerichtet. Hier wurden neun Menschen geiötet bzw. verwundet. Auf die erste Warnung von 
der Annäherung der Lufischiffe hin wurden die Lichter in den Theatern und Bioskopen verdunkeli, 
in einigen wurde die VZorstellung bei Kerzenlicht fortgesetzt. Unker der Bevölkerung herrschte 
keine Hanik. Eine Bombe fiel mitten Iin eine religiöse VBersammlung; drei Frauen wurden hler 
geiötet und viele verwundet. Eine andere Bombe fiel in einen Billardsaal und kötete einen der 
Spieler. In einer der Städte der Midlands wurden in einer Straße fast alle Häuser zerskört. 
Fünf Miiglieder einer Familie: Großvater, Großmuttier, Tochter und zwei Enkel wurden gekötet. 
tleber eine andere Stadt in den Midlands, die sofort in Finsternis gehüllt wurde, fuhr der 
„Zeppelin“ hin, ohne Bomben abzuwerfen. Die Einwohner dachten, daß die Gefahr vorüber sel 
und nahmen hlerauf ihre normale Tätigkeit wieder auf; aber um Mitternacht erschienen die 
„Zeppeline“ wieder und ließen Bomben fallen, die sedoch nur geringen Schaden anrichteten. Bei 
der Untersuchung vor dem Totengericht in einem Orte von Lincolnshire wies der Fichter darauf 
hin, daß 50 Zomben abgeworfen, aber nur drel Dersonen getötet wurden. 
Aus einer anderen Depesche geht hervor, daß der „Zeppelin“-Angriff auch auf den Zugverkehr 
Einfluß hatte. Der Zugfährer eines Schnellzuges ließ selnen Zug eine Stunde lang in einem 
Tunnel stillstehen; ein anderer Zug hatie mehrere Stunden nölig, um einen Abstand von 20 Meilen 
zurückzulegen; wleder ein anderer Zug brauchte 12 Stunden für einen Abstand von 100 Meilen. 
Der Lokomotivführer eines Zuges sah, wie ein „Zeppelin“ #immer wieder auf die Eisenbahnlinien 
Bomben warf; der Zug wurde aber nicht beschädigt. (W. T. B.) 
  
  
    
   
   
   
ri — 
2 r. )
        <pb n="20" />
        „Appam“ als Prise erklärt. 
Washington, 3. Februar. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Staats— 
sekretär Lansing hat entschieden, daß die „Appam“ als Drise zu betrachten ist. 
(W. T. B.) 
Kampf zwischen einem deutschen UI-Boot und einem englischen 
Dampfer. 
London, 3. Februar. In Plymouih krafen der Kapitän und 25 Mann von 
dem englischen Dampfer „Woodfield“ ein, der am 3. November 40 Meilen von 
Gibraltar von einem deutschen Unterseeboot angegriffen wurde. Nach einem zwei- 
stündigen Kampfe, während dessen die arabischen Heizer des englischen Dampfers 
streikten, ging die ZBemannung in die Rettungsboote. Der Dampfer wurde torpediert. 
(W. T. B.) 
Handgranatenkämpfe in Flandern. 
Großes Hauptquartier, 4. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Einer der nordwesilich von Hulluch von uns 
besetzten Trichter wurde durch eine erneute englische Sprengung verschüttet. Bei 
Loos und bei Neuville lebhaste Handgranatenkämpfe. 
Die feindliche Artillerie entwickelte an vielen Stellen der Front, besonders in 
den Argonnen, rege Tätigkeit. 
Westlich von Marle fiel ein feanzösischer Kampfdoppeldecker, dessen Führer sich 
verirrt hatte, unversehrt in unsere Hand. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Balkankriegsschauplatz. Unsere Flieger beobachteten im Vardartal südlich 
der griechischen Grenze und bei der Anlegestelle im Hafen von Saloniki umfang- 
reiche Zrände. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
  
ZRäckzug der Jtaliener am Tolmeiner Brückenkopf. 
Wien, 4. Februar. Amilich wird verlautbart: 
Zussischer Kriegsschauplatz. Ein österreichisch-ungarisches Flugzeuggeschwader 
hat den östlich von Kremieniec liegenden russischen Etappenort Szumst mit Zomben 
beworfen. Zahlreiche Gebäude siehen in Flammen. Sonft ist nichts Zesonderes 
vorgefallen. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Geschühkämpfe blieben an der küsten- 
ländischen Front ziemlich lebhaft und erstreckten sich auch auf mehrere Stellen im 
Kärtner und Tiroler Grenzgebiet. Das Schloß von Duino wurde durch mehrere 
Volltreffer der feindlichen Artillerie keilweise zerstört. Zor dem Tolmeiner Brücken- 
kopf gingen die Italiener infolge der letzten #nternehmung unserer Truppen auf die 
Hänge westlich der Straße Ciginj — Selo zurück. 
Er.in J— ¾ 15 - U .- - .. ' U o WI- 0 K# 
3 -*s .'. 
72.
        <pb n="21" />
        Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die in Nordalbanien operierenden k. u. k. 
Truppen haben Krufja besetzt und mit ihren Spitzen den Ischnifluß erreicht. Die 
Lage in Montenegro ist unverändert ruhig. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Ereignisse zur See. Eine Kreuzergruppe hat am 3. Februar vormittags an 
der italienischen Ostküste die Zahnhöfe von Ortona und San Vito, mehrere Magazine 
und eine Fabrik im Bereiche dieser Orte sowie einen Schwimmkran durch Beschießung 
schwer beschädigt und die Eisenbahnbrücke über den Fluß Ariello nördlich Ortona 
zerstört. Nach der Beschießung der Objekte von San Vito wurden Brände beobachtet. 
Die Kreuzergruppe ist unbeschädigt zurückgekehrt. 
Floktenkommando. (W. T. B.) 
Fünf Dampfer in der Themsemündung versenkt. — Das deutsche 
Marinelufischiff „LU 10“ verloren. — Zarbarisches Berhalten eines 
englischen Fischdampfers. 
Berlin, 4. Februar. Am 31. JZanuar und 1. Februar hat ein deutsches Untersee- 
boot in der Themsemündung einen englischen armierten Bewachungsdampfer, einen 
belgischen und drei englische zu Bewachungszwecken dienende Fischdampfer versenkt. 
Das Marineluftschiff „U 19“ ist von einer Aufklärungsfahrt nicht zurück- 
gekehrt. Die angestellten Nachforschungen blieben ergebnislos. Das Luftschiff wurde 
nach einer Reuter-Meldung am 2. Februar von demin Grimsbybeheimateten englischen 
Fischdampfer „King Stephen“ in der Nordsee treibend angetroffen, Gondeln und 
Luftschiffkörper teilweise unter Wasser; die Besatzung befand sich auf dem über 
Wasser befindlichen Teil des Luftschiffes. Die Bitte um Reltung wurde von dem 
englischen Fischdampfer abgeschlagen unter dem Vorgeben, daß seine Besahung 
schwächer sei als die des Luftschiffes. Der Fischdampfer kehrte vielmehr nach 
Grimsby zurück. Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. Z.) 
Grimsby, 4. Februar. Der hier eingetroffene Fischdampfer „King Stephen“ 
berichtei, daß er am Mittwoch morgen den Zeppelin „L 10“ in der Nordsee bemerkte. 
Seine Gondel und ein Teil der Hülle waren unter Wasser. Die Besatzung, die 
17 bis 20 Köpfe skark war, war auf der Spihe der Hülle versammelt und bat um 
Aufnahme. Da die Besahung des „Zeppelins“ der Besahmng des Fischdampfers an Zahl 
überlegen war, lehnte der Kapitän des Fischdampfers ab, der Bitte zu willfahren. Er 
lehrte sogleich nach Grimsby zurück, um die Angelegenheit den Seebehörden mitzuteilen. 
(W. T. B.) 
Die englischen Angriffe unter neutraler Flagge. 
Berlin, 4. Februar. Von zuständiger Stelle erfahren wir über den Angriff 
eines unter holländischer Flagge fahrenden englischen Hilfskreuzers auf ein deutsches 
Anterseeboot noch folgende Einzelheiten: 
  
  
%— 0 - Jst-»O- 
IIZOMWDQOMR BAUER 
1193
        <pb n="22" />
        Das Unterseeboot forderte einen unter holländischer Flagge fahrenden Dampfer 
durch Signal aus, zur Drüfung der Schiffspapiere ein Zoot zu schicken. Dies geschah 
nach einiger Zeit. Sicherheitshalber tauchte das Unterseeboot und besichtigte durch 
das Sehrohr den Dampfer. Es war ein zirka 3000 Tonnen großer normaler Fracht- 
dampfer mit glattem Deck, erhöhter Back und Hütte. Nichis Verdächtiges war zu 
sehen, der Name „Melanie“ am Zug deutlich zu lesen. Als das Unierseeboot neben 
dem Schiffsboot in eiwa 1000 Meter Entfernung vom Dampfer auftauchte, eröffnete 
dieser unter hollandischer Flagge aus zwei Geschützen mittleren Kalibers und Maschinen- 
gewehren ein heftiges Feuer; das U-Boot konnte sich gerade noch durch schnelles 
Tauchen retten. Der Dampfer versuchte dann noch zweimal das U,. Soot zu rammen. 
Während der ganzen Aktion führte das Schiff die holländische Flagge. 
Ein holländischer Dampfer „Melanie“ ist nicht bekannt; dagegen findet sich in 
Lloyds Register ein englischer Dampfer dieses Namens von 3002 Bruttoregistertonnen. 
In diesem Zusammenhang ist auch eine Meldung der „Agence Havas“ vom 
28. Januar interessant, der zufolge der bewaffnete französische Hostdampfer „Dlata“, 
ohne angegriffen zu sein, das Feuer auf ein Unterseeboot eröffnete und es versenkt 
haben will. 
In einer Besprechung über diesen Fall versicherte der französische Admiral Lacaze 
dem Korrespondenten des „Detit Journal“, daß die sranzösischen Handelsschiffe aus- 
drücklich Zefehl hätten, auch wenn sie nicht angegriffen seien, auf jedes feindliche 
Unterseeboot das Feuer zu eröffnen oder es zu rammen. (W. T. Z.) 
Eine neue englische Miederlage am Tigris. 
Konstantinopel, 4. Februar. Die Telegraphenagentur Milli meldet: An der 
Jrakfcont versuchte der Feind mit einem Teil seiner Krasfte von Felahie vorzufkoßen. 
Er wurde durch unseren Gegenangriff zurückgeworfen und gezwungen, sich auf seine 
srüheren Stellungen zurückzuziehen. 
An der Kaukasusfront kam es in verschiedenen Abschnitten zu Vorpostengesechten und 
zu örtlichen, noch sorkdauernden Kämpfen. Sonst nichts von Bedeutung. (W. T. B.) 
Zum Untergang des „L 19“. 
Grimsby, 4. Februar. (Meldung des Reuterschen Zureaus.) Zwei Marine= 
fahrzeuge, die nach dem Schauplahz des „Zeppelin"-Unglücks geschickt wurden, suchten 
die Nachbarschaft genau ab und fanden keinerlei Spuren vom Luftschiff. Man schließt 
daraus, daß der „Zeppelin“ gesunken ist. (W. T B.) 
Ein englischer Kohlendampfer von einem „Zeppelin“ versenkt. 
London, 4. Februar. (Meldung des Feuterschen Bureaus.) Der Dampfer 
„Eranz Fischer“, der als Kohlenschiff an der Küste fuhr, ist am Dienstag nacht von 
einem „Zeppelin“, der auf dem Wege von Hartlepool nach London war, versenkt worden. 
  
——— 0 
&amp; * 3 V # r¾ 
—— ———— 
1194 »-
        <pb n="23" />
        13 Mann der Besatung sind ertrunken, 3 wurden von einem belgischen Dampfer 
gerettet. „Franz Fischer“ ist ein erbeutetes feindliches Fahrzeug von 370 Tonnen. 
(W. T. B.) 
Luftangriff auf Dünaburg. 
Großes Hauptquartier, s. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Ein kleiner englischer Vorsioß südlich des Kanals 
von La Bassée wurde abgewiesen. 
Ein durch Wurfminenfeuer vorbereiteter französischer Handgranatenangriff südlich 
der Somme brach in unserem Artilleriefeuer zusammen. 
In der Champagne und gegen einen Teil unserer Argonnenfront unterhielt die 
feindliche Artillerie am Nachmittag schweres Feuer. 
Französische Sprengungen auf der Höhe von VBauquois (östlich der Argonnen) 
richteten geringen Schaden an unseren Sappen an. 
Unsere Artillerie beschoß ausgiebig die feindlichen Stellungen auf der Vogesen- 
front zwischen Diedolshausen und Suszern. 
Oestlicher Kriegsschauplah. An der Front keine besonderen Ereignisse. 
Eins unserer Tuftschiffe griff die Zefestigungen von Dünaburg an. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
/ Oberste Heeresleitung. (W. T B.) 
Ein stiller Tag an den k. u. k. Fronten. 
Wien, 5. Februar. Amtlich wird verlautbart: Auf allen drei Kriegsschauplätzen 
keine besonderen Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Die „Lusitania“-Verhandlungen. 
Washington, s. Februar. Der deutsche Botschafker Graf Bernstorff hat dem 
Staatesekretär Lausing die letzte Mitteilung Deutschlands über den „Lusstania“-Fall 
überreicht. (W. T. B.) 
Das „#Lrteil“ des englischen Leichenschaugerichts gegen den 
Kaiser. 
London, 4. Februar. Bei dem Teichenschaugericht der Opfer des deutschen 
uftangriffes in Staffordshire nahmen die Geschworenen das cteil des Vorsitzenden 
an und einigten sich auf folgendes Ucteil: Daß die 13 Personen durch Explosions. 
bomben getötet wurden, die von einem feindlichen Lufischiff abgeworfen waren, und
        <pb n="24" />
        daß ein Wahrspruch wegen vorsätzlichen Mordes gegen den Kaiser und den Kron- 
prinzen als Mitschuldige zu Hrotokoll genommen würde. 
Anmerkung des W. T. B.: Die Urheber dieser Albernheit werden sich selbst noch als 
Helden, anderen Leuten aber als Narren vorkommen. (W. T. B.) 
Englische Angriffe bei Messines und La Bassée abgewiesen. 
Großes Hauptquartier, 6. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Kleinere englische Abteilungen, die südwesilich von 
Messines und südlich des Kanals von La Basséevorzustoßen versuchten, wurden abgewiesen. 
Französische Sprengungen bei Berrh-au-Bac, auf der Combreshöhe und im Driester- 
wald verliefen ohne besonderes Ergebnie. 
Bei Zapaume wurde ein englischer Doppeldecker zur Landung gezwungen. Die 
Insassen sind gefangen. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Bedeutung. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
NMichts Neues an den k. u. k. Fronten. 
Wien, 6. Februar. Amtlich wird verlautbart: Der gestrige Tag verlief auf allen 
Kriegsschauplätzen ohne besondere Begebenheiten. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Ein englischer Kreuzer beim letzten „Zeppelin“-Angriff versenkt. 
Köln, 6. Februar. Die „Kölnische Zeitung“ meldet von der holländischen 
Grenze unter dem 6. Februar: Beim letzten Luftangriff auf England ist der englische 
kleine Kreuzer „Caroline“ auf dem Humber durch eine Bombe getroffen worden und 
mit großem Menschenverlust gesunken. (Der kleine Kreuzer „Caroline“ war erst am 
21. September 1914 vom Stapel gelaufen. Er hatte eine Wasserverdrängung von 
3300 Tonnen und eine Geschwindigkeit von 30 Seemeilen. Bestückt war er mit 
drei Geschüten von 135,2 Zentimeter und sechs von 10,2 Zentimeter. Ec hatte zwei 
Torpedodoppelrohre, seine Zesatzung betrug 400 Mann.) (W. T. B.) 
VBergeblicher russischer Angriff an der Schara. 
Großes Hauptquartier 7. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Heftige Artilleriekämpfe zwischen dem Kanal 
von La Zassée und Arras sowie südlich der Somme. Die Stadt Cens wurde in 
den leten Tagen vom Feinde wieder lebhaft beschossen. 
In den Argonnen sprengten und besehtten die Franzosen auf der Höhe 285 
(La Fille morte) nordösilich von La Chalade einen Trichter, wurden aber durch einen 
Gegenstoß sofort daraus verteieben.
        <pb n="25" />
        Oestlicher Kriegsschauplatz. Eine in der Nacht zum 6. Februar von uns 
genommene Feldwachstellung auf dem östlichen Schara-tlfer an der Zahn Barano= 
witschi— (achowitschi wurde erfolglos angegriffen; der Gegner mußte sich unter 
erheblichen Verlusten zurückziehen. 
Südwestlich von Widsy fiel ein russisches Flugzeug, dessen Führer sich verflogen 
hatte, unversehrt in unsere Hand. 
Balkankriegsschauplah. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Die Lage an den k. u. k. Fronten unverändertt. 
Wien, 7. Februar. Amtlich wird verlautbart: Lage überall unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Türkischer Fliegererfolg an den Dardanellen. 
Konstantinopel, 6. Februar. Amttlicher Bericht. 
An der Jrakfront keine Beränderung. 
An der Kaukasusfront wurden feindliche Angriffe gegen unsere Stellungen und 
Vorposten in verschiedenen Abschnitten abgeschlagen. 
An den Dardanellen verfolgte ein von Leutnant Kronhaiß gelenktes türkisches 
Kampfflugzeug am 4. Februar einen englischen Doppeldecker und schoß ihn ab, so 
daß er zwischen Imbros und Kaba Tepe ins Meer stürzte. Zwei Kreuzer feuerten 
auf Teke Burun und die Umgebung von Sed, üäl Bahr. Nachdem unsere anatolischen 
Batterien geantwortet hatten, zogen sse sich nach Abfeuerung von 30 Granaten 
zurück. Am 3. Februar feuerten zwei seindliche Kriegsschiffe, ohne irgendeinen 
Schaden anzurichten, im Abschnitt von Bergama 40 Granaten gegen zwei Oertlich- 
keiten am Nord, und Südufer des Golfes von Tschanderli ab. (W. T. B.) 
Drinz Oskar von DPreußen leicht verwundet. 
Berlin, 71. Februar. Oberst Drinz Oskar von Dreußen, Königliche Hoheit, 
ist an der Ostfront durch Granatsplitter am Kopf und an einem Oberschenkel leicht 
verwundet worden. (W. T. B.) 
England bestreitet den Verlust der „Caroline“. 
London, 7. Februar. Die Admiralität veröffentlicht folgendes: Nach dem 
heutigen deutschen drahtlosen Bericht meldet die „Kölnische Zeitung“, daß sie von 
der holländischen Grenze die Nachricht erhielt, es sei beim letzten Luftangriff auf 
England auf dem Humber das britische Kriegsschiff „Caroline“ von einer Bombe
        <pb n="26" />
        getroffen worden und mit großen Verlusten an Menschenleben gesunken. Weder 
die „Caroline“ noch irgendein anderes britisches Kriegsschiff oder Handelsschiff, ob 
groß oder klein, wurde auf dem Humber oder in irgendeinem anderen Hafen von 
einer Zombe getroffen. (W. T. B.) 
Die Kameruner Schutztruppe auf spanischem Gebiet. 
Madrid, 7. Februar. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) 900 Deutsche 
und 14000 Eingeborene aus Kamerun sind nach Spanisch-Guinea übergetreten 
und wurden entwaffnet und interniert. Die Regierung sorgt für ihre Zerpflegung. 
(Die 14000 übergetretenen Eingeborenen s'nd natürlich nicht etwa nur Soldaten 
der Schußtruppe, denn so groß ist die Schutztruppe während des ganzen Ringens 
„„% uo 20 nie gewesen, sondern haupt, 
  
        
        
    
       
  
      
    
  
  
  
  
Sgaure, 
       
      
    
        
  
6 i* 0% sächlich Traäger, Familien 
2°% der eingeborenen Soldaten 
Gooocnt und andere Flüchtlinge.) 
NIÖCERIEN Anmerkung des W.T.B. 
(bnglisch) aner 6„ Auf Grund dieser amtlichen 
»so Mo Zenos „ spanischen Meldung ist kaum 
    
noch daran zu zweifeln, daß 
die Reste der tapferen Ber- 
teidiger Kameruns nach andert- 
halbsährigem heldenmäütigen 
    
.- Kontscha 
* Dodeo 
#. 
·# x□ 
« loNgaumoere 
-« Sanjo S 
0011775113 „* Bagenda on 
  
     
     
         
  
  
  
  
So#ngo 
ohamom O d Jingen der gewaltigen Leber- 
K#ted r Wet R macht haben weichen müssen. 
- K 4 S.en“ U Mit Freude können wir es be- 
46 zuhde grüßen, daß es ihnen wenigstens 
— — « ' ind- 
— —. — noch gelungen ist, die feind 
  
    
  
lichen Einkreisungsversuche zu 
veresteln und sich auf neutrales 
spanisches Gebiet zurückzu- 
ziehen. Wenn die gemeldeten 
Zahlen zutreffend sind, so ist an- 
zunehmen, daß fast alle noch fn 
Puiussr Kamerunbefindlichen Deutschen 
mmmehr in Sitcherheit sind. 
Es liegen schon seit e einiger Zeit Meldungen vor, daß die spanische Reglerung es sich in 
der anerkennenswertesten Weise angelegen sein läßt, für das Wohlergehen der sich ihrem Schutz 
anvertrauenden Flüchtlinge zu sorgen. (W. T. B) 
1 
  
  
  
  
     
  
—— — cCanpost —. 
———-2s3 *snr 1 
Geigee: (t 
—.—pbond0 * 
· — 
— S E* *7 * 
  
     
  
  
  
     
    
     
   
   
    
   
  
  
v 
— 
  
  
  
  
Ueberführung der Kameruner Schutztruppe nach Spanien. 
Madrid, 7. Februar. Nach einem Telegramm aus Cadiz erhi#elt der Dampfer 
„Catalonia“ den Auftrag, nach Muni zu fahren und dort 1000 deutsche Soldaten 
einzuschiffen, welche über die Grenze von Kamerun auf spanisches Gebiet über- 
gegangen sind. Die Deutschen werden in Spanien interniert werden. (W. T. B.) 
-
        <pb n="27" />
        Lebhafte Kampftätigkeit südlich der Somme. 
Großes Hauptquartier, 8. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich der Somme herrschte lebhafte Kampf— 
tätigkeit. In der Nacht vom 6. zum 7. Februar war ein kleines Grabenstück unserer 
neuen Stellung verlorengegangen. Ein gestern mittag durch starkes Feuer vorbereiteter 
französischer Angriff wurde abgewiesen; am Abend brachte uns ein Gegenangriff 
wieder in den vollen Zesih unserer Stellung. 
Ein deutsches Flugzeuggeschwader griff die Zahnanlagen von pPoperinghe und 
englische Truppenlager zwischen Doperinghe und Dixmuiden an. Es kehrte nach 
mehrfachen Kämpfen mit dem zur Abwehr aufgestiegenen Gegner ohne Verluste zurück. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Bedeutung. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Vergeblicher russischer Vorstoß bei Tarnopol. 
Wien, 3. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplat. Ducch helleres Wetter begünfkigt, herrschte 
gestern an der ganzen Nordostfront lebhaftere Geschütztätigkeit vor. Nordwestlich von 
Tarnopol griffen die Kussen in der Nacht von gestern auf heute einen unserer vor, 
geschobenen Infanteriestützdunkte wiederholt an. Es gelang ihnen, vorübergehend 
einzudringen, jedoch wurden sie nach kurzer Zeit wieder hinausgeworfen. 
Italienischer und süböstlicher Kriegsschauplaß. Keine besonderen Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T B.) 
Türkischer Gegenangriff an der Kaukasusfront. 
Konsiantinopel, 5. Februar. Das Hauptquartier teilt mit: Bon der Irakfront 
ist nichts Zesonderes zu berichten. 
An der Kaukasusfront erneute der Feind am 6. Februar wiederum seine Angriffe 
in verschiedenen Abschnitten gegen unsere Stellungen und vorgeschobenen Dosten. 
Er erzielte keinerlei Erfolg. Im Zentrum unternahmen unsere vorgeschobenen 
Abteilungen einen Gegenangriff, töteten mehr als 300 Kussen und nahmen etwa 40, 
darunter 2 Offiziere, gefangen. 
An der Dardanellenfront beschoß am 7. Februar ein feindlicher Torpedoboot-= 
zerstörer Teke Burun. Er wurde durch das Gegenfeuer unserer Batterien verjagt. 
· (W.T23.) 
800 Meier französischer Front bei Vimy erstürmt. 
Großes Hauptquartier, 9. Februat. 
Westlicher Kriegsschauplah. Westlich von Vimg stürmten unsere Truppen 
die erste französische Linie in o0 Meter Ausdehnung, machten über 100 Gefangene 
und erbeuteten 5 Maschinengewehre. 
J—□JI— · 
"
        <pb n="28" />
        C 4K ###r. 
S 
Südlich der Somme sfind die Franzosen abends wieder in ein kleines deutsches 
Grabenstück eingedrungen. 
Im Driesterwald wurde von unserer Infanterie ein feindliches Flugzeug abgeschossen. 
Es ffürzte brennend ab. Beide Insassen find kot. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Kleinere russische Angriffe in der Gegend von Illuxt 
(nordwestlich von Dünaburg) sowie gegen die am 6. Februar von uns genommene 
Feldwachstellung an der Bahn Saranowitschl—sachowitschi wurden abgewiesen. 
Balkankriegsschauplatz. Die Tage ist unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Einnahme von Preza und Valhas in Albanien. 
Wien, 9. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer und italienischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Vortruppen der in Albanien operierenden 
k. u. k. Streitkräfte haben den Ismifluß uüberschritten und den Ort Preza und die Höhen 
nordwestlich davon besetzt. Der Feind, aus Resten serbischer Verbände, italienischen 
Abteilungen und Söldnern Essad Haschas bestehend, vermied den Kampf und wich gegen 
Süden und Südbsien zurück. Nur bei der Zeseßung des Ortes Valsas (acht Kilometer 
nordwestlich von Tirana) kam es zu einem kurzen Gefecht, in dem der Gegner geworfen 
wurde. Unsere Flieger bewarfen in der letzten Zeit widerholt die Truppenlager bei 
Durazzo und die im Hafen liegenden italienischen Dampfer erfolgreich mit Bomben. 
In Montenegro isi die Lage unverändert ruhig; die Entwaffnung ist abgeschlossen. 
Der Sitellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleulnant. (W. T. B.) 
Der König der Bulgaren im deutschen Großen Hauptauartier. 
Berlin, 9. Februar. Seine Majestät der König der Zulgaren ist zu mehrtägigem 
Aufenthalt im Großen Hauptquartier eingetroffen. In seiner Begleitung befinden 
sich der Ministerprasident Kadoslawow und der Oberbefehlshaber der bulgarischen 
Armee General Schekow. Zu den Besprechungen haben sich auch der Reichskanzler und 
der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes in das kaiserliche Hauptquartier begeben. 
(W. T. B.) 
Zwei englische Zerstörer gesunken. 
Köln, 9. Februar. Die „Kölnische Zeitung“ meldet: Außer dem englischen kleinen 
Kreuzer „Caroline“ sind bei dem letzten Luftangriff die beiden Zerstörer „Eden“ 
und „Nith“ auf dem Humber gefsunken. (Nicht W. T. B.) 
Neue Kämpfe an der Westfront. 
Großes Hauptquartier, 10. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Nordwestlich von Vimy entrissen unsere Truppen 
den Franzosen ein größeres Grabenstück und gewannen in der Gegend von Neuville
        <pb n="29" />
        einen der früher verlorenen Trichter zurück. 52 Gefangene und 2 Maschinengewehre 
fielen dabei in unsere Hand. 
Südlich der Somme wurden mehrfache franzoͤsische Teilangriffe abgeschlagen. 
Hart nördlich Bequincourt gelang es dem Feinde, in einem lleinen Teil unseres 
vordersten Grabens Fuß zu fassen. 
Auf der Combreshöhe aquetschten wir durch Sprengung einen feindlichen Minen— 
stollen ab. Franzoͤsische Sprengungen nordöstlich von Celles (in den Vogesen) 
blieben erfolglos. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Zel der Heeresgruppe des Generals von Cinsingen 
und bei der Armee des Grafen v. Bothmer wurden Angriffe schwacher feindlicher 
Abteilungen durch ösierreichisch-ungarische Truppen vereitelt. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. S.) 
Abgewiesene russische Angriffe in Wolhynien. 
Wien, 10. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
Kussischer Kriegsschauplatz. Der Feind entoickelte gestern in Wolhonien und 
an der oftgalizischen Front erhöhte Tätigkeit gegen unsere VBorposten. Bei der Armee 
des Eczherzogs Josef Ferdinand führte er wiederholt und an einzelnen Stellen 
Aufklärungsabteilungen bis zur Stärke eines Bataillons gegen unsere Sicherungs- 
linien vor. Es kam insbesondere im Abschnitt des oberösterreichischen Infanterie- 
regiments Nr. 14 zu heftigen Borpostenkämpfen, die auch die Nacht über fortdauerten 
und schließlich mit der völligen Bertreibung des Feindes endeten. Bei einer besonders 
umstrittenen VBerschanzung wurden etwa 200 russische Teichen gezählt und viele 
Gefangene eingebracht. Auch bei unseren Vorposken nordwestlich von Tarnopol wurde 
in der Nacht von gestern auf heute erbittert gekämpft. Die RKussen überfielen abermals 
die schon in einem der letzten Zerichte angeführte Schanze, wurden sedoch durch einen 
Gegenangriff wieder vertrieben. An der beßarabischen Grenze warf kroatische Landwehr 
ein russisches Bataillon aus einer gut ausgebauten Zorposstion gegen die Hauptstellung 
zurück. 
Italienischer und Süböstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generasstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Der Reichskanzler über die deutsch-amerikanischen Beziehungen. 
Köln, 10. Janvar. Die „Kölnische Zeitung“ melde von der hollandischen Grenze vom 
0. Februar: Der Berliner Berichterskatter der „New Jork World“ Karl v. Wiegand ver- 
öffentlicht den Inhalk einer Unterredung, dle er mit dem deulschen Reichskanzler hatte. „Nleuwe 
Couran!“ bringt daraus elnen Auszug, worln es heißt: Was Ihre Feglerung verlangt, erklärte 
Herr v. Bethmann Hollweg, (# elne unmögllche Demütigung. Jch bin welt gegangen, um 
die herzlichen und freundschaftlichen Bezlehungen zu den VBerelnigten Staaten zu erhalten, die 
      
      
  
   
       
      
  
   
— 
        
r— - —’ # — . s- 
......... 
1201 
  
  
  
— . MS o 
NUM«ZCWDJ
        <pb n="30" />
        zwischen uns und ihnen von dem Tage an bestanden haben, wo vor 120 Jahren Preußen 
als einer der ersien Staaten die Unabhängigkeit Amerikas in seinem Kampfe gegen England 
anerkannte. Sie wissen, daß sch in dieser ganzen Angelegenheit einen weiten versöhnlichen 
Sinn gegenüber Ihrem Lande und Volke gezeigt habe. JIch bin bereit gewesen und bleibe es, 
Amerika alles zuzugestehen, was Deutschland billigerweise in der Behauptung der Grundsätze 
der Gerechtigkelt und seiner Ehre zugestehen kann. Allein ich vermag einer Demütigung 
Deutschlands und des deutschen Bolkes nicht zuzustimmen. Ich kann mir die Waffe der Unter- 
seebooie nicht aus der Hand reißen lassen. Ich kann Amerika nicht befriedigen und die Fori- 
setzung der herzlichen Beziehungen zu einem von jedem Deutschen geschähten Lande nicht ge- 
währleisten, wenn es auf Unkosken einer nationalen Demütigung geschehen soll. Ich erkläre 
Ihnen dies nichi mit leichtem Herzen, sondern bin mir der Tatsache bewußt, daß sch die 
Empfindung des ganzen deutschen Bolkes ausspreche. 
Der Reichskanzler gab offen zu, daß weder die deuische KRegierung noch das deutsche Volk 
die Möglichkeit eines Abbruches der Zeziehungen zu den Bereinigten Staaten, der einzig 
neutral gebliebenen Großmacht, leichtherzig oder gleichgültig ins Auge faßten. Allein er erklärte, 
der Wortlaut der Note Lansings habe ihm keine andere Wahl als Ablehnung gelassen. Keine 
deutsche Regierung vermöchte sich zu halten, wenn sie einer solchen Erniedrigung zustimmte. 
Er erklärte indessen, er habe das VBertrauen noch nicht verloren, daß der gesunde Menschen- 
verstand die Oberhand über die Forderungen von Washington gewinnen werde. Dann sagte 
er unter anderem: Wir kämpfen für unser Dasein. Das deutsche Volk opfert einmütig sein 
Blut und alles, was es besiht, für das BZaterland. Wir stehen nicht im Kriege mit Amerika. 
Wir wönschen nicht, mit Amerika in einen Krieg zu geraten. Ich habe alles getan und 
werde weiter alles kun, was in meiner Macht liegt, um den Krieg zu vermeiden; allein es 
gibt Dinge, dle ich nicht tun kann. Wenn in Amerika derselbe aufrichiige Wunsch besteht, zu 
einer Lebereinstimmung zu gelangen, wie er bei der deutschen Regierung und dem deutschen 
Volke vorhanden ist, so wird es keinen Bruch in den guten Beziehungen geben, die mehr als 
hundert Jahre zwischen den beiden Ländern bestanden haben. (W. T. B.) 
Eine Denkschrift der deutschen Regierung über die Behand- 
lung bewaffneter Kauffahrteischiffe. 
Berlin, 10. Februar. Die „Nordd. Allgem. Zig.“ teilt mit, daß die deutsche Regierung 
gestern den diplomatischen Zertreiern der neutralen Mächte in Berlin eine Denkschrift vom 
8. Februar überreicht hat, die die zukünftige Zehandlung bewaffneter Kauffahrteischiffe festlegi. 
Die Denkschrift führt in der Hauptsache aus: 
Schon vor Ausbruch des gegenwärtigen Krieges hatte die britische Regierung englischen 
ZReedereien Gelegenheit gegeben, ihre Kauffahrteischisfe mit Geschützen zu armieren. Am 
26. März 1913 gab der damalige Erste Lord der Admiralitaät, Winstin Churchill, im britischen 
Darlament die Erklärung ab, daß die Admiralität die Reedereien aufgefordert habe, zum Schutze 
gegen die in gewissen Fällen von schnellen Hilfskreuzern anderer Mächie drohenden Gefahren 
eine Anzahl erstklassiger Liniendampfer zu bewaffnen. Die englischen Reedereien sind der Auf- 
sorderung der Admiralitäi bereitwillig nachgekommen. 
Was den völkerrechilichen Charakter bewaffneter Kauffahrteischiffe betrifft, so hat die brittsche 
JFegierung für dle eigenen Kauffahrteischisse den Standpunkt eingenommen, daß solche Schiffe so lange 
den Charakter von friedlichen Handelsschiffen behalten, als sie die Waffen nur zu Verteidigungs, 
zwecken führen. Demgemäß hat der britische Boischafter in Washington der amerikanischen 
Regierung in einem Schrelben vom 25. August 1914 die weitesigehenden Versicherungen ab- 
gegeben, daß britische Kauffahrtelschiffe niemals zu Angriffszwecken, sondern nur zur Berteidigung
        <pb n="31" />
        —— 
□. 
4 
0Ö 
KIS 
  
bewaffnet werden. Für bewaffnete Schiffe anderer Flaggen hat dagegen die britische Regierung 
den Grundfatz aufgesteklt, daß sie als Kriegsschiffe zu behandeln seien. Die deutsche Regierung 
bat keinen Zweifel, daß ein Kauffahrtcischiff durch die Armierung mit Geschüäten kriegsmäßigen 
Charakter erhält, und zwar ohne Unterschied, ob die Geschütze nur zur Verteidigung oder auch dem 
Angriff dienen sollen. Sie hält sede kriegerische Betätigung eines feindlichen Kaufsahrteischisses 
far völkerrechtswidrig, wenn sie auch der entgegenstehenden Auffassung dadurch Rechnung trägt, daß 
sie die Besahung eines solchen Schiffes nicht als Hiraten, sondern als Kriegfährende behandelt. 
Im Taufe des Krieges wurde die Bewaffnung englischer Kauffahrteischiffe immer allgemeiner 
durchgeführt. Aus den Berichten der deutschen Seestreitkrafte wurden zahlrelche Fälle bekannt, 
n denen englische Kauffahrteischiffe und solche ihrer Verbündeten nicht nur den deutschen 
Kriegsschiffen bewaffneten Widerstand entgegensehten, sondern ihrerseits ohne weiteres zum An, 
griff auf sie übergingen, wobei sie sich häufig auch noch falscher Flaggen bedienlen. Eine Zu- 
sammenstellung solcher Fälle ist der Denkschrift beigefügt. Die Aufklärung für das geschilderte 
Vorgehen der bewafsneten englischen Kauffahrteischiffe enthalten die geheimen Anweifungen 
der brilischen Admiralität, die von deutschen Seestreitkrästen auf weggenommenen Schiffen 
gefunden sind und in acht Anlagen photographisch wiedergegeben werden. Diese Anweisungen 
regeln bis ins einzelne den artilleristischen Angriff englischer Kauffahrteischiffe auf deutsche Unter- 
seeboote. Sie enihalten genaue Vorschristen über dle Aufnahme, Behandlung, Täligkeit und 
Kontrolle der an Bord der Kauffahrteischiffe übernommenen britischen Geschützmannschaften, 
die z. B. in neutralen Häfen keine Uniform kragen sollen, also offenbar der britischen Kriegs, 
marine angehören. Vor allem aber erglbt sich daraus, daß diese bewaffneten Schiffe nicht 
etwa irgendeine seekriegsrechtliche Maßnahme der deutschen Unterseeboote abwarten, sondern 
diese ohne weiteres angreifen sollen. Hiernach ist klargestellt, daß die bewaffnelen englischen 
Kauffahrteischiffe den amtlichen Austrag haben, die deutschen Unterseeboote überall, wo sie in 
ihre Nähe gelangen, heimtäckisch zu überfallen, also rücksichtslos gegen sie Krieg führen. 
Unter den vorsiehend dargelegten Amstkänden haben seindliche Kauffahrteischiffe, die mit Ge- 
schützen bewaffnei sind, kein Kecht mehr darauf, als feindliche Handelsschiffe angesehen zu 
werden. Die deutschen Seestreitkräfte werden daher nach einer kurzen, den 
Interessen der Neutralen Rechnung tragenden Frist den Befehl erhalten, solche 
Schiffe als Kriegführende zu behandeln. 
Die deutsche Regserung gibt den neutralen Mächten von dleser Sachlage 
Kenntnis, damit sie ihre Angehörigen warnen können, weiterhin ihre Person oder 
lhr Bermögen bewaffneten Kauffahrteischissen der mit dem Deutschen Reiche im Kriege befind- 
lichen Mächten anzuvertrauen. 
Angriff deutscher Seeflugzeuge auf Ramsgate. 
Berlin, 10. Februar. Am Nachmittag des g9. Februar belegten einige unserer 
Marineflugzeuge die Hafen, und Fabrikanlagen sowie die Kasernen von Kamzgate 
(südlich der Themsemündung) ausgiebig mit Zomben. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
London, 9. Februar. Das Kriegsamt teilt mit: AUm 3 Uhr 30 Minuten 
nachmittags näherten sich zwei deutsche Seeflugzeuge der Küste von Kent. Wenige 
Minuten später fielen drei Zomben in einem Felde in der Nähe von Kamsgate nieder, 
vier Bomben nahe der Schule von Broadstairs. Zon den letzteren sind drei explodiert. 
London, 10. Februar. Nach einer amtlichen Meldung wurden bei dem gestern 
nachmittag auf die Küsie unternommenen Tuftangriff zwei Frauen und ein Kind 
ti —
        <pb n="32" />
        * 
*58 
  
verleht. Eine Anzahl Marine= und Militärflugzeuge stiegen zum Angriff gegen die 
feindlichen Flieger auf, die sich sogleich zurüczogen. Von elinem Cuftkampf wird 
nichts gemeldet. (W. T. B.) 
Eine Note der Ssterreichisch = ungarischen Regierung üÜber die 
bewaffneten Handelsdampfer. 
Wien, 10. Februar. Das Minlsierlum des Aeußern hat an die Vertreier der neutralen 
Mächie eine Zlirkularverbalnote gerlchtet. Dlefe erklärt unter Zezugnahme auf die deutsche 
Denkschrift vom 8. Februar über dle bewaffnelen Kauffahrtelschiffe, daß an die ösierrelchisch- 
ungarlschen Seestreitkräste der Zefehl ergeht, derarilge Schiffe als Krlegführende zu behandeln, 
ein Befehl, der indes erst vom 29. Februar 1916 an zur Ausführung gelangen wird. 
Dlese Frisf wird im Interesse der neutralen Mächie ertelli, damli sle in die Lage kommen, 
ihre Angehörigen vor der Gefahr zu warnen. 
Englischer Borstoß am Tigris abgeschlagen. 
Konskantinopel, 10. Februar, abends. Das Hauptauartier teilt mit: An 
der Irakfront zeitwelliges Feuer der Artillerie und Infanterie. Der Feind, der 
vom rechten #fer her vordringen wollte, wurde nach zwei heftigen Gefechten 
gezwungen, auf seine alten Stellungen zurückzugehen. Zei Kut el Amara keine 
Veränderung. (W. T. B.) 
Französische Gegenangriffe bei ZBimg abgeschlagen. 
Großes Hauptquartier, 11. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Nordwestlich von Bimp machten die Franzosen 
nach stundenlanger Artillerievorbereikung viermal den VBersuch, die dort verlorenen 
Gräben wiederzugewinnen. Ihre Angriffe schlugen sämttlich fehl. 
Auch sädlich der Somme konnten sie nichts von den verlorenen Stellungen wieder, 
gewinnen. 
An der Aisne und in der Champagne stellenweise lebhafte Artilleriekämpfe. 
Einer unserer Fesselballons riß sich unbemannt los und trieb bei Vailly über die 
feindlichen Linien ab. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Nördlich des Dryswsatpsees wurde der Vor- 
stoß einer stärkeren russischen Abteilung abgewiesen. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heereslestung. (W. T. B.) 
Der englische Kreuzer „Arabis“ versenkt. — Vorstoß deutscher 
Torpedoboote zur Doggerbank. 
Berlin, 11. Februar. In der Nacht vom 10. zum 11. Februar krafen bei 
einem Torpedobootsvorsioß unsere Boote auf der Doggerbank etwa 120 Gee- 
t 
l . -· .·'" U —-ios-U«- ,s)ovc« wvutokshovszs 
VIMRJAOR s-« .9,«Bxs-w3wästäson
        <pb n="33" />
        meilen ösilich der englischen Küste auf mehrere englische Kreuzer, die alsbald die 
Flucht ergriffen. Unsere Boote nahmen die Verfolgung auf, versenkten den neuen 
Kreuzer „Arabis“ und erzielten einen Torpedotreffer auf einem zweiten Kreuzer. 
Durch unsere Torpedobooke wurden der Kommandant der „Arabis“, ferner 
zwei Offizlere und 21 Mann gerettet. Unsere Streitkräste haben keinerlei Schaden 
erlitten. Der Chef des Admiralsiabes der Marine. (W. T. B.) 
S 
    
8 
Tirana von den k. u. k. Truppen besetzt. 
Wien, 11. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Die Töätigkeit feindlicher Erkundungstruppen 
gegen die Front der Armee Erzherzog Josef Ferdinand dauert an. Unsere Sicherungs- 
abteilungen wiesen die Ger A“ 
Zussen überall zurück. Die « 
Vorposten des ungarischen 
Infanterieregiments Nr. 82 
zersprengten einige russische 2 
Kompagnien. 
Italienischer Kriegs. 
schauplatz. Keine besonderen 
Ereignisse. 
Güdöstlicher Kriegs 
schauplatz. Die in Albanien 
vorrückenden österreichisch- .,. «- 
ungakischenGtreitkröfieT .·«« 
hobenamgFebkuokTimnaunddieHöhenzwischenPkezoundBazarSjakbesetzi. 
Der Siellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleuinant. (W. T. B.) 
  
1. assab 
% 4 " is 20 25 30 
#let Usomese 
  
  
  
Zar Ferdinand im k. u. k. Hauptquartier. 
Wien, 11. Februar. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: König 
Ferdinand der Zulgaren isi heuke um 2 Uhr 30 Minuten nachmittags im Standort 
des k. u. k. Armecoberkommandos eingetroffen. (W. T. Z.) 
Zussische Vorstöße abgewiesen. 
Großes Hauptquartier, 12. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplah. Nach heftigstem Feuer auf einem großen Teil 
unserer Front in der Champagne griffen die Franzosen abends östlich des Gehöftes 
Maison de Champagne (nordwestlich von Massiges) an und drangen in einer Breite 
von noch nicht 200 Meter in unsere Stellung ein.
        <pb n="34" />
        Auf der Combreshöhe besetzten wir den Rand eines vor unserem Graben von 
den Franzosen gesprengten Trichters. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Vocstöße russischer Datrouillen und kleinere Ab- 
teilungen wurden an verschiedenen Stellen der Front abgewiesen. 
Balkankriegsschauplatz. Die Tage ist unverändert. 
Oberste Heeresleitung. — 
  
Eine itallenische Stellung am Rombon erobert. 
Wien, 12. Februar. Anmitlich wird verlautbart: 
ZRussischer Kriegsschauplatz. Gestern wurden abermals zahlreiche russische 
Aufklärungsabteilungen abgewiesen. Es kam auch zu färkeren Geschützkämpfen. 
Vom Feind unter schweres Artilleriefeuer genommen, mußte in den Nachmittags- 
stunden die schon mehrfach genannte Vorpostenschanze nordwestlich von Tarnopol 
geräumt werden. Die Zussen sehzten sich in der verlassenen Stellung fesi, wurden 
aber in der Nacht durch einen Gegenangriff in heftigem Kampfe wieder hinausgeworfen. 
Italienischer Kriegsschauplatz. An der küstenländischen Front finden seit 
einigen Tagen wieder lebhafte Artilleriekämpfe statt. Bei Flitsch eroberten unsere 
Truppen heute früh eine feindliche Stellung im Rombongebiet; wir erbeuteten 
3 Maschinengewehre und nahmen 73 Alpini gefangen. 
Süböstlicher Kriegsschauplatz. Westlich von Tirana versuchten italienische 
Kräfte, sich der von uns genommenen Höhenstellungen zu bemächtigen. Unsere 
Truppen schlugen alle Angriffe zurück. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Das französische Linkenschiff „Suffren“ versenkt. 
Berlin, 12. Februar. Ein deutsches Unterseeboot hat am 3. Februar 
an der sprischen Küste südlich von Beirut das französische Linienschiff „Suffren“ 
versenkt. Das Schiff sank innerhalb zwei Minuten. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Ein zweites englisches Fahrzeug bei der Doggerbank vernichtet. 
Berlin, 12. Februar. Der amtlichen Beröffentlichung vom 11. Februar 
über die Vernichtung der „Arabis“ durch unsere Torpedoboote ist hinzuzufügen, 
daß, wie die nachträglichen Feststellungen mit Sicherheit ergeben haben, auch das 
durch einen Torpedo getroffene zweite englische Schiff gesunken ist. 
Des ferneren wurde feskgestellt, daßp im ganzen der Kommandant, der Schiffs- 
arzt, ein Offizier, ein Deckoffizser, 27 Mann von der „Arabis“ gerettet worden 
sind. Hiervon sind auf der Räckfahrt infolge des Aufenthaltes im Wasser der 
Schiffsarzt und 3 Mann gestorben. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
  
  
  
  
  
J— 9— — #tct —. 
.. 
— — ———— — —————— —— —— 
  
1206
        <pb n="35" />
        Deutsch-englisches Seegefecht bei den Bermudasinseln. 
Daris, 12. Februar. „Matin“ meldet aus New Lgork, daß in den Gewässern 
der Bermudas ein Seegefecht zulschen dem englischen Hanzerkreuzer „Drake“ und 
einem deutschen Kriegsschiff stattgefunden habe; über den Ausgang des Kampfes und 
die Art des deutschen Schiffes sei nichts bekannt. (W. T. B.) 
Französische Stellungen in der Champagne erstürmt. 
Großes Hauptquartier, 13. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplah. In Flandern drangen nach heftigem Artillerie= 
kampfe Hakrouillen und stärkere Infanterieabteilungen in die feindlichen Stellungen 
ein. Sie nahmen einige wirkungsvolle Sprengungen vor und machten südbstlich 
von Zoesinghe über 40 Engländer zu Gefangenen. 
Englische Artillerie beschoß gestern und vorgestern die Stadi Lille mit gutem 
sachlichen Ergebnis; Verluske oder militärischer Schaden wurde uns dadurch nicht 
verursacht. 
Auf unserer Front zwischen dem Kanal von La Bassée und Arras sowie auch 
südlich der Somme litt die Gefechtstätigkeit unter dem unsichtigen Wetter. In den 
Kämpfen in der Gegend nordwesilich und westlich von Bimy bis 9. Februar sind 
im ganzen 9 Offltziere, 652 Mann gefangengenommen worden, die Gesamtbeute 
beträgt 35 Maschinengewehre, 2 Minenwerfer und anderes Gerät. 
Unsere Artillerie nahm die feindlichen Stellungen zwischen der Oise und Keims 
unter kräftiges Feuer; Datrouillen stellten gute Wirkung in den Gräben des Gegners fest. 
In der Champagne sfürmten wir südlich von Ste. Marie-à--Hy die scanzösischen 
Stellungen in einer Ausdehnung von etwa 700 Meter und nahmen 4 Offiziere, 
202 Mann gefangen. Nordwesilsch von Massiges scheiterten zwei heftige feindliche 
Angriffe. An dem von den Franzosen vorgestern besetzten Teil unseres Grabens 
östlich von Maison de Champagne douern Handgranatenkämpfe ohne Unterbrechung fort. 
Zwischen Maas und Mosel zerstörten wir durch fünf große Sprengungen die 
vorderen feindlichen Gräben völlig in je 30 bis 40 Meter Breite. 
Lebhafte Artilleriekämpfe in Lothringen und in den VZogesen.. Südlich von Tusse 
(östlich von St. Die) drang eine deutsche Abteilung in einen vorgeschobenen Teil 
der französsschen Stellung ein und nahm über 30 Jäger gefangen. 
Unsere Flugzeuggeschwader belegten die feindlichen Etappen= und Bahnanlagen 
von La Hanne und Doperinghe ausgiebig mit Zomben. Ein Angriff der feindlichen 
Flieger auf Ghistelles (südlich von Ostende) hat keinen Schaden angerichtet. 
Oestlicher Kriegsschouplatz. Die Lage ist unverändert. 
Oestlich von Zaranowitschi wurden zwei von den Zussen noch auf dem welk- 
lichen Schara-Ufer gehaltene Vorwerke gestürmt. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung.
        <pb n="36" />
        ts. — Nr - 
END-Ä 
  
   
  
     
    
     
    
    
     
    
  
  
  
     
    
  
     
    
   
Luftangriff gegen Ravenna. 
Wien, 13. Januar. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer und süböstlicher Kriegsschauplathz. Nichts Zesonderes vorgefallen. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Ein nächtlicher italienischer Angriff auf die 
von uns genommene Stellung im Rombongebiete wurde abgewiesen. 
Stellenweise fand lebhaftere feindliche Artillerietätigkeit statt; auch Görz erhielt 
wie fast alltäglich einige Granaten. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Felbmarschalleutnant. 
Ereignisse zur See. Am 12. Februar nachmittags hat ein Seeflugzeug- 
geschwader in Kavenna zwei Zahnhofsmagazine zerstört, Bahnhofsgebäude, Schwefel- 
und Zuckerfabrik schwer beschädigt, einige Brände erzeugt. Die Flugzeuge wurden 
von einer Abwehrbatterie im Hafen Cors### heftig beschossen. Ein zweites Geschwader 
erzielte in den Dumpwerken von Codigoro und Cavanello mit schweren Bomben 
mehrere Volltreffer. Alle Flugzeuge sind unversehrt zurückgekehrt. 
Flottenkomm ando. (W. T. B.) 
Eine englische Schlappe bei Korna. 
Konstantinopel, 13. Februar. (Amtlicher Bericht.) Ein deutsches Untersee- 
boot torpedierte am 8. Februar auf der Höhe von Beirut das feanzösische -Linien= 
schiff „Suffcen“, das in zwei Minuten unterging. Bon den 350 Mann der 
Besatzung hat niemand gerettet werden können. 
An der Irakfront zerstörte eine zur Aufklärung in Richtung auf Sherik Said 
vorgesanbte Kolonne die Telegraphenlinien des Feindes in ber Umgebung und zwang 
durch ihr Feuer ein feindliches Motorfahrzeug zum Rückzug. Bei Felahie und 
Kut el Amara zeitweise unterbrochenes Infanterie- und Artilleriefeuer. Unsere Frei- 
willigenabteilungen griffen am 7. Februar ein feindliches Lager wesilich von Korna 
an. Der Kampf dauerte bis in die Nacht hinein. Der Feind wurde gezwungen, 
in südlicher Richtung zu stiehen; er ließ dabei eine Menge Tote zurück. In diesem 
Gefecht wurden dem Feind einige Gefangene, eine Menge Waffen, Munition und 
Saumtiere abgenommen. 
An der Kaukasusfront auf dem linken Flügel Artilleriefeuer ohne Wirkung. Im 
Zentrum dauern die Vorpostengefechte an. Der Feind, der eine unserer Stellungen 
besetzt hielt, wurde durch einen Gegenangriff daraus vertrieben. Er ließ eine Menge 
Tote zurück. (W. T. B.) 
Elbassan von den Zulgaren besetzt. 
GSofia, 13. Februar. Das Hauptquartsier gibt bekannt: Die bulgarischen 
Truppen haben gestern Elbassan besetzt. Die Bevölkerung bereitete ihnen einen 
sehr warmen Empfang: die Stadt war beflaggtk. (W. T. B.) 
— J—-cx 
——
        <pb n="37" />
        2 
  
  
« FVWLOFVOVOOPMkesp 
A è— 
  
„Suffren“ oder „Amiral Charner“ versenkt? 
Daris, 13. Februar. (Meldung der Agence Havas.) Ein deutscher Funkspruch 
meldet, ein deutsches Unterseeboot habe am 8. Februar das französische Hanzerschiff 
„Guffren“ an der Syprischen Küste versenkt. 
Wie „Temps“ meldet, befindet sich „Suffren“ gegenwärtig in Toulon. 
(Amtlich.) Das Marineministerium ist beunruhigt über das Schicksal des Hanzer- 
kreuzers „Amiral Charner“, der an der Küfste Soriens kreuzt und seit dem 8. Februar 
keine Nachrichten gegeben hat, einem Datum, an dem nach einem deutschen Tele- 
gramm ein Unterseeboot ein französisches Kriegsschiff versenkt haben soll. (W. T B.) 
Französische Stellungen bei Tahure und Obersept erstürmt. 
Großes Hauptquartler, 14. Februar. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Die lebhaften Artilleriekämpfe dauerten auf 
einem großen Teile der Front an. Der Feind richteie nachts sein Feuer wieder auf 
Lens und Lievin. 
Südlich der Somme entwickelten sich heftige Kämpfe um einen vorspringenden 
erweiterten Sappenkopf unserer Stellung. Wir gaben den umfassenden Angriffen 
ausgesehten Graben auf. 
In ber Champagne wurden zwei feindliche Gegenangriffe südlich von St.-Marie-à-Dy 
glatt abgewiesen. Nordwestlich von Tahure entrissen wir den Franzosen im Sturm 
über 700 Meter ihrer Stellung. Der Feind ließ 7 Ofkziere, über 300 Mann ge- 
fangen in unserer Hand und büßte 3 Maschinengewehre, 3 Minenwerfer ein. Die 
Handgranatenkämpfe östlich von Maisons de Champagne find zum Stillstand ge- 
kommen. 
Südlich von Lusse (östlich von St. Die) zerstörten wir durch eine Sprengung 
einen Teil der feindlichen Stellung. 
Bei Obersept (nahe der französischen Grenze nordwestlich von Pfirt) nahmen 
unsere Truppen die sranzösischen Gräben in einer Ausdehnung von efwa 400 Meter 
und wiesen nächtliche Gegenangriffe ab. Einige Dutzend Gefangene, zwei Maschinen- 
gewehre und drei Minenwerfer sind in unsere Hand gefallen. 
Die deutschen Flugzeuggeschwader grifsen Zahnanlagen und Truppenlager des 
Feindes auf dem nördlichen Telle der Front an. 
Oestlicher Krlegsschauplaßz. Abgesehen von einigen für uns erfolgreichen 
Datrouillengefechten hat sich nichts von Zedeutung ereignet. 
Zallankriegsschauplaß. Die Lage ist unverändertk. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Die k. u. k. Truppen nahe vor Durazzo. 
Wien, 14. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
Kussischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
—W————W’ : 
#. — 
JS—□# i- 
  
KSa— 
E
        <pb n="38" />
        ·- . F 
———— 23 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Geschützkämpfe an der küstenläandischen 
Front waren gestern an einigen Siellen sehr heftig. Unsere neu gewonnene Stellung 
im Kombongebiete wurde gegen mehrere feindliche Angriffe behauptet. 
Güdösllicher Kriegsschouplatz. Die in Albanien operierenden k. u. k. 
Streitkräfte haben mit Vortruppen den unteren Arzen gewonnen. Der Feind 
wich auf das Südufer zurück. 
Der SEtellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T B.) 
König Ferdinand in Wien. 
Wien, 14. Februar. Der König der Bulgaren ist heute vormittag in Wien 
eingetroffen. Eine große Menschenmenge brachte ihm stürmische Huldigungen dar. 
Die Stadt ist reich beflaggt. Im Gefolge des Königs trafen Ministerpräsident 
ZKadoslawow, Generalisssmus Schekow usw. ein. 
Mittags stattete König Ferdinand dem Kaiser in Schönbrunn einen Besuch ab. 
Auch die Fahrt nach Schönbrunn glich einem Triumphzuge. Im Schloß war der 
Kaiser seinem Gasie aus seinen Gemächern entgegengegangen. Die Begrüßung 
war überaus herzlich. Beide Monarchen küßten einander innig. Sie zogen sich 
sodann in die Gemächer zurück und blieben lange Zeit in intimem Gespräch. Um 
½1 Uhr fand in der kleineren Galerie Frühstückstafel beim Kaiser statt, bei der der 
Kaiser und der Zar herzliche Trinksprüche austauschten. (MNach W. T. B.) 
Die Bulgaren 23 Kilometer vor Valona. 
Athen, 14. Februar. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Bulgaren 
besetzten Fieri, 23 Kilometer vor Valona. (W. T. B.) 
Lebhaftere Kämpfe an der Kaukasusfront. 
Konstkantinopel, 14. Februar. (Meldung des Hauptquartiers.) An der Kaukasus- 
sront nahmen im Zentrum die Vorpostengefechte an Heftigkeit zu und brelteten sich 
in den letzten Tagen an einigen Stellen bis zu den vordersten Teilen der Haupt. 
stellung aus. Feindliche Angriffe wurden durch Gegenangriffe angehalten. Zwei 
russische Flugzeuge wurden durch unser Feuer beschädigt und zum Landen gezwungen. 
Sonst nichts Neues. (W. T. B.) 
Der englische Kreuzer „Arethusa“ gesunken. 
London, 14. Februor. (Amtlich.) Der Kreuzer „Aretkhusa“ stieß an der 
Ostküste auf eine Mine. Man glaubt, daß er ganz versoren ist. Ungefähr zehn 
Leute von der Besahung sind ertrunken. 
S “ J555 ?
        <pb n="39" />
        Alle Unverheirateten in England einberufen. 
London, 14. Jebruar. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Eine königliche 
Verordnung ruft alle AUnverheiraketen unter die Fahnen. (W. T. B.) 
     
  
800 Meter englische Stellung bei Ipern eingenommen. 
Großes Hauptquartier, 15. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplah. Südöstlich von Ipern nahmen unsere Truppen 
nach ausgiebiger Vorbereilung durch Artilleriee= und Minenwerferfeuer etwa 
800 Meter der englischen Stellungen. Ein großer Teil der feindlichen Graben- 
besatzung sfiel, ein Offizier, einige Dutzend Leute wurden gefangengenommen. 
An der Straße Lens — Béthune besetzten wir nach erfolgreicher Sprengung den 
Trichterrand. Der Gegner setzt die Zeschießung von Lens und seiner Vororte fort. 
Südlich der Somme schlossen sich an vergebliche französtsche Handgranatenangriffe 
beftige bis in die Nacht andauernde Artilleriekämpfe an. 
Nordwesilich von Reims blieben französische Gasangriffsversuche wirkungslos. 
In der Champagne erfolgte nach starker Feuervorbereitung ein schwächlicher An- 
griff gegen unsere neue Stellung nordwestlich von Tahure. Er wurde seicht ab- 
gewiesen. 
Oesilich der Maas lebhaftes Feuer gegen unsere Fronk zwischen Flabas und Ornes. 
Ein nächtlicher Gegenangriff der Franzosen ist vor der ihnen entrissenen Stellung 
bei Obersept gescheitert. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Tage isi im allgemeinen unverändert. 
An der Fron! der Armee des Generals Grafen v. Bothmer fanden lebhafte 
Artilleriekampfe statt. — Zei Grobla (am Seret nordwestlich von Tarnopol) schoß 
ein deutscher Kampfflieger ein russisches Flugzeug ab; Führer und Beobachter sund tot. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
     
      
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
         
  
Fliegerbomben auf Mailand. 
Wien, 15. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. In Osigalizien erhöhte Kampftätigkeit feindlicher 
Flieger ohne Erfolg. Nordweslich von Tarnopol wurde ein russisches Flugzeug durch 
cinen deutschen Kampfflieger zum Abffurz gebracht; Insassen sind tot. 
Italienischer Kriegsschauplatz. An der Kärniner Fronk beschoß die feindliche 
Artillerie gestern unsere Stellungen beiderseits des Seisern= und Seebachtales (wesilich 
Raibl). L#m Mitternacht eröffnete sie ein heftiges Feuer gegen die Fronk zwischen 
Fellatal und dem Wischberg. 
Bei Flitsch griffen die Jtaliener abends unsere neue GStellung im Rombon-= 
gebsete an; sie wurden unter großen Verlusien abgewiesen. Die heftigen Ge- 
schützkämpfe an der küstenländischen Fronk dauern sort. Gestern früh belegte 
  
      
    
    
          
      
    
   
    
  
    
——— DC# — krs — 
.." 
  
1211
        <pb n="40" />
        eines unftrer Flugzeuggeschwader, bestehend aus elf Flugzeugen, den Bahnhof 
und Fabrikanlagen in Malland mit Bomben. Mächtige Rauchentwicklung wurde 
beobachtet. Inbehindert durch Geschützfener und Abwehrflugzeuge des Feindes 
bewirkten die Beobachtungsoffiziere planmäßig den Bombenabwurf. Der TLusft- 
kampf wurde durchweg zu unseren Gunsten entschieden. Die feindlichen Flieger 
rdumien dos Feld. Außerdem belegten mehrere Flugzeuge eine Fabrik von Schio 
mit sichtlichem Erfolge mit Bomben. Alle Flugzeuge kehrten wohlbehalten zurück. 
Güdöfstlicher Kriegs schauplatz. Nichts Neues. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Felbmarschalleutnant. (W. T. B.) 
  
  
  
Mailand, 14. Februar. (Oeuter-Meldung). Heute früh gegen 9 Uhr erschienen 
einige Flugzeuge über der Stadt, sie wurden aus Abwehrkanonen heftig beschossen und 
von itallenischen Fliegergeschwadern angegriffen. Die seindlichen Flugzeuge verschwanden, 
nachdem sie elnige Zomben abgeworfen hatten. Der Sachschaden ist unbedeutend. 
Von der bürgerlichen Zevölkerung wurden sechs Dersonen getötet und einige verwundet. 
(W. T B.) 
r*— 
d 
Französische Opfer ihrer Landsleute. 
Berlin, 15. Februar. Auch im Monat Januar ist die Einwohnerschaft der 
von uns besetzten belgischen und französischen Gebiete durch das Feuer ihrer eigenen 
LCandsleute und der Engländer wieder schwer getroffen worden. Eine sorgfältige 
Zusammenstellung dieser Verluste ergibt folgende Ziffern: tot sind 10 Männer, 
13 Frauen und 12 Kinder; verwundet 28 Männer, 43 Frauen und 27 Kinder. 
Insgesamt sind während des vergangenen Monats lm besetzten Gebieie also 133 Der- 
sonen von ihren Landsleuten oder den Engländern getötet oder verwundet worden. 
(W. T. B.) 
Ein französischer Armeebefehl. 
Berlin, 15. Februar. Ein Abdruck folgenden französischen Zefehls wurde bei 
den Kämpfen südlich der Somme erbeutet, es kann also nicht daran gezweifelt werden, 
daß er tatsächlich erlassen wurde. 
VI. Armee-Generalstab 2. Zureau. Armeehauptquartier 2. Juni 1018. 
Allgemeiner Zefehl Nr. 153. Abschriff. Mit Entrüstung hat der Armeeführer 
ersahren, daß an einem Punkte der Front Unterhaltungen und manchmal sogar 
Austausch von Händedrücken mit Deutschen siattgefunden haben. Es fragt 
sich, ob es überhaupt möglich ist, daß ein Franzose so tief sinkt, um einen 
von diesen Zanditen die Hand zu drücken, die überall Brand und Zerstörung 
verbreiten, die Frauen, Kinder und Greise morden, die verräterischerweise unsere 
Gefangenen töten, indem sie ihnen ins Kreuz schlagen, die unsere Berwundeten 
zu Tode quadlen. Der Armeeführer befiehlt deshalb: 1. Jeder, der sich in eine 
Anterhaltung mit Deutschen einläßt, kommt vor ein Kriegsgericht, weil er 
  
1212
        <pb n="41" />
        Verbindungen mit dem Feinde angeknüpft hat. 2. Jeder Unteroffizier oder Korporal, 
der aus Mangel an Achtsamkeit innerhalb seines Befehlsbereichs solche pflicht. 
widrigen Handlungen geduldet hat, isi zu degradieren. 3. Jeder Offizier, der 
aus Mangel an Aufsscht zuläßt, daß sich seine Untergebenen bis zu solch scham- 
losen Handlungen erniedrigen, hat die allerschwersten Strasen zu gewärtigen. 
AInterschrift: General Duboie. 
Für die Fichtigkeit der Abschrifk: Der Chef des Generalstabes gez. Brequard 
3. hieche C. A. E. M. 2. Bureau Nr. 2537. 
General Dubois erniedrigt sich mit diesem Zefehl zu der Tonart der öbelsten 
Dariser Hehblätter. Mehr kann man dieser Berunglimpfung der deutschen Soldaten 
nicht hinzusügen, man kann sse nur veröffentlichen, um den hohen französtschen Offlzler 
an den Pranger zu siellen. (W. T. B.) 
Ein Fort von Erzerum durch die RKussen besetzt. 
Detersburg, 15. Februar. Amtlicher Bericht vom 14. Februar. Nach einer 
vorgestern in einem Fort der Festung Erzerum durch unsere Arkillerie hervorgerufenen 
Explosion besetzten wir das Fort. Bel der Verfolgung der Türken machten wir von 
neuem zahlreiche Gefangene, erbeuteten 6 Geschütze und eine große Menge Munition. 
(W. T. B.) 
Der Untergang des Kreuzers „Amiral Charner“. 
Daris, 15. Februar. (Havas-Meldung.) Der Verlust des Kreuzers „Amiral 
Charner“ bestätigt sich. Man entdeckte in der Nähe der syrischen Küste ein Floß 
mit 15 Matrosen, von denen nur noch einer lebte. Dieser erzählte, daß die Torpe- 
dierung am 3. Februar um 7 Uhr vormittags stattsand und daß der Kreuzer in 
wenigen Minuten sank, ohne seine Boote aussetzen zu können. (W. T. B.) 
Vergebliche englische und französische Gegenangriffe. 
Großes Hauptgquartier, 16. Februar. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Die Engländer griffen gesiern abend dreimal 
vergebens die von uns eroberte Stellung südöstlich von Ipern an. Ihr Gefangenen- 
verlust beträgt im ganzen rund 100 Mann. 
In der Champagne wiederholten die Franzosen den Versuch, ihre Stellungen 
nordwestlich von Tahure zurückzugewinnen, mit dem gleichen Mißerfolge wie am 
vorhergehenden Tage. 
Allgemein beeinträchtigte siürmisches Kegenwetter die Kampftätigkeit. 
Oestlicher Kriegsschauplah. Bei Schneetreiben auf der ganzen Front hat 
sich nichts von Zedeutung ereignet. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. 
— J#3 
E—————2##2— 
— — 
JS—
        <pb n="42" />
        Artilleriekämpfe an der italienischen Front. 
Wien, 16. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Artilleriekämpfe an der küstenländischen 
und dem anschließenden Teil der Kärntner Front dauern fort. Im Abschnitte von 
Doberdo kam es auch zu Minenwerfer= und Handgranatenkämpfen. Am Javorcek 
wurde eine italienische Feldwache zum achtenmal ausgehoben. Das Vorfeld unserer 
neuen Stellung im Rombongebiet ist mit Feindesleichen bedeckt. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Die schweren Kämpfe im Kaukasus. 
Konstantinopel, 16. Februar. Amtlicher Kriegsbericht. An der Kaukasusfront 
verlor der Feind bei den heftigen Stellungskämpfen, die trot des kalten Wetters und 
des Schnees in den letzten drei Tagen stattfanden, 5000 Tote und 60 Mann an 
Gefangenen. (W. T. B.) 
Neun Forts von Erzerum von den Russen genommen. 
Detersburg, 16. Februar. Amtlicher Kriegsbericht vom 15. Februar. Bei 
unserer Offensive in der Gegend von Erzerum nahmen wir nach Artillerievorbereitung 
noch ein Fort der Festung im Sturm. Wir erbeuteten 20 Geschütze, Munition und 
machten Gefangene. 
Amtlicher russischer Bericht vom 16. Februar. Kaukasus. Außer den beiden kürzlich 
besetzten Forts von Erzerum eroberten am Abend des 15. Februar unsere tapferen 
Truppen noch 7 Forts. In unseren Händen befinden sich die Forts: Karaginbek, 
Tafta, Tschobandele, Tasanghez, zunakhmen-Karakohl, Azunackhmen Nr. 1, Kaburga, 
Ortaink, Ortaink. Flliavessi. (W. T. B.) 
Eine englisch-französisch-russische Erklärung über Belgien. 
Daris, 16. Februar (Havas-Meldung). Die diplomatischen Zertreier Frankreichs, Englands 
und Rußlands beim König der Belgier haben dem belgischen Minister des Aeußeren am 13. Februar 
in Sainte Adresse gemeinsam eine Erklärung überreicht, in der es heißt: Die verbündelen 
Garantiemächte erklären, daß die belgische KRegierung im gegebenen Augenblick zur Teilnahme 
an den Friedensverhandlungen aufgefordert werden wird. Sie werden die Feindseligkeiten nicht 
beendigen, ohne daß Belgien in seiner politischen und wirtschaftlichen ##nabhängigkeit wieder- 
hergestellt und für die erlittenen Verluste reichlich entschädigt wird. Sie werden Belgien ihre 
Hilfe leihen, um seine kommerzielle und finanzlelle Wiedergeburt zu sichern. 
Baron Beygens dankte und sagte u. a.: „Belgien wird aus seinen RKuinen wieder auf, 
erstehen und in vollskändiger politischer und wirtschafllicher #Unabhängigkeit wiederhergestellt 
werden. Ich bin sicher, ihr Dolmetisch zu sein, wenn ich Ihnen sage, daß Sie volles Der- 
trauen zu uns haben müssen, wie wir volles Zertrauen zu unseren loyalen Garanten haben. 
Denn wir sind alle entschlossen, energisch mit ihnen bis zum Triumph des Fechts zu kämpfen.“
        <pb n="43" />
        W —————— 
   
  
  
     
      
     
     
     
   
   
    
   
    
   
      
    
   
     
    
   
   
  
    
  
  
      
      
        
    
Der italienische Gesandte kündigie denn Baron Beyens seinerseits an, daß Italien, obwohl es 
nicht zu den Garantiemächten der Anabhängigkeit und Neutralitt Belgiens gehöre, kund tue, 
daß es nichts dagegen habe, daß die oben genannte Erklärung von den Allü###ten abgegeben 
  
  
     
      
   
        
   
  
wurde. Die sapanische Reglerung gab eine gleichlautende Erklärung ab. (W. T. B.) 
——. s—m—m?] ri 5*%.. 5o .—— 
—— SIte —: —— ol . 2 7/27 * — — 
   
F . 
% 0 4%%½ 7 — * 
— S 
  
   
   
   
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
—2 I 
« www-»He- 1 *44 404 
- n 22: W 7 
1 * - lt, A— – + 
i — W EN 
ii % *r1 i 4- . i 
vn 4% 4½% n — 9 !V tem 53 
rw · - , S *)//1— 
1% — — 7)) 5. 
Ar#i 55 —’rar 6½ n|#.— 
—— r / 
— 9 2. r 5½2 
— — *. 5D m7 
  
  
     
  
    
  
   
  
    
    
   
  
  
  
*. 
— 
( 4% r-tie u ä 
  
# 70! * i 7. —- 
M « 
- 
L *75z –% % 7% %%7% 
  
   
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
—t 
. J7 2 
  
  
  
  
  
    
        
ra ’ 35388 
— 5%% % 
E uiff — 5% 42 **r 
: I ,, 
* l 2 Z — * 4 
Garstslt- — * mle ct. 7. rs 
O- - 
XVI-Zwar- K.Sn 4% 
J“ 
s ar 52 7% # "F“ 0t 
/ik77„„%4 ritanto * 
+ 11 
— 
10 
½ E ½ 2n — 
“’- 
    
    
  
   
   
  
  
  
  
1 
mw5 6 “ 7° 
  
  
     
     
   
       
    
   
     
   
       
  
  
“ 7 "1 
% ——— —ilr 9 # 
— #“ * 
LNXN. (# #*%. #A ren W.- *% 3 . 
S* „ * „ — 1te 
55 ( N .i * i* 2 
E— -. 57 **snr * 2 
“ * * 4%5%4% ##t * Wiei * 
4 — 42 u— 3 SBitlisc ½. « L 5 . 0 K WG“n“ (½n# 
6% ini li L 
. 4 * mlu“t“7 7 3 T · 
  
4-— 1 . —’½ N 
## * 27-7 iarheklr. V *723 v 1n rn½# 
— 4 !s ——————.. 
   
  
  
  
  
Fliegerangriff auf Dünaburg. 
Großes Hauptquartier, 17. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von besonderer Zedeutung. 
Bei den Aufräumungsarbeiten in der neuen Stellung bei Obersept wurden noch 
acht französische Minenwerfer gefunden. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf dem näördlichen Teile der Front lobhafte 
Artillerietätigkeit. 
Unsere Flieger griffen Dünaburg und die Zahnanlagen von Wilefka an. 
Balkankriegsschauplat. Die Tage isi unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Zussische Angriffe am Korminbach abgewiesen. 
Wien, 17. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Nächtliche Fliegerangriffe gegen unsere Front 
an der Strypa verliefen ergebnislos. Am Korminbach südlich von Beressiany 
wurden Angriffe russsscher Abteilungen leicht abgewiesen.
        <pb n="44" />
        — SM— — s 
— ##. « 
HEPÆIÆEHMWÆ 
Lacki- 
Italienischer Kriegsschauplatz. Das italienische Geschützfeuer war gestern 
vornehmlich gegen Ortschaften im Canaletal, im Rombongebiet und die Brücken- 
köpfe von Tolmein und Göcz gerichtet. Ein feindlicher Angriffsversuch gegen den 
Monte San Michele wurde abgewiesen. 
Bel Hola holten die Abwehrbatterien des adußeren Kriegshafenviertels ein ita- 
lienisches Flugzgeug herab; Dilot und Zeobachter wurden gefangengenommen. 
Südöstlicher Kriegsschauplab. Nichts Neues. 
Der Stellvertrefer des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Einnahme von Erzerum durch die Russen. 
London, 17. Februor. Das Reuitersche Bureau meldet aus DPetersburg 
vom 16. Februar: Erzerum ist eingenommen. (W. T. B.) 
Besetzung der VJardarbrücken durch die Franzosen. 
Saloniki, 17. Februar (Havas. Meldung). Die Franzosen haben sämiliche 
VBardarbrücken besetzt. Die Grlechen besetzten das Flußufer von Toptschin bis zur 
Mündung. (W. T. B.) 
Die Engländer bei Ipern blutig abgewiesen. 
Großes Hauptquartier, 18. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Die Engländer haben nochmals versucht, ihre 
Stellungen südöstlich von Ipern zurückzugewinnen. Sie wurden blutig abgewiesen. 
Nordwestlich von Lens und nördlich von Arras haben unsere Truppen mit Erfolg 
Minen gesprengt. 
Eine kleine deutsche Abteilung brachte von einer nächtlichen Unternehmung gegen 
die englische Stellung bei Fonquevillers (nördlich von Albert) einige Gefangene und 
ein Maschinengewehr eln. 
Hart südlich der Somme brach ein Angriff frisch eingesetzter französischer Truppen 
in unserem Feuer zusammen. 
Auf der übrigen Front zeitweise lebhaftere Artilleriekämpfe; keine besonderen 
Ereignisse. 
JNächtliche feindliche Fliegerangriffse in Flandern wurden von unseren Fliegern 
sofort mit Bombenabwurf auf Poperinghe beantwortet. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. 
Balkankriegsschauplatz. Feindliche Flieger griffen den Zahnhof Hudova 
(im Vardartal südwestlich von Strumica) an. 
Oberste Heeresleitung.
        <pb n="45" />
        6 . J——— ————3 
3 
--,. 
J Kavaja südlich Durazzo besetzt. 
8 Wien, 18. Februar. Amilich wird verlautbart: 
" RKussischer Kriegsschauplatz. Außer den gewohnten Artilleriekämpfen keine 
Ereignisse. 
— Italienischer Kriegsschauplatz. Die Artillerietätigkeit war gestern im allgemeinen 
* schwächer als in den letzten Tagen. Der Ort Malborgeih stand wieder unter feind— 
*8 lichem Feuer. Eine Säuberung des Vorfeldes im Kombongebiet brachte 37 Ge- 
* fangene und 1 Maschinengewehr ein. Ein Angriff mehrerer italienischer Kompag- 
- nien wurde abgewiesen. Bei Oslavia wurden seit den letzten Kämpfen 7 Maschinen- 
—0 gewehre, 2 Minenwerfer und 1200 Gewehre eingebracht. 
* 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Eine unter unserer Führung stehende, 
durch ssterreichisch-ungarische Truppen verstärkte Albanertruppe hat Kavajoa besetzt. 
Die dortige Besatzung, Gendarmen Essad-DHaschas, konnie sich der Gefangennahme 
nur durch Flucht zu Schiff entziehen. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Ereignisse zur See. Am Morgen des 16. Februar torpedierte elnes unserer 
Anterseeboote vor Durazzo einen französischen Dampfer, der dann auf eine Untiefe 
auflief. 
   
       
      
    
        
         
        
      
        
      
        
      
        
      
      
** 
Flottenkommando. (W. T. Z.) 
Englische Miederlage in Oskafrika. 
London, 18. Februar. Das Kriegsamt hat aus Ostafrika ein Telegramm 
erhalten, daß eine Erkundungsabteilung am 12. Februar, die zur Aufklärung der 
feindlichen Stellung gegen den Salitahügel ausgeschickt worden war, den Hügel vom 
Feinde stark besetzt fand. Starke deutsche Reserven waren in der Nachbarschaft. 
Die englischen Truppen verloren 172 Mann an Toten, von denen 139 der zweiten 
sũdafrikanischen Brigade angehören. Ein Schienenstrang ist bis auf zweieinhalb 
Meilen an den Salitahüges herangeführt worden. (W. T. B.) 
Die Besatzung von Kamerun auf Fernando Po. 
London, 18. Februar. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Das Dresse- 
bureau teilt mit: Der Generalgouverneur von Fernando Do ersuchte den Befehle, 
haber von Kamerun, General Dobell, für den füheren Gouverneur von Kamerun, 
Ebermaier, ein Telegramm nach Berlin senden zu lassen mit der Mitteilung, daß 
Munitionsmangel ihn gezwungen habe, zusammen mit all seinen Truppen und dem 
Stab spanisches Gebiet zu betreten. Spanien beabsichtigt die Truppen nach Fer- 
nando Ho zu befördern. Die Verhandlungen über die GEinzelheiken hinsichtlich ihrer 
Internierung sind im Gange. (W. T. B.)
        <pb n="46" />
        X 
SJS——— 
  
Französischer Flugzeugangriff auf Strumica. 
  
           
  
  
   
  
  
–2 Nune Condon,, 17.Februar. 
15 WMe — · 
miinsN * ** Das Reutersche Bureau 
NJ44 
Grtrte 
- .-. 
»»-» RIJOIJEZFFW meldet aus Saloniki: Am 
r— #- A “ rx * 
« «DVT-s»-s«- Mittwoch griffen 13 fran- 
Sogumi! . 
Momongn x 8 ⁊ ,2 
. X? J» » ZAZXCTJIKUZZGXHH zösische Flugzeuge den Ort 
     
achorooent“ —— * 4½ . %, O « - 
50 –w s Fiimies Strumica und die dort 
— b 7 J%O “S. *# u. * 28 · 
»«.:-«;a-:t-«-« un .s befindlichen Feldlager an. 
    
    
6 Pr. ePß.3 ¾ .- ---«-· 
inits r rnb 2 5 Sie warfen 158 Bomben 
77 
Eren„ # S ab, die mehrere Brände 
J u—— — . verursachten. Die Fügzeuge 
7 %% 4%%% „ ee,G —.seri ue7 wurden beschossen, kehrten 
— “7 * rbnoot ießr·2 „.aber unversehrt zurück. Das 
— — - erste griechische Kavallerie- 
regiment unter dem Befehl 
des Prinzen Andreas von 
*Griechenland ist am Mitt- 
woch von Saloniki nach 
Athen abgegangen. 
(W. T. B.) 
  
   
  
* 
. 
0 %%c#%%m 
roro o 5%2 
   
  
r — 6 n 
„! 
K# 
* 
* 1 iiee * 6# 
—. VJoôdene 
!½ ar 
*.l 1.Mrn lv o GL. 
+ J * e - 5'½e 
„ 2 - - 
. — —————22 &amp;AONIE 
Englische Niederlage am Tigris. 
Konstantinopel, 18. Februar. Das Hauptauartier meldet: An der Irakfront 
bei Kut el Amara Artillerie= und Infanteriefeuer. Im Abschnitt von Felahie wurden 
feindliche Kräfte, die auf dem rechten Afer des Tigris vorstoßen wollten, nach einem 
dreistündigen Kampf gezwungen, zu weichen und bis in die zweite TLinie ihrer Ver- 
schanzungen verfolgt. Nach einem Kampfe mit einer feindlichen Eskadron floh diese 
unter Hinterlassung von mehr als 30 Toten. In Dersien sädwestlich von Haradan 
wurden die Kussen, die Khengaver anzugreifen versuchten, nach einem Gegenangriff 
unserer aus persischen Freiwilligen bestehenden Abteilungen versagt. Sie erlitten be- 
trächtliche Verluste. An der Kaukasusfront nichts von Zedeutung. An den Dar- 
danellen schossen ein feindlicher Kreuzer und Torpedoboote in der Höhe der Meer- 
engen am 15. und am 16. Februar einige Granaten ab und zogen sich dann auf 
die Erwiderung unserer Batterien hin zurück. Drei feindliche Flugzeuge, die die 
Meerenge überflogen, wurden durch unser Feuer vertrieben. (W. T. B.) 
– 
  
  
  
Gescheiterter englischer Angriff bei Ipern. 
Großes Hauptauartier, 19. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplah. Auch gestern brachten unsere Truppen einen 
durch starkes Feuer vorbereiteten englischen Angriff südösklich von Ipern zum Scheitern. 
Im Abschnitt nördlich und nordöstlich von Arras Minen= und Handgranaten. 
kämpfe. Wir besetzten einen von uns gesprengten Trichter.
        <pb n="47" />
        rn 
r 
— 
     
S———0. 
  
  
Auf der Front zwischen der Aisne und der Maas lag siellenweise stärkeres feind- 
liches Artillerie, und Minenfeuer. 
Durch eine größere Sprengung zerstörten wir einen Teil der französsschen 
Stellung auf der Combreshöhe. 
Nordösklich von Largitzen (nahe der französischen Grenze südwestlich von Altkirch) 
stießen deutsche Abteilungen in die feindliche Stellung vor, zerstörten Zerteidigungs- 
anlagen und Hindernisse des Gegners und kehrten mit einigen Gefangenen und zwei 
erbeuteten Minenwerfern zurück. 
Unsere Flieger griffen den Flugplatz Abeele (südwesilich von Hoperinghe) sowie 
feindliche Bahnanlagen erfolgreich an. 
Oestlicher und Zalkankriegsschauplaßz. Keine Ereignisse von besonderer 
Bedeutung. Oberste Heeresleitung. (W. T. Z.) 
Mißglückter Fllegerangriff auf Laibach. 
Wien, 19. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Besonderes vorgefallen. 
Italienischer Kriegsschauplatz. An der Tiroler Front beschoß die seindliche 
Artillerie die Ortschaft Fontanedo in den Judikarien und den Raum des Col di 
Lana. Im Suganagebiete wurde ein Angriff der Jtaliener auf den Collo (nord- 
wesslich von Zorgo) abgewiesen. Im Kärntner Grenzgebiete stand der Ort IUggowitz 
im Küstenlande der Mrzli Brh und der Monte San Michele unter lebhafterem 
Feuer. Die gestrige Unternehmung eines italienischen Flugzeuggeschwaders gegen 
Laibach hatte einen kläglichen Verlauf. Die Mehrzahl der Flugzeuge wurde schon 
an der Kampffront zur Imkehr gezwungen; drei erreichten Laibach und warfen in 
die Nähe eines dortigen Spitals und auf mehrere Ortschaften der Umgebung ohne 
jeden Erfolg Zomben ab. Bei der Rückkehr griffen unsere Flieger die feindlichen 
an und holten ein Caproni-Großkampfflugzeug herunter. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Die britischen Schiffsverluste beim Gefecht auf der Doggerbank. 
Berlin, 19. Februar. Amilich wird mitgeteilt: 
Die britische Admiralität hai durch das Reuter-Bureau in einer Veröffentlichung 
vom 18. Februar den Verlust eines zweiten Kriegsschiffes bei dem Gefecht in der 
Nacht vom 10. zum 11. Februar auf der Doggerbank in Abrede gestelli, indem sie 
die deutschen Berichte als unwahr bezeichnet. Gegenüber dieser amtlichen Auslassung 
wird festgestellt, daß die Bernichtung eines zweiten Schiffes außer „Arabis“ auf 
Grund einwandfreier Beobachtungen der deutschen Seestreitkräfte erwiesen ist. Die 
amtliche Beröffentlichung vom 12. Februar über den Berlust des zweiten Schiffes 
besteht daher nach wie vor zu Recht. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
  
  
  
  
V 
2 
.- 
« - 
—— „—„.-—
        <pb n="48" />
        · EI*—— 
r—— 
   
  
London, 18. Februar. (Meldung des Reuterschen Zureaus.) Die Admiralität 
veröffentlicht folgendes: Da in deutschen Blättern noch immer der unwahre Bericht 
vorkommt und von den Korrespondenten in Deutschland nach den neutralen Ländern 
weitergegeben wird, daß in der Nacht zum 10. Februar zwei Kriegsschiffe oder Minen. 
schiffe bei der Doggerbank versenkt worden seien, erklärt die Admiralität nochmals, 
daß von vier Minensuchern einer, nämlich die „Arabis“ vermutlich vom Feinde versenkt 
worden ist, die anderen unbeschädigt nach dem Hafen zurückgelehrt sind. (W. T. B.) 
  
        
    
       
Neue Gewaltakte der Entente gegen Griechenland. 
Athen, 19. Februar. (Reuter-Meldung.) Amtlich wird mitgeteilt, daß eine 
Abteilung der Alliierten die kleine Insel Othonoi bei Korfu besetzt hat. Die Allü#erten 
haben die feindlichen Konsuln auf der Insel Chios verhaftet. (W. T. B.) 
         
    
  
Mora nach anderthalbsährigem Ansturm gefallen. 
London, 19. Februar. NReuter meldet amtlich: Die deutsche Garnison in 
Mora in Nordkamerun hat sich ergeben. Damit ist die Eroberung der Kolonie vollendet. 
Notlz: Am 27. Augufk 1914 hatten englische Truppen dle in Mora slehende 3. Kompagnie 
unter dem Hauptmann v. Raben angegriffen, waren sedoch unter schweren Verlusten zurück- 
geschlagen. Die Kompagnie hatie sich darauf in eine Bergstellung in der Nähe von Mora 
zurückgezogen, in der sse von englischen und französischen Truppen eingeschlossen wurde. Ein 
im Dezember 1914 von Garua aus unternommener Versuch, den Hauptmann v. Raben zu 
entsetzen, mißfang. Andererseits scheiterten auch die vielen feindlichen DZersuche, die Skellung 
zu erstürmen, an der Wachsamkeit und dem Heldenmute der Zesatzung. Anfang Seplember 
unternahm dilese elnen glücklichen Aussall, wie Kundschafter berichtet haben; ln dem Kampsfe 
sollen der englische Befehlshaber und mehrere seiner Offiziere gefallen sein. 
Die letzten Nachrichten aus Mora irasen m Oktober 1915 in Jaunde ein. Sie zeugten 
von dem vortrefflichen Geisie, der dle Besatzung, Europäer wie Farbige, beseelte. Dle Nachricht 
von dem Fall von Garua, die kurz zuvor nach Mora gelangt war, hatte nicht vermocht, den 
Mut der Verteldiger zu erschütiern; sie hatte nur den einmütlgen Willen bestärkt, auszuharren 
bis zum Aeußersten. Doch ging aus den Berichten auch hervor, daß Mangel an Miumition 
drohte und daß dle TLebensmstiel, obwohl sie durch elnen glücklichen Ausfall der Zesatzung um 
27 Rinder und Korn ergänzt waren, nur noch für einige Monate reichten. Das unentbehrliche Chlnin 
und andere wichtige Medikamente waren fast verbraucht. Der Gesundheitszuskand der Besatzung 
hatte sich verschlechtert; insolge der einsörmigen Kost wütele unter den Eingeborenen der Skorbut. 
Noch westere sechs Monate hat die heldenmütige Zesatzung dann in dem ungleschen Kampfe 
ausgehalten. Zu den mannigsachen Nten wird setzt in der helßen Zeit noch der Wassermangel 
getreten seimn. Da sind den kraftlosen Händen die Waffen entglitten; die deutsche Flagge, die 
so lange über dem trohigen Moraberge flatterte, sank vom Maslke. Mangel an Miunitson, 
Lebensmitteln und Wasser haben vermocht, was der Lebermacht der Feinde in anderthalb- 
jährigem Anfkurm nicht gelungen. (W. T. B.) 
     
      
          
    
        
      
    
    
    
    
        
      
    
        
        
    
     
Eine englische Stellung am Oserkanal gestürmt. 
Großes Hauptquartier, 20. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Am Hserkanal nördlich von IUpern wurde die 
englische Stellung in etwa 350 Meter Frontbreite gestürmt. Alle Versuche des
        <pb n="49" />
        Feindes, in nächtlichen Handgranatenangriffen seine Gräben zurückzugewinnen, 
scheiterten. 30 Gefangene blieben in unserer Hand. 
Südlich von Loos enispannen sich lebhafte Kämpfe; der Feind drang bis an 
den Rand eines unserer Sprengtrichter vor. 
Südlich von Hebuterne (nördlich von Albert) nahmen wir bei einem erfolgreichen 
kleinen Nachtgefechte einige Engländer gefangen. 
Auf der übrigen Front keine besonderen Ereignisse. 
Im Tuftikampfe östlich von Derronne wurde ein mit zwel Maschinengewehren aus- 
gerüsieter englischer Doppeldecker abgeschossen; die Insassen sind tot. — Unsere Flieger 
belegten zahlreiche Orte hinter der feindlichen Nordfront sowie Lunéville mit Zomben. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Zei Sawitsche (an der Beresina östlich von 
Wischnew) brach ein russischer Angriff in unserem Feuer zwischen den belderseitigen 
Linien zusammen. 
Logischin und die Bahnanlagen von Tarnopol wurden von deutschen Fliegern 
angegrisffen. 
Balfankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Obersie Heeresleitung. (W. T B.) 
Durazzo im Halbkreis eingeschlossen. 
Wien, 20. Februar. Amitlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplatz. In den Judicarien steht unser Werk Carriola 
(bei Lardaro) unter schwerem Mörserfeuer. An der Isonzofront dauern die Geschüß. 
kämpfe fort. 
Südösillcher Kriegsschauplaß. Von Bazar Sjak wurde eine italienische 
Vorstellung genommen. Weiter südlich haben sich unsere Truppen nahe an die 
feindlichen Linien südöstsich von Durazzo herangeschoben. — An unserer Seite 
kämpfende Albaniertruppen haben Berat, Lsusna, und Dekinj besetzt. In diesen 
Orten wurden 200 Gendarmen Essad Daschas gefangen. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Flugplatz und Truppenlager von Jurnes bombardiert. 
Berlin, 20. Jebruar. Marineflugzeuge belegten am 20. Februar Flugplat 
und Truppenlager von Furnes südöstlich von La Hanne ausgiebig mit Bomben. 
Die Flugzeuge sind unversehrt zurückgekehrt. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Feindliche Kriegsschiffe vor den Dardanellen beschossen. 
Konstantinopel, 20. Februar. Das Hauptaquartier teilt mit: An den Darda= 
nellen wurden am 18. Februar zwei feindliche Kriegsschiffe, die Sed, ül.Bahr und
        <pb n="50" />
        Teke Zurun beschossen, von mehreren Granaten unserer Batterien getroffen und 
mußten sich entfernen. Am 190. Februar zwangen gleichfalls unsere Batterien 
einen feindlichen Monikor, der die Höhe von Sed, ül-Bahr beschoß, dem Feuer 
zu weichen. Am 17. Februar bombardierte einer unserer Flieger ein bei Mudroe 
ankerndes Transportschiff, in dessen Vorderteil ein Zrand hervorgerufen wurde. 
Sonst nichts von Bedeutung. (W. T. B.) 
Englischer Gegenangriff am Iserkanal abgewiesen. 
Großes Hauptauartier, 21. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Upern wurde ein englischer 
Handgranatenangriff gegen unsere neue Stellung am Kanal abgewiesen. Stüdlich 
von Loos mußte sich der Feind von unserer Trichterstellung wieder zurückziehen; an 
der Straße Lens— Arras griff er vergeblich an. 
Unsere Flugzeuggeschwader griffen mit vielfach beobachtetem guten Erfolge rück- 
wärtige feindliche Anlagen, unter anderem in Furnes, Doperinghe, Amiens und 
Lunéville an. 
Oestlicher Kriegsschauplat. Bor Dünaburg scheiterten russische Angriffe. 
Kleinere feindliche Vorstöße wurden auch an anderen Stellen der Front zurückgeschlagen. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Die Einschließung Durazzos vollendet. 
Wien, 21. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Oesterreichisch-ungarische Abteilungen warfen 
gestern abend den Feind südöstlich von Kozlow, an der Strhpa, aus einer vor- 
geschobenen Stellung. 
Beiderseits erhöhte Fliegertätigkeit. 
Jtalienischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Albanische Abteilungen gewannen, von 
österreichisch-ungarischen Offizieren geführt, westlich von Kavaja die Adriaküste. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Neuer Fliegerangriff auf die englische Küste. 
Berlin, 21. Februar. Am 20. Februar mittags griffen Marineflugzeuge 
die englische Küste an. Es wurden Fabrikanlagen in Deal, Bahn= und 
Hafenanlagen sowie ein Gasometer in Lowestoft ausgiebig und milt gutem Erfolge 
mit Bomben belegt. Der Hauptbahnhof und Hafenanlagen in Lowestosft wurden 
mehrfach getroffen, der Gasometer brach unter der Wirkung einer Bombe zu- 
sommen. Ferner wurden in den Downs zwei Tankdampfer beworfen.
        <pb n="51" />
        Trotz Beschießung und Verfolgung durch feindliche Flieger sind unsere Flug- 
zeuge sämtlich wohlbehalten zurückgekehrt. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. 
London, 20. Februar. (Amtliche Meldung.) Zwei deutsche Doppeldecker 
griffen heute morgen Lowestkoff an. Sie warfen 17 Zomben aus großer Höhe ab, 
worauf sie verschwanden. Personen wurden nicht getroffen; die Nebengebäaude 
eines Resfaurants und zwei Wohnhäuser wurden beschädigt, zwei Marine-Wasser- 
siugzeuge stiegen auf und verfolgten die Angreifer, sedoch ohne Erfolg. 
Ein deutsches Wasserflugzeug warf Zomben in der Nachbarschaft von Kentish. 
knock, Feuerschiff ab, ein anderes warf sechs Zomben auf Walmer. Zwei Bomben 
zersförten Hausdächer, eine andere fiel dicht neben der Kirche nieder, wodurch die 
Fensterscheiben zersprangen, als die Gemeinde gerade das Tedeum sang. Eine 
weitere fiel in der Nähe des Strandes nieder und tötete einen Zivilisten und eine 
Marineperson. Insgesamt wurden zwei Männer und ein Knabe getötet und eine 
Marineperson verwundet. Zweli britische Flugzeuge stiegen in Dover auf und ver- 
folgten die Flugzeuge, ohne sie einzuholen. (W. T. Z.) 
Heftiger Artilleriekampf auf der ganzen Wesifront. — Französische 
Stellung bei Souchez gestürmt. — Starker Geschützkampf nördlich Berdun. — 
Ein deutsches Luftschiff verloren. 
Großes Hauptquartier, 22. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Das nach vielen unsichtigen Tagen gestern 
aufklarende Wetter führte zu lebhafter Artillerietätigkeit an vielen Stellen der 
Front; so zwischen dem Kanal von La Bassêée und Arras, wo wir östlich von 
Souchez im Anschluß an unser wirkungsvolles Feuer den Franzosen 300 Meter 
ihrer Stellung im Sturm entrissen und 7 Offiziere, 319 Mann gefangen ein- 
brachten. 
Auch zwischen der Somme und der Oise, an der Aienefront und an 
mehreren Stellen der Champagne sieigerle sich die Kampflätigkeit zu größerer 
Heftigkeit. Nordwestlich von Tahure scheiterte ein französischer Handgranaten- 
angriff. 
Endlich setzten auf den Höhen zu beiden Seiten der Maas oberhalb von 
Dun Artilleriekämpfe ein, die an mehreren Stellen zu beträchtlicher Stärke an- 
schwollen und auch während der letzien Nacht nicht verstummten. 
Zwischen den von beiden Seiten aufgestiegenen Fliegern kam es zu zahlreichen 
Luftgefechten, besonders hinter der feindlichen Front. 
Ein deutsches Luftschiff ist heute nacht bei Revigny dem feindlichen Feuer zum 
Opfer gefallen. 
Oestlicher und Baskankriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen 
unverändert. 
Obersie Heeresleitung. (W. T. B.) 
S—# 
2 
wua
        <pb n="52" />
        Der französische Bericht über die Zerstörung eines „Zeppelin“. 
Paris, 22. Februar. Die Agente Havas meldet aus Bar le Dut: Der 
gestern abend gegen 8 Uhr heruntergeschossene „Zeppelin“ schwebte mit abgelöschten 
TLichtern in einer Höhe von 1800 bis 2000 Meter und kämpfte gegen den Wind. 
Sobald er sich in Schußweite befand, begann die Zeschießung. Eine Brandgranate 
durchbohrte das Luftschiff und blieb an der Seite stecken. Das Feuer verbreitete 
sich entlang des ganzen Luftschiffes, dessen Imrisse sich hell abzeichneten. Das Tuft, 
schiff brannte ohne hörbare Explosion, und sank sodann langsam, beleuchtet von den 
Stücken der brennenden Hülle, die nacheinander sich abtrennten. Als der „Zeppelin“ 
den Zoden erreichte, ekplodierten die von ihm mitgeführten Bomben. Die herbei- 
geeilte Menge fand nur noch formlose Trümmer. (W. T. B.) 
K. u. k. Flieger über dem Gardasee und der Lombardei. 
Wien, 22. Februar. Amitlich wird verlautbart: 
RKussischer und Südöstlicher Kriegsschauplah. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplatz. An der Isonzofront waren die Artilleriekämpfe 
im allgemeinen, namentlich aber bel Plava, recht lebhaft. Eines unserer Flugzeug-, 
geschwader unternahm einen Angriff auf Fabrikanlagen in der Lombardei. Zwei Ilug- 
zeuge drangen hlerbei zur Erkundung bis Mailand vor. Ein anderes Geschwader 
griff die italienische Flugzeugstation und die Hafenanlagen von Desenzano am 
Gardasee an. Bei beiden Unternehmungen wurden zahlreiche Treffer in den 
Angriffsobjekten beobachtet. Troß heftigen feindlichen Artilleriefeuers kehrten alle 
Flugzeuge wohlbehalten zurück. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant (W. T. B.) 
Der amiliche türkische Bericht über den Fall von Erzerum. 
Konstantinopel, 22. Februar. Amiliche türkische Mitteilung. Unsere Armee 
hat sich aus militärischen Rücksichten ohne VZerlust in westlich von Erzerum gelegene 
Stellungen zurückgezogen, nachdem sie die 15 Kilometer östlich der Stadt befindlichen 
Stellungen sowie 30 alte Kanonen, die nicht weggeschafft werden konnten, an Ort 
und Stelle zerstört hatten. Die von den RZussen verbreiteten phantastischen Nach- 
richten, wonach sse in Erzerum 1000 Kanonen und 80000 Gefangene gemacht 
hatten, widersprechen der Wahrheit. In Wirklichkeit hat, abgesehen von den in den 
erwähnten Stellungen vorgekommenen Kämpfen, kein Kampf in der Amgebung von 
Erzerum stattgefunden. Im Grunde genommen war Erzerum keine Festung, sondern 
eine offene Stadt. Die in der Umgebung befindlichen Forts hatten keinen militärischen 
Wert. Aus diesem Grunde wurde es auch nicht in Erwägung gezogen, die Stadt 
zu halten.
        <pb n="53" />
        Sasonows Dumarede über die Kriegslage. 
Petersburg, 22. Februar. Der Mlnisier des Aeußeren Sasonow hielt in der heule 
wleder eröffneten Relchsduma eine Rede über die politische Lage, in der er unter anderem sagte: 
Der Kampf geht weller, ein Kampf, wie es noch nie elnen gegeben hat, ein Wellkampf. 
Weniger als se ist es möglich, das Ende abzusehen, aber sch kann erklären, daß die Reglerung, 
wie bisher, unerschütterlich bleibt in dem Enischlusse, den Kampf bis zur Besiegung des Feindes 
sortzusetzen. Das war und das ist der Enischluß des russsschen Zolkes wie unserer treuen 
Alli#erten. Dieser Krieg ist das größte Zerbrechen gegen die Menschheit; diesenigen, die ihn 
verschuldel haben, tragen eine schwere Zerantwortung, und in der gegenwärtigen Stunde find 
ste zur Genüge entlardt. Wir dagegen und unsere Alllücerten sind in diesen Krieg zur Ver- 
leidigung unserer helligsten Rechte hineingezogen worden. Die Gewähr unseres Erfolges liegt 
in dem engen Bündnis mit unseren Allüerten und in der völligen Tebereinstimmung In unseren 
Unstrengungen. Diese lebereinskimmung war schwer zu erzielen Infolge der Enifernung, die 
RKußland von seinen westlichen Allüerten krennt. Es sind sedoch alle Maßregeln getroffen 
worden, um zu diesem Ziele zu gelangen. Die deutsche Regierung gleicht ihrem Volke #gegen- 
über fhren Generalen, die ihre Soldaten bei Angriffen berauschen, um sie ungeskämer zu machen. 
Die deutsche Regierung bemühl sich, um den kriegerischen Eifer der Massen aufzufkacheln, diese 
glauben zu machen, daß ihre Gegner eine vollskändige Zernichtung des deutschen Dolkes 
wollen. Die Allüerten haben niemals einen solchen Gedanken gehabt. Der Erhallungstrieb 
sordert nur, daß sie dem unerbitllichen Egoismus und dem raubglerigen Appetit, den kenn- 
zeichnenden Zügen des Preußentums, das nicht immer die Sympathien Deutschlands gehabt 
hat, ein Ende machen. Dleses Dreußentum muß ein für allemal zur Machtlosigkeit gezwungen 
werden. Traurige Nachrichten gelangen zu uns aus den zeitweilig vom Feinde besehten Gebieten. 
Die deutsche Presse ist besonders skolz auf dle Gründung der polnischen Universität in Warschau. 
Das ist eine Falle, mit der man das BVerirauen des durch die Deutschen zerstörien Polen zu 
gewlnnen rechnete. Aber man muß nichl vergessen, daß die Autonomse Polens, die hier auf 
dieser selben Tribüne auf Befehl des Kaisers vom Chef der kaiserlichen RKeglerung proklamiert 
worden ist, polnische Nationalschulen aller Grade, den Iniversstälsunterricht eingeschlossen, mit 
sich brüngt. 
Ich komme zu unseren gegenwärtigen Zeziehungen zu den Neutralen. Uglücklicherweise 
gibt es auf der anderen Seite des Bottnischen Meerbusens noch Leute, die durch die Macht 
eingewurzelter Borurteile und unter einem gewissen Einfluß von Verleumdungen unserer Feinde, 
Vorurteile und Mißtrauen gegen uns hegen. Es ist indessen ganz klar, daß Kußland und 
Schweden von der Natur selbst dazu beskimmt snd, im Frieden mlieinander zu leben. Was 
sollte uns in der Tal in dieser Hinsicht die Skandinavische Halbinsel bieten! Einen eisfreien 
Hasen im Eismeer! Wir haben einen auf eigenem Gebiet. Nicht nach den fkandinavischen 
Gestaden fühlt sich Rußland durch seine Geschichte hingezogen. Nach elner ganz anderen 
Richtung muß es elnen Ausgang zum freien Meere gewinnen. 
Die Ungewißheit, ob Griechenland die Verpflichtungen seines Zertrages ausführen würde, 
zwang die Serben, sich elne gewisse Zurückhaltung aufzuerlegen, um sich der Mitwirkung 
Griechenlands nicht zu berauben. Das serbische Oberkommando hatte die Möglichkeit, die 
bulgarische Mobilisation durch eine rasche Offensive zu verhindern. Trohdem wollte die serbische 
Reglerung ulcht die Beraniwortung auf sich nehmen, einen brudermörderischen Krieg begonnen 
zu haben. Aber diese Seelengröße fand In Griechenland kein Echo. 
Man hat der Diplomatie der Alllierten vorgeworfen, daß es ihr nicht gelungen sei, Bulgarien 
auf ihre Seite zu bringen. Ich gebe zu, daß die Diplomatie nicht den kürzesten und sichersten 
Weg gewählt hat. Die Besetzung von Dedeagatsch hätte das bulgarische Bolk beeinfiussen und 
— S — 
————
        <pb n="54" />
        —— ———— 
— —— 
14 
. 
zt 
  
veranlassen können, einen Koburgen, der ihm fremd ist, von der schiesen Ebene brudermörderischer 
Gelüsie zurückzuhalten. Aber selbst in diesem Falle wäre es den Alliierten vielleicht nicht 
gelungen, Serbien die Katastrophe zu ersparen, denn übereinstimmende militärische Unter- 
nehmungen der Allüerten auf dem Balkan bieten immer außerordentliche Schwierigkeiten dar. 
Sasonow spricht sodann von der angeblichen Absicht Deutschlands und der Türkei, ein 
ungeheures germanisch-muselmanisches Reich zu gründen, das von der Mündung der Scheide 
bis zum DPersischen Golf reichen würde, und sagt: Dieses Reich, welches in den alldentschen 
Träumen als ein neues Kalifat erscheint, welches den Namen Kalifat von Berlin verdienen 
würde, soll nach Ansicht der Alldeuischen dem Beskand Rußlands und Großbritanniens einen 
tödlichen Stoß versetzen. Ein erschreckender Traum, aber Gott isi barmherzig. Die Berliner 
Doli#tiker, welche diese kühnen Hläne hegen, vergessen nur eine Sache, die uns und unseren 
englischen Freunden einigen Trost verschafft: Wenn dieses Reich unter dem deutschen Hammer 
geschmiedet werden könnte, dann würde es nicht einen Tag dauern, nicht bloß wegen seiner 
inneren Schwächen, sondern vor allem, weil ihm das #nerläßliche zur Zehauptung seiner 
Existenz fehlen würde: die Herrschaft über das Meer, die glücklicherweise in den starken Händen 
unseres ruhmreichen Verbündeten, Großbritanniens, ruht. Solange dem so ist, wird das 
Kalisat von Berlin unsere Exisienz nicht bedrohen. (W. T. B.) 
Einbruch in die französische Front nördlich VBerdun. — Vorstoß 
in 10 Kilometer Breite und 3 Kilometer Tiese. — Lber 3000 Franzosen 
gefangen. 
Großes Hauptquartier, 23. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Durch eine Sprengung in der Nähe der 
von uns am 21. Februar eroberten Gräben östlich von Souchez wurde die 
feindliche Stellung erheblich beschädigt. Die Gefangenenzahl erhöhte sich hier 
auf 11 Offiziere, 348 Mann, die Beute beträgt 3 Maschinengewehre. Auf den 
Maashöhen dauerten die Artilleriekämpfe mit unverminderter Stärke fort. 
Oestlich des Flusses griffen wir die Stellungen an, die der Feind etwa in 
Höhe der Dörfer Consenvoye — Azannes seit anderthalb Jahren mit allen Msstteln 
der Zefestigungekunst ausgebaut hatte, um eine für uns unbequeme Einwirkung 
auf unsere Verbindungen im nördlichen Teile der Woèdre zu behalten. Der 
Augriff stieß in der Breite von reichlich 10 Kilometer, in der er angeseht war, 
bis zu 3 Kilometer Tiefe durch. Neben sehr erheblichen blutigen Verkusten 
büßte der Feind mehr als 3000 Mann an Gefangenen und noch nicht überseh- 
bares Material ein. 
Im Oberelsaß führte der Angriff westlich Heidweiler zur Fortnahme der 
Stellungen in der Breite von 700 und einer Tiefe von 400 Meter, wobei 
etwa 80 Gefangene in unserer Hand blieben. 
In zahlreichen Luftkämpfen jenseits der feindlichen Linien behielten unsere 
Flieger die Oberhand. 
Oestlicher und Ballankriegsschauplatz. Die Tage ist unverändert. 
Oberste Heeresleitung.
        <pb n="55" />
        Der französische Bericht über die deutschen Erfolge. 
Daris, 23. Februar. 
Amtlicher Bericht von gestern nachmittag: 
Im Artois hat der 
Feind nach einer heftigen Beschießung, die schon geskern gemeldet worden ist, gegen Ende des 
Tages einen starken Angriff auf unsere Stellungen am Walde von Givenchy unternommen. 
Er ist ln unsere Gräben erffer Linie eingedrungen, die auf einer Front von etwa 800 Meter 
vollsiändig zerstört waren, und 
nach einem Gegenangriff von 
unserer Seile nur noch einige 
Teile besetzt hält. Der Feind, 
dessen Stärke ouf sieben Bal 
laillone geschäht wird, erlitt durch 
unser Sperrfeuer und durch das 
Feuer der Infanterie und Mo- 
schinengewehre beträchtliche Zer- 
luste. Südöstlich von Relincourt 
hat der Feind eine Mine zum 
Springen gebracht, deren Trichter 
wir besetzt haben. Nach ver, 
siaGrkter Artillerietätigkeit in der 
Gegend von Verdun haben 
die Deutschen gegen Tagesende 
unsere Stellungen östlich von 
Brabank sur-Meuse zwischen dem 
Walde von Haunetund Herbebois 
angegriffen. Sie saßten in einigen 
Teilen unserer vorgeschobenen 
Gräben Fuß, stießen aber nicht 
bis zu dem zweiten Graben vor. 
Sie wurden durch unsere Gegen- 
angriffe zurückgeworfsen. Wir 
machien etwa 30 Gefangene. 
Oesfslich von Seppois wurden 
zwei Angriffe der Deutschen 
abgeschlagen. Ziemlich starke 
Artillerietätigkeit an der Froni 
bei Chapelsoite und Banede, 
Sapt. Ein „Zeppelin“Luftschiff 
überflog gestern Lunéêville und 
warf einltge Zomben ab, die 
wenig Sachschaden anrichteten. 
an einigen Punlten in unseren zweiten Graben, von dem er 
  
E 
5%% 
zh: E 25% . r ———xm 
St E 7% 
ꝛ 29 —1 deitt 
— ua – E #*# 
uo — 
Samogitebe 
* Srrronsee # Oaopebd 
. 516 
— 8 . * 41 Foderoyscun 
· pfeppe 
Mas ete —ê— 
V, 8 S. Mrrden 
Per- . " „Ws' —— 
re o ½% 9 
Ä " °.°“ 52 — 
FSE 22 *J 5 
A####e# COos *— . 2. 
beme- 4 miervnesrw *#* S— — ##ts 
· #bpr“ rF t G### n9 « 
m 2. —1 4 5%% ½% 
  
* —. 
4 —— 
ImMmes rstn 
— “ u44 
# I#rn Kanse -□ 5 
Sn *E 
%% 5 — 
— 
— 6# 19% e 
MV#N— 
* * 
4 
I E— 
*d 56erott“ 
Frerenhe o *der 
Aose — 2 
4 
* V-n% 
—— 54 — „ Sseen 
Waurerbte 2 2.— - 
G# 2 
ꝛ %d / ½ #1 2 
%eme nsel ½m 
  
% 8 F 
— 4%½%%% u 
— i 
OFcN0-7OM-·- 4 
6%“a — 
77 
6Eresrgo- 
7 y 
o Genicouru. 
W — 
SS#sre 
—— . 72 
* 4#!.1 
½ -* 
+erociir Serc, 
r—— 
und *r ·"“ ¾ „ 
%rreeznbn 7% n ge 
—( i E. 
2 
Sces 
#öouuscu##imisocrt 
  
  
% —- 
* 
Verfolgt von unseren Fliegern wandte es sich nach Metz. 
  
Amtlicher Bericht von Dienslag abend: In Belgien Beschießung der feindlichen Schützen- 
gräben östlich von Boesinghe. 
Im Artols verhinderte sehr reichlicher Schneefall jede Angrlffs- 
bewegung. In der Champagne führten wir eln Zerstörungsfeuer auf dle feindlichen Werke 
westlich von Havarin aus. In der Gegend nördlich von Derdun richteten die Deutschen nach 
bestiger Beschießung auf beiden Maasufern im Laufe des Tages eine Reihe Gußerst heftiger 
Infanterieangriffe gegen unsere Front zwischen Brabank-sur-Meuse und Herbebois. Alle Angriffe 
gegen Brabant und Herbebois 
wurden abgeschlagen. Zwischen diesen beiden Dunkten konnte 
der Feind unier beträchtlichen Verlusten für ihn den Wald von Haumont und einen Vorsprung
        <pb n="56" />
        besetzen, den unsere Linie nördlich von Beaumoni bildei. Nordwestlich von Fromezey verhinderte 
unser Sperrfeuer einen in der Vorbereltung begriffenen Angriff, sich zu entwickeln. Ziemlich 
lebhafte Tätigkeit der beiden Artillerien in der Gegend von Ban'de-Sapt und westlich von Altkirch. 
Belgischer Bericht: Kuhe an der Front der belgischen Armee. (W. T. B.) 
Ztalienische Vorstellung bel Durazzo erobert. 
Wien, 23. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Nordwestlich von Tarnopol schlugen unsere 
Sicherungstruppen russische Zorstöße gegen die schon wiederholt genannten vor- 
geschobenen Feldwachenverschanzungen ab. Sonft keine besonderen Ereignisse. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die lebhaften Artilleriekämpfe an der küsten- 
ländischen Front dauern fort. Hinter den feindlichen Linien wurden größere Brände 
beobachtet. 
Südböstlicher Kriegsschauplatz. Sübösilich von Durazzo wurde der Gegner 
aus einer Vorstellung geworfen. Ein österreichisch-ungarischer Flieger bewarf die im 
Hafen von Durazzo liegenden italienischen Schiffe mit Zomben. Ein Transport- 
schiff wurde in Zrand geseht und sank. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Beschießung kleinasiatischer Küstenplätze. 
London, 22. Februar. „Daily Mail“ meldet aus Athen vom 19. Februar: 
Verschiedene Hunkte der kleinasiatischen Küste, namentlich der Eingang des Golfes 
von Smyrna, werden regelmäßig von Schiffen der Verbündeten beschossen. Am 
20. Januar wurde Ameliki gegenüber von Cafiellorizo, westlich des Golfs von Adalie, 
von den Franzosen angegriffsen. Das Gefecht dauerte 10 Stunden. Ephesus wurde 
am 28., 29. und 30. Januar beschossen. 
Amsterdam, 21. Februar. Einem hiesigen Blatte zufolge melden die „Times“ 
aus Mytilene, daß Burla im Golfe von Smyrna im Wilajet Aidin und die türkischen 
Batterien an diesem Golf wieder heftig von den Allü#erten beschossen wurden. 
(W. T. B.) 
Ausbau der Erfolge östlich der Maas. — Weitere Ortschaften 
genommen. 
Großes Hauptquartier, 24. Februar. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Der Erfolg östlich der Maas wurde weiter 
ausgebaut. Die Orte Brabant, Haumont und Samogneux sind genommen, das 
gesamte Waldgebiet nordwestilich, nördlich und nordöstlich von Beaumont sowie 
das Herbebois sind in unserer Hand. Südlich von Meh wurde ein vorgeschobener 
französischer Hosten überrascht und in einer Stärke von über 50 Mann gefangen 
abgeführt. 
     
  
  
  
  
     
l Jl# , 
1228
        <pb n="57" />
        0 
12 
r 
2 
Sseses — 
  
Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf dem nöordlichsten Teile der Froni lebhaftere 
Artilleriekämpfe. An zahlreichen Stellen Patrouillengefechte. Keine besonderen 
Ereignisse. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Die französischen Berichte über die Kämpfe bei Verdun. 
Darls, 24. Februar. Amtlicher Bericht von gestern nachmittag: Im Ariois haben wir 
einige Teile der Gräben im Gebiete des Waldes von Givenchy zurückeroberl. In der Gegend 
nördlich von Berdun dauerte die feindliche Zeschießung, die krästig von uns erwidert wurde, 
fort. Im Lause der Nacht entwickelten sich Infanteriegefechte auf einer Front von ungefähr 
15 Kilometern. Der Kampf dauert heftig vom rechten Maasufer bis südöstklich von Herbebois 
an. Wir haben das Dorf Houmont, dessen Rand wir noch halten, nach einem hartnäckigen 
Kampfe, in dem wir dem Feinde sehr erhebliche DBerlusie beibrachten, geräumt. Oesflich von 
diesem Orte gestattete uns ein Gegenangriff, den größeren Teil des hier vorspringenden Waldes 
von Caures, der geskern vom Feinde besetzt worden war, wiederzunehmen. Nördlich von Zeau- 
mont wurde ein auf Herbebois gerichteter starker deutscher Angriff durch unser Sperrfeuer glatt 
angehalten. Nach Aussagen von Gefangenen sind einige deutsche Einheiten vollsiändig ver- 
nichtet worden. Während dieser Operaotionen langsamer und anhaltender beiderseitiger Artillerie. 
kampf in der Gegend von Haute Cherriere und Fromezey. In Toihringen in der Gegend 
von Nomeng zeigie sich unsere Artillerie ziemlich tätig. Eine feindliche Erkundungsabteilung 
nördlich von Leiricourt konnte unsere Linien nicht erreichen. 
Amilicher Bericht von gestern abend: In Belgien hat das Zersiörungsfeuer unserer Artillerie 
mehrere Breschen in die deutschen Gräben vor Steenstraate geschossen. Nördlich von der Aisne 
haben unsere Batterien die deutschen Werke auf dem Plateau von Bauclerc zerstört. In der 
Gegend nördlich von Verdun erweilt sich der deutsche Angriff, wie vorausgesehen, als ein sehr 
bedeuiender und mit großen Mitteln vorbereiteter. Der Kampf hat heute mit wachsender 
Hefligkeit fortgedaueri; unsere Truppen hielten wacker skand und brachten dem Feinde sehr be- 
dcutende VBerlusie bei. Die ununterbrochene Zeschießung mit Granaten großen Kalibers, die 
von unserer Artillerie mit gleicher Heftigkeit erwidert wurde, erstreckte sich auf eine Front von 
fass 40 Kilometer, von Malancourt bis in die Gegend vor Etain. Die Tätigkeit der deutschen 
Insanterie in sehr großen Verbänden, die sich aus Truppen von sieben verschiedenen Armee- 
korps zusammensetzen, wurde im Laufe des Tages zwischen Brabant-fur Meuse und Ornes 
fortgesezi. Am Ausgange des Dorfes Haumont konnte uns der Feind trotz aller Anstrengungen 
nicht aus unseren Stellungen am Walde von Caures werfen, von denen wir noch den größten 
Teil besetzt halten. Unsere Gegenangriffe brachten die deutschen Angriffe ösklich vom Walde 
von Caures zum Stehen. Nach einer Reihe von blutigen Angriffen konnten die Deutschen 
in den Wald von Bavrille eindringen. Nördlich von Ornes wurden Angriffe des Feindes auf 
unsere Linie bei Herbebois durch unsere Gegenangriffe angehalten. Keine Infanterietätigkeit 
auf dem linken Maasufer und zwischen Ornes und Fromezey. Im Elsaß griff der Feind 
gestern gegen Ende des Tages unsere Stellungen südöstlich vom Walde von Carspach und süd, 
westlich von Altkirch an. Ein sofortiger Gegenangriff warf sie aus dem größten Teil der vor- 
geschobenen Stellungen, in denen sie Fuß gefaßt hatten, wieder hinaus. (W. T. B.) 
Die Jtaliener bei Durazzo geschlagen. 
Wien, 24. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
+ 
xs
        <pb n="58" />
        Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen in Albanien haben gestern 
die Italiener und ihren Bundesgenossen Essad bei Durazzo geschlagen. Am Vor- 
mittag bemächtigien sich unsere Bataillone — deren kleinere Abieilungen den unteren 
Arzen übersetzten — der letzten feindlichen Vorpositionen östlich von Bazar-GSjak. 
Am Mittag wurde die italienische Brigade Savona auch aus der stark ausgebauten 
Haupiftellung östlich des eben genannten Ortes geworfen. 
Gleichzeilig erstürmte eine andere Kolonne die zehn Kilometer füdöstlich von 
Durazzo angelegten Verschanzungen von Sasso-Bianco. Der Feind verließ seine 
Gräben zum Teil fluchtartig und wich hinter den inneren Verteidigungsring. — 
Es wird verfolgt. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. Z.) 
Neue RKuhmestaten der „Möwe“. 
Madrid, 24. Februar Amilich wird gemeldet: In Santa Cruz (Teneriffa) 
ging das englische Schiff „Westburn“ (3300 Tonnen) unter deutscher Flagge vor 
Anker, um seine Schäden auszubessern. Die Besatzung besteht aus sieben Mann, 
von denen einer eine Mütgze mit der Aufschrist S. M. S. „Moeben“ („Moewe“7) 
trägt. „Westburn“ brachte 206 Gefangene der englischen Schiffe „Horace“ 
(3335 Tonnen), „Clan Mactavish“, „Edinburgh“ (Lloyds Register enthält nur 
„Edinburg Castle“ 13 326 Tonnen), „Cambridge“'(1239 Tonnen) und „Flamenco“ 
(4540 Tonnen) sowie des belgischen Schiffes „Luxemburg“ (4322 Tonnen) und 
elf spanische Matrosen mit. (W. T. B.) 
Englischer Mißerfolg im Irak. 
Konstkantinopel, 24. Februar. Das Hauptauartier keilt mit: An der Irak, 
front versuchte eine feindliche Abteilung in Stärke von etwa einem Bataillon sich 
unseren Stellungen bei Felahie zu nähern, wurde aber durch unser Feuer zum Rück, 
zug gezwungen und ließ zahlreiche Tote zurück. Unter den während des letzten 
Kampfes bei Felahie Gefallenen befinden sich 7 englische Offiziere. Neuerdings 
nahmen wir 17 Soldaten der feindlichen Truppen gefangen, die im Verlaufe dieses 
Kampfes in die Umgegend geflüchtet waren. 
An der Kaukasusfront dauern die Kämpfe ohne Unterbrechung fort. 
Einige feindliche Kreuzer und Torpedoboote bombardierten in dem Zeitraum vom 
18. bis zum 22. Februar zeitweilig die Gestade bei Sed.ül-Bahr und Teke Zurun. 
Sie hatten keinen Erfolg, und unsere bei Kum Kale und Sed. ül.Bahr aufsgestellten 
Batterien zwangen sle, ohne daß sie ihr Feuer längere Zeit hätten fortsetzen können, 
zum Rückzuge. Feindliche Flugzeuge überflogen in den letzten Tagen die Dardanellen, 
wurden aber verjagt und von unseren Kampfflugzeugen verfolgt. Am 20. Februar 
beschoß ein feindlicher Kreuzer, der unter dem Schutze von Minensuchern in den
        <pb n="59" />
        « IF 
FBWLOWHIWHIMMH 
«- 
y 
Golf von Saros eingedrungen war, mit Unterstützung von drei feindlichen Beobach- 
kungsflugzeugen erfolglos die Küste von Galath (Gallipoli). Eines unserer Kampf- 
flugzeuge griff die feindlichen Flugzeuge an und trieb sie in die Flucht, worauf der 
Kreuzer sein Feuer einstellte und sich mit den Minensuchern entfernte. (W. T. B.) 
Asquiths Friedensbedingungen. 
London, 23. Februar. (Lnterhaus.) Asquith erwidert auf die Reden Snowdens und 
des früheren Ministers Trevelyan, der beim Ausbruch des Krieges sein Amt nledergelegt halte, 
über die Zoraussetzungen, unter denen es möglich wäre, den Krieg unter Erreichung des Kriegs- 
zieles der Allüerten zu beendigen. Asquith erklärte, der eigentliche Inhalt der Kede Snowdens 
sei, daß in Deutschland ein wahrhafter unsch nach Frieden bestehe. Worauf stütze sich nun 
diese Behaupltung? Da sei die füngste Debatte im Reichstag und die Rede des Kanzlers, der 
gesagt zu haben scheine, er sei durchaus gewillt, eine Annäherung von anderer Seite willkommen 
zu heißen. Jedermann würde bereit sein, Annäherungen von anderer Seile willkommen zu 
heißen, aber der Kanzler habe nicht angedeutet, daß er bereit sei, die Initiative zu ergreffen, 
und da er seine Erklärung dadurch ergänzt zu haben scheine, daß er den Abgeordneten sagte, 
Deutschland habe sich nicht als Feind aller Nationen erwiesen (senes Deutschland, das Belgien 
vernichtet und verwüstet und sein Zestes getan habe, auch Serbien, Montenegro und Polen 
zu vernichten und zu verwüsten), so könne eine solche Erklärung in solchem Zusammenhang 
nur als eine gewaltige schamlose Kühnheit bezeichnet werden. „Ich würde“, fuhr Asquith 
fort, „den imagindren Friedensbedingungen des Kanzlers mehr Gewicht beilegen, wenn ihre 
Sprache auf Gründen beruhte, die nicht von so durchsschtiger Heuchelei und Nutzlosigkeit wären. 
Trevelyan hat gefragt, warum ich die Friedensbedingungen nicht mitteile.“ In Beantworklung 
dieser Frage beendete Asquith seine Kede mit elnem Schlußwort, welches das Haus, das den 
Zeden Snowdens und Trevelyans mit Schweigen zugehört hatte, in die tiefste Erregung ver- 
setzte. Asquith sagte: „Ich habe in klaren, direkten, verständlichen und gewichtigen Worten die 
Bedingungen mitgeteilt, unter denen wir in England gewillt sind, Frieden zu schließen. Ich 
will sie heute wiederholen. Unsere Alliierten sind mii ihnen vertraut und dem deutschen Reichs- 
kanzler sind sie wohl bekannt. Was ich am 9. November 1914 gesagt habe, wiederhole ich 
jetzt. Wir werden niemals das Schwert, das wlr nicht leicht gezogen haben, wieder in die 
Scheide stecken, bis Belgien (und ich will hinzufügen, Serbien) (anhaltender Beifall) in vollem 
Maße alles und mehr als alles, das sie geopfert haben, wiedererlangen, bis Frankreich aus- 
reichend gegen einen Angriff gesichert ist, bis die RKechte der kleineren Nationen Europas auf 
eine unangreifbare Grundlage gestellt sind und bis die Militärherrschaft Dreußens gänzlich und 
endgültig vernichtet #. Was fehlt hierbei noch an Klarheit und Deutlichkeit! Ich frage 
Trevelyan und den deutschen Kanzler, wie sch es noch verständlicher machen und was ich 
noch mehr tun soll, um ihn und alle unsere Feinde zu überzeugen, daß erst, wenn ein Friede 
auf diesen Grundlagen in Sicht und zu erreichen istk, und nicht eher wir oder einer unserer 
tapferen Alliierten auch nur ein Jota davon ablassen werden, dlesen Krieg weiterzuführen.“ 
(Stärmischer Beifall.) (W. T. B.) 
Das wirkliche Ergebnis des „Zeppelin“-Angriffs auf England. 
(Guter militärischer Erfolg.) 
Berlin, 24. Februar. Von zufkändiger Stelle erfahren wir über das Ergebnis des TLuft- 
angriffes in der Nacht vom 31. Jannar zum 1. Februar 1916 das Folgende: 
1. Llverpool. Hauptziele des Angriffs waren die Docks, Hafen, und Fabrikanlagen. Die 
Wirkung der Bomben war gut; während der Rückfahrt der Schiffe war noch welthin ein
        <pb n="60" />
        — S-———t## 
S — 
     
         
    
. – " -’ «- 
Hi 
  
   
mächtiger Brand sichtbar. Eine Reihe von Brücken, und Hafenanlagen wurde so schwer be- 
schädigt, daß sie vorläufig nicht mehr benutzbar sind. Es soll auch eine Anzahl von Schiffen 
auf dem Mersey schwer getroffen sein, u. a. ein unterhalb Bi#rkenhead liegender Kreuzer und 
ein Transportschiff der Leyland Line. Eine Stallung mit 200 Pferden wurde durch Feuer 
zerstört; die Pferde und die kanadischen Wachmannschaften sollen dabei umgekommen sein. In 
Birkenhead, Garskon und Bootle ist großer Schaden angerichtet worden. Booth Line und Leo- 
ward Line sind durch die teilweise Zerstörung ihrer Dockanlagen schwer geschädigt. Drei Schiffe 
wurden sehr mitgenommen. Die angrenzenden Trockendocks und Maschinenfabriken sowie die 
„Birkenhead Drydock, Engine 6 Boiler Works“ wurden vollkommen zerstöri. Im ganzen 
lwurden über 200 Häuser durch Bomben oder Brand zerstört. An der Merseymändung (in 
Bootle) wurde eine Dulversabrik völlig zerstört. In Crewe, südöstlich von Liverpool, sind die 
Bahnanlagen siark beschädigt, wodurch der Zerkehr mit London unterbrochen wurde. Militär= 
lager sollen dort in Zrand gesetzt worden sein. 
2. Manchester. Angriffsziel waren in erster Linie die Hochofenwerke, die mit gutem 
Erfolg mit Bomben belegt wurden. Zwei Hochofenwerke und zwei größere Fabriken (Eisen- 
werke) wurden völlig zerstört. Eine Reihe anderer Fabrikanlagen hat beträchtlichen Schaden 
erlitten. 
3. Shefsield. Im Süden der Stadt wurden zwei Hochösen beworfen, von denen der 
eine zum großen Tell zerstört wurde. Ferner wurden mehrere große Indufstrieanlagen und der 
Bahnhof mit BZomben belegt. Außerdem sollen zwei Schuppen, die militärischen Zwecken 
dienen, zerstört sein. Starke Brände wurden nach dem Angriff noch lange Zeit beobachtet. 
4. Nottingham. Angriffe wurden ausgeführi auf große Fabrikanlagen und Hochöfen, wo- 
bei sehr gute Wirkung beobachtet wurde. Ferner auf eine Batterie, die, nachdem sie unsere 
Tuftschiffe wirkungslos beschossen hatte, zum Schwelgen gebracht wurde. Eine Munitionsfabrik 
und mehrere Fabrikanlagen wurden stark beschädigt. Oestlich von Nottingham bei Grantham 
wurden die Bahnanlagen zerstört, so daß der Betrieb mehrere Tage unterbrochen werden 
mußte. Der bei weitem größte Schaden ist in Sheffield und Noitingham angerichtet worden; 
Londoner Bersicherungsgesellschaften schähen denselben auf 400000 Pfd. Sterl. 
5. Birmingham. Zwei große Regierungswerke und zwei Munitionsfabriken sind völlig 
zerstört, eine Brauerei beschädigl. Großer Schaden wurde überhaupt in Staffordshire, Shrop- 
shire, Ceshire, Leiceskershire, Lincolnshire und Jorkshire angerichtet. — In Eecleshill bei Brad- 
sord wurden eine Munitionsfabrik und drei Spinnereien, in Dartington durch eine Bombe 
22 Häuser zerstört. 
6. Humber. Eine Batterie, die ihr Feuer ohne Ergebnis auf eines unserer Tufischiffe 
richtete, wurde angegriffen und zum Schwelgen gebracht. Geschütze und Scheinwerser der 
Batterie wurden zersiört. Ferner wurden auf eine Anzahl von Induftrieanlagen am Humber 
sowie auf ein Hochofenwerk mit ausgedehnten Anlagen Zomben geworfen. Leberall wurden 
gute Erfolge beobachtet. In Grimsby wurden die Kais, Werften und Lagerhäuser zum Teil 
schwer beschädigt, ebenso mehrere Fracht, und Fischdampser. Ein Heu. und Strohlager ilst 
niedergebrannt, wodurch beträchtlicher Schaden entstanden ist. Zwischen Hedon und Salt Enden 
(unterhalb Hull) wurde ein Dulvermagazin zersiört. In der Nähe von Hull ist eine Eisen- 
gießerei schwer beschädigt. In Hull selbst sollen die Zerheerungen sehr groß gewesen sein und 
denen in Sheffield und Nottingham nahezu gleichkommen. In der Kingstreei ist ein Häuser- 
block gänzlich zerstört. Die Bahn- und Hafenanlagen haben derart gelitten, daß große Schwierig- 
keiten in den Betrieben entskanden sind. Mehrere in den Docks liegende Handelsschiffe sollen 
beschädigl sein. Oberhalb Goole wurde ein Hochofen schwer beschädigt. Ferner sind auf dem 
Humber der Kleine Kreuzer „Caroline“ und die Zerstörer „Eden“ und „Nith“ versenkt worden. 
Oer Kleine Kreuzer „Caroline“ ging in 6 Minuten unter; 31 Mann der Besatzung wurden ge- 
tötet, 58 verwundet und 47 ertranken. 
    
  
9 
5 
* 
      
        
      
    
    
    
    
    
    
        
        
      
    
        
      
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
          
      
    
    
    
    
    
    
     
   
   
  
  
   
   
  
    
      
    
— 
* 
—
        <pb n="61" />
        7. Great Larmouth. Eine Fabril und verschiedene Industrieanlagen wurden mit Bomben 
belegt, wobei gute Wirkung beobachtet wurde. Ferner wurde an der englischen Osftkäste noch 
eine Batterie zum Schweigen gebracht. An der Oftküste Englands ist weiterhin der englische 
Dampfer „Franz Fischer“ von einem Tufischiff versenkt worden. 
Die morallsche Wirkung des Angriffs scheint sehr stark gewesen zu sein. Besläligt wird 
dies indirekt durch dle englische Hresse, die über die bisher wirkungslosen Abwehrmaßnahmen 
klagt und die die Forderungen des englischen Zinnenlandes nach Luftabwehrgeschützen und 
Flugzeugen lebhaft unterstützt. Der Finanzausschuß der Llverpool Corporation hat beschlossen, 
alle in ihrem Besitz befindlichen öffenillchen Gebsude der Stadt gegen Schaden durch Lust. 
angriffe zu versichern. Der gesamte Zetrag dieser Versicherungen durch lokale Gesellschaften 
soll eiwao 3000000 Pfd. Sterl. betragen. (W. T. B.) 
Die „Westburn“ versenkt. 
London, 23. Februar. Cloyds meldet aus Teneriffa: Der britische Dampfer 
„Westburn“ wurde von der deutschen Drisenbesatzung aus dem Hafen geführt und 
versenkt. (W. T. B.) 
NMeutralitätsbruch Hortugals. — Die deutschen Dampser auf dem Tajo 
beschlagnahmt. 
TLissabon, 23. Februar. Geuter-Meldung.) Die Amtszeitung veröffentlicht ein 
Dekret, in welchem die Form der Benutzung deutscher, in portugiesischen Häfen 
internierter Schiffe durch die portugiesische Regierung geregelt wird. Hortugiesssche 
Besahungen begaben sich heute an Bord der deutschen Schiffe, die im Tajo verankert 
sind, und hißten die portugiesische Flagge. (W.. T. B.) 
Auch Jtalien „requlriert“ deutsche Schiffe. 
London, 24. Februar. (Anterhaus.) Handeleminister Kunciman sagte auf eine 
Anfrage, der italienische Zotschafter habe ihm mitgeteilt, daß 30 deutsche in den 
stallenischen Säfen internierte Schiffe von der italienischen Regicrung requiriert 
worden seien. (W. T. B.) 
Sechs weitere Ortschaften bei Berdun genommen.—100 Franzosen 
gefangen. 
Großes Hauptquartier, 25. Februar. 
Westlicher Krlegsschauplatz. Auf dem rechten Maasufer wurden auch 
gestkern die schon berichteten Erfolge nach verschiedenen Richtungen ausgewertet. 
Die befestigten Dörfer und Höfe Champneuville an der Maas, Coteleites, 
Marmont, Beaumont, Chambrettes und Ornes wurden genommen, außerdem 
sämtliche feindliche Stellungen bis an den Lomemontrücken gestürmt. 
Wieder waren die blutigen Verluste des Feindes außerordentlich schwer, die 
unserigen blieben erträglich. Die Zahl der Gefangenen ist um mehr als 7000
        <pb n="62" />
        222 X2Di 
n—t ’ 7 3 S 
)- 
  
auf über 10000 gestiegen. Leber die Beute an Material lassen sich noch keine 
Angaben machen. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Keine Ereignisse von besonderer 
Bedeutung. Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Der französische Heeresbericht über den Rückzug bei Verdun. 
Darls, 25. Februar. (Amilicher Zericht von Donnerstag nachmittag.) Im Artois Hand- 
granatenkampf östlich von Souchez. In der Gegend nördlich von Verdun dauerte der Kampf 
mit derselben Hestigkeit während der ganzen Nacht vom rechten Maasufer bis südlich von 
Ormes an. Infolge der Heftigkeit der feindlichen Zeschießung unserer vorgeschobenen Stellung 
von Brabantsur-Meuse rdumten unsere Truppen das Dorf von der Dunkelheit begünffigt und 
durch das Seilenfeuer von unseren Stellungen auf dem linken Maasufer unterstützt. Ein auf 
Samogneux gerichleter Angriff wurde abgeschlagen. Ein anderer durch mindestens eine Brigade 
unkernommener, gegen den Wald von Caures gerichteter Angriff nahm uns einen Teil dieses 
Waldes ab, dessen südlicher Zipfel von uns gegenwärtig gehalten wird. Sämtliche auf Zeaumont 
gerichteten Angriffe waren nicht imstande, uns aus dlesem Ort zu vertreiben, vor weschem unsere 
Stellungen liegen. Oestlich dleses Abschnlttes beherrschen wir senseits Ornes die südlich Herbebois 
gelegenen Laufgräben. Dset zur VBermeldung unnötiger VDerluse vorgeschriebenen RKäckzugs. 
bewegungen wurden in ausgezeichneter Ordnung durchgeführt, ohne daß der Feind, der nur 
unter beträchtlichen Schwierigkeiten und Derlusten vordringlk, unsere Front an irgendeinem 
Dunkt zu durchbrechen vermochle. Langsame und andauernde Beschießung in dem Abschnitte 
Ornes — Fromezey. In Cothringen faßte der Feind in einem unserer vorgeschobenen Posten 
am Cheminetwald Fuß, aus dem wir ihn sofort verjagten. Einige Dakrouillenzusammenftöße 
öfklich von Reillomn. Im TLTaufe der gestrigen Nacht warf eins unserer Zeschießungsgeschwader 
45 Geschosse, darunter mehrere starken Kalibers, auf die Zahnanlagen von Metz-Sablon und 
auf die Gaswerke dieser Gegend, wo wir sofort einen großen Brand beobachtelen. 
(Amtlicher Zericht von Donnerstag abend.) Auf die feindlichen Werke westlich von Malsons 
Champagne und südlich von Ste. Marie-à-Dy richteken wir ein wohlgezieltes Feuer. In den 
Argonnen Zerstörungsfeuer auf die deulschen Schanzwerke von Fille-Morte. In der Gegend 
nördlich von Verdun fuhr der Feind fort, unsere Front von der Maas bis südlich Fromezey 
mit der gleichen Heftigkest zu beschießen. Zwischen Malancourt und dem linken Lfer der Maas 
nahm die Tätigkeit der Artillerie etwas ab. In dieser Gegend kam es noch zu keinem 
Infanterlegefecht. Zwischen dem rechten Lser der Maas und Ocnes legte der Feind die gleiche 
Erbitterung an den Tag wie gestern und vervielfältigte seine wülenden Angriffe. Er ließ 
Haufen von Teichen auf dem Gelände zurück, ohne daß es ihm gelang, unsere Front zu durch- 
brechen. An den zwei Flügeln nahmen wir unsere Linie einerselts hinter Samogneux, ander, 
seits südlich Ornes zurück. Unsere Artillerie erwiderte ohne Unterlaß der Artillerie des Feindes. 
In TLothringen wiesen wir eine feindliche Erkundungsabtellung, die sich einem der kleinen Posten 
nördlich von St. Martin zu nähern suchte, zurück und verfolgten sie. 
Belgischer Bericht. Geringfügige Täligkeist der Artillerie an der Front der belgischen Armee. 
(W. T. B.) 
Der Kaiser in Wilhelmshaven. 
Wilhelmshaven, 25. Februar. Der Kaiser traf am Mittwoch, 23. Februar, 
vormittags, zu mehrstündigem Aufenthalt hier ein. Die Abreise erfolgte am Nach-
        <pb n="63" />
        rt. — —————— 
¾l“ 
Beschießung der Hafenanlagen von Durazzo. 8 
Wien, 25. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Stellenweise Geschützkämpfe. 3 
Italienischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. * 
Süböstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen in Albanien haben gestern * 
die tags zuvor ostlich und südöstlich von Durazzo geschlagenen Italiener in scharfer " 
Verfolgung auf die Landzunge westlich der Dursteiche zurückgetrieben. Die Hafen- "! 
anlagen von Durazzo liegen im Feuer unserer Geschütze. Die Einschiffung von 
Mannschaft und Kriegsgerät wird erfolgreich gestört. Das Auftreten einiger italie- * 
nischer Kriegsschiffe blieb ohne Einfluß auf den Gang der Ereignisse. Wir nahmen 
in diesen Kämpfen bisher 11 italienische Offiziere und uͤber 700 Mann gefangen 
und erbeutefen 5 Geschühe und 1 Maschinengewehr. ". 
Der Sitellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Die Beschlagnahme der deutschen Schiffe in Dortugal. 
Amsterdam, 25. Februar. Nach einem Bericht des „Times“--Berichterstatters " 
in Lissabon erfolgte die Beschlagnahme der 36 deutschen und österreichlschen Schiffe 
ganz unerwartet. Einige Kapitäne boten einen schriftlichen Drotest an. Zwei ß 
portugiesische Kriegsschiffe hielten drei Stunden lang Wache. Die deutschen Matrosen 
wurden an Land gebracht. Der portugiesische Minister des Aeußern teilte mit, daß 3 
dieser Schritt unternommen wurde, weil die Regierung fürchtete, daß die Schiffe zu 
x- flüchten versuchen würden, auch ha#tte die Regierung sie für Transportzwecke nötig. * 
* Der Ministerpräsident fügt hinzu, daß darüber vorher keine Verhandlungen mit 
* Deutschland geführt worden wären. Die Regierung habe lediglich die Tatsache der 8 
F Beschlagnahme telegraphisch dem portugiesischen Gesandten in Berlin gemeldet mit 
* dem Auftrage, die deutsche Regierung davon in Kenninis zu setzen. (W. T. B.) 
* 
R 
Etssads Frucht aus Durazzo. 
9 Brindisi, 24. Februar. Essad ist an Bord eines italienischen Torpedoboot.= 
9 zerstörers hier eingetroffen. (W. T. B.) 
rl 
* Die feindlichen Kreuzer vor den Dardanellen. 
Konstantinopel, 25. Februar. Das Hauptquartier teilt mit: Am 23. Februar 
9 schleuderten an den Dardanellen ein feindlicher Hanzer und zwei Kreuzer, deren 
* Feuer durch Beobachtungsflugzeuge geleitet wurde, einige Granaten gegen die Kuͤsten 
von Kilia und Palamuilul. Eins unserer Wasserflugzeuge trieb die feindlichen Flug- 
t zeuge in die Flucht. Ein anderes CLinienschiff und ein Kreuzer schleuderten ebenfalls 
⁊ 20 F " « · 8 · 
IsäswzoächsMsÆssst 
HOQWUO 0 —— —— —. r— 1 . + — 0 .
        <pb n="64" />
        erfolglos einige Geschosse gegen Sed. üäl. Bahr und Teke Zurun und zogen sich 
darauf zurück. Von den verschiedenen anderen Fronten ist keine Nachricht über 
wichtige Beränderungen eingetroffen. (W. T. B.) 
Die Versenkung des Dampfers „Wesiburn“. 
Amsierdam, 25. Februar. Einem hiesigen Blatte zufolge melden die „Times“ 
aus Madrid, daß der von den Deutschen beschlagnahmte britische Dampfer „Wesi- 
burn“ britische und französische Kriegsschiffe passierte, ohne Verdacht zu erregen. 
Als er in Santa Cruz ankam, begab sich ein britischer Kreuzer, der im Hafen lag, 
sofort auf offene See, um das Schiff zurückzuerobern, falls es die spanischen Ge- 
wässer verlassen sollte. Als jedoch die 206 Gefangenen der sechs anderen feindlichen 
Schisse an Land gebracht waren, verließen die Deutschen binnen 24 Stunden den 
Hafen und ließen die „Westburn“ in die Luft fliegen. Die DPrisenbesatzung kehrte 
bierauf in Zooten nach Teneriffa zurück. (W. T. B.) 
Die „sogenannte“ „Möwe“. 
Teneriffa, 25. Februar. (Reuter-Meldung.) Der Kapitän eines der Schiffe, die 
von den Deutschen versenkt worden sind, erklärte in einer Unterredung, daß die soge- 
nannte „Möwe“ ein Schiff von 2000 bis 2500 Tonnen sei, das sechs 17,5. cm- 
Kanonen, zwei Torpedolanzierrohre und zahlreiche Minen führe. Der Dampfer 
soll 17 Knoten laufen können, die Besatzung habe aus 200 bis 250 Mann besian. 
den. Das Kommando habe ein Graf Dohna geführt. Die Zesahung der „Luxem= 
burg“ erzählte, daß sie auf der „Wesiburn“ gut behandelt wurde. An Zord wurde 
sie von slteben mit Handgranaten bewaffneten Deutschen bewacht. Die „Wesiburn“ 
führte sooo Tonnen Steinkohle. (W. T. B.) 
Das Fort Douaumont vor Verdun erstärmt. 
Großes Hauptquartier, 26. Februar. 
Die Danzerfeste Donaumont, der nordöstliche Eckpfeiler der permanenten 
Hauptbefestigungolinie der Festung Berdun, wurde gestern durch das branden- 
burgische Infanterieregiment 24 erstürmt und ist fest in deutscher Hand. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Zusammenbruch des feindlichen Widerstandes auf der Wore- 
front. — Der Koaiser bei den Kämpfen vor Verdun. 
Großes Hauptquartier, 26. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Wie nachträglich gemeldet wurde, ist in der 
Nacht zum 25. Februar ösklich von Armentières der Borsioß einer englischen Abteilung 
abgewiesen worden.
        <pb n="65" />
        — s sß 
In der Champagne griffen die Franzosen südlich von Ste. Marie-à-Oy die am 
12. Februar von uns genommene Stellung an. Es gelang ihnen, in den ersten 
Graben in Breite von etwa 250 Meter einzudringen. 
Oestlich der Maas wurden in Anwesenheit Seiner Majestät des Kaisers und 
Königs an der Kampffront bedeutsame Fortschritte erzielt. Die tapferen Truppen 
erkämpften sich den Besitz der Höhe südwesilich Louvemont, des Dorfes Louvemont 
und der öfllich davon liegenden Befestigungsgruppe. In altem Drange nach 
vorwärts sließen brandenburgische Regimenter bis zum Dorf und der Panzerfeste 
Douaumont durch, die sie mit stürmender Hand nahmen. In der Wodèvre-Ebene 
brach der feindliche Widerstand auf der ganzen Front bis ifn die Gegend von 
Marcheville (südlich der Nationalstraße Metz—Daris) zusommen. Unsere Truppen 
folgen dem weichenden Gegner dichtauf. 
Die gestern berichtete Wegnahme des Dorses Champneuville beruhte auf einer 
irrtümsichen Meldung. 
Oesilicher Kriegs schauplatz. Außer erfolgreichen Gefechten unserer Vorpossen 
isi nichts zu berichten. 
Balkankriegsschauplatz. Die Tage ist unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. Z.) 
Daris, 26. Februar. (Amtlicher Zericht von Freitag nachmittag.) In den 
Argonnen unterhielten wir von neuem ein Feuer auf die feindlichen Werke in der 
Gegend des Walbdes von Cheppy. Artillerietätigleit mit Anterbrechungen zwischen 
Malancourk und dem linken Maasufer; in der Gegend nördsich von Verdun dauerte 
das Geschützfeuer weniger heftig an. Der Feind richtete im Laufe der Nacht keinen 
Angriff gegen unsere Stellungen. Wir haben uns auf der Berteidigungslinie fesi- 
gesetzt, die hinter Beaumont auf den öfflich von Champneuville und südlich von 
Ornes sich hinziehenden Höhen eingerichtet wurde. Auf der übrigen Front verlief 
die Nacht ruhig. 
(Amtlicher Bericht von gesiern abend.) In der Champagne haben wir am Vor- 
mittag einen feindlichen Zorsprung südlich von Ste. Marie-à-Dy angegriffen und 
genommen. Im Taufe des Kampfes haben wir 300 Gefangene gemacht, darunter 
16 Unteroffiziere und s Offiziere. In den Argonnnen wirksames Zerftörungsfeuer 
auf deutsche Werke nördlich von La Harazée. In der Gegend nördlich von Verdun 
fiel den Tag über reichlich Schnee. Die Tätigkeit der beiderseitigen Artillerien ist 
noch immer auperordentlich heftig auf der ganzen Front und besonders ösilich der 
Maas, wo der Kampf mit gleicher Erbitterung forlgesetzt wird. Mehrere Angriffe 
der Deutschen mit großen Berbänden, die mit unerhörter Heftigkeit gegen Poivre 
gefuhrt wurden, siud ersolglos geblieben. Ein anderer Angriff auf unsere Stellungen 
im BZois Bauche wurde gleichfalls angehalten. Westlich der Maas keine Infanterie, 
altion. In den Vogesen Artillerieduell im Fechtal. 
Belgischer Zericht. Auf der belgischen Front herrschie Ruhe. (W. T. B.) 
70 —#IO O r□—J — r— r— is- t ". 
S “. Bl.————— — 
  
Sr J. TN 
rW–. 
r— 
*# 
— 
41
        <pb n="66" />
        — 
#### we- 
—————— 
Die Einschließung von Durazzo. 
Wien, 26. Februar. Anmtlich wird verlautbart: 
RKussischer und italienischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen sind bis an die Landengen 
ösilich und nördlich von Durazzo vorgedrungen. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generasstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
ZKußlands Schuld am Kriege. (Zu Sasonows Rede.) 
Berlin, 26. Februar. Die „Nordd. Allg. Zig.“ wendet sich gegen die Zehauptung 
Sasonows in seiner Dumarede vom 22. Februar und sagt unter anderem: „Was Herr Gasonow 
von der deutschen Reglerung behauptei, die, wie er sagt, „die Stunde zur VZerwirklichung lang- 
gehegier Kaubpläne gekommen glaubie“', trifft auf ihn zu.“ LIm dem Gedächtnis des Ministers 
nachzuhelsen, versffenilichen wir nachsiehende Aufzeichnung des Grafen Dourtales über eine 
Unterredung, die er am 26. Juli 1914 mit Herrn Sasonow hatte: „In langer, eingehender Dar- 
legung setzte ich Herrn Sasonow ausesnander, wie gefährlich es mir erscheine, die diplomatische 
Aktion durch militärische Druckmittel unterstützen zu wollen. Der Minister wandte ein, militärische 
Maßnahmen, dle man treffe, um nicht durch die Ereignisse überrascht zu werden, bedeuteten 
noch lange nicht, daß man den Krieg wolle. Er richtete darauf die Frage an mich: Bei 
Ihnen ist doch Mobllmachung auch noch nicht gleichbedeutend mit Krieg?!" Ich erwiderte, 
theoretisch vlelleicht nicht. Die Mobilmachung sei aber in einem hochkultivierten Staat wie 
Deutschland eine in alle Verhältnisse so tief einschneidende Maßregel, daß sie erst im letzten 
Augenblick ausgesprochen werde, wenn der Krieg unvermeidlich erscheine, das heißt, wenn die 
Gicherheit des Reiches ernstlich bedroht sei. Wenn dann allerdings auf den Knopf gedrückt 
und der Apparat der Mobilmachung in Gang gesetzt werde, dann sei kein Halten mehr.“ 
Am 28. Jull 1914 wurden die milltärischen Vorbereitungen Kußlands vom Botschafter wiederum 
bei Herrn Sasonow zur Sprache gebracht. Am Abend des 28. Juli telegraphierte der Reichs- 
kanzler dem Botischafter den Auftrag, Herrn Gasonow sehr ernst darauf hinzuweisen, daß ein 
weiteres Fortschreiten der russischen Mobilmachungsmaßnahmen uns zur Mobilmachung zwingen 
würde und daß dann der europdische Krieg kaum noch aufzuhalten sein würde. Dieser Auftrag 
wurde am 29. Juli abends ausgeführt. Am 30. Juli nahm die vermitielnde Tätigkeit Seiner 
Masestät des Kaisers und der deutschen Regserung ihren bekannten Fortgang und führte, wie 
aus der Rede des Reichskanzlers vom 19. Augufst bekannt ist, zu der Wiederaufnahme des 
zestweise ins Stocken geratenen Gedankenaustausches zwischen Wien und Petersburg. In der 
Nacht vom 30. zum 31. Juli wurde die allgemeine Mobilmachung der gesamten russischen 
Armee und Flotte befohlen. Der Kaiserliche Zotschafier in Peiersburg begab sich sofort nach 
Bekanntwerden dieser Nachricht auf das Ministkerium des Aeußeren, um dort zu erklären, daß 
ihm der Krieg unvermeidlich erscheine, wenn dieser Befehl nicht zurückgenommen würde. Er 
hat hierüber nachskehende Aufzeichnung gemacht: „Da ich inzwischen erfahren hatte, daß Herr 
Sasonow ssch in Petersburg beim Zaren befand, fuhr ich sofort zu seinem Gehilfen Neralow. 
Ich sprach mich bei diesem dahin aus, daß sch nicht begreifen könne, wie die russische Reglerung, 
nachdem uns erst eben feierlich versichert worden sei, daß militärische Maßnahmen gegen uns 
nicht geiroffen werden sollten, sich gerade in dem Augenblick zu dem verhängnisvollen Schritt 
der allgemeinen Mobllmachung enischließen konnte, wo ihr bekannt war, daß unser Kaiser und 
die deutsche Kegierung mit dem größten Eifer und, wie sich eben erst gezeigt habe, mit Erfolg 
bemüht waren, zwischen Petersburg und Wien zu vermitteln. Die allgemeine Mobilmachung 
der russischen Armee könne bei uns nur dahin aufgefaßt werden, daß RKußland durchaus den
        <pb n="67" />
        SJ 
— 
u□N 
unzs 
i 
##e 
*. 
77 * 1— 
#. 
  
m 
ee e ### 
BGW ä 
2. 
OK. 
  
  
  
Kueg wolle. Sie werde daher in Deutschland einen Orkan entfesseln. Herr Nerakow erwiderte 
nichts, sondern beschränkie sich darauf, zu bemerken, er werde dem Minister von meinen Er- 
öffnungen Kenntnis geben.“ 
Glelch nach der Unterredung mit Herrn Neratow begab sich der Botschafter zum Zaren 
nach Deiershos, um dem Monarchen persönlich die Folgen vor Augen zu führen, welche die 
russische allgemeine Mobllmachung nach sich ziehen mäßte. Graf Dourtales hat den Kaiser 
unter Hinweis auf die neuen Aussichten, welche die eben von Oesiserreich zu erkennen gegebene 
Bereitwilligkeik, mit Rußland zu verhandeln, für eine friedliche Lösung der Krisis bieie, den 
Mobllmachungsbefehl zurückzuziehen, weil sonft die Erhaltung des Frledens auzsgeschlossen 
erscheine. Der Zar lehnie dlese Bitie mit der Begründung ab, daß eine Zurückziehung des 
Mobilmachungsbefehls „aus kechnischen Gründen unmöglich“ sei. 
Rußland ist also nicht „in den Krieg hineingezogen worden“, sondern die russische Keglerung 
hat den Krieg entfesselt. Herr Sasonow wußte, welches die Folgen der russischen Mobllmachung 
sein würden; er hat sie nicht verhindert, weil er den Krieg wollke, da er sich des Erfolges 
sicher glaubte. 
Der Ul-Boot-Krieg gegen die bewaffneten Handelsschiffe. 
Berlin, 26. Februar. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt: Es 
sind trotz der klaren Darlegung des Herrn Staatssekretärs von Jagow Zweisel 
entskanden, ob die Grundsäße der unter dem 10. Februar veröffentlichten Denkschrift 
über die Behandlung bewaffneier Kauffahrteischiffe durchgeführt werden würden. 
Diese Zweifel sind gänzlich unverständlich und unbegründet. Es hat nie die Absscht 
bestanden, von den in der Denkschrift angekündigten Maßnahmen abzuweichen. Die “ 
energische Führung unseres U#Boot. Krieges nach den Grundsähen der Dentschrift 
wird zum angesetzten Zeitpunkt beginnen. 
Der „Zeppelin“-Angriff auf England. 
London, 25. Februar. Reuter meldelt: Die Mitteilung des Wolffschen Burecaus 
über den durch die „Zeppeline“ bei ihrem letzten Besuch in Großbritannien angerichteten 
Schaden ist mit Ausnahme der Vernichkung des Dampfers „Franz Fischer“, eines * 
  
früher deutschen Schiffes, vollständig erfunden. 3 
Dieses Dementi kommt nicht unerwartet und entspricht ganz den sonstigen 
englischen Gepflogenheiten. * 
London, 26. Februar. (Amtlich.) Wie endgültig festgestellt wurde, sind bei 6E# 
dem Tuftangriff am 31. Januar 164 Dersonen getötet oder verwundet worden. Die * 
Zahl der geworfenen Bomben betirägt 393. (W. T. B.) 6".x 
Der Abzug der Jtaliener aus Durazzo. 
Bern, 26. Februar. Die Agenzia Stesani verbreitet eine Mitteilung über die 
beendigte Zurückziehung der serbischen, montenegrinischen und albanischen Truppen 
und sagt weiter: Da mit der Abreise der albanischen Kegierung von Durazzo die
        <pb n="68" />
        8 
Jäumungsarbeiten beendet waren, irat die dorthin entsandte Brigade gemäß dem 
vereinbarten Dlan den RKückzug an. Die Einschiffung ging unter dem Schutz der 
italienischen Schiffe glatt von statten. (W. T. Z.) 
Kuropatkin Befehlshaber an der russischen Nordfront. 
Detersburg, 26. Februar. Kuropatkin ist zum Befehlshaber der Armeen an 
der Nordfront ernanni worden. (W. T. Z.) 
Erstürmung der Befestigungen von Hardaumont. — Vordiingen 
gegen die Cötes Lorraines. — Bisher 15.000 Gefangene. 
Großes Haupiquartier, 27. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. An verschiedenen Stellen der Front spielten 
sich lebhaftere Artilleriekämpfe ab. Sübdösilich von Ipern wurde ein englischer Angriff 
abgeschlagen. 
Auf den Höhen rechts der Maas versuchten die Franzosen in fünfmal wieder- 
holten Angriffen mit frisch herangebrachten Truppen die Danzerfeste Donaumont 
zurückzuerobern. Sie wurden blutig abgewiesen. Westlich der Feste nahmen 
unsere Truppen nunmehr Champneuville, die Cote de Talon und kämpften sich 
bis nahe an den Güdrand des Waldes nordöstlich von Bras vor. Oestlich der 
Feste erstürmten sie die ausgedehnten Befestigungsanlagen von Hardaumont. In 
der Wodèvre-Ebene schreitet die deutsche Front kämpfend gegen den Fuß der 
Cötes Lorraines rüstig vor. Soweit Meldungen vorliegen, beträgt die Zahl der 
unverwundeten Gefangenen jetzt fast 153000. 
In Flandern wiederholten unsere Flugzeuggeschwader ihre Angriffe auf feindliche 
Truppenlager. In Metz wurden durch Bombenabwurf feindlicher Flieger acht Zivil- 
personen und sieben Soldaten verleht oder getötet, einige Gäuser wurden beschädigt. 
Im Tufikampf und durch unsere Abwehrgeschütze wurde je ein französisches Flugzeug 
im Bereich der Festung abgeschossen; die Insassen, darunter zwei Haupkleute, sund 
gefangengenommen. 
Oestlicher und BZalkankriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Bedeutung. 
Obersie Hceresleitung. (W. T. B.) 
Der französische Bericht über den Fall von Douaumont. 
Daris, 27. Februar. (Amtlicher Bericht von Sonnabend nachmittag.) In der Gegend 
nördlich von Verdun, wo der Feind andauernd seine Anstrengungen gegen die Froni öfllich der 
Maas richtet, isi der Kampf noch ummer erbittert. Nach den setzten Meldungen leisten unsere 
Truppen in denselben Stellungen den wiederholten Stärmen des Feindes Widerskand. In der 
Gegend von Douaumont haben die im Gange befindlichen Kämpse den Charakter besonderer 
Erbitierung angenommen. An der Front im Woêvre wurden die vorgeschobenen Abtellungen, 
die wir seit den Kämpfen des lehzten Jahres als teberwachungslinie zwischen Ornes und 
Hennemont hielten, auf Befehl des Kommandos und ohne vom Gegner angegriffen zu werden, 
1210 
  
* 5 E·□I " U «. - s I- NU. 
JWDMMWWMMMMMIDRMW
        <pb n="69" />
        I 
  
näherendensußdchaashöhenherangefühki.UniereAriillckieausdemlinlcuunddem 
kechtenllfekderMaasekwidekiunckmüdlichaufdiefeindlicheBeschießnng.Vonderübrigen 
Front ist nichts zu melden. 
(Amilicher Bericht von Sonnabend abend.) Im Artois Minenkampf. Wir brachten zwei 
Minenherde zur Entszündung, einen westlich der Skraße nach Lille, den zweilen östlich von 
Neuville= St. Baast unter einem vom Feinde besetzten Berbindungsgraben. In der Champagne 
wiesen wir einen feindlichen Angriff auf den von uns genommenen vorspringenden Winkel sädlich 
von Ske. Marie-5-.Dy vollkommen ab. Die Gesamtzahl der von uns bei dieser Gelegenheit 
gemachten Gesangenen beträgt 340 (darunker 9 Offiziere und 36 Unteroffiziere). Zerstörungs. 
seuer richteten wir auf die deutschen Werke nördlich von Ville-surTourbe und in der Gegend 
des Mont Tätu. 
In der Gegend nördlich von Verdun gehf dle Beschießung ohne Aufenthals östlich und wesktlich 
der Maas weilser. Unsere Truppen anlworlen dem Feinde mitl krastvoll geführten Gegenangriffen 
auf die verschiedenen angegrissenen Hunkte. Alle neuen Angriffsversuche der Deutschen in der 
Gegend von Champneuville und Dole Doivre (7), wo wir fest eingenistet sind, wurden abgewiesen. 
Ein erbitkerter Kampf koblt um das Fort Douaumonk, das ein vorgeschobener Zestandteil der 
alten Vertesdlgungswerke des Dlatzes erdun ist. Die Slellung i heute morgen nach mehreren 
vergeblichen Bersuchen vom Feinde genommen worden. Nordöstlich von St.-Mihiel beschoß 
unsere schwere Artillerte feindliche Fliegertruppen und Depois bei Bigneulles. Die Deutschen 
haben mehrere Granalen schweren Kalibers in der Richlung auf Luneville und Naney abgeschossen. 
Heute hal der Fliegerunkeroffziser Navarre in der Gegend von Berdun auf einem Eindecker mit 
Maschinengewehrfeuer zwei deulsche Flugzeuge abgeschossen. Die Zahl der von diesem Flieger 
abgeschossenen feindlichen Flugzeuge wird damit auf fünf gebrachl. Die feindlichen Flugzeuge 
fielen in unsere Linien herab. Am gleichen Tage hat eines unserer aus neun Flugzeugen be- 
stehenden Beschießungsgeschwader 140 Granalen auf den Bahnhof Metz-Les Sablons abgeworfen. 
Ein anderes Geschwader bombardierte selndliche Werke bei Chambley nordwestlich Honl#a-Monusson. 
(W. T. B.) 
Durazzo von k. u. k. Truppen besetzt. 
Wien, 27. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
JKussischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Jtalienischer Kriegsschauplatz. Vorgestern kam es an der küffenländischen 
Front, von lebhaftem Artilleriefeuer abgesehen, an mehreren Stellen auch zu heftigen 
kleinen Infanteriekämpfen. Bor Tagesanbruch machten Abteilungen von der Besatzung 
des Görzer Brückenkopfes einen Ausfall bei Devma, überraschten den schlafenden 
Fcind, schütteten einen Graben zu und brachten 46 Gefangene zurück. Am Rande 
der Hochfläche von Doberdo ging nach starker Artillerievorbereitung feindliche Infanterie 
gegen unsere Stellungen beiderseits des NMonte San Michele und öfstlich Azzo vor. 
Die Italiener wurden unter großen blutigen VBerlusten abgewiesen und ließen über- 
dies 127 Gefangene, darunter 6 Offziere, in unseren Händen. Der gestrige Tag 
verlief ruhiger. Tarvis erhielt wieder einige Granaten. 
Güdöstlicher Kriegsschauplatz. Heute morgen haben unsere Truppen 
Durazzo in Besitz genommen. Schon gestern vormittag war einc unserer Kolonnen 
im Feuer der italienischen Schiffsgeschütze über die nördliche Landenge vorgedrungen; 
sie gelangte kagsüber bie Hortos, seche Kilomekfer nördsich von Durazzo,. Die 
über die südliche Enge entsandten Truppen wurden anfange durch die feindliche 
—###d 
* 
urm—— — G4 — 
4 
—- .— —
        <pb n="70" />
        Schiffsartillerie in ihrer Vorrückung behindert, doch gelang es zahlreichen Abteilungen 
watend, schwimmend und auf Flößen bis abends die Brücke östlich von Durazzo 
zu gewinnen und die dortigen italienischen Nachhuten zu werfen. Bei Morgen- 
grauen ist eines unserer Bataillone in die brennende Stadt eingedrungen. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Erfolgreicher Vorstoß in der Champagne. — Weitere Fortschritte 
bei Verdun. 
Großes Hauptquartier 28. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Die Artilleriekämpfe erreichten vielfach große 
Hestigkeit. An der Front nördlich von Arras herrscht fortgesetzt lebhafte Minentätigkeit; 
wir zerstörten durch Sprengung etwa 40 Meter der feindlichen Stellung. 
In der Champagne schritten nach wirksamer Feuervorbereitung unsere Truppen 
zum Angriff beiderseits der Straße Somme-Oy—Souain. Sie eroberten das 
Gehöfst Navarin und beiderseits davon die französische Stellung in einer Aus- 
dehnung von über 1600 Meter, machten 26 Offiziere und 1000 Mann zu 
Gefangenen, erbeuteten 9 Maschinengewehre und 1 Minenwerfer. 
Im Gebiei von Verdun erschöpsten sich wiederum neu herangeführte seindliche 
Massen in vergeblichen Angriffsversuchen gegen unsere Siellungen in und bei 
der Fesse Douaumont sowie auf dem Hardaumont. 
Unsererseits wurde die Maashalbinsel von Champneuville vom Feinde gesäubert. 
Wir schoben unsere Linien in Richtung auf VBacherauville und Bras weiter vor. 
In der Wodore wurde der Fuß der Cötes Lorraines von Osten her an mehreren 
Stellen erreicht. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Daris, 25. Sebruar. (Amtlicher Bericht von Sonntag nachmittag.) In der Gegend 
nördlich von Verdun setzten unsere Truppen die VBerstärkung ihrer Stellungen im Laufe 
der Nacht fort. Keinerlei Veränderungen an der Angriffsfront östlich der Maas, wo reich- 
licher Schneefall eintrat. Man meldet keinerlei neue Angriffsversuche des Feindes weder 
auf die Cöte de Talon noch auf die Cöte Doivre. Zu Ende des gestrigen Tages wurde 
ein in der Gegend des Hardaumontgehölzes (ösilich von der Cöte Poivre) angesetzter 
siarker Angriff der Deutschen durch unser Artilleriefeuer und Maschinengewehrfeuer 
sowie durch unsere Gegenangriffe gebrochen. Ein anderer, nicht minder heftiger Versuch 
in der Gegend des Hardaumontgehölzes hatte ebensowenig Erfolg. In der Wodè#### 
wurde ein unseren Vorposten anbesohlener Rückmarsch ohne die geringste Zehinderung 
seitens des Feindes durchgeführt. Westlich der Maas keinerlei Infanterieunternehmung. 
In den Vogesen versuchte der Feind nach Artillerievorbereitung bei Anbruch der 
Nacht einen starken Angriff auf einer Frontbreite von zwei Kilometer südöstlich von 
Cellest im Dlainetal. Der Angriff scheiterte vollskändig. Heute morgen erzielte eine 
  
   
  
       
  
       
  
   
       
       
V 
   
      
5.—0 I S—————3 — S— — 
— — —
        <pb n="71" />
        Altion unserer Batterien gegen die Lebenemittellager des Feindes in Stoßweier 
nsrdlich von Münster gute Ergebnisse. 
(Amtlicher Zericht von Sonntag abend.) Zwischen Soissons und Reims Zer- 
störungsfeuer auf die feindlichen Berke gegenüber Benizel und östlich Tropon. In 
der Gegend nördlich von Berdun wird nach der Heftigkeit der an den vorhergehenden 
Tagen stattgefundenen Kampfe ein gewisses Nachlassen der Anstrengungen des Feindes 
im Laufe des Tages gemeldet, außer zwischen der Höhe Douaumont und dem 
Plateau nördlich des Dorsfes Bauk, wo ein slarker Angriff, der gegen die Stellung 
unternommen wurde, zurückgeschlagen wurde. Oesilich und westlich der Stellung 
von Douaumont, deren Abhänge mit deutschen Teichen bedeckt sind, umklammern 
unsere Truppen eng die Teile des Feindes, die dort haben Fuß sassen können und 
die sich mit Mühe halten. Nach den lehten Nachrichten isi die Cöte de Talon ebenso 
für uns wie für den Feind unhaltbar durch das Feuer der beiden Artillerien und 
ist von keinem der beiden Gegner beseht. In der Wodè#re nahm der Feind Fühlung 
mit unseren Vorposten in der Richtung Blanzée und Moranville, wo selne Versuche, 
gegen die Cöte 2585 sich zu entwickeln, scheiterten. In den Vogesen Artilleriezweikampf 
am Hartmannsweilerkopf. In der Gegend von Senones haben wir eine feindliche 
Abteilung unter Feuer genommen und zerstreut. (W. T. B.) 
  
      
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
      
  
Die Beute von Durazzo. 
Wien, 25. Februar. Amittlich wird verlautbart: 
ZKussischer und ltalienischer Kriegsschauplatz. JNichts von besonderer 
Bedeutung. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Lnsee Truppen haben in Durazzo bis jetzt 
an Beute eingebracht: 23 Geschütze, darunter 6 Küstengeschütze, 10000 Gewehre, 
viel Artilleriemunition, große Berpflegungsvorräte, 17 Segel, und Dampfstschiffe. 
Allen Anzeichen zufolge ging die Flucht der Italiener auf ihre Kriegeschiffe in 
größter Unordnung und Hast vor sich. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Eine deutsche Drotestnote an Dortugal. 
Berlin, 28. Februar. Die koaiserlich deutsche Kegierung hat wegen der 
Beschlagnahme deutscher Schiffe in portugiessschen Hafen an Dortugal eine energische 
Note gerichtet, in der das portugiesische Borgehen als unfreundlicher Schritt bezeichnet 
und die Rückgängigmachung der Beschlagnahme verlangt wird. Die Note fußt 
darauf, baß sich die portugiesssche Kegierung über die im deutsch-portugiesischen 
Handelsvertrag vom 30. November 1908 enthaltene Bestimmung hinweggesetzt hat, 
wonach vor Anordnung einer derartigen Maßnahme dle Interessenten davon in 
Kenntnis zu setzen sind. (Berliner Zeitungen.) 
Lissobon, 25. Februar. Geuter-Meldung.) Ministerprässdent Cosia erklärte 
in der Kammer im Anschluß an seine bereits gemeldeten Ausführungen über die 
       
          
      
      
     
  
  
   
   
     
    
  
    
r 
      
     
    
  
  
      
     
. r-* 
rES— 
. 
      
     
   
  
  
  
     
   
W 
X— 
#### 
     
  
    
    
r ——— ONO —00 +—— — ##t# ### | 
—— —J = s“s
        <pb n="72" />
        Beschlagnahme der deutschen und österreichischungarischen Dampfer, es seien auf 
mehreren Schiffen Zerstörungen vorgekommen. Den Dampfer „Bülow“ habe man 
in die Luft sprengen wollen, was gerade noch rechtzeitig entdeckt und verhindert 
worden sei. Seiner Meinung nach sollte Hortugal den Bertrag mit Deutschland 
kündigen, so daß er am 5. Juni 1917 zu Ende ginge, und zwar, sagte Costa, in 
Lebereinstimmung mit Hortugals Interessen und sowohl aus Anstands= wie aus 
Nützlichkeitsgründen. Wir sind bereit, jeder Möglichkeit ins Auge zu sehen, die sich 
aus der Wahrnehmung unserer Rechte ergibt. (W. T. B.) 
Die Flucht der Jtaliener aus Durazzo. 
ZKom, 28. Februar. Die Agenzia Stefani meldet: Trotß schlechten Wetters, 
das im ganzen unteren Adriatischen Meer anhielt, und nachdem unsere Schiffe die 
feindlichen Zatterien zum Schweigen gebracht hatten, die sie auf der Straße am 
Strande unter Feuer gehalten hatten, wurden alle italienischen Truppen, die vorüber- 
gehend nach Durazzo geschickt worden waren, um die Einschiffung der Serben, 
Montenegriner und Albanier zu schützen, ohne jeden Zwischenfall eingeschifft und 
nach unserer Zasis Balona gebracht. Das noch brauchbare Material wurde eben- 
falls eingeschifft und das alte oder in schlechtem Zustand befindliche unbrauchbar 
gemacht oder zerskört. (W. T. B.) 
Eine deutsche Erklärung in Washington zum #-Boot-Krieg. 
Washington, 28. Februar. Geuter-Meldung.) Graf Bernstoff hat der 
Regierung mitgeteilt, daß Deutschland keinen Anlaß sehe, seine Anweisungen zur 
Versenkung bewaffneter Handelsschiffe ohne Warnung abzuändern oder ihr Inkraft= 
treten hinauszuschieben. Der Vertreter Oesterreich-Angarns machte der Regierung 
eine ähnliche Mitteilung. (W. T. B.) 
Washington, 28. Februar. (Keuter-Meldung.) Deutschland beauftragte den 
Grafen Bernstorff, den Zereinigten Staaten mitzuteilen, daß die Versscherungen, die 
bei der „Lusttania“= und „Arabic“-Angelegenheit gegeben wurden, noch immer gelten, 
sich aber nur auf friedliche Handelsschiffe beziehen. Wie verlautet, hält Deutschland 
daran fest, daß die bewaffneten Handelsschiffe, wie immer die Bewaffnung sein 
möge, der Zerskörung ohne vorherige Warnung unterliegen. (W. T. B.) 
Die Besatzung der „Westburn“ verhastet. 
Amsterdam, 28. Februar. Wie ein hiesiges Blatt erfährt, melden die „Times“ 
aus Teneriffa, daß die deutsche Zesatzung des Dampfers „Westburn“, als sie nach 
Versenkung des Schiffes an Land ging, von den spanischen Marinebehörden ver- 
haftet wurde, weil sie den Dampfer in neutralen Gewässern versenkt hatte. Der 
deutsche Kommandant erklärte, daß das Schiff infolge einer Kesselexplosion gesunken sei. 
London, 28. Februar. „Dailh Mail“ meldet aus Las Dalmas: Der 
Kommandant und die Drisenbesatzung der „Westburn“ wurden auf Ehrenwort 
freigelassen. (W. T. B.)
        <pb n="73" />
        Siegreiches Vordringen im Woëvregebiet. — Bisher gegen 
17.000 Gefangene; 78 Geschütze, 86 Maschinengewehre erbeutet. 
Großes Hauptquartier, 29. Februar. 
Westlicher Kriegsschaupfatz. Die verstärkte Artillerietätigkeit hielt an vielen 
Stellen an. 
Oestlich der Maas stürmten wir ein kleines Hanzerwerk dicht nordwestlich 
des Dorfes Douaumont. Erneute feindliche Angriffsversuche in dieser Gegend 
wurden schon in der Entwicklung erslickt. 
In der Wodêbre überschritten unsere Truppen Dieppe, Abaucourt, Blanzêe. 
Sie faduberken das ausgedehnte Waldgebiet nordwestlich von Watronville und 
Haudiomont und nahmen in tapferem Anlauf Manheulles sowie Champlon. 
Bis gestern abend waren an unverwundeten Gefangenen gezählt 228 Offiziere, 
165375 Mann. Ferner wurden 78 Geschütze, darunter viele schwere neuester 
Art, 86 Maschinengewehre und unübersehbares Material als erbeutet gemeldet. 
Bei der Försterei Thiaville (nordöstlich von Zadonviller) wurde ein vorspringender 
Teil der französischen Stellung angegriffen und genommen. Eine größere Anzahl 
Gefangener blieb in unserer Hand. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. Z.) 
Der französische Bericht über die Kämpfe in der Wosvre-Ebene. 
Daris, 29. Februar. (Amilicher Bericht von Moniag nachmittag.) In Belgien beschossen 
unsere Zaiterien die deutschen Einrichtungen gegenüber von Sienstraate. In der Champagne 
gelang es dem Feind, in der Gegend der Farm Navarin, im Norden von Souain, durch einen 
Handstreich in einige Teile unserer vorgeschobenen Linle und unseres Unterstühzungsgrabens 
einzudringen. 
In der Gegend nördlich von Derdun dauert die heftige Zeschießung fort, besonders in dem 
mitileren Abschnitt und in dem rechten Abschnitt gegen Norden. Auf die Cote Hoivre wurde 
kein neuer Angriffoversuch gemachi. Gestern am Abend versuchten die Deutschen wiederum 
mehrmals, uns das Dorf Douaumont zu entreißen. Ihre Anstrengungen brachen sich an dem 
Widerstand unserer Truppen, die auch durch die wütendsten Angriffe nichit zum Wanken gebracht 
wurden. Am Fort Douaumonit, das eng umschlossen bleib., ist die Lage unverändert. Auf dem 
Gelände des Dorfes Zaux ist der Kampf weniger heftig. Im Woevre nahm der Feind gestern 
abend und im Taufe der Nacht eine lebhaftere Haltung an. Die Eisenbahnstation Eix wurde 
durch Angriff und Gegenangriff der beiden Gegner genommen und wiedergenommen. Sie 
blieb in unserm Besitz. Alle Angrisse gegen die Höhe 255, südöstlich von Eix, waren nicht 
imstande, uns davon zu vertreiben. Ein weiter südlich angesetzter deutscher Angriff gegen 
Manheulles scheiterte vollskändig. Unsere Artillerie erwiderte energisch die feindliche Zeschießung 
auf der ganzen Front. 
In den Vogesen beschossen wir feindliche Quartiere in der Gegend von Banede-Sapt. 
(Amtlicher Bericht von Montag abend.) In den Argonnen haben unsere schweren und 
unsere Feldbatterien ihr Feuer auf die Zugangsstraßen des Feindes gerichtet, besonders in der 
Gegend des Gehölzes von Chepppy. Am Morgen haben wir beis Hügel 236 eine Mine 
springen lassen und den Trichter besetzt. 
  
— 
rm0 
“
        <pb n="74" />
        In der Gegend nördlich von Verdun ist die Tätigkeit der beiderseitigen Artillerien noch 
immer sehr lebhaft außer im Abschnitt wesilich der Maas, wo ein gewisses Nachlassen der 
seindlichen Zeschießung gemeldei wird. Die Deutschen haben im Laufe des Tages mehrere 
Teilangriffe versucht, die durch unser Feuer und unsere Gegenangriffe zurückgewiesen wurden. 
Zesonders westlich des Fort Douaumont haben unsere Truppen einen Kampf Mann gegen 
Mann geliefert; der Gegner wurde aus elner kleinen Kedoute vertrieben, in der er sich hätte 
einrichten könmnen. Im Woevre sind zwei Angriffe auf Fresnes vollständig gescheitert. 
In TLothringen hat sich unsere Artillerie sehr tätig gezeigt in den Abschustten Reillon, 
Domevre und Badenweiler. 
Jtalienische Artillerietätigkeit am Isonzo. 
Wien, 20. Februar. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer und süböstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern nachmittag war das italienische 
Geschützfeuer gegen Teile des Göczer Brückenkopfes und die Hochfläche von Doberdo 
wieder lebhafter. Der Stellvertceter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T B.) 
Ein Geheimbefehl des General Joffre. 
Berlin, 29. Februar. Unter den in den lehten Tagen erbeuteten Dapieren 
befindet sich folgender Zefehl aus dem französischen Hauptquartier: 
„Gr. H.-Qu. Gen.-Stab. No. 18630. Geheim. 31. Jan. 1915. 
Anweisung für die Oberbefehlshaber der Heeresgruppen. 
Mehrfach hat der Feind in der letzten Zeit an verschiedenen Stellen unserer Front 
kleine örtliche Angriffe gemacht. Jedesmal hat er Erfolg gehabt und ihn be- 
hauptet. Dieser Zustand kann nicht fortdauern, ohne die Stimmung der Armee 
zu drücken. Ich kann nicht zulassen, daß die Zeitspanne des Abwartens, die 
wir durchmessen, zur Tatenlosigkeit führt. Die Führung aller Dienstgrade muß 
muß sich darauf einrichten, den deutschen Unternehmungen zuvorzukommen und 
sie zurückzuweisen. Das wird ssch, ohne die Infanterie allzu großen Verlusken 
auszusehen, dadurch erreichen lassen, daß jedesmal die gesamte zur Verfügung 
stehende Artillerie (schwere Artillerie, Feldartillerie und Grabenartillerie) un- 
verzüglich zur Wirkung gebracht wird, unter einem Einsatz von Munition nach 
Ermessen. Auf diese Weise wird der Gegenangriff gelingen können, indem er 
entweder sofort einsetzt und dem Feinde keine Zeit släßt, sich einzurichten, oder 
sobald als möglich, aber dann nach einer neuen und gründlichen Artillerie, 
vorbereitung. Die Anweisung vom 20. Januar 10915 gibt hierzu alle not, 
wendigen Fingerzeige. gez. Joffre.“ (W. T. B.) 
Englische Angriffsversuche im Irak abgewiesen. 
Konstan tinopel, 28. Februar. Das Hauptaquartier teilt mit: An der Irak, 
front wurde in der Nacht zum 22. Februar ein feindlicher Bersuch, überraschend
        <pb n="75" />
        gegen unsere Stellung bei Felahie vorzurücken, leicht zurückgewiesen. Am 23. Februar 
versuchte der Feind, gegen unseren linken Flügel ungefähr ein Bakaillon in Schaluppen 
zu landen, wurde aber durch unser Feuer daran gehindert. 
An der Kaukasusfront kein wichtiges Ereignis. 
An den Dardanellen bombardierten feindliche Schiffe vom 22. bis zum 24 Fe- 
bruar zu verschiedenen Stunden und mit Zwischenpausen Teile der Küste von Ana- 
tolien und RKumelien. Sie wurden jedesmal durch unsere Küstenbatterien gezwungen, 
ihr Feuer einzustellen und sich zu entfernen, ohne ingendein Ergebnis erzielt zu 
haben. Einer der seindlichen Flieger, der die Meerengen überstog, wurde von einem 
unserer Flieger angegriffen und vertrieben. (W. DT B.) 
Deutschland und die NMiederlande. 
Haag, 29. Februar. Der Minister des Aeußeren gab heute in der ersten 
Kammer folgende Erklärung ab: Ich kann mit der größten Zestlimmtheit versichern, 
daß zwischen den Niederlanden und Deutschland kein geheimes Zündnis besteht oder 
semals bestanden hat, auch kein geheimes Abkommen oder eine VZerabredung, und 
daß auch noch nie ein Versuch unternommen worden ilst, Zerhandlungen darüber 
anzuknüpfen. Am 3. Augussf 1914 teilte der deutsche Gesandte mir mündlich im 
Auftrage seiner Regierung mit, daß Deutschland, wenn die Niederlande neutral 
bleiben, die Neutralität achten wird. Auch dem niederländischen Gesandten in Berlin 
wurden sehr besiimmte Erklärungen gegeben. (W. T. B.) 
Waschington, 29. Februar. (Reuter--Meldung.) In der heutigen Kabinetts- 
sitzung wurde die deutsche Denkschrift besprochen. Man beschloß, die weiteren Mit. 
teilungen abzuwarten, die von Berlin unterwegs sind und die die angeblichen In- 
struktionen betreffen, welche den britischen Handelsschiffen zum Angriff auf Untersee- 
boote gegeben wurden. (W. T. B.) 
Drinz Mirko gegen König Nikolaus. — Die Friedensbitte des Königs 
und seine Flucht. — Die durch Frankreich verhinderte Korrespondenz mit 
dem König. 
Wien, 29. Februar. Prinz Mirko, der Serdar Bukotic und die in Montenegro zurückgebliebenen 
Minister, und zwor der Juskizminister Kadulovic, der Minisker des Innern Dopovic und der 
Kriegsminister IJsesovic, haben sich an die k. u. k. Kegierung mit der BZi#te gewandt, eine 
Erklärung der Oeffentlichkeit zu übergeben, in der es unter anderem heißt: 
Nach längeren Beratungen bat die königliche Regierung im Einvernehmen mlt dem König 
die k. u. k. Regierung mit einem Telegramm vom 31. Dezember um Frieden. Gleichzeitig 
wendete sich seine Masestät der König mit einer telegrophischen Bitte aon Seine k. u. k. Aposkolische 
Masestät um seine Vermittlung, damit uns desto günstigere Friedensbedingungen zugestanden 
würden. Am 6. Jonuar wurde der k. u. k. Regierung mitgeteilt, daß die vorgeschriebene Art 
und Weise der Waffenablieserung praktisch undurchführbar und demütigend sei. Gleichzeitig 
verlangten wir, daß gemäß dem (llebereinkommen die Deleglerten zwecks Derhandlungen 
zusammenirelen mögen. Denselben Tag, gegen 4 Uhr nachmittags, reiste der König ohne Wissen 
der Regierung nach Skutari ab und von da über Medua nach Italien. Eln solcher Abgang 
  
- +o# —# 
sr
        <pb n="76" />
        —6 ##r . 
Brmsn— 
1us S#—-. 
r 
    
  
            
    
  
     
  
       
   
      
    
    
   
  
   
  
  
    
    
    
M 
des Königs machte einen niederschmetternden Eindruck auf Heer und Volk. Es enistand elne 
allgemeine Berwirrung und die Gefahr innerer Anordnungen, was uns drei Minister bewogen 
hat, unsere Kegierungssunklionen auch weiterhin ouszuüben und die begonnenen Berhandlungen, 
welche mii Erfolg zu Ende geführt wurden, fortzusetzen, indem dle Waffen als Staalseigentum 
im Lande verblieben und Heer und Volk ruhig nach Hause zurückkehren konnten, wodurch ohne 
Zweisel das Land vom schließlichen Unlergange gerettet wurde. 
Die Regierung hat nicht zusammen mit der königlichen Familie das Land verlassen, mit 
Ausnahme des Ministerpräsldenten, welcher allein weder die Regierung repräsenliert noch namens 
derselben irgendwelche Entscheldungen kreffen kann. König Nikolaus hat nicht zum Zwecke der 
Ermutüigung der Truppen und zum Widerstande ein Mütglied seines Hauses und drei Regierungs- 
mitglieder im Lande zurückgelassen, da diese drei Milglieder der Regierung von der Abreise des 
Königs nichts gewußt haben und schließlich hal König Nikolaus weder von Skutari noch von 
Medua oder von Jialien aus weder Geiner Königlichen Hoheit dem Prinzen Mirko noch der 
königlichen Kegierung oder General Janko VBukotic irgendwelche Anordnungen dahin erteilk, daß 
das Heer sich auf Skutari zurückziehen solle. 
Dodgoriha, 4. Februar (a. St.) 1916. 
(Unierschriften): Drinz Mirko, J. Bukotic, M. Kadulovic, R. Dopovic, K. Gsesovie. 
Wie das k. u. k. Telegraphen-Korrespondenzbureau erfährt, hat das Frledensansuchen, welches 
König Nikolaus unter dem 31. Dezember (a. Sk.) an Seine k. u. k. Apostolische Majestät 
gerichtet hatte, in deuischer #lebersetzung solgenden Wortlaul: 
„An Seine Kaiserliche und Königliche Apostolische Majeskdt Franz Josef I., Wien. 
Eure Majestät! 
Nachdem Ihre Truppen heuie meine Haupistadi besetzt haben, befindet sich die 
montenegrinlsche Regierung in der Nolwendigkeit, sich on die k. u. k. Regierung zu wenden, 
um sie unier Einstellung der Feindseligkeiten um Frleden zwischen den Siaaten Eurer 
Kalserlichen Majesiäl und meinem Lande zu bitien. Da die Bedingungen eines glück. 
lichen Slegers hart sein können, richte ich im voraus an Eure Masestat die Bitte, sich 
für einen Frieden einzusetzen, der ehrenvoll und würdig des Drestiges eines Volles ist, 
das in früheren Zeiten Ihr Hohes Wohlwollen, Ihre Achlung und Ihre Sympathien 
genossen hat. Ihr edles und ritterlich empfindendes Herz wird, hoffe ich, diesem Volke 
keine Demütigung antun, welche es nicht verdient. gez. Nicolas.“ 
Am Tage darauf (den 14. Januar 1016) erfolgte das Antworttelegramm Seiner k. u. k. 
Aposiolischen Majestäl und der k. u. k. Regierung, welche laulele: 
An Seine Masestät König NUlkolaus von Montenegro. 
„Es gereicht mir zur Genugluung, daß Eure Masestät sich bereit erklären, den nun- 
mehr zwecklos gewordenen Widerskand aufzugeben. Die Bedingungen der Einstkellung 
der Feindseligkeiten sind Euerer Majestät bereits im Wege meines Armeeoberkommandos 
bekannigegeben worden. Auf den Vorschlag der monienegrinischen Keglerung wird 
derselben dle Antwort meiner Fegierung zugehen. Franz Josef.“ 
Enlsprechende Telegramme sind gleichzellig zwischen der montenegrinischen und der österreichtsch- 
ungarischen Regierung gewechseli worden. 
Wie am 17. Februar bekannigemacht wurde, hat die k. u. k. Regierung, einer Bitlte der 
in Monienegro zurückgebliebenen monienegrinischen Minister enisprechend, den Versuch unler- 
nommen, ein Schreiben der genannken montenegrinischen Würdenträger an ihren In Frankreich 
weilenden König durch Dermittlung der könlglich spanischen Regierung an seine Zestimmung 
gelangen zu lassen. Einer Miteilung der zu diesem Zwecke in Anspruch genommenen neutralen 
Stelle zufolge, haben sich der beabsichligten Zusiellung unvorhergesehene von Frankreich aus- 
gehende Hindernisse in den Weg gestellt, die es unmöglich machten, die montenegrinische Bitli- 
schrift um die Ernennung von Friedensunterhändlern König Nikolaus auszuhdndigen. (W. T. B.) 
F 
F 
V 
     
   
    
    
        
      
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
        
        
      
    
    
    
        
      
    
    
    
    
    
    
    
    
    
     
  
     
    
    
   
2 S. 
S## 
   
5 7 CÖC6Ö
        <pb n="77" />
        Artilleriekämpfe an der Westfront. 
Großes Hauptquartier, 1. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Die Artillerietätigkeit war auch gestern an vielen 
Stellen der Front sehr rege, besonders auf feindlicher Seite. An mehreren Teilen 
verfolgte der Gegner damit freilich nur Täuschungszwecke. Dagegen schien er im 
Lsergebiet, in der Champagne sowie zwischen Maas und Mosel befsirebt zu sein, 
uns ernstlich zu schädigen. Er erreichte das Ziel nicht. 
Im Tuftkampf wurde ein englischer Doppeldecker bei Menin bezwungen; die 
Insassen sind gefangen. Zwei französische Doppeldecker holten die Abwehrgeschütze 
herunter: den einen bei ZBezaponin, nordwestlich von Soissons, Insassen gefangen, 
den anderen dicht südwestlich von Soissons, Insassen wahrscheinlich kot. Ein von 
dem Leutnant der FKeserve Kuehl geführtes Flugzeug, Beobachter Leutnant der Reserve 
Haber, brachte einen militärischen Transportzug auf der Strecke Besangon —Zusseh 
durch Bombenabwurf zum Halten und bekämpfte die ausgestiegene Transportmannschaft 
erfolgreich mit seinem Maschinengewehr. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Nichts von besonderer Zedeutung. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Unveränderte Lage an den k. u. k. Fronten. 
Wien, 1. März. Amtlich wird verlautbart: Die Lage ist überall unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T B.) 
Drei französische und ein englischer Hilfskreuzer versenkt. 
Berlin, 1. März. Von unseren U-Booten wurd en zwei französische Hilfs- 
kreuzer mit je vier Geschützen vor Le Havre und ein bewaffnefer englischer 
Bewachungsdampfer in der Themsemündung versenkt. 
Im Mittelmeer wurde laut amtlicher Meldung aus Daris der französische 
Hilfskreuzer „La Drovence“, der mit einem Truppentransport von 1800 Mann 
nach Saloniki unterwegs war, versenkt. Nur 696 Mann sollen gerettet sein. 
Das am 8. Februar an der shyrischen Küste versenkte französische Kriegsschiff 
war, wie die Meldung des zurückgekehrten U-Bootes ergibt, nicht das Linien= 
schiff „Guffren“, sondern der DPanzerkreuzer „Amiral Charner“. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
  
  
shher r*ie — 
»Ehe-IMMEqu
        <pb n="78" />
        **—. ———————0#3 —— 
Su — 
        
      
    
        
          
      
          
        
      
    
    
    
    
    
    
    
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
Die Beschlagnahme der deutschen Dampfer in den portugie- 
sischen Kolonien. 
London, 29. Februar. Cloyds meldet aus Fahal auf den Weoren, daß die 
deutschen Dampfer „Sardinia“ und „Schaumburg“ und die deutsche Bark „Nax“, 
welche dort liegen, auf Zefehl aus Lissabon unter die portugiesische Flagge gestellt 
wurden. (W. T. B.) 
Die englischen Verluste in Salonikl. 
Rotterdam, 1. März. Der „Notterdamsche Courant“ meldet aus LCondon 
vom 29. Februar: Im Unterhaus hat Unterskaatssekretär Tennant heute mitgeteilt, 
daß die Berluske der in Saloniki siehenden Truppen bis zum 20. Februar beinahe 
1500 Mann betrugen. 
Ein deutsches Flugzeug über der englischen Südoskküste. 
London, 1. März. (Amtlich.) Ein deutsches Marineflugzeug überflog heute 
abend einen Teil der Südostkküsse und warf mehrere Bomben ab. Militärischer 
Schaden wurde nicht angerichtet. Ein Kind im Alter von 9 Monaten soll getötet 
worden sein. (W. T. B.) 
Die Torpedierung des Truppentransportdampfers „Drovence“". 
DHaris, 1. März. Die Agence Havas meldet vom 29. Februar: Der Hilfs- 
kreuzer „Drovence II“, der angewiesen war, Truppen nach Saloniki zu bringen, lsst 
am 26. Februar im Mittelmeer gesunken. Nach hier eingetroffenen Berichten wurden 
296 Schiffbrüchige in Malta gelandet und ungefähr 400 von französischen und 
englischen Datrouillenfahrzeugen, die auf den drahtlosen Hilferuf herbeigeeilt waren, 
nach Milos gebracht. Nach Erklärungen des Abgeordneten Zokanowsko, der dem 
Generalstab des Heeres zugeteilt ist, wurde weder, ehe das Schiff sank, noch während 
des Anterganges ein Periskop gesehen. Auch von einem Torpedo wurde keine Spur 
wahrgenommen, noch auch im Augenblicke der Explosson eine Wassersäule bemerkt. 
Es wurde fortwährend gewacht. Die Bedienungsmannschaft der Geschütze blieb 
bis zum letzten Augenblick auf ihren Hosten. Es befanden sich mit der Besatzung 
ungefähr 1300 Mann an Zord. Das Wetter war klar, es herrschie nur leichter 
Nebel. Das Schiff scheint nur an den Zordwänden beschädigt worden zu sein. Es 
wurde rückwärts getroffen und sank in 14 Minuten. Man weiß nicht, ob man die 
Flöße, die sich in genügender Anzahl an Bord befanden, benutzen konnte. Zehn 
Schiffe befinden sich an der Unfallstelle. Die Untersuchung wird fortgesetzt. 
Reuter meldet dazu ergeanzend aus Daris vom 29. Februar, daß nach einem 
Bericht des französsschen Marineskabes um 3 Uhr nachmittags auf Milos 480 Schiff. 
brüchige gelandet wurden und weitere 89 von einem Datrouillenfahrzeug dorthin
        <pb n="79" />
        gebracht werden würden. Soweit bekannt, seien im ganzen 870 Mann gerettet 
worden. 
Amtlich wird bekanntgegeben, daß die „Drovence II“ fünf 14,cm., zwei sr##mm-, 
vier 47 mm-Geschütze an Bord hatte. (W. T. B.) 
Erfolgloser französischer Angriff auf Douaumont. 
Großes Hauptquartier, 2. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Die Lage hat im wesentlichen keine Aenderung 
erfahren. 
Im sergebiet war der Feind mit Artillerie besonders tätig. 
Auf dem östlichen Maasufer opferten die Franzosen an der Fesie Douaumont 
abermals ihre Leute einem nutzlosen Gegenangriffsversuch. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf dem närdlichen Teile der Front erreichten 
die Artilleriekämpfe teilweise größere Lebhaftigkeit. Kleinere Anternehmungen unserer 
Vorposten gegen feindliche Sicherungsabteilungen hatten Erfolg. 
Nordwestslich von Mitau unterlag im Tuftkampf ein russisches Flugzeug und fiel 
mit seinen Insassen in unsere Hand. Insere Flieger griffen mit Erfolg die Bahn., 
anlagen von Molodeczno an. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Michts Neues an den k. u. k. Fronten. 
Wien, 2. März. Amtlich wird verlautbart: Jirgends besondere Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Ein französischer Minensucher torpediert. 
London, 2. März. „CTloyds“ meldet: Der Minensucher „Au FKevoir“ wurde 
von einem deutschen Unterseeboote korpediert. Die Zesatzung wurde gerettet. (W. T.B.) 
Englischer Landungsversuch bei Akkaba zurückgeschlagen. — Die 
Niederlage der Engländer bei Aden. 
Konstantinopel, 2. März. (Bericht des Hauptquartiers.) Einige feindliche 
Kreuzer und Torpedoboote haben zu verschiedenen Zeiten und in Zwischenrdumen 
unwirksam den Strand von Sed-ül-Bahr und von Tekke Burun beschossen und 
ebenso in den Gewässern von Smyrna offene Städte ohne Verteidigungsanlagen, 
nämlich Kuschadassi und einige südlich davon gelegene Ortschaften. Darauf zogen 
sie sich zuräck.
        <pb n="80" />
        Xu — 
E 
   
Am 29. Februar drang ein englischer Kreuzer in den Golf von Akkaba ein 
beschoß unser Lager am Lfer und landete unter dem Schutze eines Kriegsschiffes 
ungefähr 300 Soldaten. Unsere Soldaten und freiwilligen Krieger setzten sich zur 
Wehr und vertrieben in der darauffolgenden Schlacht, die sechs Stunden dauerte, 
den Feind völlig vom Strande. Ein zweiter Versuch des Feindes, uns zu beun- 
ruhigen, schlug fehl. Die feindlichen VBerluste sind ziemlich groß. Unsere freiwilligen 
Streitkräfte hielten sich während des Kampfes bewunderungswürdig. 
VBon der Jemenfront wird in Ergänzung des letzten Berichtes gemeldet, daß 
beim setzten Kampf bei Dafüuch zwischen Scheik Osman und Tahdj der Feind 
100 Tote hatte, darunter einen englischen General und den Führer des Landungs- 
korps. Außerdem verlor der Feind zahlreiche Transporttiere. Der Feind machte 
während der Schlacht Gebrauch von giftigen Gasen. Der Emir der Stämme der 
Küstengegend von Aden bis Hadramaut kam nach der Schlacht von Dasüch und 
bot der osmanischen Regierung seine Anterwersung an. Die öftliche und westliche 
Küstengegend von Aden kam so unter osmanische Herrschaft. In Wirklichkeit haben 
die Engländer nur einen schwachen Einfiuß auf Aden und Scheik Osman. 
VBon der Irak, und Kaukasusfront sind keine Nachrichten eingelaufen. (W. T. B.) 
Wilsons Haltung zum Ul-Boot-Krieg. 
Washington, 2. März. Geuter-Meldung.) Im Senat sagte Stone, die 
Haltung des Präsidenten sei die, daß er, wenn ein deutsches Ul.oot ein bewaffnetes 
Handelsschiff versenkte, Deutschland wegen eines ungesetzlichen Aktes zur Verant- 
wortung ziehen, und wenn Deutschland auf seinem Standpunkt beharrte, geneigt 
sein würde, die Zeziehungen abzubrechen und die Angelegenheit dem Kongreß zu 
unterbreiten, der über den Krieg zu entscheiden hat. 
Stone mißbilligt die Haltung des Dräsidenten, da er der Anschauung sei, daß 
ein bewaffnetes Handelsschiff einem Kriegeschiff gleichkomme. (W. T. B.) 
  
Dorf Douaumont von deutschen Truppen genommen. 
Großes Hauptquartier, 3. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Südöstlich von Ipern am Kanal brachen die 
Engländer in die Stellung „Bastion“ ein, die wir ihnen am 14. Februar abgenommen 
hatten, und stießen sogar in schmaler Front bis zu unserem früheren vordersten Graben 
durch. Aus diesem wurden sse sofort wieder geworfen, in einzelnen Teilen der Bastion 
halten sie sich noch. 
Südlich des Kanals von La Bassée kam es im Anschluß an feindliche Spren- 
gungen vor unserer Front zu lebhasten Nahkämpfen. 
In der Champagne steigerte die feindliche Artillerie ihr Feuer stellenweise zu 
großer Heftigkeit. 
Im Bolantewalde (nordöstlich von La Chalade in den Argonnen) wurde ein 
französischer Teilangriff leicht abgewiesen. 
   
  
  
    
  
O 
e#s 
0 r— 
G '" 1#...
        <pb n="81" />
        2 
  
  
Auf den Höhen östlich der Maas säuberten wir nach kräftiger Arlillerie- 
vorbereitung das Dorf Douaumont und schoben unsere Linien wesilich und 
südlich des Dorfes sowie der Hanzerfeste in günstigere Stellungen vor. Leber- 
1000 Gefangene und 6 schwere Geschütze wurden eingebracht. 
Unsere Flieger belegten im Festungsbereich von Verdun französssche Truppen 
erfolgreich mit Zomben. Leutnant Immelmann schoß östlich von Douai sein neuntes 
feindliches Flugzeug ab, einen englischen Doppeldecker mit zwei Offizieren, von denen 
einer kot, der andere schwer verwundet ist. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Datrouillengesechte an der Düna öfkflich von 
Friedrichstadt sowie an der Serwetsch= und Scharafront. 
Balkankriegsschauplahßz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
JZuhe an den k. u. k. Fronten. 
Wien, 3. März. Amtlich wird verlautbart: Auf allen drei Kriegeschauplätzen 
andauernd Kuhe. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Neue Besprechung der drei skandinavischen Staaten. 
Kopenhagen, 3. März. (Meldung des Ritzauschen Zureaus.) König Christian von 
Dänemark hat die Ministerpräsidenten und Minister der auswärtigen Angelegenheiten von 
Schweden und Norwegen zu einer Zusammenkunft in Kopenhagen auf den 9. März eingeladen, 
um mit dem dänischen Ministerpräsidenten Zahle und dem Minister des Aeußern Scavenius 
die Fragen zu erörtern, die die Erfahrungen während des Krieges als vom gemeinsamen Interesse 
für die drei nordischen Reiche erwiesen haben. Die Zusammenkunft ist als Fortsetzung der 
Zusammenkunst in Malmö im Dezember 1914 zu betrachten und als ein neuer Ausdruck für 
das gute Berhältnis zwischen den drei Ländern und für den Wunsch, eine loyale und unparteüsche 
Neutralität aufrechtzuerhalten. König Gustav von Schweden hatte zuerst zu einer Zusammen. 
kunft in Stockholm eingeladen, aber auf Wunsch Dänemarks wurde Kopenhagen als Ort für 
die Zusammenkunft angenommen. (W. T. B.) 
Eine zweite „Möwe“ im Aermelkanal? 
Bern, 3. März. Nach einer Meldung des „Detit Journal“ aus Boulogne 
wurde im Kanal die Anwesenheit eines verdächtigen Schiffes, das die zweite „Möwe“ 
sein könnte, gemeldet. Das Schiff habe mit großer Schnelligkeit westwärts gekreuzt. 
Verschiedene Vorsichtsmaßregeln seien getroffen worden. Die englischen und fran- 
zössschen Kreuzer hätten Zefehl, das Schiff zu zerstören. (W. T. B.) 
Beschlagnahme deutscher Schiffe in Hortugiesisch-Indien. 
London, 3. März. Cloyds meldet aus Zombay: Auf allen deutschen Dampfern 
in der Murmagaobucht wurde die portugiesische Flagge gehißt. Die Deutschen 
wurden in Dansim (Hauptort von Goo) interniert. (W. T. B.) 
    
J# 7——0 
9 
7 
xX 
* 
* 
3 
    
  
I#### 
# 
. 
* 
2 
.
        <pb n="82" />
        1 2 71 „ d—.„t ##er — ks . —2 s I- 
JkoksåvTkos.åwsgoh.åw.zkm.såvdocH«WDCOOVIECLOHÄVFSCHDLAOHE 
r 
* 
V 
  
   
    
      
      
        
    
    
    
    
    
    
    
    
       
     
      
    
    
    
    
          
      
    
    
    
      
   
Ein englischer Minensucher im Mittelmeer torpediert. 
London, 3. März. Nach einer amtlichen Meldung der Admiralität wurde der 
englische Minensucher „Drimula“, der sich auf einer Hatrouillenfahrt befand, am 
1. März im östlichen Mittelmeer torpediert und sank. Die Besatzung wurde bis auf 
drei Mann gerettet und in Hork Said gelandet. (W. T. B.) 
Der amerikanische Senat und der Ul-Boot-Krieg. 
Washington, 3. März. Geuter-Meldung.) Der Senat hat den Antrag, die 
Beratung der Resolution Gores (wonach die Amerikaner vor der Benutzung bewaffneter 
Handelsschiffe gewarnt werden sollten) auf unbestimmte Zeit zu vertagen, mit 68 gegen 
14 Stimmen angenommen. 
Durch dieselbe Abstimmung, durch welche die Behandlung von Senator Gores 
Zesolution auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, wurden alle Resolutionen, in 
denen auf eine feiedlichere Taktik gegenüber Deutschland gedrungen wird, erledigt. 
Die Galerien waren voll von Menschen, und es ereigneten sich Szenen, wie 
ste sich seit der Kriegserklärung an Spanien nicht abgespielt hatten. Wilsons Freunde 
glauben, daß das Repräsentantenhaus wahrscheinlich morgen dem Beispiel des Senats 
solgen und den Drästldenten in seiner Holitik unterskützen werde. Man nimmt all- 
gemein an, daß Zesolutionen wie die von Gore zukünftig keine Aussichten mehr 
haben, durchzugehen. (W. T. B.) 
Französische Angriffe auf Dorf Douaumont abgeschlagen. 
Großes Hauptquartier, 4. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Die Kämpfe süböstlich von Ipern sind vor- 
Tldusig zum Stillstand gekommen. Die von uns vor dem 14. Februar gehaltene 
Stellung ist fest in unserer Hand, die Stellung „Bastion“ dem Feinde verblieben. 
Die lebhaften Feuerkämpfe in der Champagne dauerten auch gestern an. 
In den Argonnen scheiterte ein schwächerer feindlicher Angriff. 
Beiderseits der Maas verstärkten die Franzosen ihre Artillerietätigkeit und griffen 
nach bedeutender Steigerung ihres Feuers das Dorf Douaumoni und unsere an- 
schließenden Linien an. Sie wurden, teilweise im Nahkampf, unter großen Der- 
lusten zurückgeschlagen und verloren außerdem wieder über 1000 unverwundete Ge- 
sangene. Nach den bei den Auscaäumungsarbeiten der Kampffelder bisher gemachten 
Feststellungen erhöht sich die Beute aus den Gefechten seit dem 22. Februar um 
37 Geschütze, 75 Maschinengewehre auf 115 Geschütze, 161 Maschinengewehre. 
Bei Obersept (nordwestlich von Pfirt) versuchte der Feind vergebens, die ihm am 
13. Februar genommenen Stellungen zurückzuerobern. Sein erster Stoß gelangte 
mit Teilen bis in unsere Gräben, die durch Gegenangriff sofort wieder gesäubert 
wurden. Unser Sperrfeuer ließ eine Wiederholung des Angriffs nur teilweise zur
        <pb n="83" />
        Entwicklung kommen. Unter Einbuße von vielen Toten und Verwundeten sowie 
von über 80 Gefangenen mußte sich der Gegner auf seine Stellung zurückziehen. 
Oestlich er Kriegsschauplatz. In einem kleineren Gefechte wurden die Russen 
aus ihren Stellungen bei Alßewitschi (nordösilich von Zaranowitschi) geworfen. 
Balkankriegsschauplat Unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Die „Méöwe“ nach einem deutschen Hafen heimgekehrt. 
Berlin, 4. März. G. M. S. „Möwe“, Kommandant Korvettenkapitän 
Burggraf und Graf zu Dohna-Schlodien, ist heute nach mehrmonaliger erfolg- 
reicher Kreuzfahrt mit 4 englischen Offizieren, 29 englischen Seesoldaten und 
Matrosen, 166 Köpfen feindlicher Dampferbesahungen — darunter 103 Inder — 
als Gefangenen sowie 1 Million Mark in Goldbarren in einem heimischen Hafen 
eingelaufen. Das Schiff hat folgende feindliche Dampfer aufgebracht und zum 
größten Teil versenkt, zum kleineren als Prisen nach neutralen Häfen gesandt: 
„Corbridge“ 3687 Br.--Reg.-To. engl.] „Westburn“ 35300 Br.= Reg.-To. engl. 
„Autho'"“ 3496 „ „ „ „ „Horace 3335 „ „ „ „ 
„Trade' 3608 „ „ „ „ „Flamenco"“ 4629 „ „ „ „ 
„Arladne" 3035 „ „ „ „ „Edinburgh“ 
„Dromonby“ 3627 „ „ „ „ (Segelschiff) 1473 „ „ „ „ 
„Farringsord"“ 3146 „ „ „ „ „Saxon Prince“ 3471 „ „ „ „ 
„Clan Maciavish“ 5816 „ „ „ „ „Maron'"". 3100 „ „ „ franz. 
„Appam“ 771781 „ „ „ „ „Luxemburg“". 4322 „ „ „ beltg. 
GS. M. S. „Möwe“ hai ferner an mehreren Stellen der feindlichen Küste 
Minen gelegt, denen u. a. das englische Schlachtschiff „Edward VII.“ zum Opfer 
gefallen ist. 
  
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Ein russischer Uebergangsversuch über die Ikwa abgeschlagen. 
Wien, 4. März. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplat. Im Gebiete von Dubno versuchten die Russen 
gestern früh das linke Ikwa-Afer zu gewinnen. Sie wurden abgeschlagen. 
Die in der feindlichen Hresse immer wiederkehrende Nachricht von einer großen 
und glücklich fortschreitenden russischen Offensive am Dnjestr und bei Czernowih il 
selbstverständlich völlig unwahr. Unsere Front hat dort seif einem halben Jahre 
keinerlei Aenderung erfahren. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Süböstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert ruhig. Wie nunmehr festgestellt, 
wurden bei Durazzo 34 italienische Geschütze und 11400 Gewehre erbeutet. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.)
        <pb n="84" />
        Die Instruktionen für die britischen bewaffneten Handelsschiffe. 
London, 3. März. Anläßlich der deutschen Denkschrist über die Behandlung bewaffneler 
Kauffahrteischiffe hat die Admiralität in extenso die Instruktionen für die britischen Handels- 
schiffe, die zur Zerteidigung bewaffnel sind, veröffentlicht. Die Instruktionen tragen das Datum 
20. Oktober 1915. Die wichtigsten Sätze daraus sind folgende: 
Das Zecht von Handelsschiffen, sich gegen Durchsuchungen gewaltsam zur Wehr zu setzen 
und zu ihrer Selbstverteidigung zu kämpfen, wird im VBölkerrecht anerkannt und im deutschen 
Drisengesetz in einem Zusatz vom Juni 1044, also aus einer Zeit, wo bekannk war, daß eine 
Anzahl Schiffe zur Verteidigung bewaffnet wurde, ausdrücklich zugegeben. Die Bewaffnung 
geschieht ausschließlich zum Zweck, bei einem Angriff durch ein bewaffnetes feindliches Fahrzeug 
Widerstand zu leisten, und darf nicht zu irgendelnem anderen Zweck gebraucht werden. Die 
Schiffe müssen, ehe sie das Feuer eröffnen, die britische Flagge hissen. Die Erfahrung hat 
gelehrt, daß feindliche U1I. Boole zuweilen Handelsschiffe ohne vorherige Warnung angegriffen 
haben. Es ist deshalb wichtig, daß diesen Fahrzeugen und den Flugzeugen nicht gestattei wird, 
sich bis auf einen Abskand zu nähern, von dem aus ohne Warnung und mitl fast unbedingter 
Sicherheit des Erfolges ein Torpedo lanctert oder eine Bombe geworfen werden kann. Die 
Unterseeboote Englands und seiner Zundesgenossen haben den Befehl erhalten, sich keinem 
Handelsschiff zu nähern. Infolgedessen kann man annehmen, dasß sedes Ud Book und jede 
Flugmaschine, die absichtlich auf Handelsschiffe zufahren oder sie verfolgen, dies In feindlicher 
Absicht kun. In solchen Fällen kann das Handelsschiff das Feuer zur Selbstverteidigung er- 
öffnen, um vorzubeugen, daß das feindliche Fahrzeug oder die Flugmaschine sich bis auf einen 
Abstand nähere, in dem Berteidigung gegen einen plößlichen Bomben= oder Torpedoangriff 
unmöglich wäre. Ein bewaffnetes Handelsschiff, das der Mannschaft eines anderen in Seenot 
befindlichen Schiffes zu Hilfe kommt, soll keinen Kampf mit irgendeinem seindlichen Fahrzeug 
suchen, auch dann nicht, wenn es selbst angegriffen wird. Dabei kann aber das Feuer zur 
Selbsiverteidigung eröffnek werden. Man soll sich daran erinnern, daß die Flagge kein Beweis 
für die Nationalität ist. Deutsche U.Boote und bewaffneie Handelsfahrzeuge haben häufig die 
britische Flagge oder die einer verbündeten oder neutralen Macht verwendet, um sich unentdeckt 
zu nähern. Wenn die Benutzung einer Maskierung und einer falschen Flagge, um der 
Gefangennahme zu entgehen, eine legitim: Kriegslist ist, so könnte ihre Anwendung bei 
bewaffneten Handelsschiffen, die für die Verkeidigung bewaffnet sind, doch leicht zu einer falschen 
Auffassung führen. Diesen Schiffen ist es deshalb verboten, irgendeine Maskierung zu gebrauchen, 
die zur Folge haben könnte, daß man sie für neutrale Schiffe hält. 
Die Admiralität bemerkt dazu: Diese Instruktionen, die gegenwärtig gelten, sind die letzte 
Ausgabe. Es wurden mehrere aufeinanderfolgende Vorschriften erlassen, aber nicht, weil die 
Dolitik geändert wurde. Oiese ist immer gleich geblieben. Es handelt sich nur darum, den 
Wortlaut zu verbessern und den reinen defensiven Zweck der Bewaffnung der Handelsschiffe 
mit größerer Deutlichleit zu betonen. Die Admirali#t hat es infolge der falschen Deulung 
dieser Instruktionen und infolge der sehr gezwungenen Auslegung der durch die deutsche 
Regierung von früheren Instruklionen angeführten Teile für wünschenswert erachtet, diese 
Instruktionen in exlenso zu veröffentlichen, um die BZesorgnisse der Neutralen zu zerstören! 
Von zusiändiger Selle wird hierzu mitgeteill: 
1. Nachdem England drei Wochen lang geflissentlich versucht hat, die Existenz geheimer 
Angriffsbefehle in Zweifel zu ziehen, kann die britische Admiralität setzt anscheinend nicht mehr 
umhsn, den Inhalt der deutschen Denukschrift vom 8. Februar 1016 zu bestätigen. Sie ver- 
öffentlicht allerdings Instruktionen, die angeblich am 20. Oktober 10185 erlassen sein sollen. Der 
Dampfer „Woodfield“", ein Transporidampfer der britischen Admiralität, auf dem die deutscher, 
sells veröffentlichien britischen Instruktionen gefunden worden sind, hat aber England erst am 
  
  
* ti S— — - Nu » 
HZKNMZHMZMM — 
1250
        <pb n="85" />
        26. Oktober 1915 verlassen und halte dennoch Instrultionen vom 31. Mai 1915 an Bord. 
Die britische Admiralität wird sich also nicht wundern dürfen, wenn man vorlaufig annimmt, 
daß diese angeblich vom 20. Oktober stammenden neuen Instruklionen erst jeht angeserkigt sind. 
Dolllische Gründe haben es außerdem offenbar gleichzeitig wünschenswert erscheinen lassen, diese 
neuen Befehle gegenüber den früheren Befehlen in der Fassung abzumildern oder, wie der 
englischen Admiralitäl es auszudrücken beliebl, sie zu „verbessern"“. Das rteil über dlese „Ver- 
besserungsversuche“ und die angeblich falsche deutsche Inlerprekakion wollen wir gekrost den 
Neutralen überlassen, die sa die Photographien der deulscherseiks aufgefundenen Instrukkionen 
bereils lange in Händen haben. 
2. Es ist unwahr, daß die Anlage zur deulschen Prisenordnung vom Juni 1914 dem 
Handelsschiff ein Widerstandsrecht zugesteht. Der in Frage kommende Satz laulel: „Ceistet 
ein bewaffneles seindliches Kauffahrteischiff bewaffneken Widerstand gegen prlsenrechtliche Maß- 
nahmen, so ist dleser mit allen Mitteln zu brechen.“ Wenn dann weitler bestimmt wird, daß 
die Besatzung als kriegsgefangen zu behandeln ist, so ist dies lediglich aus Billigkeitsgründen 
geschehen, um die Besatzung ulcht leiden zu lassen für das Zefolgen der völkerrechlswidrigen 
Anweisungen ihrer Vorgesetzten. Dagegen bestimmt der Befehl, daß Passagiere, die sich an 
dem Widerstand beleiligen, als Seeräuber behandelt werden. Die Frage, wie ein Kauffahrtei- 
schiff zu behandeln ist, das gegen Krliegsschiffe angriffsweise von seinen Waffen Gebrauch macht, 
ist in dem Befehl überhaupt nicht berührk; Handelsschiffen gegenüber wird solches Zorgehen 
ausdrücklich als Seeraub bezeichnet. Es gehört schon die ganze Zerdrehungskunft der Engländer 
dazu, um aus diesem klaren Sah herauszulesen, Deutschland habe das Recht anerkannt, daß 
Handelsschiffe sich gewaltsam zur Wehr setzen und zu diesem Zweck sogar zum Angriff über- 
gehen dürsten. 
3. Die neuen Instruktionen enthalten nun ebenfalls den Befehl zum Angriff auf sedes in 
Sicht kommende U,.Zook. Der Versuch, diesen befohlenen Angriff zu einer Derteidigungs- 
maßnahme zu stempeln, ist mehr wie dürftig. Wie verträgk sich übrigens dieser Zefehl mil 
der feierlichen Zusicherung der englischen KRegierung in Washinglon, wonach brilische Handels- 
schiffe niemals feuern werden, wenn nicht zuvor auf sie gefeuert worden ist? 
Ausdrücklich sei schließlich noch feskgeskellt, daß die britische Admiralitäl lediglich auf Grund 
der von ihr aufgestellten allgemeinen Bermutung, daß sedes in Sicht kommende U,Bo### feind, 
liche Absichten habe, ihren bewaffneten Handelsschiffen den Zefehl zum sofortigen Angriff ge- 
geben hat. In keiner Wesse konnke die Schlußfolgerung des deulschen Weißbuches besser 
bestätigt werden, wo gesagt ist: Hiernach isk klargestelll, daß die bewaffneten englischen Kauf- 
fahrtelschiffe den amtlichen Auftrag haben, die deutschen Unterseeboote überall, wo sse in ihre 
Nähe gelangen, heimtückisch zu überfallen, also rücksichtslos gegen sie Krieg zu führen. (W. T. B.) 
Die Stärke der britischen Flottenbesatzung. 
London, 4. März. Geuter-Meldung.) Der heute veröffentlichte Marine= 
vorschlag sieht ein Hersonal von 350000 Mann vor. Das ist der einzige Aufschluß, 
den der Voranschlag gibt, denn für die einzelnen Diensizweige werden wie voriges 
Jahr je 1000 Pfd. Sterl., im ganzen 17 000 Pfd. Sterl., angegeben, so daß die 
Regierung sich also freie Hand vorbehält. (W. B. T.) 
Bitlis von den Russen besetzt. 
Detersburg, 4. März. Der amsliche Bericht vom 3. März 1016 meldet vom 
Kaukasus: Unsere Truppen drängen den Feind weiter zurück. In Richtung Bitlis 
versuchten die Türken bei Masra (23 Wersft südwestlich Bitlis) anzugreifen, wurden 
  
  
r— 
* 
S FV —— — J 
2 
1257
        <pb n="86" />
        +· . 5 5— 
— —5 
aber zurückgeschlagen. In dieser Gegend wird der Kampf unter besonders schwie- 
rigen Verhältnissen fortgesetzt; die Wegeverhältnisse sind ungemein schlecht, es herrscht 
strenge Kälte und tiefer Schnee. Soeben kommen Nachrichten, daß unsere Truppen 
in dieser Nacht die Stadt Bitlis im Sturm genommen haben; sechs Kanonea sind 
erbeutet. Unter den türkischen Gefangenen befinden sich 17 Offiziere, darunter ein 
Zegimentskommandeur. (W. T. B.) 
Der stalsenische Dampfer „Giava“ torpediert. 
Athen, 4. März. (Keuter-Meldung.) Ein britischer Dampfer kam im Diräus 
mit der aus s4 Mann bestehenden Besatzung des italienischen Dampfers „Java“ 
an, der von einem Ssterreichisch-ungarischen U.Boot versenkt worden ist. Die 
Besatzung war auf hoher See ausgenommen worden. 
(Es wird sich um den bereits gemeldeten Dampfer „Giava“ handeln, da es 
nach Kloyds FKegister einen italienischen Dampfer „Java“ nicht gibt.) (W. T. Z.) 
Heftige Artilleriekämpfe um Douaumont. 
Großes Hauptquartier, s. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Gegen Abend setzte lebhaftes feindliches Feuer 
auf verschiedenen Stellen der Front ein; zwischen Maas und Mosel war die fran- 
zösische Artillerie dauernd sehr tätig und beschoß zeitweise die Gegend von Douaumont 
mit besonderer Heftigkeit. Infanteriekämpfe fanden nicht statt. 
m unnötige Verluste zu vermeiden, räumten wir gestern den bei der Försterei 
Thiaville (nordöstlich von Zadonvillers) den Franzosen am 28. Februar entrissenen 
Graben vor umfassend dagegen eingesetzten feindlichem Massen Juer. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend von Illukt konnte ein von den 
ZKussen im Anschluß an Sprengungen beabsichtigter Angriff in unserem Feuer nicht 
zur Durchführung kommen. 
Vorstöße feindlicher Erkundungsabteilungen auch an anderen Stellen wurden 
abgewiesen. 
Balkankriegsschauplah#.Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Alles unverändert an den k. u. k. Fronten. 
Wien, s. März. Amtlich wird verlautbart: Die Lage ist überall unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstiabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T B.) 
Die Kämpfe östlich Verdun. 
Großes Hauptgquartier, 6. März. 
Westlicher Kriegsschauplatb. Lebhaste Minenkämpfe nordöstlich von Ver— 
melles. Die englische Infanterie, die dort mehrfach zu lleineren Angriffen ansetzte, 
wurde durch Feuer abgewiesen. 
  
  
0 * i EI ###t 
2s—. 
  
oct 9 N JNOO w#oßr r“ 
2— s — 
1256
        <pb n="87" />
        2 
  
—X— 
Auf dem ösilichen Maasufer verlief der Tag im allgemeinen ruhiger als bisher, 
immerhin wurden bei lleineren Kampfhandlungen gestern und vorgestern an Gefan- 
genen 14 Offizicre, 934 Mann eingebracht. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Luftschiffangriff auf die Docks von Hull. 
Berlin, 6. März. Ein Teil unserer Marineluftschiffe hat in der Nacht vom 
5. zum 6. März den Marinestühpunkt Hull om Humber und die dortigen Dock- 
anlagen ausgiebig mit Bomben beworfen; gute Wirkung beobachtet. Die Luft- 
schiffe wurden heftig, aber ohne Erfolg beschossen. Sie sind sämtlich zurückgekehrt. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. 
London, 6. März. In der Nacht zum Sonntag kreuzten zwei feindliche Luft. 
schiffe über der Nordostküste. Einige Zomben fielen nahe dem Lfer ins Meer. 
Bis jetzt war keine Nachricht darüber zu erhalten, ob am Lande Schaden angerichtet 
worden ist. (W. T. B.) 
Lawinengefahr auf dem itallenischen Kriegsschauplatz. 
Wien, 6. März. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer und süböstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kampftätigkeit ist seit mehreren Tagen 
durch außergewöhnlich Ktarke Niederschläge, im Gebirge auch durch Lawinengefahr 
fasi völlig aufgehoben. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Wie die „Möwe“ kämpfte. Gericht eines englischen Offiziers.) 
Frankfurt a. M., 6ö. März. In Tilbury find am Freitag 18 Offiztere und Mannschaften 
der „Cian Mactavish“ angekommen, jenes Schiffes, das von der „Möwe“ aufgebracht und in 
den Grund gebohrt worden ist. Wie die „Frankfurter Zeitung“ aus London meldet, erzählte 
der dritte Offzier der „Clan Mactavifh“ unter anderem: Der Kampf mit der „Möwe“ fand am 
Sonntag, den 16. Januar, skatt. Die „Clan Mactkavish“ fuhr ungefähr 100 Mellen südlich 
von Madeira, als sie zwei Schlffe sichtete. Das eine Schiff haite ein Licht am Vordermafkt. 
Wir überholten es rasch. Um s Uhr 50 Minuten gab das Schiff ein Morsesignal ab, und ich 
aniwortete. Das Schiff fragte: „Was für ein Schiff!'““ Wir fragten zurück, mit was für 
einem Schiff wir es zu tun hätten, und erhlelten dse Antwort: „Author“ von Liverpool. Darauf 
tellien auch wir unseren Namen mit. Plößlich erhielien wir das Signal: „Sofort floppen, ich 
bin ein deutscher Kreuzer!“ Der Kapitän gab allen Maschinisten Befehl, die größte Geschwindigkeit 
zu entfalten. Ich signalisierte aber zurück, daß wir skoppen werden. Es war dies also ein 
Bluff. Sobald das deutsche Schiff merkte, daß wir urcht hlelten, eröffnete es das Feuer. 
Unsere Kanonlere erhielten Zefehl, das Feuer zu erwidern, und nun begann der Kampf. Die 
erste Granate, die ankam, riß elnen Bentilator herunter und tötete einen Laskaren. Die nächsle 
  
* 38 
—## 
—.%2 
S’irs —
        <pb n="88" />
        Granate ging durch die Kabine des Stewards und des zweiten Offiziers und streute Splitter 
überall an Deck umher. Ein weiterer Schuß war ein Treffer auf die Kommandobrücke. Eine 
Granate pfiff uns über die Köpfe hinweg, eine sedoch traf den Oberieil des Maschinenraumes, 
tötete 17 Laskaren und verwundete 3. ODann traf eine Granate das Schiff unter der 
Wasserlinie. Jetzt gab der Kapitän Befehl, dem Feuer Einhali zu tun und das Schiff zu 
stoppen. Sobald die Deutschen unsere Signale sahen, gaben sie Antwort und stellten das Feuer 
ein. Mit mehreren Begleitmannschaften kam ein deutscher Offizter an Bord. Kapitän Oliver 
erschien, und der Deuische fragte, warum der Kapitän auf den deutschen Kreuzer gefeuert hätte. 
Der Kapitän erwiderte: „Ich seuerte, um mein Schiff zu schützen. Wenn meine Reglerung 
mir eine Kanone an Bord meines Schiffes skellt, so benutze ich sie auch, denn eine Kanone 
ist nicht zur Zerzierung da." Die Deutschen stellien uns nun auf Deck in einer Reihe auf. Sie 
sagien, daß seder, der eine Bewegung mache, erschossen würde. Nach einiger Zeit erhielten wir 
den Zefehl, in die Boote zu gehen. Das Boot des zwesten Off#ziers und meln Boot erhielten 
den Besehl, zum Begleitschiff der „Möwe“, der „Appam“, zu fahren, während der andere 
Schiffsoffizier und der Kapitän auf die „Möwe“ gebracht wurden. Am nächsten Tage wurden 
die anderen gefangenen Mannschaften von der „Möwe“ auf die „Appam“ gebracht und wir 
selbst auf die „Möwe“. Ein Name war nichi an dem Kreuzer angebracht. Aber an Kaisers 
Geburtstag erschienen die Deutschen in Gala mit dem Namen „Möwe“ auf den Müßen. Als 
wir von der „Appam“ fortfuhren, versenkien die Deutschen die „Corbridge“. Sie pinselten 
dann der „Möwe“ eine dunkelgelbe Farbe auf und nahmen noch andere Maskierungen vor. 
Nach 24 Tagen wurde die „Wesiburn“ gekapert. 228 Mann von uns wurden auf die „West= 
burn“ gebracht. Das Schiff siand unter Bewachung von acht Mann. Man hatte Bomben 
an dem Schiff angebracht, und als wir am 22. Februar in Tencriffa ankamen, wurde uns 
gedroht, daß wir alle in die Lufi gesprengt würden, wenn wir uns rührten. „Westburn“ fuhr 
von der Südseite her in den Hafen von Teneriffa ein, ein britischer Kreuzer kam von Norden. 
Als wir am nächsten Tage auf die „Athenic“ gebracht wurden, sahen wir, wie die „Westburn“ 
von den ODeutschen, die sie eine halbe Meile in die See hinausgebracht hatten, angesichts des 
britischen Kreuzers vor Teneriffa versenkt wurde. (W. T. B.) 
Deutschland und Japan. 
Berlin, 6. März. Die „Nordd. Allg. Zeitung“ schreibt: Verschiedentlich ist ver- 
breitet worden, der Bruch zwischen Deutschland und Japan hätte von deutscher 
Seite vermieden werden können. Die deutsche Regierung habe Gelegenheiten zu 
einer Berständigung mit Japan versäumt. Japan habe während der letzten Jahre 
eine politische Annäherung an Deutschland gesucht und sogar noch kurz vor Kriegs- 
ausbruch zu einer friedlichen Auseinandersehung wegen Kiautschou die Hand geboten. 
Die deutsche Regierung aber sei so verblendet gewesen, alle Angebote und An- 
ndherungesversuche, die u. a. in der Form eines Anleihegesuches an sie herangetreten 
seien, zurückzuweisen. 
Diese Erzählungen sind müßige Erfindungen, die seder tatsächlichen Grundlage 
entbehren. Wir sind ermächtigt festzustellen, daß die japanische Regierung unlemals 
und in keiner Form an Deutschland mit Anregungen der behaupteten Art heran- 
getreten ist. Was insbesondere die Zeit kurz vor dem Bruch mit Japan betrifft, 
hat das sapanische Kabinett mit dem damaligen Minister der auswärtigen An- 
gelegenheiten Zaron Kato nicht nur keine Verständigungsvorschläge gemacht, sondern 
jede Berhandlung abgelehnt.
        <pb n="89" />
        Das Schicksal des 33.-Infanterieregiments. — Ein geheimer Besehl s 
des Generals Pétain. 
Berlin, 6. März. Folgender Befehl des Generals Hétaln wurde bel elnem Gefangenen 
des französischen Infanterieregiments Nr. 33 gefunden. 
„Seit dem 21. Februar greift dle Armee des Kronprinzen mit der dußersten Kraft. 
anstrengung unsere Siellungen um Verdun an. Noch nie hat der Feind so viel Artillerie 
in Tätigkeit gesetzt, nie so viel Munition ausgewandt. Bereits hat er selne besten Armee- 
korps, die er seit mehreren Monaten sorgfältig in Kuhe hielt, auf dem Schlachtfelde 
restlos eingesetzt. Er erneuert seine Infanterieangriffe ohne Rücksicht auf schwere Ver- 
lusie. Alles beweist, welchen Wert Deutschland dieser Offensive bellegt, der ersten großen 
Stiüles, welche es seit über einem Jahre auf unserer Front versucht. Es beellt sich, 
einen Erfolg herbeizuführen, welcher einen Krieg beendet, unter dem seine Zevölkerung 
mehr und mehr leidet. Die Träume einer Ausbreitung im Orient schwlnden. Das 
Anwachsen der russischen und englischen Armeen rust Beunruhigung hervor. Der Auf- 
ruf des Kaisers, den uns Leberläufer gebracht haben, #K ein Eingeständnis der wahren 
#rsachen dieses verzweifelten Angriffs. Unser Zaterland, hat er gesagt, ist zu diesem 
Angrisse gezwungen, aber unser eiserner Wiülle wird den Feind vernichten, daher befehle 
lch den Angriff. 
Ihr eiserner Wille wird sich an unserer Standhaftigkeit brechen, wie in Lothringen, 
in der Dicardie, im Artois, an der User und in der Champagne, und schließlich werden 
wir sie bezwingen, und das Scheltern dieser verzweifelten Kraftanstrengung, bei der die 
besten Truppen, die ihnen noch blieben, sich vergeblich verbraucht haben werden, wird 
den Auftalt ihres Zusammenbruches bedeuten. Ganz Frankreich blickt auf uns. Noch 
einmal erwartet es, daß seder seine Pflicht bis zum lehten tut. 
(Unterschrift.) 
Der Kommandierende General der 2. Armee 
PDétain. 
  
Zusatz des Regimentskommandeurs: 
Diesem Erlaß des Generals Hétain, des ehemaligen Kommandeurs des 33. Reglments, 
hat der Oberst nur eines hinzuzufügen: 
Das 33. Regiment wird sich seines ehemaligen Kommandeurs würdig erweisen, das 
33. Kegiment wird, wenn nötig, zu skerben wissen, aber weichen wird es niemals. 
Zusatz des Bataillonskommandeurs: 
Dieser Befehl ist sofort den versammelten Kompagnien vorzulesen. 
Die Ereignisse haben dem französsschen 33. Infanterieregiment, an das der BZefehl sch 
wendet, folgendes Schicksal beschert: 
Am 3. und 4. März kämpfie es um das Dorf Douaumont. An beiden Tagen erlitt es 
starke Zerluste; die Gefangenen zeigten verzweifelte Stimmung, klagten über Führung und 
Berpflegung. Die Zahl der Gefangenen des Feglments erhöhte sich am s§. März auf 24 Offl. 
ziere und 874 Mann. Der anfeuernde Befehl des Armeeführers, der sich nicht scheut, mit 
einem natürlich nie erlassenen Aufruf des Kaisers zu arbeiten, hai das Regiment also nicht 
zum Siege geführt. (W. T. B.) 
Der „Zeppelin“-Angriff gegen das östliche England. 
London, 6. März. Das Kriegsamt keilt mit, doß, wie man glaubt, drei 
„Zeppeline“ am gestrigen Angriff auf England teilnahmen. Nachdem sie die Küste 
  
  
Z0 r. 2 +in rs +#n ' — r— — # 
*7 25 
1261
        <pb n="90" />
        s ¶¶¶ 
  
- 
  
—□——— J# —□— 
—s S 
überflogen hatten, schlugen sie verschiedene Richtungen ein, und man hatte den 
Eindruck, daß sie offenbar im unklaren darüber waren, wo sie sich befanden. 
Das heimgesuchte Gebiet war orkshire, Lincolnshire, Rutland, Huntingdon, Cam- 
bridgeshire, Norfolk, Essex und Kent. Im ganzen wurden ungefähr 40 Bomben 
abgeworfen. Es wurden, sowest bekannt ist, 3 Männer, 4 Frauen und s Kinder 
getötet und 33 Personen verwundet. Ferner wurden 2 Hausterrassen zerstört, 
1 Bureau, 1 Gasthaus, 1 Kaffeehaus und verschiedene Läden teilweise zerstört 
und ein Block von Armenhäusern ernstlich beschädigt. (W. T. B.) 
Das Dorf Fresnes erstürmt. 
Großes Hauptquartier, 7. März. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Kleine englische Abteilungen, die gestern nach 
starker Feuervorbereikung bis in unsere Gräben nordöstlich von Vermelles vor- 
gedrungen waren, wurden mit dem BZasonett wieder zurückgeworfen. 
In der Champagne wurde in überraschendem Angriff östlich von Maisons de 
Champagne unsere Stellung zurückgewonnen, in der sich die Franzosen am 11. Februar 
festgesetzt hatten. 2 Offiziere, 150 Mann wurden dabei gefangengenommen. 
In den Argonnen schoben wir nordöstlich von La Chalade im Anschluß an eine 
größere Sprengung unsere Stellung etwas vor. 
Im Maasgebiet frischte das Artilleriefeuer westlich des Flusses auf, östlich davon 
hielt es sich auf mittlerer Staärke. Abgesehen von Zusammenstößen von Erkundungs- 
trupps mit dem Feinde kam es zu Nahkämpfen nicht. 
In der Wodore wurde heute früh das Dorf Fresnes mit stürmender Hand 
genommen. In einzelnen Häusern am Westrand des Ortes halten sich die 
Franzosen noch. Sie büßten über 300 Gefangene ein. 
Eins unserer Tuftschiffe belegte nachts die Zahnanlagen von Bar-le-Duc aus- 
giebig mit Zomben. 
Oestlicher und Zalkankriegsschauplatz. Die TLage ist im allgemeinen un- 
verändert. Oberste Heeresleitung. (W. T. Z.) 
Siegreiche Aeberfälle gegen die Russen an der galizischen Front. 
Wien, 7. März. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegeschauplatz. Bei Karpilowka warfen Abteilungen der Armee 
des Generalobersten Erzherzog Josef Ferdinand den Feind aus einer Verschanzung 
und setzten sich darin fest. Nordwestlich von Tarnopol vertrieb ein österreichisch= 
ungarisches Streifkommando die Kussen aus einem 1000 m langen Graben. Die 
feindliche Stellung wurde zugeschüttet. Sowohl in dieser Gegend als auch am 
Dnjesir und an der beßarabischen Grenze war gestern die Geschütztätigkeif beider- 
seits reger.
        <pb n="91" />
        Italienischer und füdöstlicher Kriegsschauplatz. Lage unverändert. Keine 
besonderen Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Vertreibung der deutschen Kaufleute aus Togo. 
Condon, 7. März. (Amtlich.) Es wurde aus militärischen Gründen beschlossen, 
alle europäischen Kaufleute feindlicher Nationalität, die sich noch in Togo aufhalten, 
zu deportieren und alle deutschen Geschäfte zu schließen, denen bisher gestattet 
wurde, in den von den Briten besehten Teilen Togos Geschäfte zu treiben. 
(W. T. B.) 
Ein englischer Torpedobootszerstörer gesunken? 
Frankfurt a. M., 7. März. Die „Frankf. Ztg.“ meldet aus Amsterdam: In 
hiesigen Schiffahrtskreisen wird mit Beskimmtheit erzählt, daß vor der Humber- 
mündung der englische Torpedobootszerstörer „Murrahy“ gesunken sei. 22 Mann 
von der Besahung seien ertrunken. (W. T. B.) 
Zussische Truppenlandung östlich von Trapezunt. 
PDetersburg, 7. März. (Amtlicher Bericht vom 6. März.) Kaukasus front: 
Ansere Truppen landeten unter dem starken Feuerschutz der Flotte, besetzten in 
der Nacht vom 4. März Atina an der Küste des Schwarzen Meeres, östlich von Trapezunt, 
(#o Kilometer) und zwangen die Türken durch einen schnellen Vorskoß nach Süden, 
ihre Stellungen zu räumen. Bei diesem Kampfe machten wir 2 Offiiere, 
280 Mann zu Gefangenen, erbeuteten 2 Geschütze und Artillerie= und Infanterie- 
munition. Auf der Verfolgung besetßzten Abteilungen von uns am Morgen des 
5. März das Dorf Mapavra (85 Kilometer ösilich von Trapezunt) zwischen Atina und 
ZKize (65 Kilometer ösilich von Trapezunt). (W. T. B.) 
Französische Stellungen westlich der Maas gestürmt. 
3335 Franzosen gefangen. 
Großes Hauptquartier, 8. März. 
Westlicher Kriegsschauplah. Gegen die von uns zurückeroberte Stellung 
östlich des Gehöftes Maison de Champagne setzten die Franzosen am späten Abend 
zum Gegenangriff an. Am westlichen Flügel wird noch mit Handgranaten gekämpft; 
sonst ist der Angriff glatt abgeschlagen. 
Auf dem linken Maasufer wurden, um den Anschluß an unsere rechts des 
Flusses auf die Südhänge der Cöte de Talon, des Pfefferrückens und des Dorfes 
Douaumont vorgeschobenen neuen Linien zu verbessern, die Stellungen des Feindes 
zu beiden Sesten des Forgesbaches unterhalb von Bethincourt in einer Breite 
   
□— . Hos- III 
ORDNMPIWMMMMM 
M 
  
VA- 
spa«
        <pb n="92" />
        von sechs und einer Tiefe von mehr als drei Kilomeiern gestürmi. Die Dörfer 
Forges und Regnéville, die Höhe des Raben= und kleinen Cumicreswaldes sind 
in unserer Hand. Gegenstöße der Franzosen gegen die Südränder dieser Wälder 
fanden blutige Abweisung. Ein großer Teil der Besatzung der genommenen 
Stellungen kam um, ein unverwundeter Rest, 58 Offiziere, 3277 Mann, wurde 
gefangen. Außerdem sind zehn Geschütze und viel sonstiges Kriegsmaterial erbeutet. 
In der Wodvre wurde der Feind auch aus den letzten Hdusern von Fresnes 
geworfen. Die Zahl der dort gemachten Gefangenen ist auf 11 Offiziere, über 
700 Mann gestiegen. Einige Maschinengewehre wurden erbeutet. 
Unsere Flugzeuggeschwader bewarfen mit feindlichen Truppen belegte Ortschaften 
westlich von Berdun mit Zomben. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. An mehreren Stellen der Front wurden russssche 
Teilangriffe abgewiesen. 
Die Eisenbahnstrecke Zachowitschi (sädöstlich von Baranowitschi) — Luniniec, auf 
der stärkerer Zahnverkehr beobachtet wurde, isi mit gutem Erfolge von unseren 
Fliegern angegriffen worden. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Lebhaftere Gefechtstätigkeit an der galizischen Front. 
Wien, §. März. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplaß. An der Front der Armee des Generalobersken 
Erzherzog Josef Ferdinand war auch gestern die Gefechtstätigkeit zeitweilig lebhafter. 
Sonfst keine besonderen Ereignisse. 
Italienischer und füböstlicher Kriegsschauplatz. ZKuhe. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T B.) 
Der „Pour le mérite“" für den Kommandanten der „Möwe“. 
Magdeburg, s. März. Wie die „Magdeburgische Zeitung“ hört, hat der Kaiser 
im Hauptquartier den Grafen und Zurggrafen zu Dohna--Schlodien, Kommandanten 
der „Möwe“, empfangen und ihm persönlich den Orden „Pour le mérite überreicht. 
(W. T. B.) 
Der amerikanische Kongreß und der UI-Boof-Krieg. 
New Lork, 8. März. (Bon dem Vertreter von W. T. B.) Das Repräsen- 
tantenhaus hat die Resolution, welche eine Warnung an die Bürger der Bereinigten 
Staaten vor Reisen auf bewaffneten Handelsschiffen der Kriegführenden vorschlug, 
mit 276 gegen 143 Stimmen vertagt. (W. T B.) 
r 
— 
O 
#### Wi’n. 
E * 
S55 
r t# 
— — 
7.
        <pb n="93" />
        Der portugiesische Schiffsraub. 
Berlin, 8. März. Nach einer Mcekldung aus London werden die in portugiesischen 
Häsen aufgelegten deutschen Handelsdampfer nach Entfernung der deutschen Besatzung 
von englischen Schiffahrtslinien in Betrieb genommen. Die Dampfer sollen für den 
Transport von Kohlen und Kriegsmaterial von England nach JItalien und Saloniki 
verwendet werden. Die portugiesische Regierung hat die Dampfer für die Dauer 
des Krieges an eine große Lissaboner Firma verchartert, welche ihrerselts die VBer- 
charterung an die englischen Linien vermittelt. (W. T. B.) 
Kapstadt, s. März. (Reuter-Meldung.) Die RKegierung von Lorenzo Marquez 
beschlagnahmte am Sonnabend vier deutsche Schiffe: „Admiral“, „Essen“, „Kronprinz“ 
und „Hof“. Ungefähr 400 Offiziere und Matrofen wurden interniert. (W. T. B.) 
Abbruch der deutsch-portuglesischen Beziehungen. 
Berlin, 9. März. Amtlich wird mitgeteilt: Der kaiserliche Gesandte in 
Lissabon Dr. Rosen ist angewiesen, heute von der portugiesischen Regierung unter 
gleichzeitiger Lleberreichung einer ausführlichen Erklärung der deutschen Regierung 
seine Hässe zu verlangen. Dem hiesigen portugiesischen Gesandten Dr. Sidonio Daes 
sind heute ebenfalls seine Hässe zugestellt worden. (W. T. B.) 
   
      
          
        
           
        
      
    
Dorf und Danzerfeste Zaux erstürmt. 
Großes Hauptquartier, 9. März. 
Westlicher Kriegsschauplaß. Bielsach steigerte sich die beiderseitige Artillerie- 
tatigkeit zu größerer Lebhaftigkeit. 
Die Franzosen haben den westlichen Teil des Grabens beim Gehöfte Maisons 
de Champagne, in dem gestiern mit Handgranaten gekämpft wurde, wiedergewonnen. 
Wesilich der Maas sind unsere Truppen beschäftigt, die im Kabenwald noch 
befindlichen Franzosennester auszuräumen. 
Oestssich des Flusses wurde zur Abfürzung der Verbindung unserer Stellung südlich 
des Dorfes Douaumont mit den TLinien in der Wobèvre nach gründlicher Artillerie- 
vorbereitung das Dorf und die PDanzerfeste Bauzx nebst zahlreichen anschließenden 
Befesligungen des Gegners unter Führung des Kommandeurs der 9. Reserve- 
division, Generals der Infanterie v. Gurehzky-Cornitz, durch die posenschen Reserve- 
regimenter 6 und 19 in glänzendem nächtlichen Angriff genommen. 
In einer großen Zahl von uftkämpfsen in der Gegend von Verdun sind 
unsere Flieger Sieger geblieben; mit Sicherheit sind drei feindliche Flugzeuge abge- 
schossen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt, mehrere ihrer tapferen Führer 
verwundel. Feindliche Truppen in den Ortschaften westlich und südlich von Verdun 
wurden ausgiebig mit Zomben belegt. 
Durch den Angriff eines französischen Flugzeuggeschwaders im Feliungsbereich 
von Metz wurden zwei Zivilpersonen gelötet und mehrere Drivathäuser beschädigt. 
     
      
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
        
        
    
    
    
  
  
  
    
t ## o. # K 
J 7 #.-——— 
  
1265 L
        <pb n="94" />
        Im Tuftkampf wurde das Flugzeug des Geschwaderführers abgeschossen. Er ist 
gefangengenommen, sein Zegleiter ist tot. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Zussische Borstöße gegen unsere Vorposten- 
stellungen hatten nirgends Erfolg. 
Wie nachträglich gemeldet wird, wurden die Zahnanlagen an der Strecke nach 
Minsk sowie feindliche Truppen in Mir in der Nacht zum 8. Februar von einem 
unserer Luftschiffe angegriffen. 
Balkankriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. Z.) 
· 4 Ir4 1 r · VI 
ADÆMÄWOVOWEWHÆÆQWIII-WANT Ss 
. HYH 
,804- 
Artilleriekämpfe am Col di Lana. 
Wien, 9. März. Amilich wird verlautbart: 
Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplatz. An der Südwestfront ist die Gefechts- 
tätigkeit noch immer durch die Witterung sehr eingeschränkt, nur im Abschnitte des 
Col di Lana und am San Michele kam es gestern zu lebhafteren Artilleriekämpfen. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Eine neue deutsche Denkschrift über den Ul-Boot-Krieg. 
Washington, 9. März. Geunter-Meldung.) Graf Bernstorff hat Staatesekretär 
Lansing eine neue umfangreiche Denkschrift über die Unterscebootfrage überreicht, in der 
Beschwerde geführt wird, daß England sich die Haltung Amerlkas zunutze mache, um seine 
bewaffneten Handelsschiffe anzuweisen, gegen Unterseeboote angriffsweise vorzugehen. 
Die Denkschrift gibt zu, daß das Völkerrecht für die Anwendung von Unterseebooten 
keine Vorschriften enthält, und macht das Anerbieten, die Unterseeboote nach den 
vor dem Kriege herrschenden Grundsähen des Völkerrecht zu gebrauchen, falls auch 
England diese achten wird. 
Berlin, 9. März. Von zuständiger Seite erfahren wir: Die vom Reuterschen 
Bureau verbreitete Meldung über die vom Grafen Bernstorff dem Staats- 
sekretär Lansing überreichte Denkschrift betreffend den Unterseebootkrieg dürfte, 
wie gewöhnlich, nicht in allen Hunkten zutreffend sein. Graf Bernstorff hat aller- 
dings in diesen Tagen der amerikanischen Regierung eine ausführliche Denkschrift * 
überreicht, die einen historischen Rückblick auf die ganze Entwicklung der Frage 5 
des Unterseebootkrieges und die mit der amerikanischen Regierung gepflogenen Ver— 
* handlungen enthält, in der neue Vorschläge nicht gemacht werden. (W. T. B.) 
— 
7#4 
* 
2 **. ·i#% „ 2 
Die montenegrinische Königsfamilie in Bordeaux. . 
* Bordeaux, 8. März. Die montenegrinische Königsfamilie ist hier angekommen. 
ct (W. T. B.) “ 
9 7 
* F 
r S “
        <pb n="95" />
        Wr. ##r. T. FT.„ W *sm "1 — -* r4 X43* 
..... 
9 ———- — 
xv 
l — 
* Kriegserklärung Deutschlands an Portugal. 
7*½r Berlin, 9. März. Die „Nordd. Allg. Z.“ veröffentlicht folgendes: Am 23. Februar 
t 
* hat die portugiesische Regierung die in portugiesischen Häsen liegenden deutschen 
* Schiffe beschlagnahmt. Unmittelbar nach Bekanntwerden dieses Vorganges erhielt 
5 der Kaiserliche Gesandte in Lissabon Dr. Rosen Auftrag, gegen die Maßnahme zu 
⅛ protestieren und ihre Aufhebung zu verlangen. Die betreffende Note wurde am 
* 27. Februar der portugiesischen Regierung übergeben. Ungeachtet dieser Tatsache 
* verbreitete die portugiesische Regierung in Lissabon in ihrer offiziösen Presse die Nach— 
richt, daß eine deutsche Protestnote überhaupt nicht existiere; in der portugiesischen 
Kongreßsitzung leugnete der Justizminisier sogar offiziell das Vorhandensein der Note 
7* ab. Die von dem Kaiserlichen Gesandten verlangte Richtigstellung der Dreßnotiz 
unterblieb. Erst am 4. März erschien der hiesige portugiesische Gesandte im Auftrage 
7“ seiner Kegierung im Auswärtigen Amt, um eine Note zu übergeben, welche die 
* deutsche Forderung ablehnte. Eine Abschrift dieser Note wurde am selben Tage dem 
* Kaiserlichen Gesandten in Lissabon übergeben. Daraufhin erhielt dieser die An- 
Z weisung, der portugiesischen Regierung die nachstehend wiedergegebene Erklärung 
* zuzustellen. Die Uebergabe dieser Erklärung soll heute (9. d. M.) in CLissabon 
; erfolgen. Eine Abschrift derselben wurde dem hiesigen portugiesischen Gesandten 
* übermittell. 
* „Seit Kriegsbeginn hat die portugiesische Regierung durch neutralitätswidrige 
7 Handlungen die Feinde des Deutschen Reichs untersiützt. Englilschen Truppen wurde 
’ in vier Fällen der Durchmarsch durch Mozambique gestattet. Die Berforgung 
* deutscher Schiffe mit Kohlen wurde verboten. Ein neutralitätswidrig ausgedehnier 
Aufenthalt englischer Kriegsschiffe in portugiesischen Häfen wurde zugelassen, England 
. die Zenutzung Madeiras als Flottenstützdunkt gewährt. Der Entente wurden Geschütze 
F und Kriegsmateriel der verschiedensten Art, England überdies ein Torpedoboot- 
* zerstörer verkauft. Deutsche Kabeln wurden unterbrochen. Das Archiv des Kaiser- 
Iichen Vizekonsulats in Mossamedes wurde beschlagnahmt. 
Expeditionen wurden nach Afrika entsandt und offen als gegen Deutschland gerichtet 
* bezeichnet. An der Grenze von Deuitsch-Südwestafrila und Angola wurde der 
deutsche Bezirksamtmann Dr. Schultze, Jena, sowie zwei Offiziere und Mannschaften 
durch eine Einladung über die Grenze nach Naulila gelockt, dort am 19. Oktober 10914 
für verhaftet erklärt, und, als sie sich ihrer Fesinahme zu entziehen suchten, zum 
Teil niedergeschossen, die Leberlebenden mit Gewalt gefangengenommen. Retorsions= 
maßnahmen unserer Schutztruppe folgten. VBon Deutschland abgeschnitten, handelte 
die Schutztruppe in der durch das portugiesssche Borgehen hervorgerufenen Annahme, 
daß Dortugal sich mit uns im Kriegezustande befinde. Die portugiesische Regierung 
remonstlierte wegen der letzteren Vorgänge, ohne die ersteren zu erwähnen, und 
beantwortete unser Verlangen, uns mit unseren Kolonialbehörden einen ungehinderten 
chiffrierten Telegrammverkehr zwecks Aufklärung des Sachverhalts zu verschaffen, 
überhaupt nicht. 
  
u-- r—t' 
Se
        <pb n="96" />
        J3# S#t - , 
rsEEG —— —— ———— — 
      
  
      
    
    
    
          
      
        
      
    
    
    
    
        
      
    
    
    
    
    
    
    
    
        
        
      
    
    
    
        
    
      
   
Während der Kriegsdauer ergingen sich unter mehr oder weniger offenkundiger 
Begünfstigung durch die portugiesische Regierung Presse und Harlament in gröblichen 
Beschimpfungen des deutschen Volkes. In der Kammersitzung vom 23. November 1014 
sprach der Führer der Hartei der Evolutionisten in Gegenwart fremder Diplomaten 
sowie der portugiesischen Minister schwere Beleidigungen gegen Deutschland aus, 
ohne daß ein Einspruch seitens des Kammerpräsidenten oder eines Ministers erfolgt 
wäre. Der Kaiserliche Gesandte erhielt auf seine Vorstellungen nur die Antwort, 
daß der betreffende DHassus im offlziellen Sitzungsbericht nicht enthalten sei. 
Wir haben gegen diese Vorgänge in jedem Einzelfalle protestiert, sowie ver- 
schiedentlich die ernstesten Vorskellungen erhoben und die portugiesische Kegierung 
lür alle Folgen verantwortlich gemacht. Eine Remedur erfolgte jedoch nicht. Die 
Kaiserliche Regierung hatte gleichwohl in langmütiger Würdigung der schwierigen 
Lage Dortugals es bisher vermieden, ernstere Koncquenzen aus dem Berhalten der 
portugiesischen Regierung zu ziehen. 
Am 23. Februar erfolgte auf Grund eines Dekrets vem gleichen Tage ohne 
vorherige Verhandlung die Beschlagnahme der deutschen Schiffe. Diese wurden 
militarisch besetzt und die Mannschaften von Bord geschickt. Die Kaiserliche Regierung 
hat gegen diesen flagranten Rechtsbruch protestiert und die Aufhebung der Beschlag.- 
nayme der Schiffe verlangt. Die portugiesische Regierung hat das Verlangen ab- 
gelehnt und ihre Gewaltmaßregel durch Kechtsausführungen zu begründen versucht. 
Sie geht davon aus, daß unsere durch den Krieg in den portugiesischen Häfen fest. 
gelegten Schiffe infolge der Festlegung nicht dem Artikel 2 des deutsch-portugiesischen 
Handels= und Schiffahrtsvertrages, sondern ebenso wie anderes im Lande befindliches 
Eigentum der unbeschränkten Gebietshoheit und damit dem unbeschränkten Zugriff 
Dortugals unterlägen. Weiterhin aber meint sie sich innerhalb der Grenzen dieses 
Artikels gehalfen zu haben, da die Requisition der Schiffe einem dringenden wirt- 
schaftlichen Bedürfnis entspräche, auch in bem Beschlagnahmedekret eine später fest- 
zusetzende Entschädigung vorgesehen sei. Diese Aues führungen erscheinen als leere 
Ausflüchte. Der Artikel 2 bezieht sich auf jede Requisition deutschen, in portugiesischem 
Gebiete befindlichen Eigentums, so daß es dahingestellt bleiben kann, ob die angebliche 
Festlegung der deutschen Schiffe in portugiesischen Hafen ihre RKechtslage verändert 
hat. Den genannten Artikel hat aber die portugiesische Kegierung nach doppelter 
Nichkung verletzt. Einmal hat sie sich bei der Requisition nicht in den vertraglichen 
Grenzen gehalten, da Artikel 2 die Zefriedigung eines staatlichen Bedürfnisses vor- 
aussetzt, während die Beschlagnahme offenbar unverhältnismäßig mehr deutsche 
Schiffe getroffen hat, als zur Beseitigung des Schiffsraummangels für Dortugal 
erforderlich war. Sodann aber macht der Artikel die Beschlagnahme der Schiffe 
von ciner vorhergehenden Vereinbarung mit den Beteiligten über die zu bewilligende 
Entschädigung abhängig, während die portugiesische Regierung nicht einmal versucht 
hat, sich mit den deutschen Reedereien unmittelbar oder durch Vermittlung der deutschen 
Regierung zu verständigen. Das ganze Vorgehen der portugiesischen Regierung 
stellt sich somit als ein schwerer Rechts= und Vertragsbruch dar. 
         
      
— 
A XX0 S — . 
IJEAIMMDAIMMVPIMDHZIMAK-
        <pb n="97" />
        rS— 
"t 
F 
— * 
  
  
      
     
    
  
   
  
  
  
  
  
  
     
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
    
    
    
    
    
    
  
   
- 
   
Die portugiesische Regierung hat durch dieses Vorgehen offen zu erkennen 
gegeben, daß sie sich als Basallen Englands betrachtet, der den englischen Interessen *n6 
und Wünschen alle anderen Rücksichten unterordnet. Sie hat endlich die Beschlag- 9 
nahme der Schiffe unter Formen vollzogen, in denen eine beabsichtigte Oeraus- K 
forderung Deutschlandes erblickt werden muß. Die deutsche Flagge wurde auf 
den deutschen Schiffen niedergeholt, die poriugiesische Flagge mit Kriegswimpel 
geseht. Das Admiralsschiff schoß Galut. 
Die Kaiserliche Regierung sieht sich gezwungen, aus dem Verhalten der 
portugiesischen Regierung die notwendigen Folgerungen zu ziehen. Eie betrachtet 
sich von jetzt ab als mit der portugiesischen Regierung im Kriegszustande befindlich.“ 
(W. T. 3) 
Englischer Mißerfolg am Tigris. 
London, 9. März. (Amtlicher Kriegsbericht.) General Ahylmers rückte am 6. März 
auf dem rechten Afer des Tigris vor und erreichte Essinn, eine Stellung 7 Meilen 
ösklich von Kut el Amara. Die Stellung wurde angegriffen, aber Aylmers vermochte 
den Feind nicht daraus zu vertreiben. Aylmers meldet, der Feind leide sehr und 
zeige, abgesehen von Verstärkungsarbeiten an seiner Stellung, keine Tätigkeit. Unsere 
Verluste seien nicht schwer. (W. T. B.) 
* 
1. 
Fortdauer der Kämpfe um Vauf. — Die deuische Ueberlegenheit im 
Luftkampf. 
Großes Hauptquartier, 10. Mörz. 
Westlicher Kriegsschauplaß. Auf dem wesslichen Maasufer wurden bei der 
Säuberung des Rabenwaldes und der feindlichen Gräben bei Bethincourt 6 Offi= 
ziere 681 Mann gefangen, sowie 11 Geschütze eingebracht. 
Der Ablainwald und der Bergrücken westlich von Douaumont wurden in zähem 
RKingen dem Gegner entrissen. In der Wodèvre schoben wir unsere Tinie durch die 
Waldstücke süböstlich von Damsoup vor. 
Gegen unsere neue Front wesilich und südlich des Dorses sowie bei der Feste 
VBZaux führten die Franzosen kräftige Gegensjöße. In ihrem Verlauf gelang es dem 
Feinde, in der Danzerfeste selbst wieder Juß zu fassen; im übrigen wurden die An- 
greifer unter starken Berlusten abgewiesen. 
Ansere Kampfflieger schossen zwei englische Flugzeuge ab, einen Eindecker bei 
Wotschaete (süblich von Ipern) und einen Doppeldbecker nordöstlich von La Basséee. 
Der Insasse des ersteren ist kot. 
Im Monat Februar war die Angriffstätigkeit unserer Fliegerverbände, die Zahl 
ihrer weitreichenden Erkundungs, und nächtlichen Geschwaderflüge hinter der feind. 
lichen Front erheblich größer als je zuvor. Die folgende Zusammenstellung beweist 
nicht nur aufs neue unsere eberlegenheit, sondern widerlegt auch die von gegne, 
rischer Seite beliebte Behaupkung, unsere Tuftkriegverluste seien nur deshalb so 
gering, weil sich unsere Flugzeuge nicht über die feindlichen Linien wagten.
        <pb n="98" />
        Der deutsche Verlust an der West—- Die Franzosen und Engländer haben 
front im Februar beträgt: verloren: 
Im Tußkampf Im Cufikampf 
Durch Abschuß von der Erde Durch Abschuß von der Erde 
Bermißt Durch unfreiwillige Landung inner- 
Im ganzen 6 halb unserer Tinien 
  
Im ganzen 20 
Hierbei ist zu berücksichtigen, daß wir grundsätzlich nur die in unsere Hand 
gefallenen oder brennend abgestürzten, nicht die zahlreichen sonst hinter den feindlichen 
Cinien abgeschossenen Flugzeuge des Gegners zählen. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Lebhaftes Geschützfeuer am Tolmeiner Brückenkopf. 
Wien, 10. März. Amtilich wird verlautbart: 
RKussischer und füböfstlicher Kriegsschauplah. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplatz. An der käftenlandischen Front unterhielt die 
italienische Artillerie stellenweise ein mäßiges Feuer, das nur vor dem Tolmeiner 
Brückenkopf lebhafter wurde. An der Kärntner und der Tiroler Front ist die Gefechts. 
tätigkeit nach wie vor gering. 
Durch eine Untersuchung wurde fesigestellt, daß die Italiener — diesmal im 
Kombongebiet — Gasbomben verwendeten. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Deutscher Fliegerangriffauf dierussische Flotteim Schwarzen Meer. 
Berlin, 10. März. Am 9. Mörz, vormittags, wurde bei Kaliakra, nord- 
östlich von Warna, um Schwarzen Meer ein russischer Schiffsverband, bestehend aus 
einem CLinienschiff, fünf Torpedobootzerskörern und mehreren Frachtdampfern 
von deutschen Seeflugzeugen angegriffen und mit Bomben belegt. Es wurden 
Treffer auf JZerstörern beobachtet. Trotz heftiger Beschießung durch die Russen 
kehrten sämfliche Flugzeuge unversehrt zurück. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. Z.) 
Die neue deutsche Denkschrift an Amerika. 
Berlin, 10. März. Oer Kaiserliche Zotschafter in Washington hat im Auftrage der 
Kaiserlich Deutschen Kegierung dem Staatssekretdr der Vereinigten Staaten eine Mitteilung 
gemacht, in der es einleitend heißt: 
„Die Kaiserliche Regierung legi Wert darauf, die bisherige Entwicklung noch einmal mit 
all der Offenhelt zu prézisseren, die den freundschaftlichen BZeziehungen der beiden großen
        <pb n="99" />
        Võlter und dem ehrlichen Wunsch der Kaiferlichen Regierung, diese vor allen Trübungen zu 
bewahren, entspricht.“ 
Die Mitteilung gibt dann einen kritischen Rückblick auf die Entwicklung des U-Boot--Kriegs 
und die Verträge mit Amerika und sagt im Anschluß daran: 
„Der Grundsatz der amerikanischen Regierung, ihre Bürger von feindlichen Handelsschissen 
nicht fern zu halten, wurde von England und seinen Alllierten dazu benutzt, Handeksschiffe für 
den Angriff zu bewassnen. So können nämlich Kauffahrteischiffe die U. BZoote leicht zersiören 
und sich im Falle des Mißglückens ihres Angriffs durch die Anwesenheit amerikanischer Bürger 
an Zord gesichert glauben. 
Der Besehl des Waffengebrauchs wurde ergänzt durch die Weisung an die Führer der 
Handelsschiffe, falsche Flasgen zu führen und die U.Boote zu rammen; die Nachrichten über 
aucgezahlte Drämien und Verleihung von Ehrenzelchen an erfolgreiche Handelsschiffsführer 
zeigen die Wirlung dieser Besehle. Dliesem englischen Borgehen haben sich die VBerbündeten 
angeschlossen. 
Jetzt steht Deutschland vor der Tatsache: 
5) daß eine völkerrechtswidrige Zlockade (vgl. amerlkanische Note an England vom S. No- 
vember 1915) selt einem Jahre den neutralen Handel den deutschen Häfen fernhält und Deutsch- 
lands Ausfuhr unmöglich machi, 
b) daß völkerrechtswidrige Verschärfungen der Konterbande--Bestimmungen (siehe amerikanische 
Note an England vom s. November 1915) seit elneinhalb Jahren den für Deutschland in Frage 
lommenden Seeverkehr der neutralen Nachbarländer verhindern, 
ß) daß völkerechiswidrige Eingriffe in die Dosi (ssehe amerikanisches Memorandum an Eng- 
land vom 10. Januar 1916) sede Zerbindung Deutschlands mit dem Ausland zu verhindern 
streben, 
d) daß sostkematisch geskeigerte Zergewaltigung der Neutralen nach dem Grundsatz „Macht 
über Recht“ den Verkehr mit Deutschland über die Landgrenzen unterbindet, um die Hunger- 
biockade der friedlichen Bevölkerung der Zentralmächie zu vervollskändigen, 
e) daß Deutsche, die von unseren Feinden auf See angetroffen werden, ohne Räcssccht 
darauf, ob Kämpfer oder Nichtkämpfer, der Freiheit beraubt werden, 
s) daß unsere Gegner ihre Handelsschiffe für den Angriff bewaffnet und dadurch die Ver— 
wendung des U-Bootes nach den Grundsätzen der Londoner Deklaration unmöglich gemacht 
haben (siehe deutsche Denkschrist vom 8. Februar 1916). 
Das englische Weißbuch vom s. Januar 1916 über die Unterbindung des deutschen Handels 
rühmt, daß durch diese Maßnahme Deutschlands Ausfuhrhandel sast völlig unterbunden, seine 
Einfuhr vom Belieben Englands abhänglg gemacht (K. 
Die Kalserliche Regierung dars hoffen, daß gemäß den freundschaftlichen Beziehungen, die 
in einer hundertfährigen Zergangenhelt zwischen den besden VBölkern bestanden haben, der hier 
dargelcgte Standpunkt trotz der durch das Dorgehen unserer Feinde erschwerten Berftändigung 
zwischen beiden Zölkern von dem Volk der VDerelnigten Staaten gewürdigt werden wird. 
(W. T. B.) 
#i Br. E. ESrl- WF. 
Sts S Ä— 
      
        
        
      
    
    
    
    
    
    
    
    
     
   
   
    
    
    
   
  
   
  
    
### . 
MADE-AM- 
Schwere englische Verluste am Tigris. 
Konstantinopel, 10. März. Das Hauptquartier meldet: Nachdem der Feind 
an der Irakfront östlich von Felahie keinen Erfolg mit seinen unvorbereiteten Angriffen 
gehabt hatte, hatte er seit einem Monat zu allen möglichen Mitteln seine Zuflucht 
genommen, um sich unseren Stellungen zu nähern. In den letzten Tagen hatte der 
Feind sich bis auf 150 bis 200 Meter unseren vorgeschobenen Schützengräben genähert 
u 2: l 
S NN 3 
    
  
       
     
  
      
     
  
     
  
  
        
  
# 
0 — xP 
——v— —— 
B 
1271 
. ##cn 
4 
* 
   
   
—282 — - 
2- — p
        <pb n="100" />
        und durch Anzeichen verraten, daß er einen entscheidenden Angriff vorbereitefe. Am 
5. Februar morgens griff der Feind vom rechten Ufer des Tigris mit seinen Haupt- 
kräften an. Der Kampf dauerte bis Sonnenuntergang. Der Feind hatte mit Hilfe 
von Unterstützungen, die er eilig mit seiner Stromflotte auf diesen Flügel gebracht 
hatte, einen Teil unserer Schützengräben besetzen können, aber dank einem kräftigen 
und heldenhaften Gegenangriff unserer Reserven wurden die vom Feinde besetzten 
Gräben vollkommen wiedererobert und der Feind nach seinen alten Stellungen 
zurückgesagt. Der Feind ließ in den Gräben 2000 Tote und eine große Menge von 
Waffen und Munition liegen. Unsere Berlusie sind verhaltnismäßig geringer. Keine 
wichtigen Nachrichten von anderen Fronten. (W. T. B.) 
Einenglischer Torpedobootzerstörer und ein Torpedoboot gesunken. 
London, 10. März. Die Admiralität teilt mit, daß der Zerstörer „Coquette“ 
und das Torpedoboot „Nr. 11“ an der Oskküste auf Minen liefen und versanken. 
Vier Offiziere und 41 Mann sind ertrunken. (W. T. S.) 
Englischer Angriff gegen das Kilimandscharogebiet. 
London, 10. März. Die Truppen unter Smuts rückten gegen die deutschen 
Streitkräste im Gebiete des Kilimandscharo vor. Smuts bemächtigte sich am 7. März 
unter unbedeutenden Verlusten der Lebergänge über den Lumifluß. Mehrere feind- 
liche Gegenangriffe wurden erfolgreich abgeschlagen. (W. T. B.) 
Ein russisches Torpedoboot bei Warna gesunken. 
Sofia, 10. März. (Meldung der bulgarischen Telegraphen-Agentur.) Amtlich 
wird verlautbart: Gestern stieß das russische Torpedoboot „Leitenant Duschtschin“ südlich 
von Warna auf eine Mine und sank. Vier Offiziere und elf Mann der Besatzung 
wurden von bulgarischen Soldaten geborgen. (W. T. B.) 
Starke französische Stellungen nordwestlich von Reims erstürmt. 
Großes Hauptquartier, 11. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Sächsische Regimenter stürmtien mit ganz 
geringen Verlusten die stark ausgebauten Stellungen in den Waldstücken südwestlich 
und südlich von D##lle-aux-Bois (20 Kilometer nordwesilich von Reims) in einer 
Breite von etwa 1400 Meter und einer Tiefe bis etwa 1 Kilometer. An unver- 
wundeten Gefangenen sielen 12 Offiziere, 725 Mann in unsere Hand, an Beute 
eine Revolverkanone, 5 Maschinengewehre, 13 Minenwerfer. 
Auf dem westlichen Maasufer wurden die letzten von den Franzosen noch im 
Raben- und Cumièreswalde behaupteten Nester ausgerdumt. Feindliche Gegenstöße 
mit siarken Kräften, die gegen den Südrand der Wälder und die deutschen Stellungen 
weiter westlich versucht wurden, erstickten in unserm Abwehefeuer.
        <pb n="101" />
        ⁊ We. 
———— * 3 
W11n —# n - —1- — 
S ————— 
— 
  
Auf dem Ostufer kam es zu sehr lebhafter Artillerietätigkeit besonders in der 
Gegend nordwestlich von Bras, westlich vom Dorf, um die Fesie Bauk und an 
mehreren Stellen in der Wodvre-Ebene. Entscheidende Infanteriekämpfe gab es nicht; 
nur wurde in der Nacht ein vereinzelter französischer Qeberfallsversuch auf Dorf 
Blonzée blutig abgewiesen. 
  
V## 
—“r“ „e u 1 "— 7 ## 
  
   
    
  
      
  
    
       
      
     
    
    
1 d 8 — —— 5%½% 
.XS##r#g 4 VW . ——· 
„#b“ %%% — — r7 %% %% 
%%%% · #u.imen 
. *w · oswmnoop 
00 ———.— 54% · 
##t“v ’v * —.—— 
. — „. 
□x·-K&amp;O“ umetse" #u. % 
rdrbrnrss — ——— —— — 
#’ e vratl 
C“ . »I-PCHO»--» 
. b-«s 
» 
CaJu#chr · 
ESneS 0 
#r#n m½mt. 
1% . NO» 
.. ROIOJIUMJ 
—. . , 
»New-c« Rom-»l. 
   
# 
#n% setn- 
      
    
  
    
   
  
  
  
     
    
——i–—]*. “— . ç 
" · 77. 
e * vV .L r— “ 2 - i- · 
k « «lc««« miervilse 0 " “. — " 
ere 0 Aa#%e Gozrz. . — Grei.utm:’ri ⁊ 
E « . 
,"«’«"’««"«-·«oi ow»·«»-l’a-7«« ,0 
« sw»mJ-Ma 5e.n · 
a#%0t — cUSISd%51%%% "„ „ 2 
———— ## n oderuo- oierw % re 
–r “ — "" 
·%%W = er ne. . erre s ntus- * r#" 0 * 
GMV’y-UEx 
Snmnunmean 7es u i *8 
4 « 4 
o *% v. 7 Or’y’##'nmss“n Scslben 2 tt 7 
4 . 
o A-. 3 c — #noee. 0 
"4rorcqurroo *. euftr E—]F—————— —. : 
## v . 
m»«, www-w «o»««.»·«-.iw 0 — 4 Tter 
·0 1## 
6. 
Jomediene « .0 
Phasen-Yo 
Le«","e- «- . .l 0. " 
#K rzok rl. %er 1 ——————— „ r 
  
  
  
de Alte Front — — — Teirlge Front (nach den lefzien Generalsfab’sberichten) 
Durch einen Volltreffer unserer Abwehrgeschütze getroffen, stürzte ein französisches 
Flugzeug zwischen den beiderseifigen Linien südwestlich von Chateau-Salins brennend 
ab. Die Insassen sind tot und wurden mit den Trümmern des Flugzeugs von 
uns geborgen. 
Oestlicher und Zalkonkriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Die Jtaliener nördlich Zalona zurückgeschlagen. 
Wien, 11. März. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Südöstlicher Kriegsschauplah. Die noch am unteren Semeni verbliebenen 
italienischen Kräfte hoben vorgestern, in der ösilichen Flanke bedroht, nach Abgabe 
weniger Kanonenschüsse schleunigst den Kückzug angefreten. Sie stellten sich vorüber- 
gehend noch auf den Höhen nördlich von Feras, räumten aber bald auch diese und 
wichen, alle Lebergänge hinter sich zerstörend, auf das südliche Bojusa-#fP#er zurück. 
In Nordalbanien und Montenegro herrscht nach wie vor Ruhe. 
273
        <pb n="102" />
        Italienischer Kriegsschauplatz. Das seindliche Artilleriefeuer war gestern 
an der küsienländischen Front gegen die gewohnten Dunkte wieder lsebhafter. 
Im Abschnitt der Hochstäche von Doberdo kam es auch zu Minenwerfer, 
und Handgranatenkämpfen. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Französische Angriffe westlich der Maas abgewiesen. 
Großes Hauptquartier, 12. März. 
Westlicher Krliegsschauplatz. Nordöstlich von Neuville sprengten wir mit Erfolg 
und besehten die Trichter. 
In der Gegend westlich der Maas mühte sich der Feind unter starken Verlusten 
in gänzlich ergebnislosen Angriffen gegen unsere neuen Stellungen ab. Auf den 
Höhen öftlich des Flusses und in der Woevre-Ebene blieb die Gefechtstätigkeit auf 
mehr oder minder heftige Artilleriekämpfe beschränkt. 
Die in den Berichten vom 29. Februar und 4. März angegebenen Zahlen an 
Gefangenen und Beute für die Zeit seit Beginn der Ereignisse im Maasgebiei haben 
sich mittlerweile erhöht auf 430 Offiziere, 256 042 Mann an unverwundeten Gefangenen, 
189 Geschütze, darunter 41 schwere, 232 Maschinengewehre. 
Bei Obersept gelang es den Franzosen troß wiederholten Angriffs auch gesiern 
nicht, in ihrer früheren Stellung wieder Fuß zu fassen; sie wurden blutig abgewiesen. 
Oestlicher und Zalkankriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Italienischer Artillerieangriff gegen den Görzer Brückenkopf. 
Wien, 12. März. Amtlich wird verlautbart: 
Kussischer und süböstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von besonderer 
Bedeutung. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern vormittag begann die feindliche 
Actillerle die Stellungen des Görzer Brückenkopfes, den Südteil der Stadt Görz und 
die Hochsläche von Doberdo lebhaft zu beschießen. Dieses Feuer hielt nachts über 
an. Auch an der Kärntner Front entwickelte die italienische Artillerie eine erhöhte 
Tätigkeit, insbesondere gegen den Lanzenboden (nordöstlich von Daularo). Zu Infanterie- 
kämpfen kam es nirgends. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Das Ergebnis der nordischen Ministerkonferenz. 
Kopenhagen, 11. März. (Meldung von Ritaus Zureau.) Dse Berhandlungen der 
nordischen Minister, dle am Donnerstag diefer Woche in Kopenhagen begonnen haben, sind 
heute zu Ende geführt worden. Ole Verhandlungen wurden mit einer allgemeinen Erörterung 
#r— 
r— ——— . i Gl ¾l Eee W. r- EG—. G. - — . Nu - O 4 
S— —— “ * " 7 5 -¼¾“— 2
        <pb n="103" />
        dersenigen Fragen eingeleitei, die im Lause des Krieges und besonders nach der Zusammenkunft 
der Könige in Malmö Im Dezember 1914 den nordischen Regierungen vorgelegen haben. In 
dieser Zerbindung wurden verschiedene Fragen von größerer Bedeutung, die im verflossenen Zeit- 
raum hervorgetreien waren, eingehender erörtert. In mehreren besonderen Fragen von praktischer 
Bedeutung wurde Einigkeit erzielt, teils hinsichtlich der Fortsetzung der schon getroffenen gemein- 
samen Maßnahmen im Interesse der drei Länder. Die Verhandlungen, die das gute Verhältnis 
zwischen den drei Reichen noch gesestigt haben, haben dem Wunsche auf Aufrechterhaltung einer 
loyalen und unparteiischen Neutralitäct von neuem Ausdruck gegeben. Von allen Seiten wurde 
der Wunsch ausgesprochen, daß das bisher geübte Zusammenwirken auch sernerhin fortgesetzt 
werden möge, und daß zu seiner Förderung Zusammenkünfte von Mitgliedern oder Vertretern 
der Regierungen ftattfinden mögen, wenn die DVerhälinisse es erheischen. (W. T. B.) 
Neue englische Miederlagen in Arabien. 
Konstantinopel, 12. März. Das Hauptquartier meldet: An der Irakfronf 
erlitt der Feind in der Schlacht, die im Abschnitt von Felahie stattfand und mit 
seiner Niederlage endete, Verluste, die auf mindestens ooo Mann geschätt werden; 
60 Gefangene, darunter zwei Offziere, sselen in unsere Hand. 
An der Jemenfront besehzte eine kleine englische Abteilung aus 6000 Mann Infanterie 
und 600 Mann Kavallerie mit 12 Zentimeter-Geschützen, die am 12. Januar früh 
aus der Richtung von Scheikh Osman nördlich von Aden aufgebrochen war, den 
Ort Afioch und die vier Kilometer südwestlich davon gelegenen Höhen. Trotzdem 
diese Abteilung mit überlegenen Kräften einen Angriff gegen unsere Vorposten unter- 
nahm, wurde die Unternehmung des Feindes durch einen Gegenangriff zum Stehen 
gebracht, den wir von Elvahita unternahmen. Der Kamps, der drei Stunden dauerte, 
endete mit dem Rückzug des Feindes. Dem Schut seiner weittragenden Geschütze 
hatte es der Feind zu verdanken, daß sich dieser Rückzug nicht in regellose Flucht 
auflöste. Der Feind versuchte von neuem in den von ihm im voraus in El Meihale 
vier Kilometer südlich von Afioch vorbereiteten Stellungen standzuhalten, konnte sich 
aber vor den heldenhaften Angriffen unserer aus Mudjahids bestehenden Truppen 
nicht halten und wurde gezwungen, sich in sein befestigtes Lager von Scheikh Osman 
unter dem Schut der Geschüte seiner im Golf von Aden verankerten Flotte zu flüchten. 
Ansere Truppen zerstörten die feindlichen Befestigungsanlagen bei El Meihale sowie 
den Flecken gleichen Namens und nahmen alles Hioniermaterial in Besißz, welches sie 
dort fanden. Eine Menge englischer Leichnamc, die der Feind nicht beerdigen konnte, 
lagen auf dem Schlachtfelde. Eine drei Tage danach gegen Elssaile ausgesandte 
Erkundungsabteilung traf eine starke feindliche Kavalleriekolonne, die Maschinengewehre 
mit sich führte. Nach einem halbstündigen Gefecht floh der Feind in der Richtung 
auf Scheikh Osman, wobei er 20 Tote und Verwundete zurückließ. (W. T. B.) 
Ein englischer Hilfskreuzer auf eine Mine gelaufen. 
London, 12. März. Die Admiralität gibt bekannt: Der Hilfskreuzer „Fauvette“ 
ist an der Ostküste auf eine Mine gelaufen. Zwei Offiziere und zwölf Mann sind 
umgekommen. (W. T. B.)
        <pb n="104" />
        Hestige Artllleriekämpfe auf beiden Maasufern. . 
Großes Hauptquartier, 13. März. * 
Westlicher Kriegsschauplatz. Bei günstigen Beobachtungsverhältnissen war 3 
die Tätigkeit der beiderseitigen Artillerien auf einem großen Teile der Front sehr lebhaft 8— 
und hielt sich beiderseits der Maas und bis zur Mosel hin auf größerer Heftigkeit. 
Außer Datrouillengefechten an der Somme und dem Scheitern eines kleinen 9! 
französischen Angriffes im Drieskerwalde sind keine Ereignisse zu berichten. “!m 
* 
Neben ausgiebiger Aufklärungstätigkeit griffen unsere Flieger feindliche Bahnanlagen * 
und Unterkunftsorte, besonders an der Eisenbahn Clermont — Verdun, erfolgreich an. 
Es wurden drei feindliche Flugzeuge vernichtet, zwei in der Champagne und eines 
38 
im Maasgebiet. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
8 
# 
Italienischer Angriff bei Selz abgeschlagen. 7 
Wien, 13. März. Amtlich wird verlautbart: 
RAussischer Kriegsschauplatz. An der beßarabischen Front und am Dpnsjesser s 
wurden russische Zorstöße abgewiesen. — Sonst keine besonderen Ereignisse. 7 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die erhöhte Tätigkeit der italienischen Artillerie 3 
dehnte sich auf die ganze Isonzofront aus, nachmittags wurde ein feindlicher Angriff * 
“ 
bei Gelz abgeschlagen. 5 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Siellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) * 
Erkrankung des Siaatssekretärs v. Tirpitz. 
Berlin, 13. März. Wie wir hören, ist der Siaaissekretär des Reichsmarineamis 3 
Großadmiral v. Tirpitz seit einigen Tagen erkrankt. Die Geschäfte werden von dem "l 
dienstältesten Offizier geführt. (W. T. B.) *“ 
0 
Neue Luftsiege der Leutnants Immelmann und Bötlkfe. 7 
Großes Hauptquartier, 14. Mörz. * 
Westlicher Kriegsschauplatz. Im allgemeinen keine Veränderung der Lage. 3— 
Ein kleineres Gefecht bei Wieltse, nordöstlich von Ipern, endete mit der Zurück- 16 
werfung der Engländer. 
Ein englisches Flugzeug wurde östlich von Arras und westlich von Bapaume von 2 
Leutnant Immelmann abgeschossen. Die Insassen sind tot. Leutnant Bölke brachte 
zwei feindliche Flugzeuge hinter der französischen Linie über der Feste Marre und bei 
Malancourt (nordwestlich von Zerdun) zum Absturz; das letztere wurde von unserer * 
J-.J——o J—.0 
lWtsss*
        <pb n="105" />
        e 
X · 
Artillerie zerstört. Damit haben beide Offiziere ihr zehntes bzw. elstes feindliches 
Flugzeug außer Gefecht geseht. Ferner wurde ein englischer Doppeldecker nach Lustkampf 
westlich von Cambrai zur Landung gezwungen; die Insassen sind gefangengenommen. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T B.) 
Große Kämpfe an der Isonzofront. 
Wien, 14. März. Amilich wird verlautbart: 
ZKussischer und süböstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplah. An der Isonzofront beginnen sich große 
Kämpfe zu entwickeln. Seit gestern greifen die Italiener mit starken Krästen an; 
sie wurden überall abgewiesen. Am Tolmeiner Brückenkopf beschränkte sich die 
Tätigkeit des Feindes auf ein sehr lebhaftes Feuer. Im Abschnitte von Dlava 
scheiterken seine Versuche, unsere Hindernisse zu zerstören. Am Görzer Brückenkopse 
wurden zwei Angriffe auf die Dodgorastellung, eine auf die Brückenschanze von 
Tucinico zurückgeschlagen. Der Nordteil der Hochfläche von Doberdo wurde von 
starken Krästen zu wiederholten Malen angegriffen. Bei San Martino schlug das 
Szegeder Infanterieregiment Nr. 46 sieben Stürme blutig ab. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Eine Erklärung der deutschen Regierung zum U-Boot-Krieg. 
Berlin, 14. März. In weiteren Kreisen der Bevöllkerung wird immer wieder das 
Gerücht verbreitet, daß der verschärste U.Boot-Krieg, wie er in der bekannten 
Denkschrift der Reichsregierung an die neutralen Mächte angekündigt worden ist, 
nicht durchgeführt oder aufgeschoben werden würde. Diese Ausstreuungen sind 
vollständig unwahr. Niemals und bei keiner verantwortlichen Stelle ist eine Ver- 
zögerung oder ein Interlassen dieses U-Boot-Krieges in Zetracht gekommen. Er ist 
in vollem Gange. (W. T. B.) 
Ein französischer Befehl nach dem Falle von Forges. 
Berlin, 14. März. Unsere Truppen haben im RKabenwalde folgenden französischen 
Besehl gesunden. 
„2. Armee, Gruppe Bazelaire, Generalskab, 3. Bureau, Nr. 1001 3, Gefechts- 
stand 7. 3. 16. — der General de Zazeloire, Kommandeur des Abschnittes 
„Linkes Maasufer“ an die Herren Unterabschnittskommandeure Osi und Weff. 
Befehl! 
Forges hat nicht den Widerstand geleistet, den man erwarten mußte. Bis 
weitere Aufklärung erfolgt, eninehme ich daraus, daß der Kommandeur dieses
        <pb n="106" />
        dr ni E— 
———2 * 
JE—eu-u———————22- 
————— .. &amp;$ 
        
   
         
     
Abschnittes seine Pflicht nicht getan hat. Er wird infolgedessen vor ein Kriegs- 
gericht gestellt werden. 
Es muß bis zu den dußersten Grenzen Widerstand geleistet werden. 
Wir dürfen in diesem Augenblick nur von einem einzigen Entschluß beseeit 
sein: den Feind entweder slegreich aufzuhalten oder zu sterben. 
Artillerie und Maschinengewehre werden auf sede weichende 
Truppe seuern. gez. de Bazelaire, 
52. Brigade, 8. März 1916.“ (W. T. B.) 
  
    
      
    
        
    
Abbruch der Beziehungen Oesterreich-Ungarns zu Dortugal. 
Wien, 14. März. (Meldung des Wiener k. k. Telegr.-Korr.-Bureaus.) Infolge 
des Eintritts des Kriegszustandes zwischen dem Deutschen Reiche und Hortugal wurde 
der k. u. k. Gesandte in Lissabon angewiesen, von der Regierung der Republik Dortugal 
seine DHässe zu verlangen und mit dem Dersonal der Gesandtschaft das Land zu 
verlassen. Dem hiesigen portugiesischen Geschäftsträger werden gleichzeitig die Hässe 
zugestellt werden. (W. T. B.) 
  
    
        
      
  
Die Schlesier auf der Höhe „Toter Mann“. 
Großes Hauptquartier, 15. März. 
Westlicher Kriegsschauplah. BZei Neuve Chapelle sprengten wir eine vor- 
geschobene englische Berteidigungsanlage mit ihrer Besatzung in die Tuft. 
  
       
  
    
  
  
  
    
    
  
  
     
    
  
  
   
         
        
     
   
         
    
    
  
    
  
       
        
      
      
    
   
     
    
      
    
        
       
— —— Die englische Artillerie 
.[]* / r — - t t 9 sch (yrI 
K. — 6 %“ lichtete schweres Feuer aut 
J LCene. 
Ex # 
— — utt Die ftanzösische Artil 
r–%%c% /Iæ, 5% ’e v iti 
allls — W2. — „ lerie war sehr tätig gegen 
rE 7 .* -—. 4% „ rfmW—. " — 
4 als “ #l unsere neue Stellung bei 
2 S o Weld. M [ F VBille,auk-Bois und gegen 
– — S——— Otest — « L8 — —— — v 2 - - 
— vberschiedene Abschnitte in 
— 6 « 
FI: S CS .n% der Champagne. 
2 1'7. Links der Maas schoben 
. « 
— — dschlesische Truppen mit 
—1 kräftigem Schwung ihre 
  
  
    
  
    
Das linke Maasufer bel Verdun mil der Hlöhe „Toter Fan- Linien aus der Gegend 
([(lort Hlomme) und dem Rabenwald westlich des Rabenwaldes 
auf die Höhe „Toter Mann“ vor. 25 Offiziere und über 1000 Mann vom 
Feinde wurden unverwundet gefangen. Viermal wiederholte Gegenangriffe 
brachten den Franzosen keinerlei Erfolge, wohl aber empfindliche Verluste. 
Auf dem rechten Maasufer und an den Osthängen der Cötes rangen die beider- 
seitigen Artillerien erbittert weiter.
        <pb n="107" />
        In den Vogesen und südlich davon unternahmen die Franzosen mehrere Er- 
kundungsvorstöße, die abgewiesen wurden. 
Leutnant TLeffers schoß nördlich von Zapaume sein viertes feindliches Flugzeug, 
einen englischen Doppeldecker, ab. — Bei Bimy (nördlich von Arras) und bei Sivry 
lan der Maas nordwestlich von Verdun) wurde je ein französisches Flugzeug durch 
unsere Abwehrgeschütze heruntergeholt. lleber Haumont (nördlich von Berdun) (kürzte 
ein französssches Großflugzeug nach Luftkampf ab; seine Insassen sind gefangen, 
die der übrigen sind tot. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplaßt. Die Lage ist unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Fortdauer der Kämpfe an der Jsonzofront. 
Wien, 15. März. Amtlich wird verlautbart: 
Zussischer Kriegsschauplatz. Die Zesahung der Brückenköpfe nordwestklich von 
Alzieczko wehrte hestige Angriffe ab, sonst keine besonderen Ereignisse. 
Südösklicher Kriegsschauplat. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Angriffe der Jtaliener an der Isonzo- 
front dauern fort. Gestern nachmittag wurde auf der Hodgorahöhe erbittert gekämpft. 
Ansere Truppen warfen den hier stellenweise eingedrungenen Feind im Handgemenge 
zurück. Ebenso erfolglos blieb ein gegnerischer Nachtangriff, der nach mehrstündiger 
Artillerievorbereitung gegen den RKaum südwestlich San Martino angesetzt wurde. 
Vor diesem Orte liegen von den vorhergegangenen Kampftagen noch über 1000 Feindes. 
leichen. An mehreren anderen Stellen der küstenländischen Front kam es zu lebhaften 
Artillerie, und Minenwerferkämpfen. Im Kärntner Grenzgebiet stand unser Fella- 
Abschnitt, in Tirol der Kaum des Col di Lana unter lebhaftem feindlichen Feuer.“ 
Italienische Flieger warfen, ohne Schaden anzurichten, Bomben auf Triest ab. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Wiederzusammentritt des Reichstages. 
Berlin, 158. März. Der Reichstkag ist heute wieder zusammengetreten, haupt.- 
sächlich zur Beratung der neuen Kriegsskeuervorlagen. 
Räcktritt des Staatssekretärs v. Tirpitz. — Admiral v. Copelle zum 
Nachfolger ausersehen. 
Berlin, 15. März. Wie wir hören, hat der Staatssekretär des Reichs, Marine. 
Amts Großadmiral v. Tirpitz seinen Abschieb eingereicht. Zu seinem Nachfolger ist 
der Admiral v. Capelle in Aussscht genommen. (1. T. B.) 
## r½ 
— 791
        <pb n="108" />
        Die Kämpfe in Mesopotamien und Aegypten. 
London, 15. März. Eine amtliche Meldung aus Mesopotamien besagt, die 
britische Infankerie habe am 11. März vorgeschobene türkische Stellungen am Tigris 
gestürmt und eine erhebliche Anzahl Türken mit dem Zajonett getötet. Die Abteilung 
habe sich dann unter Mitnahme von 2. Offzieren und 30 Mann Gefangenen 
zurückgezogen. (W. T. B.) 
Kairo, 15. März. (Amtlich.) General Peyton hat am 14. März Sollum besetzt. 
Am 13. März ließ der Feind seine Munitionsvorräte in die Luft sprengen und leistete am 
folgenden Tage nur schwachen Widerstand. Die Verfolgung wurde mittels Hanzer- 
automobilen, Kavallerie und Kamelreitern ins Werk gesetzt. Es wurden 28 Gefangene 
eingebracht, darunter 3 Offiziere, und Maschinengewehre erbeutet. Etwa 30 Feinde 
sind gefallen, darunter 3 Offiziere. Das feindliche Lager ist in unserer Hand. 
Leber eine Viertelmillion Hack Gewehrmunition wurde vernichtet. (W. T. B.) 
Erfolglose französische Angriffe in der Champagne. 
Großes Hauptquartier, 16. März. 
Pestlicher Kriegsschauplatz. In Flandern, besonders in der Nähe der Küste, 
nahmen die Artilleriekämpfe merklich an Heftigkeit zu; sie steigerten sich auch in der 
Gegend von Zoye und von Ville-aux--Bois (nordwestlich von Reimes). 
In der Champagne machten die Franzosen nach starker, aber unwirksamer Artillerie. 
vorbereitung gänzlich erfolglose Angriffe auf unsere Stellungen südlich von St. Souplet 
und westlich der Straße Somme-Dy Souain, die uns wenige, ihnen sehr zahl- 
reiche Leute kosteten. Wir nahmen außerdem dabei 2 Offiziere, 150 Mann unver- 
wundet gefangen und erbeuteten 2 Maschinengewehre. 
Links der Maas sind weitere Bersuche des Feindes, uns den Besitz der Höhe 
„Toter Mann“ und der Waldstellungen nordösilich davon streitig zu machen, im 
Keime erstickt worden. 
Zwischen Maas und Mosel hat sich die Lage nicht verändert. 
Südlich von Niederaspach drangen unsere Hatrouillen nach wirkungsvoller Be— 
schießung der feindlichen Gräben in diese vor, zerstörten die Verteidigungsanlagen 
und brachten einige Gefangene und Beute mit zurück. 
Im Luftkampf wurde ein französisches Flugzeug füdöstlich von Zeine (Cham,- 
pagne) abgeschossen. Die Insassen sind verbrannt. 
Feindliche Flieger wiederholten heute nacht einen Angriff auf deutsche Lazarette 
in Labry (östlich von Confians). Der ersie Angriff war in der Nacht zum 13. März 
erfolgt. Militärischer Schaden isi nicht verursacht; von der Zevölkerung sind eine 
Frau schwer, eine Frau und zwei Kinder leichter verletzt. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. DHatrouillenkämpfe an verschiedenen Stellen der 
Front. Keine besonderen Ereignisse. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Obersie Heeresleitung. (W. T. B.)
        <pb n="109" />
        20 
Xã 
—— r # —. 6 
  
   
Zussische Borstöße an der Strypa abgewiesen. 
Wien, 16. März. Amitlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Bei der Armee Pstanzer-Baltin und bei der 
Heeresgruppe Boehm-Ermolli beiderseits erhöhte Artllleriekätigkeit. Nordöstlich von 
Kozlow an der Steypa wiesen unsere Sicherungstruppen russische Vorftöße ab. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Angriffstatigkeit der Italiener an der 
Isonzofront war schwächer. Zwei Versuche starker Kräfte gegen die Hodgorastellung 
wurden durch Artilleriefeuer verhindert. Am Nordhange des Monte San Michele 
wurde ein Angriff blutig abgewiesen. Die Geschützkämpfe dauerten vielfach nachts 
fort. Auch an der Kärntner Front hält das Artilleriefeuer im Fella-Abschnitt an. 
Süböstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Der Reichskanzler über die Kriegslage. 
München, 16. März. Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Gestern nach- 
mittag fand im Reichskanzlerpalais unter dem Vorsitz des Staateministers des 
Acußeren Dr. Grafen v. Hertling eine Sitzung des Zundesratsausschusses für aus- 
wärtige Angelegenheiten statt. Der Reichskanzler gab dem Ausschuß eine eingehende 
Darstellung der gesamten Lage, wie sie sich im gegenwärtigen Zeitpunkt des Welt. 
krieges für uns ergibt. Die zuversichtlichen und von dem unerschütterlichen Willen 
zum Durchhalten bis zu einem siegreichen Ende getragenen Ausführungen des 
Reichskanzlers beschäftigten sich mit allen wichtigen schwebenden Fragen. Die vom 
Kanzler vertretene Holitik fand die ungeteilte und vertrauensvolle Zustimmung sämt. 
licher Mitglieder des auswärtigen Ausschusses. (W. T. B.) 
Der große hollandische Dampfer „Tubantia“ im Sinken. — 
Mine oder Torpedo? 
Amsterdam, 16. März. Die Blätter melden: Nach einem drahtlosen Tele- 
gramm befindek sich der Dampfer „Tubantia“ des hollasändischen Lloyd beim Noord- 
hinder Leuchtschiff in sinkendem Zustand. Einzelheiten fehlen. 
Die Niederländische Telegrammagentur meldet aus RKotterdam vom 16. März: 
Es ist soeben die drahtlose Meldung eingetroffen, daß die „Tubantia“ torpediert 
wurde und sich in 51. Grad 46 Min. nördlicher Breite und 2. Grad 45 Min. öst- 
licher Länge in sinkendem Zustand befindet. Aus Hoek van Holland wird noch 
berichtet, daß das Dampferrettungsboot ausgefahren ist, um dem sinkenden Dampfer 
beizusiehen. Zu demselben Zweck fahren aus Blissingen Torpedoboote aus. 
Notiz: Es ist höchstwahrscheinlich, daß die „Tubantia“ auf eine Mine gelaufen ist. 
(W. T B.) 
82 
— * 
6-
        <pb n="110" />
        Erfolglose französische Angriffe auf den „Toten Mann“. 
Großes Hauptquartier, 17. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Sechs englische Sprengungen südlich von Loos 
blieben erfolglos. 
In verschiedenen Abschnitten der Champagne sowie zwischen Maas und Mosel 
beftige Artilleriekämpfe. 
Im Maasgebiet trieb der Gegner eine frische Division, die als die siebenund- 
zwanzigste seit Beginn der Kämpfe auf diesem verhältnismäßig engen Kaum in der 
Front erschienene gezählt wurde, wiederholt gegen unsere Stellungen auf der Höhe 
„Toter Mann“ vor. Bei dem ersien überfallartig ohne Artillerievorbereitung ver- 
suchten Angriff gelangten einzelne Kompagnien bis an unsere Linien, wo die wenigen 
von ihnen unverwundet übriggebliebenen Leute gefangen wurden. Der zweite Stioß 
erstarb schon in unserem Sperrfeuer. 
Oestlicher und Zalkankriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen un- 
verändert. Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Vorstoß der österreichisch-ungarischen Truppen bei Tarnopol. 
Wien, 17. März. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. An mehreren Stellen der Strypafront erfolg- 
reiche Vorpostenkämpfe; westlich von Tarnopol drangen hierbei unsere Truppen in 
die russische Borstellung ein, machten einen Fähnrich und 657 Mann zu Gefangenen 
und erbeuteten ein Maschinengewehr und vier Minenwerfer. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Jtaliener haben ihre fruchtlosen Angriffe 
an der Isonzofront eingestellt. Auch diesmal blieben alle unsere Stellungen fest in 
unserem Zesitz. 
Südöstlicher Kriegs schauplatz. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalflabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Anträge im Reichstage zum Ul-Boot-Kriege. 
Berlin, 17. März. (Amtlich.) Zu der Frage des U, Boot-Krieges sind im Feichslage die 
nachsiehenden Anträge eingebracht worden. 
Zon natlonalliberalen Abgeordneien wird beantragt, der Reichslag wolle beschließen: 
In Erwägung, daß England nichl nur gegen die bewaffneie Machl des Deulschen Reiches Krieg 
führt, sondern gleichzeitig unter brulaler Berletzung des Bölkerrechts und Vergewalligung der 
Neutralen dle rücksschtslosesken Maßnahmen getroffen hal, um dle VBersorgung Deutschlands mil 
Lebensmitlleln und RKohskoffen zu verhindern und das deutsche Bolk durch Hunger niederzuzwingen, 
in sernerer Erwägung, daß umgekehrt Deutschland in der Lage ist, durch eine unelngeschränkte 
und rücksichtslose Führung des U.Bool-Krieges die englische Frachtraumnot so zu vergrößern, 
daß die ausreichende Bersorgung des englischen Zolkes mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen 
außerordenilich erschwert, vielleicht sogar unmöglich gemacht und dadurch ein schnelleres, für 
Deutschland siegreiches Ende des Krieges herbeigeführt werden kann, den He#rn Reichs- 
kanzler zu ersuchen: keine Abmachungen mit anderen Mächlen einzugehen, die uns in dem 
O §J 
..
        <pb n="111" />
        —¼ S #.— # o 
58§ — 
  
uneingeschränkten Gebrauch der U.Boot-Waffe zu behindern geeignet sein könnten, sondern dahin 
zu wirken, daß deutscherseits von der Unterseebootwaffe in der Kriegszone auch sm Handelskriege, 
abgesehen von den lediglich der Dersonenbeförderung dienenden Dassagierdampfern, dersenige 
Gebrauch gemachk wird, der sich aus der kechnischen Eigentümlichkelt der Waffe ergibt. 
Ein konservasiver Antrag laulet: Der Reichstag wolle beschließen, solgende Erklärung 
dem Herrn Reichskanzler zu übermilteln: Angesichts des VBersuches Englands, unser Volk durch 
Absperrung und Aushungerung niederzuringen, und der dadurch erfolgten Ausdehnung des Krieges 
über die bewaffnete Macht hinaus auf die gesamte Bevölkerung, (IKdie rücksichtslose Anwendung 
aller unserer militärischen Machlmitlel gegen England gebolen, um es auch unsererseits in seiner 
Ernährung und seiner Volkskraft zu bekämpfen. In dem neuerdings bekannigegebenen Ent- 
schlusse der Reichsleitung über die Führung des Unterseebootkrieges ist eine für diese Zwecke 
geeignete Maßregel nur zu erblicken, wenn deren praktisch wirksame Durchfährung der Eigenart 
der Waffe entsprechend gesschert i#st. 
Durch die Fassung dieser Anträge kann der schädliche Eindruck erwerkt werden, als solle 
eine Einwirkung auf die Enkscheidungen in der Kriegsführung ausgeübt werden. Zur siegrelchen 
Durchführung des Krieges brauchen wir wie bisher geschlossene und vertrauensvolle Elnheit, 
und sie zu erhalken, ist der elnmülige Wille des ganzen Dolkes. (W. T. B.) 
Die Fraktion des Zentrums hat im Reichstag folgenden Antrag eingebrachl: 
Der Reichstag wolle beschlleßen, solgende Erklärung dem Herrn Reichskanzler zu übermikteln: 
Nachdem das Unterseebook sich als eine wirksame Waffe gegen Englands Kriegsführung erwiesen 
hat, spricht der Reichstag die Erwartung aous, daß, da die Frage der DBerwendung der Unter- 
seeboolwaffe im BZölkerrechte noch nicht geregelt #sl, bei den Berhandlungen mit" den auswärtigen 
Staalen die Freiheit im Gebrauch dieser Waffe gewahrt wird. (W. T. B.) 
Der Untergang der „Tubantia“. 
Amsterdam, 17. März. (Meldung der Niederländischen Telegraphen-Agentur.) 
Nach einem beim Marineskab im Haag eingelaufenen Bericht wurden 377 Schiff- 
brüchige von der „Tubantia“ gelandet, während nach den Angaben des Holländischen 
Clohd sich 381 Dersonen an Bord befanden. Man glaubt, daß die Differenz auf 
ein Versehen zurückzuführen ist, und nimmt an, daß alle Dersonen gerettet wurden. 
(W. T. B.) 
Neue englische Miederlage am Tigris. 
Konstantinopel, 17. März. Das Hauptauartier meldet: An der Irakfront 
versuchte der Feind im Abschnitt von Felahie nach seiner Niederlage am rechten 
Ufer des Tigris am 8. März, während er mit seiner Hauptmacht am 0. März Bor- 
bereitungen zum Rückzug tras, mit einer Infanterie, und einer Kavallerie-Brigade 
einen überraschenden Angriff hinter unserem rechten Flügel, aber unter dem Druck 
des Zentrums mußte er auf seine umfassende Zewegung verzichten und den allgemeinen 
Nückzug antreten. Am 10. und 11. März verfolgten unsere Truppen den Feind 
kraftig und überschritten einige Linien, die vom Feinde vorher befestigt worden waren. 
Am 10. März erreichten unsere Borhuten in der Nacht die Zenzirhöhe, die sie 
besestigten. Der Feind, der unsere Vorposten für schwach hielt, griff sse an. Es 
eilten aber von hinten Versiärkungen heran, machten einen Gegenangriff auf den 
Feind und schlugen ihn auch diesmal, wobei sie ihm 180 Gefangene, darunter
        <pb n="112" />
        5 Offiziere, 1 Maschinengewehr und eine große Menge Waffen, Munition und Kriegs- 
material abnahmen. 
Von den anderen Fronten nichts zu melden. (W. T. B.) 
General Roques, französischer Kriegsminister. 
Daris, 17. März. (Havasmeldung.) Divislonsgeneral Roques ist zum Kriegs- 
minister an Stelle des aus Gesundheitsrücksschten zurückgetretenen Generals Galliéni 
ernannt worden. (W. T. B.) 
Kampftätigkelt an den Seen bei Dünaburg. 
Großes Hauptquartier, 18. März. 
Westlicher Kriegsschauplat. Bei wechselnder Sicht war die beiderseitige 
Kampftättgkeit gestern weniger rege. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Das Artilleriefeuer im Gebiet beiderseits des 
Naroczsees ist recht lebhaft geworden. 
Ein schwächlicher nächtlicher russischer Vorstoß nördlich des Miadziolsees wurde 
leicht abgewiesen. 
Balkankriegsschauplatz. Südwesklich des Doiransees kam es zu unbedeutenden 
Datrouillenplänkeleien. Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Eine italienische Stellung am Tolmeiner Brückenkopf erobert. 
Wien, 18. März. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer und füdöstlicher Kriegsschauplah. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Am unteren Isonzo kam es gestern nur bei 
Selz zu einem Angriffsversuche schwacher italienischer Kräste, die an den Hinder- 
nissen abgewiesen wurden. Auch das Geschütz-, Minen, und Handgranatenfeuer 
ging nicht über das gewöhnliche Maß hinaus. Im so lebhafter war die Tätigkeit 
der beiderseitigen Artillerie in dem Kaume von Tolmein und Flitsch sowie im Fella- 
Abschnitt. Am Nordteil des Tolmeiner Brückenkopfes griffen unsere Truppen an, 
eroberten eine feindliche Stellung, nahmen 440 JItaliener (darunter 16 Offiziere) 
gefangen und eroberten drei Maschinengewehre und einen Minenwerfer. An der 
Tiroler Front fanden am Monte Diano, Col di Lana, bei Riva und in den Judi- 
tarien mäßige Geschützkämpfe statt. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Amtliche deutsche Erklärung zum Untergang der „Tubantia“. 
(Kein deutsches Torpedo, keine deutsche Mine.) 
Berlin, 138. März. (Amtlich.) Zu der amtlichen Zekanntmachung des hol- 
ländischen Marinedepartements über den Untergang des Dampfers „Tubantia“, daß 
  
   
     
        
  
  
-— 
2—. &amp; •46 . 
« * 2 — · KYZIM PHORA-VII I 
1284
        <pb n="113" />
        nach eidlichen Aussagen des ersten Offiziers, vierten Offiziers und Ausguckpostens 
des Dampfers eine Torpedolaufbahn deutlich gesehen sei, wird hiermit festgestellt, 
daß ein deutsches Unterseeboot nicht in Frage kommt. Da die Stelle, wo der Unfall 
der „Tubantia“ stattgefunden hat, weniger als 30 Seemeilen von der niederländischen 
Külte entfernt ist und somit innerhalb des in der Bekanntmachung vom 4. Februar 1915 
als für die Schiffahrt nicht gefährdet angegebenen Gebietes liegt, kann weiterhin 
erklärt werden, daß dort keine deutschen Minen gelegt f#ind. 
Der Chef des Abmiralskabes der Marine. (W. T. B.) 
Handschreiben des Kaisers an Admiral v. Tirpitz. 
Berlin, 15. März. Der Kaiser hat an den Staateminister und Staatssekretär 
des RKeichsmarineamts, Großadmiral v. Tirpitz, folgendes Handschreiben gerichtet: 
Mein lieber Großadmiral v. Tirpitz! 
Nachdem Ich aus Ihrer Krankmeldung und Ihrem Mir unter dem 12. d. M. 
vorgelegten Abschiebsgesuche zu Meinem lebhaften Bedauern ersehen habe, daß Sie 
die Geschäfte des Staatssekretärs des Reichsmarineamts nicht mehr zu führen ver- 
mögen, entspreche Ich hierdurch Ihrem Gesuche und sfelle Sie unter Enthebung von 
Ihren Aemtern als Staatsminister und als Staatssekreter des Reichsmarineamts 
mit der gesetzlichen Hension zur Disposition. Es ist Mir ein Bedürfnis, Ihnen 
auch bei dieser Gelegenheit Meinen Kaiserlichen Dank für die ausgezeichneten Dienste 
zum Ausdruck zu bringen, welche Sie in Ihrer langen Laufbahn als Baumeister 
und Organisator der Marine dem Baterlande geleistet haben. Ganz besonders 
möchte JIch hierbei hervorheben, was während des Krieges selbst durch Bereitstellung 
neuer Kampfmittel auf allen Gebieten der Seekeiegführung und durch Schaffung 
des Marinekorps von Ihnen geleistet worden ist. Sie haben damit der Geschichte 
Ihrer so erfolgreichen Friedensarbeit ein Kuhmesblatt der schweren Kriegszeit hinzu- 
gefügt. Das erkennt mit Mir das Deutsche VBolk freudig an. Ich selbst möchte 
dem Ausbruck geben durch VBerleihung des beifolgenden Sterns der Großkomture 
mit Schwertern Meines Königlichen Hausordens von Hohenzollern und durch die 
Verfügung, daß Ihr Name in der Marinerangliste weitergeführt werden soll. Mit 
den aufeichtigssen Wünschen für Ihr ferneres Wohlergehen verbleibe Ich immer Ihr 
wohlgeneigter Wishelm I. RK. (MW. T. B.) 
Die „Tubantia“ von den Engländern versenkt? 
Köln, 18. März. Die „Kölnische Zolkszeitung“ berichtet von der Wesigrenze: 
Bon verschiedenen einwandfreeien Zeugen ist fesigeskellt worden, daß kurz vor dem 
Untergang der „Tubantia“ in jener Nacht und auch noch nachher fortgeseht ein 
englisches #nterseeboot in der Nähe des Noordhinder Feuerschiffes beobachtet worden 
ist. Ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Tatsachen wird mit Recht ange- 
nommen. Egs besteht die Wahrscheinlichkeit, daß dile „Tubantla“ aus einer bis jeht 
nicht erkennbaren Arsache von den Engländern versenkt worden ist. (W. T. B.)
        <pb n="114" />
        Heftige russische Angriffe südlich Dünaburg abgewiesen. — Große 
Verluste der Russen. — Französischer Luftangriff auf Mülhausen. 
Großes Hauptquartier, 19. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Nordöstlich von Bermelles (südlich des Kanals 
von La Bassée) nahmen wir den Engländern nach wirksamer Vorbereitung durch 
Artilleriefeuer und fünf erfolgreiche Sprengungen kleine von ihnen am 2. März im 
Minenkampf errungene Vorkeile wieder ab. Bon der größtenteils verschütteten 
feindlichen Zesatzung sind 30 Leberlebende gefangengenommen. Gegenangriffe 
scheiterten. 
Die Stadt Lens erhielt wieder schweres englisches Feuer. 
Während auch der gestrige Tag auf dem linken Maasufer ohne besondere 
Ereignisse verlief, wurden Angriffsversuche der Franzosen heute früh gegen den 
„Tofen Mann“ und östlich davon im Keime erftickt. Auf dem rechten Ifer steigerte 
sich die Artillerietätigkeit zeitweise zu sehr erheblicher Stärke, Gleichzeitig entspannen 
sich an mehreren Stellen südlich der Feste Douaumonk und westlich vom Dorf Vauk 
Nahkämpfe um einzelne Verteidigungseinrichtungen, die noch nicht abgeschlossen sind. 
Aus der den Franzosen bei der Försterei Thiaville (nordöstlich von Badonviller) 
am 4. März überlassenen Stellung wurden sie durch eine deutsche Abteilung gestern 
wieder vertrieben. Nach Zerstörung der feindlichen Interskände und unter Mit- 
nahme von 41 Gefangenen kehrten unsere Leute in ihre Gräben zurück. 
Die Erkundungs= und Angriffsfätigkeit der Flieger war beiderseits sehr rege. 
Unsere Flugzeuge griffen die Bahnanlagen an den Strecken Clermont —Verdun und 
Epinal — Lure Besul, sowie südlich von Dison an. — Durch feindlichen Bomben= 
abwurf auf Metz wurden 3 Zivilpersonen verletzt. Aue einem französischen Geschwader, 
das Mülhausen und Habsheim angriff, wurden vier Flugzeuge in der unmittelbaren 
Amgebung von Mülhausen im Luftkampf heruntergeschossen. Ihre Insassen sind tot. 
In Mülhausen sielen dem Angriff unter der Zevölkerung 7 Tote und 13 Verlehte# 
zum Opfer, in Habsheim wurde ein Soldat getötet. 
Oestlicher Kriegsschaup latz. Die erwarteten russischen Angriffe haben 
auf der Front Dryswijatysee — Dostawy und beiderseils des Naroczsees mit großer 
Heftigkeit eingesetzt. An allen Gtellen ist der Feind unter außergewöhnlich 
starken Verlusten glatt abgewiesen worden. Vor unseren Stellungen beiderseils 
des Naroczsees wurden allein 9270 gefallene Russen gezählt. Die eigenen 
Verluste sind sehr gering. 
GEüdlich des Wiszniewsees kam es nur zu einer Verschärfung der Artillerie- 
kämpfe. 
Balkankriegsschauplatz. Die Lage isi im allgemeinen unverändert. 
Eines unserer uftschiffe hat in der Nacht zum 18. März die Ententeftlotte bei 
Kara Zurun südlich von Saloniki angegriffen. 
Oberste Heeresleitung. 
ꝛ20 0 *- - 
5 
  
1256
        <pb n="115" />
        Weitere österreichisch= ungarische Erfolge bei Tolmein. — 
Das k. u. k. Spitalschiff „Elektra“ torpediert. 
VWien, 10. März. Amtlich wird verlautbart: 
Kussischer Kriegsschauplatz. Am Onsjestr und an der beßarabischen Front 
lebhaftere feindliche Artillerietätigkeit. Die Zrückenschanze bei Uszieczto Kand nachts 
unter starkem Minenwerferfeuer. Heute früh sprengte der Feind nach einiger Artillerie= 
vorbereitung eine Mine, worauf ein Handgranatenangriff erfolgte. Infolge der 
Sprengung mußte die Mitte der Verteidigungslinie in der Schanze etwas zurückgenommen 
werden; alle anderen Angriffe wurben abgeschlagen, wobei einige Kussen gefangen wurden. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die verhältnismäßige RKuhe am unteren 
Isonzo dauert an. Unsere Seeflugzeuge belegten die italienischen Batterien an der 
Sdobbamündung wiederholt mit Bomben. Die Stadt Görz wurde vom Feinde 
neuerdings aus schwersten Kalibern beschossen. Am Tolmeiner Brückenkopf setzten 
unsere Truppen ihre Angriffe erfolgreich fort, drangen über die Straße Selo —Ciginj 
und westlich Santa Maria weiter vor und wiesen mehrere Gegenangriffe auf die 
gewonnenen Stellungen ab. Auch am Südgrat des Mrzli Brh wurde der Feind 
aus einer BZefestigung geworfen; er flüchtete bis Gabrise. In diesen Kämpfen 
wurden weitere 253 Italiener gefangengenommen. 
Die Artillerietatigkeit an der Kärtner Front steigerte sich im Fella-Abschnitt und 
dehnte sich auch auf den karnischen Kamm aus. 
Die Dolomitenfront, insbesondere der Kaum des Col di Lana, dann unsere 
Stellungen bei Mater im Suganatal und einzelne Hunkte der westtiroler Front 
standen gleichfalls unter lebhaftem feindlichen Feuer. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Ruhe. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Ereignisse zur See. Am 18. März vormittags wurde unweit Sebenico unser 
Spitalschiff „Elektra“ von einem felndlichen Unterseeboot bei guter Sicht und hellem 
Sonnenschein ohne jede Warnung zweimal anlanciert, einmal gettoffen und schwer 
beschädigt. Ein Matrose ist ertrunken, zwei Krankenschwestern des Roten Kreuzes 
sind schwer verwundet. Eine krassere Berlechung des Bölkerrechts kann man sich zur 
See kaum denken. 
Am gleichen Bormittag hat eines unserer Unterseeboote vor Durazzo einen 
sranzösischen Torpedobootszerstörer Typ „Fourche“ torpediert. Der Zerstörer sank 
binnen einer Minute. K. u. k. Flofttenkommando. (W. T. B.) 
Die U--Boot-Beute seit Anfang März. 
Berlin, 19. März. Wie wir an zufiändiger Stelle erfahren, sind nach den 
bisher eingegangenen Meldungen in der Zeit vom 1. bis 18. März dieses Jahres 
10 feindliche Schiffe mit rund 40000 Brutto-Registertonnen versenkt worden. (W. T. B.)
        <pb n="116" />
        Deutsche U-Boote am Dolarkreis. — Ein russischer Dampfer korpediert. 
Kopenhagen, 19. März. Wie „Dolikiken“ aus Bergen meldet, ist der russische 
Dampfer „Novaja Slaboda“ am 9. März im nötdlichen Teile des Atlantischen 
Ozeans von einem deutschen Unterseeboot korpediert worden. Das Unterseeboot 
feuerte zweimal, worauf zwei gewaltige Explosionen erfolgten. Das Vorschiff wurde 
gesprengt und ein Teil der Ladung hoch in die LCuft geworfen. Fünfzehn Mann 
der Zesatzung kamen um. Die überlebenden acht Mann wurden von einem vorbei- 
fohrenden Dampfer aufgenommen und in England an Tand gesetzt; sie passlerten 
Bergen auf der Heimreise nach Detersburg. Der deutsche Ul-Boot-Krieg dehnt sich 
also bis an den Holarkreis aus. (W. T. Z.) 
Der holländische Dampfer „Dalembang“ gesunken. 
London, 15. März. Lloyds will erfahren haben, daß der holländische Dampfer 
„Dalembang“ (6674 Tonnen) auf der Zeise nach Java in der Nordsee torpediert 
worden sei. Die Besahung ist gerettet. 
(Von einer Torpedierung kann wohl nicht die Rede sein. Falls die „Dalembang“ 
untergegangen ist, dürfte sse auf eine Mine gelaufen sein.) (W. T. B.) 
Ein französischer Zerstörer versenkt. 
Daris, 109. März. (Amtlich.) Der Torpedobootszerstörer „Renaudin“ ist im 
Adriatischen Meer am 18. März, morgens, von einem feindlichen Unterseeboot 
versenkt worden. Drei Offiziere, darunter der Kommandant und der zweite Offizier, 
sowie 44 Mann werden vermißt. Zwei Offziere und 34 Mann wurden von dem 
französischen Torpedoboot ausgenommen, das den „Renaudin“ begleitete. (W. T. B.) 
Vergeblicher Gegenangriff der Franzosen bei Baux. — Vorsloß 
gegen die RKussen bei Widsy. 
Großes Hauptquartier, 20. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Durch gute Beobachtungsverhältnisse begünffigt, 
war die beiderseitige Artillerie, und Fliegertätigkeit sehr lebhaft. 
Im Maasgebiet und in der Wodèvre. Ebene hielten sich auch gestern die Artillerie= 
kämpfe auf besonderer Heftigkeit. A#m unser weiteres Vorarbeiten gegen die seind- 
lichen Verteidigungsanlagen in Gegend der Feste Douaumont und des Dorfes Zaux 
zu verhindern, setzten die Franzosen mit Teilen einer neu herangeführten Division 
gegen das Dorf Vauk einen vergeblichen Gegenangriff an; unten schweren Verlusken 
wurden sie abgewiesen. 
Im Tuftkampf schoß Leutnant Freiherr v. Alkhaus über der feindlichen Linie 
westlich von Lihons sein viertes, Leutnant Zölcke über dem Forgeswald (am linken 
Maasufer) sein zwölftes feindliches Flugzeug ab. Außerdem verlor der Gegner
        <pb n="117" />
        drei weitere Flugzeuge, eines davon im Tuftkampf bei Cuisy (westlich des Forges- 
waldes), die beiden anderen durch das Feuer unserer Abwehrgeschühe. Eines der 
letzteren stürzte brennend bei Reims, das andere, mehrfach sich überschlagend, in 
Gegend von Ban de Sapt, dicht hinter der feindlichen Linie ab. 
Oestlicher Kriegsschauplah. Ohne Rücksscht auf die großen Berluste griffen 
die Kussen auch gestern wiederholt mit starken Kräften beiderseits von Dostawy# 
und zwischen Narocz= und Wiszniewsee an. Die Angriffe blieben völlig ergebnislos. 
In Gegend von Widsy sf-ießen deutsche Truppen vor und warfen seindliche 
Abteilungen zurück, die sich nach den am gestcigen Morgen unternommenen Angriffen 
noch nahe vor unserer Front zu halten versuchten. Ein Offzier, 250 Mann von 
sieben verschiedenen Kegimentern waren dabel gefangengenommen. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Die Kämpfe am Onsestr. — Räumung der Brückenschanze von Useieczko. 
Wien, 20. März. Amtlich wird verlautbart.: 
ZKussischer Kriegsschauplah. Gesiern abend wurde nach sechsmonatiger 
kapferer Verteidigung die zum Trümmerhaufen zerschossene Brückenschanze nord, 
westlicher von Lsciecrzto geräumt. Obgleich es den Russen schon in den Morgen- 
stunden gelungen war, eine 300 Meter breite Bresche zu sprengen, harrte — von 
achtfacher Uebermacht angegriffen — die Besahung, aller Zerluste ungeachtet, noch 
durch sieben Stunden im lebhaften Geschütz, und Infanteriefeuer aus. Ersi um 
fünf Uhr nachmittags entschloß sich der Kommandant Obersi Planckh, die ganz zer- 
störten VBerschanzungen zu rdumen. Kleinere Abteilungen und Berwundete gewannen 
auf Booten das Südufer des Dusestr. Zald aber mußte unter dem konzentrischen 
Feuer des Gegners die Leberschiffung aufgegeben werden, und es blieb der aus 
Kaiserdragonern und Sappeuren zusammengesetzten tapferen Schar, wenn sie sich 
nicht gefangen geben wollte, nur ein Weg: sie mußte sich auf dem Nordufer des 
Dnsesir durch den vom Feinde stark besehten Ort Uscieczko zu unseren auf den Höhen 
nördlich von Zaleszczyki eingenisteten Truppen durchschlagen. Der Marsch mitten 
durch die feindlichen Stellungen gelang. Unter dem Schutze der Nacht führte der 
Oberst Dlanckh seine heldenhafte Truppe zu unseren VBZorposten norwestlich von 
Zaleszczyki, wo sie heute früh eintraf. 
Die Kämpfe um die Brückenschanze von Asecieczkto werden in der Geschichte 
unserer Behrmacht für alle Zeiten ein Kuhmesblatt bleiben. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Am Görzer Brückenkopfe wurden gesiern 
vormittag die feindlichen Stellungen vor dem Südteile der Dodgorahöhe in Brand 
gesetzt. Nachmittags nahm unsere Artillerie die gegnerische Front vor dem Brückenkopf 
unter krästiges Feuer. Nachts wurde der Feind aus einem Graben vor Dreomo vertrieben. 
Die Kämpfe am Tolmeiner Zrückenkopfe dauern sort. Die gewonnenen Stellungen 
blieben fest in unserer Hand. Die Zahl der hier gefangen genommenen Jtaliener
        <pb n="118" />
        — —— T#e r 
— ————— 
— 
  
stieg auf 925, jene der erbeuteten Maschinengewehre auf 7. Mehrere feindliche 
Angriffe auf den Urzli Zrh und Ken brachen zusammen. Auch am Rombon 
croberten unsere Truppen eine Stellung. Hierbei fielen 145 Italiener und zwei 
Maschinengewehre in ihre Hand. 
Die lebhafte Tätigkeit an der Kärntner Front hält an. 
Im Tiroler Grenzgebiet hielt der Feind den Col di Lana-Abschnitt und einige 
Dunkte an der Südfront unter Geschäützfeuer. 
Südösklicher Kriegsschauplatz. #Unverändert. 
Der Siellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Seegefecht an der flandrischen Küste. 
Berlin, 20. März. Vor der flandrischen Küste fand am 20. März früh 
ein für uns erfolgreiches Gefecht zwischen drei deutschen Torpedobooten und einer 
Divisson von fünf englischen Zerstörern statt. Der Gegner brach das Gefecht 
ab, nachdem er mehrere Volltreffer erhalten hatte, und dampfte mit hoher Fahrt 
aus GSicht. Auf unserer Seite nur ganz belanglose Beschädigungen. 
Der Chef des Admiralstabes der Marinc. (W. T. Z.) 
    
  
  
  
      
    
  
     
    
  
       
Ein neuer Luftangriff auf Dover. 
Berlin, 20. März. Ein Geschwader unserer Marineflugzeuge belegte am 
19. März nachmittags militärische Anlagen in Dover, Deal und Ramsgate trotz 
starker Beschießung durch Landbakterien und feindliche Flieger ausgiebig mit 
Bomben. Es wurden zahlreiche Treffer mit fsehr guter Wirkung beobachtet. 
Alle Flugzeuge sind wohlbehalten zurückgekehrk. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Condon, 19. März. Das Kriegsamt meldet: Vier deutsche Marineflugzeuge 
haben heute Ostkent überflogen. Das erste Daar erschien über Dover in einer Höhe 
von 5000 bis 6000 Fuß gegen 2 Uhr nachmittags. Das erste Flugzeug ließ sechs 
Bomben auf den Hafen fallen und wandte sich dann nordwestlich, indem es Bomben 
auf die Stadt warf. Das andere Flugzeug erschien nach dem ISlug über Dover 
um 2 Uhr 13 Minuten über Deal, wo es mehrere Zomben fallen ließ. Ein 
zweites Daar erschien über Kamsgate um 2 Uhr 10 Minuten und warf Bomben 
auf die Stadt. Eins dieser beiden Flugzeuge slog nach Westen, das andere, verfolgt 
von einem englischen Flugzeug, nach Norden. Eine Bombe soll auf Margate 
gefallen sein. Das zweite Flugzeug erschien über Westgate um 2 Uhr 20 Minuten. 
Hier stiegen einige unserer Flugzeuge zur Verfolgung auf. Es wurden keine Zomben 
abgeworfen. Soweit bis jetzt mitgeteilt ist, beträgt die Zahl der Toten neun, die 
der Berwundeten 31. Es wurden insgefamt 48 Bomben abgeworfen. Eine Zombe 
fiel auf das kanadische Hospital in Kamsgate. Sie verursachte keine Verlusie an 
t# 
           
     
    
  
□—V 
-x 
     
     
  
   
  
  
  
  
  
    
rm 
##
        <pb n="119" />
        Diese Seite fehlt uns leider nochl (2) 
Hilf einfach mit. 
Wenn Du die Seite beisteuern kannst, dann 
nutze das Kontaktformular. 
  
WWW.Wigerbund.org 
in einer Gemeinschaftsarbeit 
Vom Vaterländischen Hilfsdienst bereitgestellt.
        <pb n="120" />
        Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Russen dehnen ihre Angriffe auch auf den 
dußersten Nordflügel aus. Südlich von Kiga wurden sie blutig abgewiesen, ebenso 
an der Dünafront und westlich von Jakobstadt stärkere feindliche Erkundungs- 
abteilungen. 
Gegen die deutsche Front nordwestlich von Hoskawy und zwischen Narocz, und 
Wiszniewsee richteten sie Tag und Nacht besonders starke, aber vergebliche Angriffe. 
Die Verluste des Feindes entsprechen dem Masseneinsatz an Leuten. Eine weit 
vorspringende schmale Ausbuchtung unserer Front hart südlich des Naroczsees wurde 
zur Bermeidung umfassenden Feuers um einige hundert DMeter auf die Höhen bei 
Blisniki zurückgenommen. 
Balkankriegsschauplatz. Abgesehen von unbedeutenden Datrouillenplänkeleien 
an der griechischen Grenze ist die Lage unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Fliegerangriff auf Balona. 
Wien, 21. März. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Die Gefechtstätigkeit stellenweise erhöht, nament- 
lich bei der Armee Pflanzer-Baltin. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. 
Feindliche Angriffse auf die von uns genommenen Stellungen am RKombon und 
Mrzli Brh wurden abgewiesen. Am Rombon brachte eine neuerliche Unternehmung 
81 gefangene Jtaliener ein. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Flieger erschienen nachts über Vlora 
(Balona) und bewarfen den Hafen und die Truppenlager erfolgreich mit Bomben. 
Sie kehrten trotz heftiger Beschießung unversehrt heim. Lage in Montenegro und 
Albanien unverändert ruhig. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Angriff 635 englischer Flugzeuge gegen Zeebrügge. 
London, 20. März. Geuter-Meldung.) Die Admiralität macht bekannt: Heute 
morgen griffen 50 britische, französische und belgische Flugzeuge, begleitet von 
15 Kampfflugzeugen, die deutsche Wasserflugstation Zeebrügge und den Flugplatz 
Houltade an. Es scheint beträchtlicher Schaden angerichtet worden zu sein. Jedes 
der Flugzeuge führte durchschnittlich 200 Pfund Bomben mit sich; alle sind wohl- 
behalten zurückgekehrt. Ein belgischer Offizier ist ernstlich verwundet. (W. T. B.) 
Zspahan von den Russen genommen. 
Kopenhagen, 21. März. Wie die DPetersburger Telegraphen-Agentur meldet, 
haben die RKussen am 19. März Ispahan eingenommen. 
# 
l
        <pb n="121" />
        32 
     
S ä— S# S———6 — 
Ses S 
  
Erfolglose russische Offenssve auf ausgedehnter Front. 
Großes Hauptquartkier, 22. März. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Bei der dem Angriff vom 20. März nordösilich 
von Avocourt folgenden Aufräumung des Kampffeldes und der Wegnahme weiterer 
feindlicher Gräben außerhalb des Waldgeländes ist die Zahl der dort eingebrachten 
unverwundeten Gefangenen auf s8 Offiziere, 2914 Mann gestiegen. Die Artillerie- 
kämpfe beiderseits der Maas dauerten bei nur vorübergehender Abschwächung mit 
Heftigkeit fort. 
Bei Obersept haben die Franzosen nochmale versucht, die Schlappe vom 13. Februar 
wieder auszugleichen; mit betrachflichen blutigen Berlusten wurde der Angreifer zurück. 
geschickt. 
Drei feindliche Flugzeuge wurden nördlich von Berdun im Luftkampf außer Gefecht 
geseht. Zwei von ihnen kamen nordöstklich Samogneux hinter unserer Front, das dritte 
brennend jenseits der feindlichen Linie zum Absturz. Teutnant Bölcke hat damit 
sein dreizehntes, Leufnant Darschau sein viertes feindliches Flugzeug abgeschossen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die großen Angriffsunternehmungen der 
Kussen haben an Ausdehnung noch zugenommen, die Angriffspunkte sind zahl- 
reicher geworden, die Vorstöße selbst folgten sich an verschiedenen Stellen ununter- 
brochen Tag und Nacht. Der stärkste Ansturm galt wieder der Front nordwesilich 
von Postawy. Hier erreichten die feindlichen Verluste eine selbst für russischen 
Masseneinsatz ganz außerordentliche Höhe. Bei einem erfolgreichen Gegenssoß 
an einer kleinen Einbruchsstelle wurden 11 russische Offiziere und 373 Mann 
gefangengenommen. Aber auch bei den vielen anderen Kämpfen — südlich und 
südöstlich von Riga, bei Friedrichstadt, westlich und füdwestlich von Jakobstadt, 
südlich von Dünaburg, nördlich von Widsy, zwischen Narocz= und Wiszniewsee — 
wiesen unsere lapferen Truppen den Feind unter den größten Verlusten für ihn 
glatt zurück und nahmen ihm bei Gegenangriffen noch über 600 Gefangene ab. 
An keiner Stelle gelang es den Russen irgendwelchen Erfolg zu erringen; die 
eigenen Verluste sind durchweg gering. 
Balkankriegsschauplatz. Die Tage isi unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Zussische Vorstöße an der Stirypa abgewiesen. 
Wien, 22. März. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Die Tätigkeit des Gegners ist gestern fast an 
der ganzen Nordostfront lebhafter geworden. Unsere Stellungen standen unter dem 
Feuer der feindlichen Geschütze. An der Strypa und im Kormingebiet stießen 
russische Infanterieabteilungen vor; sie wurden überall geworfen. In Ostgalizien 
verlor bei einem solchen VBorssoß eine russische Gefechtsgruppe von Bataillonsstärke
        <pb n="122" />
        ⁊0 
X 
  
K-5 
an Toten 3 Offiziere und über 150 Mann, an Gefangenen 100 Mann; bei uns 
nur einige Leute verwundet. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Der gestrige Tag ist ruhig verlaufen. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Neue deutsche Getreidekäufe in Kumänien. 
Berlin, 22. März. Am 21. März ist in Zukarest zwischen der „Zentral, Ein- 
kaufsgesellschaft“ in Berlin, der „Kriegs, Getreide-Berkehrsansialt“ in Wien und der 
„Kriegs--Drodukten.Aktiengesellschaft" in Budapest einerseits und der rumänischen 
„Zentral-Ausfuhrkommission für Getreide und Hülsenfrüchte“ anderseits ein Zertrag 
über die Lieferung weiterer sehr erheblicher Getreidemengen aus RKumänien an die 
Zentralmächte unterzeichnet worden. Die genannten deutschen und österreichisch- 
ungarischen Organisationen für die Getreideeinfuhr kaufen durch diesen Vertrag 
100000 Wagen Mais sowie den gesamten — nach Berücksichtigung des inländischen 
rumänischen Berbrauchs und der anderweitigen rumänischen Verkaufsverträge — 
noch für die Ausfuhr zur Verfügung stehenden Vorrat an Weizen, Gerste und 
Hülsenfrüchten, einen Borrat, der auf etwa 40000 Wagen geschätzt wird. Die 
rumänische Regierung hat alle tunlichen Erleichterungen für den Abtransport des 
Getreides auf dem Bahn- und Wasserwege teils bereits veranlaßt, teils in Aussicht 
gestellt. IUmgekehrt ist eine Verständigung angebahnt, um auch die Tieferung von 
Erzeugnissen der Zentralmächte an Kumänien sowie die wechselseitige Durchfuhr 
tunlichst zu fördern und also auch auf diesem Gebiet das Erforderliche zu tun, 
damit die beiderseitigen Handelsbeziehungen sich wieder normal gestalten, soweit 
dies unter den obwaltenden Umstaänden überhaupt durchführbar ist. (W. T. B.) 
Besetzung des Höhenrückens von Haucourt. 
Großes Hauptquartier, 23. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Der Erfolg beim Walde von Avorourt wurde 
durch Inbesihnahme der französischen Stützpunkte auf den Höhenräcken südwestlich 
von Haucourt vervollständigt. Es wurden etwa 450 Gefangene eingebracht. 
Im übrigen hat das Gesamtbild keine VDeränderung erfahren. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Ihre Hauptangriffstätigkeit verlegten die RKussen 
auf die gestrigen Abend- und auf die Nachtstunden. Mehrfach brachen sie mit 
starken Kräften gegen unsere Stellungen im Brückenkopf von Jakobstadt beiderseits 
der Bahn Mitau—Jakobstadt, viermal gegen unsere Linien nördlich von Widsch vor. 
Während sie auf der Front nordwestlich von Hostawy, wo die Zahl der eingebrachten 
Gefangenen auf 14 Offiziere und 889 Mann gestiegen isi, wohl infolge der übermäßigen 
blutigen Verlusse von größeren Angriffsversuchen Abstand nahmen, stürmten sie 
    
  
   
0 Vsols- + . - . -- . « — 
———2 .-- * — * —
        <pb n="123" />
        wiederholt mit neuer Gewalt zwischen Narocz, und Wiszniewsee an. Der hohe 
Einsatz an Menschen und Munition hat auch in diesen Angriffen und in mehrfachen 
Einzelunkernehmungen an anderen Stellen den Zussen nicht den kleinsien Borteil 
gegenüber der unerschütterlichen deutschen VBerteidigung bringen können. 
Balkankriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. W. T. B.) 
Keine Ereignisse an den k. u. k. Fronten. 
Wien, 23. März. Amilich wird verlautbart: Auf allen brei Kriegsschauplätzen 
keine besonberen Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Kasserliches Handschreiben an Flieger-Oberleutnant Böclcke. 
— Berlin, 23. März. Eine weitere Anerkennung seiner glönzenden Erfolge im TLufikampfe 
36 hat Oberleutnant Bölcke durch das nachstehende Handschreiben Seiner Masestäl des Kaisers 
* gefunden: 
* Wie mir gemeldet wird, sind Sie wiederum aus dem Kampf gegen feindliche Flugzeuge 
“ mit einem vollen Erfolge zurückgekehrt. Ich habe Ihnen bereits unlängst durch Derleihung 
* meines höchsten Kriegsordens, des Ordens Pour le merlte, gezeigt, welche Bedeutung ich den 
*ibv Ergebnissen Ihres Wagemutes beimesse. Den setzigen Zeitpunkt aber, in dem Sie mit dem 
*t 12. Flugzeug nunmehr insgefamt zwei feindliche Fliegerabteilungen außer Gefecht gesetzt haben, 
J will ich nicht vorübergehen lassen, ohne Ihnen aufs neue meine vollste Anerkennung für ihre 
* vortrefflichen Leistungen im Lufikampf auszusprechen. 
* Großes Hauptquartier, den 20. März 1916. gez. Wilhelm. 
UAn den Oberleutnant Bölcke beim Kampfgeschwader 2 der Obersten Heeresleitung. 
9 (W. T. B.) 
C2cina bleibt Repubiik. 
9: New Lork, 23. März. Die „Associated Dreß“ meldet aus Peking, daß durch 
* einen Kabinetisbeschluß die Monarchie wieder aufgehoben und die Republik wieder 
* hergesiellt wurde. (W. T. BZ.) 
1060600000000 Mark vierte Kriegsanleihe gezeichnet. 
Berlin, 24. März. Die Zeichnungen auf die vierte Kriegsanleihe belaufen 
sich nach den bisher vorliegenden Meldungen auf rund zehn Milliarden sechshundert 
* Millionen Mark. Teilanzeigen, die das Ergebnis noch etwas erhöhen werden, 
- . stehen noch aus; auch die Feldzeichnungen und Zeichnungen aus dem überseeischen 
* Ausland sind darin noch nicht enthalten. 
* Das deuische Voll hat damit für die Kriegszwecke in zwanzig Monaten gegen 
“ sechsunddreißigeinhalb Milliarden Mark an langfristigen Anleihen aufgebracht. 
B9- (W. T. S)) 
— 
* 
o. ##c# , s- r. s . si. «s-o.·«--.o 
axsnstsäwxMOszsästgYOdeKäTMMOHKSsMBstMAiMM
        <pb n="124" />
        Wiederholte russische Anstürme zusammengebrochen. 
Großes Hauptquartier, 24. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. In der Champagne an der Straße Somme— 
Dy —Souain, in den Argonnen, im Maasgebiet und bis zur Mosel hin steigerte 
sich die Heftigkeit der Artilleriekämpfe zeitwelse erheblich. Westlich von Haucourt 
besetzten wir in Auswertung des vorgestrigen Erfolges noch einige Gräben, wobei 
sich die Zahl der Gefangenen auf 32 Offiziere, 879 Mann erhöhte. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Während sich die Kussen am Tage nur zu 
einem starken Zorstoß im Bräckenkopf von Jakobstadt östlich von Buschhof auf- 
rafften, unternahmen sie nachts wiederholte Angriffe nördlich der Bahn Mitau— 
Jalobstadt sowle einen Leberrumpelungsversuch südwesilich von Dünaburg und mühen 
sich in ununterbrochenem heftigen Ansturm gegen unsere Front nördlich von Widsy 
ab. Alle ihre Angriffe sind in unserem Feuer spätestens am Hindernis unter schwerer 
Einbuße an Leuten zusammengebrochen. Weiter südlich sind keine neuen Angriffe erfolgt. 
Balkankriegsschauplatz. In der Gegend von Gewgheli kam es beiderseits des 
Bardar in den letzten Tagen mehrfach zu Artilleriekämpfen ohne besondere Zedeutung. 
Aus einem feindlichen Fliegergeschwader, das Volovec westlich des Doiransees 
angegriffen hatte, wurde ein Flugzeug im Tufkkampf abgeschossen; es Kürzte in 
den See. Oberste Heeresleitung. (W. T. Z.) 
Beschießung der Städte Görz und Rovereto. 
Wien, 24. März. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer und süböstlicher Kriegsschauplatz. #nverändert. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Der Feind beschoß die Städte Görz und 
Rovereto. Sonst keine Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Neue englische Schlappe im Irak. 
Konstantinopel, 24. März. (Bericht des Hauptquartiers.) An der Frakfront 
bei Felahie versuchte eine feindliche Abteilung von ungefähr zwei Bataillonen unsere 
VBorposten auf dem rechten Aser des Tigris anzugreifen, wurde aber nach einstündigem 
Kampse zurückgeschlagen. In der Nacht vom 21.März warfen unsere Flieger wirksam 
Bomben auf die Feinde in Kut el Amara. In derselben Nacht griff eins unserer 
Wasserflugzeuge feindliche, in der Kephalosbucht der Insel Imbros ankernde Schiffe 
mit Zomben an. Wir beobachteten, daß alle Zomben wirksam ihr Ziel erreichten. 
Ein feindliches Torpedoboot füllte vier Segelschiffe mit über 200 als Käuber ver- 
kleideten Soldaten und landete sie unter seinem Schutze in der Ortschaff Keumir 
Dili auf dem Südostufer des Golfs von Klazomene; aber auf einen Angriff unserer 
r—l!R r — n 
———— 321
        <pb n="125" />
        an Zahl nur schwachen Küstenabteilungen konnten sich die Räuber irotz des Schutzes 
des Torpedobootes am Ufer nicht halten und flüchteten sich eilig auf lhre Barlen, 
wobei sie jedoch zehn der Zevölkerung gehörende Hammel miknahmen. Darauf 
zogen sie sich zurück. Sonst nichts zu melden. (W. T B.) 
Heldentat eines deutschen Hilfskreuzers. (Gesecht in der Nordsee. — 
Ein englischer Kreuzer vernichtet.) 
Berlin, 24. März. Nachrichten zufolge, die von verschiedenen Stellen 
hierhergelangt und neuerdings bestätigt sind, hat am 29. Februar in der nörd- 
lichen Nordsee zwischen dem deutschen Hilfskreuzer „Greif“ und drei englischen 
Kreuzern sowie einem Zerstörer ein Gefecht stattgefunden. G. M. S. „Greif“ 
hai im TLaufe dieses Gefechtes einen großen englischen Kreuzer von etwa 
15000 Tonnen durch Torpedoschuß zum Sinken gebracht und sich zum Schluß 
selbst in die Luft gesprengt. — Von der Besatzung des Schiffes sind etwa 
150 Mann in englische Kriegsgefangenschaft geraten, deren Namen noch nicht 
bekannt sind. Sie werden von den Engländern, die über den ganzen Vorfall 
das sfrengsie Stillschweigen beobachten, von jedem Verkehr mit der Außenwelt 
abgeschlossen. Maßnahmen hiergegen sind eingeleitet. 
Der Chef des Admiralskabes der Marine. (W. T. BZ.) 
Sturmszenen im Reichstag.— Spaltung der sozialdemokratischen Fraktion. 
Berlin, 24. März. Im Reichskage kam es heute zu einem sehr erregten Auftritt dadurch, 
daß der sozialistische Abgeordnete Haase im Namen einer kleinen Minderheit der sozialdemo- 
kratischen Fraktion deren Ablehnung des Notekats mit einer Rede begründeie, die den Kürmischen 
Widerspruch des ganzen Hauses einschließlich der Mehrzahl der Sozialdemokraten hervorrief. 
Es kam nach einem dreimallgen Kuf „zur Sache“ zur Wortentzlehung, und sogar ein nicht 
kleiner Teil der sozialdemokratischen Fraktion stimmte für Wortentziehung. Unter tosendem Lärm 
mußte der ZRedner die Tribüne verlassen. 
In seiner Rede sagte Haose unter anderem, vom Präsldenten wiederholt unterbrochen: Nach 
den Erfahrungen dieses Krieges spricht alles dafür, daß auch das Heer troß aller Erfolge die 
Gegner nicht so schlagen wird, daß sie auf die Knie gezwungen werden können: zu mächtige 
Gegner stehen und gegenüber, und om Schlusse wird es wahrscheinlich weder Sieger noch 
Besiegte geben. 
Staatssekretär Helfferich erklärte darauf u. a.: Meine Herren, ich kann hier nur vor 
diesem hohen Hause und dem ganzen deutschen Zolk das tiefste Bedauern und die Küärkste 
Entrüsiung aussprechen, daß ein Mann, der sich VDertreter des deulschen VZolkes neunt (Lärm 
bei den Soz.), solche Ausführungen von dieser Tribüne machen kann, die unseren Feinden in 
dieser Lage das Herz und den Rücken stärken müssen. (Stürmischer Beifoll.) 
RKuf rechts gegen den Abg. Haase: Vertreter des Auslandes! (Großer Lärm.) Wenn ein 
Redner es wagt, hier zu bestreiten und zu leugnen, daß es dem deutschen Volk, nachdem es 
heute in zwanzig Kriegsmonaten all die schweren TLasten getragen hat, aber auch nach all den 
großen Erfolgen, die wi#r auf sedem Felde errungen haben, nicht an der Zuversicht fehlt, doß 
es siegen wird, so gibt es kein Wort, dos scharf genug wäre, das zurückzuweisen. (Lebhafier 
Belfall und Händeklatschen. Andauernder Lärm.) 
——— r 5 
W—————2
        <pb n="126" />
        Namens der sozialdemokratischen Fraktion sprach Abg. Scheidemann gegen Haase. Er 
erklärte die Zuskimmung der Fraktion zum Noteiat und fügte hinzu: Ich darf annehmen, daß 
wir noch zu den Worien stehen, die wir am 4. August 1914 namens unserer Fraktion aus 
dem Munde des Abg. Haase gehört haben. (Hört, hört! rechts.) Jch wiederhole, was wir 
immer gesagt haben: in der Siunde der Noit lassen wir unser Baterland nicht im Süch. (TLeb- 
hafter Zeifall und Händeklatschen.) 
Infolge dieser Borgänge sind der Abg. Haase und 17 seiner Darteigenossen aus der sozial- 
demokratischen Fraktion ausgetreten und haben sich zu einer „sozlaldemokratlschen Arbeits- 
gemeinschaft“ zusammengeschlossen. 
Amerikanischer Drotest gegen die Beschlagnahme von Wert- 
papieren durch England. 
London, 23. März. „Daily News“ melden aus Washington vom 22. März.: 
Das Staatsdepartement hat einen formellen Drotest nach Condon gerichtet wegen 
der Zeschlagnahme von amerikanischen Wertpapieren im Werte von 4 Millionen 
Pfund Sterling, die mit der Host aus Holland gesandt waren. (W. T. B.) 
Feldmarschall v. Mackensen in Konstantinopel. 
Konstantinopel, 24. März. Generalfeldmarschall von Mackensen ist heute 
vormittag hier eingetroffen, um dem Sultan den ihm vom Deutschen Kaiser ver- 
liehenen Marschallstab zu überreichen. Auf dem Zahnhofe fand großer militärischer 
Empfang ssatt. U. a. waren Marschall iman von Sanders, Bizeadmiral Souchon 
und Vertreter der deutschen Botschaff sowie des Sultans und der türkischen 
ZKegierung anwesend. Das Dublikum begrüßte den Gast herzlich. (W. T. B.) 
Ein Armeebefehl Joffres an die Verteidiger Verduns. 
Daris, 24. März. (Havas-Meldung.) In der ersten Märzhälste hat General 
Joffre an die Armee von Verdun folgenden Armeebefehl gerichtet: 
„Soldaten der Armee von Verdunl 
Seit drei Wochen haltet ihr den furchtbarsten Sturm aus, den der Feind bisher 
gegen uns unternommen hat. Deutschland rechnete auf einen Erfolg seiner An- 
strengungen, die es für unwiderstehlich hielt und für die es seine besten Truppen 
sowie seine mächtigste Artillerie eingeseczt hatte. Es hoffte, daß die Einnahme von 
Verdun den Mut seiner Verbündeten stärken und die neutralen Länder von der 
deutschen Ueberlegenheit überzeugen würde. Es hatte seine Rechnung ohne euch 
gemacht. Tag und Nacht, trohzeiner beispiellosen Zeschießung, habt ihr allen An- 
griffen widerstanden und eure Stellungen gehalten. Der Kampfistnochnichtbeendet, 
denn die Deutschen brauchen den Sieg. Ihr werdet ihnen den Sieg zu entreißen 
wissen. Wir besichen Munition in Ueberfluß sowie zahlreiche Reserven. Besonders 
aber bessht ihr euren Glauben an die Geschicke der KRepublik. Das Land hat 
seine Blicke auf euch gerichtet. Ihr werdet zu denen gehören, von denen man sagen 
wird: „Sie haben den Deutschen den Weg nach Verdun versperrt!“ (W. T. B.) 
J—t 
#
        <pb n="127" />
        u— rtrthtit # #. * — * » « v kks 
HEXE-VIEVEN-LIMI-«HNÆK-äH4-LCTZ-REZ«H·Wu-WHAYOMWECHÆWÄJOZ 
2 
Verdun in Brand geschossen. — Weiterer Mißerfolg der russischen 
Offensive. 
Großes Haupiquartier, 25. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Die Lage hat gegen gestern keine wesentliche 8 
Veränderung erfahren. Im Maasgebiet fanden besonders lebhafte Artilleriekämpfe 
statt, in deren Verlauf Verdun in Brand geschossen wurde. 
Oesilscher Kriegsschauplatz. Westlich von Jalobstadt gingen die Russen nach 
Einsatz frischer sibirischer Truppen und nach starker Feuervorbereitung erneut zum ! 
Angriff über. Er brach verluftresch für ste zusammen. Kleine Zorstöße wurden 9 
sudwestlich von Jakobstadt und südwesilich von Dünaburg mähelos abgewiesen. s 
Ebenso blieben alle, auch nachts wiederholten Ansirengungen des Feindes gegen r 
die Front nördlich von Widso völlig erfolglos. Welter südlich in der Gegend des * 
Naroczsees beschränkte sich der Feind gestern auf Artilleriefeuer. p*5 
Balkankriegsschaupfatz. Bei einem erneuten Fliegerangriff wurde ein feind- R 
liches Flugzeug im Luftkampf zum Absturz zwischen die beiderseitigen Linien gebracht 
und dort durch Artllleriefeuer zerstört. * 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Vorstoß der Honveds an der Strypa. F¾- 
Wien, 25. März. Amtlich wird verlautbort, * 
Russischer Krlegsschauplatz. Nordöstlich von Burkanow an der Sirypa * 
drangen Honvedabteilungen nach Abwehr eines starken russischen Angriffs in die 
Gräben des Feindes ein und zerstörten die Verteidigungsanlagen; sonst keine Erelgnisse. * 
Italienischer und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Stellverireter des Chefs des Generalstabes. * 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. G. T. B. 
&amp; 
Die Entwaffnung der Handelsschiffe abgelehnt. 
Amsterdam, 25. März. Wie aus Washington gemeldet wird, haben die 
Alliierten in ihren Antworten die Anregung des Staaisselretärs Lansing, die Handels- 
schiffe zu entwaffnen, im wesenilichen abgelehnt. Dem Vernehmen nach bereitet * 
Lansing ein Rundschreiben vor, in dem die Haltung der Vereinigten Staaten in — 
dieser Frage auseinandergesetzt wird. (W. T. B.) 
Zwei englische Hostdampfer torpediert. F 
London, 25. März. Der Dosidampfer „Sussex“ (5686 Tonnen), der den 
regelmäßlgen Dienst zwischen Dieppe und Folkestone versah, ist im Kanal torpediert 2 
worden. Der Dampser hatte 350 Fahrgäste, meist Franzosen, an Bord; die Be— 1 
satzung zählte so Mann. Er scheint noch nicht gesunken zu seln; andere Schiffe “ 
leissen ihm Beistand. ¾l 
  
* — —. — 7960. I—SJ—— r—# — G#· #r#l W#c-N 
———————————t ———————
        <pb n="128" />
        4# - 4 rEu—GE———— WV —— — 
— ———— ————— 3 J 
Wie berichtet wird, sind alle Hassagiere der „Sussexz“ gerettet worden. Das 
Schiff ist um 1 Uhr 25 Minuten nachmittags aus Folkeskone ausgefahren und 
wurde bei Dieppe torpediert. Es kreibt noch. (W. T. Z.) 
London, 25. März. Der Dosidampfer der Mississippi and Dominion 
Steamship Co., „Englishman“, ist untergegangen. Nach der lehten Meldung sind 
68 Ueberlebende geborgen worden. (W. T. B.) 
Washington, 25. März. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Anmtlich. 
Von den Passagieren des untergegangenen Postdampfers „Englishman“ werden vier 
Amerikaner vermißt. (W. T. B.) 
Englischer Bericht über die Heldentat des „Greif“. 
London, 25. März. (RKeuter-Meldung.) Die Admiralität teilt mit, daß am 
20. Februar in der Nordsee ein Kampf zwischen dem bewaffneten deutschen Hilfs- 
kreuzer „Grelf“, der als norwegisches Handelsschiff maskiert war, und dem britischen 
Hilfskreuzer „Alcantara“ stattgefunden hat. Das Gefecht führte zu dem Berluste 
beider Schiffe. Der deutsche Hilfskreuzer wurde durch Kanonenfeuer, die „Alcantara“ 
(15850 Tonnen) offenbar durch ein Torpedo zum Sinken gebracht. Fünf Offziere 
und 115 Mann von der Gesamtbesatzung wurden ausgenommen und zu Gefangenen 
gemacht. Die britischen VBerluste betrugen s Offfziere und 69 Mann. Festgestellt zu 
werden verdient, daß der Feind während des ganzen Kampfes über die norwegischen 
Farben, die auf die Schiffswande gemalt waren, hinwegfeuerte. Diese Nachricht 
wird jetzt veröffentlicht, da aus der drahtlosen deutschen Meldung hervorgeht, daß der 
Feind erfahren hat, daß der Dampfer „Greif“, der das Beispiel der „Möwe“ nach- 
ahmen wollte, zerstört wurde, ehe es ihm gelang unsere Datrouillenlinien zu passieren. 
(Selbstverständlich hat „Greif", wenn er sich auch vorher einer erlaubten Kriegelist 
bediente, am Beginn des Kampfes die deutsche Kriegsflagge gesetzt.) (W. T. Z.) 
Englischer Luftangriff auf die nordfriesische Küste abgeschlagen. 
Neue vergebliche russische Angriffe. 
Großes Hauptgquartier, 26. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Gestern konnte der gute Erfolg einer in der 
vorhergehenden Nacht ausgeführten Sprengung nordöstlich von Vermelles fesigestellt 
werden. In dem Sperengtrichter liegt ein seindlicher Hanzerbeobachtungsstand; 
mehrere englische Unterstände sind zerstört. 
Nordöstlich von Neuville unternahm eine kleine deutsche Abteilung nach gegläckter 
Sprengung einen Erkundungevorstoß in die feindliche Stellung und kehrte plan- 
mäßig mit einer Anzahl Gefangener zurück. 
Der französische VBersuch eines Gasangriffs in der Gegend des Forts de la 
Dompelle (südöstlich von Keime) blieb ergebnislos. 
In den Argonnen und im Maasgebiet erreichte der Artilleriekampf stellenweise 
wieder große Heftigkeit. Nachtgefechte mit Nahkampfmitteln im Caillettewalde
        <pb n="129" />
        (süböstlich der Feste Douaumont) nahmen für unsere Truppen einen günstigen wp— 
Verlauf. 10 
Durch eine umfangreiche Sprengung nordöstlich von Celles in den Vogesen * 
sügte sich der Gegner selbst erheblichen Schaden zu, unsere Stellung blieb unversehrt. t 
Bei St. Quentin fiel ein englischer Doppeldecker unbeschädigt in unsere Hand. 
Ein franzoͤsisches Flugzeug stürzte nach Luftkampf im Caillettewalde ab und zerschellte. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Russen haben ihre Angriffe im Brücken- 5 
topf von Jakobstadt und nördlich von Widsh gestern nicht wiederholt. Mehrere 
im Caufe des Tages unternommene Vorstöße südwestlich und südlich von Düna, * 
burg blieben schon auf größere Entfernung vor unseren Hindernissen im Feuer - 
liegen. Gegen unsere Front nordwestlich von Dostawy und zwischen Narocz, und S 
Wiszniewsee nahm der Feind nachts mit starken Kräften, aber ergebnislos und 
unter großen Opfern, den Kampf wieder auf. Nordwestlich von Dostawy nahmen a 
wir einen Offizier und 155 Mann gefangen. " 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. * 
Von zwel durch ein Kreuzergeschwader und eine Zerstörerflottille begleiteten 7 
Mutterschiffen sind gestern früh fünf englische Wasserflugzeuge zum Angriff auf . 
unsere Luftschiffonlagen in Nordschleswig aufgestlegen. Nicht weniger als drel ½*½ 
von ihnen, darunter ein Kampfflugzeug, wurden durch den frühzeitig benach- 
richtigten Abwehrdienst auf und östlich der Insel Sylt zum Nledergehen gezwungen. t 
Die Insassen — vier englische Offiziere und ein Unteroffizier — sind gefangen- s* 
genommen. Bomben wurden nur in der Gegend von Hoyer-Schleuse abge- * 
worfen. Schaden ist nicht angerichtet. B¾- 
Oberste Heeresleitung. (W. T. Z.) 
3 
Eine italienische Stellung am Dlöckenpaß genommen. 1 
Wien, 26. März. Amtlich wird verlautbart: 
ZRussischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignssse. * 
Die in den russischen Berschten geschilderten Kämpfe bei Latacz am Dynjestr * 
stellen selbstredend nur Borpostengeplänkel dar. Es handett sich unsererseits um Auf- 
klärungstruppen, die beim Anrücken sfärkerer feindlicher Abteilungen naturgemäß in die * 
Hauptstellungen zurückzugehen haben. Einen Angriff gegen die Haupistellung der Armee 
Pflanzer-Baltin haben die Kussen in den letzten Wochen überhaupt nicht versucht. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die feindliche Artillerie hielt die Hochfläche 
von Doberdo, den Fella-Abschnitt und einzelne Stellungen an der Tiroler Front 
unter Feuer. 
Oestlich des Hlöckenpasses drangen unsere Truppen in eine italienische Stellung ein. 
Bei Marter im Suganatal wurde ein feindlicher Angriff abgewiesen. 
Südösfilicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
     
        
* — —. W — 
#/7--## . *r —
        <pb n="130" />
        Das Geegefecht bei dem englischen Fliegerangriff. 
Berlin, 26. März. Am 25. März morgens haben englische Seestreitkräste 
einen Fliegerangriff auf den nördlichen Teil der nordfriesischen Küste heran- 
gelragen. Der Fliegerangriff mißlang völlig, wie der Heeresbericht vom 26. März 
bereits gemeldet hat. Zwei auf Vorposten befindliche armierte Fischdampfer sünd 
den englischen Schiffen zum Opfer gefallen. Unsere Marineflugzeuge griffen 
die englischen Geestreifkräste an und erziellen eine Anzahl Treffer; ein Torpedo-= 
bootszerstörer wurde schwer beschädigt. 
Von unseren sofort ausgesandten Geestreitkrästen stießen nur einzelne Tor- 
pedoboote in der Nacht vom 25. zum 26. auf den abzlehenden Feind. Eins 
dieser Torpedoboote ist bisher nicht zurückgekehrt. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Die englische Darskellung. — Ein englischer Zerstörer verloren. 
Amsterdam, 26. März. Lleber den Angriff auf die deutschen Tuftschiffanlagen 
in Nordschleswig verbreitet Keuter solgende amtliche Mitteilung: Englische Wasser- 
fügzeuge griffen vorgestern früh die deutschen Luftschiffhallen in Schleswig-Holstein, 
östlich der Insel Sylt, an. Die Wasserfiugzeuge wurden zu dem verabredeten 
Dunkte dicht an der deutschen Küste von leichten Kreuzern und Torpedoboots-= 
zerstörern eskortiert. Drei Wasserflugzeuge werden vermißt. Die Zerstörer „Medusa“ 
und „Laverock“ hatten eine Kollision. Es wird befürchtet, daß die „Medusa“ 
infolge des stürmischen Wetters in dieser Nacht verloren ist, aber es besteht keine 
Beunruhigung über das Schicksal der Zesatzung. Unsere Zerstörer versenkten zehn 
bewaffnete deutsche Hatrouillenboote. Es ist bisher keine Einzelheit über die Ergeb- 
nisse des Angriffs eingegangen, aber aus Meldungen der dänischen Blätter scheint 
hervorzugehen, daß dieser seine Absicht erfüllf hat. (W. T. B.) 
Der englische Dampfer „Minneapolis“ torpediert. 
Daris, 26. März. „Matin“ zufolge berichtet der gestern in Marseille ein- 
getroffene Hoskdampfer „TLeicestershire“", daß er Mittwoch einen Funkspruch erhielt, 
welcher meldete, daß der englische Dampfer „Minneapolls“ (nach Lloyds Register 
13543 Tonnen) von einem seindlichen Tauchboot torpedlert worden sei und sinke. 
Die „Ceirestershire“ ellte zur Hilfe, kam jedoch zu spät. Die „Minneapolis“ 
ging unter. Das Schicksal der Besatung ist unbekannt. (W. T B.) 
Siegreicher Gegenstoß bei Mokrzyce. — 2161 Zussen gefangen. 
Großes Hauptquartier, 27. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Heute früh beschädigten die Engländer durch eine 
umfangreiche Sprengung unsere Stellung bei St. Eloi (südlich von Ipern) in einer Aus- 
dehnung von über 100 Meter und fügten der dort stehenden Kompagnie Verluste zu.
        <pb n="131" />
        In der Gegend nordöstlich und östlich von Vermelles hatten wit im Minen— 
kampf Erfolge und machten Gefangene; weiter südlich bei La Boisselle (nordöstlich 
von Albert) hinderten wir schwächere englische Abteilungen durch Feuer am Vor— 
gehen gegen unsere Stellung. 
Die Engländer beschossen in den letzten Tagen wieder die Stadt Lens. 
In den Argonnen und im Maasgebiet erfuhren die Feuerkämpfe nur vorüber- 
gehende Abschwächung. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Gegen die Front unter dem Befehl des General—- 
feldmarschalls v. Hindenburg erneuerten die Russen gestern die Angriffe mit besonderer 
Heftigkeit. 
So stießen sie mit im Osien bisher unerhörtem Einsatz an Menschen und Munikion 
gegen die deutschen Linien nordwestlich von Jakobstadt vor; sie erlitten dement. 
sprechende Beclusie, ohne irgendwelchen Erfolg zu erringen. Bei Welikoje-Selo 
(südlich von Widsy) nahmen unsere Vortruppen in einem glücklichen Gefecht den 
Zussen 57 Gefangene ab und erbeuteten zwei Maschinengewehre. 
Wiederholte Zemühungen des Feindes gegen unsere Stellungen nordwestlich 
von Dostawy scheiterten völlig. 
Nachdem südlich des Naroczsees mehrfach starke Angriffe von Teilen dreier 
russischer Armeekorps abgeschlagen waren, ktraten wesipreußische Regimenter bei 
Mokrzyce zum Gegenstoß an, um Artillerie-Beobachtungsstiellen, die beim Zurück- 
biegen unserer Front am 20. März verlorengegangen waren, zurückzunehmen. 
Die tapfere Truppe löste ihre Aufgabe in vollem Umfange. Hierbei sowie bei 
der Abwehr der feindlichen Angriffe wurden 21 Offiziere, 2140 Mann gefangen 
und eine Anzahl Maschinengewehre erbeutet. 
Unsere Flieger belegten die Zahnhöfe von Dünaburg, Wilejka und die Sahn= 
anlagen an der Strecke Baranowitschi— Minsk mit Zomben. 
Balkankriegsschauplahz. Die Tage isi unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. S.) 
Erstürmung einer italienischen Stellung bei Görz. 
Wien, 27. März. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Jtolienischer Kriegsschauplatz. Gestern wurde an mehreren Stellen der 
Front heftig gekämpft. Am Görzer Brückenkopf eroberten unsere Truppen die 
ganze feindliche Stellung vor dem Nordtelle der Podgorahöhen. Hierbel wurden 
525 Staliener, darunter 13 Offiziere, gefangengenommen. Im Plöcker Abschnitt 
mühte sich der Feind unter Einsah von Perstärkungen vergebens ab, die ihm 
entrissenen Gräben wieder zu gewinnen. Die Kämpfe nahmen an Ausdehnung 
zu und dauerten die ganze Nacht fort. An der Tiroler Front fanden nur mäßige 
Geschützkämpfe statt. Die feindliche Artillerie beschoß Caldonazzo ((m Suganatal).
        <pb n="132" />
        Südöstlicher Kriegsschauplatz. Oestlich von Durazzo wurden zwei italienische 
Feldgeschütze mit Munition aufgefunden. Lage unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
5—— Ssr- 
S#er t 
**½ 
—. 
  
     
□ 
    
Der mißglückte Fliegerangriff auf die holsteinische Küste. 
Berlin, 27. März. Zu der amtlichen englischen Veröffentlichung über den 
Fliegerangriff auf die holsteinische Westküsse vom 25. März, In der behauptek wird, 
daß von englischen Torpedobootszerstörern zehn deutsche bewaffnete Datrouillenboote 
versenkt worden seien, erfahren wir von zuständiger Stelle, daß diese Zehauptung 
unzutreffend ist. Wie im amtlichen deutschen Zericht gemeldet, sind zwei auf Vor- 
posten befindliche deutsche bewaffnete Fischdampfer verloren gegangen. (W. T. Z.) 
     
    
    
    
    
    
Der Beginn des großen Entente-Kriegsrats in Daris. 
Daris, 27. März. (Havas-Meldung.) Heute vormittag wurde im Ministerium des 
Auswärtigen die erste Zusammenkunft des gemeinfamen Rates der Alliierten abgehalten. 
Es waren vertreten Jtalien, England, Kußland, Belgien, Japan, Serbien, Dortugal, 
Frankreich. Die Beratungen werden natürlich geheimgehalten. Immerhin kann 
mitgeteilt werden, daß die Vertreter bei dleser ersien Sitzung sich hauptsächlich mit 
den militärischen Mitteln zur Herbeiführung des endgültigen Sieges befassen werden. 
(W. T. B.) 
  
    
    
    
    
    
    
    
  
Neuer russischer Ansturm bei Dostawy abgeschlagen. 
Großes Hauptquartier, 28. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich von St. Eloi entspannen sich lebhafte 
Nahkämpfe an den von den Engländern gesprengten Trichtern und auf den Anschlußlinien. 
tleber die Lage im Kampfgebiet belderseits der Maas ist nichts Neues zu berichten. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Von neuem trieben die Zussen feische Massen 
gegen die deutschen Linien bei Dostawy vor. In tapferer Ausdauer trotzten dort 
Truppen des Saarbrücker Korps allen Anstürmen des Feindes. Vor den an ihrer 
Seite kämpfenden Brandenburgern, Hannoveranern und Hallensern zerschellte ein 
in vielen Wellen vorgetragener Angriff zweier russischer Divistonen unter schwerster 
Einbuße des Gegners. Das gleiche Schicksal hatten die auch nachts noch wieder, 
holten Bersuche des Angreifers, den bei Mokrzoce verlorenen Zoden wiederzugewinnen. 
Balkankriegsschauplatz. In Verfolg der feindlichen Luftangriffe auf unsere 
Stellungen am Doiransee stieß gestern ein deutsches Lufkgeschwader in die Gegend 
von Saloniki vor und belegte den neuen Hafen, den Detroleumhafen sowie die 
Ententelager nördlich der Stadt ausgiebig mit Zomben. 
Oberste Heeresleitung. (W. T B.) 
    
    
    
    
    
    
    
    
    
      
    
    
    
    
    
    
  
     
270 . sind-U stoqu Ists-»so UND-ZU .J-I-ussg- « Dos- wv ,- wi- 
III-MERM-T--MVZIMMAIMWu"ästf-«KOMM«ÄIMMBisPRIstQ
        <pb n="133" />
        Wien, 28. März. 
wiesen. 
ar4 ###. 2 — .— 
— — ————— 52 
kung unserer Vorfeldminen. 
An der beßarabischen 
Front und bei Olyka feuerte 
. 
— 
. 
# 
— 
die feindliche Artillerie bou 
ebhafi. 64 
Et Italienischer Kriegs. 1 1 
schauplah. Die Kämpfe - msutruls“ 
* am Görzer Brückenkopf —— 
ddauern fort. Auch im Ab- — 
" schnitt der Hochfläche von 
* Doberdo begann ein leb— Logqiocni. rt 
7 hastes Feuer der beiden *tt„ 
" Artillerien. Von italienischer Meive / 
* Seite folgten Angriffsver= 
soauche am Nordhang des iitt 
" Monte San Michele und 44%%% 
0. bei San Martino, die leicht "nn p, 4% 
abgewiesen wurden. Oestlich 6 „ % tend %% 
Se ist das Gefecht noch “¾4 % 
06 im Gange. “ Terrnerez. 
* Auch im Ploͤckenab— 
schnitt scheiterten alle feind, 
7 lichen Angriffe. Bor der t 
* Kampffront des braven 
BM- - Kärninerischen Feldjäger,! 2. 2 — —— 
bataillons N#r. 8 liegen über Unsere Kampffront im Osten. 
* 500 tote Italiener. 
An der Tiroler Front waren die Geschützkämpfe nur in den Judikarien lebhafter 
Faaaus gewöhnich. 
76 —# J #s □— S##t - — Stt —— 
W — 7 3-v 
Vergebliche italienische Angriffe am Isonzo. 
Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Nördlich von Bojan haben die Zussen nach 
einigen Sprengungen in unseren Hindernissen wiederholt versucht, in die Stellung 
  
    
  
einzudringen. Alle Angriffee 
wurden unter erheblichen 
feindlichen Zerlusten abge 
Nordöstlich der 
Stropamündung scheitert " 
ein nächtlicher Vorrückungs K# 
versuch russischer Abteilund 
gen schon an der guten Wir. « 
Ase-A 
Hex-«quost 
« Jakobsde 
   
     
   
    
   
   
   
  
   
   
      
    
  
  
o 
MITAU 
   
Lesns V 
schaw'## 7’’ F 
       
   
     
  
Wcs## 
———— e#sst 
KOWNO obylnik 
« «okmyc.««Zo-ozyw 
· Mm####e 
Wust #“ 
  
   
    
    
  
  
  
    
   
  
Eesen 
r□# 
2 7J— 7: 
TahVOO
        <pb n="134" />
        Da in Venetien ein erhöhter Eisenbahnverkehr gegen die Isonzofront festgestellt 
wurde, belegten unsere Flleger einige Objekte der dortigen Bahnen mit Bomben. 
Süböstlicher Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Der Heldenkampf des deutschen Hilfskreuzers „Greif“. 
Amsterdam, 28. März. Einem hiesigen Blatt zufolge erfahren die „Times“ 
aus sehr guter Quelle Einzelheiten über den Untergang des „Greis“. Es war ein 
großer, hoch aus dem Wasser ragender Dampfer, der die norwegische Flagge führte. 
Alles machte den Eindruck, daß man es mit einem neutralen Schiffe zu tun habe, 
wie man sie seht häufig zwischen den Shetland= und Farörinseln trifft. Die 
„Alcantara“ hielt das Schiff an, fragte es nach seinem Zestimmungshafen und 
erhielt die erwartete Antwort. Hierauf wurde ein Boot niedergelassen und ein 
Offizler zur AUntersuchung des Dampfers ausgesandt. Während sich das Zoot dem 
Dampfer näherte, offenbarte sich plötzlich der wirkliche Charakter des Fremdlings. 
Die Maskierung wurde abgenommen und die Kanonen eröffneten das Feuer. 
Obwohl die „Alcantara“ auf diese Weise überrumpelt worden war, beantwortete 
sie das Feuer sofort. Nachdem die Deutschen ein Torpedo abgefeuert hatten, wurde 
die „Alcantara“ von einer Granate getroffen und ihres Steuers beraubt. Da 
tauchten ein anderer Hilfskreuzer und die „Andes“ auf und benahmen dem „Greif“ 
jede Möglichkeit, zu entkommen. Die Granaten fegten über das Deck des deutschen 
Schiffes, so daß die Zemannung die Kanonen im Stich lassen mußte. Der „Greif“ 
seuerte seine Torpedos auf die „Andes“ ab und als der dritte Hilfskreuzer erschien, 
war es mit dem deutschen Schiffe bereits zu Ende. (W. T. B.) 
Die Grundsätze des Ul-Boot-Krieges. (Eine deutsche Erklärung an 
Holland.) 
Haag, 28. März. Wie die holländischen Zeitungen melden, hat die deutsche 
Regierung durch ihren Gesandten im Haag dem Minister des Aeußeren erklären 
lassen, daß die Grundsätze, welche die kaiserliche Regierung für die Führung des 
Interseebootkrieges aufgestellt hat und die seinerzeit den neutralen Kegierungen mit- 
geteilt worden sind, keine Aenderung erfahren haben. Namentlich haben die deutschen 
Seesirestkräsfte nach wie vor den sirengsten Befehl, sich jedes Angriffs auf neutrale 
Schiffe zu enthalten, sofern diese nicht Widerstand leisten oder versuchen, sich durch 
die Flucht der Intersuchung zu entziehen. (W. T. B.) 
Die französische Stellung bei Malancourt erstürmt. 
Großes Hauptquartier, 29. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich von St. Eloi wurde den Engländern 
im Handgranatenkampf einer der von ihnen besehten Sprengtrichter wieder entrissen.
        <pb n="135" />
        Auf dem linken Maasufer stürmten unsere Truppen mit geringen eigenen Ver— 
lusten die französischen mehrere Linien tiefen Stellungen nördlich von Malancourt 
in einer Breite von etwa 2000 Metern und drangen auch in den Nordwestteil des 
Dorfes ein. Der Feind ließ 12 Offiziere, 456 Mann an unverwundeien Gefangenen, 
sowie 1 Geschütz und 4 Maschinengewehre in unserer Hand. Hierdurch wurde mit 
Sicherheit der Einsatz von zwei weiteren Divissonen in dlesem Kampfeaum fesigestellt. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Während die ZKussen ihre Angriffe in den nörd. 
lichen Abschnitten gestern nicht wiederholten, setzten sie südlich des Naroczsees Tag 
und Nacht ihre vergeblichen Anstrengungen fort. Siebenmal schlugen unsere Truppen, 
keilweise im Zajsoneitkampf, den Feind zurück. 
Deutsche Flugzeug. Geschwader warfen mit gutem Erfolge Bomben auf die feind- 
lichen BZahnanlagen, besonders auf den Bahnhof Molodeczno ab. 
Balkankriegsschauplath. Keine wesentlichen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Erbitterte Kämpfe bei Selz. 
Wien, 29. März. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Krlegsschauplatz. Gestern war die Fliegertätigkeit auf beiden 
Selten recht lebhaft. Mehrere feindliche Flugzeuge wurden durch Feuer und eigene 
Flieger zur Umkehr gezwungen. Ein von unserer Artillerie herabgeschossener russischer 
Doppeldecker stürzte ösilich von Zuczacz hinter der feindlichen Linie ab. Durch 
Fliegerbomben entskand bei uns keinerlei Schaden. Usere Flieger haben einige 
Orte hinter der russischen Front ausgiebig und mit beobachtetem Erfolg beworfen. 
Sonft kelne Ereignisse von Wichtigkelt. 
Italienischer Kriegsschauplsaß. Die lebhaften Geschützkämpfe am Görzer 
Brückenlopf und im Abschnitte der Hochfläche von Doberdo dauerten auch gestern 
bis in die Nacht hlnein. Es erfolgten sedoch keine neuen Angrlffe. Oestlich Selz 
drangen die Italiener in einige Gräben ein, dle nun gesäubert werden. — Im 
Dlöckenabschnitte wiesen unsere Truppen wieder mehrere feindliche Vorstöße ab. — 
Sonst ist die Lage unverändert. In mehreren Frontabschnitten arbeiten die Italiener 
an rückwärtigen Stellungen. 
Südösflicher Kriegsschauplatz. Ln#verändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Der Untergang der „Tubantia“. 
Berlin, 290. März. Der Sekretär der englischen Admiralität hat eine Erklacrung 
abgegeben, die auf folgende Tatsachen aufmerksam macht. 
1. Während dieses Krieges sind sechs deutsche bronzene Torpedos in unbeschadigtem 
Zustande in der Nordsee und im Kanal aufgesischt worden. 
  
- —00 ’ ——X . 
———
        <pb n="136" />
        * 
   
  
   
     
    
       
  
         
      
    
    
    
  
         
      
    
    
    
    
    
    
  
     
—— 
# 
   
COA 
etn- 
———— niesen- 
ohsåoh.«IVS«--åth.åwävi.åwc 
rAi 
  
  
  
       
   
  
  
    
x 
S—. 
rism #— 
  
   
         
      
    
    
    
    
    
  
  
    
2. Die angegebenen Abmessungen, die mit Gewinde versehenen kleinen Löcher 
und dle Zugstärke weisen sämtlich darauf hin, daß die gefundenen Metallstücke 
Teile der Luftkammer eines bronzenen Torpedos sind. 
3. Kein Teil eines französischen oder englischen Torpedos besteht aus Metall 
von dieser Abmessung, Dicke und Stärke. 
4. Soweit wir fesistellen können, ist in jsedem Falle (mit Ausnahme eines), in 
dem ein Schiff von den Deutschen torpediert wurde, von einem bronzenen Torpedo 
Gebrauch gemacht worden. 
Hierzu wird amtlich erklärt: . 
Sobald die aufgefundenen Metalltelle vorgelegt werden, sollen sie deutscherseits 
der gewissenhaftesten Hrüfung unterzogen werden; solange diese nicht abgeschlossen 
st, muß ein rteil über das Material vorbehalken bleiben. 
Die amiliche Erklärung des Chefs des Admiralstabes hat bereits festgestellt, daß 
von deutschen Seestreitkräften ein Torpedo auf die „Tubantia“ nicht abgeschossen sst. 
(W. T. B.) 
     
       
    
          
Die Beschlüsse der Hariser Ententekonferenz. 
Daris, 29. März. (Havas-Meldung.) Die Konferenz der Allilerten hielt am 
Dienstag nachmittag ihre Schlußsitzung ab. Briand dankte den Abgesandten der 
Mächte für ihre Zusammenarbeit. Die VBersammlung schloß sich mit Wärme ein- 
stimmig den Worten Briands an, die eine volle Zuversicht in den endgültigen Sieg 
bezeugten. Briand drückte seine Zefriedigung aus über die Ceichtigkeit, mit der die 
verschiedenen Fragen geregelt wurden. Er erklärte, daß, wenn neu auftauchende 
Fragen eine neue gemeinsame Zesprechung der Allü#erten erheischten, die beste Art, 
sie zu regeln, eine neue Zusammenkunft sein würde. 
Die Konferenz hat vor ihrem Auseinandergehen folgende Resolution einstimmig 
angenommen: 
Die am 27. und 28. März in Haris vereinten Vertreter der alliierten Kegierungen 
siellen die vollständige Gemeinschaft der Ansichten der Alli#terten und deren Solidarität 
fest. Sie bestätigen sämtliche Maßnahmen, die getroffen wurden, um die Einheik, 
lichkeit der Aktion auf der Front zu verwirklichen. Darunter verstehen sie zugleich 
Einheitlichkeit der militarischen Aktion, die durch die zwischen den Generalskäben 
getroffene Bereinbarung gesichert ist, die Einheitlichkeit der wirtschaftlichen Aktlon, 
deren Organisation durch die Konferenz geregelt wurde, und die Einheitlichkeit der 
diplomatischen Aktion, die durch ihren unerschütterlichen Willen, den Kampf bis zum 
Siege der gemeinsamen Sache fortzuführen, verbürgt wird. Die Reglerungen der 
Alliierten beschließen, die Solidarität ihrer Ansichten und Interessen auf dem wirt. 
schaftlichen Gebiete in die Draxis umzusetzen, und beauftragen die wlrtschaftliche 
Konferenz, die demnächst in Daris siattfinden wird, ihnen die Maßnahmen vor- 
zuschlagen, dle geeignet find, diese Solidarität zu verwirklichen, um die wirtschastliche 
Aktion zu bekrästigen, zu koordinieren und einheitlich zu gestalten, die ausgeübt 
werden soll, um die Verproviantierung des Feindes zu verhindern. Die Konferenz
        <pb n="137" />
        — 
hat beschlossen, in Haris ein ständiges Komitee einzurichten, in welchem alle Alliierten 3 
verireten sein werden. Die Konferenz beschließt: 
* 1. die durch das Londoner Frachtenzentralbureau eingeleitete Aktion fortzuführen. * 
2. gemeinsam und sobald wie möglich die praktischen Mittel zu suchen, um w 
* eine gerechte Verteilung der aus den Transporten zur See entstehenden Lasien u— 
unter den alliierten Mächten zu erzielen und um eine weitere Erhöhung der Fracht. * 
7 tarife zu verhindern. (W. T. Z.) 7* 
* * 
Mäcktritt des russischen Kriegsministers. * 
9t Petersburg, 29. März. (Meldung der Detersburger Telegraphen-Agentur.) . 
.¾ Kriegsminister General Holiwanow ist auf sein Ansuchen seinen Funktionen enthoben * 
*•r und zu seinem Nachfolger der Chef der Intendantur Generalintendant General * 
* der Infanterie Schuwajew ernannt worden. (G. T. B.) "6 
⁊ * 
Eine Anfrage Amerikas an die deutsche Regierung. v 
Washington, 29. März. (Meldung des Feuterschen Zureaus.) Staats- 6 
2 2 
* sekretär Lansing teilt mit, daß der amerikanische Boischafter in Berlin beauftragt 
l worden ist, bei der deutschen Regierung anzufragen, ob ein deutsches Anterseeboot * 
0 die „Sussex“ und den „Englishman“ torpediert habe. (W. T. Z.) 22 
-- ⅜. 
* * 
Neue Gewaltakte der Entente gegen Griechenland. 
8 Bern, 29. März. Nach einer Meldung des „Secolo“" aus Athen hat ein 
* englisches Schiff in Patras eine Abteilung Marinesoldaten gelandet, welche die * 
NNKadpitäne der deutschen und ölterreichisch-ungarischen Schiffe, die seit Kriegsausbruc 
* demobilisiert im Hafen liegen, verhafteten. Die Kapitäne wurden auf ein englisches * 
* Schlff gebracht.. Die Landungstruppen versuchten auch einen deutschen Ingenieur 
" fesizunehmen, wurden aber vom Volke daran verhindert, worauf das Schiff abdampfte. * 
* Auch im Piräus wurden englische Truppen gelandet, die zwei griechische, an 3 
* englische Reedereien verkaufte Schiffe entführen wollten, worauf die Hafenbatterien 
"-e auf die Schiffe schossen und sse zur Rückkehr zwangen. Nach Gerüchten sollen * 
* die Engländer auch auf zwei deutschen Schiffen befindliche deutsche Ingenieure 3 
* verhaftet haben. Die Franzosen landeten in der Sudabai auf Kreta, durchsuchten 
* ein Warenlager und beschlagnahmten Petroleum. (W. T. B.) * 
7 3 
„ 13 
NDeue Kämpfe um den Wald von Avocourt. 2 
3 
Großes Hauptquartier, 30. März. * 
* Westlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend von Lihons brachite eine kleine " 
7½# beutsche Abteilung von einem kurzen Vorskoß in die französische Stellung einen 
- Hauptmann und 37 Mann gefangen zurück. * 
* 
W—. -.
        <pb n="138" />
        S 
* 
    
  
Westlich der Maas hatten wiederholte durch starkes Feuer vorbereitete französische 
Angriffe die Wiedernahme der Waldstellungen nordöstlich von Avotourt zum Ziel. 
Sie sind abgewiesen. In der Südostecke des Waldes ist es zu erbltterten, auch nachts 
fortgeseten Nahkämpfen gekommen, bis der Gegner heute auch hier wieder hat 
weichen müssen. Der Attlllerlekampf dauert mit großer Heftigkeit auf belden 
Maasufern an. 
Leutnant Immelmann setzte im Lufikampf östlich von Bapaume das 12. feind- 
liche Flugzeug außer Gefecht, einen englischen Doppeldecker, dessen Insassen gefangen 
in unserer Hand siund. 
Durch feindlichen Zombenabwurf auf Metz ist ein Soldat getötet, einige andere 
wurden verletzt. 
Oestlicher Kriegsschauplaß. Sädlich des Naroczsees ließen gestern die Russen 
von ihren Angriffen ab, ihre Artillerie blieb hier sowie wesilich von Jakobstadt und 
nördlich von Widshy noch sebhaft tätig; bei Hoskawy ist Ruhe eingetreten. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Kämpfe an der ganzen italienischen Front. 
Wien, 30. März. Amtlich wird verlautbart: 
Zussischer Krlegsschauplatz. Stellenweise Vorpostenkämpfe. 
Italiensscher Kriegsschauplat. Im Görzischen wurde wieder Tag und 
Nacht heftig gekämpft. Am Brückenkopf traten beiderseits starke Kräfte ins Gefecht. 
Ansere Truppen nahmen 350 Jtaliener, darunter 8 Offiziere, gefangen. — Im 
Abschnitte der Hochfläche von Doberdo ist das Artllleriefeuer dußerst lebhaft. Auf 
den Höhen östlich von Selz wird um einige Gräben weitergerungen. Ein Geschwader 
unserer Seeflugzeuge belegte die feindlichen Zatterien an der Sdobbamündung 
ausgiebig mit Bomben. Im Fella= und Dlöckenabschnitte, an der Dolomitenfront 
und bei Riva Geschühkämpfe. 
Südösilicher Kriegs schauplatz. Keine Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Fliegerbombardement von Balona. 
Wien, 30. März. Anmilich wird verlautbart- 
Ereignisse zur See. Am 29. März vormittags haben vier Seeflugzeuge 
unter Führung des Linienschiffsleutnants Konjovic Balona bombardiert und mehrere 
Treffer in den Zatterien und Unterkünften, einem Flugzeughangar, einem Magazin 
und auf dem französischen Flugzeugmutterschiff „Fondre“ erzielt. Troh heftiger 
Beschießung sind alle unversehrt eingerückt. 
Flottenkommando. (W. T. B.)
        <pb n="139" />
        B 
  
Einigung des Reichstagsausschusses in der U-Boot-Frage. 
Berlin, 30. März. In der Budgetkommission des Reichstages wurde gestern 
mit allen gegen eine Stimme bei vollbesetzter Kommission folgender Antrag der 
Abgeordneten Bassermann, Bruhn, Ebert, Freiherr v. Gamp. Massaunen, Groeber, 
Dr. von Heydebrand und der TLase, Dr. Müller.-Meiningen, v. Dayer, Dr. Joesicke, 
Scheidemann, Schiffer (Magdeburg), Dr. Stresemann, Graf v. Westarp ange- 
nommen: „Die Kommission wolle beschließen, dem Reichstage folgende Erklärung 
an den Herrn Reichskanzler vorzuschlagen: „Nachdem sich das Unkerseeboot als eine 
wirksame Waffe gegen die englische, auf die Aushungerung Deutschlands berechnete 
Kriegführung erwiesen hat, gibt der Relchstag seiner Leberzeugung Ausdruck, daß 
es geboten ist, wie von allen unseren militadrischen Machtmitteln so auch von den 
Unterseebooken denjenigen Gebrauch zu machen, der die Erringung eines die Zukunft 
Deutschlands sichernden Friedens verbürgt, und bei den Verhandlungen mit aus- 
wärtigen Staaten die für die Seegeltung Deutschlands erforderliche Freiheit im 
Gebrauch dieser Waffe unter Zeachtung der berechtigten Interessen der neutralen 
Staaten zu wahren.“ (W. T. B.) 
   
   
  
  
  
  
  
  
  
  
    
  
   
  
  
  
  
  
   
  
   
  
  
  
  
  
  
   
    
Deutscher Luftangriff auf Saloniki. 
Sofia, 30. März. Der Generalskab teilt mit: Am 27. März hat ein Geschwader 
von 15 deutschen Flugzeugen den Hafen von Salonili und das englisch-französische 
Lager in der Stadt bombardiert. Es wurden 800 Zomben abgeworfen, die großen 
Schaden anrichteten. Die Flieger beobachteten eine Explosion in einem unmittelbar 
beim Bahnhof gelegenen Depot sowie eine zweite auf einem feindlichen Schiff. 
Feindliche Flugzeuge versuchten einen Angriff gegen die deutschen Flugzeuge; ihr 
Versuch blieb jedoch ergebnislos. Vier von den englisch-französischen Flugzeugen 
wurden zur Landung gezwungen, die übrigen mußten den RKückzug antreten. 
(W. T. B.) 
Malancourt im Sturm genommen. 
Großes Hauptquartier, 31. März. 
Westlicher Kriegsschauplatz. In vielen Abschnitten der Front lebte die beider- 
seitige Artillerietätigkeit während des klaren Tages merklich auf. 
Westlich der Maas wurden das Dorf Malancourt und die beiderseits anschließenden 
französischen Verteidigungsanlagen im Sturm genommen. 6 Offitziere und 322 Mann 
sind unverwundef in unsere Hand gefallen. Auf dem Ostufer Ist die Lage unver, 
andert; an den französischen Gräben südlich der Feske Douaumont entspannen sich 
kurze Nahkämpfe. 
Die Engländer büßten in Lufikämpfen in der Gegend von Arras und Bapaume 
drei Doppeldecker ein. Zwei von ihren Insassen snd tot. Leutnant Immelmann 
hat dabei sein 13. feindliches Flugzeug abgeschossen.
        <pb n="140" />
        Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Russen beschränkten sich auch gestern auf 
starke Zeschießung unserer Stellungen an den bisher angegriffenen Fronten. 
Balkan kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Kampfpause an der italienischen Front. 
VWien, 31. März. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer und füböstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschaupla tz. Infolge der ungünfkigen Witterungisteine Kampf- 
pause eingetreten. Der Stellvertreter des Chefs des Generalfkabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Neue Perschärfung der englischen Blockadebestimmungen. 
London, 31. März. Die „TLondon Gazette“ veröffentlicht eine Order in 
Counecil, welche eine frühere Order abandert, wonach die Bestimmungen der Londoner 
Deklaration bis auf gewisse Auslassungen und Abänderungen von der britischen 
Zegierung angenommen wurden. Die Hauptkklausel der heutigen Orber besagt, daß 
in Zukunft Artikel 19 der Londoner Deklaration nicht mehr angewendet werden 
soll. Weder Schiff noch Ladung sollen, wenn sie die Zlockade brechen, vor der Weg, 
nahme geschüßt sein, nur weil se auf dem Wege nach einem nichtblockierten Ort sind. 
(W. T. 3) 
Militarische Maßnahmen in Holland. 
Amsterdam, 31. März. Wie das Korrespondenzbureau erfährt, werden vor- 
ldufig bei der Land= und Seemacht keine Irlaube mehr erteilt werden. Die höchsten 
Stellen der Land- und Seemacht hielten heute früh eine wichtige Konferenz ab. 
Der Minister des Innern hatte heute früh eine Unterredung mit dem Direktor des 
Kabineits der Königin und mit dem Minister des Aeußern. Wie verlautet, soll 
eine geheime Sitzung der Zweiten Kammer unmittelbar bevorstehen. 
Das „Handelsblad“ meldet, die Güterwagen, die seit 1. August 1914 zur Ver- 
fügung der Militärbehörden gestellt werden mußten, aber seither vorübergehend 
freigegeben waren, wurden heute von den Behörden requiriert. Wagen, die heute 
um 6 Uhr abends zur Abreise fertig waren, durften noch befördert werden; die 
anderen wurden wieder ausgeladen. 
Amsterdam, 31. März. Dem Haager Korrespondenzbureau wird von maß- 
gebender Seite mitgeteilt, daß die Berichte, wonach alle erteilten Arlaube zurückgezogen 
und alle Güterzüge requiriert worden seien, vollkommen unrichtig sind; es wird hinzu- 
gefügt, daß es nicht möglich ist, alle phantastischen Berichte ähnlicher Art zu dementieren. 
5½ (W. T. 3) 
Asquith in Rom. 
Bern, 31. März. Die Agenzia Stefani meldet aus Kom: Aquith ist Freitag 
nachmittag in Kom eingetroffen. (W. T. B.)
        <pb n="141" />
        April 1916 
  
Der Zusammenbruch der russischen Offensive 
Großes Hauptquartier, 1. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Bei St. Elol wurden englische Handgranasen. 
angriffe abgewiesen. 
Lebhaste Minenkämpfe spielten sich zwischen dem Kanal von La Bassée und 
Neuville ab. 
Nordwesilich von Koye entwickelte die französische Artillerie sehr rege Tätigkeit. 
Wir nahmen die feindlichen Stellungen an der Aisnefront unter wirksames Feuer. 
In den Argonnen und im Maasgebiet fanden heftige Artilleriekämpfe statt. 
Ansere Kampfflieger schossen vier französische Flugzeuge ab: je eins bei Laon und 
bei Mogeville (in der Wodore) in unseren Linien, je eins bei Ville, aux, Bois und 
südlich von Haucourt dicht hinter der feindlichen Fronf. — Der französische Flug- 
plah Kosnay (westlich von Keimes) wurde ausgiebig mit Bomben belegt. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Hiernach scheint es, als ob sich der russische Anskurm zunächst erschöpft hat, der 
mit 30 Divissonen, gleich über 500000 Mann, und einem für ößtliche Berhöältnisse 
erstaunlichen Auswand an Munition in der Zeit vom 18. bis 28. März gegen aus- 
gedehnte Abschnitte der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg 
vorgetrieben worden ist. Er hat dank der Tapferkeit und zähen Ausdauer unserer 
Truppen keinerlei Erfolge erzielt. 
Welcher große Zweck mit den Angriffen angestrebt werden sollke, ergibt folgender 
Besehl des russischen Hauptkommandierenden der Armeen an der Westfcont vom 
4. (17.) März Nr. 537: 
„Truppen der Wesifront! 
Ihr habt vor einem halben Jahre, stark geschwächt, mit einer geringen 
Anzahl Gewehre und Datronen den Vormarsch des Feindes aufgehalten und, 
nachdem ihr ihn im Bezirk des Durchbruches bei Molodekfschno aufgehalten 
habt, eure jetzigen Stellungen eingenommen. 
Seine Mgjestäk und die Heimat erwarten von euch jetzt eine neue 
Heldentat: die Bertreibung des Feindes ous den Grenzen des Reiches! Wenn 
ihr morgen an diese hohe Aufgabe herankretet, so bin lch im Glauben an 
euren Mut, an tiefe Ergebenheit gegen den Zaren und an eure heiße TLiebe 
zur Heimat davon überzeugt, daß thr eure heilige Pflicht gegen den Zaren 
und die Heimat erfüllen und eure unter dem Joche des Feindes seufzenden 
Brüder befreien werdet. Generaladjutant: gez. Ewert.“ 
S Êäá — WK —— -- — ###— ###sce O he ##rtr. Ê — 
S ————2 4 
1313 83
        <pb n="142" />
        Freilich ist es für jeden Kenner der Verhältnisse erstaunlich, daß ein solches 
Unternehmen zu einer Jahreszeit begonnen wurde, in der seiner Durchführung von 
einem Tage zum anderen durch die Schneeschmelze bedenkliche Schwierigleiten 
erwachsen konnten. Die Wahl des Zeitpunktes ist daher wohl weniger dem freien 
Willen der russischen Führung als dem Zwang durch einen notleidenden Verbündeten 
zuzuschreiben. 
Wenn nunmehr die gegenwärtige Einstellung der Angriffe von amtlicher russischer 
Stelle lediglich mit dem Witterungsumschlag erklärt wird, so ist das sicherlich nur 
die halbe Wahrheit. Mindesiens ebenso wie der aufgeweichte Boden sind die 
Verluste an dem schweren Röckschlage beteiligt. Sie werden nach vorläufiger 
Schähung auf mindestens 140000 Mann berechnet. ZRichtiger würde die feindliche 
Heeresleitung daher sagen, daß die „große“ Offensive bisher nicht nur im Sumpf, 
sondern in Sumpf und SZlut erstickt ist. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neucs. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Eine russische Vorstellung bei Olgyka genommen. 
Wien, 1. April. Amtlich wird verlautbart: 
Kussischer Kriegsschauplatz. Bei Olyka nahmen österreichisch-ungarische 
Abteilungen eine feindliche Vocstellung, warfen die russischen Deckungen ein, zerstörten 
die Hindernisse und kehrten sodann wieder in unsere Hauptstellung zurück. Südöfflich 
Siemikowee wurde der Versuch des Feindes, seine Linien in einer Frontbreite von 
1000 Schritt auf Sturmdistanz vorzuschieben, durch Artillericfeuer und einen Gegen- 
angriff vereitelt. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern setzte die Tätigkeit an einzelnen 
Stellen der Front beiderseits wieder ein. Am Tolmeiner Brückenkopf, im Fella- 
Abschnitt und an der Dolomitenfront kam es zu mehr oder weniger lebhaften 
Geschützkämpfen. Italienische Angrifse gegen das Frontstück zwischen dem großen 
und kleinen Dal und bei Schluderbach wurden abgewiesen. 
Süböstlicher Kriegs schauplatz. Nichts von Belang. 
Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Luftschiffangriff auf London. 
Berkin, 1. April. In der Nachti vom 31. März zum 1. April hat ein 
Marine-Luftschiffgeschwader London und Hlätze der englischen Südosflküste angegriffen. 
Die City von TLondon zwischen London= und Towerbrücke, die London- 
Docks, der nordweslliche Teil von London mit seinen Truppentkagern sowie Indu- 
strieanlagen bei Enfield und die Sprengstloffabriken bei Waltham Abbey — 
nördlich von London — wurden ausgiebig mit Bomben belegl. Des weiteren
        <pb n="143" />
        S 3 
  
  
1 
1 
  
  
  
wurde über Loweskoft, nachdem vorher eine Batlerie bei Stowmarket — nord- 
westlich Harwich — erfolgreich angegriffen war, eine große Anzahl Spreng= und 
Brandbomben geworfen, eine Balterie bei Cambridge zum Schweigen gebracht 
und dort ausgedehnte Fabrikanlagen angegriffen. Endlich wurden die Hafen- 
anlagen und Befesligungen am Humber mit Bomben belegt. Drei Batterien 
wurden dort zum Schweigen gebracht. Die Angriffe hatten durchweg sehr guten 
Erfolg, wie von unseren Luftschiffen durch die einwandfreie Beobachtung zahl- 
reicher Brände und Einskürze festgestellt werden konnte. Trotz überaus hestiger 
Beschießung sind alle Luftschiffe bis auf „L 15“ zurückgekehrt. „L 15“ MH nach 
eigener Meldung angeschossen gewesen und mußte vor der Themse auf das Wasser 
niedergehen. Die von unseren Streitkrästen angestellten Nachforschungen sind 
bisher erfolglos geblieben. 
Der Chef des Admiralstabs der Marine. (W. T B.) 
London, 1. April. Nach einer amtlichen Reuter-Meldung ist ein beschädigtes 
„Zeppelin“-Lufischiff in der letzten Nacht vor der Themsemündung niedergegangen. 
Die Besatzung ist von englischen Datcouillenbooten gefangengenommen worcden, 
das Tuftschiff gesunken. (W. T. B.) 
Kaiserliche Anerkennung für Fliegerleutnant Immelmann. 
Berlin, 1. April. Die glönzenden Erfolge des sächsischen Fliegerleuknanks Immelmann 
haben eine erneute Anerkennung Seiner Masesiäl durch das nachstehende Schreiben gefunden: 
Zu meiner Freude erfahre Ich, daß Sie wiederum ein feindliches Flugzeug — Ihr 
dreizehntes — außer Gefecht gesetzt haben. Ich fpreche Ihnen aus dieser Veranlassung 
gern von neuem Meine vollske Anerkennung für Ihre vortrefflichen Leistungen im Tuft. 
kompf aus, wie Ich Ihnen schon kürzlich durch Verleihung des Ordens Pour le merite, 
meines höchsten Kriegsordens, gezeigt habe, welchen Wert Ich Ihrer kühnen Täligkeit 
beimesse. Großes Haupiquarlier, den 30. März 1016. 
gez. Wilhelm. (W. T. B.) 
Die Notlandung von „L 137 in der Themsemündung. 
Condon, 1. Aprisl. Amklich wird bekanntgegeben: Die „Zeppelin“= Lufischiffe, die in der 
letzten Nacht einen Angriff unternahmen, waren in zwei Geschwoder und ein abgezweigtes Luft. 
schiff gegliedert. Die zwei Geschwader wandten sich gegen die ösklichen Grafschafken, das 
abgezweigie Lufischiff griff die Nordostküste on. Soweit bekaonnt, sind 54 Spreng, und Brand, 
bomben über den öfllichen Grasschaften und 22 über der Nordostküste abgeworfen worden. Dos 
TLuftschiff, das ins DMeer gefallen iss, wor „L 15“. Es wurde durch Geschätzffeuer über den 
ösklichen Grasschofien gelroffen; eine Granate hatte den oberen Teil der Hülle in der Nähe des 
Hecks getroffen. Das Tuftschiff fiel schnell, mit dem Heck zuerst, in die See unwell der ö Klichen 
Küste von Keni. Ein Maschinengewehr, einige Munition, ein Hekroleumbehälter, der von einem 
Schrapnell getroffen worden war, und einige Maschinenkeile wurden enlweder aus diesem oder 
einem anderen Tufischiffe herabgeworfen. Wegen der Skörung der Telegraphenverbindungen 
infolge des jüngsten Sturmes war es noch nicht möglich, die Opfer und Schäden genau feff. 
zusiellen. Bis setzi werden 23 Tofe und 44 Derletzte gemeldet. (W. T. B.) 
. ': 
  
  
  
  
  
1313
        <pb n="144" />
        — ri 
S—G——————— —*§s6ßçßCNJ 
Französische Stellungen bei Baux genommen. 
Großes Hauptaquartier, 2. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Fay (südlich der Somme) kam ein nach 
kurzer Artillerievorbereitung angesehter feindlicher Angriff in unserem Feuer nicht zur 
Entwicklung. 
Durch die Beschießung von Betheniville (östlich von Keims) verursachten die 
Franzosen unter ihren Landsleuten erhebliche Verluste; drei Frauen und ein Kind 
wurden getötet, fünf Männer, vier Frauen und ein Kind sind schwer verletzt. 
Im Anschluß an die am 30. März genommenen Stellungen wurden die fran- 
zösischen Gräben nordöstlich von Gaucourt in einer Ausdehnung von etwa 1000 Meter 
vom Feinde gesäubert. 
Auf dem östlichen M#aasufer haben sich unsere Truppen am 31. März nach sorg- 
faltiger Vorbereitung in den Besitz der feindlichen Verteidigungs= und Flankierungs- 
anlagen nordwesilich und westlich des Dorfes Zauk gesetzt. Nachdem in diesem 
Abschnitt das französische Feuer heute gegen Morgen zur größten Kraft gesieigert 
war, erfolgte der erwartete Gegenangriff. Er brach in unserem Maschinengewehr- 
und dem Sperrfeuer unserer Artillerie völlig zusammen. Abgesehen von seinen 
schweren blutigen Verlussen hat der Gegner bei unserem Angriff am 31. März an 
unverwundeten Gefangenen 11 Offziere, 720 Mann in deutscher Hand lassen müssen 
und s Maschinengewehre verloren. 
Die beiderseits sehr lebhafte Fliegertätigkeit hat zu zahlreichen für uns glücklichen 
Luftgefechten geführt. Außer vier jenseits unserer Front heruntergeholten feindlichen 
Flugzeugen wurde bei Hollebeke (nordwestlich von Werwicq) ein englischer Doppel- 
decker abgeschossen, dessen Insassen gefangengenommen sind. Oberleutnant Berthold 
hat hierbei das vierte gegnerische Flugzeug außer Gefecht gesetzt. 
Außerdem wurde durch einen Volltreffer unserer Abwehrgeschütze südwesilich von 
Lens ein seindliches Flugzgeug brennend zum Absturz gebracht. 
Der mit Truppen stark belegte Ort Dombasle-zen-Argonne (wesilich von Zerdun) 
und der Flugplaßz Fontaine (ösilich von Zelfort) wurden ausgiebig mit Zomben belegt. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. 
An der Front östlich von Zaranowitschi war die Gefechtstätigkeit reger als bisher. 
Balkankriegsschauplatz. Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Italienische Flieger über Adelsberg. 
Wien, 2. April Amtlich wird verlautbart. 
RKussischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Heute früh warfen 
feindliche Flieger Bomben auf Adelsberg ab. Zwei Männer wurden getötet, mehrere 
verwundet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.
        <pb n="145" />
        Erneuter wirksamer Lufftschiffangriff gegen die englische Küste. 
Berlin, 2. April. In der Nacht vom 1. zum 2. April fand ein erneuter 
Marine-Luftschiffangriff auf die englische Ostküste stott. Die Hochöfen, großen Eisen- 7 
werke und Industrieanlagen am Südufer des Teesflusses sowie die Hafenanlagen 1 
bei Middlesborough und Gunderland wurden 1½ SCtunden lang mil Spreng- 
und Brandbomben belegt. Starke Explosionen, Einstürze und Brände ließen * 
die gute Wirkung des Angriffs deutlich erkennen. Trotz lebhafter Beschießung " 
sind weder Verluste noch BZeschädigungen eingetreten. &amp; 
Der Chef des Adm iralstabes der Marine. (W. T. B) 
- 
Die Geretteten von „L 13“. * 
London, 2. April. (Meldung des Reuterschen Zureaus.) Zwei Offiziere und 16 Mann 7 
des Tuftschiffes „LI 15“ sind gerettet worden. Sie wurden nach dem Gefangenentager in tt 
Chatham gebracht. 1 
Das Terdienst um die Rettung der Leberlebenden vom „Zeppelin L 15“ gebührt dem Fisch- * 
dampfer „Olivine“ unter dem Befehl des Leuinanis Markinish von der königlichen Marine— * 
reserve, das Verdienst um das Herunterholen des Luftschiffes einer Landbaiterie in den östlichen " 
Grafschaften. Es war ein Glück für den „Zeppelin"“, daß er in der breiten Mündung der 
Themse herunterkam, denn vom Geschätzfeuer war seine Hülle zerrissen und die Gondeln von 
Schrapnellkugeln durchsiebt. Einige der Besatzung waren schwer verwundet. Der deutsche 2 
Befehlshaber hatie genügend Vertrauen zur Menschlschkeit der britischen Seeleuie, um drahtlose " 
Notsignale auszusenden. Ein Matrose, der Augenzeuge des Niederganges war, sagt, daß das r 
uftschiff herunterkam wie ein kranker Zogel, beide Enden gleich Flügeln herabhängend. Die 
See war glatt, die Nacht klar, wenn auch dunkel, so daß der Fischdampfer sowohl die Ver, “ 
wundeten wie die Unverwundeien an Zord nehmen konnte. Die „Olivine“ befestigte dann ein 6 
Tau an dem TLuftschiff und versuchte nun, die Drise in den Hasen zu schleppen. Das war aber 
schwierig, weil das Tuftschiff tatsächlich entzweigebrochen war; seine beiden Enden ragten in * 
die Luft, während die Mitte in das Wasser niedersank. Nach zwei Meilen Schleppens sank 7“ 
der „Zeppelin“. Die „Olivine“ brachte dann die Gefangenen auf einen Zerstörer, der sie nach 
Chatham führte, wo die Zerwundeien in ein Krankenhaus gebrachi wurden. (W. T. B.) 
Untergang eines englischen Danzerkreuzers. 
Köln, 2. April. Die „Köln. Ztg.“ meldet von der holländischen Grenze vom 
2. April: Glaubwürdigen Nachrichten zufolge ist Mitte Februar wesilich der Orkney, 
Inseln ein englischer Hanzerkreuzer der „County“-Klasse auf eine Mine gelaufen und 
gesunken. Dem Vernehmen nach soll es sich um den Danzerkreuzer „Donegal“ 
handeln. (W. T. B.) 
Neuer Luftschiffangriff gegen die Londoner Docks sowie Dün- 
kirchen. — Alle Stellungen zwischen Haucourt und Béthincourt beseht. 
Großes Hauptquartier, 3. April. 
Wesilicher Kriegsschauplah. Links der Maas sind alle Stellungen des Feindes 
nördlich des Forgesbaches zwischen Haucourt und Béthincourt in unserer Hand.
        <pb n="146" />
        Südwestlich und südlich der Feste Douaumont stehen unsere Truppen im Kampf 
um französische Gräben und Stützpunkte. 
Oestlicher Kriegsschauplat. An der Front hat sich nichts Wesemtliches ereignet. 
Durch deutsche Flugzeuggeschwader wurden auf die Bahnhöfe Ogorjelzy und 
Horodziesa, an der Strecke nach Minsk, sowie auf Truppenlager bei Ostrowli (südlich 
von Mir) Bomben abgeworfen, ebenso durch eins unserer TLuftschiffe auf die Bahn- 
anlagen von Minfs. 
Ballankriegsschouplatz. Nichte Neues. 
Heeres= und Marineluftschiffe haben heute nacht die Docks von London und 
andere militärisch wichtige Hunkte der englischen Ostküste sowie Dünkirchen an- 
gegriffen. Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Heftige Artilleriekämpfe an der beßarabischen Front. 
Wien, 3. April. Amilich wird verlautbark: 
AKAussischer Kriegsschauplatz. Die seindliche Artillerie entfaltete gestern faft 
auf allen Teilen der Nordosifront eine erhöhte Tätigkeit. Sonst keine besonderen 
Ereignisse. 
Italienischer und füböstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Der „Zeppelin“-Angriff gegen Nordengland und Schottland. 
Berlin, 3. Aprfl. Zum drittenmal griff ein Marine-Lufischiffgeschwader 
in der Nacht vom 2. zum 3. April die englische Oflküste, diesmal den nördlichen 
Teil, an. Edinburgh und Leith mit Dockanlagen am Firth of Forth, Newaasile 
und die wichtigen Werftanlagen sowie Hochöfen, Fabriken am Tynefluß wurden 
mit sehr gutem Erfolg mit zahlreichen Spreng= und Brandbomben belegt. Ge- 
waltige Brände, hefiige Explosionen mit ausgedehnten Einstürzen wurden beob- 
achtet. Eine Batterie bei Newcastle wurde zum Schweigen gebracht. 
TrotZ heftiger Beschießung sind alle Lustschiffe unbeschädigt zurückgekehrt und 
gelandet. Der Chef des Generalstabes der Marine. (W. T. B.) 
Ein russischer Truppentransportdampfer durch die Türken ver— 
senkt. — Türkische Erfolge am Jemen. 
Konsiantinopel, 3. April. Hauptquartiersbericht. An der Jrakfront keine Ver- 
änderung. 
An der Kaulasusfront mißglückten feindliche Angriffsversuche, die bezweckten, unser 
Vorrücken im Abschnitt des Tschoruk aufzuhalten. Unsere Unterseeboote versenkten 
am 30. März in den Gewässern nordöstlich von Batum ein russisches Transportschiff 
von ungefähr 12000 Tonnen mit Soldaten und Kriegsmaterial und am 31. März
        <pb n="147" />
        ————— 0 G 
6t ein anderes Schiff von 1500 Tonnen und ein Segelschiff. Die Unterseeboote be- 
5 qccoosen wirksom die befesligte Küffe nöchlich von poft 
An der Jemenfront überfiel eine unserer Abteilungen, die aus Soldaten der 
* drei Waffengattungen gebildet war, in der Nacht vom 13. Februar mit Erfolg die 
O Stellungen von Alanad nordöstlich Scheikh Osman, die die Engländer seit einiger 
¾ß“ Zeit befestigten. Der Feind wurde, nachdem er zahlreiche Verluste erlitten hatte, 
* gezwungen, sich unter dem Schutz seiner weittragenden Geschütze auf Scheikh Osman 
1 zurückzuziehen. In derselben Nacht fiel die durch Infanterie verftärkte feindliche 
8 Kavallerie in einen von uns gelegten Hinterhalt in der Gegend von El Medjale, 
7 eine Stunde nördlich von Scheilh Osman. Der Feind wurde, nachdem er einige 
* Verluste erliften hatte, veririeben. (W. T. B.) 
* 
* » ,, 
Die „Zeppelin“-Angriffe auf die englische Küste. 
* London, 3. April. Das Kriegsamt teilt unter dem 2. April mit: Die Gesamisumme 
rz der durch die „Zeppelin“. Streise in der Nacht vom 31. März hervorgerusenen Unglücksfälle be, 
– 
B# 
.— 
— 
läuft sich jetzt auf 43 Tote und 66 Verwundete. Es wurden ungefähr 200 Spreng, und 
Brandbomben abgeworsen. Eine Kapelle, drei Wohnhäuser und zwei Hülien wurden zerstört 
bzw. teilweise beschädigt. Militärischer Schaden wurde nicht verursacht. Eine Anzahl englischer 
Fllieger stieg auf, um die „Zeppelin“-Fahrer anzugreisen. Leuinant Brandon, der 6000 Fuß 
hoch stieg, sah um 9 Uhr 45 Minuten abends einen „Zeppelin“ ungefähr 3000 Fuß über sich. 
Auf 9000 Fuß Höhe überflog er den „Zeppelin“ und griff ihn an, indem er einige Bomben abwarf, 
von denen drei, wie er glaubt, krasen. Am 10 Uhr nachts überflog er abermals das Lufischiff 
und warf zwei weitere Bomben auf dessen Spitze. Brandons Flugzeug wurde mehrmals von 
Daschinengewehrgeschossen getroffen. Dies dürfte der „Zeppelin“ gewesen sein, der Maschinen. 
gewehr, Munition, Detroleumbehälter sowie Maschinenteile oberhalb der Themsemündung abwarf. 
(W. T. B.) 
Starke Stellungen im Cailettewalde genommen. 
Großes Hauptquartier, 4. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich von St. Eloi haben sich die Engländer 
nach starker Feuervorbereitung in Besitz des ihnen am 28. März genommenen Spereng- 
trichters gesetzt. 
In der Oegend der Feste Douaumont haben unsere Truppen am 2. April südwestlich 
und südlich der Feste sowie im Caillettewalde starke französische Verteidigungsanlagen 
in erbittertem Kampfe genommen und in den eroberten Stellungen alle bis in die 
letzte Nacht fortgesetzten Gegenangriffe des Feindes abgewiesen. Mit besonderem 
Krafteinsatz und mit außerordentlich schweren Opfern sfürmten die Franzosen immer 
wieder gegen die im Cailettewalde verlorenen Berteidigungsanlagen vergebens an. 
Bei unserem Angriff am 2. April ssnd an unverwundeten Gefangenen 10 Ofszziere, 
745 Mann, an Beute 3 Maschinengewehre eingebracht worden. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unveraändert. Die feindliche Artillerie 
zeigte nur nördlich von Widsy sowie zwischen Narocz. und Wiszniewsee lebhaftere Tätigkeit. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Hceresleitung. (W. T. B.) 
—
        <pb n="148" />
        Neuer „Zeppelin“-Angriff auf Südostengland. 
Berlin, 4. April. In der Nacht vom 3. zum 4. April wurden bei einem 
Marine-Luftschiffangriff auf die englische Südostküske Befeskigungsonlagen bei Great 
Jarmouth mit Sprengbomben belegt. Die TLuftschiffe sind kroh der feindlichen 
Beschiebung unversehrt zurückgekehrt. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Lebhafter Geschützkampf an der italienischen Front. 
Wien, 4. April. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer und füdöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Italienischer Kriegsschauplatz. An einzelnen Teilen der Front war die Tätigkeit 
der Artillerie beiderseits lebhaft. So im Abschnitte der Hochfläche von Doberdo, bei 
Malborghet, am Col di Lana und in den Judikarien. Im Adamellogebiete besetzten 
unsere Truppen den Grenzkamm zwischen TLobbia Alta und Monte Fumo. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Erfolgreicher Fliegerangriff auf Ancona. 
Wien, 4. April. Amtlich wird verlautbarf: 
Ereignisse zur See. Die Besuche der italienischen Flieger in LCaibach, Adelsberg 
und Triest wurden am 3. April nachmittags durch ein Geschwader von zehn Eee, 
flugzeugen in Ancona erwidert, wo diese Zahnhof, zwei Gasometer, Werfien und 
Kasernenviertel der Stadt mit verheerendem Erfolge bombardierten und mehrere 
Brände erzeugten. Die Gegenangriffe zweier feindlicher Abwehrflugzeuge wurden 
mit Maschinengewehrfeuer leicht abgewiesen. Im heftigen Feuer von drei Abwehe- 
batterien wurde eins unserer Flugzeuge durch zwei Schrappnellvolltreffer zur Landung 
vor dem Hafen gezwungen, ein zweites Flugzeug, geführt von Fliegermeister Molnar, 
ging neben ihm nieder, übernahm die beiden Insassen, vervollständigte die Zerstörung 
des getroffenen Apparates, konnte jedoch infolge einer Zeschädigung bei Seegang 
nicht wieder ausfliegen. Ein feindliches Torpedoboot und zwei Fahrzeuge fuhren aus 
dem Hafen, um die beschädigten Flugzeuge zu nehmen, wurden jedoch von eimigen 
unserer Flugzeuge mit Maschinengewehr und Bomben zum Räckzug gezwungen, worauf 
es zwei Flugzeugen, geführt von Seekadetten Bamos und Linienschiffsleutnant Senta, 
gelang, alle vier Insassen zu bergen und das havarierie Flugzeug zu verbrennen. 
Diese ZRettungsaktion vollzog sich unter dem Maschinengewehrfeuer und den Bomben= 
würfen von zwei italienischen Seeflugzeugen, die in nur 100 Meter Höhe darüber 
kreissen. Es sind somit zwei Flugzeuge verloren gegangen, alle übrigen aber und 
alle Flieger unversehrt eingerückt. 
Flottenkomm ando.
        <pb n="149" />
        V 
*X 
* 
82 
  
  
Eine Erklärung der holländischen Regierung. 
Haag, 4. April. Die geheime Sitzung der Zweiten Kammer hat bis ½2 Uhr 
gedauert. Nach Wiederaufnahme der öffentlichen Sitzung hat die Regierung folgende 
Erkldrung abgegeben: 
Die Regierung legt Wert darauf, im Anschluß an das in der geheimen Sihung 
Mitgeteilte öffentlich zu erllären, daß die Suspendierung der periodischen Urlaube 
eine Vorsorgemaßregel ist, die mit dem unerschütterlichen Beschlusse, unsere Neutralität 
strikt zu wahren, zusammenhängt. Die Maßregel ist nicht eine Folge von bestehenden 
politischen Verwicklungen, sondern hat ihre Daten (wörtlich: gegevens), die eine 
Zunahme der Gefahren, denen unser Land ausgesetzt ist, befürchten lassen. Es würde 
nicht im Interesse des Landes sein, über den Inhalt dieser Angaben etwas mitzuteilen. 
(W. T. B) 
Das Ergebnis der Lufikämpfe im März. 
Großes Hauptquartier, . April. 
Westlicher Kriegs schauplatz. Die Artilleriekämpfe in den Argonnen und im 
Maasgebiet dauern in unverminderter Hestigkeit sort. Die Lage ist nicht verändert. 
Links der Maas hinderten wir die Franzosen an der Wiederbesetzung der Mühle 
nordöstlich von Haucourt. In der Gegend der Feste Douaumont sind auch gestern 
vor unseren Linien südwesflich der Feste und vor unseren Stellungen im Nordteile des 
Caillettewaldes wiederholte Gegenangriffe des Feindes blutig zusammengebrochen. 
An der lothringischen und elsässischen Front führten unsere Truppen mehrere 
glückliche Hatrouillenunkernehmungen durch. 
Ergebnis der Luftkämpfe an der Wesifront im März: 
Deutscher FZerlust: Französischer und englischer Verlusi: 
Im Luftkampf .. . . . . . .. .... 7 Im CLuftkampf .. . . . . . . . . ... 33 
Durch Abschuß von der Erde . . . 3 Durch Abschuß von der Erde 4 
Vermiit. 4 Durch unfreiwillige Landung inner- 
Im ganzen 14 halb unserer TLinien 
Im ganzen 4.4 
25 dieser feindlichen Flugzeuge sind in unsere Hand gefallen, der Abskurz der 
übrigen 10 ist einwandfrei beobachtet. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Im Frontabschnitt zwischen Narocz, und Wisniewse#verffärkte die russische 
Artillerie ihr Feuer. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. 
  
Keine VBeränderung an den k. u. k. Fronten. 
Wien, s. April. Amtlich wird verlautbart: Lage überall unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalkeutnant. 
r—t - u 
–BÖ ο 
1321
        <pb n="150" />
        · sit-Ob Nek- se4-. seh-c 
oQSDSHDÅHNHBWUHEEKLQIJHFZVså« 
  
Reichstagsrede des Kanzlers über die Kriegsziele. 
Berlin, 5. April. Bei der Budgeiberatung im Reichstage hielt der Reichskanzler 
Dr. v. Bethmann Hollweg folgende NRede: 
Meine Herren, als ich vor einem Biertelsahr vor Ihnen sprach, habe ich mich bestrebt, 
Ihnen auf Grund nüchterner Tatsachen ein Bild der militärischen Lage zu geben. Die Ereig- 
nisse haben die Zuversicht, mit der ich damals sprechen konnte, gerechtserligt. Das Dardanellen- 
unkernehmen der Feinde hal mit einem Flasko geendel. Nach dem siegreichen serbischen Feldzug, 
in dem an unserer und öfsterreichischungarischer Seite das bulgarische Heer unvergeßlichen Ruhm 
geerntet hat, nd Montenegro und Nordalbanien in den Händen unserer Zundesgenossen. 
Die Engländer bemühen sich nach wie vor um die Befreiung ihrer in Kut el Amara ein- 
geschlossenen Armee. Den Russen ist es zwar gelungen, sich mit ihrer vielfachen #ebermacht 
Erzerums zu bemächtigen, aber larke türkische Kräste verbieten ihnen ein weisteres Vordringen. 
Ebenso wie der russische Anskurm in Ostlgalizien sind die immer ernenten Angriffe der Italiener 
auf die Isonzollnie an der zähen Tapferkeit der österreichisch= ungarischen Truppen abgeprallt. 
Mit unerhörier Anstrengung haben die Russen auf langer Front ihre Sturmkolonnen auch 
gegen unsere Linien vorgeirieben. Vor Hindenburg und seinen Tapferen sind sie unter 
ungeheuren Verlusten zusammengebrochen. 
Meine Herren, von ihren Regierungen ist den feindlichen Bölkern eingeredet worden, wir 
gingen mil unseren militärsschen Krästen dem Ende entgegen. Wir hätten keine Mannschaften 
mehr, die Moral unserer Truppen fange an sich zu zermürben. Nun, meine Herren, ich denke, 
die Schlacht vor VZerdun belehrt sie eines besseren. Die mit genialer AImsicht vorbereiteten 
Operationen werden von unseren heldenmütigen Truppen durchgesührt, die gegen einen mit 
ausopfernder Tapferkeit kämpfenden Feind VBortkeil um Vorteil erringen. So, meine Herren, 
ist die militärische Lage auf allen Fronten sehr gut und durchaus den Erwartungen entsprechend. 
Meine Herren, wenn wir das hier zu Hause aussprechen können, welchen Dank, welchen 
heißen Dank müssen wir unferen Kriegern und ihren Führern drausen hinaussenden, die nun 
schon im zwanzigsten Kriegsmonat, draufgängerisch und todesmutig wie am ersten Tage, die 
Helmat mil Leib und Leben schirmen. 
Meine Herren, unsere Feinde glauben, das, was sie nicht mit den Waffen verwirklichen 
können, durch unsere Absperrung und Aushungerung zu erreichen. Ich habe es verstanden, 
daß unsere Gegner im Jahre 1915 von dieser Hoffnung nicht lassen wollten. Aber ich verstehe 
es nicht, wie kühle Köpfe nach den Erfahrungen des Jahres 1015 an dieser Hoffnung noch 
sesthalten können. Uusere Gegner vergessen, daß unser Staatswesen dank der organisatorischen 
Kraft der ganzen Zevölkerung den schweren Fragen der Verteilung der Lebensmiltel gewachsen 
ist, sie vergessen, daß das deutsche Bolk über eine gewaltige moralische Reserve verfügt, die es 
befähigi, die in den letzien Jahren stark gestiegene Lebenshallung einzuschränken. Meine Herren, 
es ist doch erträglich, wenn wir z. B. in der Frage des Fleischgenusses, aber auch in anderen 
Lebensbedingungen vorübergehend auf den Zustand der siebziger Jahre zurückkehren. Und ich 
sollte meinen, unsere Feinde werden sich daran erinnern, daß das damalige Geschlecht doch 
krästig genug war, um starke Schläge auszuteilen. 
Die Monate, die wir jetzi durchleben — ich spreche das offen aus —, sind schwierig. Sie 
bringen Zeschränkungen in manchen Haushalt, Sorge in manche Familic. Aber um so voller 
und dankbarer ist unsere Bewunderung für den Opfermut, für die Hingabe an das Vaterland, 
womst die arme und minder bemittelte Bevölkerung sich in die schwere Zeit schicklt und bereit 
sst, in diesem Kampf um unser Dasein auch Schweres auf sich zu nehmen. So, meine Herren, 
lauten die Berichte aus dem ganzen Lande. Aber sie besagen zugleich, daß die Arbest der 
Daheimgebliebenen ihre Frucht bringen wird, wenn der Himmel unseren Feldern seinen Segen 
6 schenkt. Elinslimmig wird bekundel, daß die Wintersaaten gut siehen, und es ist viele Jahre 
      
      
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
          
      
    
    
    
    
     
* ##### # n— # +5% S#— A#e#tt # ##sdn .— 
.. ... 2 
1322
        <pb n="151" />
        —-# St# #"*r. 2E— 
— ———— — 
    
   
  
  
  
  
     
   
   
    
   
  
  
    
    
     
   
  
      
     
   
  
  
her, daß die Saatenstandsberichle zu dleser Zeii ein so hoffnungsfreudiges Bild geben konnien, 
wie es setzi der Fall ist. Die Getreideernie von 1915 war eine der schlechtesten seit vielen 
Zahrzehnten, und doch reichen wir nicht nur mit unserm Brotgetreide, sondern werden mil 
einer statllichen Keserve in das neue Erntesaohr hinübergehen. Die landwirtschaftliche Kraft 
Deutschlands bewährt sich aufs neue. Wie wir blêher ausgekommen sind, so werden wir 
auch weiter auskommen. 
In dem Zestreben, uns auszuhungern und abzusperren, den Krieg auf das ganze deutsche 
Volk, auf unsere Frauen und unsere Kinder auszudehnen, sind England und seine Verbündelen 
über alle neutralen Rechte auf Handel und Verkehr mit den milteleuropdischen Slaalen zur 
Tagesordnung übergegangen. Die amerikanische Note vom . November 1015, die eine zu- 
treffende Darsfellung der englischen Bölkerrechtsverletzungen enthält, isi, soviel bekannt, bis zum 
heutigen Tage von der englischen KRegierung nicht beanlwortet worden. Wie diese, so hatten 
auch die übrigen Prokeste der Neutralen bel unseren Feinden keinen anderen Erfolg als den 
weiterer Neulralildlsverlehungen. Ist doch England so weit gegangen, daß es selbst menschen- 
freundliche Belätigungen amerikanischer Philanthropen, wie die Zuführung von Milch an die 
deulschen Kinder, einfach verbolen hat! Die lsetzte Order in council bedrohl den Handel 
nach den neulralen Häsen mil neuen, dem Bölkerrecht widersprechenden Verschärsungen der 
Blockaderegeln, gegen deren Verletzung die amerikanische Regierung bereits früher Einspruch 
erhoben hat. Meine Herren, kein ruhiger Neutraler, mag er uns wohlgesinnt sein oder nicht, 
kann uns das Recht bestreilen, daß wir uns gegen diesen völkerrechtswidrigen Aushungerungs- 
krieg unsererseits zur Wehr setzen. Keiner kann erwarten, daß wir die Millel der Abwehr, 
über die wir verfügen, uns entwinden sassen. Wir wenden diese Mittel an und müssen sie 
anwenden. Meine Herren, wir erkennen die berechtigten Interessen der Neutralen am Welt. 
handel und am Wellverkehr on. Aber wir erwarten, daß die Rücksicht, die wir nehmen, 
verstanden und unser Fechl, ja unsere Pfücht anerkannt wird, gegen diese nicht nur dem Völker- 
rechte, nein, der einfachsten Menschlichkeit hohnsprechende Aushungerungspolstik unserer Feinde 
mit allen Mitteln Zergeltung zu üben. 
Meine Herren, seit ich zuletzt hier sprach, sind wir genöligl gewesen, Dortugal den Krieg 
zu erklären. Sie haben gehört, welche große Reihe von Neutralikälsversetzungen Hortugal sich 
hat zuschusden kommen sassen. Der unter Salulschüssen höhnend bewerkstelligte Raub unserer 
Schiffe hat dem Faß den Boden ausgeschlagen. Dortugal hat unter der Einwirkung Englands 
gehandelt. England hal aufs neue seine liebevolle Protektion der kleineren Staaten belätigt. 
Meine Herren, als ich am 9. Dezember hier unsere Bereitwilligkeit erklärte, über den Frieden 
zu sprechen, sagle ich, daß ich eine gleiche Zereilwilligkeit bei den Regierungen der feindlichen 
Länder nirgends erkennen könne. Daß -ich recht hatle, hat alles gezeigt, was inzwischen 
geschehen ist, und was wir aus dem Munde der feindlichen Staatslenker vernommen haben. 
Die Neden, die in London, in Daris, in Petersburg, in Kom gehalten worden sind, sind so 
eindeutig, daß lch daorauf nicht näher einzugehen brauche. Nur ein Wort an die Adresse des 
englischen Ministerpräsidenlen Herrn Asquith! Auf seine persönlichen Invektiven ankworte ich 
nichl, weil ich persönliche Berunglimpfungen des Gegners auch im Kriege nicht für würdig 
halte. Aber sachlich will ich kurz antworten. (Sehr gull) Für Herrn Asquith ist die voll- 
ständige und endgüllige Zerstörung der militärischen Macht Dreußens die Vorbedingung aller 
Friedensverhandlungen. Glelchzeitig vermißt Herr Asquilh in meiner Dede deutsche Friedens- 
angebote. (Heilerkeit.) tleber Friedensangebote zu verhandeln, die von der anderen Seite 
gemacht würden, dazu sei jede DHartei bereit. Ja, meine Herren, geseht nun einmal, ich schlüge 
Herrn Acsquith vor, sich mit mir an einen Tisch zu sehen und die Möglichkeiten des Friedens 
zu prüfen, und Herr Asquith begönne mit der endgültigen und vollskändigen Zerstörung der 
Macht Preußens — das Gespräch wäre zu Ende, ehe es noch begonnen hätle. Auf solche 
Friedensbedingungen bleibt uns doch nur eine Antwort, und diese Antwort erteilt unser Schwert.
        <pb n="152" />
        (Lebhaftes Bravo!l) Wenn unsere Feinde das Bluivergießen, das Menschenmorden, die Der- 
wüstung Europas weiter fortsetzen wollen, — ihrer ist die Schuld. Wir stehen unseren Mann, 
und unser Arm wird zu immer stlärkeren Schlägen ausholen. (Erneutes lebhaftes ZBravol) 
Beim Ausbruch des Krieges habe ich an das Wort Moltkes erinnert, daß wir noch einmal 
im blutigen Kampfe würden verteidigen müssen, was wir 1870 errungen hatten. Für die 
Wahrung der Einheit und Freiheil Deutschlands sind wir, dle ganze Nation, geschlossen wie 
ein Mann in den Kampf gezogen. Und dieses einige und freie Deutschland ist es, das unsere 
Feinde vernichten wollen! Ohnmächtig soll Deutschland wieder werden, wie in vergangenen 
Jahrhunderten, den Machtgelüsten der Nachbarn ausgesetzt, der Drügelsunge Europas, auch nach 
dem Kriege in der Entfaltung seiner wirtschaftlichen Fähigkeiten auf ewlg in Fesseln geschlagen! 
Das verstehen unsere Feinde unter der Vernlchtung der militärischen Macht Dreußens! Sie 
werden sich die Köpfe einrennen! (Lebhaftes BZravol) 
Meine Herren, was wollen wir dagegen? Einn und Ziel dieses Krieges ist uns ein 
Deutschland, so fest gefügt, so stark beschirmt, daß niemand wieder in die Versuchung gerät, 
uns vernichten zu wollen, daß sedermann in der weiten Welt unser Rechl auf Belätigung 
unserer friedlichen Kräste anerkennen muß. Dieses Deutschland, nicht die Vernichtung fremder 
Nationen, ist das, was wir erreichen wollen. Und es ist das zuglelch die Rettung des in 
seinen Grundfesten erschütterten europäischen Kontinents. 
Meine Herren, was kann die feindliche Koalition Europa bieten! Kußland — das Schicksal 
Dolens und Finnlands. Frankreich — die Hrätention jener Hegemonie, die unser Elend war. 
England — die Zersplitierung, den Zuskand dauernder Reizbarkeit, den es das Gleichgewicht 
auf dem europäischen Konkinent zu nennen beliebt und der die letzle und innerste Orsache für 
all das Unheil gewesen ist, das in diesem Kriege über Europa und über die Well gekommen 
ist. Hätten sich die drei Mächte nicht gegen uns zusammengeschlossen, nicht versucht, das Rad 
der Geschichte in ewig verflossene Zeiten zurückzudrehen, dann hätte sich der europäische Friede 
durch die Kräfie stiller Entwicklung allmählich gefestigt. Das zu erreichen, war das Ziel der 
deutschen Holitik vor dem Kriege. Wir konnten, was wir haben wollten, durch friedliche 
Arbeit haben. Die Feinde haben den Krieg gewählt! Nun muß der Friede Europas aus 
einer Flut von Blut und Tränen, aus den Gräbern von Millionen erstehen. 
Zu unserer Verteidigung sind wir ausgezogen. Aber das, was war, ist nicht mehr. Die 
Geschichte ist mit ehernen Schritten vorwärts gegangen; es gibt kein Zurück. Unsere und 
Oesterreich-Lngarns Absicht ist es nicht gewesen, die polnische Frage aufzurollen; das Schicksal 
der Schlachten hat sie aufgerollt. Nun steht sie da und harri der Lösung. Deutschland und 
Oesterreich= L#ngarn müssen und werden sie lösen. Den Status quo ante kenntk nach so 
ungeheuren Geschehnissen die Geschichte nicht. (Lebhaste Zustimmung.) Das Belgien nach dem 
Kriege wird nicht mehr das alte vor dem Kriege sein. Das Polen, das der russische Tschinownik, 
noch hastig Zestechungsgelder erpressend, das der russische Kosak brennend und raubend ver- 
lassen hat, ist nicht mehr. Selbst Mitglieder der Duma haben offen anerkannt, daß sie sich 
die Rückkehr des Tschinownik an den Platz, wo inzwischen ein Deutscher, ein Oesierreicher, ein 
Dole ehrlich für das unglückliche Land gearbeilet haben, nicht vorstellen können. 
Herr Asquith spricht in seinen Friedensbedingungen vom Drinzip der Nationalitäft. Wenn 
er das iut und wenn er sich in die Lage des unbesiegbaren Gegners versetzt, kann er dann 
annehmen, daß Deutschland freiwillig die von ihm und seinen Zundesgenossen befreiten Bölker 
zwischen der Baltischen See und den wolhynischen Sömpfen wieder dem Regiment des 
reaktionären Rußlands ausliefern wird, mögen sie Holen, Litauer, Balten oder Tetten sein? 
Nein, meine Herren, Kußland darf nicht zum zweitenmal seine Heere an der ungeschützten 
Grenze Ost= und Westipreußens aufmarschieren lassen (stürmischer Beifall), nicht noch einmal 
mit französischem Gelde das Weichselland als Einfallskor in das ungeschützte Deutschland ein- 
richten. (Erneuter lebhafter Beifall.)
        <pb n="153" />
        S—— — — 
.¾l 
Und ebenso, meine Herren, wird semand glauben, daß wir die im Westen besetzien Lander, 9E 
auf denen das Blut des Volkes gefiossen ist, ohne völlige Sicherung fär unsere Zukunft preis- 17 
geben werden) Wir werden uns reale Garantien dafür schaffen, daß Belgien nicht ein englisch- * 
sranzoͤsischer Vasallenstaai, nicht militärisch und wirischastlich als Vorwerk gegen Deutschland 2 
ausgebaut wird. Auch hier gibt es keinen Stetus quo ente. Auch hier macht das Schicksal "uq 
keinen Schritt zurück. Auch hier kann Deutschland den lange niedergehaltenen siämischen Volks— 
stamm nicht wieder der Verwelschung preisgeben, sondern wird ihm eine gesunde, seinen reichen * 
Anlagen entsprechende Entwicklung auf der Grundlage seiner niederländischen Sprache und 
Eigenheit sichern. (Erneuter lebhaster Zeisall.) Meine Herren, wir wollen keine Nachbarn, 1 
die sich aufs neue gegen uns zusammenschließen, um uns zu erdrosseln; wir wollen Nachbarn, * 
die mit uns und mit denen wir zusammen arbeiten zu unserem gegenseitigen Nutzen. Sind wir 7 
denn vor dem Kriege der Feind Belgiens gewesen? Hat nicht fciedliche deutsche Arbeit, hat 
nicht friedlicher deutscher Fleiß in Ankwerpen weithin sichtbar mitgearbeitet an der Wohlfahrt 
des Landes? Sind wir nicht auch sjetzt während des Krieges bestrebt, das Leben des Landes 
wieder aufzurichten, soweit die Verhältnisse es zulassen! Die Ecinnerung an diesen Krieg 
wird in dem schwer heimgesuchten Lande lange nachzittern. Aber wir können nicht zulassen, 
im beiderseiligen Interesse nicht, daß daraus wieder neue Kriege hervorwachsen können. 
Meine Herren, ich möchte hierbei noch eine andere Frage berühren. Oie russssche Regierung 
ist seit Beginn des Krieges mit allen Kräften bestrebt, die Deutschen russischer und deutscher 
Staatsangehörigkeit zu berauben und zu versagen. Es ist unser Zechk und unsere Pflicht, von 
der russsschen Regierung zu verlangen, daß sie das gegen alles Menschenrecht begangene 
Unrecht wieder gutmacht und unseren verjagten und gepeinigten Landsleuten die Tür aus der 
russischen Knechtschaft öffnet. 
Das Europa, das aus dieser ungeheuersten aller Krisen erstehen wird, wird in vielen 
Stücken dem alten nicht gleichen. Das vergossene Blut kommt nie, das vertane Gut 
nur langsam zurück. Aber wie es auch sein wird — es muß für alle BZölker, die es 
bewohnen, ein Europa der friedlichen Arbeit werden. Der Friedensschluß, der diesen 
Krieg beendet, muß ein dauernder sein; er darf nicht den Keim zu neuen Kriegen, sondern 
einer neuen, endgälligen friedlichen Ordnung der Dinge in sich tragen. In der langen Kampf-= 
gemeinschaft sind wir mit unseren Zundeögenossen #mmer fester verwachsen. Der treuen 
Kriegskameradschaft muß und wird eine Arbeitsgemeinschast des Friedens solgen im Dienste 
der wirtschaftlichen und kultucellen Wohlfahrt der immer enger verbündeten Keiche. Wir gehen 
auch auf diesem Gebiete einen anderen Weg als unsere Gegner. Ich treiste das schon vorhin. 
England will auch nach dem Friedensschluß den Krieg nicht aufhören lassen, sondern dann 
den Handelskrieg gegen uns mit doppelter Schärse führen. Erst sollen wir militärisch, dann 
wirtschaftlich vernichtet werden. Leberall brufale Zerskörungs- und Vernichtungswut und der 
vermessene Wille, ein Zolk über 70 Millionen zum Krüppel zu schlagen. Auch dlese Drohung 
wird zerschellen. Aber die Slaaksmänner, die solche Worte brauchen, mögen dessen eingedenk 
sein: je heftiger ihre Worte, desto stärker unsere Schläge! (Lebhafter Zeifall.) 
Meine Herren, und wenn wir über Europa hinaussehen! Von jeder Verbindung mit der 
Helmat abgeschnitten, haben unsere Schutztruppen und Landsleute unsere Kolonien zäh verteidigt, 
machen sie noch setzt in Ostafrika heldenmütig dem Feinde seden Fußbreit Bodens streitig. 
Aber das endgältige Schicksal der Kolonien wird nicht dort, sondern, wie Bismarck sagte, hier 
auf dem Konkinent entschieden, und unsere Siege auf dem Konfinent werden uns wieder einen 
Kolonialbesitz sichern und der unverwüstlichen deuischen Unternehmungslußst eine neue, fruchtbringende 
Tätigkeit eröffnen. (Stürmischer Beifall.) 
So gehen wir frei und offen mit wachsender Zuversicht der Zukunft entgegen. Nicht in 
Leberhebung und Selbsttäuschung, aber voller Dank gegen unsere Krieger und in dem heiligen 
Glauben an uns und unsere Zukunft.
        <pb n="154" />
        c 
–r 
— # -- “GGbv. 
  
Groß und breit wie Berge liegen bei unseren Feinden Selbsttäuschung, ingrimmiger Haß 
und Bolksbetrug auf den Geistern. Die feindlichen Staatsmänner setzen sich zusammen und 
erfinden immer neue Formeln zu den alten, damtt nur dieser Bann nicht gebrochen werde. 
Wir haben keine Zeil zu Khetorik. (Heiterkeit.) Stärker sind die Tatsachen, die wir für uns 
reden lassen, und zu diesen Tatsachen gehört eben auch die, die unsere Kriegsziele von denen 
unserer Gegner scheidei. Don allen kriegführenden Mächten ist Deutschland die einzige, der 
von seinen Feinden aus dem Munde ihrer Slaatsmänner die Vernchtung, die Zerstückelung 
des ZReichs, die Zerstörung seiner militärischen und wiritschaftlichen Macht angedroht wird. 
Die trelbenden Kräfte, die vor dem Kriege die Koalition gegen uns zusammengeführt haben, 
Eroberungssucht, RKevanchelusk, Eisersucht gegen den Konkurrenten auf dem Welimarkt, sind 
auch während des Krieges trotz aller Niederlagen bei den Regierungen mächtig geblieben. In 
diesem allgemeinen Kriegsziel sind sich London, Daris und Hetersburg einig. Dieser Tatsache 
stellen wir die andere gegenüber, daß, als die Katastrophe über Europa hereinbrach, wir 
anders als 1870, wo Reichslande und Kaisertum sedem Deutschen als selbstverständlicher 
Siegespreis vorschwebten, nur das eine Ziel hatten, uns zu wehren, uns selbst zu behaupten, 
den Feind von der Heimat fernzuhalten und ihn dort, wo er seine Zerstörungswut so un- 
geheuerlich erprobt hatte, so schnell wie möglich zu vertreiben. Wir hatten den Krieg nicht gewollt, 
wir haiten keine Beränderung unserer Grenzen notwendig, als er gegen unseren Willen begann. 
Wir sind es nicht gewesen, die elner anderen Nation Vernichtung ihrer Existenz, Zerstörung 
ihres nationalen Wesens angedroht haben. 
U—nd woher nehmen wir die Krast, um daheim alle mit der Absperrung unseres Lebersee- 
verkehrs verbundenen Schwierigkeiten, draußen die Leberzahl unserer Feinde zu überdauern, 
weiter zu schlagen und zu siegen? Will semand ernsthaft glauben, daß es Ländergier sei, die 
unsere Sturmkolonnen vor Verdun beseelt und sie immer neue Heldentaten vollbringen läßt? 
Oder soll ein Volk, das der Welk so viel geistiges Gut geschenkt hat, das 44 Jahre lang die 
sriedliebendske aller Nationen gewesen ist (lebhafte Zustimmung), sich über Nacht in Barbaren 
und Hunnen verwandelt haben? Nein, meine Herren, das sind Erfindungen des schlechien 
Gewissens der am Kriege Schuldigen und um ihre Macht im eigenen Lande Besorgten. 
Meine Herren, die neueste Ausgeburt dieser Sucht, uns zu verhehen, i#st die Zehauptung, 
daß wir uns nach siegreich beendetem Kriege auf den amerikanischen Kontinent stürzen (große 
Heiterkeit), als erste Hrovinz drüben Kanada zu erobern trachien würden. Das ( dieselbe 
Phaniasterei wie die Behauplung, daß wir brasilianisches oder sonstiges südamerikanisches Gebiei 
anstrebten. Kaliblütig legen wir diese körichten, übelwollenden Andichtungen zu dem übrigen. 
Um unser Dasein und um unsere Zukunft geht dieser Kampf, und weil das ein seder von uns 
weiß, darum sind unsere Herzen und Nerven stark. Für Deutschland, nicht für ein anderes 
Stück Land bluten und sterben Deutschlands Söhne. Meine Herren, lassen Sie mich mit einer 
persönlichen Erinnerung schließen. Als ich das letztemal im Haupiquartier war, fland ich mit 
dem Kaiser auf einer Stelle, anf die ich Seine Majestät gerade vor einem Jahre begleitet 
hatte. Der Kaiser erinnerte sich des Lmsiandes und sprach in tiefbewegten Worten über den 
großen Wandel, den wir in diesem Jahre erlebt haben. Damals standen die Russen noch 
bis zum Karpathenkamm. Der Durchbruch bei Gorlice und die große Hindenburg-Offensive 
waren noch nicht im Gange. Heute stehen wir tief in Kußland. Damals berannten die Engländer 
und Franzosen Gallipoli und hoffien, den Balkan gegen uns in Brand zu sehen. Hente steht 
Bulgarien fesi an unserer Seite. (Lebhaftes Bravo.) Damals schlugen wir die schwere Abwehr- 
schlacht in der Champagne. Heute klang bei den Worten des Kaisers der Kanonendonner 
von Verdun herüber. Tiefer Dank gegen Gott, gegen Heer und Volk erfüllte des Kaisers 
Herz, und ich darf wohl sagen, daß mir in dieser Stunde das Ungeheuere, was Heer und 
Flotte für uns in diesem Jahre vollbracht haben, fkärkender und ergreifender vor die Seele 
getreten ist als semals. (Bewegung.) 
  
   
  
   
-— — 
J 
—— .— [ — i 
S %
        <pb n="155" />
        Meine Herren, in ernster Stunde ist Ihre und unsere gemeinsame Arbeit doppelt veranl. 
wortungsvoll. Kein anderer Gedanke kann uns beseelen als der: wie helfen und wie fiützen 
wir unsere Krieger, welche draußen für die Heimat ihr Leben in die Schanze schlagen! Ein 
Geist, ein Wille führt sie. Dieser uns alle einigende Geist leile auch uns! Er ist es, der 
über den Kampf der Bäter hinweg unsere Kinder und Enkel in eine starke und freie Zukunft 
sähren wird. (Slürmisches andauerndes Bravo und Händeklatschen im Hause und auf den Tribünen.) 
(Amtlicher stenographischer Zericht.) 
Zücktritt des italienischen Krlegsminisiers Zupelli. 
Mailand, . April. Durch ein gestern erlassenes königliches Dekret ist, wie 
die Blätter melden, die Demission des bisherigen Kriegsministers Zupelli angenommen 
worden. Generalleutnant Haolo Morone wurde zu seinem Nachfolger ernannt. Der 
König verlieh Zupelli motu proprio das Großkreuz des Ordens der italienischen 
Krone. (W. T. B.) 
Tätigkeit der kürkischen Flotte im Schwarzen Meer. 
Konstantinopel, s. April. Das Hauptquartier keilt mit: An der Irakfront 
leine ZBeränderung. 
An der Kaukasusfront sand ein Zusammensioß von Erkundungsabteilungen statt. 
Ein feindlicher Kreuzer warf hundert Geschosse gegen die Küste bei Eduindsik, west. 
lich von Eregli, erzielte aber keine Wirkung. Am 3. April beschoß unsere Flotte mit 
Erfolg die feindlichen Stellungen an der kaukasischen Grenze. Die feindlichen 
Truppen wurden durch diesen unerwarteten Angriff überrascht, verließen ihre Stellungen 
und flohen in Anordnung, wobei sie eine Menge von Toten und Verwundeten 
zurückließen. An demselben Tage beschoß und versenkte unsere Flolte ein russisches 
Schiff, das mit Munition beladen war. In der Nacht vom 3. zum 4. April ver- 
senkte der Kreuzer „Midilli“ einen großen seindlichen Segler, der mit Kriegsgerät 
und anderem Material beladen war, und nahm die BZesahzung gefangen. Am 4. April 
früh begegnete die „Midilli“ einer russischen Flotte, beskKehend aus einem großen 
Schiff der Klasse „Kaiserin Maric“, einem Kreuzer und drei Torpedobooten, die sich 
damit begnügten, aus der Ferne wirkungslos nach der „Midilli“ zu feuern. (W. T. B.) 
Erstürmung des Dorfes Haucourt. 
Großes Hauptquartier, 6. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Westlich der Maas verlief der Tag zunächsi 
durch das Vorbereitungsfeuer, das wir auf die Gegend von Haucourt legten, 
sehr lebhaft. Am Nachmitlag war auch die Tätigkeit unserer Infanterie rege. 
Sie stürmte das Dorf Haucourt und einen stark ausgebauten französischen Stütz— 
punkt östlich des Ortes. Abgesehen von sehr erheblichen blutigen Verlusten, büßte 
der Feind 11 Offiziere, 331 Mann an unverwundeten Gefangenen, die zwei 
verschiedenen Divisionen angehören, ein. 
  
  
  
1327
        <pb n="156" />
        Auf dem rechten Maasufer wurde ein erneuter Angriffsversuch der Franzosen 
gegen die von uns im Caillettewalde und nordwestlich davon am 2. April ge- 
nommenen Stellungen schnell erfslickt. 
Oestlicher und Zalkankriegsschauplatz. Es hat sich nichts von besonderer 
Bedeutung ereignet. Oberste Heeresleitung. — B.) 
Jeuer Lufischiffangriff auf Whitby, Hull und Leeds. 
Berlin, 6. April. Marineluftschiffe haben in der Nacht vom S. zum 6. AUpril 
ein großes Eisenwerk bei Whitby mit Hochöfen und ausgedehnten Anlagen zer- 
stört, nachdem vorher eine Batterie nördlich von Hull mit Sprengbomben belegt 
und außer Gefecht gesetzt war. Ferner wurden die Fabrikanlagen von Leeds und 
Amgebung sowie eine Anzahl Bahnhöfe des Industriegebietes angegriffen, wobei 
sehr gute Wirkungen beobachtet wurden. Die Luffschiffe wurden hefstig beschossen; 
sie sind alle unbeschädigt gelandet. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Zustimmungstelegramm des Kaisers an den Reichskanzler. 
Berlin, 6. April. Seine Majestät der Kaiser hat den Reichskanzler telegraphisch 
herzlich zu den kraftvollen Worten beglückwünscht, mit denen er im Reichstag von 
neuem unsere Stellung zu Vergangenheit und Zukunft dargelegt habe. (W. T. Z.) 
Räckeroberung der Gräben von Selz. 
Wien, 6. April. Amtlich wird verlautbart. 
RKussischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Auf der Hochfläche von Doberdo wurden 
östlich Selz die unlängst vom Feinde genommenen Gräben vollftändig gesäubert. 
Italienische Gegenangriffe scheiterten. 
Im Tedro- und Judicarienabschnitt unterhielt die feindliche Artillerie ein lebhaftes 
Feuer. Angriffe schwächerer italienischer Kräffte gegen unsere Stellungen nordöfklich 
des Ledrosees und im Daonetale wurden abgewiesen. 
Sonst beschrankte sich die Kampftätigkeit auf mäßiges Geschützfeuer in einzelnen 
Abschnitten. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Englische Trichterstellung bei St. Eloi genommen. 
Großes Hauptquartier, 7. April. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Durch einen sorgfältig vorbereiteten Angriff 
setzten sich unsere Truppen nach hartnäckigem Kampf in den Besltß der englischen, 
jetzt von kanadischen Truppen besetzten Trichterskellungen fsüdlich von St. Eloi.
        <pb n="157" />
        rW—e — .———————8———— 
* 
In den Argonnen schlossen sich an französische Sprengungen nördsich des Four 
* de Daris kurze Kämpfe an. Der unter Einsah eines Flammenwerfers vorgedrungene 
" Feind wurde schnell wieder zurückgeworfen. 
r Mehrfache feindliche Angriffsversuche gegen unsere Waldstellungen nördlich von 
» AvokoukikamenüberdieersienAnsäizeodervergeblicheicilweiseBoksiößenichihinaus. 
* Auch östlich der Maas konnten die Franzosen ihre Angriffsabsichien gegen die 
"ö2 fest in unserer Hand befindlichen Anlagen im Caillettewalde nicht durchführen. 
* Die für den geplanten Stoß bereitgestellten Truppen wurden von unserem Artillerie- 
* feuer wirkungsvoll gefaßt. 
Oestlicher Kriegsschauplah. Südlich des Naroczsees wurden örtliche, aber 
* heftige russische Angriffe zum Scheitern gebracht. Die feindliche Artillerie war 
3 beiderseits des Sees lebhaft tätig. 
Balkankriegsschauplatz. Die Tage ist unverändert. 
75 Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Oel Kaiser an Hindenburg zu seinem SOjährigen Dienstsubiläum. 
* 
2 
* Großes Hauptquartier, 7. April. (Telegramm Seiner Moajestät des Kaisers 
und Königs.) 
* Generalfeldmarschall v. Hindenburg. 
Mein lieber Feldmarschall! 
Vor dem Feinde feiern Sie heute den Tag, an dem Sie vor 50 Jahren aus 
* dem Kadettenkorps des 3. Garderegiments zu Fuß überwiesen wurden. Mit 
½ Zefriedigung und Stolz dürfen Sie auf ihre Dienstzeit zurückblicken. Die in der 
1 Jugend gesammelten Kriegserfahrungen haben Sie in kanger, treuer Friedensarbeit 
. zu vertiefen und mit hervorstechendem Erfolg der Schulung von Führern und Truppen 
nutbbar zu machen gewußt. Insbesondere erinnere Ich mich hierbei Ihrer langjährigen 
-. Tätigkeit an der Spitze des 4. Armeelorps. Der Geist, dessen PÖflege Sie sich zur 
" Aufgabe gesetzt hatten, hat ssch auch im gegenwärtigen Kriege herrlich bewährt. 
Ihnen selbst aber war es beschieden, der schwersken und höchsten Aufgaben, die 
einem Heerführer im Felde gestellt werden können, mit beispiellosem Erfolg gerecht zu 
werden. Sie haben einen an Zahl weit überlegenen Feind mit wuchtigen Schlägen 
aus den Grenzmarken vertrieben, durch geschickte Operationen weiteren Einfällen 
vorgebeugk, in siegreichem Bordringen ihre Stellungen weit in Feindesland vor- 
geschoben und gegen stärksten Anskurm gehalten. 
Diese Taten gehören der Geschichte an. Ich aber weiß Mich eins mit der Armee 
und dem gesamten Vaterland, wenn Ich Ihnen am heutigen Tage mit wärmsien 
Glückwünschen versichere, daß Dank und Anerkennung für alles, was Sie geleistet, 
niemals verlöschen werden. Als äußeres Erinnerungszeichen verleihe Ich Ihnen Mein 
Bildnis in Oel, das Ihnen heute zugehen wird. 
gez. Wilhelm J. R. (W. T. B.) 
    
# 
S□ — -l. * N. 8 K* 
— 5 
84 
1329
        <pb n="158" />
        Hindenburgfeier im Haupiquartier Ost. 
Hauptquartier Ost, 7. April. Das Goldene Militärjubiläum des Generalfeldmarschalls 
v. Hindenburg wurde heute vom Stabe des Oberbefehlshabers mit einem schlichten Festakie 
gefeiert, bei welchem dem Feidmarschall von den Herren seines engeren Stabes eine von 
Professor Manzel geformte Statueite des Gefeierten für seine Familie überreicht wurde. 
Bel dem Festfrühstück brachte der Feldmarschali einen Trinkspruch auf den Allerhöchsten 
Kriegsherrn aus, in dem er sagte: „Ich kann sedem einzelnen von Ihnen nur wünschen, daß 
er, wenn er in das Alter triti, das zu erleben mir vergönnk ist, ebenso dankbar, glücklich und 
zufrieden auf die Vergangenheit zurückblickt wie sch. Wenn ich das tun kann, so danke ich es 
der Gnade meines Allerhöchsten Kriegsherrn, der es mir ermöglicht hat, noch in vorgeschrittenen 
Jahren mitzuwirken, für des Baterlandes Herrlichkeit noch einmal in alten Tagen das Schwert 
zu ziehen und den Feind, so Gott will, nlederzuschlagen. Wir alle dienen diesem hohen Herrn, 
und ich weiß, es tut es ein seder mil Begeisterung, bereit, Blut und Leben einzusetzen, wenn es 
nötig ist.“ (W. T. B.) 
Italienische Stellungen am Rauchkofel genommen. 
Wien, 7. April. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer und füböstlicher Kriegsschauplat. Keine besonderen Ereignisse. 
Italsienischer Kriegsschauplatz. An der küfkenländischen Front unterhielt der 
Feind gestern nachmittag ein lebhastes Artilleriefeuer, das gegen den Tolmeiner 
Brückenkopf auch nachts anhielt. Der Nordteil der Stadt Görz wurde wieder aus 
schweren Kalibern beschossen. Ueber Adelsberg kreuzten zwei italienische Flieger, 
von denen einer erfolglos ZBomben abwarf. 
Im Tiroler Grenzgebiet kam es an mehreren Stellen zu kleineren Kämpfen. Am 
Rauchkofelrücken (nördlich des Monte Cristallo) war es einer feindlichen Abteilung 
in den lehten Tagen gelungen, sich auf einem Sattel festzusetzen. Heute nacht 
fäuberten unsere Truppen diesen vom Feinde, nahmen 122 Italiener, darunter 2 Offl 
ziere, gefangen und erbeuteten 2 Maschinengewehre. Nördlich des Suganatales 
griffen stärkere feindliche Kräste unsere Stellungen bei St. Oswald an. Der Feind 
wurde zurückgeschlagen und erlitt große Verluste. Dasselbe Schicksal hatten feind- 
liche Angriffsversuche im Ledrotalabschnitt. Nördlich des Tonalepasses wurden 
einige neuangelegte Gräben der Italiener heute nacht durch Minen zerstört. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
  
Einführung der „Deutschen Sommerzeit“ als Krlegsmaßnahme. 
Berlin, 6. April. Der Bundesrat nahm den Entwurf elner Bekanntmachung an über 
die Borverlegung der Stunden während der Sommermonate 1916. Zweck der Maßnahme 
ist dle bessere Ausnutzung des Tageslichtes und die gerade lm Kriege erwünschte Ersparnis 
an NRohskoffen und den Erzeugnissen für Beleuchtungszwecke. Ole Ersparnis wird auf etwa 
000 Millionen Mark geschätzt.
        <pb n="159" />
        - 22 —G———— rPB EE —55—— —Wi. 
————————— — —— — ——————— ? ? —S 
□# 
  
     
  
   
  
  
     
    
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
     
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Die Märzschlachten 1016. 
Berlin, 7. April. Von besonderer Seite aus dem Felde wird uns geschrieben: 
Jede Würdigung der krlegerischen Entwicklung muß von der Grundtatsache ausgehen, daß 
der Krieg, soweit das Deutsche Reich in Betracht kommt, von dem schmalen Streifen an der 
Sädweslecke abgesehen, der unter dem Feuer der Geschütze Belsorts liegt, im wesentlichen auf 
seindlichem Gebiet geführt wird. Die größeren Tandstrecken unseres Baterlandes, über die 
vorübergehend alle Schrecken des Krieges hingebraust sind, liegen in der dußersten Nordofslecke 
des Reiches und abseits des großen Stromes friedlichen Reiseverkehrs. Sie sind deshalb der 
weitaus überwiegenden Mehrzahl auch des reisenden Teils unseres Bolkes so gut wie unbekannt 
geblieben. Zudem sind es Geblete rein landwirtschaftlichen Charakters und darum entsernt 
nicht so verletzlich als die induftriellen Bezirke. So schmerzlich daher auch die Wunden waren, 
welche die Russenzeit den preußischen Ostprovinzen geschlagen hat, und so warm und werktälig 
das Mitge fühl für die betrossenen Gaue sich in ganz Deutschland geregt hat — was es eigentlich 
bedeutet, den Krieg, diesen Krieg im eigenen Lande zu haben, das Ii#st# der überwälligenden 
Mehrheit der Daheimgebliebenen doch nicht annähernd zum Zewußtsein gekommen. 
Hätten die deuischen Heere nichts anderes geleiskek als dies: Schulter an Schulter mist 
unseren heldenmütigen BZerbündeten gegen den Anskurm der vler größien Militärstaaten der 
Welt den Krieg von der heimatlichen Scholle zu verdrängen und dauernd fernzuhalten — 
schon das wäre eine unvergleichliche Großtat gewesen und ein Hohn für alle auf die Logil 
der Zahl an Menschen, Munition und Geldmitteln gestützten Zerechnungen unserer Feinde. 
Aber die deuischen Heere haben — schon vor Anbruch des Frühsahrs 1916 — welt Größeres 
vollbracht: sie haben, gen Wesken im sähen Zorwärtsdrang der ersten Kriegswochen, gen Osien 
im zähen RKingen des zweiten Feldzugssommers, den Krieg von den Marken des Vaterlandes 
welt hinweggetragen, dem Feind an beiden Fronten werivolle und teilweise unentbehrliche 
Gebietskeile entrissen und gegen wütende Anstürme behauptet. Ein gleiches haben unsere 
dltesten Berbündeten gegen den italienischen Anprall, die Türken an den Dardanellen vollbracht, 
während das heldenmütige Bulgarenvolk In Zerbindung mit den Heeren des alten Zweibundes 
die Friedenssktörer Serbien und Montenegro zu Boden geworsen hat. So war nach dem 
harten, doch überall sieggekrönten Kingen von anderthalb Kriegssahren sene Lage geschaffen, 
wie sie sich an der Jahreswende 1916 darstellte. 
Unsere Feinde haben sich in den Wahn gewiegt: nun endlich seien unsere Kräfte erschöpft; 
wir müßten und würden uns von Stund an notgedrungen auf den Versuch beschränken, einem 
allgemeinen Anslurm der „einheitlichen Front“ unserer Belagerer in der erkämpften Linie Wider- 
stand zu bieten. 
Diesen Ansturm hatten sie für das Frühsahr 1916 mit allen den ihnen zu Gebote slehenden, 
von ihnen selbsft immer wieder als unerschöpflich bezeichneten Machtmitteln vorbereitet. Sie 
hallen khn laut und ssegeszuversschtlich ihren Bölkern und aller Welt angekündigt. Die deutschen 
Heere sind ihnen zuvorgekommen und haben ihre sorglich durchgearbeiteten Pläne über den 
Haufen gerannt. 
Das ist die weltgeschichtliche Tragweste der Kämpfe, welche mit dem unvergänglich bedeutungs- 
vollen 21. Februar eingesetzt haben und die in den letzien Märzlagen so weit vorgeschritten 
sind, daß es möglich ist, ihren Zerlauf und ihre Ergebnisse in großen Zügen zu übersehen. 
Obwohl diese Kämpfe sich auf allen Fronten abgespielt haben, bilden sie doch eine zusammen. 
hängende Einheil. Obwohl sie, von deutscher Seite aus betrachtet, sich teilwesse als Angriffs, 
teilwesse als Berteidigungsschlachten darstellen, liegt ihnen doch ein einheitlicher Wesenszug 
zugrunde, der sich mit dem Satze kennzeichnen läßt: an Stelle der geplanten Frühsahrsoffensive 
der Verbändeien ist eine deutsche Frühfahrsoffensive in die Erscheinung getreten. Die An- 
stäürme der Russen und Iialiener stellen sich nur taklisch als Ossensiv,, strategisch aber als
        <pb n="160" />
        M# F e- Se#r r. 
St——— — — 
Defensivhandlungen, wenn schon als solche allergrößien Stils, dar. Das findei schon in dem 
Ausdruck „Enilastungsoffenssve“ einen elwas verblümten und beschönigenden, aber unmißver- 
stdndlichen Ausdruck. Eine Enilastungsoffensive ist elne Offensivhandlung mit Defensiozweck. 
Was das für Geist und Stimmung der Truppe bedeutet, vermag vielleicht nur der ganz 
zu beurteilen, der diese Kämpfe selbst mitgemacht hat. „Es geht vorwärts= — dies Wort 
übt auf den deuischen Soldaten einen magischen Zauber aus, der alle Glieder des Riesen= 
organismus unserer Armee mil Wunderkräflen durchdringt. „Wir grelfen an“ — da fühlt 
sich jeder ssolz und freudig beteillgt, auch wenn die Gesamtlage ihn an eine Sielle geführt hal, 
wo er und sein Derband sich in der Verteidigung befindet. Unfere Oskfroni hai sich angesichts 
des Zewußtseins, daß wir das Geseß der Stunde diktieren, bel ihrer heroischen Gegenwehr 
gegen die russischen Massenanstürme ebensowohl von Offensivgelst beseelt gefühlt als die 
Kameraden im Wesien. Gerade die in Kußland fechtenden Verbände, die im vergangenen 
Sommer das Glück gehabt hatten, in rastlosem Zorwärtsdrang dem russischen Koloß riesige 
Gebietsstrecken zu entreißen, gönnien den westlichen Kameraden aus vollem Herzen die Eni- 
schädigung, das Glück des Angreifen-Dürfens, das ihnen während des langwsersgen und opfer- 
vollen Siellungskrieges versagt gewesen war. Sie fühlten sich als Kückendeckung und nahmen 
sbrersells sede Gelegenheit und Beranlossung wahr, dem anstürmenden Gegner, wenn er an 
ihrer zähen Enischlossenheil abprallend sich zurückzog, in raschem Gegensioß zu folgen, soweit 
es irgend zweckmäßig erschien. Offensiogeist, Tatgeist hüben und drüben. 
l. 
Es ist nur nalürlich, wenn sich die angespannie Aufmerksamkeit des Erdballs auf die große 
Kampfhandlung vereinigte, welche die Deutschen selt dem 21. Februar zunächst auf dem öfl- 
lichen, dann auch auf dem westlichen Maasufer eingeleitel hallen. Diese Kämpfe lassen sich 
in drei große Gruppen gliedern: 
Zunächst erfolgte der wesentlich nordsüdlich gerichtete ZorskKoß aus der Linie Consenvoye — 
Azannes auf die Linie Champ — Neuville —Douaumont. Eine zweite Angrifföhandlung richlet 
sich von Etain, also von Nordosten, aus auf die Höhen der Coötes TLorraines in allgemeiner 
Rlchlung auf die nordöskliche Kanke des Fortgürtels. Im Anschluß an diese beiden innerlich 
zusammenhängenden Angriffsgruppen entwickelte sich dann vom 6. März an eine dritte Reihe 
von Kämpfen, die auf der Linie Forges — Regniéville über die Maas hinübergriffen und sich 
den Nordrand der Befestigungsanlagen des westflichen Maasufers zum Ziele nahmen. 
Der sähe und anscheinend nicht völlig erwartete Zorstoß gegen die nördlichen und nordöst- 
lichen Zefestigungsgruppen des Fesiungsgürtels um Berdun hatte im ersten Anlauf bis an den 
eigentlichen Fortgürtel herangeführt und eln wichtiges Glied dieses Gürtels, das Fort Douaumont, 
und dann, nach dem harien Ringen mehrerer Tage, dasß noch weit stärkere, befestigte und mit 
Hartnäckigkeit verteidigte Dorf Douaumont nebst den anschließenden Feldwerken in unsere Hand 
gebracht. Dieser Erfolg rief eine seiner Bedeutung entsprechende sehr beträchtliche Gegen- 
anstrengung des Feindes hervor. Indessen blieben die Dersuche der Franzosen, uns die erkämpfte 
Linie wieder zu entreißen, erfolglos. Statt dessen gelang es uns am 8. März, einen wichügen 
Stützpunki für die linke Flanke zu gewinnen, indem das Dorf Zaux genommen und bis zur 
Straßengabel im Westen des Ortes befestigt wurde. Der Angriff stieß auch in das gleich, 
namige Fort durch, doch konnten nur die nördlich des Forks angelegten Zefestigungen dauernd 
gehalten werden. Seitdem beschränkien wir uns öftlich der Maas auf die Festhaliung und 
den Ausbau der gewonnenen Linie vom Sädrande des Forks Douaumont durch den Albain, 
wald und weiler am Südhang des Dfefferrückens entlang bis zu den in unseren Besihz gelangten 
DOörfern Dacherauville und Champ an der Maas. 
Links anschließend haben die aus der Woeore-Ebene andringenden Truppen der Nordofi= 
gruppe kroß schwersien Artilleriefeuers, das von den Höhen der Cötes herab ihr Vordringen 
zu hemmen suchte, am 7. März die Franzosen aus Fresnes herausgeworfen, am 9. März
        <pb n="161" />
        nach dem Feuillewald und die Weinbergshöhe 251 nördlich Damloup genommen und halten 
nun den Fuß der Cotes bis Champlon nordöstlich Combres fest in Haͤnden. 
Der Angriff aus nördlicher und nordöstlicher Richtung war sonach mit Beginn des zweiten 
Märzdritiels zunächst zum Stehen gekommen. Der Feind hat auf der Kamopflinie beiderseits 
der Maas in klarer Erkenntnis des Ernstes seiner Lage ganz außerordentlich starke Krafte 
hereingeworfen. Im Kampsf ist das Vorhandensein von 28½ französischen Divisionen feft- 
geskellt worden, während mit großer estimmthett noch der Einsatz von vier welteren Diolsionen 
ermittelt werden konnte. Insgesamt stehen also hier dle Kräfte von rund 16 französischen Armee- 
korps im Kampf. 
Wäbhrend so die Schlacht auf dem östlichen Maasufer zu den Formen und Kampfmitteln 
des Festungskrieges überleitete, gingen wir seit dem 66. März auch auf dem westlichen Maas- 
ufser zum Angriff über, und hier ist ein schriktweises, aber ununterbrochenes Zorwärtsdringen 
im Gange. Nachdem der Maasübergang und die Einnahme der Dörfer Forges und Regnleé- 
ollle gelungen war, wurde am 6. März die Höhe 265 südöstlich Forges gestürmt. Dann 
warfen sich unsere Truppen mit elner ZRechtsschwenkung in die zusammenhängenden, harinckäig 
verteidigten Dickichte des Cumieres- und Kabenwaldes hinein. Beide wurden bis zum 10. März 
gesäubert und gegen sfürmisch anrennende Gegenangrlife gehalten. Schon vier Tage später 
wurde die ganze, den Wäldern westlich vorgelagerte „Mort. Homme-Stellung“ genommen und 
troh wütender Rückeroberungsversuche behauptet. 
A1nd nun griff unser Angriff noch weiter westlich um sene zusammenhängende Gruppe 
fesiter Stellungen herum, welche die Dörser Béthincourt, Malancourt und Haucourt zu Stöütz, 
punkien und hinter ihrer Mitte die Höhe 304 zum Rückhalt hat. Aus dem Gehölz von Malan= 
touri drangen unsere Truppen in den südlich vorgelagerten Wald von Avocourk ein und 
drachten ihn am 20. Mäcz fest in ihre Hand. Am 22. März wurden die, nach Malancourt 
und Haucourt vorspringenden Bergnasen hinzugenommen, und am 31. März wurde auch das 
Dorf Malancourt selber erstürmt. So verengerte sich hier von Tag zu Tag der dem Feinde 
noch gebliebene Kaum. 
In diesen schweren Kämpfen gingen die dem Feinde noch verbliebenen Dörser Cumieres, 
Marre und Bras in Flammen auf. Aber auch die Stkadt Verdun, die seil Beginn der 
Operalionen unter unserem Feuer liegt, sieht in Brand. 
Berlin, 10. April. (Fortsetzung des Berichts vom 7. April.) 
II. 
Die Kampfe an der Maas stehen im Miltelpunkt der gesamten kriegerischen Operalionen 
seit dem historischen 21. Februar. Alle anderen Kämpfe bilden ihnen gegenüber teils Zegleit,, 
teils Folgeerscheinungen. 
An der gesamten Westfront machte sich vor und mit dem Einsehen unserer Offensive an 
der Maas eine gesteigerte Gesechtstätigkeit geltend. Besonders ist der Sturm der Sachsen auf 
die Villeaux-Bois-Stellung nordwestlich KReims zu verzeichnen, welcher wichtige Artillerie, 
beobachiungspunkie und in einer Breite von 1400 Meter auf 600 bis 800 Meter Tiefe auch 
die feindlichen Infantersestellungen in unsere Hand brachte. In der Champagne versuchten die 
Franzosen, die am 27. Februar ihnen entrissene Navarinstellung wieder in ihre Hand zu 
bringen; aber ihren hartnäckigen Bemühungen blieb der Erfolg versagt. Ebensowenig gelang 
es freilich uns, die am 11. Februar von den Franzosen genommenen Gräben öfstlich der Cham, 
pagne zurückzuerobern. 
Auch an manchen Stellen der übrigen Westfront iobten Artillerie, und Grabenkämpfe von 
wechselnder Stärke und Dauer. 
Als bedeutsamste Folgeerscheinung der Kämpfe an der Maas verdient aber hervorgehoben 
zu werden, daß von Armentieres bis Arras und im letzten Drittel des März auch weiter füd, 
lich bis zur Somme die französischen Truppen durch Engländer abgelöst worden sind. Eine 
  
9— 
I 
i
        <pb n="162" />
        r———**JJJ————————# E——— h— 2— — —— 
r— ——————————— ää — —————— ä r* 
  
besondere Regsamkell haben diese Ersatztruppen indessen ulcht entfallet. Dle Engländer haben 
auch nicht den leisesten Bersuch gemacht, auch ihrersells angriffsweise ihre hartnäckigen französischen 
Verbündelen zu enklafsten. 
III. 
Am so eisriger haben sich dafür die beiden anderen Bundesgenossen der Franzosen, die 
Ilaliener und RKussen, bemüht, die Maaskämpfer durch energische Gegenstöße zu untertkützen. 
Ohne seden Erfolg. 
Vor der deutschen Osftfront waren schon seil dem 10. März Truppenverschiebungen erkannt 
worden, welche das Bevorstehen großer Angriffe an mehreren Dunkten ankändigten. Zom 
13. März ab legte sich skarkes Artillerieseuer auf einen großen Abschnitt unferer Verteidigungs, 
linien und sieigerte sich stellenweise bls zum Trommelfeuer. Es ließ sich erkennen, daß der 
Feind durch seine Drahkhindernisse nächtlicherwelle Gassen geschnitlen halte und daß während 
des Arkilleriefeuers bereilgeskellte Reserven in die Fronl einrückten. Am 18. März begannen die 
Angriffe. 
Sieben größere Einbruchsskellen hakte der Feind sich zum Ziele seiner Vorsköße gesetzt. In 
dem Abschnitt süblich Dünaburg begann die feindliche Offensivtäligkeit. Die Gegend zwischen 
Narocz, und Wieszniewse#, dann weiter nördlich die Gegend von Doskawy und endlich ein 
Streisen nördlich Widsy wurden von den Russen vom 18. bis 22. März täglich mit großer Er- 
biklerung angegriffen. Aber nur an einer Stelle, beim Borwerk Stachowcze südlich des Narocz- 
sees, kam es zu elner unbedentenden Rückverlegung unserer Fronk in eine neue Stellung, die dann 
ohne Wanken gehalten wurde. An allen anderen Hunkten scheilerte ein russischer Anskurm nach 
dem anderen unier furchtbaren Derlusten für den Angreifer. 
Aber auch nahe Dünaburg selbst stieß der Feind vor und an drei weiteren Stellen in dem 
Abschnikt zwischen Dünaburg und Riga bei Jakobskadt und weiter düngabwärks bei Friedrich- 
stadl — Lennewaden, endlich in Gegend Kelkau und Olai. Auch hier mil gleichem bluligen 
Mißlingen. 
Nach dem völligen Scheitern der Angriffe des 18. bis 22. März führte der Feind frische 
Truppen heran und begann am 24. und 25. März nach neuer und langer Arkillerievorberellung eine 
weltere Keihe von Anstürmen auf allen früher berannien Dunkten. Sie alle brachen an den 
folgenden drel Tagen vom 24. bis zum 26. März blulig zusammen. Und in der Nacht vom 26. zum 
27. März konnlen wir sogar an zwei Stellen, südlich des Naroczsees und südlich Widsy, zum Gegen- 
angriff übergehen und den Felnd aus einigen für uns unbequemen Dunkien seiner ursprünglichen 
Fronk entsernen. Seitdem ist die russische Offensive „elngestellt“ — eine Maßregel, die mil der 
Rücksicht auf das eingelreltene Tauwetter recht kümmerlich begründel wird. In Wahrheit ist 
die große Enklastungshandlung des östlichen Berbündelen völlig ergebnislos und unler beispiel. 
losen Zerlusen zusammengebrochen. 
IV. 
Vergegenwärtigen wir uns nun noch in aller Kürze, daß auch die italienischen Angriffe an 
der zähen Kraft unserer Zundesgenossen zerschelll sind und daß auch hier die Enklastungsoffensive 
sich in eine Desensive verwandell ha#, bei welcher die Jlaliener sehr erhebliche Verluse an Zlut 
und Gelände erlitten haben; daß um Galoniki 300000 Mann Ententetruppen feffliegen, ohne 
bisher einen ernstlichen Vorskoß gegen ihre Belagerung zu wagen; daß VZalona eng eingeschlossen 
ist; daß endlich auf der Kaukasusfront der anfangs erfolgreiche Zormarsch zum Stocken gebracht 
werden konnte, so muß die Kriegslage am Schlusse des bedeutungsschweren März als hoch- 
erfreulich bezeichnet werden. Das Gesetz der Stkunde diftlieren wir. Die gewalligen Angriffs- 
pläne unserer Feinde sind in hoffnungslose Verwirrung geraten. Frankreichs Reserven sind wahr-. 
scheinlich größlenteils an der Maas gefesselt und teilweise schon zerrieben. Seine Hoffnungen auf 
wirksame Ablenkungshandlungen seiner VBerbündeten sind gescheitert; die Lage der Entscheidungs- 
kämpse gestaltet ssch von Tag zu Tag bedenklicher für die TVerleidigung. 
– + .. ....... 
1334
        <pb n="163" />
        SSss 
— 
—— 
  
Und während unsere Heere in Ost und West so Großes vollbracht haben, hat auch die Heimat 
ihren Sieg erfochten. Der Erfolg der vierten Kriegsanleihe laßk die kühnsten Erwartungen 
hinter sich. Der Zeitpunkt ihrer Ausschreibung im Frühsahr, zu Beginn der Jahresarbeil der 
Landwirtschaft, war an sich ungünfsiig; die Ankündigung neuer Steuerlasten und mancherlei 
andere Umstände ermuligten unsere Feinde in der Hoffnung, die Beteifligung des deutschen 
Dublikums möchte um ein beträchtliches binter den früheren Kriegsleistungen unseres Volkes 
zurückbleiben. Und trotzdem haben die Zeichnungen die elste Milliarde nahezu erreicht. Es kann 
nicht anders sein: unsere Feinde werden erkennen mössen, daß auch auf geldlichem Gebiele 
Deutschland nicht zu bezwingen . 
So bleibt unseren Gegnern nur noch eine kümmerliche Hoffnung: der Aushungerungskrieg, 
das erbärmlichste und unmenschlichste threr Kampfmistel. Die Dariser Berhandlungen bewelsen, 
daß die Feinde die löbliche Absicht haben, uns noch mehr als biöher zu blockieren, uns noch 
gründlicher als zuvor von aller Zufuhr abzuschließen. Auch dieser teuflische Dlan wird scheltern 
am harten Willen des deutschen Volkes. Immer mehr vervollkommnen ssch unsere Methoden 
der Derwaltung und Derteslung der vorhandenen Lebensmittel. Und der nahe Frühling und 
Sommer wird unserer vaterländischen Erde unter der sorglichen Pflegschasft der Daheimgebliebenen 
reiche Schähe entlocken. Unser Dolk wird durch Selbstbescheidung und freudiges Ertragen 
mancher Entbehrung den Kampf der Brüder, die am Feinde stehen, unterstützen, und auch 
unser Heer wlrd seine Ansprüche gern eln wenig herabsetzen, um auch hierin der Heimat ein 
leuchtendes Zeisplel frohen Opsermutes zu geben. 
Der französische Flnanzminisier Ribol glaubte neulich aussprechen zu dürfen, daß es schon 
möglich sei, den Frieden von ferne zu sehen. Auch wir sehen von ferne einen Frieden, aber 
es ist nicht der Friede des Herrn Kibot. Um diesen unseren deutschen Frleden zu erkämpfen, 
ist uns keine Schlacht zu lang und hart, kein Opfer zu schwer. (W. T. B.) 
Abgeschlagener Fliegerangriff über Gallipoli. 
Konstantinopel, 7. April. Amtlicher Heeresbericht. Zon der Irakfront keine 
Meldung von Wichtigkeit. 
An der Kaukasusfront an verschiedenen Abschnitten unbedeutende Zusammenstöße 
von Aufklärungsabteilungen. Bei einem dieser Zusammenstöße machten wir 80 Russen 
zu Gefangenen. 
Am 4. April überflogen acht feindliche Flugzeuge die Halbinsel Gallipoli. Haupt- 
mann Buddecke griff sie mit seinen Flugzeugen an und brachte im Verlaufe des 
Luftkampfes einen feindlichen Flieger vor Kumdere zum Absturz. Das FIlugzeug 
versant sofort im Meer. Nachforschungen feindlicher Torpedoboote, die ihm zu Hilfe 
geeilt waren, blieben erfolglos. (W. T. B.) 
Erstürmung des Termitenhügels bei Haucourt durch Schlesser 
und Bayern. 
Großes Hauptquartier, 8. April. 
Westlicher Kriegsschauplah. Auf dem linken Maasufer erstürmten Schlesier 
und Bayern zwei Karke französische Stützpunkte südlich von Haucourt und nahmen 
die ganze feindliche Stellung auf dem Rücken des Termitenhügels in einer Breste 
von über zwei Kilometer. Ein heute früh versuchter Gegenstoß scheiterte völlig.
        <pb n="164" />
        L6 
Os### 
  
          
Unsere VBerluste sind gering, diejenigen des Gegners, auch infolge des heimtückischen 
Verhaftens einzelner, besonders schwer. Außerdem wurden 15 Offiziere, 609 Mann 
unverwundet gefangen, darunter zahlreiche Rekruten der Jahresklasse 1916. 
Auf den Höhen östlich der Maas und in der Wodvre waren die beiderseitigen 
Artillerien stark tätig. 
Am Hilsenfirst (südlich von Sondernach in den Vogesen) stieß eine kleinere deutsche 
Abteilung in eine vorgeschobene fcanzösische Stellung vor, deren Besatzung bis auf 
21 Gefangene im Kampfe siel. Die feindlichen Gräben wurden gesprengt. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die russischen Angriffe blieben auch gestern auf einen 
schmalen Frontabschnitt südlich des Naroczsees beschränkt und wurden glatt abgewiesen. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neucs. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. Z.) 
Fliegerangriff gegen venezianische Bahnen. 
Wien, 8. April. Amilich wird verlautbart. 
RKussischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von besonderer Bedeutung. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Auf der Hochfläche von Doberdo wurde der 
Feind heute nacht aus einigen vorgeschobenen Sappen vertrieben. Auch südlich des 
Mrzli Brh nahmen unsere Truppen eine italienische Stellung und brachten dabei 
43 Gefangene und ein Maschinengewehr ein. An der Tiroler Front unterhielt die 
italienische Artillerie in mehreren Abschnitten, insbesondere aber gegen unsere Stellungen 
westlich von Riva, lebhaftes Feuer. Eine feindliche Abteilung, die sich in einer unserer 
Sappen am Südhange der Nocchetta festgesetzt hatte, wurde durch Gegenangriff 
daraus vertrieben. Die Zahl der bei der Säuberung des Rauchkofels eingebrachten 
Gefangenen echöht sich auf 3 Offiziere, 150 Mann. Alle anderen dort kämpfenden 
Italiener flelen im Handgemenge. 
Gestern bei Morgengrauen grissen Geschwader von Land- und Seeflugzeugen 
die Bahnhöfe von Casarsa und San Giorgio di Nogaro mit deutlich erkennbarem 
Erfolge an. Von den Fliegern, die sich zum Zombenwurf tief herunterließen, sind 
drei nicht zurückgekehrt. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T B.) 
Die Burenexpedition in Ostafrika. 
London, §. April. Reuter meldet amtlich: Smuts berichtet: Die berittenen 
Truppen des Burengenerals Vandeventer überraschten und umzingelten am 4. April 
eine deutsche Streitmacht mit Maschinengewehren, die auf dem Strongholdberge im 
Aruschadistrikt stationiert war. Der Feind streckte am 6. April die Waffen. 
(Ein Stronghold — Berg in Aruschaist — unbekannt. Die deutsche Streitmacht 
scheint nicht sehr bedeutend gewesen zu sein, da ihre Stärke, die bei Absendung der 
Meldung doch wohl bekannt gewesen sein dürfte, nicht angegeben wird.) (W. T. B.) 
  
1 #u#- 
Emm— — 8—
        <pb n="165" />
        — * T XI St g' — J—4— 
...... —-— ? 
Die Lage an allen Fronten unverändert. 
Großes Hauptquartier, 9. April. Die TLage ist auf allen Kriegsschau- 
plätzen im allgemeinen unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W#. T. B.) 
Lebhaftes Geschützfeuer an der italienischen Front. 
Wien, 9. April. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Stellenweise lebhaftes Geschühseuer, sonst 
keine nennenswerten Kämpfe. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Luftangriff gegen die russische Fliegerstation auf Oesel. 
Berlin, 9. April. Am 8. April griffen vier Marineflugzeuge die russssche 
Flugstation Hapensholm bei Kielkond auf Oesel an. Die Station wurde mit 
20 Zomben belegt, von vier zur Abwehr aufgestiegenen seindlichen Flugzeugen wurden 
zwei zur Landung gezwungen. Trotz heftiger Beschießung sind unsere Flugzeuge 
unbeschädigt zurückgekehrt. 
Der Chef des Adbmiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
— 
S 
  
   
  
    
    
  
    
    
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
    
Niederlage der Engländer am Tigris. 
Konstantinopel, 9. April. Das Hauptquartier meldet: An der Frakfront 
fügten wir dem Feinde bei einem Gefecht am . und 6. April in einem von einer 
unserer fliegenden Abteilungen besetzten Schützengraben der vorgeschobenen Linie 
4 Kilometer östlich unseres Hauptabschnittes von Felahie einen Verlust von 1500 Mann 
zu und nahmen ihm einige Gefangene ab. Wir schossen ferner ein Flugzeug ab. 
Dieser zweitägige Kampf spielte sich folgendermaßen ab: Da infolge des Steigens 
des Tigris in den lehzten Tagen unsere an den Fluß stoßenden Schützengräben, die 
einen Teil unserer vorgeschobenen TLinie bildeten und die sich 4 Kilometer öfstlich 
unserer Hauptskellung befinden, überflutet und zerstört worden waren, so rdumte ein 
großer Teil unserer Truppen am 4. April abends befehlsgemäß diese Gräben, in 
denen sie ungefähr zwei Kompagnien zurückließen. Am s. April morgens beschoß 
der Feind, der die Ursache dieser Käumung nicht kannte, diese Gräben mit seiner 
Artillerie eine Stunde lang und griff sie mit einer Truppenmacht von ungefähr drei 
Brigaden an. Obwohl unsere beiden Kompagnien den Befehl erhalten hatten, vor 
diesen überlegenen Krasten zurückzugehen, so hielten sie doch stundenlang den Feind 
durch Angriffe mit dem Zajonett und mit Bomben auf und wichen dann in unsere 
Hauptsiellung zurück. Gleichzeitig zogen sich unsere aus schwachen Kräften zusammen- 
gesetzten BZorposten auf dem rechten Ifer des Tigris ebenfalls auf den Flügel unserer
        <pb n="166" />
        Haupistellung zurück. Gelegentlich dieser Angriffe stellten wir fest, daß eine Anzahl 
der feindlichen Truppen in den durch die Leberschwemmung gebildeten Sümpfen 
einsanken. Durch diese Scharmätzel ermutigt, näherte sich der Feind, der neue Ver- 
siärkungen erhielt, am 6. April an einigen Stellen bis auf 300 Meter unserer Haupt- 
stellung und versuchte dann einen Angriff. Er wurde aber durch unseren Gegenangriff 
und unser heftiges Feuer gezwungen, 2 Kilometer in östlicher Richtung zurückzugehen- 
Dabei ließ er eine beträchtliche Zahl von Toten und Verwundeten zurück. Die 
seindlichen Zerluste werden auf 1500 Mann geschäht, während die unserigen gering 
sind. Am 7. April morgens bekämpften sich nur die beiden Artillerien. (W. T S.) 
Einnahme von Béthincourt. — Leber 1100 Franzosen gefangen. 
Großes Hauptquartier, 10. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. In den gewonnenen Trichterstellungen südlich von 
St. Eloi wiesen unsere Truppen Wiedereroberungsversuche feindlicher Handgranaten- 
abteilungen reslos ab. Die 
  
    
ll“ * m "- moFMWX , Av« IS'-»O 
5½% 5„N z 5„ 2 bl —8 si“ Ser Minenkämpfe zwischen dem 
O 2 –S * 4 „ 
e *3 —,K ch Kanal von La Zassée und 
  
    
  
    
  
⁊ —— Ont.—. rs— ““ - 
vv adazoenint 8 2 ꝓronvaus. * Arras haben in den letzten 
  
— - 
. EG*"* mask Tagen wieder größere Leb- 
——— s #öerehbhaftigkeit angenommen. 
5 H 2 4% t —. l -’½ — 
— –. T„ n *5%% 74 —— ; — K e Auf dem Westufer 
t — - 5# * W % Ooamloup 
2 
I com-ku- lo»07M-e of fe-»Mm, Ka«ch«b««,« der Maas wurden Bẽthin- 
i. —. 1– ES. * — court und die ebenfalls 
—d 
* 8 B ate E iere Kak ausgebauten Stütz- 
  
  
  
6 Gerrtclo#n « — AMousoini 
- wrts !4 Z K. E ¾∆ punkte Alsace“ und „Lor- 
Fnmorkhntee ## ' »F ,»««- . % „“ 4 # . 
sp-M«««"«"» . dui KFFaine“ südwestlich davon 
— ——“ abgeschnürt. Der Gegner 
  
  
suchie sich der Gefahr durch schleunigen Rückzug zu entziehen, wurde von den 
Schlesiern aber noch gefaßt und büßte neben schweren blutigen Verlusten hier 
14 Offiziere und rund 700 Mann an unverwundeten Gefangenen, 2 Geschütze 
und 13 Maschinengewehre ein. Gleichzeitig räumten wir uns unbequeme feindliche 
Anlagen, Blockhäuser und Unterstände an verschiedenen Stellen der Front aus, 
so dicht nördlich des Dorfes Avocourt und südlich des Rabenwaldes. Auch bei 
diesen Einzelunternehmungen gelang es, die Franzosen ernstlich zu schädigen; an 
Gefangenen verloren sie außerdem mehrere Offiziere und 276 Mann. 
Rechts der Maas wurde in ähnlicher Weise eine Schlucht am Südwesirande 
des Dfefferrückens gesäubert. 4 Offiziere, 184 Mann und Material blieben in 
unseren Händen. Weiter ösllich und in der Woêèvre fanden lediglich Artillerie= 
kämpfe skatt. 
Im Tuftkampf wurde südöstlich von Damloup und nordöfsflich von Chateau-Salins 
je ein französisches Flugzeug abgeschossen. Die Insassen des erfferen sind tot. Ze 
  
* 
S 3 
1338
        <pb n="167" />
        « « V 
VOLK-«- 
I W Y·I 
M«K.RMLWHLIOW«Ton 
  
    
   
  
eln feindliches Flugzeug wurde im Absturz in das Dorf Loos und in den Cailette— 
wald beobachiet. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Keine Ereignisse von besonderer 
Bedeutung. 
  
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Caldonazzo von den Jtalienern in Brand geschossen. 
Wien, 10. April. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer und süböstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Itallenischer Kriegsschauplatz. Im Görzischen hielt die feindliche Artillerie 
die Ortschaften hinter unserer Front unter Feuer. Ein „Caproni“-Flugzeug wurde bei 
seiner Landung nächst LCucinico durch unser Geschützfeuer vernichtet. 
An der übrigen Front dauern die gewöhnlichen Artillerickämpfe sort. Im Suganatal 
schossen die Italiener Caldonazzo in Brand. Auf Riva warfen feindliche Flieger 
Bomben ab. An der Donalestraße gelang es dem Feinde, sich in einigen vor- 
geschobenen Gräben festzusetzen. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldbmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Französische Gegenangriffe auf Béthincourt abgeschlagen. 
Großes Hauptquartier, 11. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Nach mehrfacher erheblicher Steigerung uhres 
Arkilleriefeuers setzten die Engländer südblich von St. Eloi nachts einen Handgranaten- 
angriff an, der vor unserer Trichtersiellung scheiterte. Die Stellung ist in ihrer ganzen 
Ausdehnung fest in unserer Hand. 
In den Argonnen bei La Fille Morte und weiter ösilich bei Bauquois fügten die 
Franzosen durch mehrere Sprengungen nur sich selbst Schaden zu. 
Im Kampfgelände beiberseits der Maas auch gestern die Gefechtstätigkeit sehr 
lebhaft. Gegenangriffe gegen die von uns genommenen französischen Stellungen 
südlich des Forgesbaches zwischen Haucourt und Béthincourt brachen verlustreich 
für den Gegner zusammen. Die Zahl der unverwundeten Gefangenen ist hier um 
22 Offiziere, 540 Mann auf 36 Offiziere, 1231 Mann, die Zeute auf 2 Geschütze, 
22 Maschinengewehre gestiegen. — Bei der Fortnahme weiterer Blockhäuser südlich 
des RKabenwaldes wurden heute nacht 222 Gefangene und 1 Maschinengewehr ein- 
gebracht. Gegenstöße aus ZRichtung Chattancourt blieben in unserem wirksamen 
Flankenfeuer vom Ofkufer her liegen. 
Jecchts der Maas versuchte der Feind vergebens, den am Südwestrande des 
DPfefferrückens verlorenen Boden wiederzugewinnen. Südwestlich der Feste Douaumont 
mußte er uns weitere Berteidigungsanlagen überlassen, aus denen wir einige Dutzend 
Gefangene und 3 Maschinengewehre zurückbrachten. 
             
    
        
   
C 
E—— 
   
— 
W 
    
4 . 
III-n- 
FY 
— 
— 
S# 
   
  
      
    
* —— 6 
re r 
ν
        <pb n="168" />
        Durch das Feuer unserer Abwehrgeschütze wurden zwei feindliche Flugzeuge sud—- 
oͤstlich von Ipern heruntergehoflt. 
Oesilicher und Balkankriegsschauplat. Die Lage ist im allgemeinen un- 
verändert. Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Beschießung von Grenzorken durch die Jtaliener. 
Wien, 11. April. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer und fsüböstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Das Artilleriefeuer nahm gestern in einzelnen 
Frontabschnitten an Lebhaftigkeit zu. Der Feind beschoß planmäßig die Ortschaften 
hinter unserer Front; so standen im Küstenland Duino, der Südteil von Görz, das 
Spital von St. Peter und mehrere andere Orte im Görzischen, in Kärnten St. Kathrein 
und Aggowitz (im Canaletal), in Tirol Levico und Novereto unter schwerem Feuer. 
Die Kämpfe bei Riva dauern fort. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. W. T. B.) 
Deutsch-rumänisches Handelsabkommen. 
Berlin, 11. April. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt: Die aus 
Bukare#st eingegangene Meldung, daß zwischen der rumänischen und der deutschen 
Regierung ein Abkommen zur Erleichterung des Warecnaustausches getroffen worden 
sei, ist nach unseren Erkundigungen zutreffend. Dieses Abkommen wurde am 7. April 
in Berlin vom Staatssekretär des Auswärtigen Amts und dem rumänischen Gesandten 
unterzeichnet. Danach verpflichten sich beide Regierungen, für den SZedarf des 
anderen Landes die Ausfuhr ihrer Erzeugnisse, soweit der cigene Zedarf es zuläßt 
und mit einem VZorbehalt wegen Kriegsmaterials, zu gestatten, und zwar ohne die 
Erteilung der Ausfuhrbewilligung, von besonderen Gegenleistungen abhängig zu 
machen; sie verpflichten sich ferner, einander grundsählich auch die Durchfuhr von 
Waren aus dritten Ländern zu gestatten. 
Durch diese Abmachungen, für deren Durchführung noch besondere Maßnahmen 
in Aussicht genommen sind, beabsichtigen beide Regierungen, die wirtschaftlichen 
Beziehungen zwischen Deutschland und Kumänien, die durch den Kriegszustand siark 
gelitten haben, soweit wie möglich wiederherzustellen und entsprechend den gegen- 
seitigen Interessen zu erleichtern. (W. T. B.) 
Eine neue blutige Niederlage der Engländer im Frak. 
Konstantinopel, 11. April. Das Hauptquartier keilt mit: An der Irakfront 
erlitten die Engländer eine neuc blutige Niederlage bei Felahie, wobei sie mehr als 
3000 Tote auf dem Kampfgelände sowie einen Offizier und einige Soldaten als 
Gefangene in unserer Hand zurückließen. Am gY. April vormittag, nach anderthalb- 
stündiger heftiger Artillericvorbercitung, griff der Feind mit seinen sämtlichen Kräften 
t a * *0 «- U«- # # -P # ###%un 7 r 
. .. 
1340
        <pb n="169" />
        von dem rechten Ufer des Tigris her unsere Stellungen bei Felahie an. Die Schlacht 
wüteke während fechs Stunden. Zuerst gelang es dem Feind, unter ungeheuren 
Opfern in einen Teil unserer Gräben einzudringen, aber unsere tapferen Truppen machten 
die eingedrungenen Feinde mit dem Bajonett nieder, sowie diesenigen, die ihnen zu 
Hilfe herbeigeeilt waren, und warfen die Ueberlebenden in ihre srüheren Gräben 
zurück. Am Abend der Schlacht konnten wir in den Teilen unserer Gräben und 
vor ihnen über 3000 feindliche Leichen zählen. Gefangene sagten aus, daß von 
allen feindlichen Truppeneinheiten diesenige, die am meisten gelitten hatte, dle 
13. englische Divisson sei, die ausschließlich aus englischen Soldaten besiehe, seinerzeit 
an den Dardanellen gekämpft hatte und kürzlich an die Jrakfront geschickt wurde. Unsere 
Soldaten kämpften mit unvergleichlicher Tapferkeit während der Schlachten des s., ö. und 
bes 9. April und fügten ein neues ruhmresches Blatt unserer militärischen Geschichte bei. 
An den übrigen Fronten hat sich nichis ereignet. (W. T. B.) 
Asquith’ Antwort an den Reichskanzler. — Die englischen Kriegsziele. 
London, 11.April. (Reuter-Meldung.) Asquüth sagte in seinem Trinkspruch auf den Dräsidenten 
der französischen Kepublik bei dem gestrigen Festmahl zu Ehren der Abordnung des französischen 
Darlamenits u. a. : 
In den letzien Tagen hat der deutsche Feichskanzler wiederum an die Sympathien der 
neutralen Well, für den schweren Fall von Deuischland (Hesterkeit), als vielfach mißverstandenen 
Friedensfreund appelllert. Man will von uns, daß wir die Haltung des Besiegten gegenüber 
dem siegreichen Gegner einnehmen, aber wir sind nicht besiegt. (Beifall.) Wir werden auch 
alcht bessegi werden, und die Alli#erten sind durch einen felerlichen Bertrag gebunden, keinen 
Sonderfrieden zu suchen oder anzunehmen. Die Bedingungen, unter denen wir bereit sind, 
Frieden zu schließen, ssnd die Durchführung der Ziele, für die wir dle Waffen aufgenommen 
haben. Oiese Ziele wurden von mir schon im November 1014 bekanntgegeben. Ich sagte u. a., 
daß wir das Schwert nicht in die Schelde stecken werden, bis die militärische Herrschaft Preußens 
ganz und endgültig vernichtet ist. Der Kanzler zitiert meine Worte zuerst falsch und fährt 
dann fort, ihre auf der Hand liegende Bedeutung und die in ihnen ausgesprochene Absscht zu 
verzerren. Großbritannien und auch Frankreich traten nicht in den Krleg ein, um Deutschland 
zu erdrosseln oder um es von der Karte Europas wegzuwischen, nicht, um sein nationales Leben 
zu zerstören oder zu verskümmeln, und sicherlich nicht, um sich in die freie Ausübung selner 
friedlichen Zestrebungen hineinzumischen. Wir wurden beide, hier und in Frankreich, dazu 
genötlgt die Waffen aufzunehmen, um zu verhindern, daß Deutschland, womit in dlesem Falle 
Dreußen gemeint ist, eine militärische Bedrohung für die Nachbarn bilde und eine Oberherrschaft 
über diese erreiche. Deutschland hat während der lehzten zehn Jahre bei mehreren Anlässen 
seine Absicht gezeigt, Europa unter gleichzeitiger Bedrohung Vorschrifften zu machen, und durch 
die Berletzung der Neutralität Belgiens hat es bewiesen, daß es sein Lebergewicht selbst um 
den Hrels eines allgemeinen Krieges herstellen will und dadurch, daß es die Grundlage der 
europcischen Holitik, wie sie durch Berträge festgelegt ist, zerreißt. Die Absicht der an dem 
Krieg beteiligten Berbündeten ist, diesen Bersuch zunichte zu machen und dadurch den Weg 
für ein internationales System zu ebnen, welches den Grundsatz gleicher Rechie für alle 
zivilisserten Staaten sicherstellen wird. (Beifall.) Wir wollen als Ergebnis des Krieges den 
Grundsatz fesklegen, daß Internationale Hrobleme durch freie Unierhandlung unter gleichen 
Bedingungen zwischen freien Bölkern behandelt werden müssen, und daß eine solche Leber- 
einkunst nicht länger durch das überwältigende Gebot einer Fegierung, die von einer
        <pb n="170" />
        I. — 9l- s, «. 
M Mk-åwsp«--Rke;h-HJZ. 
V 
e 
S 
    
     
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
      
    
      
    
    
    
    
      
      
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
      
      
      
    
    
       
    
    
    
     
       
   
   
     
8 
  
  
—“ 
   
militärischen Kaste kontrolliert wlrd, aufgehallen und beherrscht wird. Das ist es, was ich unter 
Vernichtung der militärischen Herrschaft Hreußens verstehe, nicht mehr, aber auch ulcht weniger. 
Auf das Schicksal Zelgiens, Serbiens und Montenegros bezugnehmend, sagte Asquith, 
daß die Berbündeten nicht nur Schützer von Bertragsrechten, sondern auch von unabhängigen 
Staaten und der freien Entwicklung schwächerer Länder selen. (Beifall.) Es gebe kaum 
einen größeren Zynismus, als wenn der deutsche Kanzler beanspruche, daß Deutschland vor 
allen Mächien darauf beskehen müsse, verschtedenen Nationen Gelegenheit zu freler Entwicklung 
mmerhalb des Rahmens ihrer Muttersprache und ihrer nationalen Indlolduallität zu geben. 
Der Bersuch, Dreußisch-Holen zu germanlsieren, sel während der letzten Jahre hartnäckig beirleben 
worden, und dies sel das größte Fiasko der preußischen inneren Holltik gewesen. Was solle 
wohl das vlämssche Zolk von der Aussicht denken, die ihm vom Kanzler gestellt wurde, nach- 
barlich mit den Deutschen zusammenzuarbeiten, die ihre Kirchen verbrannten, ihre Städte 
plünderten, ihre Felder verwüstefjen und ihre Freiheiten niedertraten! Asquith fuhr sort: 
Meine Antwort an den Kanzler ist sehr elnfach: dle Berbündeten wünschen und sind enischlossen, 
das alte Belgien wieder erskehen zu sehen. (Belfall.) Es darf nicht dauernd unter dem 
leichtfertigen und verruchten Angriff auf seine Freihelt leiden, und was niedergerissen wurde, 
muß wiederhergestellt und oufgebaut werden. (TLauter Beifall.) 
Asquith sprach sodann von dem hinkenden, schwächlichen Zersuch des Reichskanzlers, die 
Unterseebooikrlegführung zu rechtsertigen und sagte schließlich: Wir Allü#erten kämpfen Seite an 
Seite für eine große Sache mit würdigen Mitteln, reinen Händen und reinem Gewissen 
(Beifall), und Seile an Selte haben wir ebenso wie den Ulllen auch die Macht, die Frel- 
heiten Europas zu verteidsgen. (Lauter Beifall.) (W. T. B.) 
Der König von England über das Kriegsziel der Alliierten. 
LCondon, 11. April. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der König empfing im 
Zuckinghampalastk die französischen PHarlamentarier, wobel er u. a. folgendes sagte: 
„Wenn Sie mit den Zewohnern unserer Städte sprechen, so werden Sie erfahren, welchen 
Anteil sse nehmen an den Teiden, die eln grausamer Eindringling der unschuldigen Bevölkerung 
einiger Ihrer nördlichen Distrikte auferlegt hat. Sie werden auch selbst sehen, wie einstimmig 
das Volk dieser Insel enischlossen ist, den Krieg fortzuführen, bis sene Zedrohung mit Leber- 
sall, dle lange den Himmel Europas verdunkelt und die Aussichten friedlichen Fortschritts 
gefährdet hat, endgülilg aus dem Wege gerdumt ist. Die Allianz der Mächte, die dles voll- 
bringen werden, beruht nicht nur auf dem gemeinsamen Interesse, dleser Zedrohung ein Ende 
zu machen, das sie alle und auch dle schwer geschädigten Länder Belglen, Serblen und 
Montenegro in gleicher Weise wie wir haben, sondern sie beruhi auch auf unseren glelchen 
Idealen. Freihelt und Frieden sind die Ideale des brltischen Zolkes hler in der Heimat und 
in den Kolonien. Wir wünschen diesen Segen für uns selbst und wünschen ihn auch für 
andere Nationen. Wir glauben, daß in seiner Ausbreitung allerwärts die beste Hoffnung für 
die Zukunft der Menschheit liegt. Für Frelheit und Frieden kämpfen w#r Selle an Seite mit 
Ihnen, In dem Glauben, der heute flärker iskt, als se seit Beglun des Krieges, und der täglich 
stärker wird, daß der Sieg die Sache des Fechtes krönen wird.“ (W. T. B.) 
Vergebliche französische Angriffe am fefferrücken. 
Großes Hauptaquartier, 12. April. 
Westlicher Kriegsschauplah. Bei Beoisselle (nordöstlich von Albert) brachte 
eine kleinere deutsche Abteilung von einer nächtlichen Unternehmung gegen die 
englische Stellung ohne eigene Verluste 29 Gefangene und ein Maschinengewehr zurück.
        <pb n="171" />
        Westlich der Maas griffen die Franzosen vergeblich unsere Linien nordösilich von 
Avocourt an, beschränkten sich im übrigen aber auf lebhafte Feuertätigkeit ihrer Artillerie 
Auf dem Ossufer brachten drei durch heftiges Feuer vorbereitete Gegenangriffe am 
DPfefferrücken dem Feinde nur große Verluste, aber keinerlei Borteil. Zweimal gelang 
es den Sturmtruppen nicht, den Bereich unseres Sperrfeuers zu überwinden. Der 
dritte Anlauf brach nahe vor unseren Hindernissen im Maschinengewehrfeuer völlig 
zusammen. Im Cailletkewalde gewannen wir der zähen Berkteidigung gegenüber 
schrittweise einigen Zoden. 
Im Tuftikampf wurde ein französisches Jagdflugzeug bei Ornes (in der Wodvre) 
abgeschossen. Der Führer ist kot. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei Garbunowka (nordwestlich von Dünaburg) 
wurden russische Nachtangriffe mehrerer Kompagnien abgewiesen. 
Balkankriegsschauplat. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Der italienische Angriff gegen Riva abgeschlagen. 
Wien, 12. April. Amtlich wird verlautbarkt: 
RKussischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Bedeutung. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die lebhafteren Geschützkämpfe in einzelnen 
Frontabschnitten dauern fort. 
Bei Rioa wurde der Feind, der sich in einigen vorgeschobenen Gräben und einer 
VBerteidigungsmauer südlich von Sperone festgesetzt hatte, aus diesen Stellungen 
wieder vertrieben. Der italienische Angriff ist somit vollständig abgeschlagen. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Deutschlands Antwort auf fünf Anfragen Amerikas. 
Berlin, 12. April. Auf die Anfrage der Regierung der Dereinigten Staaten wegen der 
Angriffe auf den Dampfer „Susse“ und andere Schiffe ist dem hlesigen amerikanischen Bot- 
schafter am 10. Aprll eine Antwort erteilt worden, die u. a. folgende Festskellungen enthält: 
Die englischen Dampfer „Englishman“, „Eagle Hoint“ und ein Dampfer, der möglicherweise der 
„Berwind Vale“ gewesen ist, wurden versenkt, nachdem sie den Warnungsschuß mißachtet hatten, 
zum Stoppen gezwungen worden waren und Zeit bekommen hatien, die Besatzung in Zooten 
wegzubringen. Bezüglich des Dampfers „Manchester Engineer“ hat sich nicht fesiskellen lassen, 
ob der Angriff auf ein deutsches Unterseeboot zurückzuführen ist. 
Zu der Angelegenheit des französischen Dampfers „Sussek“ wird u. o. erklärt: Im Kanal, 
etwa auf dem Wege zwischen Folkeskone und Dieppe, ist om 24. März ungefähr in der Mitte 
des Englischen Kanals von einem deuischen Unterseeboot ein langes schwarzes Fahrzeug ohne 
Flagge mit grauem Schornstein und kleinem grauen Aufbau sowie mit zwei hohen Masten 
angetrossen worden. Der deutsche Kommandant gewann die bestimmte Leberzeugung, daß er 
ein Kriegsschiff, und zwar einen Minenleger der neugebauten englischen „Arabis“. Klasse, vor 
sich habe. Er wurde zu dieser teberzeugung geführt: 1. durch das glatt durchlaufende Deck 
des Schiffes; 2. durch die kriegsschiffmäßlge, schräg nach hinien und unten abfallende Jorm 
bes Heckes; 3. durch den kriegsschiffmäßigen Anstrich; 4. durch die hohe Geschwindigkeit von eiwa 
  
  
  
.## — # . —# 2— ——— — —2 0 
S 3 3 ' *
        <pb n="172" />
        — — 2 T 
———————————— 
18 Seemeilen, die das Schiff entwickelte; 5. durch den Umskand, daß das Schiff nicht den Weg 
nördlich der Leuchttonnen zwischen Dungeneß und Beachy Head innehielt, der nach den häufigen 
übereinstimmenden Beobachtungen der deutschen Interseeboote für die Handelsschiffahrt üblich 
ist, sondern mitten im Kanal, mit dem Kurs ungefähr auf Le Havre, fuhr. 
Infolgedessen griff er das Schiff um 3 Uhr s5 Minuten nachmittags mitteleuropäischer Zeit 
11½ Seemeilen südöstlich der ullrockbank unter Wasser an. Der Torpedo traf und rief im 
Vorschiff eine so schwere Explosion hervor, daß das ganze Vorschiff bis zur Brücke abriß. Die 
besonders fkarke Explosion läßt mit Sicherheit darauf schließen, daß an Zord große Munitions, 
mengen vorhanden waren. 
Eine Vergleichung der vom deutschen Kommandant angeferügten Skizze des von ihm ange- 
griffenen Schiffes und eines Zildes des Dampfers „Sussex“ aus der englischen Zeitung „Daily 
Graphie“ zeigt, daß der „Sussexz" mit dem angegriffenen Fahrzeug nicht identisch ist. Ein weiterer 
Angriff hat in der für den „Sussex“ in Frage kommenden Zeit auf dem Wege zwischen Folkestone 
und Dieppe seitens deutscher Unterseeboote überhaupt nicht stattgefunden. Hiernach muß die 
deutsche Regierung annehmen, daß die Zeschädigung des „Sussex“ auf eine andere ##rsache# als 
auf den Angriff eines deutschen Unterseebootes zurückzuführen ist. Zur Aufklärung des Sach- 
verhalts ist vielleicht die Sache dienlich, daß allein am 1. und 2. April im Kanal nicht weniger 
als 26 englische Minen von deutschen Seestreitkräffen abgeschossen worden sind; überhaupt ist 
die ganze dortige Meeresgegend durch treibende Minen und nicht gesunkene Torpedos gefährdet. 
Vor der englischen Küste wird sie ferner auch durch deutsche Minen, die gegen die feindlichen 
Seestreitkräffe ausgelegt werden, in zunehmendem Maße gefährdet sein. 
Sollte der amerikanischen Kegierung weiteres Material zur Beurteilung des Falles „Sussez“ 
zur Derfügung stehen, so darf die deuische Regierung um dessen Mitteilung bitten, um auch 
dieses Material einer Drüfung unterziehen zu können. Für den Fall, daß sich hierbei Meinungs- 
verschiedenheiten zwischen den beiden Regierungen ergeben sollten, erklärt sich die deutsche Regierung 
schon jetzt bereit, den Tatbeskand durch eine gemischte Untersuchungskommission gemäß dem dritten 
Titel des Haager Abkommens zur friedlichen Erledigung internationaler Streitfälle vom 
18. Oktober 190 festikellen zu lassen. (Nach W. T. B.) 
Lebhafte Artillerietätigkeit bei Verdun. 
Großes Hauptauartier, 13. April. 
Wesftlicher Kriegsschauplatz. Im allgemeinen konnte sich bei den meist un- 
günstigen Zeobachtungsverhältnissen des gestrigen Tages keine bedeutendere Gefechits- 
tätigkeit entwickeln, jedoch blieben beiderseits der Maas, in der Wod##re-Ebene und 
auf den Cötes südösilich von Verdun die Artillerien lebhaft tätig. 
Sübösilich von Albert nahm eine deutsche Datrouille im englischen Graben 
17 Mann gefangen. 
Ein französsscher Gasangriff in Gegend von Huisaleine (nordöstlich von Com- 
piegne) blieb ergebnislos. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Südlich des Naroczsees verffärkte sich das 
russssche Artilleriefeuer gessern nachmittag merklich. 
Oesilich von Zaranowitschi wurden Vorsfé 
Vorposten zurückgewiesen. 
Zalkankriegsschauplat. Keine wesentlichen Ereignisse. 
Obersfe Heresleitung. (W. T B.) 
Kße feindlicher Abteilungen von unseren 
· - Hut-·- — 
E———— 2
        <pb n="173" />
        Erneuter Kampf um die Ponalestraße. 
Wien, 13. April. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nach wie vor unverändert. 
Italienisch er Kriegsschauplat. Das Artilleriefeuer hält an zahlreichen Stellen 
der Front mit wechselnder Stärke an. 
An der Donalestraße sind wieder Kämpfe im Gange. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalsiabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Der Erfolg des Ul-Bootkrieges im März. 
Berlin, 13. April. Im Monat März 1916 sind 830 feindliche Handels- 
schiffe mit rund 207000 Brutto-Registertonnen durch deutsche U-Boote versenkt 
worden oder durch Minen verlorengegangen. (W. T. B.) 
Russische Vorstöße blutig abgewiesen. 
Großes Hauptquartier, 14. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Abgesehen von stellenweise lebhaften, im Maas— 
gebiet heftigen Feuerkämpfen ist nichts Wesentliches zu berichten. Angriffsversuche auf 
dem linken Maasufer erstarben unter unserem Artilleriefeuer schon in den Ausgangsgräben. 
Oestlicher Kriegsschauplah. Bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 
v. Hindenburg wurden in der Gegend von Garbunowka (nordwestlich von Düna- 
burg) und südlich des Naroczsees begrenzte feindliche Zorstöße blutig abgewiesen. 
Ebenso blieben bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Drinz Leopold 
von Bayern Unternehmungen russischer Abteilungen gegen die Stellungen am Ser, 
wetsch, nördlich von Zirin, erfolglos. 
Balkankriegsschauplatz. Die gegnerische Artillerie war gestern östlich des 
Bardar zeitweise lebhaft tätig. 
In der Nacht vom 12. zum 13. April warfen feindliche Flieger erfolglos Bomben 
auf Gewgheli und BZogorodica öftlich davon. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Fortdauer der Kämpfe sädlich von Riva. 
Wien, 14. April. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplat. Gestern standen unsere Linien an der unteren 
Sirypa, am Dnjestr und nordösilich von Czernowitz unter heftigem Geschützfeuer. 
In der Nacht kam es im Mündungswinkel der unteren Strypa und südöstlich von 
Zurzacz zu starken BZorfeldkämpfen, die teilweise noch fortdauern. Im südlichsten 
Teil des Gefechtsfeldes wurde die Zesahung einer vorgeschobenen Schanze in die 
Hauptstellung zurückgenommen. Nordösklich von Jaslovier drang der Feind gleichfalls 
in eine unserer Borskellungen ein, wurde aber durch einen raschen Gegenangriff 
wieder hinausgeworfen, wobei wir einen russischen Offizier, 3 Fähnriche und 100 Mann 
  
        
       
01 —I 
——— —
        <pb n="174" />
        W 8 * W——#### 
— ———————— $ — 
# 
gefangennahmen. An der von Buczacz nach Czorkkow führenden Straße bemaächtigte 
sich ein öskerreichisch-ungarisches Streifkommando durch Leberfall einer russischen Vor- 
position. Auch gegen die Front der Armee Erzherzog Josef Ferdinand entfaltete 
die feindliche Artillerie erhöhte Tätigkeit. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Das beiderseitige Geschützfeuer wurde, so- 
weit es die Sichtverhältnisse erlaubten, auch gestern fortgeseht. Am Mrzli Vrh be- 
mächfigten sich unsere Truppen einer Vorstellung und schlugen wiederholte Gegen- 
angriffe unter schweren Berlusten der Jtaliener ab. Bei Fliksch und Hontebba nahm 
unsere Artillerie die feindlichen Stellungen unter krästiges Feuer. An der Tiroler 
Front schritt der Feind an mehreren Stellen zum Angriff. Seine Versuche, sich im- 
Sugana-Abschnitte unserer Stellungen auf den Höhen beiderseits Novaledo zu be- 
mächtigen, wurden abgewiesen. An der PDonalestraße räumten unsere Truppen heute 
nacht die Verteidigungsmauer südlich Sperone und setzten sich in der nächsten Stellung 
fest. Im Adamellogebiet besetzten Alpini den Grenzrücken Dosson di Genova; 
südlich des Stilffer Jochs scheiterte ein feindlicher Angriff ouf den Monte Scorluzzo. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleulnant. (W. T. B.) 
   
Freiherr v. Burian in Berlin. 
Berlin, 14. April. Der österreichisch-ungarische Minisker des Aeußeren Freiherr v. Burtan 
Ist heute vormittag aus Wien zu zweitägigem Ausenthalt hier eingetroffen. Zormittags und 
nachmittags fanden im Reichskanzlerpalais längere Besprechungen stiatt. 
Vergebliche französische Angriffe am „Toten Mann“. 
Großes Hauptquartier, 15. April. 
Westlicher Kriegsschauplah. Ein stärkerer Borstoß der Engländer gegen die 
Trichterstellungen südblich von St. Eloi wurde nach Handgranafenkampf völlig zurück, 
geschlagen. 
In den Argonnen und östlich davon teilweise lebhafter Artillerie= und Minenkampf. 
Links der Maas konnten feindliche Angriffsabsichten gegen unsere Stellung auf 
„Toter Mann“ und südlich des Raben, und Cumicèreswaldes, die durch große 
Steigerung des Artilleriefeuers vorbereitet wurden, in unserem vernichtenden, von 
beiden Maasufern auf die bereitgestellten Truppen vereinten Feuer nur mit einigen 
Batailllonen gegen „Toter Mann“ zur Durchführung kommen. Ulnter schwersten 
Verlusien brachen die Angriffswellen vor unserer Linie zusammen, einzelne bis in 
unsere Gräben vorgedrungene LTeute fielen hier im Nahkampf. 
ZRechts der Maas sowie in der Wodèdre-Ebene blieb die Gefechtstätigkeit im 
wesentlichen auf heftige Feuerkämpfe beschränkt. Zwei schwächliche feindliche Hand- 
granatenangriffe südwestlich der Feste Douaumont blieben erfolglos. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die gestern wiederholten örtlichen Angriffsversuche der 
Zussen nordwesilich Dünaburgs hatten das gleiche Schicksal wie am vorhergehenden Tage. 
0# r Ets F16 #r. —— — 
s999S “““ J 3 
1346
        <pb n="175" />
        Am Serwetsch südöstlich von Korelitschi brachten wir einen durch starkes Feuer 
eingeleiteten Vorstoß schwächerer feindlicher Kräfte leicht zum Scheitern. 
Balkankriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Bedeutung. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Abgeschlagener Fliegerangriff gegen Czernowitz. 
Wien, 15. April. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. Gestern nach -s Uhr früh erschienen sieben 
feindsiche Flugzeuge, darunter vier Kampfflieger, über Czernowitz und den Bahn- 
anlagen nördlich der Stadt. Zur Abwehr stiegen einige unserer Flugzeuge auf, denen 
es nach zweistündigem über Czernowiß sich abspielenden Luftlampfe gelang, einen 
feindlichen Kampfflieger auf 30 Schritte abzuschießen. Das feindsiche Geschwader 
flüchtete. Das getroffene Flugzeug kandete im Sturzflug bei Zojan zwischen der 
Gussischen und unserer Linie und wurde durch unser Geschütfeuer vernichtet. Der 
feindliche Zeobachter isft tot. Insere Flugzeuge kehrten unversehrt zurück. 
Sonsi verlief der gestrige Tag sowohl in Ostgalizien als auch in den anderen 
Abschnitten unserer Nordostfront verhälfnismäßig ruhig. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Am Muzli Vrh wiesen unsere Truppen 
neuerliche Angriffe des Feindes auf die genommene Vorskellung ab. Im Dlöcken. 
abschnitt waren die Minenwerfer heute nacht in lebhafter Tätigkeit. Die Spitze 
des Col di Lana wird von den Jtalienern andauernd heftig beschossen. Feindliche 
Annäherungsversuche im Sugana-Abschnitt wurden abgewiesen. 
Südöstlicher Kriegsschauplah. Unverändert ruhig. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
1202 feindliche Landeseinwohner Opfer feindlicher Geschosse. 
Berlin, 15. April. Im Monat März 1916 haben unsere Gegner im Westen 
durch das Feuer ihrer Artillerie und die Zomben ihrer Flieger unter den friedlichen 
Landeseinwohnern folgende Verluste verursacht: kot 11 Männer, 17 Frauen, 
16 Kinder, zusammen 44 Dersonen; verwundet 28 Männer, 54 Frauen, 38 Kinder, 
zusammen 120 Personen, im ganzen 164 Dersonen. Von den Verwundeten ssud 
nachträglsich ihren Verlehungen erlegen: 4 Männer, 1 Frau, 1 Kind. 
Die Gesamtzahl der seit dem September 1018 festgestellten Opfer der feindlichen 
Beschießung unter den Bewohnern des eigenen oder verbündeten Landes erhöht 
sich damit auf 1207 Personen. (W. T. B.) 
Feindliche Flieger über Konstantinopel. 
Konsfantinopel, 15. April. Das Hauptcquartier teilt mit: An der Irakfront 
und an der Kaukasusfront keine wesentliche Aenderung der Kriegslage. In der 
Nacht vom 14. zum 18. April überflogen zwei feindliche Flugzeuge, die vor den
        <pb n="176" />
        Dardanellen aufgestiegen waren, in großer Höhe Konstantinopel und warfen einige 
Brandbomben auf zwei Oertlichkeiten der Zannmeile, ohne irgendeine Wirkung 
zu erzielen. Infolge des Feuers unserer Abwehrgeschütze verloren die feindlichen 
Flieger ihr Ziel aus den Augen und kehrten nach der Richtung zurück, aus der sie 
gekommen waren. (W. T. B.) 
Abweisung französischer Angriffe ösklich der Maas. 
Großes Hauptquartier, 16. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Beiderseits des Kanals von La Bassée steigerte 
sich die Tatigkeit der Artillerien im Zusammenhang mit lebhaften Minenkämpfen. 
In der Gegend von Bermelles wurde die englische Stellung in etwa 60 Meter 
Ausdehnung durch unsere Sprengungen verschüttet. 
Oestlich der Maas entwickelten sich abends heftige Kämpfe an der Front vorwärts 
der Feste Douaumont bis zur Schlucht von BVaux. Der Feind, der hier anschließend 
an sein siarkes Vorbereitungsfeuer mit erheblichen Krästen zum Angriff schritt, wurde 
unter schwerer Einbuße an seiner Gefechtskraft abgewiesen. Eiwa 200 unverwundete 
Gefangene fielen in unsere Hand. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Es hat sich nichts von besonderer 
Bedeutung ereignet. Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Italienische Beschießung der Dolomitenbefestigungen. 
Wien, 16. April. Amitlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Außer dem alltäglichen Geschützkampfe keine 
besonderen Ereignisse. 
Italienischer Kriegsschauplatz. An der köäftenländischen Front fanden im 
allgemeinen nur mäßige Geschütkkämpfe skatt. Im Abschnikt der Hochfläche von 
Doberdo war die Gefechtslätigkeit etwas lebhafter. Oestlich von Selz sind wieder 
kleinere Kämpfe im Gange. Im Plöckenabschnitt nahm unsere Artillerie die feindlichen 
Stellungen unter kräftiges Feuer. An der Tiroler Front beschoß der Feind einzelne Räume 
in den Dolomiten und unsere Werke auf den Hochflächen von Lafrann und Bielgereuth. 
Süböfsticher Kriegsschauplatz. Unverändert ruhig. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Lebhaftere Tätigkeit am Brückenkopf von Dünaburg. 
Großes Hauptquartier, 17. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. An der Front keine Ereignisse von besonderer 
Bedeutung. 
In der Gegend von Dervohse (Flandern) wurde ein feindliches Flugzeug durch 
Abwehrgeschütze dicht hinter der belgischen Linie zum Absturz gebracht und durch 
Artilleriefeuer zerstört. — Oberleutnant Berthold schoß nordwestlich von Deronne 
  
*
        <pb n="177" />
        — 
— ie 
— 
  
Se 
sein fünstes feindliches Flugzeug, einen englischen Doppeldecker, ab. Der Führer 
desselben ist iot, der Zeobachter schwer verwundet. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Zussen zeigen im Brückenkopf von Düna= 
burg lebhaftere Tätigkeit. 
Balkankriegsschauplah. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Zussischer Borskoß in Ostgalizien abgeschlagen. 
Wien, 17. April. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. Am oberen Sereth schlugen unsere Feldwachen 
einen russischen Zorsioß ab, sonst nichts Neues. 
Italienischer und füdöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Bedeutung. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Französische Stellungen zwischen Haudromont und Thiaumont 
erstürmt. — Leber 1700 Gefangene. 
Großes Hauptquartier, 18. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Unsere Artillerie nahm die englischen Stellungen 
in Gegend von St. Eloi ausgiebig unter Feuer. Ein schwächlicher Handgranaten- 
angriff gegen einen der von uns besetzten Sprengtrichter wurde nachts leichf abgewiesen. 
Beiderseits des Kanals von La Bassée und nordöstlich von Loos entspannen 
sich zeitweise lebhaftere Handgranatenkämpfe. In Gegend von Neuville und bei 
Beuvraignes sprengten wir mit Ersolg mehrere Minen. 
Im Kampfgebiet beiderseits der Maas spielten sich sehr heftige Artillerie- 
kämpfe ab. Rechts des Flusses entrissen niedersächsische Truppen den Franzosen 
im Sturm die tellungen am SEteinbruch, 700 Meter südlich des Gehöftes 
Haudromont, und auf dem Höhenrücken nordwestlich des Gehöftes Thiaumont. 
42 Osfiziere, darunter 3 Stabsoffiziere, 1646 Mann sind an unverwundeten 
Gefangenen, 530 Mann verwundet in unsere Hand gefallen. Ihre Namen 
werden ebenso in der „Gazelte des Ardennes“ veröffenklicht werden wie die 
Namen aller in diesem Kriege gefangenen Franzosen, auch der bisher in den 
Kämpfen im Maasgebiet seit dem 21. Februar gefangenen 38155 Mann. Die 
Veranlassung zu dieser Bemerkung ist ein halbamtlicher französischer Versuch, 
unsere Angaben in Zweifel zu ziehen. 
Angriffsversuche des Feindes am und im Caillettewalde wurden bereits in der 
Bereiktstellung und in den ersten Ansäßen durch Feuer vereitelt. 
Gegen unsere Stellungen in der Wodèvre. Ebene sowie auf den Höhen südöstlich 
von Verdun bis in die Gegend von St. Mihiel war die französische Artillerie 
außerordentlich tätig. 
S
        <pb n="178" />
        Oestlicher Kriegsschauplatz. Im Brückenkopf von Dünaburg brachen heute 
früh vor unseren Siellungen südlich von Garbunowka auf schmaler Front angesetzte 
russische Angriffe mit großen Verlusten für den Feind zusammen. 
Balkankriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Heftiger Kampf am Col di Lana. — Oesierreichischer Erfolg 
im Suganatal. 
W. n, 18. April. Amitlich wird verlautbart: 
ZKussischer und süböstlicher Kriegsschauplat Unverändert. 
Italienischer Kriegsschauplatz. An der küstenländischen Front entwickelten 
die Italiener gestern stellenweise eine regere Tätigkeit. Leber Triest kreuzten zwei 
feindliche Flieger, die durch Zombenabwurf zwei Zivilpersonen töteten, fünf ver- 
wundeten. Unsere Flugzeuge verjagten die feindlichen bis Grado und erzielten dort 
einen Zombentreffer auf einem italienischen Torpedoboot. Im südlichen Abschnitt 
der Hochfläche von Doberdo und am Görzer Brückenkopf kam es zu Geschützkämpfen. 
Zei Zagora wiesen unsere Truppen heute früh einen Angriff unter beträchtlichen 
Verlusten des Gegners ab. Der Tolmeiner Brückenkopf skand bis in die Nacht 
unter lebhaftem Artilleriefeuer. 
An der Kärntner und Tiroler Front hielten die Geschützkämpfe mit wechselnder 
Stärke an. Am heftigsten waren sie am Col di Lana, wo sich das feindsiche Feuer 
abends zum Trommelfeuer steigerte. Nach Mitternacht setzten die Jtaliener hier zu 
einem allgemeinen Angriff an. Dieser wurde abgeschlagen. Später gelang es dem 
Feinde, die Westkuppe des Col di Lana an mehreren Stellen zu sprengen und in 
die gänzlich zerstörte Stellung einzudringen. Der Kampf dauert sfort. 
Im Suganatal, wo die Jtaliener in letzter Zeit unsere Vorposten durch wieder- 
holte Angriffe belästigt hatten, wurde der Feind durch einen Gegenangriff aus seinen 
vorgeschobenen Stellungen zurückgeworfen. Er ließ hierbei 11 Offiziere, 600 unver- 
wundete Gefangene und 4 Maschinengewehre in unseren Händen. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Zurückdrängung der Engländer am Tigris. 
London, 18. April. General Lake meldet: Tetzte Nacht wurde am rechten 
(südlichen) Afer des Tigris eine Reihe heftiger Gegenangriffe unternommen. Unsere 
Linien wurden an einzelnen Stellen 500 bis 300 LJards zurückgedrängt. (W. T. B.) 
Konstkantinopel, 18. April. Das Hauptaquartier teilt mit: An der Irakfront 
keine erhebliche Veränderung; eine Abteilung unserer Freiwilligen machte in den 
beiden letzten Nächten überraschende glückliche Angriffe auf feindliche Stellungen in 
der Imgegend von Scheik Said. (W. T. Z.)
        <pb n="179" />
        Der Steinbruch südlich Haudromont genommen. 
Großes Hauptquartier, 10. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Oestlich der Maas nahmen unsere Truppen 
in Vervollskändigung des vorgestrigen Ersolges heute nacht den Steinbruch südlich 
des Gehöfkes Haudromont. Ein großer Teil seiner Besatzung fiel im erbitterten 
Bajonettkampf, über 100 Mann wurden gefangengenommen, mehrere Maschinen. 
gewehre erbeutet. Ein französischer Gegenangriff gegen die neuen deutschen Cinien 
nordwestlich des Gehöftes Thiaumont scheiterte. 
Kleinere feindliche Infanterieabteilungen, die sich an verschiedenen Stellen der 
Front unseren Gräben zu nähern versuchten, wurden durch Infanterie, und Hand- 
granatenfeuer abgewiesen. Deutsche Patrouillen drangen auf der Combreshöhe in 
die feindliche Stellung vor und brachten einen Offizier und 76 Mann gefangen ein. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf dem närdlichen Teile der Front lebhaftere 
Artillerie, und Datrouillentätigkeit. 
Balkankriegsschauplatz. Jichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
     
      
        
    
    
    
    
      
    
    
      
      
Fortdauer der Kämpfe am Col di Lana. 
Wien, 19. April. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplah. Südwestlich Tarnopol sprengten wir erfolgreich 
eine Mine und besetzten den westlichen Trichkerrand. Sonsi nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Von den noch fortdauernden Kämpfen am 
Col di Lana abgesehen, kam es zu keiner nennenswerten Gefechtstätigkeit. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine VBeränderung. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. Z.) 
     
    
    
    
    
      
      
  
Die Belagerung der Engländer in Kut el Amara. 
Konstantinopel, 109. April. (Bericht des Hauptauartiers.) Von der Jrakfront 
ist keine neue Meldung eingelaufen. Wir stellen fest, daß die Lage des in Kut el 
Amara eingeschlossenen Feindes sehr mißlich wird. Der feindliche Führer hat, um 
die Schwierigkeiten der Verpfiegung zu beheben, kürzlich die Stadt von der Bevölkerung 
rdumen lassen und erwartet, daß Flugzeuge kleine Säcke mit Mehl abwerfen. (W. T. Z.) 
     
    
      
    
  
Trapezunt von den Russen besetzt. 
Detersburg, 10. April. (Amtlicher Bericht.) Kaukasusfront: Trapezunt ist 
erobert. Die vereinigten kraftvollen militärischen Zemühungen der Kaukasusarmee 
und der Flotte des Schwarzen Meeres sind nun durch die Eroberung dieses festen 
Dunkies, des bedeutendsten an der anatolischen Küste, gekrönt worden. Nach einer 
           
     
    
  
      
  
— 
  
m. 
    
1351
        <pb n="180" />
        6 ——— E att5t 2d#t — E—2 — E—3—· 2 
——— — * ——. —— — 
*#——-6. 
Wli— — 
blutigen Schlacht, die am 14. April am Flusse Karadere stattgefunden hat, drängten 
   
    
       
. die tapferen Truppen der Kaukasusarmee die Türken unerbittlich zurück, überwanden 
unglaubliche Schwierigkeiten und brachen überall den dußerst erbitterten Widerstand 
des Feindes. Ein gutangelegtes Eingreifen unserer Flotte ermöglichte eine kühne 
* Landung und lieh außerdem den Tandtruppen, die in der Küstengegend vorgingen, 
eine andauernde artilleristische Unterstützung. (W. T. B.) 
— 
Crnglische Stellung im Ipernbogen genommen. 
3 Großes Hauptquartier, 20. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Im Ppernbogen gelang es deutschen Patrouillen 
* an mehreren Stellen in dle englischen Gräben einzudringen, so an der Straße 
* Langemarck — Ipern, wo sie etwa 600 Meter der feindlichen Stellung besetzt und 
gegen mehrere Handgranatenangriffe fest in der Hand behalten haben. Hier sowie 
     
  
– *## 
bei Wieltse und südlich von Ipern wurden Gefangene gemacht, deren Gesamtzahl 
1 Offizier, 108 Mann beträgt; 2 Maschinengewehre wurden erbeutet. 
Oestlich von Tracy-Le,Mont hat sich gestern abend gegen unsere Linien abgeblasenes 
Gas nur in den eigenen Gräben der Franzosen verbreitet. 
Im Maasgebiet richtete der Feind hefiiges Feuer gegen die ihm auf dem Ostufer 
entrissenen Stellungen. Im Caillettewalde entwickelte sich aus seinem Vorbereitungs- 
feuer gegen Abend ein starker Angriff, er gelangte an einer vorspringenden Ecke in 
unseren Graben. Im übrigen wurde er unter für die Franzosen schweren blutigen 
Verlusten und einigen an Gesangenen abgewiesen. 
An der Wodèvre-Ebene und auf der Cöte südöstlich von Berdun wird der Artillerie- 
kampf mit großer Lebhaftigkeit von beiden Seiten fortgeseht. Infanterietätigkeit gab 
es dort nicht. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplah. Keine Ereignisse von besonderer 
Bedeutung. Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Der Col di Lana von den ZJtalienern besetzt. 
Wien, 20. April. Amttlich wird verlautbart: 
ZKussischer und füdöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplah. Infolge günfstigerer Sichtverhältnisse waren 
die Artilleriekämpfe gestern auf zahlreichen Frontstellen wieder lebhaster. Der Gidpfel 
des Col di Lana ist in Besitz des Feindes. Im Sugana-Abschnitt griffen die Jtaliener 
unsere neuen Stellungen vergebens an. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Die Erfolge der letzten Luftschiffangriffe auf England. 
Berlin, 20. April. Oie deutschen Tuftschiffangriffe in der Zelt vom 31. März bis 
6. April haben in England sehr bedeutenden Schaden angerichtet, wenn auch aus naheliegenden
        <pb n="181" />
        K- V 4cC“ vr426 4 r v X 2202 V4 #Ke ½— 
—— d ss s — — 3 
E 
9 
“5 
2 
  
       
       
    
    
    
          
      
    
    
          
      
        
      
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
  
         
      
    
    
    
    
    
    
    
       
   
Gränden dle englische Dresse darüber nur sehr wenig berichtet hat. Sichere Nachrichten, die 
wir von unierrichteter Seite mitgeteilt erhalten, bringen Einzelheilen, die dle Schwere des an- 
gerichteten Schadens noch ulcht einmal voll erkennen lassen, da sich nakurgemäß bei dem 
erschwerien Nachrichtendienst und der englischen Geheimhaltung immer noch manches verbergen läßt. 
Der Angriff in der Nacht vom 31. März zum 1. April auf dle Docks von London war 
der bei weilem schwerste und wirkungsvollste aller bisherigen Luftschlffangrisfe. Im nordösllichen 
Teil der Stadt wurden zahlreiche Brände hervorgerufen und großer Schaden angerlrchtet. 
Zesonders hat die Gegend von Great Eastern Street und Great Tower Street stark gelitten. 
In der Nachbarschafi brannie auch eine Fabrik nleder. In der Nähe der Towerbrücke und 
London-Brüdge fielen mehrere Bomben auf einen Transportdampfer und beschädigten ihn schwer. 
Bel Holland, Dark wurden mehrere Baracken und Flugzeugschuppen sowle große Lager getroffen. 
Mehrere Soldaten sind hier getötet und verschiedene Flugzeuge vernschtel worden. Die London= 
Docks und Si. Catherine-Docks haben durch namhafte Zerstörung, die in den in der Nähe 
liegenden Werkstätien angerichtet werden konnten, schwer gelitten. Kund 350 Arbeiter konnten 
wegen der Zerstörung der Anlagen ihre gewohnte Arbeit am Tage nach dem Tufischiffangriff 
nicht wieder aufnehmen. Auch wurden hier vier armierte Handelsdampfer getroffen. Bei den 
West. Indian-Docks konnten mehrere Tuftabwehrgeschütze zum Schweigen gebracht werden und 
in den Commercial-Docks sind mehrere Magazine und verschiedene kleine Schiffe zerstört worden. 
Auch den Eisenbahnanlagen konnte namhafter Schaden zugefügt und viel rdumliches Material 
vernichtet werden. In der Nähe der Tilbury-Docks ist ein Schuppen abgebrannt und mehrere 
Luftabwehrgeschütze sind beschädigt worden. 
In Durfileet ist eine Munitionsfabrik getroffen und zerstöri worden. 
In verschiedenen Orten an der Mündung des Humber wurden große Brände hervorgerufen. 
In der Nähe von Grimsby gelang es, eine Kaserne zu zerstören und eine Batterie zu kreffen. 
In Grimsby selbst wurden umfangreiche Zerskörungen angerichtet. Die Gasanstalt, das Elek, 
trizitälswerk und der Vorortsbahnhof haben sehr schwer gelitten. Außerhalb von Grimsby 
ist eine Damitionsfabrik zerstöri und eine andere schwer beschädigt worden. Nicht minder schwer 
ist der angerichtete Schaden in den Sumderland-Docks gewesen. Hier haben besonders die 
Werfianlagen der Firma Gwan, Gwighart und Fichardson gelitten. Ein auf der Helling 
liegendes Schiff stürzte um und ein Kreuzer, der bereits vom Stapel laufen sollte, konnte schwer 
beschädigt werden. An den Kaianlagen wurden mehrere Schiffe beschädlgt. Außerhalb von 
GSunderland sind mehrere Munitionsfabriken und Schuppen mit Material vollskändig zerftört. 
Bei Middlesborough sind zwei große Schmelzösen und ausgedehnte industrieile Anlagen erfolg- 
reich mit BZomben belegt worden. Auch in Edinbourgh und Leith ist der Schaden sehr groß. 
Kasernen, Munitionslager, Eisenwerke und andere Fabriken liegen in Trümmern. Zwei 
Munikionswerke ssnd in Flammen aufgegangen und zerstöri worden. Die große Spritfabrik 
wurde durch Brandbomben getroffen und ist vollständig abgebrannt. Nachhaltigen Schaden 
erlitt auch die Eisenbahnstation. Ein Zug mil Material wurde vernichtet, in den Hafen- 
anlagen sind mehrere Schiffe getroffen worden; ein englischer Biermastker wurde kast ganz 
zerstört, ein Transportdampfer mit Kriegsmaterial so schwer beschädigt, daß er die Reise nicht 
antreien konnie. 
Nicht minder haben die Orte an der Tynemündung gelitten. In Haxham ist eine 
Munitionsfabrik zerstört, bel Newcastle traf eine Bombe die Tynebrücke. Viele Werften und 
Hafenanlagen auf beiden #fern des Tyne sind getroffen worden. Auf den Wersten von 
Habborn und Gateshead Ist eine ganze Reihe von Fabriken und Schiffsanlagen außer Betrieb 
gesetzt worden, oberhalb von Newcastle wurde die Munitionsfabrik von Fton zerstört. 
Verschiedene Nachrichten wissen auch zu melden, daß Neubauten der britischen Marine 
getroffen worden sind, doch ist davon naturgemáß Näheres sehr schwer festzustellen. 
(Berliner Tageblakt.)
        <pb n="182" />
        · . ·YÆ 4 ts 
——— —— 3 
Falsche Gerüchte der russischen Friedenswünsche. 
Berlin, 20. April. Die „Nordd. Allg. Z.“ schreibt: Erneut sind Gerüchte von 
Friedensangeboten unserer Feinde in Umlauf gesetzt worden. Es wird z. B. behauptet, 
daß von russischer Seite Schritte zur Anbahnung von Verhandlungen unternommen 
worden seien. Wir stellen fest, daß an hiesigen amtlichen Stellen von solchen 
Schritten nichts bekannt ist. Alle diese Gerüchte beruhen auf Erfindung. (W. T. B.) 
Beilegung der politischen Krise in England. 
London, 20. April. Reuter meldet aus angeblich bester Quelle, daß ein Aus- 
gleich in der politischen Krise erzielt worden sei. 
Das DPressebureau meldet: Das Ministerium hat sich bei seiner heutigen Beratung 
über die Vorschläge geeinigt, die es in der Rekrutierungsfrage dem Harlament 
unterbreiten will. Diese Vorschläge werden beiden Häusern am Dienstag in 
geheimer Sitzung vorgelegt werden. (W. T. B.) 
Landung russischer Truppen in Frankreich. 
Marseille, 20. April. (Meldung der Agence Havas.) Zussische Truppen sind 
heute früh 9 Uhr hier angekommen. (W. T. B.) 
Heftige Kämpfe im Maasgebiet. 
Großes Hauptquartier, 21. April. 
Westflicher Kriegsschauplatz. Im Maasgebiet kam es im Zusammenhang 
mit großer Kraftentfaltung beider Artillerien zu heftigen Infanteriekämpfen. Wesklich 
des Flusses griffen die Franzosen mit erheblichen Krästen gegen „Toter Mann“ und 
öfklich davon an. Der Angriff ist im allgemeinen blutig abgewiesen. Am ein kleines 
Grabenstück in der Gegend des Waldes Les Caurettes, in das die Franzosen ein- 
gedrungen waren, wird noch gekämpft. Rechts der Maas blieben Bemühungen 
des Feindes, den Steinbruch südlich des Gehöfstes Haudromont wiederzunehmen, 
völlig ergebnislos. Südlich der Fesse Douaumont sind Nahkämpfe, die sich im 
Laufe der Nacht an einigen französischen Gräben entwickelten, noch nicht zum 
Stillsiand gekommen. Unser zusammengefaßtes starkes Artilleriefeuer brachte eine 
Wiederholung des feindlichen Artillerieangriffs gegen die deutschen Linien im Caillette- 
walde bereits im Entstehen zum Scheitern. 
Im Abschnitt von Zaux, in der Woèvre-Ebene und auf den Höhen sübbstlich 
von VBerdun wie bisher sehr lebhafte beiderseitige Artillerietätigkeit. " 
Ein seindliches Flugzeug ffürzte brennend in den Fuminwald (südwestlich von 
Baux) ab. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei Garbunowka nordwestlich von Dünaburg 
erlitten die Kussen bei einem abermaligen vergeblichen Angriff etwa eines Regiments 
beträchtliche Zerluste.
        <pb n="183" />
        Bei der Armee des Generals Grafen v. Bothmer belegte ein deutsches Flug- 
zeuggeschwader die Zahnanlagen von Tarnopol ausgiebig mit Zomben. 
Balkankriegsschauplatz. Unsere Flieger griffen mit französischen Truppen 
belegte Orte im Bardartal und westlich davon an. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Jtalienische Flieger über Triest. 
Wien, 21. April. Amtlich wird verlautbart: 
JNussischer und süböstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern nachmittag warfen sieben italienische 
Flugzeuge 25 BZomben auf Triest ab. Neun Zivilpersonen, darunter fünf Kinder, 
wurden getötet, fünf Leute verwundet. 
Das Salestaner Kloster, in dessen Kirche 400 Kinder beim Gottesdienst waren, 
ist zerstört. Durch diesen Angriff hat der Feind jedes ZRecht und jeden Anspruch 
auf irgendwelche Schonung seiner Städte verwirkk. 
Der Nordteil der Stadt Görz stand unter lebhaftem Feuer aller Kaliber. 
Sonst kam es an der küstenländischen und Kärniner Front nur stellenweise zu 
Artilleriekämpfen. 
Im Col-di. Lana-Gebiete wurden starke seindliche Angriffe unter schwersten 
Verlusten der Italiener abgewiesen. Ebenso scheiterten neuerliche Angriffe des 
Feindes auf die unlängst von uns eroberten Stellungen im Sugana-Abschnitt und 
ein Angriff auf unsere Linien westlich Sperone. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnank. (W. T. B.) 
Marschall von der Goltz im Felde gestorben. 
Berlin, 21. April. Generalfesdmarschall Freiherr v. d. Goltz ist nach zehn- 
kägigem Krankenlager am 19. April im Hauptquartier seiner türkischen Armee am 
Flecktophus gestorben. (W. T. B.) 
Türkischer Bericht über die Käumung von Trapezunt. 
Konstantinopel, 21. April. (Amtlicher Bericht.) An der Irakfront hat der 
Feind am Morgen des 17. April mit mehr als einer Division eine Vorstellung auf 
dem rechten Flügel unserer Stellungen bei Fellahie am linken Tigrisufer, einen 
Kilometer vom Orte Zend Issa, angegriffen und versucht, diesen Angriff gegen 
unsere Hauptstellung durchzuführen. Seine Versuche scheiterten vollständig vor einem 
Gegenangriff unserer Truppen. Von diesen energisch verfolgt, mußte der Feind die 
Vorstellung, welche er am selben Tage besetzt hatte, verlassen und sich mit schweren 
Verlusten ostwärts zurückziehen. Bei Kut el Amara keine Veränderung.
        <pb n="184" />
        An der Kaukasusfront haben unsere mit der Ueberwachung der Kuͤste im Abschnitt 
von Lasistan betrauten Abteilungen seit dem 11. Marz einen außerordentlichen Wider— 
stand gegen wiederholte Angriffe an Zahl überlegener feindlicher Streitkräfte zu 
Lande und zur See geleistet, jeden Zoll Boden, der überhaupt verteidigungsfähig 
war, Schritt für Schritt verteidigt, das der Armee gelieckte Ziel würdig erreicht 
und ssch schließlich am 
  
## 
In 
v Satetnnn 
9 
  
    
    
    
    
    
    
    
    
    
      
      
    
  
  
ose D55% S# . 18. April, nachdem sse 
*——— 2 den Feind zu einer für 
—t—tLVNKZ“# EEE. — ihn blutigen Schlacht bei 
——28 dem Ort Kovata, 7 Kilo- 
" # — — meter östlich von Trape- 
KLEINASIEN - l zunt, gezwungen hatten, 
ns# gemäaß empfangenem 
Su## Alkashrene T#osusk Befehl auf den Abschnitt 
6 ## 
   
zurückgezogen, wo sie neue 
o%„ 57 Aufgaben zu erfüllen 
najal haben werden. Da gemäß 
  
  
  
  
* der Folgerungen aus der 
— Kriegslage das Ergebnis 
1 · dieser jetzt abgeschlossenen 
SG — * Operation im Kuͤstenab— 
olbes —— — schnitt des Kriegsschau— 
« platzes von vornherein 
Des armenisch-mescopofamische Kampfgeblet. bekannt war, fo ist die 
Stadt Trapezunt bereits vorher von uns geräumt worden; die sechs 15-em-Kanonen 
alten Systems, welche neuerdings in der Umgebung der Stadt aufgestellt worden waren, 
sind zurückgelassen worden, nachdem sie vollständig zerstört worden waren. (W. T. B.) 
Tag und Nacht Artilleriekämpfe um Verdun. 
Großes Hauptquartier, 22. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. An der Straße Langemarck— Ipern griffen die 
Engländer in den frühen Morgenstunden die ihnen von unseren Patrouillen am 
10. April entrissenen Gräben an, von denen sie etwa ein Drittel wieder besetzten. 
Beiderseits des Kanals von La Bassée sprengten wir mit Erfolg einige Minen. 
Feindliches Feuer auf die Städte Lens und Rode forderte weitere Opfer unter 
der Zevölkerung; in Roye wurde ein Kind getötet, zwei Frauen und ein Kind verletzt. 
In den Argonnen zersiörten wir durch Sprengungen französische Dostenstellungen auf 
der Höhe La Fille Morte und halten einen umfangreichen Trichter vor unserer Front besetzt. 
Westlich der JMaas wiederholten die Franzosen ihre Ansirengungen gegen „Toter 
Mann“". Zweimal wurden sie durch Artilleriesperrfeuer von beiden Ifern zusammen, 
geschossen, ein dritter Angriff brach mit schweren Verlusien an unserer Stellung 
     
  
         
# 
—*s — n 5
        <pb n="185" />
        * zusammen. Erbitterte Handgranatenkämpfe um das Grabenstück nahe des Caurettes= 
wäldchens brachten es abends wieder in unseren Besitz; nachts gelang es den 
Franzosen erneut, darin Fuß zu fassen. 
“ Oeslsch des Flusses lebhafte Infanterietätigkeit mit Nahkampfmitteln am Stein- 
vöovuch südsich Haudromont und südlich der Feste Douaumont. 
*. Dae beiderseitige Artilleriefeuer hielt im ganzen Kampfabschnitt des Maasgebietes 
5 ohne Unterbrechung Tag und Nacht mit außerordentlicher Stärke an. 
* In der Gegend nordwestlich von Fresnes-en.Woevre wurden Gefangene von 
7- der 154. französischen Division gemacht. Hiermit isi festgestellt, daß der Gegner in 
95 dem FKaume zwischen jenem Ort und Avocourt seit dem 21. Februar im ganzen 
* 33 Infanteriedivisionen eingesetzt hat, von denen außerdem 4 Divisionen nach längerer 
Ruhe und Wiederauffüllung durch frische Leute, hauptsächlich aus dem Rekruten- 
jahrgang 1916, zum zweitenmal ins Gefecht geführt und geschlagen worden sind. 
* Oestlicher Kriegsschauplatz. Auch geslern scheiterten russische Angriffsunter. 
7 nehmungen blutig vor unseren Hindernissen südöstlich von Garbunowbka. 
r Balkankriegsschauplat. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
ai 
SJaalienische Angriffe bei Monfalcone abgewiesen. 
* Wien, 22. April. Amtlich wirb verlautbart 
8* Aussischer Kriegsschauplatz. Versuche russischer Abteilungen, sich nordwestlich 
von Dubno nahe vor unseren TLinien festzusetzen, wurden durch Feuer vereitelt. Sonst 
* nur die gewohnten Artilleriekämpfe. 
##. Italienischer Kriegsschauplatz. Am Südflügel unserer küstenländischen Front 
9 wurden mehrere nächtliche Angriffsversuche der Italiener auf unsere Stellung östlich 
* Monfalcone abgewiesen. Im Dlöckenabschnitt kam es nachis zu lebhafterer Feuer- 
tätigkeit. Im Col di Lana-Gebiet brach ein feindlicher Angriff auf den Sattel zwischen 
" dem Ettsaß und Monte Jef in unserem Feuer zusammen. 
6 Südöstlicher Kriegsschauplah. Keine besonderen Ereignisse. 
. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
6 v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
S 
* L - S - 
Ein Luftangriff auf Sofia. 
97 Sofia, 21. April. (Meldung der Zulgarischen Telegraphenagentur.) Amtlich 
* wird verlautbart: Heute gegen 8 Ahr früh warf ein feindliches Flugzeug, das aus 
der südöstlichen Richtung gekommen war, aus sehr großer Höhe zwei Bomben auf 
eine der Vorstädte von Sofia. Eine Bombe siel auf ein Schulgebäude, die andere 
auf ein kleines Wohnhaus. Der angerichtete Schaden isi sehr unbedeutend. 
“#“ Menschenopfer sind nicht zu beklagen. Das Flugzeug warf gleichzeitig eine Anzahl 
Droklamationen ab, mit welchen der Feind der bulgarischen Oeffentlichleit den Fall
        <pb n="186" />
        von Erzerum bekanntgab, was überaus lächerlich ist, da ja den Bulgaren nicht 
bloß die Einnahme Erzerums, sondern auch die Besetzung von Trapezunt bereits 
bekannt ist. Auf der Rückfahrt überflog das Flugzeug den Vitoschaberg. (W. T. B.) 
Amerikanische Mote an Deutschland — Forderung des Verzichts auf 
die „gegenwärtigen Methoden“ des U-Boot-Krieges. 
Berlin, 22. April. Die am 20. April abends von dem hiesigen amerikanischen Bot- 
schafter überreichte Moie lautel in tebersetzung wie folgt: 
Cuer Exzellenz! 
Ich habe nicht verfehltl, unverzüglich meiner Regierung telegraphisch die Note Enerer 
Exzellenz vom 10. April zu übermitteln betreffend gewisse Angriffe deulscher Unkersee boote und 
insbesondere betreffend die unheilvolle Explosion, die den französischen Dampfer „Sussex“ am 
24. März im englischen Kanal zersiörte. Den Weisungen meiner Regierung enisprechend, habe 
ich setzt die Ehre, Euerer Exzellenz die folgende Ankwort zu übermilteln: 
Durch die setzt im Besitz der Regierung der Vereinigten Staalen befindlichen Nachrichten 
wird der Talbestand im Falle der „Sussex“ vollkommen fesigestellt, und für die Folgerungen, 
die meine Regierung aus diesen Nachrichten gezogen hat, findet sie eine Zestäligung in Um- 
siänden, die in Euerer Exzellenz Noie vom 10. April dargelegt sind. Am 24. März 1016, 
ungefähr 2 Uhr 50 Minuten nachmitlags, wurde der unbewaffnele Dampfer „Sussex“ mit 
325 oder mehr Dassagieren an Bord, unter denen eine Anzahl amerikanische Bürger waren, aufs 
der Ueberfahrti von Folkestone nach Dieppe torpediert. Die „Susse“ war niemals bewassnet; 
sie war ein Schiff, das, wie bekannt, regelmäßig nur zur Beförderung von Passagieren über 
den englischen Kanal benutzt wurde; sie solgte nicht der von Truppentransporl= oder Hrovianl= 
schiffen besahrenen Koule. Ungefähr 80 Dassaglere, Nichkkombaltanken seglichen Alters und 
Geschlechts, darunker Bürger der Vereiniglen Siaaten, wurden getölel oder verwundel. 
Eine sorgfältige, eingehende und gewsssenhaff unparteüsche Unlersuchung durch Offtziere der 
Flotte und der Armee der Vereinigten Staaten hal schlüssig die Talsache ergeben, daß bie 
„Susser“ ohne Warnung oder Aufforderung zur ebergabe torpediert wurde und daß der 
Torpedo, durch den sie gelroffen wurde, deutscher Herstellung war. Nach Ansicht der Regierung 
der Bereinigten Staaken machlen diese Tatsachen von Anfang an den Schluß unvermedidlich, 
daß der Torpedo von einem deutschen Unterseebool abgeseuert war. Sie findek setzt diese 
Schlußfolgerung durch die Ausführungen in der Note Euerer Exzellenz bekräftigt. Eine voll- 
sedndige Darlegung des Talbestandes, auf den die Regierung der Vereinigken Staaten lhre 
Schlußfolgerung gegründet hat, ist beigefügl. 
Nach sorgfältiger Hrüfung der Note der Kaiserlichen KRegierung vom 10. April bedauert die 
Regierung der Verelnigken Staaten sagen zu müssen, daß sie aus den Darlegungen und Vor, 
schlögen dieser Nole den Eindruck erhalten hat, daß die Kaiserliche Kegierung versehlte, den 
Ernst der Silualion zu würdigen, die sich nicht nur durch den Angriff auf die „Sussez“ ergeben 
hal, sondern durch die ganze Methode und den Charakter des Unterseeboolkrieges, wie sie zu- 
tage getreten sind infolge der während eines Zeitraums von mehr als 12 Monaten von den 
Befehlshabern der deulschen U.Boote uneingeschränkl gehandhabten #ebung untlerschiedsloser 
Zerstörung von Handelsschiffen aller Art, Nationalltäl und Zestimmung. Wenn die Dersenkung 
der „Sussex“ ein vereinzelter Fall gewesen wäre, so würde das der Regierung der Dereinigten 
Slaaten die Hoffnung ermöglichen, daß der für die Tat verantworkliche Offzier seine Besehle 
eigenmächilg übertreten oder in sirasbarer Fahrlässigkell die vorgeschriebenen Vorsichtsmaßregeln 
außer acht gelassen habe und daß der Gerechtigkeit durch eine entsprechende Zestrafung in 
Verbindung mil einer förmlichen Mißbilligung seiner Handlung und Bezahlung einer ange, 
messenen Entschädigung durch die Kaiserliche Regierung Genüge geschehen könnte. Aber obwohl
        <pb n="187" />
        der Angriff auf die „Sussex“ offenkundig nicht zu verteidigen war und einen so tragischen 
Verlust an Menschenleben verursachte, daß er als eines der schrecklichsten Beispiele der 
Unmenschlichkeit des Unterseebootkrieges, wie ihn die Kommandanien der deutschen Schiffe 
führen, erscheink, so sieht er unglücklicherweise ulcht allein. 
Im Gegentell, die Keglerung der Vereinigten Staaten ist durch Ereignisse der neuesten Zest 
zu dem Schluß genötigt, daß es nur ein Fall, wenn auch einer der schwersien und betrübendsien 
ist, für die vorbedachte Methode und den Geist, womit unterschiedslos Handelsschiffe aller Art, 
Nationalistät und Zestimmung zerstöri werden, und die um so unverkennbarer geworden sind, 
se mehr die Tätigkeit der deutschen Unterseeboote in den letzten Monaten an Jutensität und 
Auêdehnung zunahm. 
Die Kaiserliche Kegierung wird sich erinnern, daß, als sse im Februar 1015 ihre Absicht 
ankündigie, die Gewässer um Großbritannien und Irland als Kriegsgebiet zu behandeln, alle 
Handelsschiffe in feindlichem Eigentum, die innerhalb dieser Gefahrzone angetroffen werden 
sollten, zu vernichten, und als sic an alle Schiffe, sowohl der Neutralen wie der Kriegführenden, 
dle Warnung ergehen ließ, die so verfehmten Gewässer zu merden oder sich auf eigene Gefahr 
dorthin zu begeben, die Regierung der PDereinigten Staaten ernstlich protestiert hat. Sie nahm 
den Standpunkt ein, daß eine solche Dolitik nicht verfolgt werden könnie ohne beständige, 
schwere und offenkundige VDerlehungen des anerkannten Zölkerrechts, besonders wenn Unter- 
seeboote als ihre Werkzeuge Berwendung finden sollten, insofern als die Regeln des PDölker- 
rechts, Kegeln, beruhend auf den Grundsätzen der Menschlichkeit und zum Schutz des Lebens 
der Nichikombaktanten auf See aufgestellt, nach der Natur der Sache durch solche Schiffe nicht 
beobachtet werden könnten. Sie gründete ihren Drotest darauf, daß Personen neutraler 
Nationalität und Schiffe neutraler Eigentümer dußersten und unerträglichen Gefahren ausgeseht 
sein würden und daß unter den damals obwaltenden Umständen die Kaiserliche Regierung 
keinen rechtmäßigen Anspruch dafür geltend machen konnie, einen Teil der hohen See zu 
schließen. Das hier in Zetracht kommende DZölkerrecht, auf das die Reglerung der Dereinigten 
Staalen ihren Protest stützte, ist nicht neuen Ursprungs oder gegründet auf rein willkürliche 
durch Dereinbarung aufgestellte Grundsähe. Es beruht im Gegenteil auf offenkundigen Grund- 
sähen der Menschlichkeit und Ist seit langem in Geltung mit Billigung und durch ausdrückliche 
Zuskimmung aller zioflisserten Nationen. 
Die Kaiserliche Regierung bestand trotzdem darauf, die angekündigte Dolitik durchzuführen, 
indem sie die Hoffnung ausdrückte, daß die besiehenden Gefahren, sedenfalls für neutrale 
Schiffe, durch die Instruktionen auf ein Mindestmaß beschränkt würden, die sie den Komman= 
danten ihrer Unterseeboote gegeben hattes und versicherte der Regierung der Bereinigten Staaten, 
daß sie sede mögliche Vorsichtsmaßregel anwenden wöürde, um die Rechte der Neutralen zu 
achten und die Leben der Nichtkombaktanten zu schützen. 
In Verfolg der Dolitik des Unterseebootkrieges gegen den Handel seiner Feinde, die 
angekündlgt und troh des felerlichen Hroteskes der Regierung der Dereinigten Staaten 
begonnen wurde, haben die Unterseebootskommandanten der Kaiserlichen Regierung ein 
Verfahren solcher rücksichtslosen Zerstörung geübt, die mehr und mehr während der lehien 
Monate deutlich werden ließ, daß die Kaiserliche Kegierung keinen Weg gesunden hat, ihnen 
solche Beschränkungen aufzuerlegen, wie sie gehofft und versprochen hatte. Immer wieder hat 
dle Kalserliche Kegierung der Regierung der Vereinigten Staaten feierlich versschert, daß zum 
mindesien Dassagierschlffe nicht in dieser Weise behandell werden würden, und gleichwohl hat 
sie wiederholl zugelassen, daß ihre Unterseebootskommandanten diese Dersicherungen ohne sede 
Ahndung mißachteten. Noch lm Februar d. J. machte sie davon Mittellung, daß sie alle 
bewaffneten Handelsschiffe im feindlichen Elgentum als Teil der bewaffneten Seestreitkräste 
ihrer Gegner betrachten und als Kriegsschiffe behandeln werde, indem sie sich so, wenigstens 
implizite, verpflichtete, nichtbewaffnete Schiffe zu warnen und das Leben lhrer Dassagiere und
        <pb n="188" />
        Besatzungen zu gewährleisten; aber sogar diese Beschränkung haben ihre Unterseeboots- 
kommandanten unbekümmert außer acht gelassen. 
Neutrale Schiffe, sogar neutrale Schiffe auf der Fahrt von neutralem nach neutralem Hafen, 
sind ebenso wie feindliche Schiffe in ständig wachsender Zahl zerstört worden. Manchmal sind 
die angegriffenen Handelsschiffe gewarnk und zur Uebergabe aufgefordert worden, bevor sie be- 
schossen oder torpedlert wurden; manchmal ist ihren Hassagleren und Besatzungen die dürftige 
Sicherheit zugebilligt worden, daß man ühnen erlaubte, in die Boote zu gehen, bevor das 
Schiff versenkt wurde. Aber wieder und wieder wurde keine Warnung gegeben, nicht einmal 
den Hersonen an Bord eine Fettung in die Boote gesiattet. Große Ozeandampfer, wie die 
„Lusstanta“ und „Arabie“, und reine Dassagierschiffe, wie die „Sussex“, sind ohne sede Warnung 
angegriffen worden, oft bevor slse gewahr wurden, daß sie sich einem bewaffneien feindlichen 
Schiff gegenüber befanden, und das TLeben der Nichtkombattanten, Dassagiere und Mannschaften 
wurde unterschiedslos und in einer Weltse vernichtet, die die KReglerung der Verelnigten Staaten 
mur als leichtferisg und seder Berechtigung entbehrend erachten konnse. Ketnersel Grenze wurde 
in der Tat der weltteren unterschiedslosen Zerstörung von Handelsschiffen jeder Art und 
Nationalität außerhalb der Gewässer gesetzt, welche die Kaiserliche Reglerung als in der 
Kriegszone gelegen zu bezeichnen bellebt hat. Die Liste der Amerikaner, die auf so angegriffenen 
und zerstörten Schiffen ihr Leben verloren haben, ist von Monat zu Monak gewachsen, bis die 
verhängnisvolle Zahl der Opfer in die Hunderse gestiegen ist. 
Die RKegierung der Dereinigten Staaten hai eine sehr geduldige Haltung eingenommen. 
Auf seder Stufe dleser schmerzlichen Erfahrung von Tragödie über Tragödie war sie bestrebt, 
durch wohlüberlegie Berücksichtigung der außergewöhnlichen Umstände eines Krieges ohne 
Beispiel sich lenken und durch Gesühle echtester Freundschaft für Bolk und Regierung Deutsch- 
lands leiten zu lassen. Sie hai die aufeinanderfolgenden Erklärungen und Versscherungen der 
Kaiserlichen Regierung als selbstverständlich in voller Aufrichtigkelt und gufem Glauben abgegeben 
angenommen und hat die Hoffnung nicht aufgeben wollen, daß es der Katserlichen RKegierung 
möglich seln werde, die Handlungen der Befehlshaber ihrer Seeffreitkräste in einer Weise zu 
regeln und zu überwachen, die ihr Verfahren mit den anerkannten, im Bölkerrechi verkörperten 
Grundsätzen der Menschlichkeit in Einklang bringen werde. Sie haf den neuen Verhölknissen, 
für die es keine Dräzedenzsälle gibt, sedes Zugeständnis gemacht und war willens zu warten, 
bis die Tatsachen unmißverständlich und nur einer Auslegung fähig wurden. 
Sie ist nun einer gerechten Wäürdigung ihrer eigenen Rechte schuldig, der Kaiserlichen 
Regierung zu erklären, daß dieser Zeitpunkt gekommen ist. Es ist ihr zu ihrem Schmerze klar 
geworden, daß der Standpunkt, den sie von Anfang an einnahm, unvermesdlich richtig i#s", 
nämlich, daß der Gebrauch von Unterseebooten zur Zerstörung des feindlichen Handels not- 
wendigerwelse, gerade wegen des Charakters der verwendeten Schiffe unter Angriffsmethoden, 
die thre Berwendung naturgemäß müs sich bringt, gänzlich unvereinbar ist mit den Grundsätzen 
der Menschlichkeit, den selt langem bestehenden und unbestritfenen Rechten der Neutralen und 
den heillgen Zorrechten der Nichtkombattanten. 
Wenn es noch die Absicht der Kaiserlichen Regierung ist, unbarmherzig und unter, 
schiedslos weiter gegen Handelsschiffe mit Unterseebooten Krieg zu führen, ohne Räcksicht 
auf das, was die Reglerung der Vereiniglten Staaten als die heiligen und unbestreil, 
baren Gesetze des internationalen Rechts und die allgemeln anerkannten Gebote der 
Menschlichkeit ansehen muß, so wird die Regierung der Verelnigien Staaten schlleßlich zu 
der Folgerung gezwungen, daß es nur einen Weg glbt, den sie gehen kann. Sofern 
die Katserliche Regierung nicht jetzt unverzüglich das Aufgeben ihrer gegenwärtigen 
Methoden des Unterseebootkrieges gegen Passagser= und Frachtschiffe erklären und bewirken 
sollie, kann die Regterung der Vereinigten Staaten keine andere Wahl haben, als die 
diplomalischen Bezlehungen zur deutschen Regierung ganz zu lösen. Einen solchen Schritt
        <pb n="189" />
        11 
2 
. 
r 7# ——— 
——2— Ss 
S 
* 
— S · sek« New 
EROWDNOOMWACEKAH Loh-sci- 
  
O 
  
    
       
    
          
faßtdseRegierungderBekcinfgienGiooienmitdemgrößienWideksikebcnins-Auge- 
sie fühlt sich aber verpflichtet, ihn im Namen der Menschlichkeit und der Rechte neutraler 
Natsonen zu unternehmen. 
Ich ergreise diese Gelegenheit, um Euerer Exzellenz die Bersicherung meiner ausgezeichneten 
Hochachtung zu erneuern. gez. Gerad. 
Anlage: Darstellung des Tatbeskandes. 
An Seine Ezzellenz den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Herrn v. Jagow. 
(Gleichzeitig mit dieser Note ist auch die Anlage veröffentlicht worden, die auf Grund der 
Aussagen französsscher und amerikanischer Zeugen als bewiesen hinstellt, daß der Dampfer 
„Susses“ von einem deuischen U. Boot torpediert worden sei.) (W. T. B.) 
Der türkische Sieg bei Beitissa. — Leber 4000 Mann englische Verluste. 
Konstantinopel, 22. April. Das Hauptquartier teilt mit: An der Iralfront 
büßte der Feind in der Schlacht von Beitissa, die am 17. April auf dem rechten 
Ofer des Tigris, nicht auf den linken, wie irrtümlich im gestrigen Bericht gemeldet 
war, geliesert wurde und die mit einer Niederlage des Feindes endete, über 
4000 Mann an Toten und Verwundeten ein, sowie 14 Maschinengewehre, 
1 Masor, 2 Offiziere und einige Soldaten, die er in unseren Händen zurückließ. 
Die auf diesem Ufer des Tigris gelieferten Schlachten lassen sich bis einschließlich 
dem 20. April, d. h. bis zur letzten Phase der Schlacht vom 17. April, solgender- 
maßen zusammenzufassen: Die von unseren Truppen am 17. April unternommenen 
Gegenangriffe zur Wiedereroberung der vorgeschobenen Stellungen von Beitissa 
dauerten in der Nacht zum 18. April 7 /8 Stunden lang an. Schließlich wurden 
die beiden auf dieser Front befindlichen feindlichen Brigaden aus ihren Stellungen 
verjagt. Inzwischen sandte der Feind drei Brigaden, um unsere Angriffskolonnen 
in der Flanke zu überraschen und um den Rückzug seiner eigenen Kräste aufzuhalten 
und sie wieder vorzutreiben. Die herbeigeeilten Zrigaden konnten keinerlei Ergebnis 
erzielen und zogen sich mit den Brigaden der vorderen Front zurück. Wir erbeuteten 
in den von uns wiedereroberten vorgeschobenen Stellungen 13 Maschinengewehre, 
während wir seinerzeit nur 1 Maschinengewehr dort zurückgelassen hatten, und machten 
1 Major, 2 Offiziere und 13 Soldaten zu Gefangenen. In den Kämpfen allein 
in dieser Front zählten wir über 2000 feindliche Leichen. Die Gesamtverluste des 
Feindes werden auf mindestens 4000 Mann geschäbt. Am 18. April herrschte Kuhe. 
Am 190. April vormittags unternahm der Feind in Stärke von einer Division einen 
verzweifelten Gegenangriff gegen unsere vorgeschobenen Stellungen bei Beitissa. 
Wir ließen ihn bis auf 10 Meter an unsere Gräben herankommen, dann griffen 
unsere Truppen mit Zajonett an und zwangen den Feind, sich unter Zurücklassung 
von zahlreichen Toten fluchtartig zurückzuziehen. Außerdem eroberten wir noch 
1 Maschinengewehr. Am 20. April machte der Feind keinen Angriffsversuch und 
schien mit dem Abtransport der Verwundeten und der Beerdigung der Toten 
beschäftigt zu sein. Während dieser vier Tage fand keine wichtige Aktion auf dem 
linken Ufer des Tigris, in der Gegend von Felahic, statt, abgesehen von einer zeit- 
weilig aussehenden Beschießung. Zei Kut el Amara ist die Lage unverändert. (W. T. B.) 
        
  
     
       
  
—i### s-p EWrl. 0 
3 3
        <pb n="190" />
        Russische Truppenlandung in Marseille. 
Bern, 22. April. Reisende, die von Marseille kommen, teilen mit, daß 
die russischen Truppen dort auf drei Dampfern angekommen sind, schähungsweise 
vier= bis fünstausend Mann. Es sind sibirische Schühen, die aus Wladiwostkock 
gekommen sind und eigentlich nach Saloniki bestimmt waren. (W. T. B.) 
Französische Gräben links der Maas genommen. 
Großes Hauptgquartier, 23. April. 
VWestlicher Kriegsschauplatz. Unsere neugewonnenen Gräben an der Straße 
Langemarck—HIpern mußten infolge hohen Grundwassers, das einen Ausbau unmöglich 
machte, geräumt werden. Gegen Morgen wurde südlich St. Eloi ein englischer 
Handgranatenangriff abgeschlagen. 
Englische Datrouillen, die nach slärkerem Vorbereitungsfeuer nachts gegen unsere 
Linien beiderseits der Straße Bapaume—Albert vorgingen, wurden zurückgewiesen. 
Bei Tracy-le-Bal mißlang ein seindlicher Gasangriff; die Gaswolke schlug in 
die französische Stellung zurück. 
Links der Maas wurden südösilich von Haucourt und westlich der Höhe „Toter 
Mann“ feindliche Gräben genommen. Rechts des Flusses, in der Woèbre-Ebene 
und auf den Höhen bei Combres blieb die Gesechtstätigkeit auf andauernd sehr 
lebhafte Artisleriekämpfe beschränkt. 
Oesklicher Kriegsschauplat. Südlich des Naroczsecs endete ein russischer 
Angriff in ekwa Bataillonsstärke verluskreich an unserem Hindernis. 
Sonstk außer stellenweise auffrischendem Artilleriefeuer und einigen Datrouillen- 
kämpfen keine besonderen Ereignisse. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Mißerfolge der Italiener am Col di Lana-Grat. 
Wien, 23. April. Amtlich wird verlautbart. 
RKAussischer und füböstlicher Kriegsschauplatz. JNichts Neues. 
Italienischer Kriegssch auplatz. Gegen den Südwestrand der Hochfläche von 
Doberdo hat ein seindlicher Angriff eingesetzt; sonst beschränkte sich die Gefechtstätig, 
keit an der küstenländischen und Kärntner Front auf örtliche Artilleriekämpfe. 
Am Col di Lana haben unsere Truppen den Stützpunkt auf dem Grat nord- 
westlich des Gipfels wieder beseht und gegen einen feindlichen Angriff behauptet. 
Der Gipfel selbst steht unter krastigem Feuer unserer Artillerie. Auch im Sugana- 
Abschnitt und bei RKiva fanden lebhafte Geschützkämpfe statt. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
  
  
* 
# J—c — 
.
        <pb n="191" />
        W gr- 
S ee - 
hoc-gero- 
«ÄX».E«I« 
v. 
□—* 
□— 
— 
——. 
VWrt.6 
  
Luftangriff auf eine russische Fliegerstation vor Riga. 
Berlin, 23. April. Ein Geschwader von zehn deutschen Flugzeugen hat am 
22. April die russische Flugstation Dapenholm auf der Insel Oesel angegriffen und 
mit 45 Bomben belegt, wobei sehr gute Wirkung beobachtet wurde. Ein russisches 
Flugzeug wurde zur Landung gezwungen. Alle deutschen Flugzeuge sind trotz heftiger 
Beschießung unversehrt zurückgekehrt. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Neue englische Niederlage im Jrak. 
Konstantinopel, 23. April. Das Hauptquartier meldet: In der Nacht vom 
20. zum 21. April wurden feindliche Angriffe gegen unsere Stellung von Beitissa 
leicht zurückgeschlagen. Bom 21. April bis zum Mittag des 22. April beschoß der 
Feind zeitweilig unsere Stellungen von Felahie auf dem kinken Lfer des Tigris. 
Gegen Mittag verstärkte er die Beschießung und griff unmittelbar darauf mit Truppen, 
die auf eine halbe Division geschäßt werden, diese Front an. Unsere Feserven 
richteten jedoch unverzüglich einen heftigen Gegenangriff gegen die angreifenden 
feindlichen Kolonnen. Nach zweistündigem Zajonettkampf ließ der Feind etwa 
2000 Tote auf dem Schlachtfeld zurück und wurde zur Flucht in seine alten Stellungen 
gezwungen. Die Verluste des Feindes während der Schlacht vom 22. April betrugen 
mehr als 3000 Mann. Unsere Berluste waren unbedeutend. 
Bei Kut el Amara ist die Lage unverändert. (W. T. B.) 
Französische Vorstöße im Maasgebiet abgewiesen. 
Großes Hauptquartier, 24. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Faft allgemein herrschte auf der Front lebhaftere 
Feuertätigkeit als in den letzten Tagen. 
An mehreren Stellen fanden erfolgreiche deutsche Datrouillenunternehmungen statt. 
Südlich von St. Elol wurden englische Abteilungen durch Feuer abgewiesen. 
Im Maasgebiet wurden gestern kleinere französische Handgranatenangriffe gegen 
unsere Waldskellungen nordöstlich von Avocourt zurückgeschlagen. Ebensosscheiterten nachts 
schwächliche Zorstöße des Gegners östlich von „Toter Mann“. Ein stärkerer Angriff 
brach in der Gegend des Gehöftes Thiaumont vor unseren Linien völlig zusammen. 
Ein englischer Doppeldecker wurde im Luftkampf östlich von Arras außer Gefecht 
gesetzt; die Insassen, Offiziere, rind gefangengenommen. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Fortdauer der Kämpfe am Doberdoplateau. 
Wien, 24. April. Amitlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Die Gesechtstätigkeit war gestern an der ganzen 
Front wesentlich schwächer als gewöhnlich. Eine Mine, die der Feind öfflich von 
Dobronougtz sprengte, richtete nur in den russischen Gräben Schaden an. 
- - r G l —.#09 -1 
——————— ——— 
1363
        <pb n="192" />
        Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe am Südwestrand der Hochfläche 
von Doberdo dauern fort, mehrere durch Bersaglierl geführte Angriffe brachen in 
unserem Feuer zusammen. Am Col di Lana schlug die tapfere Zesatzung des Grat- 
stützbunktes fünf feind liche Angriffe blutig ab. 
Güdöstlicher Kriegsschauplatz. ZRuhe. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstkabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Gescheiterter französischer Angriff am „Toten Mann“. 
Großes Hauptgquartier, 25. April. 
Westlicher Kriegsschauplaßtz. Auf beiden Seiten war die Artillerie- und 
Fliegertätigkeit sehr lebhaft. 
Westlich der Maas kam es nachts nordöstlich von Avocourt zu Handgranaten- 
kämpfen. Ein in mehreren Wellen gegen unsere Gräben östlich der Höhe „Toter 
Mann“ vorgetragener Angriff scheiterte im Infanteriefeuer. 
Unsere Flieger belegten zahlreiche Unterkunfts. und Etappenorte ausgiebig mit 
Bomben. Ein gegnerisches Flugzeug wurde durch Abwehrfeuer bei Tahure abge- 
schossen und zerstört, ein anderes östlich der Maas, das, sich überschlagend, abstürzte. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Südböstlich von Garbunowka brach abermals 
ein russischer Angriff verlustreich zusammen. 
Ein deutsches Flugzeuggeschwader griff mit beobachtetem guten Erfolge die 
Bahn- und Magazinanlagen von Molodeczno an. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Abweisung italienischer Angriffe bei Doberdo. 
Wien, 25. April. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer und füdöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Am Südwesirande der Hochfläche von 
Doberdo ist nach Abweisung der italienischen Angriffe ziemlich Ruhe eingetreten. 
Nordwestlich von San Martino drangen eigene Abteilungen in die feindliche Stellung 
ein, nahmen Sprengungen vor, vernichteten die schweren Minenwerfer und kehrten 
nach Erfüllung dieser Aufgabe plangemäß wieder in ihre Gräben zurück. Im Ao- 
schnitt von Zagora kam es zu lebhaften Feucrkämpfen. Der Gipfel des Col di 
Lana sfand zeitweise unter dem Feuer unserer schweren Mörser. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Englischer Flottenvorstoß gegen die flandrische Küste. 
Berlin, 25. April. Am 24. April morgens erschienen vor der flandrischen 
Küste zahlreiche englische Streitkräste aus Monitoren, Torpedobootszerstörern, 
größeren und kleinen Dampfern bestehend, welche anscheinend Minen suchten und
        <pb n="193" />
        Bosjen zur Bezeichnung von Bombardementsstellungen auslegten. Drei unserer 
in Flandern befindlichen Torpedoboote stießen mehrfach gegen die Monitoren, 
Zerstörer und Hilfsfahrzeuge vor, drängten sie zurück und hinderten sie an der 
Fortführung ihrer Arbei#ten. Trotz heftiger Gegenwirkung sind unsere Torpedo, 
boote unbeschädigt geblieben. Die englischen Seestreitkräste haben die flandrische 
Küste wieder verlassen. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Revolutionaäre Unruhen in Irland. 
London, 25. April. Der Chefsekretar für Irland Birrel gab im Unterhause 
bekannt, daß gestern in Dublin schwere Unruhen ausgebrochen seien. Das Dost. 
gebäude sei gewaltsam eingenommen und die telegraphischen Verbindungen ab- 
geschnitten worden. Soldaten seien während des Tages angekommen, die jeßt die 
Lage völlig beherrschten. Etwa 12 Dersonen hätten ihr Leben verloren, darunter 
4 ober s Soldaten. (W. T. S.) 
Erfolgreicher Angriff bei Celles (VBogesen). — „Zeppelin“= Angriff 
gegen London. 
Großes Hauptaquartier, 26. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich des Kanals von La Bassée wurde der 
Angriff stärkerer englischer Abteilungen gegen von uns besetzte Sprengtrichter nach 
hestigem Nahkampf abgeschlagen. Der Minenkrieg wird von beiden Seiten mit 
Lebhaftigkeit fortgesecht. Westlich von Givenchy-en-Gohelle besetzten wir die Trichter 
zweier gleichzeitig gesprengter deutscher und englischer Stollen, machten einige Ge- 
fangene und erbeuteten ein Maschinengewehr. Erfolgreiche Datrouillenunternehmungen 
unsererseits fanden zwischen Zaillp und Craonne statt. 
Ein erwarteter französischer Teilangriff gegen den Wald südwesilich von Ville-#aux, 
Bois wurde abgeschlagen. Es sind 60 Franzosen gefangengenommen und ein 
Maschinengewehr erbeutet. 
Auf der Höhe von Vaugquois, nordöstlich von Avocourt und östlich von „Toter 
Mann“ waren Kämpfe mit Handgranaten im Gange. Angriffsabsschten des Feindes 
gegen unsere Gräben „Toter Mann“ und Cauretteswäldchen wurden erkannt und 
durch Feuer gegen die bereitgestellten Truppen vereitelt. 
Oestlich der M#aas entwickelten die beiderseitigen Artillerien sehr lebhafte Tätigkeit. 
Nordösilich von Celles (VBogesen) brachte uns ein sorgfältig vorbereiteter Angriff 
in Besitz der ersten und zweiten französischen Linie auf und vor der Höhe 542. 
Bis in den dritten Graben vorgedrungene kleinere Abteilungen sprengten dort zahl- 
reiche Unterskände. An unverwundeten Gefangenen sind 84 Mann, an Beute 
2 Maschinengewehre und 1 Minenwerfer eingebracht. 
Abgesehen von anderen Fliegerunternehmungen belegte eins unserer Flugzeug- 
geschwader östlich von Clermont den französischen Flughafen Zrocourt und den stark
        <pb n="194" />
        belegten Ort Jubécourt mit einer großen Zahl von Bomben. Zwei seindliche Flug- 
zeuge sind über Fleury (südlich von Douaumont) und westlich davon im Tuftkampf 
abgeschossen. 
Deutsche Heeresluftschiffe haben nachts die englischen Befestigungs= und 
Hafenanlagen von London, Colchester (Black Water) und Ramagate sowie den 
französischen Hafen und die großen englischen Ausbildungslager von Etaples 
angegriffen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. An der Front keine wesentlichen Ereignisse. 
Ein deutsches Flugzeuggeschwader warf ausgiebig ZBomben auf die Flugpläßze 
von Dünaburg. 
Balkankriegsschauplaßtz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Zurückwerfung der Italiener im Suganatal und bei Selz. 
Wien, 26. April. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Am Südwestrande der Hochfläche von 
Doberdo kam es wieder zu heftigen Kämpfen. Oestlich Selz war es dem Feinde 
gelungen, in größerer Frontbreite in unsere Stellung einzudringen; als er aber den 
Angriff fortsetzen wollte, schritten unsere Truppen zum Gegenangriff, jagten ihn bis 
in ihre alten Gräben zurück und vertrieben ihn auch aus diesen in erbittertem 
Handgemenge. Somit sind auch hier alle unsere ursprünglichen Stellungen in 
unserem Besitz. 130 Jtaliener wurden gefangengenommen. 
Das Artilleriefeuer war an vielen Hunkten der küstenländischen Front sehr lebhaft. 
An der Kärniner Front war die Gefechtstätigkeit gering. 
Am Col di Tana setzten unsere schweren Mörser ihr Feuer fort. Die Tätigkeit 
der seindlichen Artillerie hat nachgelassen. 
Im Sugana--Abschnitt räumten die Italiener alle ihre Stellungen zwischen 
Z8otto und Koncegno, in denen viel Kriegsmaterial gefunden wurde, und zogen sich 
nach Roncegno zurück. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Flotten= und Luftschiffangriff gegen die englische Ostküste. — Der 
„King Stephen“ versenkt. 
Berlin, 26. April. Am 28. April mit Hellwerden haben Teile unserer 
Hochseestreitkräste, die die Befestigungswerke und milstärisch wichtigen Anlagen 
von Great Jarmouth und Lowestkost mit gutem Erfolge beschossen. Danach 
haben sie eine Gruppe feindlicher kleiner Kreuzer und Torpedobootszerskörer unter 
Feuer genommen. Auf einem der Kreuzer wurde ein schwerer Brand beobachtet,
        <pb n="195" />
        # rr.— - t- G hr#ri. 
—— — l — 
1 
   
  
ein Torpedobootszerstörer und zwei feindliche Vorposlenschiffe wurden versenkt, 
eins der letzteren war der englische Fischdampfer „King GStephen“, der, wie er- 
* innerlich, sich seinerzeit weigerte, die Besatzung des in Seenot befindlichen 
deutschen Luftschiffes „L 19“ zu reiten. Die Besatzung des Fischdampfers wurde 
gefangengenommen. Die übrigen feindlichen Seestreitkräste zogen sich zurück. 
Auf unserer Seite keine Verluste. Alle Schiffe sind unbeschädigt zurückgekehrt. 
Gleichzeitig mit dem Vorstoß unserer Seeskreitkräste griff in der Nacht vom 
24. zum 25. April ein Marine-Luftschiffgeschwader die öfilichen Grasschaften 
Englands an. Es wurden Industrieanlagen von Cambridge und Norwich, 
Bahnamlagen bei Lincolm, Batterien bei Winterton, Ipswich, Norwich und 
Harwich, sowie feindliche Vorpostenschiffe an der englischen Küste mit gutem Er- 
folg mit Bomben belegt. Troh heftigster Beschießung find sämtliche Luftschiffe 
unversehrt in ihren Heimatchäfen gelandet. 
Flugzenge unserer Marine-Feldstiegerabteilung in Flandern haben am 25. Upril 
frühmorgens die Hafenamlagen, Befestigungen und den Flugplatz von Dümirchen 
wirkungsvoll mit Bomben belegt. Sie sind sämtlich unversehrt zurückgekehrt. 
Die bereits gemeldeten Vorpostengefechte vor der flandrischen Küste vom 
24. April wurden am 25. April forktgesetzt. Dabei wurden durch unsere Gee- 
streifträste ein englischer Torpedobootszerstörer schwer beschädigt und ein Hilfs- 
dampfer versenkt, dessen Besatzung gefangen nach Jeebrügge eingebracht worden 
ist. Unsere Streitkräfte sind auch von diesen Unternehmungen unbeschädigt zurück- 
gekehrt. Der Feind hat sich aus dem Gebiet der flandrischen Küste wieder zurück- 
gezogen. 
##2. 
W 
82 
——— 
S— 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. Z.) 
Ein englisches Ul-Boot versenkt. 
Berlin, 26. April. Am 28. April ist das englische U. Boot „E 22“ in der 
südlichen Nordsee durch unsere Streitkräfte versenkt worden. Zwei Mann wurden 
gerettet und gefangen. 
Ein U-Boot erzielte an demselben Tage und in derselben Gegend auf einen 
englischen Kreuzer der „Arethusa“-Klasse einen Torpedotreffer. 
Der Chef des Admiralstabes der Marinc. (W. T. B.) 
Eine englische Schlappe am Suezkanal. 
Konstantinopel, 26. April. In dem erst heute eingetroffenen amtlichen De- 
richt vom 12. April heißt es: Unsere gegen den Suezkanal vorgehenden Kräfte ver- 
nichteten vier von ihnen angetroffene Schwadronen des Feindes vollskändig. Wir 
machien einige Gefangene und erbeuteten große Mengen von Kriegsmaterial, Droviont 
und Munition. Unsere Verlusie in diesem Gesecht waren ganz unbedeutend. 
(W. T. B.) 
  
" x SIErs rSd- .# S 9 X tn 
2 —.— ...— .—. 
1367
        <pb n="196" />
        Weitere russische Truppenlandung in Marseille. 
Marseille, 25. April. (Gavas-Meldung.) Ein Dosidampfer mit einer neuen 
russischen Truppenabteilung ist heute vormittag hier eingetroffen. (W. T. B.) 
Neuer Luftschiffangriff auf Ost-England. 
Großes Hauptquartier, 27. April. 
Westlicher Kriegsschauplah. Südöstlich von Ipern nahmen wir die englischen 
Stellungen unter kräftiges Feuer, dessen gute Wirkung durch Datrouillen festgestellt 
wurde. Südlich von St. Eloi wurde ein stärkerer feindlicher Handgranatenangriff 
durch Feuer zum Scheitern gebracht. 
Im Abschnitt Givenchgy-en-Gohelle — Neuville — St. VBaast sprengten wir mit Er- 
solg mehrere Minen, entrissen in anschließenden Handgranatenkämpfen bei Givenchy 
dem Gegner ein Stück seines Grabens und wiesen Gegenangriffe ab. 
Englische Borstöße nördlich der Somme blieben ergebnislos. 
Im Maasgebiek ist es neben heftigen Artilleriekämpfen nur links des Flusses zu 
Infanterietätigkeit gelommen; mit Handgranaten vorgehende englische Abteilungen 
wurden zurückgeschlagen. 
Deutsche Datrouillenunternehmungen an mehreren Stellen der Front, so in der 
Gegend nordöstlich von Armentières und zwischen Bailly und Craonne, waren 
erfolgreich. 
Im Tuftkampf wurde je ein Flugzeug bei Souchez und südlich von Tahure, durch 
Abwehrgeschütze ein drittes südlich von Harroy abgeschossen. Die Bahnlinie im 
Noblettekal südlich von Snippes wurde durch ein deutsches Flugzeuggeschwader aus- 
giebig mit Zomben belegt. 
Heute nacht kam ein Luftschiffangriff gegen die Hafen= und Bahnanlagen von 
Margate an der englischen Ostküste zur Ausführung. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die TLage ist unverändert. 
Eins unserer Luftschiffe warf auf die Werke sowie die Hafen= und Bahnanlagen 
von Dünamünde Somben ab. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Italienischer Angriff bei Selz abgeschlagen. 
VWien, 22. April. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer und südöstlicher Kriegsschauplah. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplat. An der küästenländischen Front war der 
Artilleriekampf gestern und heute nacht stellenweise sehr lebhaft. — Abends setzte 
gegen unsere wiedergewonnenen Gräben östlich Selz Trommelfeuer ein. Ein darauf 
folgender feindlicher Angriff wurde abgeschlagen. Der Monte San Michele stand 
nachmittags unter heftigem Feuer aller Kaliber. Am Tolmeiner Brückenkopf und 
  
  
# — rt . u- 9 S S S .- 
ÆIVMMKWVMNWAMMYMÆI 
1368
        <pb n="197" />
        nördlich davon wirkte unsere Artillerie kräftig gegen die italienischen Stellungen. Bei 
Flitsch verjagten unsere Truppen den Feind aus einem Stützpunkt im Rombongebiet 
und nahmen einen Teil der aus Alpini beffehenden Zesatzung gefangen. An der 
Tiroler Front isi die Lage unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (1. T. B.) 
Ein englisches Bewachungsfahrzeug auf der Doggerbank ver- 
nichtet. 
Berlin, 27. April. In der Nacht vom 26. zum 27. April wurden von Teilen 
unserer Vorpostenstreitkräfte auf der Doggerbank ein größeres englisches Bewachungs- 
fahrzeug vernichtet und ein englischer Fischhdampfer als Prise aufgebracht. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Der amerikanische Botschafter beim Kailser. 
Berlin, 27. April. Der amerikanische Botschafter begab sich gestern abend zu 
einer Audienz bei seiner Majestät ins Große Hauptquartier. (W. T. B.) 
Der Irenführer Sir Roger Casement von den Engländern 
gefangen. 
Berlin, 27. April. Wie verlautet, ist der irische Holitiker Casement bei dem 
Versuche, nach Irland zurückzukehren, gefangen und als Landesverräter dem Kriegs- 
gericht überwiesen worden. Bekanntlich war seinerzeit auf Casement von seiten des 
britischen Generalkonsuls in Norwegen ein Mordanschlag geplant worden, dem er 
durch die Treue seines Dieners entging. (Berliner Zeitungen.) 
Die englische NMiederlage am Suezkanal. 
Konstantinopel, 27. April. (Amtlicher Bericht.) An der Irakfronk keine Ver- 
#nderung. 
An der Kaukasusfront haben feindliche Truppen, ungefähr eine Brigade, aus 
drei Einheiten zusammengeseht, am 25. April unsere Stellungen auf dem rechten 
Flügel im Gebiete des Ortes Surem, unmittelbar südlich von Bitlis, angegriffen; 
der Angriff dauerte ocht Stunden. Bei seinem Zorgehen wurde der Feind in einer 
Entfernung von 300 Meter von unserer Stellung von uns seinerseits angegriffen, 
so daß sein Angriff scheiterte, und unter großen BZerlusten zwei Kilometer weit nach 
JNorden zurückgetrieben. Im Zentrum herrschte Kuhe. Auf dem linken Flügel ver, 
suchte der Feind in der Nacht zum 26. April im Abschnitt von Dschewislik unsere 
Stellung überraschend anzugreifen, wurde aber mit VBerlust abgewiesen. Zusammen- 
sioße in der Nachbarschast von Holathane blieben unentschieden.
        <pb n="198" />
        c —e 
S—s 
Am 23. April überflog eines unserer Wasserflugzeuge Imbros und griff aus einer 
Höhe von 800 Meter die Anlagen und Flugzeugschuppen des Feindes im Hafen 
mit Bomben an; diese platzten sämtlich, und man konnte einen Brand in den 
Schuppen feststellen. Maschinengewehre und eine Batterie des Feindes am Hafen 
eröffneten das Feuer, ohne eine Wirkung auf unser Flugzeug ausüben zu können, 
welches unversehrt heimkehrte. 
Bei dem Zusammenstoß zwischen dem Feinde und unserer gemischten Abteilung 
in der Umgebung von Katia, östlich vom Suezkanal, am 23. April waren die vier 
Schwadronen feindlicher Kavallerie vollständig aufgerieben und die leberlebenden 
gegen Katia hin zurückgetrieben worden. Späterhin machte unsere Abteilung einen 
Sturmangriff gegen den von allen Seiten her verstärkten Feind in seinen befestigten 
Stellungen bei Katia, zerstörte den größeren Teil dieser Stellungen und das Lager 
und tötete ihm viele Leute; eine kleine Anzahl feindlicher Soldaten, die dem Tod 
entging, wurde zu regelloser Flucht gegen den Kanal hin gezwungen. Ein Oberst, 
ein Major, sowie 21 Hauptleute und Leutnants, zusammen 23 feindliche Offziere, 
welche nicht hatten fliehen können, 257 unverwundete Soldaten und 24 Verwundete 
wurden gefangengenommen. Die Truppen unserer Abteilung sowie unsere Kamel- 
reiter und besonders unsere Freischärler aus Medina haben sich in diesem Gefecht 
bei Katia mit hervorragender Tapferkeit geschlagen. Am Morgen des 25. April 
machte der Feind, um sich für die hier erlittene Niederlage zu rächen, eine Tuftstreife 
mit einem Geschwader von neun Flugzeugen und warf troh der Zeichen und Flaggen 
des Roten Halbmondes absichtlich etwa 70 Bomben auf das LTazarett des vor- 
genannten Ortes, wodurch er zwei unserer Verwundeten und einen verwundeten 
Gefangenen, der dort gepflegt wurde, tötete und zwei andere von neuem verwundete. 
Eines unserer Flugzeuge, das darauf einen Flug unternahm, warf mit Erfolg Bomben 
auf ein feindliches Kriegsschiff vor El Arisch; unser anderes Flugzeug griff feindliche 
Dampfer, welche auf der Reede von Dort Said ankerten, und militarische Einrichtungen 
in diesem Hafen, sowie alle Lager des Feindes zwischen Dort Said und El Kantara 
mit Bomben und Maschinengewehrfeuer an und kehrte unversehrt zurück. (W. T. B.) 
  
Die englische Wehrpflichtvorlage zurückgezogen. 
London, 27. April. Der Hräsident der Lokalverwaltung Long brachte im Unter- 
hause das Wehrpflichtgesetz ein, das einen Teil der von der Regierung am 25. April 
angekündigten Dolitik bildet. Das Gesetz begegnete auf allen Seiten kritischer 
Stimmung. Asquith zog im Hinblick auf die allgemeine keitische Stimmung die 
Bill zurück. (W. T. B.) 
Im Maasgebiet keine Veränderung. 
Großes Hauptquartier, 28. April. 
Westlicher Kriegsschauplah. Bei Kämpfen in der Gegend östlich von 
Vermelles sind 46 Engländer, darunter 1 Hauptmann, gefangengenommen, 2 Maschinen- 
  
  
  
  
S 'e E□—— —— # Z 
3 s*§*. —— —
        <pb n="199" />
        gewehre, 1 Minenwerfer erbeutet. Im Maasgebiet hat die Lage keine Veränderung 
erfahren. 
Durch die planmäßige Beschießung von Ortschaften hinter unserer Front, namentlich 
von Lens und Vororten, ferner vieler Dörfer südlich der Somme und der Stadt 
Rode sind in der letzten Woche wieder vermehrte Verluste unter der Bevoͤllerung, 
besonders an Frauen und Kindern, eingetreten. Die Namen der Getöteten und 
Verleczken werden wie bisher in der „Gazeite des Ardennes“ veröffentlicht. 
Nach Tufikampf Kürzte je ein feindliches Flugzeug westlich der Maas über 
Bethelainville und bei Bery ab, ein drittes in unserem Abwehrfeuer bei Frapelle 
(östlich von St. Dic). Ein deuisches Geschwader warf zahlreiche Zomben auf die 
Kasernen und den Bahnhof von St. Menehould. 
Oestlicher Kriegsschauplah Die Tage an der Front ist im allgemeinen 
unverändert. 
Die Bahnanlagen und Magazine von Zjezyca wurden von einem unserer 
Luftschiffe, mehrere russische Flughäsen von Flugzeuggeschwadern angegriffen. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Michts Neues an den k. u. k. Fronten. 
Wien, 28. April. Amtlich wird verlautbarf: 
RKussischer und füböstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Jtalienischer Kriegsschauplat. Die Gefechtstätigkeit war gering. Die Lage 
ist unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Ein russisches Linienschiff mit Bomben belegt. 
Berlin, 25. April. Am 27. April haben drei deutsche Flugzeuge das russssche 
Linienschiff „Slawa“ im Rigaischen Meerbusen mit 31.Bomben beworfen. Mehrere 
Treffer und Brandwirkung sind einwandfrei beobachtet worden. Troh heftiger 
Beschießung sind sämtliche Flugzeuge unversehrt zurückgekehrt. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Das englische Flaggschiff „Russell“ gesunken. 
London, 28. April. Die Admiralität teilt mik, daß das Flaggschiff „Russel“, 
das die Flagge des Konieradmirals Fremantle führte, im Mittelmeer auf eine 
Mine gestoßen und gesunken ist. 124 Mann werden vermißt, 676 wurden 
gerettet. 
Notiz: Das Flaggschiff „Russell“ maß 14220 t, war mit vier 30,5-cm., 
zwölf 15,2-cm= und zwölf 71,6-cm-Kanonen bewaffnet und hatte vier Torpedo- 
lanzierrohre. Seine Geschwindigkeit betrug 191, Knoten. (W. T. B.) 
1371 
·□ 
—IG□ J—. l "a6 —W###A ers p— 
rSS———— —— 2— N2 
p 
  
u–—
        <pb n="200" />
        Gescheiterte Hilfe für Kut el Amara. 
London, 28. April. Das Kriegsamt ieilt mit, daß in der Nacht zum 24. April 
ein Bersuch unkernommen worden sei, ein Schiff mit Lebensmitteln nach Kut el Amara 
zu senden, daß aber der Versuch krotz adußerster Unerschrockenheit leider mißlungen 
sei. Flugzeuge hätten festgestellt, daß das Schiff ungefähr vier (englische) Meilen 
ösklich von Kut el Amara auf Grund gerafen sei. (W. T. B.) 
Siegreicher Vorskoß am Naroczsee. — s600 Zussen gefangen. 
Großes Haupfquartier, 29. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Auf der Fronk zwischen dem Kanal von 
La Zassée und Arras andauernd lebhafter, für uns erfolgreicher Minenkampf. In 
Gegend von Givenchy-en-Gohelle machten wir neue Fortschritte und wiesen zwei 
dagegen angesetzte skarke englische Handgranatenangriffe blutig ab. 
Im Maasgebiet sind abermals französische Gegenstöße an der Höhe „Toter 
Mann“ und östlich davon zum Scheitern gebracht worden. 
Ansere Abwehrgeschütze holten südlich von Moronvillièrs (Champagne) einen 
französischen Doppeldecker herunter; seine Insassen sind kofk. Oberleufnank Bölcke 
schoß süblich von Baux das 14. feindliche Flugzeug ab. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Südlich des Naroczsees machten unsere 
Truppen gestern einen Vorskoß, um die am 26. März zurückgewonnenen Beob- 
achtungsskellen weiter zu verbessern. Leber die vor dem 20. März von uns 
gehaltenen Gräben hinaus wurden die russischen Stellungen zwischen Stanarocze 
und Gut Stachowmce genommen; 3600 Gefangene mif 56 Offizieren, darunter 
4 Stabsoffiziere, 1 Geschüh, 28 Maschinengewehre, 10 Minenwerfer sind in 
unsere Hand gefallen. Die Russen erlitten außerdem schwere blutige Verluste, 
die sich bei einem nächtlichen, in dichten Massen geführken Gegenangriff noch 
stark erhöhten. Der Feind vermochte keinen Echritt des verlorenen Bodens 
wiederzugewinnen. 
Unsere Tuftschiffe griffen die Bahnanlagen bei Wenden und an der Strecke 
Dünaburg—Zisczyca an. 
Balkankriegsschauplatz. Die Tage ist unverändert. 
Oberste Heeresleifung. (W. T. B.) 
Zussische Vorstellungen an der Ikwa genommen. 
Wien, 20. April. Amflich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Nördlich von Mlonow an der Ikwa warfen 
Abteilungen der Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand den Feind aus seinen 
Vorstellungen. Es wurden 1 russischer Offizier, 130 Mann und 1 Maschinengewehr 
eingebracht. 
Sonst die gewöhnlichen Geschützkämpfe. 
    
  
  
   
riix 33 
1372
        <pb n="201" />
        Jialienischer Kriegsschauplatz. Gestern nachmittag hielt der Feind das 
Dlateau von Doberdo und den Görzer Brückenkopf sowie einzelne Ortschaften 
hinter der Front unter lebhaftem Geschützfeuer. Unsere Flieger belegten die Zahn- 
höfe von Cormons und San Giovanni di Manzano mit schweren Bomben. 
Auch an der Dolomitenfront war der Artilleriekampf stellenweise ziemlich heftig. 
Am Col di Lana wurde ein neuerlicher feindlicher Angriff auf unseren Gratstiüh- 
punkt abgewiesen. 
Südöstlicher Kriegsschauplat. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Ein deutsches UI-Boot verloren. 
Berlin, 20. April. Interseeboot „U. Cs“ ist von seiner letzten Unternehmung 
nicht zurückgekehrt. Nach amtlicher Zekanntmachung der britischen Admiralitat ist das 
Boot am 27. April vernichtet und die Besatzung gefangengenommen worden. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
LCondon, 28. April. (Amtlich.) Ein deutsches Unterseeboot wurde gestern an 
der Osiküste versenkt. Ein Off#zier und 17 Mann haben sich ergeben und wurden 
zu Kriegsgefangenen gemacht. (W. T. B.) 
Die Russen südlich Bitlis zurückgeschlagen. 
Konstantinopel, 29. April. (Hauptquartiersbericht.) Bon der Irakfront keine 
wichtige Nachricht. 
An der Kaukasusfront gelang es feindlichen Streitkräften, die am 12. und 
13. April unsere Abteilungen auf dem rechten Flügel in der Gegend von Wan 
angegriffen hatten, ssch unseren Stellungen bis auf 300 Meter zu nähern; se 
wurden aber durch unseren Gegenangriff zum Rückzug gezwungen. Am 13. April 
griff der Feind von neuem unsere Stellungen südlich von Bitlis an, mußte sich aber 
gleichsalls gegen Abend unter unserem Artillerie- und Infanteriefeuer zurückziehen. 
Im Zentrum und auf dem linken Flügel im Küstengebiet fanden von Zeit zu Zeit 
oörtliche Feuerkämpfe Katt. 
Ein Torpedoboot und zwei feindliche Flieger, die am Abend des 13. April ver- 
suchten, sich der GSegend von Sed-ül.Bahr zu nähern, wurden durch das Feuer 
unserer Artillerie in die Flucht geschlagen. Feindliche Schiffe erschienen mehrmals 
während des 12. und 13. April in den Gewässern von Smyrnaz sie richteten ihr 
Feuer abwechselnd gegen die Küsten von Kuche Ada und Ischekme, ohne ein 
Ergebnis zu erzielen. Zwei feindliche Flieger überslogen Smyrna und warfen 
einige wirkungslose Bomben ab. Am 12. April schleuderte ein Torpedoboot aus 
einiger Entfernung etwa 100 Geschosse gegen die Alekandrette beherrschenden Höhen, 
die jedoch keinen Erfolg hatten, darauf zog sich das Torpedoboot zurück. (W. T. B.) 
  
“ 
02 
. 
* 
* 
¾ 
E7. 
37—
        <pb n="202" />
        Kut el Amara gefallen. — 130000 Engländer gefangengenommen. 
Großes Hauptquartier, 29. April. 
Die in Kut el Amara eingeschlossene englische Truppenmacht hat sich dem 
tapferen kürkischen Belagerer ergeben müssen. Mehr als 13000 Mann sind kriegs- 
gefangen. Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Konstantinopel, 29. April. Wie der Vizegeneralissimus der osmanischen 
Armee meldet, hat die englische Garnison von Kut el Amara, die aus 13300 Mann 
unfer dem Befehl des Generafs Townshend besteht, heute bedingungslos kapituliert. 
(I. T. B.) 
Der Korrespondent der Agence Milli meldet aus Bagdad, daß General Townshend 
die lebergabe von Kut el Amara mit der gesamten in der Stadt befindlichen Artillerie 
und von mehr als einer Million Pfund an barer Münze unter der Zedingung anbot, 
daß er die Erlaubnis erhielt, mit der Armee frei abzuziehen. Dieser lächerliche Vor- 
schlag sei natürlich sofort abgeschlagen worden. (W. T. B.) 
Englischer Bericht über den Fall von Kut el Amara. 
London, 29. April. Amtlich wird mitgeteilt: Nach einem ritterlichen und 
tapferen Widerskande von 143 Tagen, der unvergessen bleiben wird, ist General 
Townehend infolge Erschöpfung der Zorräte gezwungen worden, Kut el Amara zu 
übergeben. Vorher vernichtete er seine Geschütze und die Munition. Seine Truppen 
bestehen aus 2070 Briten aller militärischen Grade und Dienstzweige, etwa 6000 Mann 
indischer Truppen und dem Troß. (W. T. B.) 
Neue Russenlandung in Marseille. 
Bern, 29. April. Taut einer Sondermeldung von „Temps“ ist in Marseille 
ein dritter Transport russtscher Truppen am 28. April früh eingetroffen. (W. T. B.) 
NMeue französische Angriffe gegen den „Toten Mann" gescheitert. 
Großes Hauptquartier, 30. April. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Mehrfach wiederholten die Engländer ihre Gegen- 
angriffe bei Givenchy, en-Gohelle, ohne einen Erfolg zu erringen. 
Nördlich der Somme und nordwestlich der Oise fanden für uns erfolgreiche 
Datrouillengefechte statt. 
Links der Maas griffen gesiern abend starke französssche Kräfte unsere Stellungen 
auf der Höhe „Toter Mann“ und die anschließenden Linien bis nördlich des Caurettes- 
wäldchens an. Nach hartnäckigen Kämpfen auf dem Ostabfall der Höhe ist der Angriff 
abgeschlagen. — Rechts des Flusses scheiterte ein feindlicher Borskoß nordwestlich des 
Gehöstes Thiaumont.
        <pb n="203" />
        — — ———————————0 
Ein deutscher Flieger schoß über VBerdun — Bellerah im Kampf mit drei Gegnern 
einen derselben ab. 
Oestlicher Kriegsschauplah. Südlich des Naroczsees wurden nachts noch vier 
russische Geschütze und ein Maschinengewehr erbeutet, sowie 53 Gefangene eingebracht. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B) 
  
—. 
’ 
Fortdauer der Beschießung von Görz. 
Wien, 30. April. Amtlich wird verlautbart. 
RKussischer Kriegsschauplatz. Nördlich von Mlynow sind unsere Abteilungen 
vor überlegenen russischen Angriffen aus den am 28. April erkämpfken russischen Vor- 
stellungen wieder zurückgenommen worden. Die Zahl der gestern gemeldeten Gefangenen 
isi auf mehr als 200 angewachsen. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Geschützkämpfe, die an vielen Stellen 
der Front gefühct wurden, gingen nicht über das gewöhnliche Maß hinaus. Zeit- 
weise stand die Stadt Görz wieder unter Feuer. 
- 
9s 
8 
8 
* Unsere Flieger bewarfen die feindlichen Zarackenlager bei Villa Vicentina mit 
N 
V 
* 
1 
  
W ** 
Bomben. Nach glücklich bestandenem Tuftkampf kehrten sämtliche Flugzeuge wohl- 
behalten heim. Zei San Daniele del Frinli kämpfte ein cigener gegen vier feindliche 
Flieger und zwang einen davon, im Sturzflug niederzugehen. 
Im Adamellogebiet griffen die italienischen Abteilungen, die von Dosson di 
Genova vorrückten, unsere Stellungen am Topectepaß an. 
Der italienische Dreßbericht vom 28. April enthält die gänzlich erfundene Be- 
hauptung, daß unsere Infanterie „immer häufiger“ von Explosivgeschossen Gebrauch 
mache. Dem gegenüber sei nur festgestellt, daß die italienischen Handlungen wider 
das Völkerrecht (Verwendung von Explosivgeschofsen und Gasgranaten, Beschießung 
deutlich gekennzeichneter Sanitätsanskalten, Kirchen und Klösier usw.), als zu haufig 
vorkommend, nicht mehr verzeichnet werden. 
Südösitlicher Kriegsschauplah. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Der türkische Bericht über den Fall von Kut el Amara. 
Konsianlinopel, 30. April. (Meldung der Telegraphenagentur Milli.) Nachdem die 
in Kut el Amara eingeschlossene englische Armee sich ungefähr fünf Monake unler dem Druck 
unserer heldenhaften Truppen befunden hat, hat sie sich schließlich der ssegreichen kaiserlichen. 
Armec ergeben müssen. Dieses Ereignis, das eine der ruhmreichsten und glänzendsten Seiten 
in den mililärischen Annalen der ollomanischen Armee darstellt, hal sich folgendermaßen abgespiell: 
Nachdem die englische Armee in Kul el Amara lhre Lebensmiltelvorräle aufgebraucht hatte, 
erwarteie sie, daß entweder ihre Landsleule oder ihre Berbündesen ihr zur Hilfe kommen würden. 
Das englische Kabinell, das die Lage der Belagerten sehr genau kannte, sandle dem Führer 
des englischen Expedilionskorps im Jrak Besehl über Zefehl, um ihn zur Eile anzulreiben, 
  
—· 
a# 
4 
. — P5ds à 
— ——— 
4
        <pb n="204" />
        Sr—— uz——k2——. - v ..- - sqw .."Jr(-6-." 
.LUMKMZKLMMDCÄMHÄHIÆÆHTOFSVVFCIFMWRMHKHR ohåksÆdeåwVPx 
        
        
  
   
  
  
  
    
   
   
  
    
    
    
   
  
   
  
damit er die Siellung unserer Truppen bei Felahie, koste es, was es wolle, angreife und durch- 
breche, um der Armee des Generals Townshend Hilse zu bringen. Die in unseren letzten 
amtlichen Zerichten gemeldeten englischen Angriffe, die unter ungeheuren Verlusten an dem 
beldenhaften Widerskand unserer Truppen scheiterten, zielten sämtlich auf eine Befreiung 
Townshends hin. Da die Engländer merkten, daß sie den Widerskand der Türken nicht brechen 
und ihnen ihre Beute nicht streitig machen konnten, siellten sie ihre Angriffe auf Felahie ein. 
Sie versuchten bann mit allen möglichen Mitteln, den belagerten Hlatz mlt Lebensmitteln zu 
versehen. Sie warfen zuerst Säcke mit Mehl aus den Flugzeugen herab. Aber unsere Waffen 
zerstörten auch diese Hoffnung der Engländer. Unsere Kampfllugzeuge begannen diese alten 
seindlichen Flugzeuge eins nach dem anderen abzuschießen. Der Feind griff zu einem anderen 
- Mittel.Ekvcrsuchteunier 
dem Schutze der Nacht ein mit 
Lebensmitieln beladenes Schiff 
in die Feskung zu bringen. 
Aber unsere allezeit aufmerk. 
samen Truppen bemächtigten sich 
dieses Schiffes, das Hunderte 
vwvon Tonnen an Lebensmitteln 
barg. Dem General Townshend 
blieb keine Hoffnung. Er war 
ebenso überzeugt, daß das Der- 
  
  
    
      
    
    
      
  
–: 
–. — – — 
    
  
   
  
       
     
    
— , 
»------ , .-I«E«Tj;k:— 3 sprechen des russischen, in Persien 
. – 5%% Minaisas) tämpfenden Generals, ihm in 
— . . · 
#ê 2% Kut el Amara binnen kurzem 
    
  
  
———— die Hand zu relchen, nichtüg sei. 
lE * 353 Am 26. Aprll wandie sich Gene- 
      
  
    
  
  
  
. ØFZM — [ — 
NMnainjan — ral Townshend an den Ober, 
. befehlshaber unserer Irakarmee 
  
    
und ließ ihn wissen, daß er bereit sei, Kut el Amara zu übergeben, falls ihm und seiner Armee 
freier Abzug gewährt würde. Es wurde ihm geantwortet, daß ihm kein anderer Ausweg als 
der der bedingungslosen #ebergabe bliebe. Der englische Oberbefehlshaber machte dann neue 
Vorschläge. Sei es, daß er nicht dse günfstige Lage unserer Armee kannte oder daß er glaubte, 
die türkischen Führer mit Geld gewinnen zu können, bot er uns an, alle seine Geschütze und 
eine Million Dfund Sterling zu übergeben. Man wiederholte ihm, was man zuerst geantwortet 
hatie. Townshend ließ darauf wissen, daß er dles dem Oberbefehlshaber der englischen Irak, 
armee melden würde. Dieser befand sich aber sehr weit enifernt, um ihm helfen zu können. 
Da schließlich Townshend alle Hoffnung verloren hatte, so übergab er sich mit der gesamien 
englischen Armee von Kut el Amara dem Befehlshaber der siegreichen türkischen Armee. Die 
bisherige Zählung ergibt, daß s Generale, 277 britische und 274 indische Offizlere und 13 300 
Soldaten zu Gefangenen gemacht worden sind. Die Aufgabe unserer Truppen bestand auf 
der einen Seite darin, die Ausfallversuche zu verhindern, auf dle man seitens des belagerten 
Felndes seden Augenblick gesaßt war, der sich in mit allen Mitteln der modernen Techmik 
furchibar verschanzten Stellungen befand, andererseits sollten sse ebenso die wiederholten heftigen 
Angriffe des Feindes abweisen, die seden Tag #m Hinblick auf den Enisatz von Kut el Amara 
siärker wurden. Den TLeib bis zur Hälste im Sumpf und im Kampf mit allen Schwierigkeiten 
der Jahreszeit und des Klimas, so haben unsere Soldaten ihre Aufgabe erfällt. Sie können 
aber auch mit vollem Zecht auf ihren glänzenden Sieg folz sein, den sie soeben über die 
britischen Waffen davongetragen haben. 
An der Kaukafusfront nichis von Bedeutung. (W. T. B.)
        <pb n="205" />
        Heftige Kämpfe am „Toten Mann.“ 
Großes Hauptquartier, 1. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Im allgemeinen ist die Lage unverändert. 
An der Höhe „Toter Mann“ wurde auch gestern heftig gekämpft. 
Ansere Flugzeuggeschwaber belegten feindliche Truppenunterkünfte westlich und 
Magazine südlich von Verdun ausgiebig mit Zomben. — Ein französischer Doppel- 
decker wurde östlich von Noyon im Tuftkampf abgeschossen; die Insassen sind tot. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Keine Ereignisse von besonderer 
Bedeutung. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Jtalienische Angriffe im Adamellogebiet abgewiesen. 
Wien, 1. Mai. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer und süböstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Itolienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Im Adamello-= 
gebiete wiesen unsere Truppen die feindlichen Angriffe, die sich hauptsächlich gegen 
den Fargoridapaß richteten, unter beträchtlichen Berlusten der Alpint ab. 
· Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Türkische Erfolge im Kaukasus. 
Konstantinopel, 1. Mas. Das Hauptquartier meldet: An der Kaukasusfront 
mußten die feindlichen Truppen, die am 12. April unsere Truppen angegriffen hatten, 
die wesslich von Musch bis nördlich vom Berge Kozma aufgestellt waren, sich nach 
ssebenstündigem Kampfe zurückziehen, wobei sie eine Anzahl von Gefangenen in 
unseren Händen ließen. Der Feind, der in Stärke von etwa einem Regiment am 
15. April eine Abteilung unserer Truppen angegriffen hatte, die sich in dem Ab- 
schnitt südlich von Aschkale befand, wurde mit Verlusten für ihn zurückgetrieben, 
wobei er uns eine große Menge Tebensmittel überlassen mußte. Der Feind, der 
in der Nacht vom 16. zum 17. April den Abschnitt der Höhe 2600 westlich von 
Aschkale angriff, besetzte einen von zwei unserer Kompagnien gehaltenen Schühzen- 
graben, der jedoch von uns im Gegenangriff mit dem Bajonett wiedergenommen 
wurde. Im Abschnitt von Bitlis und im Küstenabschnitt keine Operation von 
Bedeutung. (W. T. B.) 
  
: 
— # " —— — —9 — ### W# . 
Ss ä 22
        <pb n="206" />
        Kapitulation der irischen Aufständischen. 
London, 1. Mai. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Amtlich. Alle Dubliner 
FRebellenführer haben sich ergeben. (W. T. Z.) 
Französische Angriffe südlich Douaumont abgeschlagen. 
Großes Hauptquartser, 2. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich von Loos drang in der Nacht zum 1.Mai 
eine stärkere deutsche Offizierspatrouille überraschend in den englischen Graben ein; 
die Zesatzung fiel, soweit sie sich nicht durch die Flucht retten konnten. 
Im Maasgebiet haben sich die Artilleriekämpfe verschärft. Während die Infanterle- 
tätigkeit links des Flusses auf Handgranatengefechte vorgeschobener Dosten nordöstlich 
von Avocourt beschränkt blieb, wurde südlich der Feste Douaumont und im Ceillette- 
walde abends ein französsscher Angriff von unseren Truppen in mehrstündigem Nah- 
kampf abgeschlagen. Unsere Stellungen sind restlos gehalten. 
Wie nachträglich gemeldet wurde, ist am 30. April je eln französisches Flugzeug 
über der Feste Chaume westlich und über dem Walde von Thierville südwestlich der 
Stadt Zerdun im Tuftkampf zum Absturz gebracht worden. Gestern schoß Ober- 
leutnant Zölcke über dem Pfefferrücken sein 15., Oberleutnant Frhr. v. Althaus 
nördlich der Feste St. Michel sein fünftes feindliches Flugzeug ab. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplah. Es hat sich nichts Wesentliches ereignet. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Die Jtaliener in den Dolomiten zurückgeschlagen. 
Wien, 2. Mai. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer und füböstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Italienkscher Kriegssch auplatz. Zei den Kämpfen im Adamellogebiet wurden 
87 Alpini gefangengenommen. In den Dolomiten griffen die Italiener heute früh 
unsere Stellungen auf der Croda del Ancona und am Zufreddo an. Beide Angriffe 
wurden abgeschlagen. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Luftangriff auf die russische Ostseeküste. 
Berlin, 2. Mai. Am 1. Mai wurden die militärischen Anlagen am Moonsund 
und von Dernau von einem Marineluftschiff mit gutem Erfolg angegriffen. Das 
Lufischiff ist unbeschädigt gelandet. 
Gleichzeitig belegte ein Geschwader unserer Seeflugzeuge die militärischen Anlagen 
und die Flugstation von Hapenholm auf Oesel mit Bomben und kehrte unversehrt 
zurück. Gute Wirkung wurde beobachtet. 
  
  
  
□ 
.¾l 
3 
&amp; 
20 
B
        <pb n="207" />
        Ein feindliches Flugzeuggeschwader wurde an demselben Tage gegen unsere 
Marineanlagen in Windau angesetzt, mußte aber, durch Abwehr gezwungen, unver- 
richteter Sache zurückkehren. 
Der Chef des Abmiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Erfolge bei Dimuiden und in den Argonnen. 
Großes Hauptquartier, 3. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Diemuiden drangen deutsche Ab- 
teilungen im Anschluß an einen Feuerüberfall in die belgische Linie ein und nahmen 
einige Dutzend LTeute gefangen. 
In Gegend des Four de Daris (Argonnen) stießen unsere Datrouillen bis über 
den zweiten französisschen Graben vor; sie brachten einige Gefangene zurück. 
Beiderseits der Maas ist die Lage unverändert. 
Oberleutnant Freiherr v. Althaus schoß über dem Caillettewalde sein sechstes 
feindliches Flugzeug ab. Außerdem ist ein französisches Flugzeug im Luftkampf südlich 
des Werkes Thlaumont zum Absturz gebracht. Zwei weitere sind durch unsere Abwehr- 
geschütze südlich des Talourückens und beim Gehöft Thiaumont, ein fünftes durch 
Maschinengewehrfeuer bei Hardaumont heruntergeholt. Der Führer des letzteren ist 
tot; der Beobachter schwer verletzt. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplah. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleltung. (W. T. B.) 
Kämpfe an den Tiroler Hochpässen. 
Wien, 3. Mai. Amitlich wirb verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Oestlich von Rarancze schoß ein österreichlsch- 
ungarischer Kampfflieger ein feinbliches Flugzeug ab. 
Sonst nichts von Bedeutung. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe im Adamellogebiet dauern fort. 
Zei Riva und im RKaume des Col dl Lana kam es zu beftigen Artilleriekämpfen. 
Ein italienischer Angriff auf die Kotwandspitze wurde abgewiesen. 
Süböstlicher Kriegsschauplatz. Ruhe. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Hestige Kämpfe um den „Toten Mann“. 
Großes Hauptquartier, 4. Mai. # 
Westlicher Kriegsschauplat. Im Abschnitt zwischen Armentières und Arras 
herrschte siellenwelse rege Gesechtstätigkeit. Der Minenkampf war nordwestlich von 
Lens, bei Souchez und Neuville besonders lebhaft. Nordwestlich von TLens scheiterte 
ein im Anschluß an Sprengungen versuchter englischer Vorstoß. 
Im Maagebiet erreichte das belberseitige Artilleriefeuer am Tage zeitweise große 
Heftigkeit, zu der es auch nachts mehrfach anschwoll. Ein französischer Angriff gegen 
  
  
  
  
1379
        <pb n="208" />
        E— - k« ch ka Y42 
-PMDOFIWHDWMkåwsxohsåwstkåw Ok- 
unsere Stellungen auf dem von der Höhe „Toter Mann“ nach Westen abfallenden 
Rücken wurde abgewiesen. Am Südwestabhange dieses Rückens hat der Feind in 
einer vorgeschobenen Postenstellung Fuß gefaßt. 
Von mehreren feindlichen Flugzeugen, die heute in der Frühe auf Ostende BZomben 
abgeworfen, aber nur den Garten des königlichen Schlosses getroffen haben, ist eines 
im Luftkampf bei Middelkerke abgeschossen. Der Insasse, ein französischer Offizier, ist kot. 
Westlich von Lievin stürzten zwei feindliche Flugzeuge im Feuer unserer Abwehr- 
geschütze und Maschinengewehre ab. 
In der Gegend der Feste Bauk wurden zwei französische Doppeldecker durch 
unsere Flieger außer Gefecht gesetzt. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. An der Fronkistdie Lage im allgemeinen unverändert. 
Unsere Tuftschiffe haben die Zahnanlagen an der Strecke Molodeczno — Minsk 
und den Bahnkreuzungspunkt Luniniec nordöstlich von Dinsk mit beobachtetem Erfolge 
angegriffen. 
Balkankriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Ein stalienisches Luftschiff am Isonzo abgeschossen. — Flieger- 
bombardement von Rovenna. 
Wien, 4. Mai. Anmilich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Nordwestlich von Tarnopol brachten unsere 
Erkundungstruppen einen russischen Offizier und 100 Mann als Gefangene ein. 
Stellenweise Artilleriekampf. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Gegen den Tolmeiner Brückenkopf, den 
Naum von Flitsch und mehrere Abschnitte der Kärntner Front entwickelte die feindliche 
Artillerie gestern erhöhte Tätigkeit. Im Tiroler Grenzgebiete kam es nur zu mäßigen 
Geschützkämpfen. Die Gefechte in den Felsriffen des Adamellokammes zwischen 
Stablet und Corni di Cavento dauern fort. 
Heute nacht überfiog ein feindliches uftschiff unsere Linien in der Wippach- 
mündung, warf hier Zomben ab und setzte sodann seine Fahrt zuerst in nördlicher 
ZKichtung und weiterhin über dem Idriatal nach Laibach und Salloch sort. Auf 
dem Kückwege verlegte ihm unser Artilleriefeuer bei Dornberg den Weg. Gleich- 
zeitig von unsern Fliegern angegrissen und in Brand geschossen, sfürzte es als 
Wrack nächst des Görzer Exerzierplatzes ab; die vier Insassen sind tot. 
Mehrere eigene Flugzeuge griffen gestern die ktalienischen Lager bei Vilesse an und 
kehrten nach Abwurf zahlreicher Zomben und heftigem TLuftkampf wohlbehalten zurück. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Ruhe. 
Der Stellverireter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Ereignisse zur See. Am 3. Mai nachmittags hat ein Seeflugzeuggeschwader 
Bahnhof, Schwefelfabrik und Kaserne in Ravenna mit Bomben belegt, gute 
29.—. §eJM#0 — 
* S— 88 ’*s 5 
  
1330
        <pb n="209" />
        Wirkung, Brände in der Schwefelfabriß und am Bahnhof beobachtet. Von zwei 
Abwehrbatierien heftig beschossen, sind alle Flugzeuge zurückgekehrt. 
Um dieselbe Zeit stieß eine rekognoszierende Torpedobootsflottille füdöstlich der 
Domündung auf vier feindliche Zerstörer. Es entspann sich ein erfolgloses Feuer- 
gefecht auf große Distanz, da die überlegene Geschwindigkeit des Feindes ein Näher- 
kommen nicht zuließ. Mehrere Flugzeuge beteiligten sich am Kampf und haben 
die feindlichen Torpedofahrzeuge mit Maschinengewehren beschossen. 
Flottenkommando. (W. T. B.) 
Erfolgreicher Lustangriff auf die englische Ostküske. — Zeppeline 
über dem Firth of Forth. 
Berlin, 4. Mal. Ein Marineluftschiff Geschwader hat in der Nacht vom 
2. zum 3. Mas den mittleren und nördlichen Teil der englischen Ostküste an- 
gegriffen und dabei Fabriken, Hochöfen und Bahnanlagen bei Middelsborough 
und Stockton, Industrieanlagen bei Sunderland, den befestigten Küstenplatz 
Harklepool, Küstenbatterien südlich des Teesflusses sowie englische Kriegsschiffe 
am Eingang zum Firth of Forth ausgiebig und milt sichtbar gutem Erfolg mit 
Bomben belegt. Alle TLufkschiffe sind kro heftiger Beschiebung in ihre Heimat- 
häfen zurückgekehrt, bis auf „L 20“, das infolge starken südlichen Windes nach 
Norden abtrieb, in Seenot gerieit und bei Stavanger verloren ging. Die 
gesamte Besatzung ist gerettet. 
Am 3. Mai nachmittags griff eines unserer Marineflugzeuge eine englische 
Küstenbatterie bei Sandwich — säüdlich der Themsemündung — sowie eine Flug= 
station westlich Deal mit Erfolg an. 
Auch in der Ostsee war die Tätigkeit unserer Marineflieger lebhast. Ein 
Geschwader von Wasserflugzeugen belegte ernent das russische Linienschiff „Slawa“ 
und ein feindliches U. Boot im Moonsund mit Bomben und erzielte Treffer. — 
Ein feindlicher Angriff auf unsere Küstenstation Pissen hat keinerlei militärischen 
Echaden angerichtet. 
Eines unserer Unterseeboote hat am 30. April vor der flandrischen Küste 
ein englisches Flugzeug heruntergeschossen, dessen Insossen von einem feindlichen 
Zerstörer aufgenommen wurden. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Der Unfall des Luftschiffs „L 20. 
Siavanger, 3. Mal. (Meldung des Norwegischen Telegramm.Zureaus.) Das Tuft. 
schiff „L 20“ wurde heute vormittag gegen 10 Uhr über dem südlichen Teile der Jäderküste 
Fiemlich nahe dem Lande gesichtet, es slog langsam nordwäris und kam der Küste immer näher, 
bis nach Hafsfsord, wo es auf das Wasser niederging. Der Zeppelin ist anscheinend beschödigt. 
VBon Molde aus wird alles versucht, um Hilfe zu bringen. Nach einer ergoanzenden Meldung 
trieb der Zeppelin gegen elne Felskuppe, und das Achterschiff brach direkt vor der hinteren 
Gondel und flürzle herab. Eine Rettung des Schiffes war unmöglich; es brach mitten durch
        <pb n="210" />
        und stärzte in den Hafsssord. Eln Torpedobook, welches längs der Küste gefolgt war, rettete 
die Besatzung. Das vollständig wrack gewordene Tuftschiff trieb im westlichen Telle des Hafs- 
fjords unmittelbar bei seiner Mündung ins Meer an. Der Chef des Besterlehnschen Regiments 
Obersk Johannsen teilt mit: Der Zeppelln „L 20“ Ist nachmittags on der Westseite von Hafs, 
fiord an Land getrieben, dort verankert worden und wird von Militaär bewacht. 
Stavanger, 4. Mal. (Meldung des Norwegischen Telegramm-Bureaus.) Der Regiments- 
kommandeur Oberst Johannsen ließ nachmittags um 3 Uhr das Tufischiff „L 20“ von einer 
Abiellung Soldaten beschießen, so daß es explodierte. Es hatie nämlich wegen siarken Windes 
hefige Bewegungen zu machen begonnen und hätte sich, weil noch ffark mit Gas gefülli, leicht 
losreißen und Schaden anrichten können. Seine Explosion war sehr stark und weithin hörbar; 
ein paar Bootsschuppen in selner Nähe gerleien in Brand, und in den Häusern wurden 
Fensterscheiben zertrümmert. (W. T. Z.) 
  
Annahme des neuen Wehrpflichtgesetzes im englischen Darlament. 
London, 4. Mai. Im AUnterhause brachte Asquith gestern das neue Wehr- 
pflichtgesetz ein, das die Bestimmungen der am 27. April zurückgezogenen Bill 
mit dem Zusatz des Zwangsdienstes für Verheiratete zwischen dem 18. und 
41. Lebensjahre enthält. Diese Bestimmung wird erst einen Monat nach Annahme 
der Bill in Kraft kreten, um den Leuten zu ermöglichen, sich freiwillig einschreiben 
zu lassen. Ein Sondervorbehalt ist für gediente Leute vorgesehen, die nicht sofort 
gebraucht werden; diese können zu ihrer bürgerlichen Beschäftigung zurückkehren, 
bis sie einberufen werden. Die ersie Lesung des Wehrpflichtgesetzes wurde 
einstimmig angenommen. 
Das Unterhaus hat das Diensipftlichtgesetz mit 328 gegen 36 Stimmen in zweiter 
Lesung angenommen. (W. T. Z.) 
Ergebnisse des Luftkriegs im April. 
Großes Hauptquartier, s. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplat. Auch gestern war die Gefechtstätigkeit an der 
englischen Front zwischen Armentières und Arras lebhast. Zei Givenchy-en-Gohelle 
entwickelten ssch Handgranatenkämpfe um einen Sprengtrichter, in den der Feind 
vorübergehend hatte vordringen können. 
Südlich der Somme sind nachts deutsche Erkundungsabteilungen in die seindliche 
Stellung eingebrochen, haben einen Gegenskoß abgewiesen und einen Offizier und 
45 Mann gefangengenommen. 
Links der Maas drangen unsere Truppen in vorspringende französische Ver- 
teidigungsanlagen westlich von Avocourt ein. Der Feind hatte sie unter dem Eindruck 
unseres Feuers aufgegeben; sie wurden zerstört und planmäßig wieder geräumt. 
Süädöstlich von Haucourt wurden mehrere französische Gräben genommen und 
Gefangene eingebracht. Ein gegen den Westausläufer der Höhe „Toter Mann“ 
wiederholter feindlicher Angriff brach völlig zusammen. 
Rechts der Maas kam es besonders nachts zu siarker Artillerictätigkeit.
        <pb n="211" />
        Ein englischer Doppeldecker mit französischen Abzeichen fiel an der Küste nahe 
der holländischen Grenze unversehrt in unsere Hand; die Insassen retteten sich auf 
neutrales Gebiet. 
Ein deutsches Geschwader warf auf die Bahnanlagen im Noblette, und Auvetal 
(Champagne) sowie auf den Flughafen Suippes ausgiebig und erfolgreich Zomben ab. 
Der Tufikrieg hat im Laufe des April, besonders in der zweiten Hälfie des 
Monats, auf der Westfront einen großen Amfang und wachsende Erbitterung 
angenommen. An Stelle des Einzelgefechts kritt mehr und mehr der Kampf in 
Gruppen und Geschwadern, der zum größten Teil jenseits unserer Linien aus- 
gefochten wird. Im Verlauf dieser Kämpfe sind im Monat April auf der Wesifront 
26 feindliche Flugzeuge durch unsere Kampfflieger abgeschossen, davon 
diesseits der Frontlinie in unseren SBesitz gefallen. 
Außerdem erlagen 
10 Flugzeuge dem Feuer unserer Abwehrkanonen. 
Unsere eigenen Verluste belaufen sich demgegenüber auf zusammen 
22 Flugzeuge; von diesen gingen 
14 im Tuftkampf, 
4 durch Nichtrückkehr, 
4 durch Abschuß von der Eede aus verloren. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Es hat sich nichts von besonderer 
Bedeutung ereignet. Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
CLuftangriff auf Valona und Brindisi. 
Wien, 5. Mai. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Unsere Flieger belegten vorgestern den Sahn, 
knotenpunkt Zdolbunowo südlich von Kowno mit Zomben. Im Sahnhofsgebäude, 
in den Werksiätten, im rollenden Material und auf den Schienenanlagen wurden 
Treffer beobachtet. Mehrere Gebäude gerieten in Brand. 
Gesiern wieder überall erhöhte Geschüttätigkeit; vielfach auch Zorfeldgeplänkel. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Am Rambon vertrieben unsere Truppen 
nach kräftiger Artillerievorbereitung den Feind aus mehreren Stellungen, nahmen 
über 100 Alpini, darunter 3 Offiziere, gesangen und erbeuteten 2 Maschinengewehre. 
Im Marmolatagebiet wurde nachts eine schwächere seindliche Abteilung am 
Osthang des Sasso Undici zersprengt. 
Sonsi nur mäßige Artillerietätigkeit. 
Südöftlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalsiabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Ereignisse zur See. Am 4. Mai vormittags haben unsere Seeflugzeuge 
Balona, am Nachmittag Brindisi bombardiert. In Zalona wurden Batterien, 
Hafenanlagen und Flugzeugsiation mehrfach wirkungsvoll getroffen, in Brindiss
        <pb n="212" />
        x 
   
L 
O 
mehrere Volltreffer auf Eisenbahnzüge, Bahnhofsgebäude und Magazine, ferner im 
Arsenal, inmitten einer dicht zusammenliegenden Gruppe von Zerstörern, beobachtet. 
Mehrere Bomben sind in der Stadt explodiert. Ein zur Abwehr aufsteigendes 
feindliches Flugzeug wurde sofort vertrieben. Auf dem Rückfluge wurde weit in 
See der Kreuzer „Marco Holo“ angetroffen und die auf Deck dicht zusammen- 
siehende Zemannung mit einem Maschinengewehr wirkungsvoll beschossen. Trotz 
des heftigen Abwehrfeuers sind sowohl von Valona als auch von Brindist alle unsere 
Flugzeuge zurückgekehrt. 
    
nn—d.—u m— r 
. S— ——— 
G— 
#### 
Flottenkommando. (W. T. B.) 
Deutsche Antwortnote an Amerika über den U Boot-Krieg. 
Berlin, s. Mal. Nachstehende Note Ist in Beantwortung der amerikanischen Note vom 
20. April über die Führung des deuischen U. Boot-Krieges dem Botschaster der Vereinigten 
Staaten von Amerika gesiern abend übergeben worden: 
Der Interzeichnete beehrt sich, im Namen der Koiserlich Deutschen Regierung, Seiner 
Exzellenz dem Botschafter der Bereinigten Siaaten von Amerika, Herrn James W. Gerard, 
auf das Schreiben vom 20. April über die Führung des deutschen Untersee bo#krieges nachstehendes 
zu erwidern: 
Die Deutsche Regierung hat das ihr von der Regierung der Vereinigten Siaaten in Sachen 
der „Sussex“ mitgetellte Material an die beteiligten Marineskellen zur Hrüfung weitergegeben. 
Auf Grund des bisherigen Ergebnisses dieser Drüsung verschließt sie sich nicht der Möglichkeit, 
daß das in ihrer Note vom 10. April erwähnie, von einem deutschen Unterseeboot torpedierte 
Schiff in der Tat mit der „Sussex“ idenlisch isft. Die Deuische Keglerung darf sich eine weitere 
Mitteilung hierüber vorbehalten, bis einige noch ausfkehende für die Zeurteilung des Sachverhalts 
ausschlaggebende Festsiellungen ersolgt sind. Falls es sich erwessen sollte, daß die Annahme des 
Kommandanten, ein Kriegsschiff vor sich zu haben, irrig war, so wird die Deutsche Regierung 
die sich hieraus ergebenden Folgerungen ziehen. 
Die FRegierung der Vereinigten Staaten hat an den Fall der „Sufsex“ eine Reihe von 
Behauptungen geknüpft, dle in dem Sahe gipfeln, daß dieser Fall nur ein Beispiel für die 
vorbedachte Meihode unierschtedsloser Zerstörung von Schiffen aller Art, Nationalität und 
Beskimmung durch die Befehlshaber der deuischen Unterseeboote sel. Die Deutsche Regierung muß 
diese Behauptung mit Entschiedenheit zurückweisen. Auf eine ins einzelne gehende Zurückweisung 
glaubt sie indessen im gegenwärtigen Stadium verzichten zu sollen, zumal da die Amerikanische 
Regierung es unterlassen hat, lhre Behauplung durch konkreie Angaben zu begründen. Die 
Deutsche Regierung begnügi sich mit der Fesistellung, daß sie, und zwar lediglich mit Rücksicht 
auf die Interessen der Neutralen, in dem Gebrauch der Unterseebootwaffe sich weitgehende 
Beschränkungen auferlegi hat, obwohl diese Beschränkungen notwendigerweise auch den Feinden 
Deutschlands zugute kommen — eine Rücksicht, der die Neutralen bei England und seinen 
VBerbündeien nicht begegnet sind. 
In der Tat sind die deutschen Seeffreitkräfte angewiesen, den Unterseebootkrieg nach den 
allgemeinen völkerrechtlichen Grundsätzen über die Anhaltung, Durchsuchung und Zerstörung von 
Handelsschiffen zu führen, mit der einzigen Ausnahme des Handelskrieges gegen die im englischen 
Kriegsgebiet betroffenen feindlichen Frachtschiffe, deretwegen der Regierung der Vereinigten Staaten 
niemals, auch nicht durch die Erklärung vom 8. Februar d. J., eine Zusicherung gegeben worden 
Isi. Einen Zweisel daran, daß die entsprechenden Besehle loyal gegeben worden sind und loyal 
ausgeführt werden, kann die Deutsche Regierung niemandem gestatten. Irrtümer, wie sie tatsächlich 
vorgekommen sind, lassen sich bei keiner Art der Kriegsührung ganz vermeiden und sind in 
  
U——.— ## l— —W#c #d- GO D S□— S#e 
—— “2835 
1384
        <pb n="213" />
        L 
Ê— 
’en 
. 
X 
4 
S— 
  
    
    
dem Seekriege gegen elnen Feind, der sich aller erlaubten und unerlaubten (Isten bedient, 
erklärlich. Aber auch abgesehen von Jertämern birgt der Seekrieg genau wie der Landkrieg für 
neutrale Dersonen und Gäter, die in den Bereich der Kämpfe gelangen, unvermeidliche Gefahren 
in sich. Selbst in den Fällen, in denen die Kampfhandlung sich lediglich in den Formen des 
Kreuzerkrieges abgespielt hai, sind wiederholt neutrole Hersonen und Güter zu Schaden gekommen. 
Auf die Minengefahr, der zahlreiche Schiffe zum Opfer gefallen sind, hat die Deuische Regierung 
wiederholt aufmerksam gemacht. 
Die Deutsche RKeglerung hat der Regierung der Vereinigten Staaten mehrfach Vorschläge 
gemacht, die bestimmt waren, die unvermeldlichen Gefahren des Seekrieges für amerikanlsche 
Reisende und Güter auf ein Mindesimaß zurückzuführen. Leider hat die Kegierung der 
Verelnigten Staaten nicht geglaubt, auf diese Zorschläge eingehen zu sollen; anderenfalls würde 
sie dazu belgetragen haben, einen großen Teil der Anfälle zu verhindern, von denen Inzwischen 
amerikanksche Staatsangehörige betroffen worden ssnd. Die Deutsche Regierung hält auch heute 
noch an ihrem Angebot fest, Vereinbarungen in dieser Richtung zu treffen. 
Entsprechend den wiederholt von ihr abgegebenen Erklärungen kann die Deutsche Regierung 
auf den Gebrauch der Unterseebootwaffe auch im Handelskrieg nicht verzichten. Wenn sie ssch 
heute in der Anpassung der Methoden des Unterseebootkrieges an die Interessen der Neutralen 
zu einem weiteren Entgegenkommen enischließt, so sind für sie Gründe bestimmend, die sich 
über die Zedeutung der vorliegenden Streitfrage erheben. 
Die Deutsche Regierung mißt den hohen Geboten der Menschlichkeit keine geringere Bedeutung 
bei als die Regierung der Verefnigten Staaten. Sie irägt auch voll Rechnung der langen 
gemeinschaftlichen Arbeit der beiden Regierungen an einer von diesen Geboten geleiteien 
Ausgestaltung des Zölkerrechts, deren Ziel sieis die Zeschränkung des Land- und Seekrieges 
auf die bewaffneie Macht der Kriegfährenden und die tunlichste Sicherung der Nichtkämpfenden 
gegen die Grausamkesten des Krieges gewesen fsl. 
Für sich allein würden sedoch diese Gesichtspunkte, so bedeutsam sie sind, für die Deutsche 
ZRegierung bel dem gegenwärtigen Stand der Dinge nicht den Ausschlag geben können. 
Denn gegenüber dem Appell der Fegierung der Dereinigten Stlaaten an die geheiligten 
Grundsätze der Menschlichkelt und des Zölkerrechts muß die Deutsche Regierung erneut und 
mit allem Nachdruck fesistellen, daß es nicht die Deutsche, sondern die Brillsche Regierung 
gewesen ist, die diesen furchtbaren Krieg unter Mißachtung aller zwischen den Bölkern vereinbarten 
Fechisnormen auf Leben und Eigentum der Nichtkämpfer ausgedehnt hal, und zwar ohne sede 
Räcksicht auf die durch diese Art der Kriegfährung schwer geschädigten Interessen und Rechte 
der Neutralen und Fichtkämpfenden. In der blittersten Notwehr gegen die rechtswidrige 
Kriegführung Englands, im Kampf um das Dasein des deufschen Volkes hat die deuische 
Kriegführung zu dem harten, aber wirksamen Mi#tel des Unterseebootkrieges greifen müssen. 
Bei dieser Sachlage kann die Deutsche Kegierung nur erneut ihr Zedauern darüber aussprechen, 
daß die humanitären Gefühle der Amerskanischen Regierung, die sich mit so großer Wärme den 
bedauernswerten Opfern des Unterseebootkrieges zuwenden, sich nicht mit der gleichen Wärme 
auch auf die vielen Millionen von Frauen und Kindern erstrecken, die nach der erklärten Absscht 
der Englischen Kegierung in den Hunger geirieben werden und durch ihre Hungerqualen die 
siegrelchen Armeen der Zentralmächte zu schimpflicher Kapilulation zw#i#ngen sollen. Die Deutsche 
RKegserung und mit ihr das deutsche VDolk hat für dieses ungleiche Empfinden um so weniger 
VBerständnis, als sie zu wiederholten Malen sich ausdrücklich berelt erklärt hat, sich mit der 
Anwendung der Unierseebootwaffe streng an dse vor dem Krieg anerkannten völkerrechtlichen 
Normen zu halten, falls England sich dazu bereitfindei, diese Normen gleichfalls seiner Kriegführung 
zugrunde zu legen. Die verschledenen Versuche der Regierung der Vereinigten Staaten, die 
Großbritannische Regierung hierzu zu bestimmen, sind an der strikten Ablehnung der Britischen 
Regierung gescheltert. England hat auch weisterhin Bölkerrechtsbruch auf Zölkerrechlsbruch gehduft
        <pb n="214" />
        i 
———. 
  
und in der Vergewalligung der Neutralen sede Grenze überschriklen. Seine letzte Maßnahme, 
die Erklärung deutscher Bunkerkohle als Bannware, verbunden mit den Bedingungen, zu denen 
allein englische Zunkerkohle an die Neutralen abgegeben wird, bedeutel nichts anderes als den 
Dersuch, die Tonnage der Neutralen durch unerhörte Erpressung unmittelbar in den Oienst des 
englischen Wirtschaftskrieges zu zwingen. 
Das deutsche Zolk weiß, daß es in der Hand der Regierung der Dereinigten Staaten 
liegt, den Krieg im Sinne der Menschllchkeik und des Bölkerrechis auf die Streitkräfte der 
kämpfenden Staaten zu beschränken. Die amerikanische Regierung wäre dieses Erfolges sicher 
gewesen, wenn sie sich entschlossen hätte, ihre unbestreilbaren Rechte auf die Freihelt der Meere 
England gegenüber nachdrücklich gellend zu machen. So aber steht das deutsche Volk unter 
dem Eindruck, daß die Regierung der Vereinigten Staaten von Deutschland in dessen Existenz- 
kampf die Zeschränkung im Gebrauch einer wirksamen Waffe verlangt und daß sie die Aufrechl. 
erhaltung fhrer Beziehungen zu Deutschland von der Erfüllung dieser Forderung abhängig 
macht, während sie sich gegenüber den völkerrechtswidrigen Methoden seiner Feinde mit Protesfen 
begnügl. Auch isi dem deuischen Volke bekannt, in wie weitem LImfang unsere Feinde aus 
den Tereinlgten Staaten mit Kriegsmilleln aller Art versehen werden. 
Unter diesen Umständen wird es verskanden werden, daß die Anrufung des Bölkerrechts 
und der Gesühle der Menschlichkeit im deulschen Zolke nicht den vollen Widerhall finden kann, 
dessen ein solcher Appell hler unter anderen Verhällulssen steis sccher ist. 
Venn die Deutsche Regierung sich trotzdem zu einem äußersten Zugeständnis entschließl, so 
I für sie entscheidend einmal die mehr als hunderlfährige Freundschaft zwischen den belden 
großen BZölkern, sodann aber der Gedanke an das schwere Berhängnis, mit dem eine Aus- 
dehnung und Verlängerung dieses grausamen und blutigen Krieges die gesamie zivilisserte 
Menschheit bedrohl. Das Bewußtlsein der Slärke hat es der Deutschen Regierung erlaubt, 
zweimal im Laufe der letzten Monate ihre Berestschaft zu einem Deutschlands Lebens- 
interessen sschernden Frleden offen und vor aller Weli zu bekunden. Sie hat damit zum 
Ausdruck gebracht, daß es nicht an ihr liegt, wenn den Völkern Europas der Friede noch 
länger vorenthalten bleibt. Mit um so slärkerer Zerechtigung darf die Deuische Regierung 
aussprechen, daß es vor der Menschheit und der Geschlchte nicht zu verantworten wäre, nach 
21 monatiger Kriegsdauer die über den Unterseebookkrieg entstandene Stireitfrage eine den Frieden 
zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Volke ernstlich bedrohende Wendung nehmen zu lassen. 
Einer solchen Enkwicklung will die Deutsche Regierung, soweit es an ihr liegi, vorbeugen. 
GSie will glelchzeitig ein letztes dazu beltragen, um — solange der Krieg noch dauert — die 
Beschränkung der Kriegführung auf die kämpfenden Streitkräfte zu ermöglichen, ein Ziel, das 
die Freiheit der Meere einschließt und in dem sich die Deutsche KRegierung mit der Regierung 
der Bereinlgten Staaten auch heute noch einig glaubt. 
Von diesem Gedanken gelestel, teilt dle Deutsche Kegierung der Regierung der Pereinigten 
Siaaten mit, daß Weisung an die deutschen Seeskreitkräste ergangen ist, in Beobachtung der 
allgemeinen völkerrechtlichen Grundsähe über Anhaltung, Durchsuchung und Zerstörung von 
Handelsschiffen auch innerhalb des Seekriegsgeblets Kauffahrtelschiffe nicht ohne Warnung und 
Retlung der Menschenleben zu versenken, es sei denn, daß sie fliehen oder Widerskand leisten. 
In dem Daselnskampf, den Deutschland zu führen gezwungen ist, kann ihm sedoch von 
den Neutralen nicht zugemutet werden, sich mit Räcksicht auf ihre Interessen im Gebrauch 
einer wirksamen Waffe BZeschränkungen aufzuerlegen, wenn seinen Gegnern gestaitet bleibt, 
ihrerseits völkerrechtswldrige Mitlel nach Belieben zur Anwendung zu bringen. Ein solches 
VBerlangen würde mit dem Wesen der Neutraliläl unvereinbar sein. Die Deutsche Regierung 
I überzeugt, daß der Regierung der Vereinigten Staalen eine derartige Zumutung kernliegt; 
dles entnimmi sie aus der wiederholten Erklärung der Amerikanischen Regierung, daß sie allen 
Kriegführenden gegenüber die verletzle Freiheit der Meere wiederherzustellen enischlossen sei. 
  
“
        <pb n="215" />
        Die Deuitsche Regierung geht demgemäß von der Erwartung aus, daß ihre neue Weisung 
an die GSeestreitkräste auch in den Augen der Fegierung der Vereinigten Staaten sedes Hindernis 
für die BZerwirklichung der in der Note vom 23. Juli 1015 angebotenen Zusammenarbeil zu 
der noch während des Krieges zu bewirkenden Wiederherstellung der Freiheit der Meere aus 
dem Wege räumt, und sie zweifelt nicht daran, daß die Negierung der Vereinigten Staaten 
nunmehr bei der Großbritannischen KRegierung die alsbaldige Beobachtung dersenigen völker- 
rechtlichen Normen mit allem Nachdruck verlangen und durchsetzen wird, die vor dem Kriege 
allgemein anerkannt waren und die insbesondere in den Noten der Amerikanischen Regierung 
an die Britische KRegierung vom 28. Dezember 1914 und vom 5. November 1918 dargelegt 
sind. Sollten die Schritte der RKegierung der Vereinigten Staaten nicht zu dem gewollten 
Erfolge führen, den Gesetzen der Menschlichkeit bei allen kriegführenden Nationen Geltung zu 
verschaffen, so würde die Deutsche Regierung sich einer neuen Sachlage gegenübersehen, für die 
sie sich die volle Freiheit der Entschließungen vorbehalten muß. 
Der Unterzeichnete benutzt auch diesen Anlaß, um dem Herrn Botschafter die Versicherung 
seiner ausgezeichnetsten Hochachtung zu erneuern. gez. v. Jagow. 
Seiner Exzellenz dem BZotschafier der Vereinigten Staaten von Amerika 
Herrn Jomes W. Gerard. (W. T. B.) 
Fünfzehn französische Fesselballons eingefangen. 
Großes Hauptquartier, 6. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Südöstlich und südlich von Armentières waren 
Anternehmungen unserer Datrouillen erfolgreich; es wurden Gefangene gemacht und 
zwei Maschinengewehre, zwei Minenwerfer erbeutet. 
Bei Givenchgy##en-Gohelle wurde ein englischer Angriff gegen einige von uns 
besetzte Sprengtrichter glatt abgeschlagen. 
Nordösilich von Vienne-le-Chäteau (Argonnen) scheiterte eine größere französissche 
Datrouillenunternehmung nach Nahkampf. 
Auf dem linken Maasufer spannen sich die Artillerie, und Infanteriekämpfe in 
Gegend von Haucourt fort; sie brachten uns wiederum einige Erfolge, ohne völlig 
zum Abschluß zu kommen. 
Südlich von Warneton hat Bizefeldwebel Frankl am 4. Mai einen englischen 
Doppeldecker abgeschossen und damit sein viertes feindliches Flugzeug außer Gefecht 
geseht. Seine Majesiät der Kaiser hat seiner Anerkennung für die TLeistungen des 
tüchtigen Fliegers durch die Beförderung zum Offizier Ausdruck verliehen. Südöstlich 
von Diedenhofen mußte ein französisches Flugzeug notlanden; die Insassen sind 
gefangengenommen. 
Eine große Zahl französischer Fesselballons riß sich gestern abend infolge plötz- 
lichen Sturmes los und trieb über unsere Linien; mehr als fünfzehn sind bisher 
geborgen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Tage isi im allgemeinen unverändert. 
Balkankriegsschauplah. Eins unserer Tuftschiffe ist von einer Fahri nach 
Saloniki nicht zurückgekehrt. Es ist nach englischer Meldung abgeschossen und 
verbrannt. | 
Oberste Heeresleitung. (W. T. Z.) 
      
· — - . 5 ————— 
S 
  
  
2 
— 
#h
        <pb n="216" />
        Mißerfolge der Italiener bei Lafraun. 
Wien, 6. Mai. Amilich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. Truppen der Armee des Erzherzogs Joseph 
Ferdinand veririeben südwestlich von Olyka die Russen aus einem unmittelbar vor 
der Front liegenden Wäldchen. 
Sonst keine besonderen Ereignisse. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kampftätigkeit war im allgemeinen 
gering. Ein feindlicher Gegenangriff auf die von uns genommenen Stellungen am 
ZKombon wurde abgewiesen. 
Auf der Hochfläche von Lafraun wurden die Jtallener aus ihren vorgeschobenen 
Gräben nördlich unseres Werkes usern vertrieben. 
Südbbstlicher Kriegsschauplatz. #nverändert. 
Der Stellverkreker des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Ein Zeppelin bei Saloniki zerstört. 
London, s. Mai. Gegen 2½ Uhr heute morgen näherte sich ein Zeppelin- 
Luftschiff Saloniki. Als es über dem Hafen kreuzte, wurde es von der britischen 
Flotte heftig beschossen und getroffen, so daß es, in Flammen gehüllt, in der Nähe 
der Mündung des Karadereflusses herabfiel. (W. T. B.) 
Hestige Arkilleriekämpfe an beiden Maasufern. 
Großes Hauptquartier, 7. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Westlich der Maas wurde die Gefechtshandlung 
auch gestern nicht zu Ende geführt. Besonders war die Artillerie auf beiden Seiten 
sehr tätig. Oestlich des Flusses ist in der Frühe ein französischer Angriff in Gegend 
des Gehöftes Thiaumont gescheitert. 
An mehreren Stellen der übrigen Fronk wurden feindliche Erkundungsabteilungen 
abgewiesen; eine deutsche Hatrouille brachte südlich von Lihons einige Gefangene ein. 
Oestlicher Kriegsschauplaßtz. Zussische Torpedoboote beschossen heute früh 
wirkungslos die Nordoskküste von Kurland zwischen Rojen und Markgrafen. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
JKuhe an der italienischen Front. 
Wien, 7. Mai. Amrtlich wird verlautbart: 
ZKussischer und italienischer Kriegsschauplah. Geringe Gefechtstätigkeit, Lage 
unverändert. 
Süböstlicher Kriegsschauplatz. Ruhe. 
Der Stellvertreler des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.
        <pb n="217" />
        Ein englisches U-Boot versenkt. — Untergang des „L 7“. 
Berlin, 7. Mai. Vor der flandrischen Küste wurde am 5. Mai nachmittags 
ein feindliches Flugzeug im Luftgefecht unter Mitwirkung eines unserer Torpedoboote 
abgeschossen. Hinzukommende englische Streitkräfte verhinderten die Rettung der 
Insassen. Ferner erbeutete eines unserer Torpedoboote am 6. Mai vor der flandrischen 
Küste ein unbeschädigtes englisches Flugzeug und machte die beiden Offiziere zu 
Gefangenen. 
Westlich Horns Riff wurde am 5. Mai morgens das englische Unterseeboot „E 31“ 
durch Artilleriefeuer eines unserer Schiffe zum Sinken gebracht. 
Das Tuftschiff „L 7“ ist von einem Aufklärungsfluge nicht zurückgekehrt. Nach 
amtlicher Veröffentlichung der englischen Admiralität ist es am 4. Mai in der Nordsee 
durch englische Seestreitkräffe vernichtet worden. 
Der Chef des Abmiralstabes der Marine. (. T. B.) 
Die Opfer der feindlichen Beschießung unter der eigenen 
Bevölkerung. 
Berlin, 7. Mai. Artilleriefeuer und Fliegerbomben unserer Gegner im Westen 
haben auch im Monat April unter den friedlichen Landeseinwohnern in dem von 
uns besebten Gebiete blutige Zerlusie verursacht. Die „Gazette des Ardennes“ 
bringt regelmäßig die Namen der durch das Feuer der cigenen Landsleute getöteten 
oder verwundeten Zewohner. 
Wir entnehmen dieser Liste folgende Zahlen: 
Tot: 8 Männer, 10 Frauen, 9 Kinder, zusammen 27 Dersonen. 
Verwundet: 23 Männer, 20 Frauen, 23 Kinder, zusammen 785 Dersonen. 
Von den Verwundeten sind nachträglich ihren VZerlehzungen erlegen: 1 Mann, 
1 Frau, 2 Kinder. 
Somit erhöht sich die Gesamtzahl der seit dem September 1918 festgesfellten 
Opfer der feindlichen Zeschießung unter den Bewohnern des eigenen oder verbündeten 
Landes auf 1313 Dersonen. (W. T. B.) 
Der Nordhang der Höhe 304 genommen. 
Großes Hauptquartier, 8. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplah. ODie in den letzten Tagen auf dem linken 
Maasufer in der Hauptsache durch kapfere Hommern unter großen Schwierig- 
keiten, aber mit mäßigen Verlusten durchgeführken Operalionen haben Erfolg 
gehabt. Troh hartnäckigster Gegenwehr und wütender Gegenstöße des Feindes 
wurde das ganze Grabensystem am Nordhang der Höhe 304 genommen und 
unsere Linie bis auf die Höhe selbst vorgeschoben. Der Gegner hat außer- 
ordentlich schwere blutige Verluste erlitten, so daß an unverwundeten Gefangenen
        <pb n="218" />
        allein 40 Offiziere und 1280 Mann in unsere Hände fielen. Auch bei Entlastungs- 
vorstößen gegen unsere Stellungen am Westhang des „Toten Mann“ wurde er 
mis slarker Einbuße überall abgewiesen. — Auf dem Osiufer entspannen sich 
beiderseits des Gehöftes Thiaumont erbitterte Gefechte, in denen der Feind öfsilich 
des Gehöstes unseren Truppen unter anderen Neger entgegenwarf. Ihr Angriff 
brach mit Verlust von 300 Gefangenen zusammen. 
Bei den geschilderten Kämpfen wurden weitere frische französische Truppen 
festgesiellt; hiernach hat der Feind im Maasgebiet nunmehr, wenn man die nach 
voller Wiederauffüllung zum zweitenmal eingesetzten Teile mitzählt, die Kräfte 
von 31 Divisionen aufgewendet und damit reichlich das Doppelte der auf unserer 
Geite, der des Angreifers, bisher in den Kampf geführten Truppen. 
Von der übrigen Front sind außer geglückten Datrouillenunternehmungen, so in 
Gegend von Thiepval und Flirey, keine besonderen Ereignisse zu berichten. 
Zwei französische Doppeldecker stürzten nach Flugkampf über der Cöte de Frolde 
Terre brennend ab. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Die Tage ist im allgemeinen 
unverändert. 
Oberste Heeresleifung. (W. T. B.) 
Neue Kämpfe am Görzer Brückenkopf. 
Wien, 8. Mai. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer und südöstlicher Kriegsschauplah. Keine besonderen Ereignisse. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Einzelne Teile des Görzer Brückenkopfes 
und der Kaum von San Martino standen gestern zeitweise unter lebhaftem Geschütz= 
feuer. Wesilich der Kirche dieses Ortes wurde ein Teil der feindlichen Stellung 
durch eine mächtige Minensprengung zerstörft. Die Italiener erlitten hierbei große 
Verluske. Am Nordhang des Monte San Michele nahmen unsere Truppen einen 
kleinen feindlichen Stühpunkt. Unsere Flieger warfen auf das gegnerische TLager 
bei Chiopris (südöstlich von Cormone) zahlreiche Bomben ab. In mehreren Ab- 
schnitten der Tiroler Ostfront und bei Riva kam es zu lebhafteren Artilleriekämpfen. 
Der Stellvertreker des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Der White Star-Dampfer „Cymric“ gesunken. 
Amsterdam, 8. Mai. Nach einer Llopdsmeldung soll sich der White Star- 
Dampfer „Comric“ (13096 Registertonnen) in sinkendem Zustande befinden. Die 
„Chmric“ hatte keine Fahrgäste an Bord; sse befand sich mit gemischter Ladung auf 
der Heimreise nach England. 
Wie das Reutersche Bureau meldet, soll die „Comric“ von einem deutschen 
Unterseeboot im Atlantischen Ozean torpediert worden sein.
        <pb n="219" />
        b 
— * 
  
S 5 . set-in- 
LIC- 
Französischer Vorstoß gegen Höhe 304 gescheitert. 
Großes Hauptquartier, 9. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplah. Im Anschluß an die Erfolge auf der Höhe 304 
wurden mehrere südlich des Termitenhügels (südlich von Haucourh) gelegene feind- 
liche Gräben ersiürmt. 
Ein Versuch des Gegners, das auf der Höhe 304 verlorene Gelände unter 
Einsatz starker Kräfte zurückzuerobern, scheiterte unter für ihn schweren Verlusten, 
ebensowenig hatten französische Angriffe auf dem Ostufer der Maas in der Gegend 
des Thiaumontgehöstes Erfolg. Die Zahl der französischen Gefangenen dort ist 
auf 3 Offiziere, 375 Mann (außer 16 Berwundeten) gestiegen; es wurden 9 Maschinen= 
gewehre erbeutet. 
Von den übrigen Fronten ist außer mehreren für uns erfolgreichen Datrouillen= 
unternehmungen nichts Besonderes zu berichten. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Michts Neues von der k. u. k. Front. 
Wien, 9. Mai. Amtlich wird verlautbart: Nirgends besondere Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Erfolgreiches Seegefecht bei Ostende. 
Berlin, 9. Mai. Gelegentlich einer Erkundungsfahrt hatten zwmei unserer 
Torpedoboote nördlich Ostende am 3. Mai vormittags ein kurzes Gesecht mit fünf 
englischen Zerstörern, wobei ein Zerstörer durch Artillerietreffer schwer beschädigt 
wurde. Unsere Torpedoboote sind wohlbehalten in den Hafen zurückgekehrt. 
Der Chef des Admiralskabes der Marine. (W. T. B.) 
  
    
   
    
    
   
     
   
  
  
     
     
    
  
  
  
     
Die Beute von Kut el Amara.—Täürkischer Erfolg am Suezkanal. 
Konstantinopel, 9. Mai. (Amtlicher Bericht des Hauptquartiers.) An der 
Jrakfront im Abschnitt von Felahie nur zeitweise aussehende Tätigkeit der beiden 
Artillerien. Das Steigen des Tigris hat auf beiden Seiten einen Teil der Gräben 
zerstört. Wir haben die unserigen sogleich wieder instand geseht. — Die Namen 
der höheren Kommandeure, die bei Kut el Amara gefangengenommen wurden, sind 
solgende: Außer dem General Townshend der Kommandant der 6. Infanterie, 
division Downa und der Divissonär Matios, die Kommandeure der 16., 17. und 
18. Brigade, namlich die Generale Dalmack und Hamilton sowie Oberst Evens, 
ferner der Kommandeur der Artillerie Smith, sodann ss11 sonstige Ossiziere niederen 
Grades, darunter die Hälste Europäer, der Rest Inder. Von den gefangenen 
r 
Jr- — — 
——
        <pb n="220" />
        Soldaten sind 2596 Engländer, die übrigen Inder. Obwohl der Feind vor der 
Kapitulation einen Teil der Geschütze, Gewehre und Kriegsmaierial zerstörte und 
das übrige in den Tigris warf, verblieb noch eine Beute, die bis jetzt noch gezähli 
wird und mit leichten Ausbesserungen verwendbar ist, nämlich 40 Kanonen verschie— 
denen Kalibers, 20 Maschinengewehre, fast 5000 Gewehre und eine große Menge 
Artillerie. und Infanteriemunition, ein großes und ein kleines Schiff, die gegenwärtig 
wieder verwendet werden, vier Automobile, drei Flugzeuge und eine Menge Kriegs, 
gerdt, das noch nicht gezählt ist. Die Waffen und die Munition, die in den Fluß 
geworfen wurden, werden nach und nach geborgen. Diesenigen Einwohner von 
Kut el Amara, die nicht zu uns hinüberkommen konnten, empfingen uns mit großer 
Festlichkeit und vergossen Freudentränen beim Einzuge unserer Truppen, die sich vor 
allem damit befaßten, den Zelagerten Lebensmittel auszuteilen. 
An der Kaukasusfront nichts von Bedeutung. 
In Smorna schossen ein Torpedoboot und zwei Wachtschiffe auf der Höhe der 
Enge von Mekri ungefähr 100 Granaten ohne Wirkung auf die Umgebung von 
Mekri ab. 
In den letzten Kämpfen bei Katia und bei Divar westlich davon und 185 Kilo- 
meter östlich vom Suezkanal nahmen wir dem Feind 240 Tasttiere, 120 Kamele, 
67 Zelte, 220 Sättel, 537 Kisten Munition, 100 Gewehre, 2 Maschinengewehre, 
163 Säbel und eine Menge Sajonette, Konserven und andere Gegenstände ab. 
An der Front von Aden versuchte am 10. März eine feindliche aus Infanterie 
und Kavallerie zusammengesetzte Abteilung durch eine Flankenbewegung unsere 
Abteilung nördlich von Scheik Osman zu überraschen. Sie wurde zurückgewiesen 
und ließ Tote und Verwundete am Dlatze. Am 15. und 16. März unternahm 
unsere auf Amad nordösilich von Scheik Osman entsandte Abteilung einen über- 
raschenden Angriff, der gelang. Der Feind gab nach zweistündigem Widerstand 
Amad auf und zog sich nach Süden zurück troh seiner schweren Geschütze, die von 
Scheik Osman herangeführt worden waren, und trotz der Kanonen eines Kreuzers, 
der sich östlich von Amad befand. In dieser Schlacht verlor der Feind 7 Offziere 
und mehr als 300 sonstige Tote und VBerwundete, unsere Verluste dagegen betragen 
eiwa 30 Mann. (W. T. B.) 
Amerikas Antwortnote an Deutschland. — Die Annahme der 
deutschen Zugestiändnisse. 
London, 9. Mai. Das Reutersche Zureau meldet aus Washington: Die 
amerikanische Note an Deutschland hat folgenden Wortlaut- 
„Die Note der Kaiserlichen Kegierung vom 4. Mai ist von der Regierung sorg- 
fältig erwogen worden. Sie ist namentlich zur Kenntnis genommen worden als An- 
gabe der Absicht der Kaiserlichen Regierung, künftig ihr Aeußerstes zu tun, um die 
Kriegsoperationen für die Dauer des Krieges auf die Bekämpfung der Streitkräfte der 
Kriegführenden zu beschränken, und daß sie beschlossen hat, allen ihren Kommandanten
        <pb n="221" />
        zur See die Beschränkungen aufzuerlegen, die die Regeln des Völlertechts an- 
erkennen, und worauf die Regierung der Vereinigten Staaten in all den Monaten * 
bestanden hat, seitdem die Kaiserliche Regierung am 4. Februar 1915 denjenigen * 
Unterseebootlrieg angelündigt hat, der jeizt glücklicherweise aufgegeben ist. Die t 
Zegierung der Vereinigken Staaten hat sich in ihren geduldigen Bemühungen, die 
kritischen Fragen, die aus jener Holitik entstanden sind und die die guten Zeziehungen 6n 
der beiden Länder so ernstlich bedrohten, zu einem freundschaftlichen Ausgleich zu 0 
bringen, beskändig durch die Gefühle der Freundschaft leiten und zurückhalten lassen. * 
Die Regierung der Vereinigten Staaten verläßt sich darauf, daß jene Erklärung 
hinfort gewissenhaft ausgeführt werden wird. Die jetzige Aenderung der Dolitik der 2 
Kaiserlichen Kegierung ist geeignet, die hauptsächliche Gefahr einer Unterbrechung 14 
der guten Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland zu # 
beseitigen. Die RKegierung der VZereinigten Staaten hält es für notwendig zu erklären, * 
daß sie es für ausgemacht hält, daß Deutschland nicht beabsichtigt, annehmen " 
% 
zu lassen, daß die Aufrechterhaltung der neu angekündigten Holitik in irgendeiner 00 
Weise von dem Berlauf oder dem Eegebnis der diplomatischen Verhandlungen Ö 
zwischen den Vereinigten Staaten und irgendeiner anderen kriegführenden Regie- 
rung abhänge, obwohl einige Stellen in der Note der Kaiserlichen Regierung vom # 
4. Mai so ausgelegt werden könnten. Im jedoch ein mögliches Mißverständnis zu * 
vermeiden, tut die Regierung der Vereinigten Staaten der Kaiserlichen Regierung t 
zu wissen, daß sie sich keinen Augenblick auf die Idee einlassen, geschweige sie 
erörtern kann, daß die Achtung der Rechte amerikanischer Bürger auf der hohen See * 
durch die deutschen Marinebehörden irgendwie oder im geringsten Maße von dem * 
Verhalten einer anderen Regierung abhängig gemacht werden sollte, denn die Ver— 
antwortung mit Bezug · auf die Zechte der Neutralen und der Jichtkämpfer ist é 
etwas Individuelles und nichts Gemeinschaftliches, etwas Absolutes und nicht etwas 2 
  
ZRelatives.“ (W. T. B.) r 
Wie wir festgestellt haben, liegt der deutschen Regierung diese Note noch nicht vor. 7v“ 
2 
Alle Personen vom Dampfer „Cymric“ gereitet. 3 
* London, 9. Mai. „TLloyds“ erhielt einen drahtlosen Zericht von dem nieder- 9 
En ländischen Dampfer „Grotius“, daß alle Hersonen, die sich an Zord des versenkten 3 
* Dampfers „Cymric“ befanden, gerettet sind. GW. c. 5 
lx · 
Russischer Vorstoß bei Dünaburg abgewiesen. 
* Großes Hauptquartier, 10. Mai. 8 
Westlicher Kriegsschauplah. In den Argonnen versuchte der Feind, im An- 
schluß an eine Sprengung in unsere Gräben einzudringen, er wurde zurückgeschlagen. 2 
Südwesilich der Höhe 304 wurden feindliche Vortruppen weiter zurückgedrückt "—ä 
und eine Feldwache aufgehoben. Unsere neuen Stellungen auf der Höhe wurden 
weiter ausgebaut. t 
270.— — —. „##s# .4 5—— W 0 r * 
....ß. ö ν
        <pb n="222" />
        Deutsche Flieger belegten die Fabrikanlagen von Dombasle und Raon l'Etape 
ausgiebig mit Bomben. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Südlich von Garbunowka (westlich Dünaburg) 
wurde ein russischer Vorstoß auf schmaler Frontbreite unter schweren Verlusten für 
den Gegner abgewiesen. 
Balkankriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Vergebliche italienische Angriffe gegen San Martino. 
Wien, 10. Mai. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. In Ositgalizien und Wolhynien andauernd 
erhöhte Tätigkeit bei den Sicherungstruppen. 
Keine besonderen Ereignisse. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Nachdem der Feind schon gestern einzelne 
Teile des Görzer Brückenkopfes und der Hochfsläche von Doberdo lebhafter beschossen 
hatte, seczte er heute früh mehrere Angriffe gegen San Martino an, die alle ab- 
gewiesen wurden. 
Auch an der Kärntner und Osttiroler Front kam es siellenweise zu einer erhöhten 
Artillerietätigkeit. 
Südböstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert ruhig. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Eine deutsche Erklärung zum „Sussex“"-Fall. 
Berlin, 10. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: Wie wir an zuständiger 
Stelle erfahren, sind die bisher noch ausstehenden Fesistellungen zum „Sussex“-Fall 
in der Zwischenzeit erfolgt. Nach dem Ergebnis der damit abgeschlossenen Unter- 
suchung hat sich die aus dem hier damals bekannten Tatsachenmaterial gewonnene 
Ansicht, daß die Zeschädigung des „Sussex“ auf eine andere Lrsache als auf den 
Angriff eines deutschen Unterseebootes zurückzuführen sei, nicht aufrechterhalten lassen. 
Es kann nicht mehr bezweifelt werden, daß das von einem deutschen Unterseeboot 
am 24. März d. J. torpedierte vermeintliche Kriegsschiff in der Tat mit dem Dampfer 
„Sussex“ identisch ist. Die deutsche Regierung hat die Regierung der Vereinigten 
Staaten hiervon benachrichtigt und ihr mitgeteilt, daß sie hieraus die Folgerungen 
im Sinne der Note vom 4. Mai ziehe. (W. T. B.) 
Zussischer Mißerfolg in Armenien. 
Konstantinopel, 10. Mai. (Bericht des Hauptquartiers.) An der Jrakfront keine 
Veränderung. " 
An der Kaukasusfront machten wir in örtlichen Kämpfen, die sich auf dem rechten 
Flügel und im Zentrum abspielten, eine Anzahl Gefangene und Zeute. Im Zentrum
        <pb n="223" />
        wurde der Angriff einer feindlichen Kompagnie mit für sie großen Verlusten zurück- 
geschlagen. Im Abschnitt von Biklis keine Beränderung. Infolge eines über- 
raschenden Angriffs, den wir im Abschnitt von Kirvaz, ungefähr 40 Kilometer nord- 
westlich von Musch, auf eine feindliche Abteilung unternahmen, wurde der Feind in 
Fichtung Kirvaz zurückgeworfen und verlor dabei an 30 Mann und ließ auch einige 
Beute in unseren Händen. Im Zentrum mußte eine Streitmacht von zwei Kom, 
pagnien, die auf den Abhängen des Berges Bathli, s Kilometer norböstlich des 
Berges Kope, bemerkt worden war, den Rückzug antreten, nachdem sie schwere Ver, 
luste erlitten hatte. Wir machten hier eine Anzahl Gefangene. (W. T. B.) 
Russische Abteilungen im Kaukasus zurückgeschlagen. 
Konstantinopel, 10.Mai. (Amilicher Bericht.) An der Irakfront im Abschnitt 
von Fellahle kein Ereiguls, abgesehen von Artilleriekampf mit Unterbrechungen und 
örtlichem Infanteriefeuer. 
An der Kaukasusfront wurde der Feind im Abschnitt des Kopeberges in dem 
Gefechie, welches am 8. Mai vormittags mit unserem Angriffe begann und bis zum 
Abend dauerte, durch Basonettangriff aus seinen Stellungen Iin einer Ausdehnung 
von beinahe 15 Kilometer verdrängt und osftwärts zurückgeworfen. In diesem 
Gefecht machten wir 6 Offiziere und über 300 Mann zu Gefangenen und nahmen 
4 in gutem Zustand befindliche Maschinengewehre weg. Ilnsere Verfolgungs- 
abteilungen bewahrten trotz heftigen Schneeskurms Fühlung mit den zurückgehenden 
Abteilungen des Feindes. Desgleichen wurden infolge des erfolgreichen überraschenden 
Angriffs in der Nacht zum 9. Mai auf das TLager des Feindes bei Baschkiöi, 185 Kilo- 
meter südöstlich von Mamahatun und südlich von Tusla Dere, 250 Infanteristen 
und 200 Kavalleristen, welche die feindliche Streitmacht bildeten, mit dem Bajonett 
und Handgranaten zu haltloser Flucht gezwungen und bis auf eine geringe Anzahl 
vernichtet. Wir nahmen dem Feinde eine Anzahl Gefangene ab. Im Abschnitt 
an der Küsie keine wesentliche Beränderung. Der Feind, welcher westlich von 
Dschewislik vorzudringen versuchte, mußte sich infolge einer Umgehungsbewegung 
unserer Truppen nach Norden zurückziehen. (W. T. B.) 
Toweshends Bericht über die Belagerung von Kut el Amara. 
London, 9. Mai. Reuters Korrespondent bel den britischen Sireitkräften in Mesopoiamlen 
meldet solgende Einzelhelten über die Lebergabe von Kut el Amara. Die letzten Berichie, 
die von General Towmnshend am Morgen des 29. April eintrafen, lauteten folgendermaßen: 
1. Berscht: „Ich habe melne Kanonen zerskört. Der größte Teil meiner Munition wurde 
unbrauchbar gemacht, und Ossiziere haben sich zu Halil begeben, um ihm zu sagen, daß ich 
berelt bin, mich zu ergeben, daß sch Lebensmittel haben müsse, und daß ich mich nicht lange 
würde halten können. Dies wurde Halil Dascha mitgeteilt, und die Offiziersdeputation fuhr 
mit einer Barkasse aus, um TLebensmittel von dem Schiff zu holen, das am 24. April aus- 
gesandt wurde, um der Besatzung von Kut Lebensmitiel zu bringen.“ 
2. Bericht: „Ich habe die weiße Flagge auf dem Fort und der Stadt Kut gehißt, und die 
Wache wird von einem tärkischen Regimeni, das unterwegs ist, bezogen werden. Ich werde
        <pb n="224" />
        binnen kurzem den Apparat für drahllose Telegraphie zerstören. Die Truppen begeben sich 
heute nachmiliag um 2 Uhr nach dem Lager bei Shamram. 
General Halil hat unsere Parlamentäre empfangen. Er sagte, er wünsche, daß die Besatzung 
gut mit Lebensmitteln versorgi werde, und daß vor allem Townshend, von dem er mit der 
größlen Bewunderung sprach, es nach allen Entbehrungen so gut wie möglich haben solle. Er 
nahm den Vorschlag, den britischen Gefangenen Lebensmittel zu schicken, an und drückte sein 
Leidwesen darüber aus, daß die Vorräte nicht größer seien. 
Gestern haben wir zwel Leichterschiffe mit Lebensmitteln abgeschickk. 
Gemäß der Bereinbarung, die Kriegsgefangenen auszuwechseln, sind setzt 777 unserer 
Kranken und Verwundeten In Schiffen nach unserem Tager unterwegs, und die anderen 700 
werden binnen kurzem erwartet. Ein anderer DHunkt, der von unseren Unterhändlern zur Sprache 
gebracht worden war, war das Ersuchen, die bürgerliche Bevölkerung von Kut, die durch 
vis mejor gezwungen war, dort zu bleiben, nicht zu strafen. Halil Dascha sagte, daß er das 
nicht beabsichtige. 
Die Behandlung der Bevölkerung würde von ihrem Verhalten abhängen. Er könne sich 
zu nichts verpflichten, habe aber nicht die Absscht, semanden zu verfolgen oder hängen zu lassen. 
Kul hat bis zur äußersten Grenze der Aushungerung ausgehalten. Zom 16. April an war 
die Garnison auf eine Ration von 4 Unzen Mehl und Pferdefleisch angewiesen. 
Während des ersken Monats der Belagerung hat die Garnison um ihr Leben gekämpft 
und fürchtete nur, daß die Munition zu Ende gehen würde, ehe die Entsatzkolonne ankäme. 
Die Belagerten erwartelen, daß die Berstärkungen, dle in Basra zusammengezogen wurden, 
imstkande sein würden, die Türken zu vertresben. Diese ganze Zeit über erhlelten die Soldaten 
volle Kationen. GSobald die Entsatztruppen von Aligarbi anrückten, nahm der Druck, den der 
Felnd auf Kut ausüble ab, und von da an brauchte man nicht mehr zu befürchten, daß die 
Munition ausgehen würde. Nach der Schlappe von Oran enistand Besorgnis wegen der 
Lebensmittel. Die bürgerliche Zevölkerung blieb in Kut. Diesenigen, die die Stadi beim 
Beginn der Einschließung verlassen hatten, waren von den Türken aufgeknüpft oder erschossen 
worden. Die Türken ließen wissen, daß sie seden hinrichten würden, der trachten würde, aus 
der Stadt zu entkommen. So kamen zur Garnison noch 6000 Dersonen, die ernährt werden 
mußien. Am 24. Januar wurden aber große Getreidevorräte meist in den Kellern der Häuser 
entdeckt, requiriert und bezahlt, und hierauf vermochte die Garnison drei Monate lang von 
etwas verminderten Rationen zu leben, und die arabische Bevölkerung, die sich früher selbst 
versorgt hatte, erhlelt dieselben Katsonen wle die britischen Soldaten und die Sepoys.“ 
Die Geschichte der Belagerung zerfällt also in zwei Abschnitte. In dem ersten hat die 
Garnsson sich mit großem Mut gegen die Angreifer verteidigt, in dem zweiten entschlossen 
Hunger und Entbehrungen ausgehalten, so daß das Zerhalten der Garnison der ruhmreichsien 
brilischen eberlieferungen würdig ist. (W. T. B.) 
Zussische Stellung am Bahnhofe Selburg erstürmt. 
Großes Hauptquartier, 11. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Deutsche Flugzeuge belegten Dünkirchen und 
die Zahnanlagen bei Adinkerke mit Zomben. 
Auf dem westlichen Maasufer griffen die Franzosen nachmittags beim „Toten 
Mann“, abends südöstlich Höhe 304 unsere Stellungen an. Beide Male brachen 
ihre Angriffe im Maschinengewehr= und Sperrfeuer der Artillerie unter beträchtlichen 
VBerlusten für den Feind zusammen.
        <pb n="225" />
        Eine bayherische Hatrouille nahm im Camardwald s4 Franzosen gefangen. 
Die Zahl der bei den Kämpfen seit dem 4. Mai um Höhe 304 gemachten 
unverwundeten gefangenen Franzosen ist auf 53 Offiziere und 1815 Mann gestiegen. 
Auf dem östlichen Maasufer fanden In der Gegend des Calllektewaldes während 
der ganzen Nacht Handgranatenkämpfe statt. Ein französischer Angriff in diesem 
Walde wurde abgeschlagen. 
Oestklicher Kriegsschauplatz. Näördlich des Bahnhofs Selburg wurden 
500 Meter der feindlichen Stellung erstürmt; hierbei fielen 300 unverwundete 
Gefangene in unsere Hand, einige Maschinengewehre und Minenwerfer wurden 
erbeutet. 
Balkankriegsscha uplat. Keine besonderen Ereignisse. 
Oberste Heeresleltung. (W. T. B.) 
Erhöhte Artillerietätigkeit in den Dolomiten. 
Wien, 11. Mal. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer und füböstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplaßtz. Die erhöhte Artillerietätigkeit hielt an den 
meisten Stellen der Front auch gestern an; besonders lebhaff war sie im Dolomiten- 
abschnitt zwischen Heutelskein und Zuchenstfein. 
Ein italienischer Flieger warf vormittag zwei Zomben auf den Markt und den 
Domplaßtz von Görz ab. Hierdurch wurden zwei Zivilpersonen getötet, 33 verwundet. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
lleberreichung der amerikanischen Antwortnote. 
Berlin, 11. Mai. Die Antwort Amerikas ist am 10. Mai vom amerikanischen 
Bokschafter überreicht worden und wird im authentischen Wortlaut in der „Nord- 
deutschen Allgemeinen Zeitung“ veröffentlicht. (W. T. B.) 
Englische Stellungen bei Hulluch erstürmt. 
Großes Hauptquartier, 12. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Südbösilich des Hohenzollernwerks bei Hulluch 
siürmten pfälzische Zataillone mehrere Linien der englischen Stellung. Bisher 
wurden 127 unverwundete Gefangene eingebracht und mehrere Maschinengewehre 
erbeutet. 
Der Gegner erlitt außerdem erhebliche blutige Berluste, besonders bei einem 
erfolglosen Gegenangriff. 
In den Argonnen scheiterte ein von den Franzosen unter Benutzung von Flammen- 
werfern unternommener Angriff gegen die Fille Morte.
        <pb n="226" />
        Im Maasgebiet herrschte beiderseits lebhafte Artillerietätigkeit. Von einem 
schwachen französischen Angriffsversuch im Thiaumontwalde abgesehen, kam es zu 
keiner nennenswerten Infanteriehandlung. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Ein deutsches Flugzeuggeschwader belegte den 
Bahnhof Horodziejsa an der Linie Kraschin — Minsk ausgiebig mit Bomben. 
Balkankriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Italienische Angriffe auf den Unrzli Brh abgewiesen. 
Wien, 12. Mai. Anmtlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. Die erhöhte Gefechtstätigkeit an unserer 
wolhynischen Front hält an. 
Keine besonderen Ereignisse. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Artilleriekämpfe dauern in wechselnder 
Stärke fort. 
Zwei seindliche Angriffe auf den Mrzli Brh wurden abgewiesen. 
Süböstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert ruhig. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Der russische Rückzug am Tschoruk. 
Konstantinopel, 12. Mai. (Bericht des Hauptquartiers.) An der Irakfront 
keine Beränderung. An der Kaukasusfront konnte der Feind, der im südlichen 
Abschnitt am Tschoruk zurückgeschlagen wurde, seinen Kückzug keilweise 6 bis 8 Kilo- 
meter östlich von seinen alten Stellungen zum Stehen bringen. Ein Gegenangriff 
des Feindes, den er gestern auf seinem rechten Flügel in der Stärke von zwei 
Bataillonen ausführte, um seine alten Stellungen wiederzunehmen, wurde für ihn 
verlusfreich zurückgeschlagen. Keine wichtige Bewegung auf den anderen Abschnitten 
der Front. (W. T. B.) 
Rücktritt des Staatssekretärs Delbräck. 
Berlin, 13. Mai. Wie wir hören, hat sich der Staatssekretär des Innern 
Dr. Delbrück wegen seines Gesundheitszustandes genötigt gesehen, ein Abschieds- 
gesuch einzureichen. Der Minister leidet an Jurunkulose, als der Folge einer leichten 
Zuckerkrankheit, und bedarf nach ärztlichem Rat einer längeren Kur. leber die Derson 
des Nachfolgers ist mit Rücksicht auf die schwebenden Organisationsfragen eine Ent- 
scheldung erst in einiger Zeit zu erwarten. (W. T. B.) 
    
   
  
  
—
        <pb n="227" />
        Nachtangriff am „Toten Mann“ abgeschlagen. 
Großes Hauptquartier, 13. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Argonnen und Maas fanden an ein- 
zelnen Stellen lebhafte Handgranatenkämpfe statt. Versuche des Feindes, in den 
Wäldern von Avocourt und Malancourt Zoden zu gewinnen, wurden vereitelt. 
Ein feindlicher Nachtangriff südwestlich des „Toten Mann“ erstarb in unserem 
Infanteriefeuer. 
Auf dem ösilichen Maasufer erlitten die Franzosen bei einem mißglückten Angriff 
am Steinbruch westlich des Ablainwaldes beträchtliche Berluffe. 
Ein deutscher Kampfflieger schoß über dem Walde von Bourguignon (südwestlich 
von TCaon) einen feindlichen Doppeldecker ab. Südöstlich von Armentières wurde 
am 11. Mai ein englisches Flugzeug zum Absturz gebracht und vernichtet. 
Oestlicher Kriegsschauplah. Nördlich des Bahnhofes Selburg wurde ein 
russischer Angriffsversuch gegen die kürzlich genommenen Gräben durch unser Artillerie= 
feuer im Kceime erstickt. Mehr als 100 Russen wurden gefangengenommen. 
Balkankriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Schwere italienische Berluste am Monte San Michele. 
Wien, 13. Mai. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer und süböstlicher Kriegsschauplatz. LUnverändert. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Am Nordhang des Monte San Michele 
wiesen unsere Truppen mehrere Angriffe ab. Die Jtaliener erlitten schwere Verlusie. 
Sonst keine besonderen Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Vergebliche russische Gegenangriffe im Kaukasus. 
Konsiantinopel, 13. Mai. (Amtlicher Kriegsbericht vom 30. April kürkischer 
Jeitrechnung.) An der Irakfront keine Veränderung. 
An der Kaukasusfront unternahm der Feind, nachdem er im Zentrum im Abschnitt 
von Kope aus seinen Stellungen verjagt worden war, am 2o. April, indem er seine 
am 28. April gescheiterte Offensive erneuerte und verstarkte, in fünfmaligem Ansiurm 
eine Reihe von heftigen Angriffen gegen den Berg Kope und gegen den Berg 
Bahtli, der nördlich des Kope gelegen ist, um seine verlorenen Stellungen wieder 
zu erobern. Alle diese Angriffe wurden durch unsere Gegenangriffe zurückgeschlagen. 
Das wirlsame Feuer unserer Artillerie räumte furchtbar in den Feihen der zurück- 
gehenden feindlichen Kolonnen auf. In diesem Kampfe machten wir mehr als 
100 Gefangene. Auf den übrigen Abschnitten dieser Front unbedeutende Hatrouillen.
        <pb n="228" />
        S 
    
  
e % 
      
    
  
  
  
  
        
          
          
         
Französischer Angriff gegen Höhe 304 abgewiesen. 
Großes Hauptquartier, 14. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplah. Ein Erkundungstrupp drang am Dloegsteert- ¾ 
wald (nördlich Armentières) in die feindliche zweite Linie ein, sprengte einen Minen- S 
schacht und kehrte mit zehn gefangenen Engländern zurück. 
In der Gegend von Givdenchy-en-Gohelle fanden Minensprengungen in der r* 
englischen Stellung und für uns erfolgreiche Kämpfe um Graben und Trichter statt. p 
Auf dem westlichen Maasufer wurde ein gegen die Höhe 304 unternommener x 
französischer Handgranatenangriff abgewiesen. Die gegenseitige Artillerietätigkeit auf 
beiden Maasufern war lebhaft. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Balkankriegsschauplatz. Feindliche Flieger, die auf Mirovca und Doiran 
Bomben abwarfen, wurden durch unser Abwehrfeuer vertrieben. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Vergeblicher italienischer Angriff bei San Martino. 
VWien, 14. Mai. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer und südösslicher Kriegsschauplatz. Nichts von Bedeutung. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Auf der Hochfläche von Doberdo wurde 
nachis ein heftiger Handgranatenangriff der Italiener westlich von San Martino 
nach hartnäckigem Kampf abgewiesen. — Sonst war die Gefechtstätigkeit gering. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
U--Boot--Erfolge im Monat April: 223000 Tonnen. 
Berlin, 14. Mai. Im Monat April find 06 feindliche Handeltsschiffe mir 
rund 225000 Bruttoregistertonnen durch deutsche und österreichisch-ungarische Unter- 
seeboote versenkt oder durch Minen verlorengegangen. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. Z.) 
Englischer Gegenangriff bei Hulluch abgeschlagen. 
Großes Haupiquartier, 15. Mai. 
Westlicher Kriegs schauplatz. In vielen Abschnitten der Front war die beider- 
seitige Artillerie, und Datrouillentätigkeit lebhaft. 
VBersuche des Gegners, unsere neugewonnene Stellung bei Hulluch wiederzu- 
nehmen, wurden, soweit sie nicht schon in unserem Artilleriefeuer zusammenbrachen, 
im Nahkampf erledigt. 
Im Kampfgebiet der Maas wurden Angriffe der Franzosen am Westhange des 
„Toten Mann“ und beim Caoillektewalde mühelos abgeschlagen. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplah. Keine besonderen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.)
        <pb n="229" />
        Ein neuer Erfolg am Tolmeiner Brückenkopf. — Luftangriff 
auf Valona. 
Wien, 15. Mal. Amtlich wird verlautbart: 
Kussischer und süböstlicher Krlegsschauplatz. Unverändert. 
Italienischer Kriegsschauplaß. Gestern nachmittag entwickelten sich in 
mehreren Abschnitten lebhafte Artilleriekämpfe, die auch heute fortdauern. 
Nachts belegken unsere Flieger die Adriawerke bei Monsalcone, den Bahnhof 
von Cervignano und sonstige militärische Anlagen ausgiebig mit Bomben. Alle 
Flugzeuge kehrten unversehrt zurück. 
Westlich von San Martino warf unjere Infanterie den Feind aus seinen vor- 
geschobenen Gräben und schlug mehrere Gegenangriffe ab. Vorstöße der Jtaliener 
nördlich des Monte San Michele brachen zusammen. Die Stadt Görz skand abends 
unter Feuer. Auch nördlich des Tolmeiner Brückenkopfes drangen unsere Truppen 
mehrfach in die italienischen Gräben ein. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
   
  
    
  
   
  
  
  
  
  
     
   
    
   
  
    
Ereignisse zur See. Am 13. Mai nachmittags hat ein Geschwader von 
Seeflugzeugen militärische Anlagen Balonas und der Insel Saseno erfolgreich mit 
Bomben belegt und ist trotz sehr heftigen Abwehrfeuers wohlbehalten eingerückt. 
Flottenkommando. (W. T. B.) 
Oesterreichischer Drotest gegen Gewalttaten feindlicher U-Boote. 
Die Zerstörung des Dampfers „Dubrovnik“. 
Wien, 15. Mai. Das Miniskerium des Aeußeren überreichte heute den am Wiener Hofe 
beglaubigien Verireiungen der verbündeten und neutralen Staaten eine Note, in der bei den 
neutralen Mächten gegen die barbarische Zerstörung des österreichischen Dampfers „Dubrovnik“ 
proteskiert wird. Die Note sagi darüber: Dieses der „Navigazione a Vapore, Ragusa“ gehörige 
Schiff wurde am 9. Mai um 10 Uhr 30 Minuten vormittags im Nareniakanal zwischen San 
Georgio auf der Insel Lesina und Kap Gomena auf der Halbinsel Sabioncello von einem 
seindlichen Un#lerseeboot ohne sede vorherige Warnung durch zwei Torpedoschüsse vernichtet. Der 
erste Torpedo traf den Dampfer auf der Steuerbordseste und hatte zur Folge, daß das Schift 
rasch zu sinken begann. Alle Hersonen an Bord eilten In die ins Wasser gelassenen Rettungs- 
boote. Als diese Boote abzuskoßen im Begriffe woren, explodierte ein zweiter Torpedo, welcher 
aus der gleschen Richtung kam wie der erfste, achier Steuerbord unter dem Decksalon. Infolge 
der Explosion wurde das Steuerbordreftungsbooi samt den Insassen in die Luft geschleudert und 
ging in Trümmer. Ein zweites Zoot fuhr mit 16 Personen gegen Land und nahm unterwegs 
zwei Schiffbrüchige auf. Die zur Hilfe herbeigeeilten Barken holten noch einige Dersonen aus 
dem Wasser. Auf dem Schiffe besanden sich im Augenblicke der Torpedierung außer der Besatzung 
des Dampfers, die elnschließlich des Kapitäns aus 19 Mann bestand, Dassaglere in der gleichen 
Zahl, darunter zwei PDrlesker und mehrere Frauen und Kinder. Drei Leichen ertrunkener Frauen 
sind bereits geborgen und begraben. Bon der Zemanmmg und den Fahrgästen werden je vier 
Dersonen vermißt.
        <pb n="230" />
        Die Meldung der Agenzia Siefani vom 10. Mai gibt die Tatsache der Versenkung des 
Schiffes zu, als deren Urheber sie ein den italienischen Seesirelikraͤften beigegebenes französisches 
Tauchboot bezeichnet, fügt aber bei, der Dampfer sei ein Transportschiff und mit Kriegsmaterial 
beladen gewesen. Diese Angabe ist glatt erfunden. Das Schiff, ein kleiner Lokaldampser von 
51 Meter Länge und 480 Tonnen Raumgehalt, konnte selbstverständlich weder Truppen noch 
Kriegsmaterial an Bord haben; ebensowenig war dies bei irgendeinem der früher genannten 
Dampfer der Fall. 
Stellt sich sonach die tückische Beschießung des kleinen Fahrzeuges schon an und für sich als 
ein brutaler, durch nichts zu entschuldigender, der Menschlichkeit hohnsprechender Gewalistreich dar, 
so konnte das Abfeuern des zweiten Torpedos auf den bereits im Sinken begriffenen, von Fettungs- 
booten umgebenen Dampfer nur bezwecken, die Rettung der Dersonen, deren Leben andernfalls 
hätte bewahrt werden können, zu verhindern. Dleses Vorgehen läßt sich daher nur als vor- 
bedachter Mord bezeschnen. Die Berantwortung dafür trifft auch die italienische Reglerung, da 
das Unierseeboot, um das es sich handelt, im Zerbande der italienischen Seestreitkräfte operierte. 
(W. T. B.) 
Sir Edward Grey über Englands Friedensbedingungen. 
Rotter dam, 15. Mal. In einer Unterredung mit dem Londoner Dertreter von „Chlcago 
Dailp News“ am 10. Mal erklärte Staatssekretär Grey u. a.: 
Die preußische Tyrannei in Wesieuropa mit Einschluß Englands wird nicht flandhalten. 
Was Hreußen beabsichtigt, ist die preußische Oberherrschaft. Es beabsichtigt ein von Dreußen 
geformtes und beherrschtes Europa. Wir bekämpfen auch die deutsche Idee von der Nühzlich 
kelt, sa von der Erwünschtheit eines immer wiederkehrenden Krieges. Wir haben den Glauben 
an internationale Konferenzen. 
Nachdem Grey die Weigerung Deutschlands, einer Konferenz über die österrelchischen For- 
derungen an Serbien zuzustimmen, besprochen hatte, fuhr er sort: Die Konferenz, die wir 
vorschlugen, oder das vom Zaren vorgeschlagene Haager Schiedsgericht hätten den Streit in 
einer Woche etwa beendet, und all dleses Unglück wäre abgewendet worden. 
Auf die Frage des Korrespondenten, ob Grey glaube, daß die Neutralen zum Frleden 
verhelfen könnten, antwortete Grey: Wenn die Teute mist friedlichen Ratschlägen zu mir 
kommen, sollen sse mir sagen, welche Art Frieden ste im Sinne haben. Sie sollen mich wissen 
lassen, auf welcher Seste sie skehen. Friedliche RKatschläge, die rein abstrakt sind und kelnen 
Unterschied zu machen versuchen zwischen Recht und Unurechi des Krieges, sind ohne Wirkung 
und unerheblich. 
Mi#t Nachdruck bestritt dann Grey, daß vor dem Kriege irgendelne Koalition gegen Deutsch- 
land beskand oder daß ihm der Krieg aufgezwungen wurde. 
Grey fuhr fort: Auf alles dies sagen wir zu Deutschland: Erkennet den Grundsatz an, 
den dlesensgen, die die Freihe#t lieben, überall betonen, gebei den Nationalitäten wirkliche Frei- 
heit, nicht eine sogenannte Freiheit, die den unterworfenen Böskern von der preußischen Tyrannei 
als Almosen zugeteilt wird, und leistet Ersatz für das zugesügie Anrecht, soweit er geleistet 
werden kann. Grey fuhr fort, daß die Grundlage der britischen Annäherungen in den letzten 
Jahren darin bestand, guie Zezlehungen zu sichern und den Streitigkeiten der anderen Mächte 
ein Ende zu setzen. Das Abkommen mit Frankreich und dann mit Kußland geschah nicht in 
seindseliger Absicht gegen Deutschland oder irgendelne andere Macht, sondern nur in der Abslcht, 
einem dauernden Frieden eine Bahn zu schaffen. 
In bezug auf die deutsche Behauptung, das einzige wirkliche Hindernis des Friedens sel 
England, erklärte Grey: Niemand wünscht den Frieden mehr als wir. 
Als der Dertreter des Zlattes fragte, ob Greyp bemerkt habe, daß der Relchskanzler behaupte, 
daß England das geeinigte und freie Deutschland zu zerstören wünsche, erwiderie Grey: Wir 
  
  
  
———’—— 
1 *
        <pb n="231" />
        r4 WTele. — 
—————————3 
  
   
     
waren niemals für eine solche Tollheit eingenommen. Wir würden uns freuen, das deutsche 
Volk fref zu sehen, wie wir frel zu sein wünschen und wie wir auch wünschen, daß die anderen 
Nationen in Europa frei in der Welt selen. Wir glauben, daß, wenn einmal die Träume von der 
Weltherrschaft, dse der Dangermanismus großgezogen hat, zunichte gemacht sind, das deutsche 
Volk darauf bestehen wird, seine Kegierung zu beaufsichtigen, und darin liegt die Hoffnung, die 
Frelhelt und die nationase Lnabhängkelt Europas zu schaffen. Denn die deutsche Demokratie 
witd keine Kriegspläne schmieden, wie der preußische DMilitarismus Kriege geschmiedel hat, die 
zu einem in der Zukunft gewählten Zeilpunkt skattfinden sollten. Wenn die Menschheit aus 
dlesem Kriege nicht sernt, Kriege zu vermeiden, so wird der Kampf vergeblich gewesen sein. 
(W. T. B.) 
        
          
        
     
Doincarés Friedensbedingungen. 
Bern, 15. Mas. Bel einem Besuche in Nancy hat Poincarê eine Ansprache an die 
lokhringischen Flüchilinge gehalten, In der er sie der Zunelgung von ganz Frankreich versicherte 
und Erfüllung der Wünsche der armen versagten Landeskinder nach Herfiellung von Ruhe und 
Sicherheit in ihrer alien Heimat zusagie. Er sagie u. a.: Frankreich wird seine Söhne nicht den 
Gefahren neuer Angriffe aussetzen. Die Mittelmächte suchen, gequält von Gewissensbissen wegen 
der Entfesselung dieses Krieges und entsetzt über die Entrüstung und den Haß, den sie sich bel 
der ganzen Menschheit zugezogen haben, die Welt glauben zu machen, daß die Allüerten allein 
für die Berlängerung des Krieges verantwortlich sind: eine plumpe Ironie, die niemand täuschen 
kann. Weder direkt noch indirekt haben unsere Feinde uns semals Frieden angeboten; aber wir 
wollen auch nicht, daß sie ihn uns anbieten, wir wollen, daß sie uns darum bitten. Wir wollen 
uns ihren Bedingungen nicht unterwerfen, wir wollen ihnen die unseren diktieren. Wir wollen 
keinen Frieden, der dem kaiserlichen Deutschland die Bestimmung darüber ließe, von neuem Kricg 
zu beginnen, was für ganz Europa eine dauernde Drohung bedeuten würde; wir wollen einen 
Frieden, der von dem wiederhergestellten Rechte eine ernsthafie Gewähr für das Gleichgewicht 
und seine Dauer empfängt. Solange dieser Frlede uscht gesichert ilt, solange unsere Gegner sich 
ncht für bessegt erklären, werden wir nicht aufhören zu kämpfen. (W. T. B.) 
Ein französisches Lenkluftschiff ins Meer gestürzt. 
Toulon, 15. Mai. (Meldung der Agence Havas.) Ein französssches Lenkluft. 
schiff ist an der Küste von Sardinien ins Meer gestürzt. Die aus sechs Mann 
bestehende Besatzung ist ertrunken. (W. T. Z.) 
Französische Vorstöße auf Höhe 304 abgewiesen. 
Großes Hauptquartier, 16. Mai. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Kleinere ##nernehmungen an verschiedenen Stellen 
der Front führten zur Gefangennahme einer Anzahl Engländer und Franzosen. 
An dem westlichen Maasufer wurden mehrere schwächliche französische Angriffe 
gegen unsere Stellungen auf Höhe 304 durch Artillerie-, Infanterie, und Maschinen- 
gewehrfeuer blutig abgewiesen. 
Das gleiche Schicksal hatte ein Angriff, den der Feind nördlich Baux-les-Dalameix 
(södwestlich von Combres) gegen einen vorspringenden Teil unserer Stellung unternahm. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T B.) 
        
      
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
        
    
    
      
    
      
    
    
    
    
    
    
    
  
1403
        <pb n="232" />
        Sieg der k. u. k. Truppen in Südtirol. — 2568 Jtaliener gefangen. 
HMWien, 16. Mai. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Artilleriekämpfe dehnten sich gestern auf 
die ganze Front aus und steigerten sich vielfach zu großer Heftiglkeit. 
Im Abschnitt der Hochfläche von Doberdo drang das bewährte Egerer Landsturm- 
Jegiment in die feindlichen Graben ösilich von Monfalcone ein, nahm s Osszziere 
und 150 Mann verschiedener italienischer Kavallerieregimenter gefangen und erbeutete 
1 Maschinengewehr. nsere gesiern gewonnene Stellung westlich von San Martino 
wurde troß aller Anstrengungen des Gegners, sie zurückzuerobern, behauptet und 
befestigt. Hier fielen 3 Offiziere, 140 Mann, 1 Maschinengewehr und viel sonstiges 
Kriegsmaterial in die Hände unserer Truppen. Heute früh warfen feindliche Flieger 
auf Konstanjevica und auf mehrere deutlich gekennzeichnete Sanitätsanstalten Zomben 
ab, ohne Schaden anzurichten. Im Görzer Brückenlopf bei Dlava und im Tolmeiner 
Abschnitt hielt unsere Artillerie die Deckungen des Gegners unter kräftigem Feuer. 
Verschiedene Infanterieunternehmungen an dieser Front brachten 1 Offizier und 
1156 Mann als Gefangene ein. An der Kärntner Front entspannen sich bei guter 
Sicht gleichfalls lebhafte Geschützkämpfe und bei Hontebba auch Infanteriegefechte 
unserer Truppen mit SZersaglieri-Abteilungen. In den Dolomiten wurden mehrere 
italienische Angriffe auf unsere Stellungen im Col di Lana= und Tresassi= Gebiet 
abgewiesen. 
In Südtirol nahmen unsere Truppen, unierstützt durch öberwältigende Artillerie= 
wirkung, die ersten feindlichen Stellungen auf dem Armenterrarücken (südlich 
des Guganer Tales) auf der Hochsläche von Vielgereuth nördlich des Terragnolo- 
lales und südlich von Rovreit (Rovereto). In diesen Kämpfen wurden 65 Offiziere, 
darunter 1 Oberst, und über 2500 Mann gefangengenommen und 17 Geschütze 
erbeutet. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Neue vergebliche Angriffe gegen Höhe 304. 
Großes Hauptgquartier, 17. Mai. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Südwestlich Lens fanden im Anschluß an Minen- 
sprengungen lebhafte Handgranatenkämpfe statt. 
Auf beiden Maasufern steigerte sich zeitweise die gegenseitige Feuertätigkeit zu 
großer Heftigkeit. Ein Angriff der Franzosen gegen den Südhang der Höhe 304 
brach in unserem Sperrfeuer zusammen. 
Die Fliegertätigkeit war auf beiden Seiten rege. Oberleutnant Immelmann schoß 
wesilich Douai das 15. feindliche Flugzeug herunter. Ein englisches Flugzeug unterlag 
im Lufikampf bei Fournes; die Insassen, zwei englische Offiziere, wurden unverwundet 
gefangengenommen.
        <pb n="233" />
        Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Balkankriegsschauplatz. Eine im Vardargebiet gegen uns vorgehende schwache 
feindliche Abteilung wurde abgewiesen. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Neue erfolgreiche Vorstöße in Südtirol. — Bisher 6341 Italiener 
gefangen. 
Wien, 17. Mai. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Artillerielämpfe dauern an der ganzen 
Front fort. Auf der Hochfläche von Doberdo wurde unsere neue Stellung westlich 
San Martino durch Minensprengung erweitert. Hierauf folgte von Feindesseite 
Trommelfeuer und ein Angriff, den unser Infankerieregiment Nr. 43 im Hand- 
granatenkampf abschlug. Am Görzer Brückenkopfe, im Kengebiete, bei Flitsch und 
in mehreren Abschnitten der Kärntner Front war das Geschützfeuer zeitweise 
dußerst lebhaft. 
In den Dolomiten wurden feindliche Nachtangriffe gegen den Hekenfels (Sasso 
di Stria) und den Sattel nördlich des Siefberges abgewiesen. 
In Südbtirol breilelen sich unsere Truppen auf dem Armenterrorücken aue, 
nahmen auf der Hochfläche von Bielgereuth die feindliche Stellung Soglio — 
dlAspio — Coston — Costa d'Agra — Maronia, drangen im Terragnolo-Abschnikt 
in Diazza und Balduga ein, vertrieben die Italiener aus Moscheri und erstürmten 
nachts die Zugna Torka (südlich von Rovreit). In diesen Kämpfen ist die Zahl 
der feindlichen Gefangenen auf 141 Offiziere, 62200 Mann, die Beule auf 
17 Maschinengewehre und 13 Geschütze gestiegen. 
Im Abschnitt des Coppiosees unterhielt der Feind heute nacht ein krästiges 
Feuer gegen seine eigenen TLinien. 
Starke Geschwader unserer Land- und Seeflugzeuge belegten vorgestern nacht 
und gestern früh die Bahnhöfe und sonstige Anlagen von Zenedig, Mestre, Cormons, 
Cividale, Idine, Der-la-Carnia und Treviso ausgiebig mit Zomben. Allenthalben, 
insbesondere aber in #dine, wo etwa 30 feindliche Geschütze ein vergebliches Ab- 
wehrfeuer unterhiellen, wurde große Wirkung beobachtet. 
Der Stellvertceter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Seegefecht vor der flandrischen Küste. 
Brüssel, 17. Mai. Gestern nachmittag erschienen englische Seestreitkräfte vor 
der flandrischen Küste. Deutsche Torpedoboote und Bewachungsfahrzeuge liefen 
daraufhin aus, wobei es zu cinem kurzen Artilleriegefecht auf große Entfernungen 
kam. Eines der deutschen Flugzeuge warf während des Gefechtes auf einen feindlichen 
Zerstörer Zomben ab und erzielte dabei einen Treffer am hinteren Kommandoturm 
des feindlichen Fahrzeuges. (W. T. B.)
        <pb n="234" />
        Schwere Verluste der Franzosen bei Höhe 304. 
Großes Haupiquartier, 18. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Südwestlich von Lens wurden die Handgranaten- 
kämpfe fortgesetzt. 
Drei weikere französische Angriffe gegen unsere Stellungen auf der Höhe 304 
wurden heute früh abgeschlagen. Beim Rückzug über Esnes erlift der Feind in dem 
übersichtlichen Gelände schwere Verluste. Es handelte sich diesmal um Versuche 
einer frischen afrikanischen Division, die aus weißen und farbigen Franzosen gemischt (t. 
Ein von schwachen feindlichen Krästen unternommener Vorstoß südwestlich des 
FReichsackerkopfes scheiterte vollkommen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Oestlich von Kraschin wurde ein seindliches 
Flugzeug abgeschossen. 
Balkankriegsschauplatz. Keine besondere Ereignisse. 
Obersie Heeresleitung. (W. T. B.) 
Weitere Erfolge der k. u. k. Truppen #m Tiroler Grenzgebirge. 
Wien, 15. Mai. Amtlich wird verlaufbart: 
RKussischer und füdöstlicher Kriegsschauplatz. Nichtis von Bedeutung. 
Italienischer Kriegsschauplah. An der küstenländischen und Kärntner Front 
war die Artillerietätigkeit zumeist durch Bodennebel behindert. Südöstlich Monfalcone 
wurde ein Versuch der Italiener, ihre unlängst verlorene Stellung bei Zagni wieder- 
zugewinnen, abgewiesen. Im Col di Cana-Gebiet scheiterten wiederholte feindliche 
Angriffe. 
In Güdttrol nahmen unsere Truppen im Angriff zwischen Astach= und Lain- 
tal (Astico= und Lanotal) den Grenzrücken des Maggio in Besihz, bemächtigien 
sich nach Ueberschreiten des Laintales südöstlich Hlatzer (Hiazza) der Costa Bella- 
und schlugen südlich von Moscheri auf der Zugna Torta mehrere feindliche Gegen- 
angriffe ab. Der gestrige Tag brachte über 900 weitere Gefangene, darunier 
12 Offiziere, und eine Beute von 18 Geschützen und 18 Maschinengewehren ein. 
Die Berichte des italienischen Generalstabes vom 16. und 17. Mai behaupten, 
unsere Verluste in diesen Kämpfen seien „schrecklich“ und „ungeheuer“ gewesen. 
Diese Angaben, die den Eindruck des Rückzuges abschwächen sollen, sind frei erfunden. 
Die Verluste des Gegners kann man nur abschätzen, wenn man das Schlachffeld 
behauptet. Die Italiener sind nicht in dieser Lage. Dagegen können wir bei voller 
Wertung des Slutopfers jedes einzelnen unserer Braven erklären, daß unsere Ver, 
luste dank der Geschicklichkeit unserer Insanterie, des mächtigen Schutzes unserer 
Artilleriewirkung und der Kriegserfahrung unserer Führung außerordentlich gering sind. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.
        <pb n="235" />
        Ein deutscher Dampfer torpediert. 
Stockholm, 17. Mai. Der deutsche Dampfer „Hera“ ist auf der Höhe von 
Landsort torpediect worden. Dle Zesatzung wurde durch den schwedischen Dampser 
„Goeia“ gerettet und wird nach Stockholm gebracht. Laut „Astonbladet“ soll der 
Kapitän gefangen sein. 
Stockholm, 18. Mai. „Dagens Ndyheter“ teilen mit: Die Torpedierung des 
Dampfers „Hera“ fand ungefähr 25 Distanzminuten südwestlich Landsort 9 Uhr 
früh durch ein russisches U.oot statt. Die Zesahung erhielt Befehl, in zehn Minuten 
das Schiff zu verlassen. Der Dampfer sank nach 20 Minuten. (W. T S.) 
Zwei weitere deutsche Dampfer torpediert. 
Stockholm, 18. Mai. Gestern nachmittag wurden noch zwei deutsche Dampfer 
durch ein U,Boot, wahrscheinlich ein russisches, auf der Höhe von Landsort versenkt. 
Die „Kolga“, auf der Reise von Hamburg nach Stockholm, wurde s Uhr nachmittags, 
20 Minuten südsfüdöstlich Landsort, von einem U.Zoot mit Granatfeuer beschossen. 
Zwei Mann der Besatzung wurden leicht verletzt, der Dampfer wurde danach torpediert 
und sank sofort. 13 Mann der Besatzung wurden von dem schwedischen Dampfer 
„Soebra Sverige“ gerettet; der Kapitaän, der zweite Steuermann und noch zwei 
andere Männer werden vermißt. #m 6 Uhr 20 Minuten wurde der deutsche Dampfer 
„Bianca“ am gleichen Hlatz ebenfalls beschossen — zwei Mann wurden leicht verletzt; 
der Dampfer wurde torpediert und sank nach 20 Minuten. Der Kapitän wurde gefangen- 
genommen, die Besahung von der „Soedra Sverige“ aufgenommen; sie ist heute 
srüh in Stockholm eingetroffen. (W. T. B.) 
Gescheiterte russssche Angriffe im Kaukasus. 
Konstantinopel, 18. Mai. An der Jrakfront und im Abschnitt von Hanikin 
keine Beränderung. 
Im Kaukasus haben wir im Abschnitte von Bitlis durch unser Artilleriefeuer 
mit Verschanzungsarbeiten beschäftigte feindliche Truppen gestört. Am 15. Moci griff 
der Feind in Stärke eines Regiments zu später Stunde unser öfsflich der Ortschaft 
Aghnot westlich von Hens aufgestellte Abteilung an. Der Kampf dauerte bis Mitter- 
nacht und der Angriff des Feindes scheiterte. Am 16. Mai erhielt der Feind ein 
Bataillon zur Verstärkung und erneuerte den Angriff. Der Kampf dauerte bis 
Mittag; schließlich wurde der Gegner gezwungen, sich zurückzuziehen, wobei er schwere 
VBerluste erlitt und eine Anzahl Gefangene sowie Waffen und Munition in unseren 
Händen ließ. Die Angriffe, welche der Feind am 16. Mai an vier Dunkten gegen 
unsere Stellungen auf den Berg Ziaret Tepe, 40 Kilometer östlich von der Ortschaft 
Baiburt, sowie gegen unsere Stellungen bei Ack Dagh, 10 Kilometer südlich von 
dem genannten Berge, machte, wurden sämtlich mit ungeheueren Verlusten für den 
Feind abgeschlagen. (W. T. B.) 
-* S
        <pb n="236" />
        Französische Gräben westlich der Maas erstürmt. 
Großes Hauptquartier, 19. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem westlichen Maasufer wurden die fran- 
zöslschen Gräben beiderseits der Straße Haucourt — Esnes bis in die Höhe der Süd- 
spitze des Camardwaldes genommen und 09 Offiziere und 120 Mann zu Gefangenen 
gemacht. Ein erneuter feindlicher Angriff gegen die Höhe 304 brach unter sehr 
erheblichen Verlussen für den Feind zusammen. 
Auf dem östlichen Maasufer steigerte sich zeitweise die gegenseitige Artillerletätigkeit 
zu großer Stärke. 
Die Fliegertatigkeit war auf beiden Seiten groß. Oberleutnant Böscke schoß das 
16. feindliche Flugzeug südlich von Ripont ab. Bahnhof CLunedville, Luffschiffhalle 
und Kasernen bei Epinal wurden mit Bomben belegt. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Balkankriegsschauplatz. Ein Flugzeuggeschwader griff die feindlichen Lager 
bei Kukus, Caussca, Mihalova und Saloniki an. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
   
Zwei feste Grenzwerke der Italiener erobert. — Der Erzherzog-Thron, 
folger Führer der Angriffstruppen. 
Wien, 10. Mai. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer und süböstlicher Kriegsschauplah. Keine besonderen Ereignisse. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die an der küstenländischen und Kärntner 
Front eingetretene Feuerpause hielt im allgemeinen auch gestern an. Heute früh 
wurden zwei feindliche Angriffe auf die von unseren Truppen unlängst gewonnenen 
Stellungen östlich Monfalcone abgeschlagen. Eines unserer Seeflugzeuggeschwader 
belegte die Bahnhossanlage von San Giorgio di Nogaro und die feindliche See- 
flugstation nächst Grado erfolgreich mit Bomben. 
An der Güdtiroler Front gewann unser Angriff vnaufhaltsam KRaum. Auf 
dem Armenterrarücken wurden sechs stalienische Angriffe abgewiesen. Unsere zwischen 
dem Astach= und Laintale vorgerückten Kräste unter Führung Seiner k. u. k. Hoheit 
des Feldmarschalleutnants Erzherzogs Karl Franz Josef ktrieben den Feind an 
der ganzen Front weiter zurück und bemächtigten sich heute früh der stalienischen 
Werke Campomolon und Toraro. Zwischen Lain= und Brandtal (auf Vallarsa) 
erreichten unsere Truppen den Nordrand des Col Santo. Im Etschtale mußten 
die Jtaliener die Orte Marco und Mori räumen. Die Zahl der seit Beginn 
unseres Angriffs gemachten Gefangenen hat sich auf über 10 000 Mann und 
196 Offiziere, die Beute auf 51 Maschinengewehre und 61 Geschütze erhöht. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.)
        <pb n="237" />
        r 822 h##r. — 
—m ———— ä äíî — 
WSeSeee 
  
Der Dapst und der U-Boot--Krieg. 
Berlin, 19. Mai. Die „Norddeutsche Allgemeine Zestung“ schreibt: Nach einer Reuter- 
Meldung hat der englische Mtnister Grey im Unterhause mitgetellt, der Vatikan habe in Deutschland 
Vorstellungen erhoben, um Deutschland zum Aufgeben des Unterseebootkrieges zu bewegen. 
Diese Mitteilung entspricht nicht den Tatsachen. Vielmehr hat der Papst, wie wir von zuständiger 
Seite hören, Deutschland und den Vereinigien Sitaaten seine Bereliwilligkeit zu erkennen gegeben, 
in der Sireiffrage zwischen den beiden Regierungen zu dermitteln. Der Kaiser hat dem Papst 
unter Hinwels auf die inzwischen berells an Amerika erteilte Antwort für die guten Absichien gedankt. 
(W. T. B.) 
Ein deutscher Dampfer Opfer englischen Flaggenmißbrauchs. 
Helsingborg, 10. Mal. Der deutsche Dampfer „Trave“ wurde gestern abend 
um 9 Uhr 30 Minuten auf der Höhe von Kullen von einem englischen U.Boot 
beschossen, ktorpediert und versenkt. Die Besahung, 17 Mann stark, ist gerettet. Das 
englische U.oot machte sich dabei eines Flaggenmißbrauchs schuldig, indem es die 
deutsche Kriegsflagge hißte, um den Dampfer aus den schwedischen Hoheitsgewässern 
herauszulocken. (W. T. B.) 
Beschießung von El Arisch. 
London, 19. Mai. Reuter meldet amtlich: Am Morgen des 15. Mai 
bombardierten britische Kriegsschiffe, Aeroplane und Wasserfiugzeuge El Arisch, einen 
wichtigen Dosten einer Verbindungslinie zwischen Syrien und Aegypten. Die Kriegs- 
schiffe beschossen das Fort südwestlich der Stadt und man glaubt, daß es in einen 
Trümmerhaufen verwandelt wurde. Der Tuftangriff zersiel in zwei Abschnitte. Die 
Wasserflugzeuge eröffneien das Bombardement. Später folgten ihnen Aeroplane, 
die den Auftrag hatten, die feindlichen Maschinen in Gefechte zu verwickeln und 
dem Lagerplaß der feindlichen Truppen besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Eine 
1000 Mann starke Truppenabteilung war südlich der Stadt auf den Marsch gesandt 
worden. Drei Bomben explodierten unter den Truppen, auch die LCagerplähe 
wurden mit Erfolg mit Bomben belegt. Alle Schiffe und Flugzeuge sind wohl- 
behalten zurückgekehrt. (W. T. B.) 
Die ntersuchung des Unterganges der „Tubantia“. 
Haag, 15. Mal. (Amtlich.) Das Marineministerium keilt mit: Die Zesprechungen 
des Kapitänleutnants Canters in Berlin über die Lesache des Unterganges der 
„Tubantia“ haben zu keinem endgültigen Ergebnis geführt. Nach der Untersuchung 
einiger Metallstücke, die in den Booten der „Tubantia“ gefunden worden waren, 
gab die deutsche Admiralität zu, daß die Metallstücke Teile eines deutschen Torpedos 
sind, der zur Bewaffnung eines deutschen Unterseebootes gehörte. Der Kommandant 
dieses Unterseebootes erklärte, daß dieser Torpedo nicht am 16. März auf die 
  
  
  
  
1400 89
        <pb n="238" />
        „Tubantia“, sondern am 6. März auf ein britisches Kriegsschiff abgefeuert worden 
sei, aber sein Ziel verfehlt habe. Die holländische Regierung wird auf eine ein- 
gehende Untersuchung dringen, um in die „Tubantia“-Angelegenheit volle Klarheit 
zu bringen. (W. T. B.) 
Französische Angriffe bei Haucourt — Esnes abgewiesen. 
Großes Hauptquartier, 20. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz. In den Argonnen drangen deutsche Datrouillen 
nach eigenen Sprengungen bis in die zweite feindliche Linie vor. Sie stellten beim 
Feinde starke Verluste an Toten fest und kehrten mit einigen Gefangenen zurück. 
Gegen unsere neugewonnenen Stellungen beiderseits der Straße Haucourt—Esnes 
wiederholt gerichtete Angriffe wurden wiederum glatt abgewiesen. 
Fünf feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen, und zwar eines durch Infanterie- 
feuer füdöstlich von Vailly, die anderen vier im Luftkampf bei Aubreville, am Süd- 
rand des Hessenwaldes, bei Avocourt und dicht östlich von Verdun. 
Unsere Flieger griffen feindliche Schiffe an der flandrischen Küste, Unterkunftsorte, 
Flughäfen und Bahnhöfe bei Dünkirchen, St. Dol, Dixzmuiden, Doperinghe, Amiens, 
Chalons und Suippes mit Erfolg an. 
Oestlicher Kriegsschauplatz In der Gegend von Smorgon brachte ein 
deutscher Flieger nach Luftkampf ein russisches Flugzeug zum Absturz. 
Balkankriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung (W. T. B.) 
——o—— Ä 
——————064 
2 
Fortdauer der erfolgreichen Kämpfe in Südttrol. 
Wien, 20. Mai. Anmtlich wird verlautbart: 
RKussischer und füdöstlicher Kriegsschauplah. Lage unverändert. 
Italienischer Kriegsschauplatz. An der Südtiroler Front warfen unsere 
Angriffe den Feind weiter zurück. 
Im Euganatal drangen unsere Truppen in Rundschein (Moncegno) ein. 
Auf dem Armenterrarücken bemächtigten sie sich des Sasso Alto. Oestlich des 
eroberten Werkes Campomolon find die Tonezzaspitzen, der Dasso della Bena 
und der Monte Melignone in unserer Hand. Hier versuchten die Jitaliener mit 
eilends zusammengerafften Krästen einen Gegenangriff, der sofort abgeschlagen 
wurde. Auch vom Col Santo ist der Feind bercits vertrieben. 
GSeit Angriffsbegiun nahmen unsere Truppen 237 Offiziere, über 12000 Mann 
gefangen und erbenteten 101 Geschütze, darunter 12 28-cm-Haubitzen und 
68 Maschinengewehre. 
Unsere Flieger belegten die Zahnhöfe von Heri, Vicenza, Citadella, Castelfranco, 
Treviso, Casarta und Cividale sowie die feindlichen Seeflugstationen mit Zomben. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
— 
J 
7 
2 
8 
2 
37 
⁊ “ E□ 
73 
  
1 
"*6 
-v 
*
        <pb n="239" />
        Flugzeugangriff auf Dover und Kent. 
Berlin, 20. Mai. In der Nacht vom 19. zum 20. Mal hat ein Marine-- 
flugzeuggeschwader von der flandrischen Küste aus die Hafen= und Befesligungs- 
anlagen von Dover, Deal, Ramsgate, Broadstaires und Margate ausgiebig mit 
Bomben belegt und dabei an zahlreichen Stellen gute Brand= und Epreng- 
wirkung beobachtet. Die Flugzeuge wurden von feindlichen Landbatterien und 5 
Bewachungsfahrzeugen heftig beschossen. Sie sind sämtlich unversehrt zurück- 
gekehrt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
London, 20. Mai. (Keuter-Meldung.) Amtlich. Ein feindlicher Luftangriff wurde 
heute fsrüh an der Ostkäüste von Kent von mindestens drei Flugzeugen ausgeführt. Ein 
Wasserflugzeug warf 12 Explosiobomben auf die Insel Thanet ab. Niemand wurde 
getroffen und es wurde auch kein Schaden angerichtet. Zwei andere Wasserflugzeuge 
warfen ungefähr 25 Zomben im sfüdöslklichen Kent ab, töteten einen Soldaten und 
verwundeten eine Frau und einen Seemann. Mehrere Hauser wurden beschädigt. 
Ein Wasserflugzeug wurde heute früh in der Jähe der belgischen Küste von einer 
Seepatrouille herabgeschossen. (W. T. B.) 
   
            
      
  
   
   
    
   
    
    
    
     
  
  
rt# 
—' 
    
    
   
#t 
S 
P 
         
      
    
    
    
    
    
    
    
    
    
          
      
    
    
    
    
    
    
  
Erfolgreiches Bordringen am „Toten Mann“. — 1346 Franzosen 
gefangengenommen. 
Großes Hauptquartier, 21. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Auf den Süd= und Güdwesthängen des 
„Toten Mann“ wurden nach geschickter Artilleriebvorbereitung unsere TLinien 
vorgeschoben. 31 Offiziere, 1315 Mann wurden als Gefangene eingebracht, 
16 Maschinengewehre und 8 Geschütze sind außer anderem Material erbeutet. 
Schwächere feindliche Gegenstöße blieben ergebnislos. 
Zechts der Maas ist, wie nachträglich gemeldet wird, in der Nacht zum 20. Mai 
im Caillettewalde ein französischer Handgranatenangriff abgewiesen worden. Gestern 
gab es hier keine Infanterietätigkeit; das beiderseitige Artilleriefeuer erreichte aber 
zeitweise sehr große Heftigkeit. 
Kleinere AUnternehmungen, so westlich von Zeaumont und südlich von Gondrekon, 
waren erfolgreich. 
Bei Ostende flürzte ein feindliches Flugzeug im Feuer unserer Abwehrgeschütze 
ins Mcer. Vier weitere wurden im Tuftkampf abgeschossen; zwei von diesen in 
unseren Linien bei Lorgies (nördlich von La SBassée) und südlich von Chäteau- 
Salins, die beiden anderen senseits der feindlichen Fronk am ZSourruswalde (westlich 
der Maa) und über der Cöte östlich von Verdun. 
Unsere Eliegergeschwaderhaben nachts Dünkirchen erneut ausgiebigmit Bombenbelegt. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Balkankriegsschauplatz. Die Tage ist im allgemeinen unverändert. Behin= 
derungen, die durch erhebliche Leberschwemmungen im Vardartal eingetreten waren, 
sind beseitigt. Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
. 
—
        <pb n="240" />
        Siegreicher Angriff der k. u. k. Truppen bei Lafraun. 
Wien, 21. Mai. Amilich wird verlautbart- 
RKussischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Belang. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe an der Südtiroler Front 
nahmen an Ausdehnung zu, da unsere Truppen auch auf der Hochfläche von 
Lafraun zum Angriff schritten. — Der Gipfel des Armenterrarückens ist in 
unserem Besitz. Auf der Hochfläche von Lafraun drangen unsere Truppen in 
die erste, hartnäckig verteidigte feindliche Stellung ein. Die aus Tiroler Kaiser- 
jägern und der Linzer Infanterie-Truppendivision bestehende Kompftruppe Seiner 
k. u. k. Hoheit des Feldmarschalleutnants Erzherzog Karl Franz Josef erweiterte 
ihren Erfolg. Die Cima Laghi und — nordösilich dieses Gipfels — die Cima 
di Mesole sind genommen. Auch vom Borcolapaß ist der Feind verjagt. Sübdlich 
des Hasses fielen drei weifere 268-cm-Haubitzen in unsere Hände. Bom Col 
Santo her dringen unsere Truppen gegen den Pasubio vor. Im Brandtal ist 
Langeben (Anghebeni) von uns besetzt. — Gestern wurden über 3000 Ztaliener, 
darunter 84 Offiziere, gefangengenommen, 23 Geschütze und 8 Maschinen- 
gewehre erbeutei. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Wilson über Amerikas Friedensmission. 
New Lork, 21. Mai. (Durch Funkspruch vom Vertreter des W. T. B.) Wilson 
hielt am Sonnabend in Charlette (Nordkarolina) zur Feier des 141. Jahrestages 
der Unterzeichnung der LUnabhängigkeitserklärung zu Mecklenburg (Nordkarolina) vor 
hunderttausend Zuhörern eine Rede, in der er sagte, die Zeit sei für die Vereinigten 
Staaten gekommen, ihre Dienste zur Herbeiführung des Friedens zwischen den 
kriegführenden Ländern Europas anzubieten. 
Wilson fuhr fori: „Europa hai sich in den Krieg verbissen wie wir in den 
Frieden, um zu sehen, was aus diesen Dingen entsteht, wenn sie in heiße Berührung 
miteinander geraten. Was Sie auf der andern Seite vor sich gehen sehen, ist 
ein furchtbarer Hrozeß, durch den ein Kampf der Elemente in einem Gottesurteil 
in eine Zeiordnung und Zusammenarbeit der Elemente umgewandelt werden dürste. 
Ein interessanter Lmstand in dieser Richtung ist, daß die kriegerischen DHrozesse sfill- 
siehen. Diese heißen Dinge, die miteinander in Berührung stehen, machen keine 
großen Fortschritte aufeinander zu. Wenn ihr nicht überwältigen könnt, so müßt 
ihr beratschlagen. Hier in Amerika haben wir versucht, ein Zeispiel dafür aufzusiellen, 
wie die ganze Welt auf der Grundlage von Freiheit, Zusammenarbeit und Frieden 
zusammengebracht werden kann. Dieser große Versuch, den wir in Amerika durch- 
gemacht haben, ist eine Art von prophetischem Musier für das Menschengeschlecht. 
Was wollt ihr tun mit eurer Macht? Seid ihr im Begriffe, sie in Gewalk zu 
verwandeln oder in den Frieden und die Rettung der Gesellschaft?“
        <pb n="241" />
        Wilson schloß: „Ich würde mich gern dem Gedanken hingeben, daß der Geist 
dleser Stunde seinen Ausdruck fände in unserer Vorstellung, daß wir dasselbe heilige 
Symbol des Rates, des Dreises, der Nachgiebigkeit und des rechtlichen Urteils vor 
den Nationen der Welt aufrichten und wir sie so an die Stelle der heiligen Schrift 
erinnern: Nach dem Wind, nach dem Erdbeben, nach dem Feuer kommt die stiille, 
sanste Stimme der Menschlichkeit.“ (W. T. B.) 
Siegreicher Sturmangriff bei Höhe 304.— Hauptmann Bölccke 
schießt sein 17. und 18. Flugzeug ab. 
Großes Hauptquartler, 22. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplah. Oestlich von Nieuport drang eine DHatrouille 
unserer Marineinfanterie in die französischen Gräben ein, zerstörte die Berteidigungs- 
anlagen des Gegners und brachte 1 Offizier und 32 Mann gefangen zurück. 
Südwesilich von Givenchy#-en-Gohelle wurden mehrere Linien der englischen 
Stellung in etwa zwei Kilometer Breite genommen und nächtliche Gegenstöße 
abgewiesen. An Gefangenen sind s Offziere, 220 Mann, an Beute 4 Maschinen= 
gewehre, 3 Minenwerfer eingebracht. Der Gegner erlitt ganz außergewöhnlsche 
blutige Verluste. 
In Gegend von Berrh-au- Bac blieb in den frühen Morgenstunden ein franzoͤsischer 
Gasangriffsverfuch ergebnislos. 
Links der Maas stürmten unsere Truppen die französischen Stellungen auf 
den östlichen Ausläufern der Höhe 304 und hielten sich gegen wiederholte feindliche 
Angriffe. Neben seinen großen blutigen Verlusten büßte der Gegner an Gefangenen 
9 Offiziere, 5318 Mann ein und ließ S Maschinengewehre in unserer Hand. Die 
Beute aus unserem Angriff am Eüdabhange des „Toten Mann“ hat sich 
auf 13 Geschütze, 21 Maschinengewehre erhöht. Auch hier und aus Richtung 
Chattancourt hatten Bersuche des Feindes, den verlorenen Boden zurückzugewinnen, 
keinen Erfolg. 
ZKechts der Maas griffen die Franzosen mehrfach vergebens unsere Linien in der 
Gegend des Steinbruchs (süblich des Gehöstes Haudromonh und auf der Zauxkuppe 
an. Beim dritten Ansturm gelang es ihnen aber, im Steinbruch Fuß zu fassen; die 
Nacht hindurch war die beiderseitige Artillerietätigkeit im ganzen Kampfabschnitt 
außerordentlich heftig. 
Insere Fliegergeschwader wiederholten gestern nachmittag mit beobachtetem großen 
Erfolge ihre Angriffe auf den Etappenhafen Dünkirchen. Ein feindlicher Doppeldecker 
stürzte nach Kampf ins Meer. Weitere vier Flugzeuge wurden im Tuftkampf innerhalb 
unserer Linien außer Gefecht gesetzt, und zwar in Gegend von Wervieq, bei Noyon, 
bei Maucourt (östlich der Maas) und nordösflich von Chäteau-Salins, lehteres durch 
Leutnant Wintgens als dessen viertes. Außerdem schoß Oberleutnant Bölcke südlich 
von Avocourt und südlich des „Toten Mann“ den 17. und 18. Gegner ab. Der
        <pb n="242" />
        hervorragende Fliegeroffizier ist in Anerkennung seiner Leistungen von Seiner Majestät 
dem Kaiser zum Hauptmann befördert worden. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Zunahme der italienischen Miederlage in Südtirol. — Bisher 
24000 Gefangene. 
Wien, 22. Mai. Amitlich wird verlautbart: 
Russischer und südöstlicher Kriegs schauplatz. Nichts Neues. 
Jtolienischer Kriegsschauplatz. Die Niederlage der Italiener an der 
Güdtiroler Front wird immer größer. 
Der Angriff des Grazer Korps auf der Hochfläche von Lafraun hatte vollen 
Erfolg. Der Feind wurde aus feiner Stellung geworfen. Unfere Truppen find 
im Besißtz der Cima Mandriola und der Höhen unmittelbar wesilich der Grenze 
von diesem Gipfel bis zum Asiachtal. Die Kampfgruppe Seiner k. u. k. Hoheit 
des Feldmarschalleutnants Erzherzog Karl Franz Josef hat die Linie Monte 
Tormeno— Monte Majo gewonnen. 
Seit Beginn des Angriffs wurden 23883 Gesangene, darunter 482 Offiziere 
gezählt. Unsere Beute ist auf 172 Geschütze gefliegen. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Neubesetzung mehrerer Reichsämter. — Errichtung eines „Kriegs- 
erndhrungsamts“. 
Berlin, 22. Mai. Amtlich wird bekanntgegeben: Seine Majestät der Kaiser 
und König haben dem Vizepräsidenten des Staatsministeriums und Staatssekretär 
des Innern Dr. Delbrück die nachgesuchte Entlassung aus seinen Aemtern unter 
Belassung des Titels und Kanges eines Staatsministers und unter Verleihung des 
hohen Ordens vom Schwarzen Adler erteilt und ihn von der allgemeinen Stellver- 
tretung des Reichskanzlers entbunden, den Staateminisker und Staatssekretär des 
Reichsschatzamtes Dr. Helfferich zum Staatssekretär des Innern ernannt und mit 
der allgemeinen Stellvertretung des Feichskanzlers beauftragt, den Staatssekretär 
für Elsaß-Lothringen Wirklichen Geheimen Kat Graf v. Roedern vom 1. Juni 1916 
ab zum Staatssekretär des Feichsschatzamts ernannt und bestimmt, daß bis zum 
1. Juni 1916 die Geschäfte des Reichsschatzamtes durch den Staatssekretär des 
Innern Dr. Helfferich weiterzuführen sind. 
Seine Majestät der König haben ferner den Staateminister Dr. v. Breitenbach 
zum GBizepräsidenten des Staatsministeriuns ernannt.
        <pb n="243" />
        S 
  
*. 
– 
SS— 
  
#K1 — X 
— G——— —. 
Nach einer amtlichen Mitteilung der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“ hat 
der Zundesrat den Reichskanzler ermächtigt, eine eigene, neue, ihm unmittelbar 
unterstellte Zehörde, das „Kriegsernährungsamt“, zu errichten. Der DHräsident dieser 
Behörde erhält das Zerfügungsrecht über alle im Deutschen Reiche vorhandenen 
Lebensmittel, RKohstosse und andere Gegenstände, die zur Lebensmittelversorgung 
notwendig sind; ferner über die Futtermittel und die zur Viehversorgung nötigen 
Nohskosse und Gegenskände. Das Verfügungerecht schließt die gesamte Verkehrs= 
und Verbrauchsregelung (damit erforderlichenfalls natürlich auch die Enteignung), 
die RKegelung der Ein-, Aus-, Durchfuhr sowie der Dreise ein. Der Dräsident kann 
in dringenden Fällen die Landesbehörden unmittelbar mit Anweisungen versehen. 
Zum Dräsidenten des Kriegsernährungsamts ist der Oberprästdent der Hrovinz 
Ostpreußen v. Batocki berufen. (W. T. B.) 
Der Jahrestag der italienischen Kriegserklärung. (Ein Armre- 
befehl Erzherzog Friedrichs.) 
Wien, 22. Mai. Aus dem Kriegspressequarlier wird gemeldel: Feldmarschall Erzherzog 
Friedrich hai einen Armecoberkommandobefehl erlassen: 
Heute vor einem Jahre hat Italien seinen lang geplanten und sorgfältig vorbereileten 
VBerrai an der Monarchie durch die Kriegserklärung gekrönt. Leber eine halbe Million 
Feuergewehre stark, den Kräften unserer Verteidigung achtsach überlegen, skand damals 
das feindliche Heer drohend an unserer Grenze. Mit vermessener Kuhmredigkelt ver- 
sprachen die führenden Männer drüben dem betörten Volke einen leichten und sicheren 
GSieg. In raschem Anfkurm sollten die ftalienischen Waffen über die „unerlösten“ Gebiele 
hinaus bis in das Herz unseres VBaterlandes gelragen werden und mit dessen Zerträmmerung 
den Weltkrieg enischeiden; die surchklosen Berteidiger aber geboken dem verhaßten Gegner 
überall Hall, wo es meine Befehle bestimmt hatten. Unser Siegeslauf im Norden 
ward durch den heimtäckischen Kückenangriff nichl gehemmt. Allmählich vermochte ich 
dann unseren schwachen Grenzschutz durch freigewordene Truppen zu stützen, wenn es 
die Lage sorderke. Bier Schlachten am Isonzo, zahllose Gefechte an der ganzen Front 
vom Stülfser Joch bis zum DUcere haben mein VZertrauen in die Krast unserer Abwehr 
glanzend gerechtfertigt. Während dieser Zeit wurde Galizien vom Feinde befreit, ein 
weites feindliches Gebiet in Zesitz genommen, Serbien nliedergeworfen, Montenegro und 
Albanien erobert. Zis vor kurzem vermochten nur unsere kapfere Flofte und unsere braven 
Flieger Schrecken und Zerwirrung auf italienisches Gebiet zu tragen. Jast ein volles Jahr 
mußten wir uns gedulden, ehe dle Slunde des Angriffes, der Zergeltung schlug. Endlich 
ist diese Stunde gekommen. Schon unser erster Ansturm brach eine gewaltige Bresche 
in die feindliche Front. Ziel ist gelan, mehr noch bleibt zu kun übrig. Ich weiß, ich 
sühle es: Tapferkeik und Ausdauer werden es leisten. Soldaten der Südwest,Froni! 
VDergesset nicht im Kampfe, daß Italien an der Verlängerung dieses Krleges schuldig 
ist; vergesset nicht die Blulopfer, die er gekostet hat; befreit eure Heimat von den Ein, 
dringliungen! Schaffet der Monarchic auch im Südwesten die Grenze, deren sie für ihre 
künftige Sicherheit bedarf!' Meine innigsken Wünsche, die Innigsten Wünsche all eurer 
Kameraden beglellen euch! Erzherzog Friedrich, Feldmarschall. 
(W. T. B.) 
  
    
e’ 
    
    
   
J— 
G 
s 
   
   
S#
        <pb n="244" />
        Fliegerangriff auf Kairo. 
Kalro, 22. Mal. Amtlich wird gemeldet: Zwei feindliche Flugzeuge warfen 
16 Bomben, hauptsächlich auf das arabische Stadtviertel ab. 2 Zivilpersonen 
wurden getötet, 13 Zivilpersonen und s Soldaten verwundet. Die Flieger benutzten 
Scheinwerfer, ehe sie die Zomben schleuderten. Sie wurden durch das Feuer der 
Abwehrgeschütze schnell vertrieben. (W. T. B.) 
Heftige Kämpfe vor Dorf und Festung Douaumont. 
Großes Hauptgquartier, 23. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplah. Die Absicht eines Gegenangriffs der Engländer 
sudwestlich von Givench9y-en-Gohelle wurde erkannt, die Ausführung durch Sperr- 
seuer verhindert. Kleinere englische Zorstöße in Gegend von Roclincourt wurden 
abgewiesen. 
Im Maasgebiet war die Gefechtstätigkeit infolge ausgedehnter Gegenstoßversuche 
des Feindes besonders lebhaft. 
Links des Flusses nahmen wir südlich des Camardwaldes ein französisches Zlock. 
haus. Feindliche Angriffe östlich der Höhe 304 und am Sübhange des „Toten 
Mann“ scheiterten. 
Zechts des Flusses kam es auf der Front nördlich des Gehöfstes Thiaumont bis 
in den Caillettewald zu heftigen Infanteriekämpfen. Im Anschluß an starke Feuer- 
vorbereitung drangen die Franzosen in unsere vordersten Stellungen ein. Unsere 
Gegenstöße warfen sie auf den Flügeln des Angriffsabschnitts wieder zurück. Südlich 
des Dorfes und südlich der ehemaligen Feste Douaumont, die übrigens fest in unserer 
Hand blieb, ist der Kampf noch nicht abgeschlossen. Nordwestlich der Feste Baux 
wurde ein vorgestern vorübergehend in Feindes Hand gefallener Sappenkopfzurückerobert. 
Durch Sprengung zerstörten wir auf der Combreshöhe die erste und zweite 
französische Linie in erheblicher Ausdehnung. 
Zei Baux- les--Dalameix und Seuzey (auf den Maashöhen füböstlich von Verdun) 
brachen seindliche Angriffe in der Hauptsache im Sperrfeuer zusammen; kleine in 
unsere Gräben eingedrungene Abteilungen wurden dort niedergekämpft. 
Ein feindliches Flugzeug wurde südwestlich von VZailly abgeschossen. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplah. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Flucht der taliener aus dem Suganatal. 
Wien, 23. Mai. Amtlich wird verlautbart: 
RKussisch er und süböstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Unsere Truppen rücken nun auch beider- 
seits des Suganatals vor. Burgen (BZorgo) wurde vom Feind fluchtartig
        <pb n="245" />
        verlassen; reiche Zeute siel in unsere Hand. — Das Grazer Korps überschritt 
die Grenze und verfolgt den geschlagenen Gegner; das italienische Werk Monte 
Verena ist bereits in unserem Besitz. — Im Brandtal ist der Angriff auf die 
feindlichen Stellungen bei Chiesa im Gange. 
Die Zahl der seit 15. Mai erbeuteten Geschütze hatf sich auf 188 erhöht. 
Unsere Seeflugzeuge belegten die Eisenbahnstrecke San Dona di Hiave — Horto, 
gruaro mit zahlreichen Bomben. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
  
        
    
    
    
         
Die Antwort des Reichskanzlers an Sir Edward Grey. 
Berlin, 23. Mai. In einer Unterredung mit dem amerikanischen Journalisten K. v. Wiegand 
hat der FReichskanzler zu den füngsten Auslassungen des englischen Ministers Sir Edward Grey 
Stellung genommen. Herr v. Wlegand telegraphierie der „Nemw ork World“ über dieses 
Interview folgendes: 
„Nach 22 Monaten eines furchtbaren Krieges,“ sagte der Reichskanzler, „nach Milllonen- 
opfern an Toten, Berwundelen und Verstümmelten, nachdem den Schultern der gegenwärrtigen 
und künftigen Geschlechter eine schwere Schuld an Gut und Blut aufgebürdei worden I#tt, be- 
ginnt England einzusehen, daß das deuische Bolk nicht zermalmt, daß die deuische Nalion nicht 
vernichtei werden kann. ZJetzi, wo es dies erkennt, erklärt Sir Edward Grey, daß die 
britischen Staatsme#nner niemals Deuischland zermalmen oder vernichten wollien, trotz gegen, 
leiliger Aeußerungen seiner Ministerkollegen, trotz der Forderungen der englischen Presse und 
troh des Köders, den Präsideni Hoincaré dem französischen Bolke vorgehalten hai, daß, wenn 
es bis zum Ende durchhalte, England und Frankreich Deutschland den Frieden diktieren würden.“ 
So dußerte sich heute der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg, als sch auf meine Bitte 
von ihm empfangen wurde, um ihn zu fragen, ob er zu den Auslassungen Sir Edward Greys 
zu Herrn Edward P. Bell von den „Chicago Dailly News“ Siellung nehmen wolle. 
„Glauben Sie, daß eine Preßpolemik uns weiter führt?“ sagte der Kanzler: „Sie zwingi 
uns, auf Bergangenes zurückzublicken, anstatt daß wir uns der Zukunft zuwenden sollten.“ 
„Ja, warf sch eln, ist es nicht gerade Sir Edward Grey, der seine Blicke auf die Zukunst 
richiet! Was er ansftrebt, ist doch eine friedliche Zukunft der Welt, wenn er auch meint, 
vorher müsse der preußische Milltarismus niedergeworfen sein.“ 
„Ich wundere mich,“ sagte der Kanzler weiter, „wie Sir Edward Grey immer noch von 
Dreußen im Gegensatz zu Deutschland sprechen kann. Ich weiß sehr wohl, daß die Unkenntnis 
der deutschen Zustände, daß die Spekulation auf innere #neinigkeit Deutschlands Wasser auf 
die Mühle der englischen und französischen Kriegsparteien gewesen ist. Aber ich hatte geglaubt, 
die wunderbare und heldenmütige Einhelt des gesamten deutschen Bolkes in der Verteldigung 
der Heimat hätte setzt den Herren die Augen geöffnet. Und dann der Militarismus! 
Wer war es, der in den lehien 20 Jahren mit Militarismus Dolitik geirieben hat? 
Deutschland oder England? Denken Sie doch an Aegypten, an Faschodal Fragen Sie die 
Franzosen, welche Macht damals Frankrelch durch seine Drohungen die Demütigung auferlegte, 
die lange als die „Schmach von Faschoda“ bitter empfunden wurde! Denken Sie an den 
Burenkrieg, an Algenras, wo England nach der eigenen Erklärung Sir Edward Greys Frank. 
reich zu verstehen gab, daß es im Falle eines Krieges auf Englands Hilfe rechnen könne, und 
die Generalstäbe belder Länder sich entsprechend zu verständigen begannen. Dann kam die 
Bosnische Krisis. Deutschland war es, das damals den Krieg abwendete, lndem es Rußland 
     
          
      
    
          
      
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
     
  
         
   
      
      
     
  
  
   
— Jru —. -- wvs«- »Ist-so sind-U — 
*2. ————t———————sssss— — 
        
1417
        <pb n="246" />
        zur Annahme elnes Vermittelungsvorschlages bewog. England gab in Petersburg sein Miß- "o 
vergnügen mit dieser Lösung zu erkennen. Eir Edward Grey aber erklärie bei dieser Gelegen- 
heit, wie mir zuverlässig bekannt ist, er glaube, die englische öffentliche Meinung würde, falls 
es zum Kriege gekommen wäre, die Beteiligung Englands an Rußlands Seite gebilligt haben. 
Dann Agadir. Wir waren im besten Zuge, unsere Disferenzen mit Frankreich im Der- 
handlungswege zu schlichten, als England mit der bekannten Rede Llopd Georges dazwischen- 
fuhr und die Kriegsgefahr heraufbeschwor.“ 
„Ich wlbll nicht entscheiden, ob Eure Exzellenz recht haben“, sagte ich, „aber Sir Edward 
Grey meinte doch, Eure Exzellenz hätten genau gewußt, daß England niemals Böses gegen 
Deutschland im Schilde geführt habe.“ 
„Ich brauche als Antwort wohl bloß das Wori „Einkreisungspolitik“ aussprechen“, erwiderte 
der Kanzler. „Aus den veröffentlichten Dokumenten der belgischen Archive weiß alle Welt, daß 
auch neutrale Staatsmänncr, wie die belgischen Diplomaten, nicht nur in Berlin, sondern auch 
in Daris und London in dieser Einkreisungspolitik nichts anderes sahen als eine eminente 
Krlegsgefahr. Was ich gegen diese Gefahr tun konnte, habe ich getan. Das Neutralitäls,= 
abkommen, das ich Lord Haldane anbot, hätte nicht nur Europa, sondern der ganzen Welt 
den Frieden gesichert; England hat es abgelehnt.“ 
„Ja“, erlaubte ich mir zu bemerken. „Sir Edward Grey meine aber doch, Deutschland 
hätie absolute Neutralifäf verlangt, auch für den Fall, daß Deutschland auf dem Kontinent 
Angriffskriege führen wollte, und dorauf hälte England doch wohl nicht eingehen können.“ 
„Ich habe“, erwiderte der Kanzler, „am 19. August 1915 im Reichstage den Worilaut 
der Formel mitgeteillt, die ich dem englischen Kabinett in den damaligen Berhandlungen vor- 
geschlagen habe. Die letzte Formel lautete: „England wird diese wohlwollende Neutrali#ät 
bewahren, sollte Deutschland ein Krieg aufgezwungen werden.“ — Aufsgezwungen — bitte ich 
Sie zu bemerken. Es widerstrebt mir, auf alle diese Dinge, die ich ganz ausführlich vor aller 
Weli crörtert habe, zurückzukommen, aber, wenn Sie mich auf die Zemerkung anreden, die 
Sir Edward Grey hierüber gemacht hat, bin ich gezwungen fesizustellen, daß sie den Tatsachen 
nicht enitspricht.“ 
„Und“, fuhr der Kanzler fort, „lassen Sie mich noch eine, aber die letzte Bemerkung über 
die VBergangenheit machen. Immer erneut lommt Sir Edward Grey auf die Zehauptung 
zurück, Deutschland hätle den Krieg vermeiden können, wenn es auf den englischen Konferenz- 
vorschlag eingegangen wäre. Wie konnte ich diesen Borschlag annehmen angesichts der umfang- 
reichen, in vollem Gang befindlichen Mobiliskerungsmaßnahmen der russischen Armee?“ fragte 
der Kanzler. „Troh amtlicher russischer Ableugnungen und wiewohl der formelle Mobill- 
machungsbefehl nicht vor dem Abend des 30. Juli ausgegeben wurde, war uns genau bekannt, 
und i#st selidem bestätigt worden, daß die russische Reglerung, einem schon om 25. Juli gefaßten 
Entschluß entsprechend, bereits mit der Mobilisierung begonnen hatte, als der Greysche Kon- 
ferenzvorschlag erfolgte. Angenommen, ich wäre auf den Vorschlag eingegangen, und nach 
Verhandlungen von zwei bis drei Wochen, während deren Rußland sketig mit der Ansammlung 
seiner Truppen an unserer Grenze fortfuhr, wäre die Konferenz gescheiterk, würde England uns 
dann vielleicht vor der russischen Invasion bewahrt oder uns mit seiner Flotte oder mit selnem 
Heere untersiüht haben! Im Hinblick auf die späteren Kriegseretgnisse muß ich sehr stark daran 
zweifeln. Mit zwel zu verteidigenden Grenzen konnte sich Deuischland auf keine Debakten ein- 
lassen, deren Ausgang dußerst problematischer Natur war, während der Feind die Zeit zur 
Mobilisserung seiner Armeen ausnutzte, mit denen er uns überfallen wollte. Sir Edward Grey 
hat in den kritischen Tagen des Juli 1914 selbst anerkannt, daß mein Gegenvorschlag einer 
umnmittelbaren Aussprache zwischen den Kabinetten von Wien und St. Petersburg besser geeignet 
sei, den österrelchisch-serbischen Konflikt zu begleichen, als eine Konferenz, und dlese von Deutsch- 
land betriebene Aussprache war nach Ueberwindung mancher Hindernisse auf dem besten Wege,
        <pb n="247" />
        rr l.— 2#t . 
— 
   
als Rußland durch die enigegen seinen uns ausdrücklich gegebenen Zusicherungen erfolgte plöß= 
liche Mobilmachung seiner gesamten Armee den Krieg unvermeidlich machte. Hätie England 
damals ein ernsies Wort in Detersburg gesprochen, so wäre der Krieg vermieden worden. 
England tat das Gegenteil. Aus dem Bericht des belgischen Gesandten in Deiersburg weiß 
die Well, daß die russische Kriegspartei die Oberhand erhielt, als sie wußie, daß sie auf die 
englische Unierstützung rechnen konnte. Und weshalb handelte England so? TLassen Sie mich 
ganz kurz rekapitulieren, was die englischen Staatsmänner darüber gesagt haben. 
Am 3. Augusk 1914 sagte Sir Edward Grey, England werde kaum weniger leiden, wenn 
es am Kriege teilnehme, als wenn es sich nicht daran beteilige. Zugleich wies er auf das 
große vitale Interesse hin, das England an Zelgien habe. Nicht um Belgiens, sondern um 
Englands willen hielt also Grey Englands Eintritt in den Krieg für angezeigt. Drei Tage 
späler erklärte Herr Asquith, der Kriegsgrund Englands sei ein doppelier gewesen: ersfens um 
eine feierliche internationale Verpflichtung zu erfällen, zweitens um dem Drinzip Geltung zu 
verschaffen, daß kleine Nationen nicht erdrückt werden dürsen. 
Derselbe Herr Asquith hat in seiner letzien RKede erklärt, England und Frankreich hätten 
am Kriege teilnehmen müssen, um Deutschland zu verhindern, eine beherrschende Stellung zu 
gewinnen. Ist es nicht der Gipfel des Militarismus, sich an einem Kriege gegen ein anderes 
Land zu beteiligen, mit dem man tatsächlich keinen anderen Streitpunkt hat, als es zu ver- 
bindern, slark zu werden?“ 
„Ja, aber Belgien?“, erlaubte ich mir einzuwerfen. 
„Belgien“, sagie der Kanzler. „England hat es messterhaft verskanden, der Welt einzureden, 
es habe zum Schutze Zelgiens zum Schwert greifen müssen, und müsse um Belgiens willen 
den Krieg bis ins Unendliche sorisehen. Damit stimmen die soeben zitierten Reden der engli, 
schen Staatsmänner doch recht wenig überein, und, wissen Sie, wie man in früheren Zeiten 
in England über belgische Neutralität dachte!) Am 4. Februar 1887 sagke das offizielle Organ 
der damaligen konservaliven FRegierung, der „Standard“, daß, wenn Deutschland im Fall eines 
Krieges ein Wegerecht durch Zelgien in Anspruch nehme, das in keiner Weise Englands Ehre 
verletzen oder seine Interessen schädigen würde, solange nur die Integrität und Unabhängigkeik 
Belgiens nicht in Frage gestellt werde. Kein englisches Zlalt erhob gegen diesen Standpunkt 
Widerspruch, sa, die liberale „Dall Mall Gazette“ schloß sich ihm ausdrücklich an. Wie aber 
war es seht vor Ausbruch des Krieges!? Ausdrücklich bot ich England volle Garantie für die 
Integrität und Unabhängigkeit Belgiens. England aber wies dieses Angebot als einen „nieder- 
trächtigen Dorschlag“ ab. 1887 galt eben Frankreich als Englands Rivale, 1014 war es 
Deutschland, und deshalb gab Englands Interesse den Ausschlag für den Krieg.“ 
„Euere Exellenz wollen“, erlaubte ich mir zu bemerken, „lieber von der Zukunft als von 
der Gegenwart sprechen.“ 
„Ja“, versicherte der Kanzler, „das ziehe ich vor, denn mit retrospektiven Zemerkungen kommen 
wir nicht vorwärts. 
Gir Edward Grey will einen dauerhaften Frieden, den will auch ich. Seit Anfang des 
Krieges habe ich das immer wieder ausgesprochen. Aber ich fürchte, daß wir dem Frieden, 
der, wie ich glaube, von allen Bölkern herbeigesehnt wird, nicht näherkommen werden, solange 
verantwortliche Staatsmänner der Entente sich in Bemerkungen über preußische Tyrannei, 
preußischen Militarssmus und in pathelischen Deklamationen über ihre eigene Leberlegenheit 
und Vollkommenheit ergehen oder gar, wie es sehl Sir Edward Grey tut, Deutschland mit 
einer Deränderung seiner politischen Zustände beglücken wollen. Darauf kann ich dem engli- 
schen Minister, dem die irischen Zustände doch Zurückhaltung auferlegen sollten, nur erwidern, 
daß Deutschland Homerule hat, über die es selbständig verfügl. Und, lassen Sie mich das 
einschalten, hat denn die demokratische Berfassung Englands die englischen Staatsmänner an 
  
               
*7 
             
rS— 3*.—————0 — 
— ——t“—————— — —
        <pb n="248" />
        dem Abschluß geheimer Abmachungen mit Rußland und Frankreich gehindert, die eine wesent— 
liche Ursache des jetzigen Welikrieges sind? Aber was ich sagen wollte, durch allgemelne Preß- 
polemilen und öffentliche Reden wird der Haß unter den Völkern immer mehr geschürt. Und 
das ist nicht der Weg, der zu dem Idealzustande Sir Edward Greys führt, in dem frele und 
gleichberechtigte Zölker ihre Küstungen einschränken und ihre Zwistigkelten anskatt durch den 
Krieg durch Schsedsspruch lösen. Ich habe zweimal öffentlich festgestelli, daß Deutschland berelt 
war und ist, die Beendigung des Krieges auf einer Grundlage zu erörtern, die eine Gewähr 
gegen künftige Angriffe durch elne Koalitlon selner Feinde bietet und Europa den Frleden 
sichert. Herrn Doincarés Antwort darauf haben Sie gehört.“ 
„Aber“, warf ich ein, „Sir Edward Greys Interview klingt doch anders.“ 
„Das weiß ich nicht“, erwiderte der Kanzler, „das kann nur Grey selbst beurtellen. Aber 
eines weiß ich: Nur wenn sich die Staatsmänner der kriegführenden Länder auf den Boden 
der wirklichen Tatsachen stellen, wenn sie die Krlegslage so nehmen, wie sle sede Kriegskarte 
zeigt, wenn sse mit dem ehrlichen Willen, das enisetzliche Blutvergießen zu beenden, bereit sind, 
untereinander die Kriegs, und Friedensprobleme zu erörtern, nur dann werden wir uns dem 
Frieden nähern. Wer dazu nicht bereit ist, der trägt die Schuld, wenn sich Europa noch 
fernerhin zerfleischt und verbluiet. Ich weise diese Schuld welt von mir.“ (W. T. B.) 
Die Kämpfe am Tigris. 
Konstantinopel, 23. Mai. (Kriegsbericht vom 22. Majs.) An der Fralfront 
keine Beränderung. Da den Bedürfnissen der neuen Tage entsprechend, die sich 
infolge der Einnahme von Kut el Amara zu unseren Gunsten ergeben hat, eine 
Aenderung in unserem VBerteidigungsplan notwendig geworden war, hatten wir vor 
drei Tagen unsere auf dem rechten Tigrisufer stehenden Truppen ein wenig zurück, 
gezogen. Der Feind erkannte dies erst nach zwei Tagen. Wir siellten fest, daß 
der Gegner gegen unsere Stellungen auf dem genannten Lfer nur einen Teil seiner 
Kavallerie vorwarf, und zwar mit dem einzigen Zweck der Aufklädrung. 
Kaukasusfront. Auf dem rechten Flügel verlief der 21. Mai ruhig. Im Zentrum 
fanden örtliche Infanteriekämpfe statt. Auf dem linken Flügel unternahm der Feind 
in der Nacht vom 19. zum 20. Mai zwei leberfälle auf unsere Vorposten, die 
sedoch alle beide abgeschlagen wurden. 
In der Nacht vom 10. Mai erschienen acht feindliche Flieger in der Gegend der 
Dardanellenstraße. Sie warfen ungefähr 70 Zomben ohne sjede Wirkung. Einer unserer 
Kampfflieger griff die feindlichen Flieger zweimal an und eröffnete auf sie wirksames 
Maschinengewehrfeuer. In derselben Nacht unternahm eins unserer Wasserflugzeuge 
auf der Verfolgung der feindlichen Flieger einen Flug nach Imbros, wo es aus 
600 m Höhe 9 Bomben auf die feindlichen Flugzeugschuppen warf. Gute Wirkung 
wurde festigestellt. Zon der Höhe von Imbros aus schleuderte ein feindlicher Monitor 
am 20. Mai wirkungslos einige Geschosse gegen Sed-ül-Bahr. Auf einem feindlichen 
Kreuzer, welcher zwei Zarkassen schleppte, wurde durch unser Artilleriefeuer der 
Schornstein beschädigt und der große Mast gebrochen in dem Augenblicke, als er ssch 
der Küste südlich von Kusche Ada in den Gewässern von Smyrna näherte. Vor 
unserem Feuer mußte sich der erwähnte Kreuzer in der Richtung auf Samos entfernen, 
"SG 
· « U« v- U» sojps Tru — S —0 
— "““ 2 3 3 25223 
1420 
  
  
t 
8 
0
        <pb n="249" />
        nachdem er nur vier Schüsse abgegeben hatte. Als Erwiderung auf die Beschießung 
von El Arisch griff eines unserer Fliegergeschwader in der Nacht vom 20. zum 21. Mai 
Dort Said an und warf zahlreiche Bomben auf die an der Küsie und im Hafen 
verankerten feindlichen Schisfe sowie auf Militärposten der Stadt. Wir siellten fesi, 
daß durch diese Bomben große Brände hervorgerufen wurden. Trot heftigen Feuers 
seitens der Truppen und der feindlichen Schiffe sind unsere Flieger samtlich wohl. 
behalten zurückgekehrt. (W. T. B.) 
Dorf Cumiéêres von den Thüringern erstürmt. — Wöültende 
französische Angriffe bei Douaumont. 
Großes Hauptquartier, 24. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Südwestlich von Givenchy griffen starke englische 
Kräste mehrmals unsere 
neuen Stellungen an. Nur 
einzelne Leute drangen ein 
und fielen im Nahkampfe. 
  
Angriffe unter sehr großen 
Verlusten für die Engländer 
abgewiesen, ebenso kleinereeee 
Abteilungen bei Hulluch und S— 
e 8 
— — — 
Blaireville. — —- 
Süudoöstlich von Nouvron, 
s . — 
nordwestlich von Moulin= —— 
  
Sous. Touvent und i.... 
Gegend nördlich von Hrunay scheiterten schw 
Links der Maas wiesen wir durch Infanterie= und Maschinengewehrfeuer 
einen feindlichen VBorsktoß oam Güdwesthange des „Toten Mann“ glatt ab. 
Thüringische Truppen nahmen das hark an der Maas liegende Dorf Cumicères 
im Sturm. Bisher sind über 300 Franzosen, darunter 8 Osfsiziere, gefangen. 
Oestlich des Flusses wiederholte der Feind seine wütenden Angriffe in der 
Douaumontgegend; er erlitt in unserem Feuer die schwersten Verluste. Borübergehend 
verlorenen Zoden gewannen unsere tapferen Regimenter fast durchweg zurück und 
machten dabei über 550 Gefangene. 
Die Kämpfe sind unter beiderseits sehr starkem Artillerieeinsatz im Fortgange. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. In Gegend von Dulkarn (südöstlich von Riga) 
vertrieben deutsche Truppen die Russen aus einem zwischen den beiderseitigen Linien 
liegenden Graben. 68 Gefangene fielen in unsere Hand. 
Zon der übrigen Front ist nichts von Bedeutung zu berichten. 
Balkankriegsschauplatz. Die TLage ist unverändert. 
Oberste Heeresleitung.
        <pb n="250" />
        * 
3 
¾. 
- 
7 
* 
1 8 
V 
8 
    
       
  
* 
1#6# 
i G. — . »O o PG — o MS . MU 0 — “ J 
.——. 5..—— 
n7 
Das Danzerwerk Campolongo genommen. 
Wien, 24. Mai. Amttlich wird verlautbart: 
RKussischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Nördlich des Suganer Tales nahmen 
unsere Truppen den Höhenrücken von Galubio bis Burgen (Borgo) in Besitz. 
Auf dem Grenzrücken südlich des Tales wurde der Feind vom Kempelberge 
verkrieben. — Weiler südlich halten die Jtaliener die Höhen östlich des Bal d'Assa 
und den befestigten Kaum von Asiago und Arsiero. Das Panzerwerk Campolongo 
ist in unseren Händen. Unsere Truppen gingen näher an das Bal dl’Assa= und 
das Dosinatal heran. 
Geit Beginn des Angriffs wurden 24 400 Ztaliener, darunter 324 Offiziere 
gefangengenommen, 231 Geschütze, 101 Maschinengewehre und 16 Minenwerfer 
erbeutek. 
Im Abschnitt der Hochfläche von Doberdo waren die Geschützkämpfe zeitweise 
recht lebhaft. Bei Monfalcone wurde ein feindlicher Angriff abgewiesen. 
Eines unserer Fliegergeschwader belegte die Skation Der-la-Carnia mit Zomben. 
BZei der RKäumung von Ortschaften unseres Gebietes seitens des Feindes scheinf 
auch die italienische Zevölkerung teilweise mitzugehen. Teute, die so ihr Vaterland 
verlassen, werden ihren Anschluß an den Feind strafrechflich zu verantworten haben. 
Der Stellvertrefer des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Greys Antwort an den Reichskanzler. 
London, 24. Mai. (Unterhaus.) Die Abgeordneten Donsonby und Kamsay Macdonald 
lenkten die Aufmerksamkeit des Hauses auf die Unterredungen, die Staatssekretär Grey und 
der deutsche Reichskanzler füngst amerikanischen Journalisken gewährt haben, und folgerten, daß 
in dem deutschen Interview nichts mit den Erklädrungen Greys in Widerstreit stehe und daß 
keine unüberskeigbare Schranke Friedensverhandlungen verhindere. 
Staatssekretär Grey erwiderte, wenn er der Ansicht wäre, daß die deutsche Regierung, die 
deutsche öffentliche Meinung und der Krieg so weit vorgeschritten seien, daß die alllierten 
Jegierungen einen Frieden, der mit ihren Zielen vereinbar sei, durch Reden über den Frieden 
näher bringen könnten, so würde er Duhßende von Feden halten. Aber die Zeit sel dazu noch 
nicht gekommen. Alle Allüerten seien verpflichtet, Friedensbedingungen nur gemelnsam vorzubringen 
und eine Erklärung über Friedensbedingungen, die England und den Alliserken annehmbar seien, 
könne nur nach einer Zeratschlagung mit den Allüerten abgegeben werden. Grey wies ferner 
darauf hin, daß sein Intervlew keine neue Erklärung enthalten habe und fuhr fort: Donsonby 
betonte, daß der deutsche Reichskanzler und ich uns nicht in Beschuldigungen über die Lrsachen 
ergehen sollten. Ich scheue mich nicht, immer wieder zu sagen: Dieser Krieg hätte vermieden 
werden können durch die Annahme der Konferenz, die vorgeschlagen wurde. (Zeifall.) Warum 
wurde die Konferenz nicht angenommen? Weil kein guter Wille vorhanden war. Erft kurz 
vorher war ihr die Balkankonferenz vorangegangen. Ich wünschte, daß die deutsche und die 
öskerreichtsch-ungarlsche Keglerung ihre Berichte veröffentlichen würden über die Rolle, die wir 
in dieser Konferenz gespiell haben. Ich habe sie niemals gesehen, aber ich bin ganz sicher, daß 
1422
        <pb n="251" />
        — 
   
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
niemand diese Konferenz milgemacht hai, der nicht bereit wäre, die Taisache zu bezeugen, daß 
die Haliung der englischen Regierung durchaus und vollkommen von gutem Glauben beseell war. 
Grey fuhr fori: Wenn der Reichslanzler sagt, daß eine zweite Konferenz gegen Deutschland 
ausgenußk und daß dieser Vorkell zur Vorbereitung auf den Krieg angewandt worden seln 
würde usw. (Dinge, von denen wir zu sener Zeit nicht geredet haben), so sage sch, daß die 
Haltung, welche wir während der damals gerade beendigten Konferenz beobachiet hatten, uns 
berechtigt zu sagen, daß eine Konferenz, wie sie am Vorabend des Krieges vorgeschlagen wurde, 
so geurtei gewesen wäre, daß diejenigen, welche die Erfahrung der vorhergegangenen hatien, 
sie mit Bertrauen und gutem Willen hätlen annehmen sollen. (Beifall.) Jch kann nicht mit 
Donsonby darin übereinstimmen, daß die veröffentlichte IUnterredung mit dem Reichskanzler oder 
seine Kede lm vorigen Monait die Bereitschaff zum Frieden zeige, welche er darin zu finden 
schien; wenn Deutschland zu allen Zedingungen bereit ist, die der Abgcordnele angibl, warum 
sagt es das nicht? Ich kann in dieser Unierredung des ZReichskanzlers nichts Neues hinsichklich 
der Friedensbedingungen sehen. Ich finde eine Sache darin neu, nämlich die Acußerung, daß 
unsere Haltung in den Berhandlungen betreffend Zosnien damals, als Oeslerreich-Ungarn 
Bosnien anneklierte, kriegerisch gewesen sei. Das i#st neu und es ist eine Lüge erster Klasse. 
Die Jdee, daß wir versucht haiten, Kußland zum Kriege zu drängen, daß wir gesagt häiten, 
unser Land würde bereit sein, in einen Krieg Bosniens wegen einzutrelen, daß dies unsere 
Hallung gewesen sei, das ist das gerade Gegenieil der Wahrheit. (Beisall.) Wenn Sie davon 
reden, an die Zernunfk zu appelieren oder davon, die Bernunft zum Siege über die Machit zu 
bringen, und davon, dem deutschen BZolke Bernunft zu predigen. Sie können mit dem deutschen 
Volke nicht vernünftig reden, solange es mit Lügen gefüttert wird und nichts von der Wahrheit 
weiß. Grey fuhr fori, der deuische Reichskanzler sagte in seinem lehien Interview, diesenigen 
seien für die Fortdauer des Krieges verantwortlich, die Deuischlands Zedingungen nichi annehmen 
wollien, und die Karte, die die augenblickliche militärische Lage zeige, würde uns sagen, wortn 
diese Bedingungen beständen. Wir haben auch die früheren Keden des Reichskanzlers über 
den Charakier der deuischen Zedingungen. Das sind Bedingungen eines siegreichen Deutschlands, 
die die deuischen Interessen beschützen, auf die Inieressen der anderen Bölker keine Käcksccht 
nehmen und die, wenn sie angenommen würden, die anderen europässchen Siaalen Deutschland 
auf Gnade und Ungnade auslieferten, wenn es seine Angriffspolilk gegen sie wieder aufnehmen 
sollie. Es ist kindisch zu sagen: Weil Deutschlands Feinde die Friedensbedingungen, die 
Deutschland genehm sind, ohne Rücksicht auf ihre eigenen Inieressen nicht annehmen wollen, 
deshalb seien sie verantwortlich für die Foridauer des Krieges. Das, was taisächlich in dlesem 
Augenblick mehr als irgend eiwas anderes für die Fortdauer des Krieges veraniwortlich ist, ist 
der Umstand, daß die deuische Regierung immer wieder sagt, sie habe den Krieg gewonnen oder 
sie werde lhn in nächster Woche gewinnen und die Allüserten seien geschlagen. Tatsache ist, 
daß die Allücerfen nicht geschlagen sind (langer, lauler Zeifall); sse werden auch nicht geschlagen 
werden, und der erste Schritt zum Frieden würde sein, wenn die deuische Regierung beginni, 
diese Taisache zu erkennen. Wenn einer der Alliierten in diesem Augenblicke ein besonderes 
JFechi hak, über den Frieden zu sprechen, so isf es die Regierung Frankreichs, auf das seil 
einigen Wochen die konzentrierte Wut des deutschen Angriffs gefallen ist. Die Tapkerkeit der 
französischen Armee während der langen Schlachi von Verdun reitei Frankreich und rektet auch 
seine Alllierten. Isi das für uns ein Augenblick, um eiwas anderes zu kun, als uns auf den 
Ausdruck unserer Entschlossenhelt zu beschränken, diesem Allüerten die vollste Unterstäßung zu 
gewähren, die in unserer Macht liegil! (Beifall.) Wenn semand In diesem Augenblick ein 
Rechi hal, von Frieden zu sprechen, so ist es die französische Regierung. Der französische 
Dremierminister hai gesprochen, und wenn die Zeitungsberichte richtig sind, so hat er gesagt: 
Was werden die folgenden Generationen sagen, wenn wir die Gelegenheit enischlüpfen lassen, 
einen fesien dauernden Frieden für Frankreich zu schaffen. Das ilt auch unsere Empfindung,
        <pb n="252" />
        und wir wünschen mit unseren Alliierien die Früchte dieses Krieges in einem Frieden begründet 
zu sehen, der nicht nur einige wenige Jahre und nicht nur für ein oder zwei Generationen Dauer 
hat, sondern der für alle Zukunft die Welt vor einer solchen Katastrophe wie dieser Krieg 
bewahren soll. In diesem Empfinden halie ich es im gegenwärtigen Augenblick für die Aufgabe 
der Diplomatie, die Solidarität der Allilerten angesichts des Feindes aufrechtzuerhalten, wie sie 
denn auch vollskändig ausrechterhalten wird (Beifall), und die noiwendigen militärlschen und 
maritimen Maßregeln in vollstem Maße zu unterstützen, die von den Allüerten gemeinsam 
unternommen werden, um diesen Krieg zu einem Dunkt zu bringen, der noch nicht erreicht 
ist, aber wo die Aussicht auf elnen sicheren dauerhaften Frieden zur Wirklichkelt werden könnte. 
(Lauter Beifall.) (W. T. B.) 
Die Russen an der persischen Grenze zurückgedrängt. 
Konstantinopel, 24. Mai. (Amitlicher Zericht.) An der Irakfront keine Ver- 
#dnderung. Die russischen Streikräffe, deren Bormarsch in der Zichtung Kasri 
Schirin auf Kankin (Hanikin (3) gemeldet worden war, sind gezwungen worden, ihr 
VBordringen in der Gegend der Grenze einzustellen. In einem Gefecht mit russtschen 
Abteilungen, die an der persischen Grenze gerade nördlich von Suleimanieh bemerkt 
worden waren, brachten wir diesen Berluste von mehr als 200 Mann bei. 
An der Kaukasusfront auf dem rechten Flügel im Abschnitt von Bitlis unbedeutende 
Datrouillengefechte. Im Zentrum und auf dem linken Flügel wurden Leberfalls- 
versuche des Feindes gegen unsere Vorhutstellungen in der Nacht zum 23. Mai 
mühelos abgewiesen. 
An der Halbinsel Gallipoli wurde ein Torpedoboot, welches sich Kueischuek. 
Kemikle zu nähern versuchte, durch unser Geschützfeuer in die Flucht gejagt. Eines 
unserer Wasserflugzeuge warf auf einem Fluge in der Richtung auf Imbros erfolg- 
reich Zomben auf einen Monitor, den es im Hafen von Khephalo bemerkt hatte, 
auf die Einrichtungen im Hafen und auf Flugzeugschuppen und rief dort einen 
Brand hervor, welcher genau felkgestellt wurde. 
Auf den anderen Fronten keine Veränderungen. (W. T B.) 
Die Lage auf dem mazedonischen Kriegsschauplatze. 
Sosia, 24. Mai. (Bericht des Hauptquartiers.) Seit zwei Monaten haben 
die englisch-französischen Truppen begonnen, das befestigte Lager von Saloniki zu 
verlassen und sich unserer Grenze zu nähern. Die Hauptstreitkräffte der Engländer 
und Franzosen sind im VBardartal aufgestellt und breiten sich ostwärts über Dova 
Tepe bis zum Strumatal und westwärts über die Gegend von Subotsko und 
Bodena bis nach Terine (Florina) aus. Ein Teil der wiederhergestellten serbischen 
Armee ist schon in Saloniki gelandet. Seit einem Monat ungefähr herrscht fast 
täglich Geschützfeuer an der Front Doiran — Gewgheli, aber die Engländer und 
Franzosen haben bis setzt noch an keiner Stelle die Grenze überschritten. Zorgestern 
wurde eine französlsche Aufklärungsabteilung von unseren Hatrouillen im Dorfe 
Gorni Garbale unter Feuer genommen. Die Zeiter ergriffen die Flucht und ließen 
ihre Hferde im Stich, die von unseren Soldaten eingefangen wurden. (W. T. B.)
        <pb n="253" />
        —————— 
  
  
  
Mikltas Absage an Drinz Mirko. 
Vordeaux, 24. Mai. (Meldung der Agence Havas.) Der König von Montenegro hat 
an den montenegrluischen Minisierpräsidenten Kadowitsch folgenden Brief gerichtet: 
„Herr Hräsident! Um zu vermeiden, daß der Aufenthalt meines Sohnes, des Prinzen 
Mirko, n Wien, der sich nach Blättermeldungen wegen einer Erkrankung dort zur Pflege 
aufhält, in übler Weise ausgelegt werde, erachte ich es fär nokwendig, den Regierungen 
unserer mächtigen Allsierten durch Bermittlung ihrer bei uns beglaubigten VBertreter zur 
Kenntnis zu bringen, daß ich sehr entschieden diese Keise mißbillige und streng sedes 
etwaige Borgehen verdamme, welches dahin zielen würde, Montenegro unseren Feinden 
gegenüber zu verpflichten. Wollen Sie überdies erklären, daß Drinz Mirko kraft unserer 
Verfassungsgesetze und besonders des Artikel 16 unserer VDerfassung keinen ofsfiziellen 
Nang bekleidet und keinerlei gesehmäßigen Einfluß in Montenegro auszuüben vermag. 
leberdies hören die in Montenegro verbliebenen Minister nach der Bildung des neuen 
Kabineits auf, zur Regierung zu gehören. lebrigens hatten sie vor meiner Abreise von 
mir keine der Vollmachten erhalten, die in dem oben erwähnien Artikel 16 angeführt sind. 
Sie kehren setzi in den Rahmen einfacher Beamter unseres teuren Baterlandes zurück, 
das mil der Hilse Gottes und unserer tapseren und ruhmreichen Verbündeien bald den 
Augenblick seiner so sehr erhofften Wiedererstehung herankommen sehen wird.“ (W. T.-B.) 
Der norwegische Dampfer „Langeli" nicht von einem deutschen 
U--Boot torpediert. 
Kristiania, 24. Mai. Das deutsche Auswärtige Ami hat der norwegischen 
Gesandtschaft in Berlin mitgeteilt, daß die dienstlichen Zerichte sämtlicher Untersee— 
bootskommandanien keinen Anhaltspunkt dafür ergeben, daß der norwegische Dampfer 
„Langeli“ von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden sei. (W. T. B.) 
Der Steinbruch bei Haudromont wiedergenommen. 
Großes Hauptquartier, 25. Moai. 
Westlicher Kriegsschauplah. Englische Torpedo= und Datrouillenbooke wurden 
an der flandrischen Küste von deutschen Flugzeugen angegriffen. 
Westlich der Maas scheiterten drei Angriffe des Feindes gegen das von ihm 
versorene Dorf Cumideres. 
Oestlich des Flusses stießen unsere Kegimenter unter Ausnutzung ihrer vorgestrigen 
Eerfolge weiter vor und eroberten feindliche Gräben südwesilich und südlich der 
Feste Douaumont. 
Der Steinbruch südlich des Gehöfkes Haudromont ist wieder in unserem Bestpt. 
Im Caillettewald lief der Feind während des ganzen Tages gegen unsere 
Stellung völlig vergeblich an. Außer sehr schweren, blutigen Verlusten büßten die 
Franzosen über 350 Mann an Gefangenen ein; 14 Maschinengewehre wurden erbeutet. 
Zei St.-Souplet und über dem Herbe Zois wurde je ein feindlicher Doppel- 
decker im Luftkampf abgeschossen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Balkankriegs schauplatz. #esleb und Gewgheli wurden von feindlichen Fliegern 
1 erfolglos beworfen. Oberste Heeresleitung. (W. T. Z.) 
* 
* 
———— rf * –
        <pb n="254" />
        Das Fortschreiten der Offensive gegen Jtalien. 
Wien, 25. Mai. Amtlich wird verlautbart: 
  
  
  
    
   
   
  
  
. 
I 
T I — O 
0 
2E 2 
2 
S 0 H 4 
B*’– U 0 d 
2 2 J 
5 1— 
UOaun " 
O 
J 
S 2 9 08 I 
r G□ 
S. 
2 2 &amp; 2 3 
□— J O " 
5 . &amp; 
  
  
     
   
431OS 
  
  
  
D 
% L# 
#½# 
. 3 „0 
0 d3d0 
ee 
KE.) 2 
57 39 
2. 
6 L4 
34 „ *#2½ 
2s P 
GC 2 2 0 
P5 La o 
* 
1 2 5 2 à 
2 8 
* 8 
ca h 
2m 
  
  
Dle k. u. k. Franf in Süctfrol vor Beglun der neuen Otfenalve 
und die neuen Stcllungen der Oesterrelcher und Ungarn # — -. 
nach dem letzlicn Heeresbericht. 
  
  
  
  
ussischer Kriegsschauplatz. In Wolhynien unternahmen unsere Steeif- 
kommandos an 
mehreren Stellen 
erfolgreiche Leber- 
fälle. Lage un- 
verändert. 
Italienischer 
Kriegsschauplatz. 
Die Kampftätig- 
keit im Abschnitte 
von Doberdo, bei 
Flitsch und am 
Dlöcken war leb- 
hafter als in den 
letzten Tagen. Wie- 
derholte feindliche 
Angriffsversuche 
beiDeutelskein wur- 
den abgewiesen. 
Nördlich des 
GEuganatales 
nahmen unsere 
Truppendie Cima 
Cista, überschriften 
an einzelnen Stel- 
len den Masobach 
und rückten in 
Gtriegen (Strig- 
no) ein. Südlich 
des Tales breitete 
sich die über den 
Kempelberg vor- 
gerückte Gruppe 
unter Leber- 
windung großer 
Geländeschwierig- 
keiten und des 
feindlichen Wider= 
siandesnach Osten 
— #ue. —J— S - —| 5 -#'.r 
——-—— 3“ 
1426
        <pb n="255" />
        und Süden aus. Der Corno di Campo Verde ist in ihrem Besitz. Italienische 
Abteilungen wurden sofort zurückgewiesen. 
Im Brandtal (Valarsa) nahmen unsere Truppen Chiesa in Besitz. Die 
Nachlese im Angriffsraum erhöhte unsere Beute noch um 10 Geschütze. 
Eines unserer Seeflugzeuggeschwader belegte den Bahnhof und die militärischen 
Anlagen von Tatisano mit Bomben. 
Südöfstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
  
Ereignisse zur See. Am 24. Mai nachmittags hat ein Geschwader von 
Seefiugzeugen Bahnhof, Dostgebäude, Kasernen und Kastell in Bari ausgiebig und 
mit sichtbar gutem Erfolge bombardiert und in die Festesfreude der reich beflaggten 
Stadt deutlich erkennbare Störung gebracht. Das Abwehrfeuer der Batterien war 
ganz wirkungslos. Alle Flugzeuge sind unversehrt eingerückt. 
Flottenkommando. (W. T B.) 
Deutscher Fliegerangriff im Aegäischen Meere. 
Berlin, 23. Mai. Deutsche Seeflugzeuge haben am 22. Mai im närdlichen 
Aegaischen Meer zwischen Dedeagatsch und Samothraki einen feindlichen Verband 
von vier Schiffen angegriffen und auf einem Flugzeugmutterschiff zwei Volltreffer 
erzielt. Die feindlichen Schiffe entfernten sich darauf in der Richtung nach Imbros. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Der Räckzug der Ztaliener. 
Bern, 25. Mal. Die „Agenzia Stefans“ gibt eine Schilberung des ersien Abschnitts der 
österreichisch-ungarischen Offensive, in der es heißt: Unsere Infanterle leistete den feindlichen, 
zum Ansfurm vorgeworfenen Infanteriemassen zusschen Eisch und Brenta, besonders aber 
zwischen Terragnolotal und Hochaffico hartnäckigen Widerskand. Um den Wirlungen der heftigen 
seindlichen Zeschießung zu entgehen, zogen sich aber unsere Fußtruppen nach und nach auf die 
rückwäris liegenden Derteidigungslinien zurück. Hälte sich die Berteidigung versteift, die vor- 
geschobenen Stellungen zu behaupten, so hälle man zwar elne tapfere Tat vollbracht, aber sehr 
schwere unnötige Opfer gebracht. Die Kommandanten zogen sich deshalb auf verschiedenen 
Abschnitten nach den Hauptwiderstandslinien zurück. In dem Frontabschnitt, in dem der Feind 
seine Hauptanstrengung machte, nämlich auf dem Tonezzaplateau, hatte uns die Beschaffenheit 
des Geländes gezwungen, unsere Haupiverteidigungslinke auf dem Monte Maggso, Monte 
Torraro und Campomolon aufzugeben, weil hinter diesen Höhen das Gelände säh in die Täler 
abskürzt. Diese Linie war aber nur vler bis sieben Kilometer von den felndlichen Batterien 
entfernt. Diese dußerste unvermeidliche Nähe veranlaßte uns, in diesem Abschnitt auf die 
Hauptverteldigungslinie zu verzichten und die Verieidigung zurückzuverlegen. Natürlich koftele 
dle Zurücknahme unserer Truppen Verlusse an Menschen und Geschützen, da sie Iin rauhem, 
abschüssigem Gelände ausgeführt werden mußte. (W. T. B.)
        <pb n="256" />
        Die russischen Operationen in Persien. 
Konstantinopel, 25. Mai. (Mitteilung der Agentur Milli.) Die Unternehmungen der 
Zussen in Dersien, die darin bestehen, daß russische Truppen in türkisches Gebiei kommen, 
haben keinerlei militärische Bedeutung. Die Besetzung von Kast Schirin und von Rowenduz 
gehört zu diesen nutlosen Streiszügen. Die Russen versolgen mit derartigen Unternehmungen 
nur den Zweck, die Aneignung Dersiens durchzuführen und die Schlappe zu verdecken, die sse 
im Kaukasus durch unseren kräftigen Widerfkand erlitten haben. (W. T. B.) 
Enthüllungen über die russische Mobillisserung. 
Wilna, 25. Mai. Anknüpfend an die Aeußerung des RZeichskanzlers zu dem 
Korrespondenten v. Wiegand, die russische Regierung habe am 25. Juli 1014 den 
Enischluß gefaßt, mit der geheimen Mobilisserung zu beginnen, teilt die weißrussische 
Zeitung „Ooman“ aus absolut zuverlässiger Quelle mit, General Rennenkampf 
habe unter Zefehl Nr. 13432 vom 26. Juli 1914 auf Zefehl des Zaren die 
Feskung Kowno in Kriegszustand versetzt. (W. T. B.) 
Amerikanische Drotestnote gegen den englischen Hostraub. 
Washington, 25. Mai. (Meldung des Reuterschen Zureaus.) Das Staats- 
departement hat gesiern dem britischen und dem französischen Boischafter eine 
identische Note überreicht, in der die Vorstellungen gegen die Anhaltung der recht- 
mäßigen amerikanischen Host durch Großbritannien und Frankreich wiederholt werden. 
(W. T. B.) 
Einberufung aller diensttauglichen Engländer. 
London, 28. Mai. Der König hat eine Botschaft an das englische LZolk gerichtet, 
in der alle diensitauglichen Männer zwischen 18 und 45 Jahren unter die Fahnen 
gerufen werden. Der König dankt dem Volke für seine patriotische Haltung, die es 
ermöglicht habe, mittels freiwilliger Rekrutierung eine Armee von s41 000 Mann 
aufzustellen. (W. T. B.) 
Die Franzosen südlich Douaumont zurückgeworfen. 
Großes Hauptquartier, 26. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Links der Maas wurde ein von Turkos aus, 
geführter Handgranatenangriff westlich der Höhe 304 abgeschlagen. 
Auf dem östlichen Maasufer setzten wir die Angriffe erfolgreich fort. Unsere 
Stellungen westlich des Steinbruchs wurden erweitert, die Thiaumontschlucht über- 
schritten und der Gegner südlich des Forts Douaumont weiter zurückgeworfen. Bei 
diesen Kämpfen wurden weitere 600 Gefangene gemacht, 12 Maschinengewehre 
erbeutet. — In der Gegend von Toivre nordwestlich von Keims machten die Franzosen 
1428 
  
  
38 
# +Wo### 
*2 
  
1 
. 
AI Jr S— # -"- u — r“ 
J 3
        <pb n="257" />
        einen ergebnislosen Gasangriff. — Das im Tagesbericht vom 21. Mai erwähnte 
südlich von Chäteau-Salins abgeschossene feindliche Flugzeug ist das fünste von Leutnant 
Wintgens im Tufikampf außer Gefecht gesehte. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Eroberung des Höhenrückens nördlich von Asiago. 
Wien, 26. Mai. Amttlich wird verlautbark: 
ZKussischer und süböstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Im Sugana--Abschnitt eroberten unsere Truppen 
den Civaron (süädösilich Zurgen) und erklommen die Elferspitze (Cima Undici. 
Im Raume närdlich von Asiago erkämpften Teile des Grazer Korps einen 
neuen großen Erfolg. Der ganze Höhenrücken von Corno di Campo Berde bis 
Meata ist in unserem Besitz. Der Feind erlitt auf seiner Flucht in unserem 
wirkungsvollsten Geschützfeuer große blutige Verluste und ließ über 2500 Gefangene, 
darunter einen Oberst und mehrere Stabsoffiziere, 4 Geschühe, 4 Maschinen- 
gewehre, 300 Fahrräder und viel sonstiges Material in unseren Händen. 
Näördlich von Arsiero wurden die Italiener aus ihren Stellungen wesilich Zararola 
vertrieben; sodann säuberten unsere Truppen in siebensiündigem Kampfe die Waldungen 
nördlich des Monte Cimone und besehten den Gipfel dieses Berges. Im oberen 
Dosinatal ist Zettalo genommen. 
Unsere Landflieger bewarfen die Bahnhöfe von Deri, Schio, Thiene und Vicenza, 
unsere Marinefsieger die Luftzeughalle und den Zinnenhafen von Grado mit Bomben. 
Nachts warf ein feindliches Luftschiff zahlreiche Zomben auf Triest ab, die sedoch 
niemand verletzten und auch keinen Schaden verursachten. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Ereignisse zur See. Eines unserer Unterseeboote hat am 23. Mai morgens 
die bedeutenden Hochöfen von Dortoferralo auf der Insel Elba sehr erfolgreich 
beschossen. Das Feuer wurde von einer Strandbatterie wirkungslos erwidert. An- 
schließend an die Zeschießung versenkte das Unterseeboot den italienischen Dampfer 
„Washington“. Flottenkommando. (W. T B.) 
Datrousllenkämpfe an der mazedonischen Front. 
Sofia, 26. Mai. Das Hauptaquartier teilt mit: Am 23. und 24. Mai hat sich 
nichts Zesonderes ereignet. An der Front Doiran — Gewgheli starke gegenseitige 
Kanonade. Unsere Artillerie brachte eine feindliche Batterie südlich vom Dorse 
Majadagh zum Schweigen und trieb feindliche Schützen, die wesilich von diesem 
Dorfe Stellung genommen hatten, aus ihren Gräben heraus. Eine unserer Hatrouillen 
griff eine aus 25 Mann bestehende französische Hatrouille an und verjagte sie aus
        <pb n="258" />
        dem am südlichen BelasitzaAbhang gelegenen Dorfe Palmisch. Am 24. Mai warfen 
feindliche Flugzeuge eine Zombe auf Gewgheli und eine zweite südlich vom Dorfe 
Detrowe, richteten jedoch keinen Schaden an. Am Morgen desselben Tages erschienen 
fünf feindliche Flugzeuge über Kanthi und warfen auf die Stadt und deren Umgebung 
mehrere Zomben ab, die einige Einwohner verwundeten. Unser Luftgeschwader stieg 
zum Angriff auf den Feind auf und zwang ihn rasch zur IUmkehr. Eine der Tuft- 
flotteneinheiten des Feindes stüczte stark beschädigt auf griechisches Gebiet ab. (W. T B.) 
Der amerikanische Botschafter Gerard über das deutsch-amertka- 
nische Berhältnis. 
München, 26. Mal. Der Sonderberichterskatter der „Münchener Zeikung“ hatte mit dem 
Boischafter der Vereinigien Staaten von Nordamerika James Gerard eine Unlerredung, in der 
der Boischafter Milleilungen über Deuischlands Berhältnis zu Amerika und die Lösung des 
Welikonfliktes machte. Der Botschafker führie u. a. aus: Die lehzte Note Wilsons habe nochmals 
klar und unzweideutig darauf hingewiesen, daß es der Wunsch und die Absicht seiner Regierung 
sei, im Geiste des Friedens und der Freundschaft mil Deutschland zu verkehren. Er möchte 
ausdrücklich erklären, daß alle Zwelsel an dem gulen Willen des Dräsidenten von falschen 
VBoraussetzungen und von einer Verkennung der amerikanischen Dolilik ausgingen. Eine ver- 
hängnisvolle Kolle beim Nolenauslausch habe der Mangel einer zuverlässigen und schnellen 
Berichterstattung gespielt. Die Krisis sei setzt glücklich überwunden. Die Festigung der guten 
Beziehungen Amerikas zu Deuischland sei einer der wichtigsten Faktoren in der diplomalischen 
Siuallon. Amerlka brauche dringend den Frieden. Der Bolschaster erklärte dann weiler, er 
sei sehr optimistisch in bezug auf die Fortschritte, dle der Friedensgedanke auch bei den krieg- 
führenden Mächten zeitigen wird. Die klugen und maßvollen Worte des Reichskanzlers über 
dse deutsche Friedensbereitschast hälten vielleicht ihre stärkste Wirkung in Amerika gehabt. Zum 
Schluß erklärte Gerard, nichts könne ihn wankend machen in seiner Zuversicht, daß der Frieden 
schon unterwegs sel. (W. T. B.) 
Die falschen Behauplungen Sir Edward Gregs. 
Berlin, 26. Mal. Unter der Leberschrifi „Die bosnische Krisis“ veröffentlicht die „Nord, 
deulsche Allgemeine Zeltung“ zwel Berichle des Boischaffers Grasen Dourtales aus Delersburg 
vom 1. und 5. April 1909 an den damaligen Reichskanzler Fürsten BZülow. Diese widerlegen 
die Behaupiungen Sir Edward Greys, der die Erklärungen des Reichskanzlers über die 
Haltung der englischen Dolitik in der bosnischen Krisss zum Anlaß genommen hat, um zu 
behaupten, daß das deuische Bolk mit Lügen gesüttert werde. (W. T. B.) 
Erfolgreicher Vorstoß beim Thiaumontwalde. 
Großes Hauptaquartier, 22. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich des Kanals von La Bassée drang 
eine unserer Hatrouillen bei Festubert in die feindliche Stellung, machte Gefangene 
und kehrte ohne Verlufke zurück. 
In den Argonnen lebhaster Minenkampf, durch den die feindlichen Gräben in 
größerer Breite zerstört wurden. Außer einigen Gefangenen erlitten die Franzosen 
zahlreiche Verluste an Toten und VBerwundeten.
        <pb n="259" />
        ⁊ 
o0 
— — ###r Em— « 
OWTWMVFEWMIÆ DHOMVFROMHI THE-TO 
2 
  
  
  
  
Links der Maas richteten die Franzosen seit Mitternacht heftige Angriffe gegen 
Cumiceres; es gelang ihnen, vorübergehend in den Südrand des Dorfes einzudringen, 
wir machten bei der Säuberung s3 Gefangene. 
Zechts der Maas gelang es uns, bls zu den Höhen am Südwestrande des 
Thiaumontwaldes vorzustoßen. 
Ein französischer Angriffsversuch dagegen wurde durch Artilleriefeuer im Keime 
erstickt. Zwei feindliche Angriffe gegen unsere neueroberten Stellungen südlich der 
Feste Douaumont scheiterten restlos. 
In den Kämpfen südwesilich und südlich der Feste sind seit dem 22. Mai an 
Gefangenen 48 Offiziere, 1943 Mann eingebracht. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei einer erfolgreichen Hatrouillenunternehmung 
südlich Keklau machten wir einige Gefangene. 
Ballankriegsschauplatz. Keine VBeränderungen. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Bresche in der Befestigungsgruppe von Arsiero. 
Wien, 27. Mai. Anmitlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplaßz. Nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Das zur Befestigungsgruppe von Arsiero 
gehörende Danzerwerk Casa Ratti, die Straßensperre unmittelbar südwestlich von 
Barcarola, ist in unserer Hand. TLeutnant Albin Mlaker vom Sappeurbataillon 
Nr. 14 drang mit seinen Leuten ungeachtet des heftigen beiderseitigen Feuers in das 
Werk ein, nahm die seindlichen Sappeure, die es sprengen wollten, gefangen und 
erbeutete so drei unversehrte schwere Danzerhaubitten und zwei leichte Geschütze. 
Nördlich von Asfago bemächtigten sich unsere Truppen des Monte Moschicee; 
auf dem Grenzrücken südlich des Suganertales drangen sle bis auf die Cima Mora vor. 
Die Zahl der im Angriffsraum erbeuteten Geschütze hat sich auf 284 erhöht. 
Am Monte Sief und Ken wurden feindliche Angriffe abgeschlagen. 
Südöftlicher Kriegsschauplatz. Bei Feras versuchten die Italiener, die im 
Nordufer der Vojusa liegenden Ortschaften zu brandschahen; sie wurden durch unsere 
patrouflen vertrieben. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Luftangriff auf die russische Flugskation auf Oesel. 
Berlin, 27. Mal. In der Nacht vom 25. zum 26. Mai hat ein deutsches 
Flugzeuggeschwader die russische Flugstation Hapenholm auf der Insel Oesel erneut 
mit Zomben belegt und dabei gute Treffer, größtenteils in den Flughallen selbst, 
erzielt. Trotz heftiger Zeschießung sind alle Flieger wohlbehalten zurückgekehrt.
        <pb n="260" />
        General Gallieni t. 
Daris, 27. Mai. (Meldung der Agence Havas.) General Gallieni ist heute 
früh gestorben. (W. T. B.) 
Die amerikanische Note an England in der Dostfrage. 
London, 27. Mal. (Reuter-Meldung.) Die „Times“ melden aus Washington vom 26. Mal: 
Die Note, in der gegen die Zehandlung der neutralen Hostsendung durch die Engländer und 
Franzosen protestiert wird, wurde setzt veröffenklicht. Es wird darin gegen die „ungesetzliche 
und willkürliche Meihode, neutrale Schiffe zum Anlaufen von Häfen zu zwingen, um die 
Dosisendungen zu beschlagnahmen,“ Beschwerde erhoben. Wichtige unersetzliche Dokumente 
seien verloren gegangen, und es seien häufige Terzögerungen vorgekommen. Die Note schließt: 
Nur eine radikale Aenderung in der englisch-französischen Holitik dadurch, daß die vollen Rechte 
der Dereinigken Staaten als neutraler Macht wiederhergestellt werden, wird diese Regierung 
besriedigen. (W. T. B.) 
Fort RKupel und Demir Hissar von den Bulgaren besetzt. 
Saloniki, 27. Mai. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Bulgaren 
baben das griechische Fort an der Mündung der Struma in die Gorje sowie Station 
und Brücke von Demir Hissar besetzt. Deutsche und bulgarische Offziere erklärten 
Donnerskag dem griechischen Kommandanten von Zupel, daß sie Zefehl hätten, 
die bulgarische linke Flanke gegen einen Angriff der Verbündeten zu decken; sie schlugen 
vor, das Fort in lebereinstimmung mit den Grundsähßen der Neutralität, wie sie in 
Athen ausgelegt worden seien, zu besehen, und verlangten den Abzug der Griechen 
binnen 24 Stunden. Der Kommandant telegraphierte nach Athen. In einem 
Drotokoll verpflichteten sich die deutschen und bulgarischen Offiziere, das Fort zu 
rdumen, sobald die #rsache dieser Okkupation aufhöre. Hierauf zogen die Griechen 
mit Ausnahme einer Kompagnie ab, die 24 Schüsse abgab und sich dann auf 
bestimmten Zefehl aus Athen ebenfalls zurückzog. Die Deutschen und Bulgaren 
sind ebenfalls sehr tätig bei Kanthi und Eskige nordöstlich von Kavalla, wo sse 
Dontons zusammenbringen, um die Mesta zu überschreiten. (W. T. B.) 
Vergebliche französische Angriffe am „Toten Mann"“. 
Großes Hauptquartier, 28. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplatz Deutsche Erkundungsabteilungen drangen nachts 
an mehreren Stellen der Front in die feindlichen Linien; in der Champagne brachten 
ste etwa 100 Franzosen als Gefangene ein. 
Westlich der M#aas griff der Feind unsere Stellungen am Südwesihange des 
„Toiten Mann“ und am Dorfe Cumiéères an; er wurde überall unter großen 
Verlusten abgeschlagen. Oestlich des Flusses herrschte heftiger Artilleriekampf. 
  
0WV 
    
   
60 
  
Errr 
« W
        <pb n="261" />
        Destlicher Kriegsschauplatz. Keine Aenderungen. 
Ein russisches Flugzeug wurde in der Gegend von Slonim im CLuftkampf ab— 
geschossen. Die Insassen — zwei russische Offiziere — sind gefangen. 
Balkankriegsschauplatz. Es hat sich nichts Weseniliches ereignet. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Das italienische Danzerwerk Cornolo erobert. 
Wien, 28. Mai. Anmilich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplah. Nichts von Bedeutung. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Lnsere Truppen bemächtigten sich des 
Danzerwerkes Cornolo (westlich von Arsiero) und im befesiigten Kaum von Asiago 
der bestkändigen Talsperre Bal d'Assa (südwestlich des Monte Interrotto). 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Vojusa Geplänkel mit 
stalienischen Hatrouillen. Die TLage ist unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. S.) 
Ein deutsches UI--Boot vor der Themsemündung. 
Berlin, 28. Mai. Ein deutsches Unterseeboot hat am Zormittag des 26. Mai 
vor der Themsemündung den belgischen Leichter „Volharing“ versenkt. (W. T. Z.) 
Ein russisches Minensuchboot gesunken. 
Berlin, 28. Mai. Nach Beobachtung von der nordkurländischen Küste ist am 
27. Mai nachmittags ein russisches Minensuchboot im westlichen Eingang des 
ZKigaischen Meerbusens auf eine Mine gelaufen und gesunken. (W. T. B.) 
Ueber 230 Quadratkilometer stalienischen Bodens besetzt. 
Wien, 28. Mai. Der Kriegeberichterstatter des „Fremdenblattes“ meldet: 
Bisher sind von den österreichisch-ungarischen Truppen über 230 Quadratkilometer 
italienischen Zodens besetzt worden. Versuche der Italiener, unsere Offensive auf- 
zuhalten, s#nd erfolglos. Ansere Angriffsfront sseht knapp vor der inneren Befestigungs, 
zone der italienischen Hauptstellungen im Gebiet von Asiago und Arsiero. (W. T. B.) 
Bulgarisches Vordringen im Strumatale. 
Sofia, 28. Mai. (Telegraphische Meldung.) (Amtlicher Bericht vom 27. Mal.) 
Heute sind Abteilungen unserer im Strumatale operierenden Truppen aus ihren 
Stellungen vorgedrungen. Sie haben den Südausgang des Engpasses von Kupel 
sowie die ansioßenden Höhen ösilich und westlich des Strumaflusses besetzt. (W. T B.)
        <pb n="262" />
        Gescheiterte russische Angriffe an der Kaukasusfront. 
Konskantinopel, 28. Mai. Das Hauptauartier teilt mit: An der JIrakfront 
keine Veränderung. 
An der Kaukasusfront auf dem rechten Flügel Gefechte zwischen Erkundungs- 
abteilungen; ein überraschender Angriff einer feindlichen Kompagnie auf unsere 
vorgeschobenen Dosten scheiterte und wir machten einige Gefangene. Im Zentrum 
Juhe; auf dem linken Flügel vertrieben wir durch einen Gegenangriff den Feind, 
welcher einen Teil unserer VZorpostenstellungen besetzt hatte, und erbeuteten eine 
Anzahl Gewehre und Dionierwerkzeuge. 
Ein die Halbinsel Gallipoli überfliegendes feindliches Flugzeug floh in der 
RKichtung auf Imbros, sobald einer unserer Flieger erschien. 
Ein in der Umgebung von Keusken und Ada erschienenes Torpedoboot wurde 
durch Feuer vertrieben. Zwei feindliche Monitoren und einige Torpedoboote beschofsen 
darauf unsere in der Umgegend aufgestellte Artillerie ohne Wirkung; als ein Monitor 
durch unser Gegenfeuer getroffen wurde, stellten alle feindlichen Schiffe das Feuer 
ein und entfernten sich. Sonst nichts von Zedeutung. (W. T. B.) 
Französische Borstöße bei Cumiêres abgewiesen. 
Großes Hauptquartier, 20. Mai. 
Westlicher Kriegsschauplath. Feindliche Monitoren, die sich der Küste näherten, 
wurden durch Artilleriefeuer vertrieben. 
Den Flugplah bei Furnes bewarfen deutsche Flieger erfolgreich mit Zomben. 
Auf beiden LU#ern der Maas dauert der Artilleriekampf mit unverminderter Hestig- 
keit an. Zwei schwächliche französische Angriffe gegen das Dorf Cumières wurden 
mühelos abgewiesen. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Obersie Heeresleitung. (W. T. B.) 
JNeue Erfolge bei Asiago und im Dosinatal. 
Wien, 29. Mai. Anmtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Stärkere russische Kräste versuchten in den 
letzten Tagen, sich durch Laufgräben und Sappen an unsere beßarabische Front 
heranzuarbeiten. Das Feuer unserer Geschütze und Minenwerfer vereitelte die 
Arbeiten des Feindes. 
Sonsk nichts von Belang. 
Italienischer Kriegsschauplat. Im befestigten Kaume von Aslago über- 
schritten unsere Truppen bei KRoana das Assatal, warfen den Feind bei Canova 
zurück und breiteten sich auf den südlichen und östlichen Talhängen aus. Andere 
  
  
  
  
veu#s — J—t S#O Kc r Jt# — 
— — S—— —9s“ sss see i 
1434
        <pb n="263" />
        Kräfte nahmen nach Ueberwindung der Befestigungen auf dem Monte Interrotts- 
55 die Höhen nördlich von Asiago Iin Besitz. Weiter im Norden sind der Monte Zebio, 
Monte Zingarella und Corno di Campo Bianco in unseren Händen. 
ß Im oberen Dosinatal wurden die Italiener nach hartnäckigem Kampfe aus ihren 
6Seltelluingen westlich und südwestlich Bottale vertrieben. 
* Südöftlicher Kriegsschauplatz. RKuhe. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
* v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Feindlicher Unterseebootangriff gegen deutsche Handelsdampfer. 
Kopenhagen, 29. Mai. „Berlingske Tidende“ meldet aus Stockholm: Bei 
Okeloesund wurde vorgestern abend vom Meere her heftiges Geschühfeuer gehört, 
das eine Viertelstunde andauerte. Es rührte von dem Angriff eines feindlichen 
Anterseebootes auf vier deutsche Erzdampfer her, die von drei deutschen bewaffneten 
Vorpostenschiffen begleitet waren. Der Angriff mißglückte, das Unterseeboot stellte 
plößlich sein Feuer ein. Die sieben deutschen Schiffe passierten gestern vormittag 
Oeland. Es ist unbekannt, aus welchem Grunde das Unterseeboot das Gefecht 
unvermittelt abbrach. (W. T. Z.) 
Enver Dascha in Bagdad. 
Konskantinopel, 29. Mai. Kriegsmintster Enver Pascha, der sich seit einiger Zeit mit 
zahlreichem Gefolge auf einer Reise durch Anatollen befindet, ist am 25. Mai in Bagdad 
angekommen, wo er mit großen Ehren empfangen wurde. Die Stadt hatte reichen Flaggen- 
schmuck angelegt. Der Minisker besuchte dle Grabskätten der mohammedanischen Heiligen und 
verteilte den Koran. Im Mausoleum Abdul Kadir Keylank wurde eine religiöse Feler abge- 
halten. Nach einem Bankett im Feglerungsgebdude fand ein glänzender Empfang statt. Vor 
seiner Abreise ließ der Minister eine bedeuiende Summe zur Berteflung unter die Armen 
zurück. (W. T. B.) 
Die englische Hilfe für Frankreich. 
London, 29. Mai. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) General Haig sagt 
in einer Depesche, in der er die Operationen schildert, seit er am 10. Dezember 191,5 
das Oberkommando über die britischen Streitkräfte übernahm: Die einzige größere 
Offensive des Feindes während dieser Deriode war gegen unsere französischen Ver- 
bündeten bel Verdun gerichtet. Während dieses ganzen Kampfes waren meine 
Truppen bereit mitzuwirken, wenn sse gebraucht würden, aber die einzige Unter- 
[fützung, die von unseren Berbündeten verlangt wurde, war mittelbarer Natur, 
nämlich die Ablösung der französsschen Truppen auf einem Teil ihrer Verteidigungs. 
front. Die Durchführung der Ablösung auf einer ausgedehnten Front, überall 
in unmittelbarer Nähe des Feindes, war ein etwas heikles IUnternehmen, wurde aber 
mit vollkommenem Erfolge durchgeführt. An der britischen Front kam es während
        <pb n="264" />
        der letzien fnf Monate zu leinem größeren Kampf. Die britischen Streitkräfte sind 
durch die Ankunft neuer Formationen von Hause und durch die Verlegung anderer 
Truppen, die im nahen Osten abgelöst wurden, beträchtlich vermehrt worden. Diese 
Vermehrung ermöglichte die Ablösung einer französischen Armee während der Schlacht 
von Verdun. Unter den neu angekommenen Truppen befindet sich ein auftralisches 
Korps und mit ihm die Kanadier sowie ein Teil der Südafrikaner. Seit dem 
letzten Zerichte haben die Indier dieses Land zum Dienste im Osten verlassen. 
(W. T. B.) 
  
   
  
  
  
  
Abreise des Kaisers ins Feld. 
Berlin, 30. Mai. Der Kaiser hat sich wieder zur Front begeben. (W.T. B.) 
   
   
Die französischen Stellungen zwischen „Toter Mann“ und 
Cumieres erstürmt. — 1348 Franzosen gefangen. — Der Vormarsch 
in Mazedonien. 
Großes Hauptquartier, 30. Mai. 
Lestlicher Kriegsschauplatz. TLebhafte Feuerkämpfe fanden auf der Front 
zwischen dem Kanal von La Bassée und Arras statt, auch Lens und seine Vororte 
wurden wieder beschossen. In der Gegend von Suchez und südöstlich von Tahure 
scheiterten schwache feindliche Vorstöße. 
Gesteigerte Gefechtstätigkeit herrschte im Abschnitt von der Höhe 304 bis zur 
Daas. SCüdlich des Raben= und Cumicreswaldes nahmen deutsche Truppen die 
französischen Stellungen zwischen der Südkuppe des „Toten Mam“" und dem 
Dorf Cumières in ihrer ganzen Ausdehnung. An unverwundeten Gefangenen 
find 35 Offiziere (darunter mehrere Stabsoffiziere), 1313. Mann eingebracht. 
Zwei Gegenangriffe gegen das Dorf Cuamicres wurden abgewiesen. 
Oestlich der Maas verbesserten wir durch örkliches Bordrücken die neugewonnene 
Linie im Thiaumontwalde. Das beiderseitige Feuer erreichte hier zeitweise größte 
Heftigkeit. — Unsere Flieger griffen mit beobachtetem Erfolge gestern abend ein feind- 
liches Zerstörungsgeschwader vor Ostende an; ein englischer Doppeldecker stürzte nach 
Lufikampf bei St. Eloi ab und wurde durch Artilleriefeuer vernichtek. 
Oestlicher Kriegsschauplah. Südlich von Tipsk ffießen deutsche Abteilungen 
über die Schtschara vor und zerstörten eine russische Blockhausskellung. 
Balkankriegsschauplatz. Deutsche und bulgarische Streitkradfie besetzten, um 
sich gegen augenscheinlich beabsichtigte Ueberraschungen durch die Truppen der Entente 
zu sichern, die in diesem Zusammenhang wichtige KRupelenge an der Struma. Unsere 
tleberlegenheit zwang die schwachen griechischen Hosten auszuweichen. Im übrigen 
sind die griechischen Hoheitsrechte gewahrt worden. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.)
        <pb n="265" />
        ... J .... ... 
  
Der lebergang über die Dosina erzwungen. 
Wien, 30. Mai. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Cebhaftere Artilleriekämpfe, namentlich an der 
beßarabischen Front und in Wolhynien. Sonft keine besonderen Ereignisse. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern fiel das Panzerwerk Dunta Corbin 
in unsere Hand. Westlich von Arsiero erzwangen unsere Truppen den Lebergang 
über den Dosinabach und bemächtigten sich der südlichen Aferhöhen. Vier heftige 
Angriffe der Italiener auf unsere Stellung südlich BZettale wurden abgeschlagen. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Zupe. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Englische Artillerie am Tigris niedergekämpft. 
Konstantinopel, 30. Mai. (Bericht des Hauptauartiers.) An der Frakfront 
brachte im Abschnitt von Felahie am rechten Aier des Tigris unsere Artillerie zwei 
feindliche Geschüßze zum Schweigen. Wir erbeuteten an diesem Lfer 17 Wagen 
mit Vieh und machten bei einem Leberfall 24 Engländer zu Gefangenen. 
Kaukasusfront: Am rechtken Flügel und im Zentrum Datrouillenkämpfe, am linken 
Flügel Scharmützel einzelner Abteilungen. 
Im Abschnitt von Smyrna verjagten unsere Geschütze drei seindliche Flieger, 
die Hhokia überflogen. Einige feindliche Kriegsschiffe unterhielten eine kurze Zeit 
unwirksames Feuer gegen die Hügel westlich von der Insel Keusten und zogen sich 
dann zurück. 
An den anderen Fronten keine VBeränderungen. (W. T. B.) 
Fliegerbombardement von Smyrna. 
Konstantinopel, 30. Mai. (Amtlicher Bericht.) An der Frakfcont keine 
Veränderung. 
An der Kaukasusfront vertrieben wir Erkundungsabkeilungen, mit denen der Feind 
gegen unsere Stellung vorgehen wollte. Auf dem linken Flügel kam es nur zu 
örtlichen Artilleriekämpfen. Am 209. Mai warfen feindliche Flugzeuge 30 Bomben 
auf einige Stadtviertel von Smyrna, wobei sie mehrere Personen teils töteten, keils 
verlehten und einige Häuser beschädigten. 
Am 27. Mai gingen ein feindliches Torpedoboot und feindliche Flugzeuge gegen 
El Arisch vor. Die von dem Flugzeug geschleuderten Zomben verletzten sieben Hersonen. 
Zwei unserer Flugzeuge griffen das Schiff und die Flugzeuge des Feindes vor 
El Arisch an. Sie warfen mit Erfolg Zomben ab und feuerten aus Maschinen- 
gewehren. (W. T. B.) 
1437
        <pb n="266" />
        Der bulgarische Vormarsch an der griechischen Grenze. 
Amsterdam, 30. Mai. Nach einer Melsdung der „Times“ aus Salonili sind 
die Bulgaren nicht weiter auf griechischem Gebiet vorgerückt. Wie berichtet wird, 
haben sie alle griechischen Forts in der Gegend von Fupel besetzt. Sie haben bei 
FKupel, Demir Hissar, Nevrokop und Tanthi Truppen zusammengezogen, die Seres, 
Drama und Kavalla bedrohen. (W. T B.) 
Erfolgreiche Datrouillenunternehmungen bei Neuve-Chapelle. 
Großes Hauptquartier, 31. Mai. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Feindliche Torpedoboote, die sich der Küste 
nadherten, wurden durch Artilleriefeuer vertrieben. 
Die rege Feuertätlgkeit im Abschnitt zwischen dem Kanal von La Bassée und 
Arras hälf an. Unkernehmungen deutscher Datrouillen bei Neuve Chapelle und 
nordösflich davon waren erfolgreich. 33 Engländer, daruntker 1 Offizler, wurden 
sefangengenommen, 1 Maschinengewehr erbeutet. 
Links der Maas säuberten wir die südlich des Dorses Cumicères liegenden 
Hecken und Züsche vom Gegner, wobei 3 Offiziere und 88 Mann in unsere Hand 
sselen. Beim Angriff am 26. Mai erbeuteten wir ein im Cauretteswäldchen ein, 
gebautes Marinegeschütz, 18 Maschinengewehre, eine Anzahl Minenwerfer und viel 
sonstiges Gerät. 
Auf beiden O#fern blieb die Artillerietätigkeit sehr lebhaft. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplah. Keine Ereignisse von besonderer 
Bedeutung. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Asiago und Arsiero genommen. 
Wien, 31. Mai. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplah. Die erhöhte Gefechtstätigkeit an der beßarabischen 
Front und in Wolhynien dauert an. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die unter Befehl Gr. k. u. k. Hohest des 
Generalobersten Erzherzog Eugen aus Tirol operierenden Streitkräste haben 
Asiago und Arsiero genommen. 
Im Raume nordöstlich Asiago vertrieben unsere Truppen den Feind aus 
Gallio und erstürmten seine Höhenstellungen nördlich dieses Ortes. Der Monte 
Zaldo und Monte Fiara sind in unserem Besitz. Wesilich von Asiago ist unsere 
Front südlich der Assaschlucht bis zum eroberten Werke Hunta Corbin geschlossen. 
Die über den Dosinabach vorgedrungenen Kräste nahmen den DPriafora. 
Neuerliche verzweifelle Anstrengungen der Jtaliener, uns die Stellungen 
südlich Zettale zu entreißen, waren vergeblich.
        <pb n="267" />
        In dem halben Monat seit Beginn unseres Angriffes wurden 30 388 Stallener, 
darunter 694 Offiziere, gefangengenommen und 299 Geschütze erbentet. 
Heute früh belegten mehrere eigene Seeflugzeuge den Bahnhof und milikärische 
Anlagen von San Giorgio di Nogara mit zahlreichen ZBomben. Im Bahnhofs= 
gebäude wurden vier Treffer beobachtet. 
Süböstlicher Kriegsschauplah. Närdlich der unteren Vosusa haben unsere 
Truppen italienische Datrouillen versagt. 
Lage unverändert. 
Der Stellvertrefer des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Feindliche Handelsdampfer als Angreifer gegen deutsche Ul-Boote. 
Berlin, 31. Mal. Eines der kürzlich von einer Unternehmung im Atlantik 
zurückgekehrten deutschen U-Boote versuchte am 2. Mai d. J. in der Jähe von 
Ouessant einen etwa 3000 Tonnen großen Frachtdampfer ohne neutrale Abzeichen 
durch Warnungsschuß anzuhalten. Der Dampfer eröffnete darauf nach wenigen 
Minuten das Feuer aus einem etwa s cm = Kaliber großen Heckgeschütz. Das deutsche 
U.Zoot konnte sich durch Ablauf mit hoher Fahrt in Sicherheit bringen. Es gelang 
ihm aber später nicht, an den in Zick.Zack-Kursen ablaufenden Dampfer wieder 
heranzukommen. 
Am Nachmittag des nächsten Tages folgte dasselbe Ul Boot einem größeren 
Dampfer und schoß auf große Entfernung einen Warnungsschuß, um diesen zum 
Stoppen zu veranlassen. Der Dampfer eröffnete darauf sofort das Feuer aus einem 
Geschütz von etwa 12 cm. bis 15 cm-Kaliber und lief dem U Boot mit hoher 
Fahrt fort. (W. T. B.) 
Einnahme von Mamachatum durch die Türken. 
Konstantinopel, 31. Mai. (Amtlicher Bericht.) An der Irakfront keine Ver- 
änderung. 
An der Kaukasusfront auf dem rechten Flügel kein Ereignis, abgesehen von 
unbedeutendem Infanteriefeuer. Die Offensive, die wir am 30. Mai morgens 
aus der allgemeinen Richtung von Tuzladere und Mamachatum gegen die 
russischen Stellungen 8 km westlich, 6 lun südlich und 18 km südöstlich von 
Mamachatum in einer Ausdehnung von 30 km unternahmen, ist von Erfolg 
gekrönt gewesen. Da diese Operationen fast überraschend durchgeführt wurden, 
wurden die Russen gezwungen, sich in diesem Abschnikt zurückzuziehen, teils nach 
Osten, teils nach Nordosten, ohne daß es ihnen an mehreren Stelten gelang, 
irgendwelchen Widerstand zu leissen, und mit dem Ergebnis, daß die Ortschaft 
DNamachatum von uns besetzt wurde. Angriffe, die die Russen mit einem Teile 
ihrer Streitlräste als Erwiderung auf unsere Offensive im Abschnitt von Tschoruk 
Jr# ### Tri ZJkr —. 
..—. J —....— 
1430
        <pb n="268" />
        und auf dem linken Flügel unternahmen, wurden nach heftigem Artillerie-, 
Infanterie- und Bombenkampf zurückgewiesen. 
Ein Monitor und zwei Torpedoboote des Feindes bombardierten aus einiger 
Entfernung mehrere offene Dörfer auf dem westlichen Teile der Küsten der Insel 
Keusten. Einige Häuser wurden dadurch leicht beschädigt und ein Bauer wurde 
verwundet. 
An den übrigen Fronten kein wichtiges Ereignis. (W. T. B.) 
Besetzung von Dorof durch die Franzosen. 
Saloniki, 31. Mai. (Meldung der Agence Havas.) Die Franzosen haben 
gestern nachmittag Doroj besetzt. (W. T. B.) 
Asquith über die Friedensmöglichkeiten. 
London, 31. Mai. Geuter-Meldung.) (Unterhaus.) Bezüglich der Erklärung des 
deutschen Reichskanzlers in der Note Deutschlands an die Bereinigten Staaten, daß zwei- 
mal im Laufe der lehten Monate Deutschland der Welt seine Bereitschaft kundgegeben 
habe, Frieden zu schließen auf einer Zasis, welche seine Lebensinteressen sichere, und 
daß es nicht Deutschlands Schuld sei, wenn der Frieden Europa noch vorenthalten bleibe, 
richtete Abgeordneter Markham folgende Frage an Asquith: Sind die Alliierten 
bereit, sich der guten Dienste neutraler Staaten zu bedienen, um Deutschland be- 
stimmte Zedingungen mitzuteilen, unter denen sse Frieden schließen wollten, unter 
der Voraussetzung, daß Deutschland bereit wäre, zur selben Zeit und auf demselben 
Wege den Allilkerten beskimmte Bedingungen mitzuteilen, unter denen es gewillt 
wäre, Frieden zu schließen? 
Asquith erwiderte, daß Grey bereits eine öffentliche Erklärung über das Friedens- 
thema abgegeben habe. Es sei nichts in der Erklärung des deutschen Kanzlers vor- 
handen, was zeige, daß Deutschland bereit sei, Friedensbedingungen in Betracht zu 
ziehen, die die Interessen der Alli#erten sowie den künftigen europäischen Frieden 
sichern würden. Er glaube nicht, daß er nütlicherweise der Greyschen Rede in der 
letzten Woche etwas hinzufägen könne. (W. T. B.) 
  
* 
8 ⅜ ;;...... 
1440
        <pb n="269" />
        82 « 
««F·FÆ«TCN 
   
   
   
    
   
  
    
   
  
   
  
  
    
     
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
Deutscher Seesieg in der Nordsee. (Erfolgreiche Schlacht gegen den 
Hauptkeil der englischen Flotte.) 
Berlin, 1. Zuni. Unsere Hochseeflotte ist bei einer nach Norden gerichtetlen 
Unternehmung am 31. Mai auf den uns erheblich überlegenen Hauptteil der 
englischen Kampfflotte geskKoßen. Es entwickelte sich am Nachmittag zwischen 
Skagerrak und Horns Riff eine Reihe schwerer, für uns erfolgreicher Kämpfe, die 
auch während der ganzen folgenden Nacht andauerten. 
In diesen Kämpfen sind, soweit bisher bekannt, von uns vernichtet worden: 
das Großkampfschiff „Warspite“, die Schlachtkreuzer „Queen Mary“ und „In- 
defatigable"“, — wie eine große 
  
  
     
    
     
    
  
   
    
  
.Z - r 4% | . 
zwei Panzer- l Seihh#sen Anzahl von 
krenzer, an- SHS **n TorpPebbboote, 
scheinend der , E zerslörernund 
„Achilles“. S ein Untersee- 
Klasse, ein « 8 boof. Nach 
kleiner Kreu- ceinwandfreier 
zer, die neuen Beobachtung 
Jersförer= hatferner eine 
Führerschiffe EN“ r große Reihe 
„Turbulenk. ÜÙÜ Ü englischer 
„Neskor= und 2 Schaachtschife 
„Alcaster“ so- ëSSDdpoöurch die Ar- 
tüllerie unserer Schiffe und durch Angriffe unserer Torpedobootsflottillen während 
der Tagesschlacht und in der Nacht schwere Beschädigungen erlitten. Unter anderen 
hatl auch das Großkampfschiff „Marlborough“, wie Gefangenenaussagen beskätigen, 
Torpedotreffer erhalkten. Durch mehrere unserer Schiffe sind Teile der Besatzungen 
untergegangener englischer Schiffe aufgefischt worden, darunter die beiden einzigen 
tleberlebenden der „Indefatigable“. 
Auf unserer Seite ist der kleine Kreuzer „Wiesbaden“ während der Tages- 
schlacht durch feindliches Arkilleriefeuer und in der Nacht S. M. S. „Dommern“ 
durch Torpedoschuß zum Sinken gebracht worden. Leber das Schicksal S. M. S. 
„Frauenlob“, die vermißt wird, und einiger Torpedoboote, die noch nicht zurück- 
gekehrt sind, ist bisher nichts bekannt. 
Die Hochseeflotte ist im Laufe des heutigen Tages in unsere Häfen eingelaufen. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.)
        <pb n="270" />
        Französische Angriffe links der Maas abgeschlagen. 
Großes Hauptgquartier, 1. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Närdlich und südlich von Lens herrschte auch 
gesiern lebhafte Artillerietätigkeit. 
Links der Maas setzten die Franzosen abends erhebliche Kräfte zum Angriff gegen 
den „Toten Mann“ und die „Caurekteshöhe“ an. Am Südhang des „Toten 
Mannes“ gelang es ihnen, in etwa 400 Meter Ausdehnung in unserem vordersten 
Graben Fuß zu fassen, im übrigen sind die mehrfachen feindlichen Anstürme unter 
den schwersien Verlusten abgeschlagen. 
Rechts der Maas wurden die Artilleriekämpfe fortgesetzt. 
Oesklich von Obersept drang eine deutsche Erkundungsabteilung in etwa 350 Meter 
Breite und 300 Meter Tiefe in die französische Stellung ein und kehrte mit Gefangenen 
und Beute zurück. · 
Ein englischer Doppeldecker wurde westlich von Cambrai im Luftkampf abgeschossen. 
Die Insassen (Offiziere) sind verwundet gefangengenommen. 
Im französischen Tagesbericht vom 20. Mai 3 Uhr nachmitfags wird behauptet, 
am 28. Mai seien fünf deutsche Flugzeuge durch die Tätigkeit der französischen Flieger 
und Abwehrgeschütze vernichtet worden. Wir beschäftigen uns seit langem nicht mehr 
mit der Richtigstellung feindlicher Berichte, möchten in diesem Falle aber, wo es sich 
um die Leistungsfähigkeit der jungen Fliegerwaffe handelt, doch bemerken, daß weder 
an dem genannten Tage, noch in der vorhergehenden Woche überhaupt irgendein 
deutsches Flugzeug durch feindliche Einwirkung verlorengegangen ist. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Tage ist unverändert. 
Balkankriegsschauplatz. Ein schwacher feindlicher Angriff an der Südspitze 
des Dojransees wurde abgewiesen. Bei Brest (nordöstlich des Sees) wurden Serben 
in englischer AUniform gefangengenommen. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Weitere Fortschritte der öskerreichisch-ungarischen Offensive gegen 
Ztalien. 
Wien, 1. Juni. Amitlich wird verlautbark: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. UAnsere Stellungen in Wolhgnien standen 
gessern wieder mehrere Stunden unter dem Feuer der feindlichen Artillerie. Nachts- 
über mehrfach heftiges Vorfeldgeplänkel. 
Auch an der beßarabischen Front hält die Tätigkeit des Gegners an. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Unsere im Raume närdlich von Aslago gegen 
Osten vorrückenden Kräste haben die Gehöste Mandrielle erreicht und die Straße 
östlich von Monte Fiara und Monte Saldo überschritten. 
Oestlich von Arsfero wurde der Monte Cengo sowie die Höhen südlich von Cava 
und Tresche erobert, 900 Italiener, darunter 15 Offiziere, gefangengenommen und
        <pb n="271" />
        3 Maschinengewehre erbeutet. Bei Arsiero selbst faßten unsere Truppen auf dem 
südlichen Posina-Afer Fuß und wiesen einen starken Gegenangriff der Italiener ab. 
Ebenso scheiterten feindliche Angriffe auf die Stellungen unserer Landesschützen 
bei Chiese (im Brandtal) und östlich des Passo Buole. 
Die Nachlese im Angriffsraum ergab eine Vermehrung der gestern gemeldeten 
Beute auf 313 Geschütze. Unsere sonstige Gesamibeute ist noch nicht völlig zu über— 
sehen. Bisher wurden 1.48 Maschinengewehre, 22 Minenwerfer, 6 Krafiwagen, 6000 Fahr- 
rader und sehr große Munitionsmengen, darunter 2250 schwerste Bomben, eingebracht. 
Süböstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
  
  
      
    
    
    
    
Der Kaiser bei Hindenburg. — Der Dank des Keaisers. 
Berlin, 1. Juni. Der Kaiser hat dieser Tage im Hauptaquartier des Ober- 
befehlshabers Ost geweilt. Bei dem Begrüßungesmahle ergriff Generalfeldmarschall 
v. Hindenburg das Wort zu folgender Ansprache: 
Euerer Kaiserlichen und Königlichen Masestät lege ich, zugleich im Namen 
der mir anvertrauten Truppen, ehrerbietigsten Dank dafür alleruntertänigst zu 
Füßen, daß Allerhöchstdieselbe uns die Ehre und Freude bereitet, einige Tage 
in unserer Mitte im Osten zu weilen. 
Euere Majestät! Wir sind schlichte Soldaten, denen es nicht gegeben ist, 
ihre Gefühle in viele und beredte Worte zu kleiden. Aber das kann ich Euerer 
Majestät versichern, daß der alte Wahlspruch unserer Zäter: „Borwärts mit 
Gott für König und Vaterland, für Kaiser und Reich!“ fest in unsere 
Soldatenherzen eingeprägt ist. Er war bisher die Richtschnur für unser ganzes 
Denken und Handeln und soll es bleiben bis zu unserem lsehten Atemzuge. 
Das geloben wir in dieser Stunde und bitten zugleich, alle unsere unbegrenzte 
Liebe, Treue, Dankbarkeit und Ehrfurcht, die wir für unseren Allergnädigsten 
Kriegsherrn empfinden, kurz in dem Zufe zusammenfassen zu dürfen: „Unser 
Hreußenkönig, des Deutschen Reiches Kaiserliche Majestät Hurral“. 
Der Kaiser erwiderte: 
Mein lieber Feldmarschall! Ich danke Ihnen für die soldatischen Worte, 
mit denen Sie mich begrüßt haben. Ich bin hierher nach der Osifront 
gekommen, um Ihnen und den Armeen des Ostens meinen Dank für die 
großen Taten des vorigen Jahres, für das stille und brave Ausharren im 
letzten Winter und während der heißen Kämpfe der diesjährigen März. 
offenstve des Gegners auszusprechen. 
Wir kämpfen gegen eine Lebermacht. Das ist uns nichts Neues. Schon 
der große König ist uns hierin mit glänzendem Beispiel vorangegangen. Die 
Vorsehung hat es jetzt wieder so gewollt, und das war gut. Denn dadurch 
wurden wir gezwungen, uns zu ganz besonderen Taten und Ceistungen
        <pb n="272" />
        O 
S V 
1444 
         
     
□— — rr— 
SS — 
  
    
aufzuraffen. Meine Armeen werden auch jehzt siegreich durchhalken und uns mit 
Gottes Hilfe einen ehrenvollen Frieden erzwingen, so wie wir ihn wünschen. 
Ihnen aber, mein lieber Feldmarschall, hat die Borfehung in diesen Kämpfen 
das Große beschieden, die Drovinz Osipreußen vom Feinde zu befreien und 
unsere Waffen weit in Feindesland hineinzufragen. Das ist Ihr Berdienst, 
und dessen wird sich das deutsche Bakerland stets bewußt sein. Ich aber, als 
Ihr Kriegsherr und Ihr König, danke Ihnen von Herzen für diese Taten, 
die Ihnen für immer unvergessen bleiben sollen. Leberall in deutschen Landen, 
in Ost und West, in Nord und Süd, sieht man die Verehrung für Sie. Sie 
sind zu einem Nationalheros des deutschen Volkes geworden. Der Name 
Hindenburg hat schon heute einen sagenhaffen Klang. Wo er genannt wird, 
da blißen die Augen, und da leuchten die Gesichter von jung und alt. 
Ind darum sordere ich alle Anwesenden auf, sich mit mir in einem drei, 
sachen Hurra auf den Generalfeldmarschall zu vereinigen. (W. T. B.) 
Besuch des Kaisers in Mitau. 
Berlin, 1. Juni. Der Kaiser hat sich nach dem Besuch im Hauptquartier 
des Oberbesehlshabers Ost nach Mitau begeben; unterwegs ließ der Kaiser sich in 
Gegenwart des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg und seines Stabschefs Vortrag 
über die Berwaltkung der besetzten Gebiete halten. In Mitau wurde Seine Majestät 
von den Truppen und der herbeigeströmten Zevölkerung begeistert begrüßt. Im 
Gelände jenseits der Aa besichtigte der Kaiser Abordnungen der an der Dünafront 
siehenden Truppen, begrüßte sie mit einer kurzen Ansprache und verlieh Eiserne 
Kreuze. Später besuchte der Kaiser auch das alte herzogliche Schloß, das Ritter- 
schaftshaus und die Trinikatiskirche, wo er sich den Dräsidenten des kurländischen 
Konsiskoriums, Generalsuperintendanten Zernewitz, und Herren des Lanbes vorstellen 
ließ. (W. T. B.) 
Erstürmung des Cailettewaldes. 
Großes Hauptquartier, 2. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplaß. Nach heftiger Steigerung ihres Artillerie. 
seuers und nach einleitenden Sprengungen griffen starke englische Kräfte gestern 
abend westlich und südwestlich von Givenchhn an. Sie wurden im Nahkampf zu- 
rückgeworfen, soweit sie nicht bereits im Sperrfeuer unter großen Verlusten um- 
drehen mußten. 
Auf dem Wesitufer der Maas brachen die Franzosen erneut zum Angriff 
vor. Sie hatten keinerlei Erfolg. Oestlich des Flusses stürmten unsere Truppen 
den Cailektewald und die beiderseits anschließenden Gräben. Ein heute morgen 
südwesilich des Baux-Teiches mit starken Kräften geführter feindlicher Gegenstoß 
scheiterte. Es sind bisher 76 Offiziere und über 2000 Mann zu Gefangene 
gemacht sowie 3 Geschütze und mindestens 23 Maschinengewehre erbeutet.
        <pb n="273" />
        Südwestlich von Lille fiel ein englisches Flugzeug mit Insassen unversehrt in 
unsere Hand. Im Tufikampf wurde ein französischer Kampfeinsitzer uͤber dem 
Marrerücken zum Absturz gebracht, ferner in unserem Bereich je ein Doppel- 
decker über Baux und westlich Mörchingen. Der gestern gemeldete westlich Cam- 
brai abgeschossene englische Doppeldecker ist der vierte vom Leutnant Mulzer außer 
Gesecht gesetzte Gegner. 
Oestlicher Kriegsschaupla th. Ein gelungener deutscher Erkundungsvorstoß aus 
der Front südlich von Smorgon brachte einige Dutzend Gefangene ein. 
Südöstlich des Dryswjatysees wurde ein russisches Flugzeug durch Abwehrfeuer 
vernichtet. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleikung. (W. T. B.) 
lebergang der k. u. k. Truppen über die Dosina. 
Wien, 2. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplah. Die Geschützkämpfe an der beßarabischen 
und an der wolhynischen Front haben stellenweise den Chorakter einer Artillerieschlacht 
angenommen. 
Auch an der Ikwa entwickelte der Feind gestern erhöhte Tätigkeit. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Oestlich der Gehöste Mandrielle drangen 
unsere Truppen kämpfend bis zum Grenzeck vor. Im Raume von Arsiero er- 
oberten sse den Monte Zarco (östlich des Monte Cengio) und faßten nun auch 
südlich der Orte Fusine und Dosina auf dem Südufer des Dosinabaches festen Fuß. 
Süböstlicher Kriegsschauplaßtz. Auf dem klinken Lfer der mittleren Vojusa 
öfsklich von Vlora (VBalona) haben wir eine italienische Abteilung durch Feuerüber-= 
fall zersprengt. An der unteren Vosjusa Datronillenkämpfe. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Der Besuch des Kaisers an der Ostfroni. 
Berlin, 2. Juni. Der Kaiser hat sich aus dem Bereich der Heeresgruppe 
des Feldmarschalls von Hindenburg zu den anderen deutschen Heeresgruppen der 
Ostfront begeben. Am 31. Mal tcaf er im Gebiet der Heeresgruppe des Feld- 
marschalls Hrinzen Leopold von Baye#n ein. (W. T. B.) 
Der Verlauf der Seeschlacht am Skagerrak. 
Berlin, 2. Juni. In Ergänzung der gestrigen Meldung des Chefs des Admiral. 
siabes wird uns von zuständiger Seite mitgeteilt: 
An der Schlacht vor dem Skagerrak waren auf unserer Seite unter dem 
Befehl des Flottenchefs Vizeadmirals Scheer beteiligt: Unsere Hochseeflotte mit 
  
  
  
.. 
« -·- Rad-M 
  
1143
        <pb n="274" />
        ihren Großkampfschiffen und älteren Linienschiffen, Schlachtkreuzern, ferner unsere 
sämtlichen in der Nordsee befindlichen Streitkräste, Torpedoboots= und Untersee- 
bootflottillen. Auf der feindlichen Seite skand uns der größte Teil der englischen 
modernen Schlachiflofte gegenüber. Befehishaber der Aufklärungsstreilkräfte war 
Vizeadmiral Hipper. ODie lehleren sind mit den feindlichen Schlachtkreuzern und 
leichten Kreuzern als erste gegen fünf Uhr nachmittags ins Gefecht gekommen, in 
welches dann nacheinander auch die beiderseitigen Großkampfschiffe eingriffen. Die 
Tagesschlacht, in deren Verlauf unsere Torpedoboote mehrfach, eine unserer Flottilten 
allein dreimal, Gelegenheit hatte, erfolgreich einzugrelsen, währte bis etwa 9 Uhr 
abends. In ihr verlor der Feind das Großkampfschiff „Warspite“, den Schlacht- 
kreuzer „Queen Mary“ und einen Panzerkreuzer, anscheinend der „Achilles“= Klasse, 
sowie mehrere Zerstörer. Während der Nacht erfolgten von beiden Seilen er- 
bitterte Torpedobooisangriffe und Kreuzergefechte, denen die übrigen gemeldeten 
feindlichen Schiffe zum Opfer fielen. Unter anderem hat allein das deutsche 
Spithzenschiff sechs englische moderne Zerstörer vernichtet. Alle bisher eingegangenen 
Perichte der beteiligten deutschen Streifträste stummen überein in der Feststellung 
der vom Feinde im fast unnunterbrochenen zwölfstündigen Kampfe bewiesenen 
Tapferkeit. Mis dem Verlust S. M. S. „Frauenlob“ muß endgültig gerechnei 
werden; das Schiff ist anscheinend in der Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni während 
eines der Teilgefechte gesunken. Bon den Torpedoseestreitkrästen sind fünf Boote 
nicht zurückgekehrt, ein großer Teil ihrer Besatzung ist aber geborgen worden. 
Trotz der für die Luftaufklärung ungünfligen Wilterungsverhälknisse während der 
beiden Kampftage haben die Marineluftschiffe und Flieger durch ihre Aufklärung 
und Meldetätigkeit zu dem Erfolge unserer Hochseestreitkräfte wesentlich beigetragen. 
(W. T. B.) 
Die englische Liste der verlorenen Schiffe. 
London, 2. Juni. Die englische Admiralität gibt amtlich bekannt: In der 
Geeschlacht sind folgende Schiffe unserer Flolle gesunken: 
„Queen Mary“, „Indefaligable"“, „Invincible“, „Defence", „Black Drince“, 
„Turbulen,“, „Tipperary“, „Forlune“, „Sparrowhawk“, „Ardent“. 
Andere Schiffe werden noch vermißt. (W. T. B.) 
Erfolgreicher Angriff gegen die russische Kaukasusfront. 
Konstantinopel, 1. Juni. Das Hauptquartier meldet: An der Kaukasusfront 
am krechten Flügel unbedeutende Hatrouillengefechte. Im Zentrum ließ der Feind 
infolge unseres am 30. Mai gegen seinen linken Flügel gerichteten Angciffs seine 
Stellungen vorläufig im Stich, um sich 20 Kilometer in nordwestilicher Richtung 
zurückzuziehen. Unsere Hatrouillen verfolgken den Feind. Auf dem linken Flügel 
wiesen wir einen überraschenden Angriff, den der Feind gegen unsere Stellungen 
versuchte, leicht zurück. (W. T. B.) 
  
1446 
  
  
  
3 
—— 
J 
d 
7— 
  
d
        <pb n="275" />
        Der Höhenrücken von Zillebeke und Dorf Damloup erstürmt. 
Großes Hauptquartier, 3. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Gestern mittag eroberten württembergische 
Regimenter im Sturm den Höhenrücken südöstlich von Zillebeke (südöstlich von 
pern) und die dahinterliegenden englischen Stellungen. Es wurden ein leicht- 
verwundeter General, ein Oberst und 13 andere Offiziere sowie 350 unver- 
wundete und 168 verwundete Engländer gefangengenommen. Die Gefangenen- 
zahl ist gering, weil der Verieidiger besonders schwere blutige Verluste erliti und 
außerdem Teile der Besatzung aus der Stellung flohen und nur durch unser 
Feuer eingeholt werden konnten. In der Nachk einsetzende Gegenangriffe wurden 
leicht abgeschlagen. 
Nördlich von Arras und in der Gegend von Albert dauert der Artilleriec. 
kampf an. 
In der Champagne, südlich von Ripont, brachten unsere Erkundungsabteilungen 
bei einer kleinen Anternehmung über 200 Franzosen gefangen ein. 
Wesilich der Maas wurden feindliche Batterien und Zefestigungsanlagen mit 
sichtbarem Erfolge bekämpft. 
Oestlich der Maas erlitten die Franzosen eine weitere Niederlage. In den 
Morgenstunden wurde ein starker Angriff gegen unsere neugewonnenen Stellungen 
südwestlich des Caillettewaldes abgeschlagen; weiter östlich haben die Franzosen auf 
dem Rücken südwestlich von Vaux gestern in sechsmaligem Ansturm versucht, in 
unsere Gräben einzudringen; alle Vorstöße scheiterten unter schwersten feindlichen 
Verlusten. In der Gegend südöstlich von Baux sind heftige, für uns gönslige 
Kämpfe im Gange. Am Osthang der Maashöhen slürmten wir das siark aus- 
gebaute Dorf Damloup; 520 unverwundete Franzosen (darunier 18 Offiziere) 
und mehrere Maschinengewehre fielen in unsere Hand. Andere Gefangene 
gerieten bei der Abführung über Dieppe in das Feuer schwerer französsscher Batterien. 
— Feldartillerie holte über Zaux einen Farman-Doppeldecker herunter. — Der im 
gestrigen Tagesbericht erwähnte, westlich von Mörchingen abgeschossene französische 
Doppeldecker ist das vierte von Leutnant Hoehndorf niedergekämpfte Flugzeug. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Außer Datrouillengefechten keine 
Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Artilleriekämpfe an der beßarabisch-wolhynischen Front. 
Wien, 3. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. An der beßarabischen Front und in Wolhynien 
dauern die Geschützkämpse unverändert beftig sort. An einzelnen Stellen wurden 
auch aussische Infanterievorfföße abgeschlagen.
        <pb n="276" />
        Italienischer Kriegsschauplatz. Unsere Truppen wiesen einen starken Angriff 
und mehrere schwächere Vorstöße der Italiener gegen den Monte Barto ab. Ebenso 
scheiterten wiederholie Angriffe des Feindes auf unsere Stellung bei Grenzeck östlich 
der Gehöfte Mandrielle. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Ruhe. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. (W. T. B.) 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Der amtliche englische Bericht über die Seeschlacht. 
London, 3. Juni. Die Admiralität teilt mit: Am 31. Mai nachmittag 
entspann sich auf der Höhe der Jütländischen Küste ein Seegefecht. Die britischen 
Schiffe, die in Kampf gerieten, waren die Schlachtkreuzerflotte, einige Kreuzer und 
seichte Kreuzer, die von vier schnellen Schlachischiffen unterslützt wurden. Unter diesen 
Echiffen sind die Verluste schwer. Der deutschen Schlachtflotte kam das unsichtige 
Wetter zu Hilfe, sie vermied einen löngeren Kampf mit unseren Hauptstreitkräften. 
Bald nachdem diese auf dem Kampfplat erschienen waren, kehrte der Feind in 
den Hafen zurück, nicht ohne vorher durch unsere Schlachtschiffe schweren Schaden 
erlitten zu haben. Die Schlachtkreuzer „Queen Mary“, „Indefatigable“, „Invin- 
cible“, die Kreuzer „Defence“ und „Black Prince“ sind gesunken. „Warrior“, 
der kampfunfähig wurde, mußte, nachdem er ins Schlepptau genommen worden 
war, von der Mannschaft verlassen werden. Ferner ist gemeldet worden, daß die 
Zerstörer „Tipperary“, „Turbulent“, „Fortune“, „Sparrowhawk“ und „Ardent“ 
verloren sind. Von sechs anderen ist noch keine Meldung eingelaufen. Es ist 
kein britisches Schfachtschiff und kein leichter Kreuzer gesunken. Die Verluste 
des Feindes sind erust, wenigstens ein Schlachtkreuzer ist zerstört, einer schwer 
beschädigt. Es wird berichtet, daß ein Schlachtschiff während der Nacht von 
unseren Zerstörern versenkt worden ist. Zwei leichte Kreuzer, die kampfunfähig 
waren, sind wahrscheinlich gesunken. Die Zahl der Zerstörer, über die der 
Feind während des Kampfes verfügte, kann nicht angegeben werden, muß aber 
zweifellos groß gewesen sein. (W. T. B.) 
Die deutsche Admiralität gegen englische Legendenbildung. 
Berlin, 3. Juni. AUm TLegendenbildungen von vornherein entgegenzutreten, 
wird nochmals festgestellt, daß sich in der Schlacht vor dem Skagerrak am 31. Mai 
die deutschen Hochseestreitkräste mit der gesamten modernen englischen Flofte im 
Kampf befunden haben. Zu den bisherigen Bekanntmachungen ist nachzutragen, 
daß nach amtlichem englischen Bericht noch der Schlachtkreuzer „Invincible“ und 
der Danzerkreuzer „Warior“ vernichtel worden sind. Bei undg mußte der kleine 
Kreuzer „Elbing“, der in der Nacht vom 31. Mai zum 1. Jumi infolge Kollision 
mit einem anderen deutschen Kriegeschiff schwer beschädigt worden war, gesprengt 
werden, da er nicht mehr eingebracht werden konnte. Die Besatzung wurde 
  
    
    
    
    
      
      
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
        
    
    
    
    
    
    
    
    
  
        
  
9 — 5 rS— ——#“7“ S## . 
sssstscsohtSssssS½8 
1143 
s “
        <pb n="277" />
        durch Torpedoboote geborgen, bis auf den Kommandanten, 2 Offiziere, 18 Mann, 
die zur Sprengung an Bord geblieben waren. Cehtere sind nach einer Meldung 
aus Holland durch einen Schlepper nach Imuiden gebracht und dort gelandet 
worden. Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Jeue türkische Erfolge im Kaukasus. 
Konstantinopel, 2. Juni. (Amtlicher Bericht von gestern.) An der Kaukasus- 
front auf dem rechten Flügel keine Beränderung. Im Zentrum wurde die Ortschaft 
Bascheköi und die Höhen nördlich und öfstlich davon, 50 Kilometer südöfflich von 
Mamahatun sowie die Höhe 2650, die in den Meirambergen, 16 Kilometer nord- 
östlich Mamahatun liegen, von uns beseht. Auf dem kinken Flügel wurden starke 
feindliche Erkundungsabteilungen durch unsere Erkundungsabteilungen zurückgeschlagen. 
(W. T. B) 
Günstiger Fortgang der Kämpfe ostlich der Maas. 
Großes Hauptquartier, 4. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Gegen die von uns gewonnenen Stellungen 
südöstlich von Ipern richketen die Engländer mehrere Angriffe, die resilos abgeschlagen 
wurden. 
Der Artilleriekampf nördlich von Arras und in der Gegend von Albert hielt 
auch gestern an; englische Erkundungsabteilungen wurden abgewiesen; mehrere 
Sprengungen des Feindes südöstlich von Neuville — St. Baast waren wirkungslos. 
Auf dem linken Maasufer wurde ein schwächlicher feindlicher Angriff westlich der 
Höhe 304 leicht zurückgewiesen, ein Maschinengewehr ist von uns erbeutet. 
Auf dem Ostufer sind die harten Kämpfe zwischen Caillekkewald und Damloup 
weiter günstig für uns fortgeschritten; es wurden gestern über 500 Franzosen, darunter 
3 Osfiziere, gefangengenommen und 4 Maschinengewehre erbeutet. 
Mehrere feindliche Gasangriffe westlich von Markirch blieben ohne die geringste 
Wirkung. 
ZBZombenwürfe feindlicher Flieger töteten in Flandern mehrere Zelgier; militärischer 
Schaden entstand nicht; bei Hollebeke wurde ein englisches Flugzeug von Abwehr, 
kanonen abgeschossen. 
Oesilicher und Balkankriegsschauplatz. Es hat sich nichts von Zedeutung 
ereignet. Oberste Heeresleitung. (W. T B.) 
Zussisches Trommelfeuer an der k. u. k. Front. 
Wien, 4. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Der Feind hat heute früh seine Artillerie 
gegenüber unserer ganzen Nordosifront in Tätigkeit gesetzt. Das russische Geschüß- 
feuer wuchs am Dujesir, an der unteren Sirypa, nordwestlich von Tarnopol und 
in Wolhynien zu besonderer Hestigkelt an. Die Armee des Generalobersken 
Erzherzogs Josef Ferdinand steht bei Olyka in einem Frontstück von 25 Kilometer
        <pb n="278" />
        MmG□——#0 ——0 #··—— i sk—»«xi — 
9 # ——— 3 S— 8652# ——— —— — 
   
    
   
  
     
     
    
      
    
      
    
      
    
    
           
        
      
    
    
    
    
    
    
    
    
      
  
Breite unter russsschem Trommelfeuer. Ein russischer Gasangriff verlief für ung 
ohne Schaden. Ueberall machen sich Anzeichen eines unmittelbar bevorstehenden 
Infanterieangriffes bemerkbar. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Da die Jtaliener auf dem Hauptrücken 
südlich des Hosinatales und vor unserer Front Monte Cengio — Aslagio mit skarken 
Kräften hartnäckigen Widerstand leisten, begannen ssch in diesem Kaume beftige 
Käömpfe zu entwickeln. Insere Truppen arbeiten sich näher an die feindlichen 
Stellungen heran. Oestlich des Monte Cengio wurde beträchtlich Kaum gewonnen. * 
Der Ort Cesuna liegt bereits in unserer Front. Wo der Feind zu Gegenangriffen 
schritt, wurde er abgewiesen. Der gestrige Tag brachte 5600 Gefangene, darunier 
78 Offiziere, und eine Beute von drei Geschuͤtzen, 11 Maschinengewehren und 
126 Pferden ein. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Vojusa zersprengte Artillerie— 
feuer italienische Abteilungen. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
  
  
Der englische Hanzerkreuzer „Euryalus“ verbrannt. 
Berlin, 4. Juni. Am 31. Mai hat eines unserer Unterseeboofe vor dem 
Humber einen modernen großen englischen Torpedobootszerstörer vernichitet. 
Nach Angabe eines durch uns gerekteien Mitgliedes der Besatzung des 
gesunkenen englischen Jerstörers „Tipperary“ ist der englische Panzerkreuzer 
„Euryalus“ von unseren Strestkrästen in der Seeschlacht vor dem Ekagerrak in 
Brand geschossen und vollständig ausgebrannt. 
Der Chef des Admsralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Neue Einzelheiten über den Verlauf der Seeschlacht. 
Berlin, 4. Juni. Von zuständiger Stelle wird uns über den Verlauf der 
Seeschlacht gegen die englische Flotte vor dem Skagerrak im Anschluß an die 
bisherigen Berichte noch folgendes mitgeteilt: 
Die deutschen Hochseestreitkräste waren vorgestoßen, um englische Flottenteile, 
die in letzter Zeit mehrfach an der norwegischen Südküste gemeldet worden waren, 
zur Schlacht zu stellen. Der Feind kam am 31. Mai 4 Uhr 30 Minuten nach- 
mittags etwa 70 Seemeilen vor dem Skagerrak zunächst in Stärke von vier kleinen 
Kreuzern der „Calliope “Klasse in Sicht. Insere Kreuzer nahmen sofort die Verfolgung 
des Feindes auf, der mit höchstker Fahrt nach Norden fortlief. Um s Uhr 20 Minuten 
sichteten unsere Kreuzer in westlicher Richtung zwei feindliche Kolonnen, die sich 
als sechs feindliche Schlachtkreuzer und eine größere Zahl kleiner Kreuzer und 
Zerstörer herausstellten. Der Feind entwickelte sich nach Süden. AUusere Kreuzer 
gingen bis auf etwa 13 Kilometer heran und eröffneten auf südlichen bis südöllichen 
Kursen ein sehr wirkungsvolles Feuer auf den Feind. Im Verlauf dieses Kampfes 
  
1450
        <pb n="279" />
        ————— 
V. 
* F 
  
  
  
  
  
wurden zwei englische Schlachtkreuzer und ein Zerstörer vernichtet. Nach halbstündigem 
Gefecht kamen nördlich des Feindes weitere schwere feindliche Streitkräfte in Sicht, 
die später als fünf Schiffe der „Queen Elizabeth“-Klasse ausgemacht worden sind. 
Bald darauf griff das deutsche Gros in den Kampf ein. Der Feind drehte sofort 
nach Norden ab. Die fünf Schiffe der „Queen Elizabeth“Klasse hingen sich an die 
englischen Schlachtkreuzer an. Der Feind suchte sich mit höchster Fahrt und durch 
Abstaffeln unserem dußerst wirkungsvollen Feuer zu entziehen und dabei mit ösilichem 
Kurs um unsere Spitze herumzuholen. Uusere Flotte folgte den Bewegungen des 
Feindes mit höchsier Fahrt; während dieses Gefechtsabschnittes wurden ein Kreuzer 
der „Achilles“ oder „Shannon“-Klasse und zwei Zerstörer vernichtet. Das hinterste 
unserer TLinienschiffsgeschwader konnte zu dieser Zeit wegen seiner rückwärtigen 
Stellung zum Feind noch nicht ins Gesecht eingreisen. Bald darauf erschienen von 
Norden her neue schwere feindliche Streitkräfte. Es waren, wie bald fesigestellt 
werden konnte, mehr als 20 feindliche Linienschiffe neuester Zauart. Da die Spitze 
unserer Linie zeitweilig in Feuer von beiden Seiten geriet, wurde die Linie auf 
Westikurs herumgeworfen. Gleichzeitig wurden die Torpedobootsflottillen zum Angriff 
gegen den Feind angesetzt. Sie haben mit hervorragendem Schneid und sichtlichem 
Erfolg bis zu dreimal hintereinander angegriffen. In diesem Gefechtsabschnitt 
wurde ein englisches Großkampfschiff vernichtet, während eine Reihe anderer schwere 
Beschädigungen erlitten haben muß. Die Tagschlacht gegen die englische Ueber- 
macht dauerte bis zur Dunkelheit. In ihr standen — abgesehen von zahlreichen 
leichten Streitkkräffen — zuletzt mindeskens 25 englische Großkampfschiffe, 6 englische 
Schlachtkreuzer, mindestens 4 Danzerkreuzer gegen 16 deutsche Großkampsschiffe, 
5 Schlachtkreuzer, 6 dltere Linienschiffe, keine Hanzerkreuzer. 
Mit einsehender Dunkelheit gingen unsere Flottillen zum Nachtangriff gegen den 
Gegner vor. Während der nun folgenden Nachk fanden Kreuzerkämpfe und zahl- 
reiche Torpedobootsangriffe skatt. Hierbei wurden ein Schlachtkreuzer, ein Kreuzer 
der „Achilles“, oder „Shannon“-Klasse, ein, wahrscheinlich aber zwei kleine feindliche 
Kreuzer und wenigstens 10 feindliche Zerstörer vernichtet, davon durch das Spitzen- 
schiff unserer Hochseeflotte allein Sö. Unker ihnen befanden sich die beiden ganz 
neuen Zerstörer. Führerschiffe „Turbulent“ und „Tipperary“. 
Ein Geschwader älterer englischer TLinienschiffe, das von Süden her herbeigeeilt 
war, kam erst am Morgen des 1. Juni nach beendeter Schlacht heran und drehte, 
ohne einzugreisen oder auch nur in Sicht unseres Gros gekommen zu sein, wieder ab. 
(W. T. B.) 
Englische Offizlersverluste in der Seeschlacht. 
London, 3. Juni. (Amtlich.) Bier Scekadetten des Schiffes „Queen Mary“ 
wurden gerettet, alle anderen Offiziere sssd verloren. Der Kommandant des 
Schiffes „Invincible“ und ein Leutnant wurden gerettet; alle anderen sind verloren. 
Alle Offiziere der Schiffe „Indefatigable"“, „Defence“, „Black Drince“ sind verloren. 
Alle Offiziere des Schiffes „Warrior“ wurden gerefttet. (W. T. B.) 
  
  
J
        <pb n="280" />
        Vordringen der Türken im Zentrum der Kaukasusfront. 
Konstantinopel, 4. Juni. (Amtlicher Bericht des Hauptquartiers.) An der 
Jrakfront keine Beränderung. 
Kaukasusfront: Auf dem rechten Flügel nichts außer Zusammenstößen zwischen 
Erkundungsabteilungen. In der Mitte warfen unsere Truppen trotz der Ungunft 
der Witterung den linken Flügel des Feindes durch wiederholte Borstöße nach dem 
Osten zurück. Sie befinden sich heute etwa 40 Kilometer öfflich von ihren früheren 
Stellungen. (W. T. B.) 
Französische Gegenangriffe bei Dorf Baux abgewiesen. — Der 
Erfolg der Lufikämpfe im Mai. 
Großes Hauptquartier, S. Juni. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Die Engländer schritten gestern abend erneut 
gegen die von ihnen verlorenen Stellungen südöstlich von Ipern zum Angriff, der 
im Artilleriefeuer zusammenbrach. Ebenso scheiterte ein nach Gasvorbereitung 
unternommener schwächlicher französischer Angriff bei Drunah in der Champagne. 
Auf dem Westufer der Maas bekämpfte unsere Artillerie mit gutem Ergebnis 
seindliche Batterien und Schanzanlagen; französssche Infankerie, die westlich der 
Straße Haucourt-Esnes gegen unsere Gräben vorzukommen versuchte, wurde zurück- 
geschlagen. 
Auf dem rechten Lfer dauert der erbitterte Kampf zwischen dem Caillettewalde 
und Damloup mit unverminderter Heftigkeit an. Der Feind versuchte uns die in 
den letzten Tagen errungenen Erfolge durch den Einsatz von Infanteriemassen 
sireitig zu machen. Die größten Ansirengungen macht der Gegner im Chapitre- 
walde, auf dem Fuminrücken (südwestlich vom Dorf VBauk) und in der Gegend 
südöstlich davon. Alle französischen Gegenangriffe sind restlos unter den schwersten 
seindlichen Berlusten abgewiesen. 
Deutsche Erkundungsabteilungen drangen an der Iser, nördlich von Arras, östlich 
von Albert und bei Alkirch in die feindlichen Stellungen ein; sie brachten 30 Franzosen, 
8 Belgier und 35 Engländer unverwundet als Gefangene ein; ein Minenwerfer 
ist erbeutet. 
Im Tufikampf wurde über dem Marnerücken, über Cumièes und Fort Souville 
je ein französisches Flugzeug zum Absturz gebracht. 
Oestlicher und Zalkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
* * 
Die Kämpfe unserer Flieger im Monat Mai waren erfolgreich. 
Feindliche Verluste: 
Im Tuftkampf 36 Flugzeuge 
Durch Abschuß von der Erde 9 
Durch unfreiwillige Landung hinter unserer Linie 2 „ 
““ 
  
47 Flugzeuge
        <pb n="281" />
        Im Luftkampf .. . . .. . ... . . . .. .... 11 Flugzeuge 
Durch Nichtrückkhen 5 „ 
16 Flugzeuge 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
  
Beginn einer großen Schlacht zwischen Styr und Druth. 
Wien, s. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. Der seit längerem erwartete Angriff der 
russischen Südwesiheere hat begonnen. An der ganzen Front zwischen dem Pruth 
und dem Etgyrknie bei Kolki ist eine große Schlacht entbrannt. 
Zei Okna wird um den Besißtz unserer vordersten Stellungen erbittert gekämpft. 
Nordwestlich von Tarnopol gelang es dem Feinde, vorübergehend an einzelnen 
Dunkten in unsere Gräben einzudringen. Ein Gegenangriff warf ihn wieder hinaus. 
Beiderseits von Kozsow (westlich von Tarnopol) scheiterten russische Angriffe vor 
unseren Hindernissen, bei Nowo Alekiniee und nordwesslich von Dubno schon in 
unserem Geschütfeuer. 
Auch bei Sapanow und bei Oldgka sind heftige Kämpfe im Gange. 
Südostlich von Luck schossen wir einen feindlichen Flieger ab. 
Italienischer Kriegsschauplah. Im Raum ösilich des Asficotales war die 
Gefechtstätigkeit geskern im allgemeinen schwächer. Südlich Dosina nahmen unsere 
Truppen einen starken Stüßpunkt und wiesen mehrere Wiedergewinnungsversuche 
der Italiener ab. 
Oestlich des Asticotales erstürmte unsere Kampfgruppe auf den Höhen öftlich von 
Arsiero noch den Monte Dannoccio (östlich von Monte Zarco) und beherrscht nun 
das Zal Cannaglia. 
Gegen unsere Front südlich des Grenzecks richteten sich wieder einige Angriffe, 
die sämtlich abgeschlagen wurden. 
An der küstenländischen Front schoß die italienische Actillerie mehr als gewöhnlich. 
Im Doberdoabschnitt betätigten sich auch feindliche Infanterieabteilungen, deren 
Vorfklöße jedoch rasch erledigt waren. 
Südöstilicher Kriegsschauplatz. Zuhe. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Der Reichskanzler gegen die „Diraten der öffentlichen Meinung“. 
Berlln, s. Juni. Im Keichstage hielt heute nach Annahme der Kriegssleuergesetze der 
Reichskanzler Dr. v. Bethmann--Hollweg eine Fede, in der er u. c. sagte: Zor einem halben 
Jahre, am 9. Dezember, habe sch hier zum erstenmal auf Grund unserer militrischen Lage von 
unserer Friedensberestschaft gesprochen. Ich konnte das tun in der Zuversicht, daß sich die Kriegs. 
lage weiter verbessern würde. Die Entwicklung hat diese Zuversscht bestäligtl. (Beifall.) Weitere 
    
—— ————. —. —#½ — 
s *-#s 
1453 
  
⁊0 
I
        <pb n="282" />
        S — 
2 
Fortschritte sind gemacht. Auf allen Fronien sind wir noch staͤrker als zuvor. (Lebhafter Beifall.) 
Wenn ich mit dieser Entwicklung vor Augen damals aussprechen konnte, wir seien zum Frieden 
bereit, so habe ich das nicht zu bedauern, auch wenn unser Angebot bei den Felnden keinen 
Ersolg gehabt hat. In der kritischen Zeit des Juli 1914 war es die Aufgabe sedes vor Gott, 
seinem Lande und seinem Gewissen veraniworilichen Siaatsmannes, nichts unversucht zu lassen, 
was in Ehren den Frieden bewahren konnte. Ebenso wollen wir nach ersolgreicher Abwehr 
unserer Feinde nichts versäumen, was geeignet wäre, die großen Erschütterungen Europas in 
einem solchen Brande abzukürzen. 
Späler habe sch einem amerikanischen Journalisten gesagt, daß Friedensverhandlungen nur 
dann ihr Ziel erreichen könnten, wenn sie von den Siaatsmännern der kriegführenden Länder 
geführt werden auf Grund der wirklichen Kriegslage, wie sie jede Kriegskarte zeige. Das ## 
von der anderen Seite zurückgewlesen worden. Man will die Kriegskarte nicht anerkennen. 
Man hofft sie zu verbessern. Inierdessen hat sie sich weiter verändert zu unsferen Gunsten. 
(Lebhastes Bravol) Ui#r haben in sie eingetragen die Lebergabe der englischen Armee von 
Kut el Amara, die Niederlagen und gewaltigen Berluste der Franzosen vor Verdun, das Scheiterm 
der russischen Märzoffensive, den machtvollen Borbruch unserer Verbündeten gegen Italien (lebhastes 
Bravol), die Festigung der Linien vor Saloniki, und in diesen lehten Tagen haben wir mit 
subelndem und dankbarem Herzen die Seeschlacht bel Jütland erlebt. (Lebhastes Bravol) 
So sieht die Kriegskarte schon wieder anders aus. Die Feinde wollen davor noch ühre 
Augen verschließen. Dann müssen und dann werden und dann wollen wir weiter fechien bis 
zum endgültigen Siege. (Lebhastes Bravol) Wir haben das Unfrige geian, um den Frieden 
anzubahnen. Die Feinde haben uns mit Hohn und Spott abgewlesen. Damit wird sedes 
weltere Frledensgespräch, wenn es von uns begonnen wird, zurzeit nichtig und von Lebel. 
(Sehr richtig!) 
Bon einigen Staatsmännern in England und anderswo sind VBersuche unternommen worden, 
unserem VZolke den Puls zu fühlen und durch partikularistische oder Innerpolitische Gegensätze 
unsere Schlagkrast zu lähmen. Dlese Herren bewegen sich in seltsamen Vorstellungen. Wenn 
sie sich selbst nicht täuschen wollen, so werden sie dabei bemerkt haben, wie fest der Herzschlag 
des deuischen Zolkes (. (Bravol) Es gibt keine Einwirkung von außen, die unsere Einigkeit 
auch nur Im geringsten erschüttern könnte. (Sehr wahrl!) 
Das Bestehen der Dressezensur hat einen sehr bedauerlichen Mißstand aufkommen kassen, 
über den sch kurz sprechen muß. Ich meine die Treiberei mil geheimen und offenen Denk- 
schriften. In vielen Tausenden von Exemplaren, wie es scheint, ist dleser Tage ein Heft ver- 
sandt worden, das in der Damphlet-Literatur, wenigstens soweit sie mir bekannt geworden ist, 
an der Spitze marschiert. (Sehr richtig!) Mit der Miene des besorgten Datrioten trägt der 
VBerfasser Dinge aus der diplomatlischen Vorgeschichte des Krieges vor, die eine fortlaufende 
Keite von groben Unwahrheiten und VBerdrehungen des wahren Sachverhalts sind. Nur ein 
paar Beisplele! Dieser Mann wagt es zu schreiben, daß der deutsche Reichskanzler geradezu 
zusammengebrochen sei, als ihm der englische Botschafter den Abbruch der eziehungen bekannt- 
gab. Natürlich braucht er das historische Fakium ulcht zu wissen, daß meine Unterredung mit 
dem englischen Zotschafter der persönliche Abschiedsbesuch war, den dieser mir machte. Er 
braucht auch nicht zu wissen, denn seine englische Quelle, die ihm gut genug ist, den deutschen 
ZReichskanzler zu verleumden (hört! hört!), teilt es nicht mit, daß Sir Edward Goschen bei 
diesem Abschiedsbesuche persönlich so lief erschüttert war, daß ich, weil es sich um einen persön- 
lichen und menschlichen Zorgang handelte, aus natärlichem Anstandsgefühl es steis unterlassen 
habe, öffentlich darüber zu sprechen. (Hört! hört!) Der Relchskanzler zusammengebrochen! 
Das paßt in das Bild, das man von dem schwächlichen Reichskanzler verbreiten möchte. Aber, 
mesne Herren, erskunken und erlogen ist es. (Lebhafte Zuruse.) Etwas anderes: Eine Geheim. 
geschichte der letzten Wehrvorloge, ich als der Mann, der sich mit Händen und Füßen gegen 
  
. * 
———————### S# * 
..—— .—.. 9..———— 
1434
        <pb n="283" />
        — —— W Felte Teu +· r r ##. 
— ————————— ———————— — E23 
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
    
  
  
    
  
die Wehrvorlage gesträubt hätte. (Lachen links.) Ich rate dem Schreiber dieser Schmähschrift 
sich beim damaligen Kriegsminister, dem General v. Heeringen, zu erkundigen, wie wir beide 
zuerst zusammengearbeltet haben für die Stärkung der Armee und wie ich bei der großen Wehr- 
vorlage für jseden Antrag des Kriegsministers bis auf den letzten Mann eingetlreten bin. Noch 
eine der widerwärtigsten BZehauptungen muß ich niedriger hängen. Ich werde beschuldigt, ich 
hälle entgegen dem militärischen BZotum den Mobilmachungsbefehl um drei kostbare Tage, die 
uns nicht nur einen Teil des Elsaß, sondern auch Ströme von Blut gekofket hälten, verzögert 
und das rechtzeitige Losschlagen in der Hoffnung auf meine alte Verständigungsidee mit England 
vereitell. Ja, diese Bersuche, mich mit England zu verständigen, ich weiß, sie sind mein Kapital, 
verbrechen. Wie war denn Deutschlands Lage? Frankreich und Rußland durch eine nicht zu 
sprengende Allianz eng miteinander verbunden, dort eine ftarke Revanchepartei, in Kußland 
einslußreiche expansive, zum Kriege treibende Kreise. Frankreich und Kußland konnten nur in 
Schach gehallen werden, wenn es gelang, ihnen die Hoffnung auf England zu nehmen. (Sehr 
richtigf) Dann hätten sie niemals den Krieg gewagit. (Lebhafie Zustimmung.) Wollte ich 
gegen den Krieg arbeiten, dann mußte ich versuchen, mit England in ein VBerhältnis zu kommen, 
was die Kriegsparteien in Frankreich und Kußland niederhielt. (Bravol) Auch gegenüber den 
mir so gul wie Ihnen bekannten deuischfeindlichen Tendenzen der englischen Einkreisungspoliiik. 
Diesen Versuch habe ich gemacht. Ich schäme mich seiner nicht, auch wenn er fehlgeschlagen 
ist. Wer mir als Zeuge der nun bald zweisährigen Welkkatastrophe mit ihren Hetakomben von 
Menschenopfern daraus ein Derbrechen macht, der möge seine Anklage vor Gott verantworten. 
(Bewegung im ganzen Hause.) Ich sehe meinem #L#rrteil mit Ruhe entgegen. (TLebhafter Beifall.) 
Aber mit der Mobilmachung haben die Verständigungsversuche mit England nichts, gar nichis 
zu tun. Ich soll sie um drei Tage verzögert haben. Weiß der Dunkelmann, der jene Schrist 
geschrieben hat, nicht, daß in senen drel Tagen wir fieberhaft an der Ausgleichung der Gegen- 
sätze zwischen Kußland und Oesterreich-Ungarn gearbeitet haben, daß insonderheit der Kaiser, 
dem nichts mehr am Herzen lag, als seinem Volke den Frieden zu erhalten, darüber persönlich * 
in ununterbrochenem Depeschenverkehr mit dem Zaren stand, sieht er denn nicht, was doch vor 5 
aller Augen liegt, daß, wenn wir drei Tage früher mobilissert hätten, wir diesenige Zlutschuld rl 
auf uns geladen hätten, die Kußland auf sich nahm, als es während laufender und sich günstig * 
entwickelnder Zerhandlungen seinerseits enigegen den uns feierlich gegebenen Versprechungen 
mobils machte. (Hört! hört! Sehr richtig!) Dieser Mann, der so die Geschichte fälscht, nimmt 
sich heraus, über mich zu Gerlscht zu sitzen, und er tul es im Namen einer niederdeutschen 
Bismarckrunde. (Bewegung.) Herunter mit der Maske, damit man sieht, wer es fertig bringt, 
in dieser schwersten Zeit des deutschen Zolkes den Namen Bismarck bei der niederträchtigsten 
VBerhetzung und Verleumdung zu mißbrauchen! (Stürmisches, wiederholtes Zravol) 
Meine Herren! Ein anderes Heft — Der Derfasser nennt sich und trägt einen guien Namen 
(Zuruf: Nennen Sie ihn doch!) — es ist der Generallandschaftsdirektor Kapp, bringt es ferig, 
zu behaupien, die von mir ausgegebene Parole der Einigkeit sange an bei uns dieselbe un, 
gläckliche Rolle zu spielen, wie einst im Jahre 1806, das nach Jena gefallene „staatsverräterische" 
Wort: „RKuhe ist die erste Bürgerpflicht.“ Wo ist heute das Jena Hat der Herr denn gar 
kein Gefühl dasür, wie er die Gegenwart herabsetzt, wenn er in unserer großen Zeit warnend 
an Jena erinnert? (Lebhafte Zustimmung.) 
Hai er die Stirn, mich einen Staatsverräter zu nennen, wenn ich in diesem Kampf um 
alles nur ein einiges Deutschland sehen kann? (Hört! hört!) 
Meine Herren! Es ist bitter, sich gegen die Lügen des feindlichen Auslandes wehren zu 
müssen. Widerlich sind Schmähungen und VBerleumdungen in der Heimat. Aber ich nehme 
« den Kampf auf und werde ihn mit allen Mitieln durchfechten. 
Ich weiß, keine Partei in diesem hohen Hause billigt Hetzereien, die mit Unwahrheiten und 
ügen arbeiten. Aber leider treiben die Hiraten der öffentlichen Meinung häufig Mißbrauch
        <pb n="284" />
        ——— — FSX 
sWM 
mit der Flagge der nationalen Dartelen. (Sehr richtig!) Mich will man unter dieser Flagge 
angreifen als angeblichen Berächter der großen und starken nationalen Traditionen, auf die die 
alten Harteien dieses hohen Hauses mit Recht stolz sind. Zum Beweise wird angefährt, daß 
lch mit den Sozialdemokraten liebäugelte und die Flaumacher begünftige. 
Meine Herren! Soll ich in diesem Kriege, wo es nur Deutsche gibt, mich an Darteien 
halten! Wohl weiß ich, die Unterscheidung zwischen nationalen Harteien und anderen hat in 
den politischen Kämpfen vor dem Kriege viel bedeutet. Aber es wird doch die schönste Frucht 
sein, die dieser Krieg uns im Innern bringt, daß wir diese Unterscheidung in Zukunft endgülkig 
fahren lassen, weil sse keine Berechtigung mehr hat, weil das Nationale sich eben von selbft 
versteht. (Lebhaster Zeifall.) Meine Hoffnung darauf ist unerschütterlich, krotz der Herren um 
Ciebknecht, mit denen das Bolk nach dem Kriege abrechnen wlrd. (Zuruf!) Darteikämpfe wird 
es auch in Zukunft geben, so schwer wie bisher. Aber dürfen wir darum immer wieder mit 
dem alten Schema von nationalen und antinationalen Harteien operieren? (Begeisterte Zustimmung.) 
Ich sehe die ganze Nation in Heldengröße um ihre Zukunft ringen. Unsere Söhne und 
Brüder, in freuer Kameradschaft kämpfen und sterben sie miteinander. Da ist die gleiche Liebe 
zur Helmat in allen, mag die Hesmat ihnen BZesitz und Reichtum einschließen oder ihnen nur 
die Stätte gewesen sein, an der ihrer Arme Kraft ihnen das TLeben friske. Diese heilige Flamme 
der Heimatsliebe stählt allen das Herz, daß sie in tausendfacher Gefahr dem Tode trotzen und 
den Tod leiden. Nur ein vollkommen vertrocknetes Herz kann sich dem erschütternden Eindruck 
von der Größe und Irkraft dleses Zolkes entziehen, kann sich der heißesten Liebe zu diesem 
Volke erwehren. (Stürmischer Beifall.) 
Und das soll ich trennen, soll ich nicht einigen! Da soll Angst und Sorge um die Kämpfe 
der Zukunft dle Kräste sähmen, die wir brauchen, um den großen Kampf der Gegenwart zu 
bestehen? Nein, melne Herren, der Glaube an mein Volk und dle Liebe zu meinem Volk, sie 
geben mir die felsenfeste Gewißheit, daß wir kämpfen und siegen werden, wie wir bisyer gekämpft 
und gestegt haben. (CLebhaftes Zravol) 
Ich will schließen, meine Herren. 
Unsere Feinde wollen es auf das TLetzie ankommen lassen. Wir fürchten nicht Tod und 
Teufel. Auch nicht den Hungerteufel, den sie uns ins Land schicken wollen. Die Männer, die 
draußen um VBerdun fechten, die unter Hindenburg kämpsen, unsere solzen Zlaufacken, die Albion 
gezelgt haben, daß die Ratten beißen (Beifall), sie sind von einem Geschlecht gezeugt, das auch 
Enibehrungen zu tragen weiß. Diese Entbehrungen sind da — ich sage das ruhig und offen 
auch dem Auslande — aber wir tragen sse. Und auch in diesem Kampsfe geht es vorwärts. 
(Bravol) Ein gnädiger Himmel läßt eine gute Ernte heranreifen. Es wird nicht schlechter, 
es wird besser werden als im vorigen schweren Jahre und als es setzt Ist. (Lebhaste Zustimmung.) 
Diese Rechnung unserer Feinde auf unsere wirtschaftlichen Schwierigkeiten wird trügen. Ein 
anderes Exempel mit großen Zahlen hat unsere sunge Marine am 1. Juns scharf korriglert. 
Auch dieser Sieg wird uns nicht ruhmredlg machen. Wir wissen wohl, England ist damit 
noch nicht geschlagen. Aber er ist uns eln Wahrzelchen unserer Zukunft, in der Deutschland 
auch auf den Meeren für sich volle Gleichberechilgung und damit auch für kleinere Zölker 
dauernde Freiheit der setzt durch englische Alleinherrschast verschlossenen Seewege erkämpfen wird. 
Das ist das helle und verheißungsvolle Licht, das der 1. Juni in die Zukunft wirft. 
(Stürmischer Zeifall im ganzen Hause und auf den Tribünen. Der größte Teil der Ab-, 
geordneten hat sich erhoben. Immer sich erneuernde Bravorufe und Händeklatschen. Der Reichs, 
kanzler danki wiederholi. Der Beifall erneuert sich nochmals, wle der Dräsident bekannt gibt, 
daß ein Antrag auf Vertagung eingebracht sei.) 
Nach dieser Rede wird auf Antrag des Abgeordneten Dr. Spahn (Zentrum) Vertagung 
beschlossen. (W. T. B.) 
r 
  
  
  
  
JS 
# 
r 
R
        <pb n="285" />
        Verlustreiche französische Angriffe östlich der Maas. 
Großes Haupiquartier, 6. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplat. Auf dem östlichen Maasufer wurden die 
Stellungen tapferer Osipreußen auf dem Fuminrücken im Lause der Nacht nach 
erneuter sehr starker Artillerievorbereitung wiederum viermal ohne den geringsten 
Erfolg angegriffen; der Gegner hatte unter unserem zusammenwirkenden Artillerie- 
sperrseuer, Maschinengewehr, und Infanteriefeuer besonders schwere Verluste. 
Im übrigen ist die Lage unverändert. 
Oesilicher und Balkankriegsschauplah. An deutscher Front keine besonderen 
Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Fortdauer der großen russischen Offensive an der k. u. k. Front. 
Wien, 6. Juni. Amtlich wird verlautbart- 
RKussischer Kriegsschauplatz. Die Schlachten im Nordosten dauern fast an 
der ganzen 350 Kilometer langen Front mit unverminderter Heftigkeit fort. 
Nördlich von Okna nahmen wir gestern nach schweren wechselvollen Kämpfen 
unsere Truppen aus den zerschossenen ersten Stellungen in eine fünf Kilometer südlich 
vorbereitete Linie zurück. Bei Jaslowiec an der unteren Strypa ging der Feind 
heute früh nach starker Artillerievorbereitung zum Angriff über. Er wurde überall 
geworfen, siellenweise im Handgemenge. 
Wesilich von Trembowka brach zur selben Zeit ein skarker russischer Angriff unter 
dem Feuer unserer Geschütze zusammen. Wesilich und nordwestlich von Tarnopol 
wurde gleichfalls erbittert gekämpft. Wo immer der Feind vorübergehend Vorteile 
errang, wurde er ungesäumt wieder geworfen. Vor einer Bataillonsfront liegen 
350 russische Leichen. 
Auch bei Saponow führten die zahlreichen Vorsköße des Feindes zu keinem 
wesentlichen Ergebnis. 
Zwischen Mlonow an der Ikwa und dem Naume westlich von Olgka, wo sich 
die Kussen fortwährend verstärken, ist nach wie vor ein erbittertes Ringen im Gange. 
Italienischer Kriegsschauplah. Die Tage isi unverändert. Ein Geschwader 
von Seeflugzeugen griff gestern nacht die Zahnanlage von San Dona di Piave an 
der Livenza und von Latisana an. Unsere Landflieger belegten die Bahnhöfe von 
Verona, Ala und Vicenza ausgiebig mit Bomben. 
Seit dem Beginn dieses Monats wurden über 9700 Jtaliener, darunter 184 Offiziere, 
gefangengenommen, 13 Maschinengewehre und fünf Geschütze erbeutet. 
Süböstlicher Kriegs schauplotz. Zuhe. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
1457 92 
  
  
.“ 
—— - — “P LSer — S———— — □— 
S— ——JJ * * —
        <pb n="286" />
        Neue „Opfer ihrer eigenen Landsleute“. 
Berlin, 6. Juni. Mit unheimlicher Stetigkeit vermehrt sich die Zahl der „Opfer 
ihrer eigenen Landsleute“ in dem von uns besetzten französisch-belgischen Gebiete. 
Im Monat Mai 1916 sind nach der „Gazette des Ardennes“ durch Artilleriefeuer 
und Fliegerbomben unserer Gegner unter den friedlichen Landeseinwohnern die 
folgenden blutigen Verluste verursacht worden: Tot: 11 Männer, 8 Frauen, s Kinder. 
VBerwundet: 26 Männer, 31 Frauen, 3 Kinder. Bon den Verwundeten find nach- 
traglich ihren BZerletzungen erlegen: 1 Mann, 1 Frau, 2 Kinder. 
Die Gesamtzahl der seit dem September 1918 festgestellten Opfer der englischen, 
belgischen und französischen Beschießung unter den Bewohnern des eigenen oder 
des verbündeten Landes hat sich hiernach auf 1403 Dersonen erhöht. (W. T. B.) 
Englische Gerettete über die Seeschlacht. — Leber Tooo englische 
Marinemannschaften ertrunken. 
Berlin, 6. Juni. Engländer, die von der deutschen s. Torpedobootsflottilse 
während der Seeschlacht vor dem Skagerrak aufgesischt wurden, haben ausgesagt, 
daß der Schlachtkreuzer „Drinceß Royal“ schwere Schsagseite gehabt habe, als die 
„Queen Mary“ im Gefecht mit der deutschen ersten Aufklärungsgruppe und fast 
gleichzeitig der kleine Kreuzer „Birmingham“ sanken. Ferner seien an diesem Teile 
des Gefechts alle fünf Leberdreadnoughts der „Queen-Elizabeth“-Klasse beteiligt 
gewesen. Andere englische Gefangene, weslche von der deutschen 3. Torpedoboots- 
flottille gerettet wurden, haben unabhängig voneinander und unter schriftlicher 
Bestadilgung ausgesagt, daß sie das Sinken des „Warspite“, des Schlachtkreuzers 
„Drinceß Kohal“ und von „Turbulent“, „Nesfor“ und „Alcaster“ mit Sicherheit 
gesehen hätten. BZon einem deutschen U-Boot ist 90 Seemeisen östlich der Tyne, 
Mündung nach der Seeschlacht vor dem Skagerrak ein Schiff der „Ironduke"-Klasse 
mit schwerer Schlagseite und mit sichtlich viel Wasser im Vorschiff mit Kurs auf 
die englische Küste gesschtet worden. Dem Unterseeboot gelang es wegen ungünstiger 
Stellung zu dem Schiff und wegen schwerer See nicht, zum Schuß zu kommen. 
Der englische Berlust an Menschenleben während der Seeschlacht vor dem Skagerrak 
wird auf über 7000 geschätt. (W. T. B.) 
Lord Kitchener mit seinem Stabe ertrunken. — Versenkung des 
Danzerkreuzers „Hampfhire“. 
London, 6. Juni. Die Admirralität teilt amtlich mit: Der Oberkomman- 
dierende der Großen Flotte meldet, er müsse zu seinem großen Bedauern 
berichten, daß das Kriegsschiff „HSampshire“, das sich mit Lord Kitchener und 
seinem Stabe an Bord auf dem Wege nach Kußland befand, letzte Nacht 
westlich der Orkney-Insesn durch eine Mine oder vielleicht durch einen Torpedo 
versenkt wurde. Die See war sehr stürmisch, und obwohl sofort alle möglichen 
1458
        <pb n="287" />
        Schritte unternommen wurden, um rasche Hilfe zu leisten, besseht, wie man 
fürchtet, wenig Hoffnung, daß irgend jemand mit dem Leben davongekommen ist. 
(Anmerkung: „Hampshire“ ist ein Panzerkreuzer von 11000 Tonnen, der 
1903 vom Stapel gelaufen ist.) (W. T. B.) 
London, 6. Juni. (Amtliche Meldung.) TLord Kitchener befand sich auf Ein- 
ladung des Zaren und im Auftrage der britischen Regierung auf dem Wege nach 
RKußland, um Gelegenheit zu nehmen, wichtige militärische und Finanzfragen zu 
besprechen. Kitchener hatte nur den ihm persönlich zugeteilten Stab mit sich sowie 
einen Beamten des Auswärtigen Amts und zwei Vertreter des Munitionsministeriums. 
(W. T. B.) 
Zede des Kalsers über den Seesieg. 
Berlin, 6. Juni. ODer Kaiser hat am s. Juni in Wilhelmshaven von Bord des Flotten, 
flaggschiffes an die an Land angetretenen Abordnungen sämtlicher an der GSeeschlacht beim 
Skagerrak beteiligten Schiffe und Fahrzeuge etwa folgende Ansprache gehalten: 
„So oft ich in den vergangenen Jahren meine Marine in Wilhelmshaven besucht habe, 
sedesmal habe ich mich in tiefster Seele gesreut über den Anblick der sich entwickelnden Flotte, 
des sich erweiternden Hasens. Mit Wohlgefallen ruhte mein Auge auf der sungen Mannschaft, 
die im Exerzierschuppen aufgestellt war, bereit, den Fahneneid zu leisten. Ziele Tausende von 
Euch haben dem Obersten Kriegsherrn ins Auge geschaut, als sie den Eid leisieten. Er hat 
Euch aufmerksam gemacht auf Eure Psücht, auf Eure Aufgabe. Dor allen Oingen darauf, 
daß die deutsche Flotte, wenn es elnmal zum Kriege kommen sollte, gegen eine gewalltige 
Ltlebermacht zu kämpfen haben würde. Dieses Bewußtsein ist in der Flotte zur Tradition 
geworden, ebenso wie es im Heere gewesen ist schon von Friedrichs des Großen Zeiten an: 
PDreußen und Deutschland sind stets umgeben gewesen von übermächtigen Feinden. Darum 
hat sich unser Volk zu einem Zlock zusommenschweißen lassen müssen, der unendliche Kräfte 
in sich aufgespeichert hat, bereit, sie loszulassen, wenn Not an den Mann käme. Aber fo 
gehobenen Herzens wie am heutigen Tage habe ich noch nie eine Fahrt zu Euch gemacht. 
Zahrzehntelang hat sich die Mannschaft der deutschen Flotte ous allen deutschen Gauen zusammen, 
gesetzt und zusammengeschweißt in mühevoller Friedensarbeit — immer mit dem einen Gedanken, 
wenn es losgeht, dann wollen wir zelgen, was wir können! UInd es kam das große Jahr 
des Krieges. Neidische Feinde überfielen unser Zaterland. Heer und Flotte waren bereit. 
Aber für die Flotte kam nun eine schwere Zeit der Entsagung. Während das Heer in heißen 
Kämpfen gegen übermächtige Feinde die Gegner allmählich niederringen konnte — einen 
nach dem anderen — wariete und harrte die Flotte vergeblich auf den Kampf. ODie vielfachen 
einzelnen Taten, die ihr beschieden waren, sprachen deutlich von dem Heldengeist, der sie 
beseelte. Aber so, wie sie es ersehnte, konnte sie sich doch nicht betäligen. Monate um Monate 
verstrichen, große Erfolge auf dem Lande wurden errungen, und noch immer hatte dle Stunde 
sfür die Flotte noch nicht geschlagen. Zergebens wurde ein Vorschlag nach dem anderen gemacht, 
wie man es anfangen könne, den Gegner herauszubringen. 
Da endlich kam der Tag. Eine gewaltige Flotte des meerbeherrschenden Albion, das selt 
Trafalgar hundert Jahre lang über dle ganze Welt den Bann der Eeetyrannei gelegt hatte, 
den Nimbus trug der Lnüberwindbarkeit und Uubesiegbarkeit — da kam sie heraus. Ihr 
Admiral war wie kaum ein anderer ein begeisterter Verehrer der deutschen Flotte gewesen. 
Ein tapferer Führer an der Spitze einer Flotte, dle über ein vorzügliches Material und tapsere 
alte Seeleuie verfügte — so kam die übermächtige englische Armada heran, und die unsere 
stellte sie zum Kampf.
        <pb n="288" />
        Und was geschah? Die englische Flotte wurde geschlagen! Der erste gewaltige Hammerschlag 
ist getan, der Nimbus der englischen Weltherrschaft geschwunden. 
Wie ein elektrischer Funke ist die Nachricht durch die Welt geeili und hat überall, wo deutsche 
Herzen schlagen, und auch in den Reihen unserer tapferen Verbündeten, belspiellosen Jubel 
ausgelöst. Das ist der Erfolg der Schlacht in der Nordsee. Ein neues Kapitel der Weligeschichte 
ist von Euch aufgeschlagen. Die deutsche Flotte ist imskande gewesen, die übermächtige englische 
Flotie zu schlagen. Der Herr der Heerscharen hat Eure Arme gestählt, hai Euch die Augen 
klar gehalten. 
Ich aber slehe heute hier als Euer oberster Kriegsherr, um tiefbewegten Herzens Euch 
meinen Dank auszusprechen. Ich siehe hier als Vertreter und im Namen des Vaterlandes, 
um Euch seinen Dank, und im Auftrage und im Namen meines Heeres, um Euch den Gruß 
der Schwesierwaffe zu überbringen 
Jeder von Euch hat seine Pflicht getan, am Geschütz, am Kessel, in der Funkenbude. Jeder 
hatte nur das große Ganze im Auge, niemand dachte an sich, nur ein Gedanke beseelte die 
ganze Flotte. Es muß gelingen: Der Feind muß geschlagen werden. 
So spreche ich den Führern, dem Offizierkorps und den Mannschaften voliste Anerkennung 
und Dank aus. Gerade in diesen Tagen, wo der Feind vor Verdun anfängt, langsam 
zusammenzubrechen, und wo unsere VBerbündeten die Jtaliener von Berg zu Berg versagt haben 
und immer noch weiter zurückwerfen, — habt Ihr diese herrliche große Tat vollbracht. Auf alles 
war die Weli gefaßt, auf einen Sieg der deutschen Flotte über die englische nie und nimmermehr. 
Der Anfang ist gemacht. Dem Feinde wird der Schreck In die Glieder fahren! 
Kinder! Was Ibr getan habt, das habt Ihr getan für unser Zaterland, damit es in alle 
Zukunft auf allen Meeren freie Bahn habe für seine Arbeit und seine Tatkrast. So ruft denn 
mit mir aus: Unser teures geliebtes herrliches Baterland — Hurra, Hurra, Hurra.“ (W. T. B.) 
Die Kämpfe an der mazedonischen Front. 
Sofia, 6. Juni. Bericht des Generalstabes vom s. Juni. An der mazedonischen 
Front weder Ereignisse noch Zusammensköße von besonderer Wichtigkeit. Die Operationen 
beschränken sich auf schwache Zusammenstöße zwischen unseren und den feindlichen 
Datrouillen. Am 3.-Juni zerstreute unsere Artillerie zwei feindliche Kompagnien nördlich 
des Dorfes Dopovo (östlich des Doiransees) und zwang sie zurückzugehen. Zwei 
andere Kompagnien wurden gezwungen, Verschanzungsarbeiten auf der Höhe 370 
nordöstlich des Dorfes Corni Horoj aufzugeben und sich in dieses Dorf zu flüchten. 
Am selben Tage warfen feindliche Flieger Bomben auf die Stadt Doiran und die 
Dörfer TLugandsik und JNikolitsch, aber ohne jeden Erfolg. Am 4. Juni nahm eine 
unserer Datrouillen am Doiransee eine fcanzösische Datrouille gefangen, die von einem 
Offiziersaspiranten befehligt war. Erwähnenswert ist, daß in den letzten Tagen der 
Feind Datrouillen gebraucht, die mit griechischen oder kürkischen Uniformen bekleidet sind. 
(W. T B.) 
Türkische Erfolge im Jrak und Kaufkasus. 
Konstantinopel, 6. Juni. Hauptquartiersbericht. Im Abschnitt von Fellahie 
keine Beränderung. Die feit einiger Zeit in Kasri Schiri in Südperssen versammelten 
russischen Streitkräfte rückten auf einem Nachtmarsch in der Nacht vom 20. zum 21.Mai 
in der Richtung Kasri Schirin —Khanikin vor und griffen in drei Kolonnen unsere
        <pb n="289" />
        —— 
re- 
de 
Sp 
* 
  
vorgeschobenen Abteilungen bei Khanikin an. Während ihre Truppen vom rechten und 
vom linken Flügel unsere Abteilungen zu umgehen versuchten, wurden sie durch 
unsere Reservetruppen von hinten und in der Flanke angegriffen. Die Flügeltruppen 
sowie zwei anderc feindliche Einschließungskolonnen wurden zerstreut und zu regelloser 
Flucht gezwungen; sie wurden einige Zeit von den Unseren verfolgt. 37 Gefangene, 
eine Anzahl Gewehre, Bomben und Kosakenlanzen fielen im Berlauf dieses Kampfes 
in unsere Hände. Die seindlichen Berluste werden auf 00 Mann geschätt, darunter, 
wie durch Zählung festgesiellt, über 100 Tote. 
An der Kaukasussront ist die Lage auf dem rechten Flügel unverändert. Im 
Zentrum setzten unsere Truppen staffelförmig und mit Erfolg ihre Offensive fort und 
sind bis auf 8 Kilometer westlich von Aschkale herangerückt. Die seit einiger Zeit 
wirksam gegen den linken Flügel des Feindes durchgeführte Offensive wurde seit 
vorgestkern gegen die Stellungen des feindlichen rechten Flügels auf den Ostabhängen 
des Kopeberges ausgedehnt. Hier vertrieben unsere Truppen durch Bajonettangriffe 
den Feind aus seinen Stellungen in einer Ausdehnung von 14 Kilometer und 
jagten ihn 8 Kilometer weiter nach Osten, wobei sie ihm Verluste von über 1000 Mann 
an Toten und Verwundeten zufügten und 67 Gefangene machten. Am den Rückzug 
seines linken Flügels zu verhindern, setzte uns der Feind in den Kämpsen, die bis 
zum Abend des 22. Mai heftig anhielten, hartnäckigen Widerstand entgegen und 
versuchte von Zeit zu Zeit einige Angriffe, die vor den ungestümen Stürmen unserer 
Truppen vollständig zusammenbrachen. Unsere Truppen besetzten die beherrschenden 
Stellungen auf diesem Flügel. Namentlich die Bergketten des Nairamgebirges, von 
denen aus unsere Stellungen auf dem Kopeberge wirksam bestrichen werden konnten, 
sielen gänzlich in unsere Hände. So geht die im Zentrum auf einer Front von über 
50 Kilometer durchgeführte Offenstoe krotz der U#nbilden der Witterung zu unseren 
Gunsten weiter. (W. T. B.) 
Tod des Dräsidenten der chinesischen Republik. 
Schanghai, 6. Juni. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Jüanschikai ist 
Montag früh gestorben. (W. T. B.) 
Die Feste Bauxzgenommen. — Dorf Hooge und die anschließenden 
englischen Gräben erobert. 
Großes Hauptlquartier, 7. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplah. Zur Erweiterung des am 2. Juni auf den 
Höhen südösilich von Upern errungenen Erfolges griffen gestern oberschlesische 
und würtktembergische Truppen die englischen Stiellungen bei Hooge an. Der 
vom Feinde bislang noch gehaltene Rest des Dorfes sowie die westlich und 
südlich anschließenden Gräben sind genommen. Das gesamte Höhengelände 
südöstllich und östlich von pern in einer Ausdehnung von über 3 Kilometer
        <pb n="290" />
        6 « VAL» VL' — 
—r — — — 
  
  
         
   
  
ist damit in unserem Besitz. Die englischen blutigen Verluste sind schwer. Wiederum 
konnte nur eine geringe Zahl Gefangener gemacht werden. 
Auf dem westlichen Maasufer gingen abends starke französische Kräfte nach 
hestiger Artillerievorbereitung zu dreimal wiederholten Angriffen gegen unsere 
Linien auf der Caureiteshöhe vor; der Gegner ist abgeschlagen, die Stellung 
lückenlos in unserer Hand. 
Auf dem Ostufer haben die am 2. Juni begonnenen harten Kämpfe zwischen 
dem Caillettewalde und Damloup weitere Erfolge gebracht. Die Panzerfeste 
Vaux ist seil heute nacht in allen ihren Teilen in unseren Händen. Tatsächlich 
wurde sie schon am 2. Juni durch die erste Kompagnie des Daderborner Infanterie- 
regiments unter Führung des Leutnanks Rackow gestürmt, der dabei durch 
Pioniere der 1. Kompagnie Reserve-Pionierbataillons 20 unter Leutnant der 
Reserve Ruberg wirkungsvoll unterstützt wurde. Den Erstürmern folgten bald 
andere Teile der ausgezeichneten Truppe. Die Veröffentklichung ist bisher unter- 
blieben, weil sich in uns unzugänglichen unterirdischen Käumen noch Reste der 
französischen Besatzung hielten. Sie haben sich nunmehr ergeben, wodurch ein- 
schließlich der bei den gestrigen vergeblichen Entsahversuchen Eingebrachten über 
700 unverwundete Gefangene gemacht, eine große Anzahl Geschütze, Maschinen- 
gewehre und Minenwerfer erbeutet wurden. Auch die Kämpfe um die Hänge 
beiderseits des Werkes und um den Höhenrücken südwestlich des Dorfes Damtoup 
sind siegreich durchgeführt. Der Feind hatte in den lehten Tagen verzweifelte 
Anstrengungen gemacht, den Fall der Feste und der anschließenden Stellungen 
abzuwenden. Alle seine Gegenangriffe sind unter schwersten Verlusten fehlgeschlagen. 
Neben den Daderbornern haben sich andere Westfalen, Lipper und Ostpreußen 
bel diesen Kämpfen besonders hervortun können. 
Seine Mocjestät der Kaiser hat dem Leutnant Rackow den Orden Pour le 
mérite verliehen. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Die TLage bei den deutschen 
Truppen ist unverändert. 
Oberste Heereslestung. (W. T. B.) 
Fortgang der russischen Offensive in Wolhynien. 
Wien, 7. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Von skark überlegenen Kräften angegriffen, 
wurden unsere in Wolhynien an der oberen Dutilowka kämpfenden Streitkräfte in 
den Kaum von Tuck zurückgenommen. Die Bewegung vollzog sich ohne wesent- 
liche Störung durch den Gegner. — An allen anderen Stellen der ganzen Nord, 
ostfront wurden die Kussen blutig abgewiesen, so nordwesitlich von Kafalowka am 
unteren Styr, bei Berestiany am Korminbach, bei Sapanow, an der oberen 
Steypa, bei Jaslowiec, am Dnjesir und an der beßarabischen Grenze. — Nord- 
westlich von Tarnopol schlug eine unserer Divisionen an einer Stelle zwei, an
        <pb n="291" />
        anderer sieben Angriffe zurück. Sehr schwere Berlusse hat der Feind auch im 
RKaume von Okna und Dobronoucz erlitten, wo seine Sturmlolonnen vielfach in er- 
bittertem Handgemenge geworsen wurden. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Südwestlich von Asiago setzten unsere 
Truppen den Angriff bei Cesunga fort und nahmen den Busibollo. 
Südbdösklicher Kriegsschauplatz. Unverändert ruhig. 
Der Stellvertreter bes Chefs des Generalsiabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Die englischen und die deutschen Verlusie in der Seeschlacht. 
Der Untergang von S. M. S. S. „Lützow“ und „Nossock“. 
Berlin, 7. Zuni. (Amtlich.) Zon englischer Seite wird in amtlichen und nicht- 
amtlichen Hressetelegrammen und in Auslassungen, die von den englischen Missionen im 
neutralen Ausland verbreitet werden, in systematischer Weise der Versuch gemacht, 
die Größe der englischen Niederlage in der Seeschlacht vom 31. Mai in Abrede zu 
stellen und den Glauben zu erwecken, als sei die Schlacht für die englischen Waffen 
erfolgreich gewesen. So wird u. a. behauptet, daß die deutsche Flotte das Schlachtfeld 
geräumt, die englische Flotte es dagegen behauptet habe. Hierzu wird fesigestellt: 
Das englische Gros ist während der Schlacht am Abend des 31. Mai durch die 
wiederholten wirkungsvollen Angriffe unserer Torpedobooteflottille zum Abdrehen 
gezwungen worden und seitdem unseren Streitkräften nicht wieder in Sicht gekommen. 
Es hat trotz seiner überlegenen Geschwindigkeit und trotz des Anmarsches eines 
englischen Linienschiffsgeschwaders von zwölf Schiffen aus der südlichen Norbs# 
weder den Versuch gemacht, die Fühlung mit unseren Streitkräften wiederzugewinnen, 
um die Schlacht fortzusehen, noch eine VZereinigung mit dem vorgenannten Ge- 
schwader zu der angestrebten Zernichtung der deutschen Flotte herbeizuführen. 
Mit der weiteren englischen Zehauptung, daß die englische Flotte vergeblich 
versucht habe, die fliehende deutsche Flotte einzuholen, um sie vor Erreichung der 
heimischen Stützpumte zu schlagen, steht die angeblich amtliche englische Erkldrung, 
nach der Admiral Jellicoe mit seiner großen Flotte bereits am 1. Juni in den über 
300 Meilen von dem Kampfplah entfernten Stützpunkt Scapa Flow (Orknehinseln) 
eingelaufen sei, im Widerspruch. So haben denn auch unsere nach der Schlacht 
zum Nachtangriff nach Norden über den Schauplah der Tagesschlacht hinaus ent- 
sandten zahlreichen deutschen Torpedobootsflottillen von dem englischen Gros trotz 
eifrigen Suchens nichts mehr angetroffen, vielmehr hatten unsere Torpeboboote 
hierbei Gelegenheit, eine große Anzahl Engländer von verschiedenen gesunkenen 
Schiffen und Fahrzeugen zu retten. 
Als ein weiterer Beweis für die von den Engländern bestrittene Tatsache der 
Beteiligung der gesamten englischen Kampfflotte an der Schlacht vom 31. Mai wird 
darauf hingewiesen, daß der englische Admiralitätsbericht selber die „Marlborough“ 
sur#int# 
—# 
* 
*
        <pb n="292" />
        als gefechtsunfähig bezeichnet hat. Des weiteren ist am 1. Juni von einem unserer 
U-Boote ein anderes Schiff der „Iron Duke-Klasse in schwerbeschädigtem Zustande 
der englischen Küste zusteuernd gesehen worden. Beide vorgenannten Schiffe ge- 
hörten dem englischen Gros an. 
Um die Größe des deutschen Erfolges herabzumindern, wird ferner von der 
englischen Hresse der Verlust der zahlreichen englischen Schiffe zum großen Teil auf 
die Wirkung deutscher Minen, Unterseeboote und Tuftschlife zurückgeführt. Dem- 
gegenüber wird ausdrücklich betont, daß weder Minen, welche nebenbei bemerkt der 
eigenen Flotte ebenso gefährlich hätten werden müssen wie der feindlichen, noch 
Unterseeboote von unserer Hochseeflotte verwendet worden sind. Deutsche Luftschiffe 
sind lediglich am 1. Juni, und zwar ausschließlich zur Aufklärung benutzt worden. 
Der deutsche Sieg ist durch geschickte Führung und durch die Wirkung unserer 
Artillerle und Torpedowaffe errungen worden. 
Es ist bisher darauf verzichtet worden, den vielen angeblich amtlichen englischen 
Behauptungen über die Größe der deutschen Verluste entgegenzutreten. Die letzte, 
lmmer wlederkehrende Zehauptung ist, daß dle deutsche Flotte nicht weniger als 
zwei Schiffe der „Kaiser“-Klasse, die „Westfalen“, zwei Schlachtkreuzer, vier kleine 
Kreuzer und eine große Anzahl von Torpedobootszerstörern verloren habe. Die 
Engländer bezelchnen außerdem die von uns als verloren gemeldete „Dommern“ 
nicht als das aus dem Jahre 1905 stammende Linienschiff von 13000 Tonnen, 
sondern als ein modernes Großkampfschiff desselben Namens. 
Demgegenüber wird festgestellt, daß der Gesamtverlust der deutschen Hochsee- 
streitkräfte während der Kämpfe am 31. Mai und 1. Juni sowie in der darauf- 
folgenden Zeit beträgt: 1 Schlachtkreuzer, 1 älteres Linienschiff, 4 kleine Kreuzer 
und 5 Torpedoboote. 
Von diesen Verlusten sind in den bisherigen amtlichen Bekanntgaben als gesunken 
bereits gemeldet: 
S. M. S. „Dommern“ (von Stapel gelaufen 1905), S. M. S. „Wiesbaden“, 
S. M. S. „Elbing“, S. M. S. „Frauenlob“ und fünf Torpedoboote. 
Aus militärischen Gründen ist bisher von der Bekanntgabe des Verlustes 
G. M. S. „Lützow“ und „Roskock“ Abstand genommen worden. Gegenüber falschen 
Deutungen dleser Maßnahme und vor allem in Abwehr englischer Legendenbildungen 
über ungeheuerliche Zerluste auf unserer Seite müssen diese Gründe nunmehr 
zurückgestellt werden. Beide Schiffe sind auf dem Wege zu ihren Reparatur- 
häfen verloren gegangen, nachdem die Versuche fehlgeschlagen waren, die schwer- 
verletzten Schiffe schwimmend zu erhalten. Die Besatzungen beider Schiffe ein- 
schließlich sämtlicher Schwerverletzten sind geborgen worden. 
Während hiermit die deutsche Verlustliste abgeschlossen ist, liegen sichere Anzeichen 
dafür vor, daß dle tatsächlichen englischen Jerluste wesentlich höher sind, als von 
unserer Seite auf Grund eigener Zeobachtungen festgestellt und bekannt gegeben 
worden ist. Aus dem Munde der englischen Gefangenen stammt die Zekundung, 
daß außer „Warspite“ auch „Hrinzeß RKoyal“ und „Birmingham“ vernichtet sind. 
l- i* 
1. 
1404 
   
—— 2 82 
* 
— 
* 
5
        <pb n="293" />
        — —— ν 
": 
2 
2 
  
  
  
Auch ist zuverlässigen Nachrichten zufolge das Großlampfschiff „Marlborough“ vor 
Erreichung des Hafens gesunken. 
Die Hochseeschlacht vor dem Skagerrak war und bleibt ein deutscher Sieg, 
wie sich allein schon aus der Tatsache ergibt, daß selbst bei Zugrundelegung nur 
der von amtlicher englischer Stelle bisher zugegebenen Schiffsverluste einem Ge- 
samtverlust von 60 720 deutschen Kriegsschiffstonnen ein solcher von 117750 
englischen gegenübersteht. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Annahme des 12--Milliarden-Kriegskredits im Reichstag. 
Berlin, 7. Juni. Der Reichstag bewilligte heute mit allen Stimmen gegen 
die der soz. Arbeitsgem. (d. i. der aus der soz. Fraktion ausgetretenen RKadikalen) 
den von der Regierung geforderten neuen Kriegskredit von 12 Milliarden Mark. 
Verhängung der Blockade über Griechenland. 
Bern, 7. Juni. Der Mailänder „Secolo“ meldet aus Saloniki: Der Vier- 
verband hat gestern die Blockade über die griechischen Küsien verhängt. (W. T. B.) 
Heftige Artillerietatigkeit vor Verdun. 
Großes Hauptquartier, 8. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Der Artilleriekampf beiderseits der Maas dauert 
mit unverminderter Hestigkeit an. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Südlich von Smorgon drangen deutsche Er- 
kundungsabteilungen über mehrere feindliche Linien hinweg bis in das Dorf 
Kunawa vor, zersiörten die dortigen Kampfanlagen und kehrten mit 40 Ge- 
fangenen und einem erbeuteten Maschinengewehr zurück. 
Auf der übrigen Front bei den deutschen Truppen keine besonderen Ereignisse 
Zalkankriegsschauplatz. Ortschaften am Doiransee wurden von feindlichen 
Fliegern ohne jedes Ergebnis mit Bomben beworfen. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Monte Meletta bei Asiago erstürmt. 
Wien, 8. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. In Wolhynien haben unsere Truppen unter 
Nachhutkämpfen ihre neuen Stellungen am Sthr erreicht. 
An der Ikwa und nördlich von Wizniowzyk an der Stropa wurden mehrere 
russische Angriffe abgewiesen. An der unteren Stropa greist der Feind abermals 
mit starken Krästen an. Die Kämpfe sind dort noch nicht abgeschlossen. 
Am Dnjesir und an der beßarabischen Front herrschte gestern verhältnismäßig 
ZKuhe. 
  
S ——— 2# 
1465
        <pb n="294" />
        Italienischer Kriegsschauplatz. Auf der Hochfläche von Asiago gewann 
unser Angriff an der ganzen Front südöstlich Cesunga-Gallio weiter Kaum. Unsere 
Truppen setzten sich auf dem Monte Cemerie (südösilich von Cesuna) fest und drangen 
östlich von Gallio über Ronchi vor. 
Abends erstürmten Abteilungen des bosnisch herzegowinischen Infanterieregi- 
ments Nr. 2 und des Grazer Infanterieregiments Nr. 27 den Monte Meletta. 
Die Zahl der seit Beginn dieses Monats gefangengenommenen Jtaliener 
hat sich auf 12 400, darunter 215 Offiziere, erhöht. 
An der Dolomitenfront wurde ein Angriff mehrerer feindlicher Bataillone auf 
die Croda del Ancona abgewiesen. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. #nverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer Felbmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Ein französischer Torpedobootszerstörer gesunken. 
Daris, 8. Juni. (Meldung der Agence Havas.) Der Torpedobootzerstörer 
„Fantassin“ ist am Montag von einem anderen französischen Torpedoboot im 
Mittelmeer gerammt und versenkt worden. Die ganze Bemannung und alles 
Material sind gerettet worden. (W. T. B.) 
Ein Seegefecht an der flandrischen Küste. 
Brügge, 8. Juni. Heute morgen fand an der flandrischen Küste ein Artillerie= 
gefecht auf große Entfernungen zwischen deutschen Zorpostenbooten und feindlichen 
Monitoren und Zerstkörern skatt. Mehrere unserer Geschühsalven wurden als gut 
deckend beobachtet. Der Feind zog sich darauf in Richtung von Dünkirchen zurück. 
Die deutschen Streitkräfte erlitten keinerlei Beschäbigungen. 
Nachmittags wurde von einem unserer Seeflugzeuge ein französisches Kampf- 
fiugboot abgeschossen. Die Insassen wurden von einem unserer in der Nähe befind- 
lichen Unterseeboote ausgenommen und in den Hafen gebracht. (W. T. B.) 
Französische Gegenstöße bei Baux abgewiesen. 
Großes Hauptquartier, 9. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Unsere Artillerie brachte bei Lihons (südwestlich 
von Deronne) feindliche Munitionslager zur Entzündung; sle beschoß feindliche Lager 
und Truppentransporte am Bahnhof Suippes (in der Champagne) und hatte auf 
dem wesilichen Maasufer sichtlich gute Erfolge gegen französische Zatterien sowie 
gegen Infanterie und Lasikrasiwagenkolonnen. 
ZRechts der Maas schreitet der Kampf für uns günftig fort. Feindliche, mit 
starken Kräfien geführte Gegenangrisse am Gehölz von Thiaumont und zwischen 
  
* — 
30 
2 
— 
    
  
v| 
r–iS 
. r 
r r 1S . * ·0 * * V— l V · 
MAJVM-WMZIHMKMWWÆIJMR 
1466
        <pb n="295" />
        Chapitrewald und der Feste Bauk brachen ausnahmslos unter schwerer feindlicher 
Einbuße zusammen. 
In den Vogesen östlich von St. Die gelang es, durch Minensprengungen aus- 
gedehnte Teile der feindlichen Gräben zu zerskören. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Bei den deutschen Truppen keine 
Veränderung. Obersie Heeresleitung. (W. T. B.) 
Angriff auf ein Danzerwerk von Drimolano. 
Wien, 9. Juni. Amtlich wird verlautbart 
RKussischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe im Nordosten waren gestern 
weniger heftig. Bei Kolki, nördlich von Nowo Alexiniec, nordwesilich von Tarnopol 
und am Dnsjestr wurden russische Angriffe unter schweren feindlichen VBerlusien 
abgeschlagen. An der beßarabischen Grenze herrschte Kuhe. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Auf der Hochfläche von Asiago eroberten 
unsere Truppen den Monte Sisemol und näördlich des Monte Meletta den von 
Alpinis skark besetzten Monte Caskelgomberto. Unsere schweren Mörser haben das 
Feuer gegen den Monte Lisser, das westliche Hanzerwerk des befestigten Kaumes 
von Drimolano, eröffnet. — Die Zahl der gefangenen Italiener hat sich um 
28 Offiziere und 550 Mann, unsere Beute um s Maschinengewehre erhöht. 
Ansere Marineflieger belegten die Zahnanlagen von Dortogruaro, TLatisana, 
Dallazuolo, den Innenhafen von Grado und eine feindliche Seeflugzeugstation aus- 
giebig mit Zomben. Unsere Landflieger warfen auf die Bahnhöfe von Schio und 
Diovene Bomben. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Die U-Boot--Beute im Mai 1016. 
Berlin, 9. Juni. Im Monat Mai wurden durch deutsche und österreichisch- 
ungarische Unterseeboote und durch Minen 56 Schiffe des VBierverbandes mit einem 
Bruttogehalt von 118 500 RZegistriertonnen versenkt. 
Der Chef des Admiralskabes der Marine. (W. T. B.) 
Englisch-französischer Kriegsrat in London. 
Amsierdam, 9. Juni. In Condon wurde heute früh, wie Reuter meldet, 
eine wichtige Konferenz abgehalten. Joffre, Cambon, Grey, Llopyd George und 
die Mitglieder des Kriegsrats haben daran teilgenommen. Ein amtliches Telegramm 
des Reuterschen Bureaus meldet noch, daß auch Briand, Rouges, Clementel und 
Denys Cochin in London angekommen seien, um mit dem britischen Kabinett und 
dessen militärischen Katgebern zu konferieren. 
        
    
    
    
    
    
    
      
     
      
      
      
      
  
      
S 9. 
1407
        <pb n="296" />
        Erstürmung eines Feldwerkes westlich von Baux. 
Großes Hauptquartier, 10. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem Westufer der Maas wurde dle 
Bekämpfung feindlicher Batterien und Schanzanlagen wirkungsvoll fortgesetzt. 
Oestlich des Flusses setzten unsere Truppen die Angriffe fort. In harten Kämpfen 
wurde der Gegner auf dem Höhenkamme südwestlich des Forts Douaumont, im 
Chapitrewalde und auf dem Fuminrücken aus mehreren Stellungen geworfen. 
Westlich der Feste Baux skürmten bayerische Jäger und ostpreußische Infanterie ein 
starkes feindliches Feldwerk, das mit einer Besahung von noch über 500 Mann 
und 22 Maschinengewehren in unsere Hand fiel. Die Gesamtzahl der seit dem 
§. Juni gemachten Gefangenen beträgt 28 Offlziere und mehr als 1500 Mann. 
Auf dem Hartmannsweilerkopf holte eine deutsche Datrouille mehrere Franzosen 
als Gefangene aus den feindlichen Gräben. 
Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Bei den deutschen Truppen hat sich nichts 
von Bedeutung ereignet. Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Erbitterte Kämpfe an der Front zwischen Druth und Stgr. 
Wien, 10. Juni. Amilich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Im Gegensaß zum vorgestrigen Tage sind 
gestern wieder an der ganzen Nordosifront dußerst erbitterte Kämpfe entbrannt. 
Zwischen Okna und Dobronoutz wurden an einer Stelle acht, an einer anderen 
fünf schwere Angriffe abgewiesen, wobei sich unser schlesisches Jagerbataillon Nr. 16 
besonders hervortat. 
An der unteren Strypa haben starke russische Kräfte nach erbittertem RKingen 
unsere Truppen vom Ofst= auf das Westufer zurückgedrängt. 
Nordwestlich von Tarnopol schlugen wir zahlreiche russische Zorstöße ab. 
Im Kaume von Tuck wird westlich der Stoör gelacmpft. 
Bei Kolki und nordwestlich von Czartorysk wurden russische Lebergangsversuche 
vereitelt. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Vorstöße der Fitaliener gegen mehrere Stellen 
unserer Front zwischen Etsch und Zrenta wurden abgewiesen. 
Zu den bisher gezählten Gefangenen im Angriffsraum sind über 1600, darunter 
25 Ossiziere, dazugekommen. 
Vor dem Tolmeiner Brückenkopf zersförten unsere Truppen nach kräftiger Artillerie, 
wirkung die Hindernisse und Deckungen eines Teiles der feindlichen Front und 
kehrten mit 80 Gefangenen, darunter s Offizieren, ferner mit einem Maschinen- 
gewehr und sonstiger Kriegsbeute von dieser IU#nternehmung zurück. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Voljusa wurden italienische 
Datrouilsen durch Feuer zersprengt. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
*§ ’-.. 
1468
        <pb n="297" />
        — W 
N##— 
Ein italienischer Truppentransportdampfer versenkt. 
ZKom, 10. Juni. (Meldung der Agenzia Stefani.) Zwei seindliche Untersee- 
boote griffen am Donnerstag gegen abend in der unteren Adria einen italienischen 
Transport an, der aus drei Dampfern mit Truppen und Kriegsgerät beskand. Der 
Transport war von einem Geschwader Torpedobootszerstörer begleitet. Die Unter- 
seeboote wurden unverzüglich angegriffen; es gelang ihnen jedoch, Torpedos abzu- 
feuern, deren einer den Dampfer „Deincipe Amberto“ traf. Der Dampfer ging 
troß der ZKekfungsmittel, über die der Transport verfügte, und trotz schneller Hilfe 
von seiten anderer auf der Fahrt befindlicher Einheiten in wenigen Minuten unter. 
Die Verluste sind noch nicht genau bekannt. Dem Vernehmen nach bestand ungefähr 
die Hälffe der mit dem Dampfer Untergegangenen aus Militärpersonen. (W. T. B.) 
Demission des Kabinetts Salandra. 
RKom, 10. Juni. (Meldung der Agenzia Stefani.) Während der Diskussion 
in der Kammer über die provisorischen Budgetzwölftel hielt Ministerpräsident Salandra 
eine Kede, in der er die internationale und die militärische Lage auseinander- 
setzte und über die Dolitik der RKegierung Erklärungen abgab. Die Kammer 
lehnte in namentlicher Abskimmung mit 197 gegen 158 Stimmen den ersten 
Teil der Tagesordnung „Die Kammer hat Bertrauen zu den Maßnahmen der 
Zegierung“ ab. 
Bern, 11. Juni. „Messagero“ berichtet: AInmittelbar nach der gesirigen Kammer- 
sitzung berief Salandra die Minister zusammen. Nach kurzem Meinungsaustausch 
wurde man sich über die Demission des Kabinetts schlüssig. Salandra wird die 
Demissson am Montag der Kammer und am Diensteg dem Senat bekanntgeben. 
(W. T. B.) 
Vorskoß in die russische Stellung bei Krewo. 
Großes Hauptquartier, 11. Juni. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Beiderseits der Maas heftige Artilleriekämpfe. 
Die gestern gemeldete Zeute aus den Angriffen östlich des Flusses haf sich noch 
um 3 Geschütze und 7 Maschinengewehre erhöht. 
Westlich von Markirch machte eine deutsche Datrouille, die in die franzöftschen 
Gräben eindrang, einen Offizier und 17 Mann zu Gefangenen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Südlich von Krewo sließen deutsche Er- 
kundungsabteilungen in die russische Stellung vorz sie zerstörten die feindlichen An- 
lagen und brachten über 100 ZKussen als Gesangene sowie ein Maschinengewehr 
zurück. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
  
r— 
— G 2
        <pb n="298" />
        Erbitterie Kaͤmpfe in der Bukowina. 
Wien, 11. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. Oestlich von Kolki hat der Feind vorgestern 
abend mit drei Regimentern das linke Storufer gewonnen. Er wurde gestern 
durch den umfassenden Gegenangriff österreichisch-ungarischer Truppen wieder über 
den Fluß geworfen, wobei 8 rufsische Offziere, 1500 Mann und 13 Maschinen- 
gewehre in unsere Hand feelen. 
Nordwesilich von Tarnopol eroberten wir durch Gegenstoß eine vom Feinde 
unter großen VBerlusien erkämpfte Höhe zurück. 
Im Nordostteile der Zukowina wurde wieder überaus erbittert gekämpft. Der 
Druck überlegener gegnerischer Kräfte, die mit einem auch bei diesem Feinde einzig 
dastehenden rücksschtslosen Zerbrauch des Menschenmaterials angesect wurden, machte 
es notwendig, unsere Truppen dort vom Gegner loszulösen und zurückzunehmen. 
Italienisch er Kriegsschauplatz. Die Italiener erneuerten ihre Vorstöße 
gegen einzelne Frontstellen und wurden wieder überall rasch und blutig abgewiesen. 
Auf dem Monte Lemerle griffen unsere Truppen die feindlichen Abteilungen, 
die sich nahe dem Gipfel noch gehalten hatten, überraschend anz; setzten sich in vollen 
Besitz des Berges und machten über 500 Gefangene. 
Ansere Flieger bedachten den Bahnhof von Cividale mit Bomben. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Belang. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Ereignisse zur See. Eines unserer Unterseeboote hat am 8. laufenden Monats 
abends den von mehreren Zerstörern begleiteten großen italienischen Hilfskreuzer „Drinzipe 
Ambertosmit Truppen an Bord torpediert. Das Schiff sank binnen wenigen Minuten. 
Flottenkommando. (W. T. B.) 
Niederlage der Russen östlich von Bagdad. 
Konstantinopel, 11. Juni. Das Haupiquartier teilt mit: Nach einem 
Kampf, der mit der Niederlage und dem Rückzug der Russen dor Chanikin 
endete, nahmen unsere Abteilungen die Verfolgung auf, schlugen starke feindliche 
Kosakenabteilungen zurück und drangen in der Nacht zum 9. Juni in Kasri 
Schirin ein. (W. T. B.) 
Russische Abteilungen bei Buczacz zurückgeworfen. 
Großes Hauptquartier, 12. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplatz. In der Champagne, nördlich von Perthes, 
drangen deutsche Erkundungsabteilungen in die französischen Stellungen, machten 
nach kurzem Kampf 3 Offzziere und über 100 Mann zu Gefangenen, erbeuteten 
4 Maschinengewehre und kehrten planmäßig in die eigenen Gräben zurück. 
  
  
— 
— 
X
        <pb n="299" />
        # 
  
Beiderseits der Maas unverändert lebhaftes Artilleriefeuer. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Deutsche und ösierreichischungarische Truppen 
der Armee des Generals Grasen Bothmer warfen russische Abteilungen, die nord- 
wesilich von Buczacz (an der Stehpa) im Vorgehen waren, wieder zurück; über 
1300 Russen blieben als Gefangene in unserer Hand. 
Im übrigen hat sich die Lage der deutschen Truppen nicht geändert. 
Balkankriegsschauplah. Keine Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Wien, 12. Juni. Amflich wird verlautbart: 
NKussischer Kriegsschauplatz. Im Nordosten der Bukowina vollzog sich die 
Loslösung vom Gegner unter harten Nachhutkämpfen. 
Eine aus Zuczarz gegen Nordwest vorgehende feindliche Kraftgruppe wurde durch 
einen Gegenangriff deutscher und österreichisch-ungarischer Kegimenter geworfen, 
wobei 1300 Kuffen in unserer Hand blieben. Auf der Höhe öfstlich von Wisniowezok 
brach heute früh ein starker russischer Angriff unter unserem Geschützseuer zusammen. 
Oestlich von Kozlow hoben unsere Streifkommandos einen vorgeschobenen Hosten 
der Kussen auf. 
Nordwestlich von Tarnopol wird fortgesetzt heftig gekämpft. Die mehrfach 
genannten Stellungen bei Worebiowka wechselten wiederholt den Zesitzer. An der 
Ikwa und in Wolhynien herrschte gestern verhältnismäßig Ruhe. 
Westlich von Kolki schlugen unsere Truppen einen russischen Lebergangsversuch 
ab. Hier, wie überall, entsprechen dem rücksschtslosen Massenaufgebot des Feindes 
auch seine Zerluste. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage auf dem südwestlichen Kriegs- 
schauplatz ist unverändert. In den Dolomiten und an unserer Front zwischen 
Brenta und Etsch wurden die Italiener, wo sie angriffen, abgewiesen. 
Der Stellvertrefer des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Ereignisse zur See. Ein Geschwader von Seeffugzeugen hat in der Nacht 
vom 11. auf den 12. Juni die Bahnstrecke San Dona Mestre und die Zahnanlagen 
in Mesire ausgiebig mit sichtlich gutem Erfolg bombardiert, mehrere Volltreffer in 
die Lokomotivremise erzielt und auch das Arsenal in Benedig mit einigen Zomben 
belegt. Trotz heftigen Abwehrfeuers sind alle Flugzeuge eingerückt. 
Flottenkommando. (W. T. B.) 
Türkischer Sieg über russische Kavallerie. 
Konstantinopel, 11. Juni. Amtlicher Bericht vom 20. Mai (türkischer Zeit- 
rechnung). Bei einem Zusammentreffen mit dem Feinde in der Gegend von 
Schemdinan (2) wurde die feindliche Kavallerie in der Stärke von mehr als 1000 
Mann vollskändig vernichtet. Nur einer ganz geringen Anzahl von Feinden gelang
        <pb n="300" />
        —m— —— X 
r St— 
# 
      
." 
es, sich zu retten. Viel Vieh, Telephonapparate und Hontonmaterial sowie eine 
große Menge von Gewehren und Munition wurden von uns erbeutet. (W. T. B.) 
Konstantinopel, 12. Juni. (Amtlicher Heeresbericht.) Das in unserem gestrigen 
Bericht gemeldete Gefecht, welches mit der Vernichtung von ungefähr tausend 
russischen Kavalleristen endete, fand bei dem Fluß Zappe, südlich des Ortes Tscheu- 
lemreck und östlich von der Ortschaft Amadien statt. (W. T. B.) 
Weiteres Borrücken südwestlich Douaumont. 
Großes Hauptquartier, 13. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Gegen einen Teil unserer neuen Stellungen 
auf den Höhen südöstlich von Ipern sind seit heute örtliche Angriffe der Engländer 
im Gange. 
Auf dem rechten Maasufer, beiderseits des von der Feste Douaumont nach 
Südwesten streichenden Rückens schoben wir unsere TLinien weiter vor. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. An der Düna südöstlich von Dubena zersprengte 
das Feuer unserer BZatterien eine russische Kavalleriebrigade. 
Nordöstlich von Zaranowitschi war das feindliche Artilleriefeuer lebhafter. 
Die Armee des Generals Grafen BZothmer wies westlich von Drzewloka an der 
Steypa feindliche Angriffe restlos ab. 
Bei Hodhajee wurde ein russisches Flugzeug von einem deutschen Flieger im 
Lufikampf bezwungen; Führer und Beobachter — 1 französischer Offizier — sind 
gefangen, das Flugzeug ist geborgen. 
Balkan kriegs schauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Fortdauer der schweren Kämpfe in Ostgalizien und der Bukowina. 
Wien, 13. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Am Druth südlich von BSojan wurde ein 
russischer Angriff abgewiesen. In Sadagora, Sugatin und Horodenka ist feindliche 
Kavallerie eingerückt. Bei Burkanow an der Strypa scheiterten mehrere russische 
Vorstöße. Nordwesilich von Tarnopol stehen unsere Truppen ohne Unterlaß im 
Kampfe. 
Bei Sapanow wurde ein russischer Angriff durch unser Geschützfeuer vereitelt. 
Sädwestlich von Dubno trieben wir einen feindlichen Kavalleriekörper zurück. 
In Wolhynien hat feindliche Reiterei das Gebiet von Torczyn erreicht; es 
herrschte zum größten Teil Kuhe. BZei Sokul am Styr ktrieb der Feind seine 
Truppen zum Angriff vor; er wurde geworfen. 
Auch bei Kolki sind alle Lebergangsversuche der Kussen gescheitert. Die Zahl 
der hier eingebrachten Gefangenen stieg auf 2000. 
Italienischer Kriegsschauplaßz. An der Front zwischen Etsch und Brenta 
und in den Dolomiten waren die Artilleriekämpfe zeitweise, wenn die Sichtverhältnisse
        <pb n="301" />
        ....... 
  
  
sich besserten, sehr lebhaft. An mehreren Punkien erneuerten die Italiener ihre 
fruchtlosen Angriffsversuche. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalsiabes. 
v. Hoofer, Feldmarschalleutnank. 
———- Ê 
Ereignisse zur See. Am 12. Juni morgens drangen drei feindliche Torpedo- 
einheiten in den Hafen von Parenzo ein. Sie wurden durch die Abwehrbalierien 
und Flugzeuge vertrieben. Ihr Geschützfeuer blieb wirkungslos. Nur eine Mauer 
und ein Dach wurden leicht beschädigt; niemand verwundet, während die Baiterien 
und die Flieger Tresfer erzielten. 
Flottenkommando. (W. T. B.) 
Beschießung der bulgarischen Südküste. 
Sofia, 13. Juni. (Bericht des Generalskabes.) Am 10. Juni näherten ssch 
sechs feindliche Schisse der Mündung der Mesta. Gegen 12 Uhr 15 Minuten 
cröffneten die Schiffe das Feuer gegen die Küste von der Mündung des Flusses 
bis Kale ZBurun; es wurde besonders auf Dörfer und Gehöfte am Ufer sowie auf 
noch nicht abgeerntete Felder gerichtet. Am 1 Uhr nachmittags griffen vier unserer 
Flugzeuge die Schiffe mit Bomben an und zwangen sie, sich mit voller Geschwindigkeit 
in der Richtung auf Thasos zu entfernen. Unsere Tufteinheiten wurden heftig, aber 
wirkungslos von der feindlichen Artillerie und Maschinengewehren beschossen, kehrten 
jedoch wohlbehalten zurück. Die Beschießung der Küste verursachle keine Verluste. 
An der übrigen Front ist die Lage unverändert. (W. T. B.) 
  
  
Französische Stellungen bei Thiaumont erstürmt. 
Großes Hauptquartier, 14. Juni. 
Wesslicher Kriegsschauplatz. Auf den Höhen südöstlich von Zillebeke ist ein 
Teil der neuen Stellungen im Verlauf des gesirigen Gefechtes verlorengegangen. 
Zechts der Maas wurden in den Kämpfen am 12. und 13. Juni die westlich 
und südlich der Thiaumontferme gelegenen feindlichen Stellungen erobert. Es sind 
dabei 793 Franzosen, darunker 22 Offiziere, gefangengenommen und 15 Maschinen- 
gewehre erbeutet. 
Deutsche Hatrouillenunternehmungen bei Maricourt (nördlich der Somme) und 
in den Argonnen hatten Erfolg. 
Oestlicher Kriegsschauplaß. Südlich des Naroczsees zerstörten Erkundungs- 
abteilungen vorgeschobene feindliche Befestigungsanlagen und brachten 60 gefangene 
Zussen zurück. 
Auf der Front nördlich von Baranowitschi ist der Feind zum Angriff über- 
gegangen. Nach heftiger Artillerievorbereitung ffürmten dichte Massen siebenmal 
gegen unsere Linien vor. Die Nussen wurden resilos zurückgetrieben; sie hatten # 
sehr schwere Zerluffe. l 
  
  
So B’
        <pb n="302" />
        Deutsche Flieger führten in den letzten Tagen weitreichende Unternehmungen 
gegen die Zahnen hinter der russischen Front aus. Mehrfach sind Truppenzüge 
zum Stehen gebracht und Bahnanlagen zerstört worden. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. DT B.) 
Zussische Angriffe bei Baranowitschs abgeschlagen. 
Wien, 14. Juni. Amilich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Südlich von BZosan und nördlich von Cezer- 
nowih wurden russische Angriffe abgeschlagen. 
Sonst füdlich des Hripiat bei unveränderter Lage keine besonderen Ereignisse. 
Nördlich von Baranowitschi standen gestern vormittag deutsche und öskerreichisch- 
ungarische Truppen unter schwerstem russischen Geschützfeuer. Abends griff der 
Feind die Stellungen an, wurde aber überall resslos geworfen. Zuleßtzt feuerte die 
gegnerische Artillerie in die zurückflutenden russischen Massen. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Tage ist unverändert. 
Unsere Seeflugzeuge griffen neuerdings den Bahnhof und militärische Anlagen 
in San Giorgio di Nogaro sowie den Innenhafen von Grado an. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert ruhig. 
Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Ein deutsches Hilfsschiff verloren. 
Berlin, 14. Juni. In der Nacht vom 13. zum 14. Juni wurde das deutsche 
Hilfsschiff „Herrmann“ in der Norköpingbucht (südöstlich der Stockholmer Schären) 
von vier russischen Zerstörern angegriffen und nach tapferer Gegenwehr in Brand 
geschossen. Das Schiff wurde von der Besatzung gesprengt, der Kommandant und 
ein großer Teil der Zesatzung sind geretlet worden. (W. T. B.) 
Angriff russischer Torpedojäger auf deutsche Handelsdampfer. 
Nyköping, 14. Juni. Nach Zeitungsmeldungen sind 13 deutsche Handels, 
schiffe bei der Insel Haefringe, die südwärts fuhren und von zwei oder drei Tor, 
pedobooten, einem Hilfskreuzer und einigen bewaffneten Fischdampfern begleitet 
wurden, südöstlich Arkö etwa 10 Diskanzminuten vom Tand von einer russischen 
Flottenabteilung angegriffen worden. Diese bestand aus Zerstörern, Torpedobooten 
und Unterseebooten. Die deutschen Dampfer suchten am Lande Schutz. Zwei 
deutsche Dampfer, die bei dem Angriff von den Begleitschiffen getrennt wurden, 
sind heute morgen in Arkösund eingelaufen; sie hatten in der Finfsternis nichts 
bcobachten können. Die deutschen Fischdampfer patrouillierten während des Vor, 
mitlags außerhalb der Hoheitsgrenze und fuhren dann südwärts. In das Lazareit
        <pb n="303" />
        ————.———V —93 
* 
0 
von Nyköping sind jetzt 6 deutsche Mairosen übergeführt worden, von denen zwei 
sehr schwer und die übrigen leicht verwundet sind. Ein Berwundeter ist in Arkö- 
sund an Land gebracht worden. 
Nyköping, 14. Juni. (Meldung des schwedischen Telegraphenbureaus.) Sechs 
bewaffnete deutsche Fischdampser fuhren gestern abend vor Hgaefeing in näördlicher 
RKichtung. Man nimmt an, daß sie auf dem RKückwege mit seindlichen Kriegs- 
schiffen in Kampf gerieken. Das Gefecht dauerte ungesähr 45 Minuten. Der Aus- 
gang des Kampfes ist unbekannt. Der deutsche Fischdampfer „Joh. Wester“ ist 
heute früh in Nyköping eingelaufen. Er hatte fünf Berwundete oan Borb (W. T B.) 
Zussische Angriffe gegen die Armee Bothmer abgewiesen. 
Großes Hauptquartier, 15. Juni. 
VWesilicher Kriegsschauplatz. Außer Artilleriekämpfen und DPatrouillenuntker- 
nehmungen keine Ereignisse. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Armee des Generals Grasen Bokthmer 
wies mehrere, in dichten Wellen vorgetragene russische Angriffe bei und närdlich 
Przewloka glatt ab. 
Balkankriegs schauplatz. Bei den deutschen Truppen keine Beränderung. 
Oberste Heeresleitung (W. T. B.) 
Bergebliche russische Angriffe bei Czernowitz. 
Wien, 15. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Südlich von Zojan und näördlich von 
Czernowih schlugen unsere Truppen russische Angriffe ab. Oberhalb von Czernowitz 
vereitelte unser Geschützfeuer einen Uebergangsversuch des Gegners über den Hruth. 
Zwischen Dujessr und Pruth keine Ereignisse von Zelang. Der Feind hat die 
Linie Horodenka—Sniatyn westwärts nur wenig überschritten. 
Bei Wisniowezyok wurde äußerst erbittert gekämpft; hier sowie nordwestlich von 
IAddom nordwesilich von Kremeniez wurden alle russischen Angriffe abgewiesen. 
Im Gebiet südlich und westlich von Tuck ist die Lage unverändert. Bei Co- 
arzy trat auf beiden Seiten abgesessene Reiterei in den Kampf. Zwischen der 
Bahn Kowno—Kowel und Kolki bemühte sich der Feind an zahlreichen Stellen 
unter Einsatz neuer Divisionen, den Lebergang über den Stachod — Styr-Abschnitt 
zu erzwingen. Er wurde überall zurückgeschlagen und erlitt schwere Verlusfte. 
Italienischer Kriegsschauplat. Gestern abend begannen die Jtaliener ein 
heftiges Artillerie- und Minenwerferfeuer gegen die Hochfläche von Doberdo und 
den Görzer Brückenkopf. Nachis folgten gegen den südlichen Teil der Hochfläche 
seindliche Infanterieangriffe, die bereits größtenteils abgewiesen sindt an einzelnen 
DHunkten ist der Kampf noch nicht abgeschlossen. 
An der Tiroler Front setzt der Feind seine vergeblichen Anfsirengungen gegen 
7 unsere Dolomitenstellungen im Raume Deutelskein— Schluderbach fort. 
  
# o 
E—S. 
14753
        <pb n="304" />
        (I —# "" .«..· Its "· 
«;««’äs«ssåk.R-ZMW 
  
  
  
  
Unsere Flieger belegten die Bahnhofe von Verona und Padua mit Bomben. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der Vojusa störte unser Feuer italienische 
Befestigungsarbeiten. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Die deutschen und die englischen Verluste in der Nordseeschlacht. 
Berlin, 15. Juni. Der Führer der englischen Flotte in der Seeschlacht vor dem 
Skagerrak, Admiral Jellicoe, hat in einem Befehl an die englische Flotte u. a. zum 
Ausdruck gebracht, er zweifle nicht daran, zu erfahren, daß die deutschen Verluste 
nicht geringer seien als die englischen. 
Demgegenöber wird auf die bereits in der amtlichen Zeröffentlichung vom 7. Juni 
erfolgte Gegenöberstellung der beiderseitigen Schiffsverluste hingewiesen. Hiernach 
steht einem Gesamtverlust von 60 720 deutschen Kriegsschifftonnen ein solcher von 
112 150 englischen Tonnen gegenüber, wobei nur diesenigen englischen Schiffe und 
Zerstörer in Ansah gebracht sind, deren VBerlusk bisher von amtlicher englischer Seite 
zugegeben worden ist. Nach Aussagen englischer Gefangener #und noch weitere Schiffe 
untergegangen, darunter das Großkampfschiff „Warspite". An deutschen Schiffsverlusten 
sind andere als die angegebenen nicht eingetreten. Dies sind S. M. Schiffe „Lützow“, 
„Dommern“, „Wiesbaden“, „Frauenlob“, „Elbing“, „Rostock“ und fünf Torpedoboote. 
Dementsprechend sind auch die Menschenverluste der Engländer in der Seeschlacht 
vor dem Skagerrak erheblich größer als die deutschen. Während auf englischer Seite 
bisher die Offiziersverluste auf 342 Tote und Vermißte und 51 Verwundete 
angegeben sind, betragen die Verluste bei uns an Seeoffizieren, Ingenieuren, 
Sanitatsoffizieren, Zahlmeistern, Fähnrichen und Deckofftzieren 172 Tote und 
Vermißte und 41 Verwundete, der Gesamtverlust an Mannschaften beträgt auf 
seiten der Engländer, soweit bisher durch die Admiralität veröffentlicht, 6104 Tote 
und Vermißte und 513 Verwundete, auf deutscher Seite 2414 Tote und Vermißte 
und 440 Verwundete. 
Von unseren Schiffen sind während und nach der Seeschlacht 127 englische 
Gefangene gemacht, während, so weit bisher bekannt, sich in englischen Händen 
keine deutschen Gefangenen aus dieser Schlacht befinden. Die Namen der englischen 
Gefangenen werden auf dem üblichen Wege der englischen Regierung mitgeteilt werden. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Französische Angriffe am „Toten Mann“ blutig abgewiesen. 
Großes Hauptquartier, 16. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplab. Tinks der Maas griffen die Franzosen mit 
starken Kräffen den Südhang des „Toten Mannes“ an. Nachdem es ihnen 
gelungen war, vorübergehend Gelände zu gewinnen, wurden sie durch einen kurzen 
Gegenstoß wieder zurückgeworfen; wir nahmen dabei s Offziere, 238 Mann gefangen 
r — B ONOSN — 
Srs sh SeW*Se S
        <pb n="305" />
        ——s 
  
  
  
        
          
         
            
.— Krn ·! r 
rt 2 
    
und erbeuteten mehrere Maschinengewehre. Eine Wiederholung des feindlichen 
Angriffs am späten Abend und Unternehmungen gegen die beiderseits anschließenden 
deutschen Linien waren völlig ergebnislos. Der Gegner erlitt schwere blutige 
Verluste. 
ZKechts der Maas blieb die Gefechtstätigkeit, abgesehen von kleineren für uns 
günsiigen Infanteriekämpfen an der Thiaumontschlucht, im wesenklichen auf starke 
Feueriätigkeit der Artillerie beschränkt. 
Oesflicher Kriegsschauplatz. Gegen die Front der Armee des Generals 
Grasen Zothmer nördlich von Drzewloka setzten die Russen auch gestern ihre 
Anstrengungen fort. Zei der Abwehr des Feindes blieben über 400 Mann gefangen 
in der Hand des Berteidigers. 
Balkankriegsschauplatz. Die TLage ist unveränderkt. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Neue Kämpfe an der ganzen wolhynischen Front. 
Wien, 16. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
Aussischer Kriegsschauplatz. Südlich des Dnseffr schlugen unsere Truppen 
feindliche Kavallerie zurück. Sonst in diesem KRaume nur Geplänkel. 
Wefsilich von Wisniowczyk dauern die Anstürme russischer Kolonnen gegen unsere 
Stellungen fort. In der Hand der Verteidiger blieben zwei russische Offiziere und 
400 Mann. 
Bei Tarnopol keine besonderen Ereignisse. 
In Wolhynien entwickeln sich an ganzer Front neue Kämpfe. 
Am Stochod—Stgrabschnitt wurden abermals mehrere Lebergangsversuche abge- 
schlagen, wobei der Feind wie immer schwere Verluste erlitt. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe am Stübdteil der Hochfläche 
von Doberdo endeten mit der Abweisung der feindlichen Angriffe. Ebenso scheiterten 
erneuerte Vorstöße der Italiener gegen einzelne unserer Dolomitenstellungen. 
Auf der Hochfläche von Asiago find lebhafte Artilleriekämpfe im Gange. Im 
Ortlergebiet nahmen unsere Truppen die Tukett= und Hintere Madatschspihe in Zesth. 
Südöftlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Belang. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Ereignisse zur See. Ein Geschwader von Seeflugzeugen hat in der Nacht 
vom 15. auf den 16. Juni die Bahnanlagen Dortogruaro und Tatisana und die 
Bahnstrecke Dortogruaro — TLatisana, ein zweites Geschwader Bahnhof und militärische 
Anlagen von Motta di Livenza, ein drittes die feindlichen Stellungen von Monfalcone, 
San Canzian, Dieris und Bestrigna erfolgreich mit Bomben belegt, mehrere 
Volltreffer in Bahnhöfen und Stellungen erzielt. Starke Brände wurden beobachtet. 
Alle Flugzeuge sind froh heftiger Beschießung unbeschädigt eingerückt. 
Flotienkommando. (W. T. Z.)
        <pb n="306" />
        Türkische Erfolge gegen die Russen in Dersien. 
Konstantinopel, 16. Juni. Das Hauptquartier teilt mit: Nach dreitägigen 
Kämpfen mit russischen Abteilungen, die an der persischen Grenze nördlich von 
Suleiman erschienen waren, wurde der Feind in Richtung auf Bana (Derssen) 
zurückgeschlagen. Unsere Truppen verfolgten den Feind im Zusammenwirken mit 
persischen Kriegern und versagten ihn aus Zana, von wo er nach Norden zurück- 
gedrängt wurde. (W. T. B.) 
Li Jüan--hung Dräsident von China. 
Berlin, 16. Juni. Die chinesische Gesandtschaft teilt mit: Der bieherige siell- 
vertretende Dräsident Li Jüan-hung ist der Nachfolger des verstorbenen Drässdenten 
Jüanschikai geworden. (W. T. B.) 
Die Armee Linsingen im Kampf mit den Russen. 
Großes Hauptaquartier, 17. Juni. 
Westilicher Kriegsschauplatz. Ein französischer Datrouillenangriff bei Beaulne 
(nördlich der Aisne) wurde leicht abgewiesen. 
Im Maasgebiet hielt sich die Artillerietätigkeit auf erheblicher Stärke und steigerte 
sich in den frühen Morgenstunden teilweise zu besonderer Heftigkeit. 
In den Vogesen fügten wir nordöstlich von Celles durch eine Sprengung dem 
Gegner beträchtliche Verluste zu und schlugen westlich von Sennheim eine kleinere 
feindliche Abteilung zurück, die vorübergehend in unseren Graben hatte eindringen 
lönnen. — Die Fliegertätigkeit war beiderseits rege. Unsere Geschwader belegten 
militärisch wichtige Ziele in Bergues (Französisch-Flandern), Bar-le-Duc sowie im 
Raume Dombasle —Einville — Lunéêville — Blainville ausgiebig mit Zomben. 
Oesilicher Kriegsschauplatz. Bei der Heeresgruppe Linfingen haben sich an 
dem Stochod, und Styrabschnitt Kämpfe entwickelt. Teile der Armee des Generals 
Grafen v. Bothmer stehen nördlich von PDrzewlola erneut im Gefecht. 
Balkankriegsschauplatz. Abgesehen von erfolgreichen Angriffen unserer Flieger 
auf feindliche Anlagen ist nichts Wesentliches zu berichten. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Andauernde Kämpfe in Wolhynien. 
Wien, 17. Juni. Anmttlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Am Druth keine besonderen Ereignisse. 
Nördlich von Niezwiska scheiterte ein russischer Lebergangsversuch über den 
Onjestr. 
1476
        <pb n="307" />
        Die Angriffe des Feindes gegen die Stellungen wesilich von Wisniowezyok 
wiederholen sich mit unverminderter Heftigkeit. 
In Wolhynien wird an der Lipa, im Raume von Cokaczy und am Stochod — 
Styrabschnikt neuerlich erbittert gekämpft. 
Italienischer Kriegsschauplatz. An der Isonzofront setzte gestern abend sehr 
lebhaftes feindliches Artille, 
  
  
ou#st#h — 
  
  
  
  
  
riefeuer zwischen dem Meere 2 0 — 
und dem Monte Dei Sei —.— * 
Bufs ein. Ein Angriff der % — 7 
Italicener von den Adria= ½½% "6 
. oz#####cze 
werken gegen unsere Stel- bemne 
« « «W-«j-«-Wol «z«-"· 
ung bei Bagni wurde ab —— — 
gewiesen. Auf dem Rücken „ zt J—.— 
N ·El 4%%%%% 
suͤdlich voneheonfalsonelan *P — 
es zu 7 inenwerfer- un 7 -' 
Handgranatenkämpfen. Im Nee — a##st ½êm ½½5 S 0 
Nordabschnitt der Isonzo, r ½ 
frontscheiterte ein feindlicher —5 REMEN —— 
Angriff auf den M#zli Brh. — — 6 
1 
. Ebensoerfolglos blieben— - *— . 
die andauernden Anftren- S. W— — „ „" 
" #- - 
gungen der Italiener gegen m— %%%% 
unsere Dolomitenstellungen. enr s f 
Gestern brachen dort An— * " #ess#it 
griffe bei Kufreddo und Wrsc . 
der Croda del Ancone E E 
vor der r 1 9 * — X 8 2# — 
zusammen. „Okl#stes 9 
Das gleiche Schicksal 4 / 
bollen starke orsee des Sænis 7 nm 
Fein es em Raume trsdbah " 6 B3 
von Primo ano gegen unsere — 
Stellungen beim Grenzeck JNJas S• 
und gegen den Monte ess. « 
Meleita. Auch an unserer D. 
Front sudwesilich Asiago n J(“ —.— 
  
  
  
wurde ein Angriff beträcht. 
licher italienischer Kraffe abgeschlagen. In diesem Kaume fi 
354 Mann und s Maschinengewehre in unsere Hände. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Roum zwlschen Stochod und Styr. 
  
elen 13 italienische Offiziere, 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschallentnant. 
rS # . Ar 0 - 25 
sssS 
1470 
. 
22 
2 
*: 
““&amp;3#
        <pb n="308" />
        Ein englischer Zerstörer gesunken. 
London, 17. Juni. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der Zerstörer 
„Eden“ hatte letzte Nacht im Kanal einen Zusammensioß und sank. 31 Mann 
wurden gerettet, der Kapitän und zwei andere Offiziere werden vermißt. (W. T. B.) 
Englisches Bordringen in Südpersien. 
London, 17. Juni. Das Reutersche Zureau meldet aus Teheran vom 
13. Juni: Eine britische Kolonne unter General Sir Dercy Sykes erreichte Kerman. 
Die Londoner Blätter nehmen an, daß Sykes von Benderabbas aufgebrochen war. 
(W. T. Z) 
Der türkische Sieg an der persischen Grenze. 
Konstantinopel, 17. Juni. (Amtlicher Bericht.) Unsere Abteilungen verjagten 
russische Kavallerie, die bei den Ortschaften Serpul und Zehab (235 Kilometer öfilich 
von Kasr Schirin) auftrat. Als die Zussen sich aus diesen Gebieten zurückzogen, 
zerstörten und verbrannten sie das Gewölbe und andere Teile des Grabmales des 
Imam Hussein, das sich drei Stunden südöstlich von Kasr Schirin befindet, und 
zerfetzten den Koran und die heiligen Bücher in diesem Grabmal. Die bei Baneh » 
geschlagenen russischen Truppen wurden kräftig verfolgt und in die Gegend nördlich 8 
von den Ortschafien Sotiz und Zerdecht verjagt. Bei diesen Kämpfen verlor der 
Feind 500 Mann an Toten und ließ 3 Maschinengewehre in unserer Hand. (W. T. B.) 
         
      
        
      
    
    
          
       
  
    
  
   
  
     
   
  
  
   
Erfolg der Heeresgruppe Linsingen bei Kowel — Luck. 
Großes Hauptquartier, 18. Juni. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. An verschiedenen Stellen unserer Front zwischen 
der belgisch sranzösischen Grenze und der Somme herrschte lebhafte Artillerie, und 
Datrouillentätigkeit. 
Links der Maas fanden nachts Infanteriekämpfe um vorgeschobene Grabenstücke 
am Südhange des „Toten Mannes“ satt. RKechts des Flusses scheiterte ein durch 
mmehrstündiges Zorbereitungsfeuer eingeleiteter starker französischer Angriff vor den 
deutschen Stellungen im Thiaumontwalde. Ein vom Gegner genommener kleiner 
Graben vorderster Cinie wurde nachts wieder gesäubert. 
Der Fliegerangriff auf die militarischen Anlagen von Bar-le-Dur wurde wiederholt. 
Im Feuer unserer Abwehrgeschütze siürzte ein französischer Doppeldecker wesilich s 
. 
  
von Tassigny ab und zerschellte. In der Gegend von Bezauge-la-Grande (südlich 
von Chäteau-Salins) schoß Leutnant Wintgens sein sechsies, Leutnant Hoehndorf 
sein fünftes seindliches Flugzeug ab; die Insassen des einen find tot geborgen. Am 
16. Juni abends wurden die Trümmer eines im Lustkampf unterlegenen französischen 
Doppeldbeckers nordöstlich des Hessenwaldes brennend beobachtet. 
Oestlicher Kriegsschauplaß. Bei der Heeresgruppe des Generals von Linsingen 
wurden am Styr beiderseits von Kolki russische Angriffe abgewiesen. Zwischen der
        <pb n="309" />
        elr. N 
—— —— G3 
  
F Straße Kowel—Kuck und dem Turija-Abschnitt nahmen unsere Truppen in erfolg. 
. reichen Kämpfen den Russen an Gefangenen 11 Offiziere, 3446 Mann, an Beute 
1 Geschütz, 10 Maschinengewehre ab. 
Bei der Armee des Generals Grafen von Bothmer brachen feindliche Angriffe 
nördlich von Hrzewloka bereits im Sperrfeuer blutig zusammen. 
Balkankriegsschauplaßtz. Die Tage ist unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
  
Czernowitz geraumt. 
Wien, 18. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
Zussischer Kriegsschauplatz. Gestern mußte die Zesatzung der Brücken- 
schanze von Czernowih vor dem konzentrischen Geschützfeuer eines weit überlegenen 
Fcindes zurückgenommen werden. In der Nacht erzwang sich der Gegner an 
mehreren Hunkten den lebergang über den Druth und drang in Czernowitz ein. 
Ansere Truppen räumten die Stadt. In Ostgalizien ist die Lage unverändert. 
Westlich von Wisniewezyk an der Strypa wurden russische Angriffe durch Artilleriec= 
feuer vereitelt. 
In Wolhynien haben unsere Truppen nördlich der TLipa, nördlich von Gorochow 
und bei Lokaczo Kaum gewonnen und russische Gegenangriffe abgewiesen. Es 
blieben vorgestern und gestern 905 Gefangene und 3 Maschinengewehre in unserer 
Hand. Nördlich des Turija-Abschnittes brachien deutsche Streitfräfte in erfolgreichen 
Kämpfen 11 russische Offiziere, 3446 Mann, 1 Geschütz und 10 Maschinengewehre ein. 
Zwischen Sokul und Kolki wurden abermals sfarke russische Vorstöße zurückgeschlagen. 
Italienischer Kriegsschauplath. An der Isonzofront schickten sich die Jtaliener 
wieder an mehreren Stellen, so gegen den Südteil des Monte San Michele und 
gegen unsere Höhenstellungen nördlich des Tolmeiner Brückenkopfes zum VBorgehen 
an. Dank unseres Geschützfeuers kam sedoch kein Angriff zur Entwicklung. In 
den Dolomiten ließ die feindliche Tätigkeit im allgemeinen nach. Nur der Monte 
San Cadini stand zeitweise unter sehr hefiigem Artilleriefeuer, dem mehrere schwäch- 
liche, bald abgewiesene Angriffe solgten. Aus dem RKaume von Drimolano und 
gegen unsere Front südwestlich Asiago erneuerten die Italiener ihre Zorstöße; diese 
wurden wieder überall abgeschlagen. 
Südösilicher Kriegsschauplatz. Uuverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generasstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Generaloberst v. Moltke in Berlin plötlich gestorben. 
Berlin, 18. Juni. Generaloberst v. Moltke, Chef des Stelloertretenden 
Generalskabes der Armee, ist gestern 1 Uhr 30 Minuten nachmittags gelegentlich 
einer im Feichstage siattfindenden Trauerfeier für den Feldmarschall v. d. Goltz einem D 
Herzschlag erlegen. (W. T. By 
l 
  
  
  
  
2 
rê — US — * * 
«- -WM·
        <pb n="310" />
        Günstiger Stand der Kämpfe bei Luck. 
Großes Hauptquartier, 19. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich der belgisch-französischen Grenze bis 
zur Somme hielt die lebhafte Gefechtstätigkeit an. 
Ein französischer Handgranatenangriff bei Chavonne (östlich von Bailly) wurde 
abgewiesen. 
Eine deutsche Sprengung auf der Höhe „La Fille Morte“ (Argonnen) hatte 
guten Erfolg. 
Im Maasgebiet lebten die Feuerkämpfe erst gegen abend merklich auf. Nachts 
erreichten sse am „Toten Mann“ und westlich davon sowie im Frontabschnitt vom 
Thiaumontwalde bis zur Feste Baux große Heftigkeit. Wie nachträglich gemeldet 
wird, ist in der Nacht zum 18. Juni am Thiaumontwalde ein feindlicher Vorstoß 
abgewiesen worden; weitere Angriffsversuche wurden gestern durch Feuer vereitelt. 
In den Kämpsen der letzten beiden Tage sind hier rund 100 Franzosen gesfangen- 
genommen. Mehrfache nächtliche Angriffsunternehmungen des Gegners im Fumin- 
walde wurden im Handgranatenkampf jedesmal glatt abgeschlagen. 
Ein englischer Doppeldecker ist bei Lens und nördlich von Arras nach Luftkkampf 
abgeskürzt, zwei der Insassen sind tot; ein französisches Flugzeug wurde welklich der 
Argonnen abgeschossen. 
Ein deutsches Fliegergeschwader hat die Bahnhofs- und militärischen Jabrik, 
anlagen von Baccarat und Raon I Etape angegriffen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf dem näldlichen Teile der Front keine 
besonderen Ereignisse. Auf die mit Militärkransporten belegte Eisenbahnstrecke 
Zachowitschi — Luniniere wurden zahlreiche Bomben abgeworfen. 
Bei der Heeresgruppe des Generals v. Linsingen wurden am Sthr westlich 
von Kolk und am Stochod in Gegend der Bahn Kowel--Kowno russische Angriffe, 
zum Teil durch erfolgreiche Gegenstöße, zurückgeworfen. Nordwestlich von Luck 
stehen unsere Truppen in für uns günstigem Kampf. Die Gefangenenzahl und die 
Beute hat sich erhöht. Südwestlich von Tuck greifen die RKussen in Richtung auf 
Gorochow an. 
Bei der Armee des Grasen v. Bothmer ist die Lage unverändert. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heereskeitung. 
NKaumgewinn am oberen Stochod. 
Wien, 19. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplath. In der nördlichen Zukowina und in Oftgalizien 
keine besonderen Ereignisse. 
Nordöstlich von Lopuszno griff der Feind mit großer Leberlegenheit unsere 
Stellungen an. Das bewährte Infanterieregiment Nr. 44 schlug, untersiüßt von 
vortrefflicher Artilleriewirkung, die neun Glieder tiesen Sturmkolonnen ohne Einsatz
        <pb n="311" />
        von Reserven zurück. Der Feind erlitt schwere Verluste. Auch ein in diesem 
Raume versuchter Nachtangriff scheiterte. Bei Gorochow und Lokatzy wiesen wir 
starke russische Gegenangriffe ab. Am oberen Stochod wurde Raum gewonnen. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern abend wiederholte sich das sehr 
kräftige Feuer der Italiener gegen unsere Stellungen zwischen dem Meere und dem 
Monte dei Sei Busi. Ein Versuch des Feindes, bei Selz vorzugehen, wurde 
sosort vereitelt. Im Nordabschnitt der Hochfläche von Doberdo kam es zu lebhaften 
Minenwerfer, und Handgranatenkämpfen. 
An der Dolomitenfront scheiterte ein feindlicher Nachtangriff bei Rufreddo. 
An der Front zwischen Zrenta und Asiico wiesen unsere Truppen wieder zahl-. 
reiche Zorsiöße der Italiener, darunter einen starken Angriff nördlich Monte Meletta 
ab. Südlich des BZusibollo wurde der nächste Höhenrücken erobert. Drei feindliche 
Gegenstöße mißlangen. In diesen Kämpfen wurden über 700 Italiener, darunter 
23 Offiziere, gefangengenommen, 7 Maschinengewehre und 1 Minenwerfer erbeutet. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Vosjusa in den letzten Tagen 
Geschützkämpfe. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Ein Kabinett Boselli in Italien. 
Rom, 19. Juni. (Meldung der Agenzia Stefani.) Der König unterzeichnete 
heute das Delret zur Neubildung des Kabinetts, das folgendermaßen zusammen- 
geseht ist: Boselli Miniskerpräsident, Sonnino Auswärtiges, Orlando Inneres, 
Colosimo Kolonien, Sarchi Justiz, Meda Finanzen, Carcano Schatz, Fera Dost, 
Morrone Krieg, Corsi Marine, Kussfni Unterricht, Bonomi Oeffentliche Arbeiten, 
Arlotta Seetransporte und Eisenbahnen, Raineri Ackerbau und Denava Induftrie, 
Handel und Gewerbe. Bissolati, Bianchi, Comandini und Scialoja werden Minister 
ohne Hortefeuille. Die Minister leisteten heute morgen dem König den Eid. (W. T. B.) 
Deutsches Vordringen bei Kowel— Luck. 
Großes Hauptquartier, 20. Juni. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Die Tage ist im allgemeinen unverändert. 
Deutsche Datrouillenunternehmungen bei Beuvraignes und Niederaspach waren 
erfolgreich. 
Unsere Flieger belegten die militärischen Anlagen von Bergen bei Dünkirchen 
und Souilly (südwesilich von Verdun) ausgiebig mit Bomben. 
Oestilicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Ginden= 
burg. Vorsköße deutscher Abteilungen aus der Fronk südlich von Smorgon bis über 
Cary hinaus und bei Tanoczin brachten an Gefangenen 1 Offzier, 143 Mann, an 
Beute 4 Maschinengewehre, 4 Minenwerfer ein. 
5 
— —— V 35 
1483
        <pb n="312" />
        « se « Tet- 
MERMITHka 
    
  
   
     
   
   
  
  
Ein russischer Doppeldecker wurde westlich von Kolodon (südlich des Naroczsees) 
zur Landung gezwungen und durch Artilleriefeuer zerstört. 
Auf die Bahnanlagen von Wilejka wurden Bomben abgeworsen. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern: Die 
Fliegerangriffe auf die Eisenbahnstrecke Ljachowitschi — Luniniet wurden wiederholt. 
Heeresgruppe des Generas v. Linsingen: Starke russische Angriffe gegen die 
Kanalstellung südwestlich von Logischin brachen unter schweren Verlusten im Sperr- 
seuer zusammen. 
Die fortgesetzten Zemühungen des Feindes gegen die Sthrlinie bei und westlich von 
Kolki blieben im allgemeinen ohne Erfolg. Zei Gruziatin ist der Kampf besonders heftig. 
Zwischen der Straße Kowel-Luck und der Turija brachen unsere Truppen 
an mehreren Stellen den zähen, bei Kisielin besonders hartnäckigen, russischen 
Widersiand und drangen kämpfend weiter vor. Südlich der Turija wurden 
feindliche Angriffe abgeschlagen. Die RKussen haben ihr Vorgehen in Richtung 
auf Gorochow nicht fortgeseht. 
Die Lage bei der Armee des Generals Grafen v. Bothmer ist unverändert. 
Balkankriegsschauplatz. Feindliche Zombenabwürfe auf Ortschaften hinter 
unserer Front richteten keinen Schaden an. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
  
  
        
    
    
    
    
    
Die schweren Kämpfe in der Bukowina. 
Wien, 20. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. In der Zukowina hat der Feind unter Kämpfen 
mit unseren Nachhuten den Sereth überschritten. Zwischen Druth und Dnsestr, an 
der Strypa und im Gebiet von Radziwillow verlief der Tag verhältnismäßig ruhig. 
In den erfolgreichen Abwehrkämpfen südöstlich und nordöstlich von Lokaczy in 
Wolhynien brachten unsere Truppen bis jetzt 1300 Gefangene, ein russisches Geschüt 
und 3 Maschinengewehre ein. 
Im NZRaume von Kisielin schreiten die Angrisfe der Verbündeten im zähen 
Jingen vorwärts. 
Zwischen Sokul und Kolki haben wir neuerdings starke feindliche Angriffe ab- 
geschlagen. Zei Gruziathn, wo es der Feind unter Aufgebot sfarker Kräste zum 
viertenmal versucht, in die Linie der tapferen Verteidiger einzudringen, wird erbittert 
gekämpft. 
Italienischer Kriegsschauplah. Die Kampftätigkeit an der Isonzofront und 
in den Dolomiten sank auf das gewöhnliche Maß zurück. 
Neuerliche Zorstöße der Italiener gegen einzelne Frontstellen zwischen Brenka 
und Astico wurden abgewiesen. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei Seras an der unteren Vojusa Geplänkel. 
Der Stellvertreter des Chefs des Genecralstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.)
        <pb n="313" />
        GS——— 
t.— *m!t#r "¾ « t#t 
7* — ... 
  
  
Tod des Flieger-Oberleutnants Immelmann. 
LCeipzig, 20. Juni. Wie die „TLeipz. Neuesten Nachrichten“ zuverlässig erfahren, x 
ist Oberleutnant Immelmann vor einigen Tagen mit seinem Flugzeug abgestürzt 
und gestorben. 
  
— 
t 
F 
Fliegerangriff auf russische Zerstörer. 
Berlin, 20. Juni. Am 190. Juni hat eines unferer Marineflugzeuge im 
Rigaischen Meerbusen bei Arensburg zwei russische Zerstörer mit ZBomben ange- 
griffen und auf einem derselben einen Volltreffer erzielt. (W. T. B.) 
JNeuer Kaumgewinn in Wolhynien. 
Großes Hauptquartier, 21. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplatz. An verschiedenen Stellen der Front zwischen 
der belgisch-französischen Grenze und der Oise herrschte rege Tätigkeit im Artillerie, 
und Minenkampf sowie im Flugdienst. 
Bei Hatrouillenunternehmungen in Gegend von Berrh= au-Bar und bei Fra- 
pelle (östlich von St. Die) wurden französische Gefangene eingebracht. 
Ein englisches Flugzeug stürzte bei Duisieux (nordwestlich von Bapaume) in 
unserem Abwehrfeuer ab, einer der Insassen ist tot. Ein französisches Flugzeug 
wurde bei Kemnat (nordöstlich von Hont-à-Mousson) zur Landung gezwungen, die 
Insassen sind gefangengenommen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von 
Hindenburg: Vorstöße unserer Truppen nordwestlich und südlich von Dünaburg, in 
Gegend von Dubatowka (nordöstlich von Smorgon) und beiderseits von Krewo 
hatten gute Erfolge. In Gegend von Dubatowka wurden mehrere russische 
Stellungen überrannt. Es sind über 200 Gefangene gemacht sowie Maschinen-= 
gewehre und Minenwerfer erbeutet. Die blutigen Verluste des Feindes waren schwer. 
Die Bahnhöfe Zalesse und Molodeczno wurden von deutschen Fliegergeschwadern 
angegriffen. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Lcopold von Zayern: Die Cage 
ist unverändert. 
Heeresgruppe des Gencrals von Linsingen: Zei Gruziaton (westlich von Kolki) 
wurden über den Styr vorgegangene russische Kräfte durch Gegenstoß zurückgeworfen. 
Feindliche Angriffe wurden abgewiesen. Nordwestlich von Tuck setzte der 
Gegner unserem Vordringen starken Widerstand entgegen; die Angriffe blieben in 
Fluß. Hier und bei Genziatyn büßten die Zussen etwa 1000 Gefangene ein. 
Auch südlich der Turisa geht es vorwörts. # 
Bei den Truppen des Generals Grafen v. Bothmer: Keine Veränderung. 
Balkankriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T B.)
        <pb n="314" />
        Wien, 21. Juni. Amilich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina, in Ostgalizien und im 
Kaume von Radziwillow keine besonderen Ereignisse. In Wolhynien haben die 
unter dem Befehl des Generals von Linsingen siehenden deutschen und österreichisch= 
ungarischen Streitkräfte trotz heftigster feindlicher Gegenwehr abermals Kaum ge- 
wonnen. Bei Gruziatyn wiesen unsere Truppen in zäher Standhaftigkeit den vierten 
Massenstoß der RKussen völlig ab, wobei 600 Gefangene verschiedener seindlicher 
Divisionen eingebracht wurden. Insgesamt sind gestern in Wolhonien über 1000 
Zussen gefangengenommen worden. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage isi unverändert. Im Dlöcken- 
abschnitt kam es zu lebhaften Artilleriekämpfen. An der Dolomitenfront wiesen 
unsere Truppen bei ZKufreddo einen Angriff unter schweren Verlusten des Feindes 
ab. Zwlschen Brenta und Etsch fanden keine größeren Kämpfe statt. Pereinzelte 
Vorstöße der Italiener scheiterten. Zwel feindliche Flieger wurden abgeschossen. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Vojusa haben die 
Italiener, vom Feuer unserer Geschütze gezwungen, den Brückenkopf von Feras geraäumt. 
Wir zerstörten die italienischen Berteidigungsanlagen und erbeuteten zahlreiches 
Schanzzeug. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Räcktritt des griechischen Kabinetts. 
London, 21. Juni. (Meldung des Feuterschen Zureaus.) „Daily News“ 
berichten aus Athen, daß Skuludis und sein Kabinett demisssoniert haben. (W. T. B.) 
Die Beschlüsse der Dariser Wirtschaftskonferenz. 
Daris, 20. Juni. Eine ausführliche amtliche Note gibt die Zeschlüsse bekannt, die die 
vom 14. bis 17. Juni in Daris tagende Wirtschaftskonferenz den allüerten Regierungen zu 
unterbrelten beschlossen hat, um, wie die Note sagt, für sie und die Gesamtheit der neutralen 
Länder völllg ökonomische Unabhängigkeit und die Zeachtung guter Handelsmeihoden zu sichern 
und zugleich den Allüerten die Aufstellung dauernder Normen für ihr Wirtschaftsbündnis zu 
erleichtern. Dle BZeschlüsse sind in drei Abschnitte zusammengefaßt: 1. Maßregeln für die Zeit 
des Krieges; 2. Llebergangsmaßregeln für den Zeitabschustt des kommerziellen, induftriellen, 
landwirischaftlichen und maritimen Wiederaufbau der allilerten Länder; 3. dauernde Maßregeln 
für die Zusammenarbeit und den gegenseitigen Zeistand zwischen den Allilerten. (W. T. B.) 
Zussische Stellungen am Sipr genommen. 
Großes Hauptquartier, 22. Juni. 
Westlich er Kriegsschauplatz. Eine schwache englische Abteilung wurde bei 
Frelinghien (nordöstlich von Armentières) abgewiesen. Eine deutsche Datrouille 
brachte westlich von La Bassée aus der englischen Stellung einige Gefangene zurück. 
Oesilich der Maas entspannen sich Infanteriekämpfe, in denen wir westlich der 
Feste Bauk VBorteile errangen.
        <pb n="315" />
        — * 62 
4 
S—— — — 
    
« 
This-so 
  
Durch Abwehrfeuer wurde südlich des Pfefferrückens und bei Duß je ein fran— 
zösisches Flugzeug heruntergeholt; die Insassen des letzteren sind gesangengenommen. 
Unsere Fliegergeschwader haben gestern früh mit Truppen belegte Orte im Maastal 
südlich von Verdun, heute früh die Bahnanlagen und Truppenlager von Revigny 
angegriffen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf dem nördlichen Teile der Front hat sich, 
abgesehen von erfolgrelchen deutschen Hatrouillenunternehmungen, nichts ereignet. 
Aufdie Eisenbahnbrückeüber den Hripjet südlich von Luninierwurden Bombengeworfen. 
Heeresgruppe des Generals von Linsingen: RKussische Vorstöße gegen die Kanal, 
stellung südwwestlich Logischin scheiterten ebenso wie wiederholte Angriffe westlich von Kolki. 
Zwischen Sokul und TLiniewka sind die russischen Stellungen von unseren 
Truppen genommen und gegen starke Gegenangriffe behauptet. Fortgesehte 
Anstrengungen des Feindes, ung die Erfolge nordwesklich von Luck streitig zu 
machen, blieben ergebnislos. Beiderseits der Turija und weiter südlich über die 
allgemeine Linie Swiniuchi—Gorochow wurden die Russen weiter zurückgedrückt. 
Bei der Armee des Generals Grasen von Zothmer wurden vielfache siarke 
Angriffe des Gegners aus der Linie Hajworonka— Bobulince (nördlich von Przew- 
loka) unter schwersten Verlusien für den Feind abgeschlagen. 
Balkankriegsschauplah. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (. T. B.) 
Wien, 22. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
Zussischer Kriegsschauplatz. Gesiern wurden bei Gurahumora russische 
Angriffe abgewiesen. Sonst südlich des Dujestr keine besonderen Ereignisse. 
Westlich von Wisniowczyk griff der Feind neuerlich mit skarken Kräften an. 
Seine Sturmkolonnen brachen zum Teil im Artilleriesperrfeuer, zum Teil im Kampf mit 
deutscher und österreichischungarischer Infanterie zusammen. Er erlitt schwere Verlusie. 
Bei Burkanow schlugen unsere Truppen russische Nachtangriffe ab. 
Die in Wolhynien kämpfenden verbündeten Streitkraäfte machten nördlich von 
Gorochow, östlich der TLinie Lokaczy —Kisielin und bei Sokul weitere Fortschritte. 
Sowohl auf diesen Gefechtsfeldern als bei Kolki scheiterten alle mit größter Hart- 
näckigkeit wiederholten Gegenangriffe der Zussen. 
Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplah. Keine besonderen Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
    
  
  
  
  
    
    
   
   
Ein „Ultimatum“ der Entente an Griechenland. 
Athen, 22. Juni. (Meldung der Agence Havas.) König Konstantin empfing 
gestern nachmitkag im Schloß von Tatoi Zaimis und gewährte dem russischen Ge, 
sandten eine Audienz. Die Gesandten von Frankreich, England und Rußland über- 
reichten gestern nachmittag dem Ministerpräsidenten Skuludis eine gemeinsame Note. 
Dieses Schriftstück bestätigt zwar den Willen der drei Schutzmächte Griechenlands,
        <pb n="316" />
        seine Neutralität nicht zu flören, setzt aber auseinander, daß sie gegenüber dem gegen- 
wärtigen Kabinett ernsie Berdachtsgründe hätten angesichts seiner Duldung der deutschen 
Dropaganda in Griechenland und seiner Haltung gelegentlich des Eindringens der 
Bulgaren in griechisches Gebiet. Andererseits sei die griechische Berfassung in den 
lehten Zeiten nicht immer treulich geachtet worden. Vor allem anläßlich der letzten 
allgemeinen Wahlen, die trotz der Mobilmachung zahlreicher Wähler stattgefunden 
hätten. Indem sie sich auf die Verträge stützen und nur das Interesse des griechischen 
Volkes im Auge haben, haben Frankreich, England und Rußland beschlossen, von 
Griechenland die unverzügliche Ausführung solgender Maßnahmen zu verlangen: 
1. Tatsächliche und allgemeine Demobilisierung der griechischen Armee. 
2. Ersetzung des Ministeriums Skuludis durch ein Kabinett, das alle Garantien 
hinsichtlich der Zeobachtung einer wohlwollenden Neutralität gegenüber der Entente 
erfüllt, entsprechend den Zerpflichtungen der griechischen Regierung. 
3. Auflösung der Kammer und allgemeine Neuwahlen. 
4. Ersetzung der Holizeibeamten, welche allzuoft auf ausländische Einflüsterungen 
gehört haben. 
Falls die griechische Kegierung diese Forderungen nicht annehmen sollte, würde sse 
allein für die Ereignisse verantwortlich sein, die daraufhin eintreten könnten. (W. T. B.) 
Flottendemonstration vor dem Diräus. 
Saloniki, 22. Juni. (Meldung der Agence Havas.) Ein Geschwader der 
alliierten Flotten hat den Befehl erhalten, vor dem Diräus zu kreuzen. Diese Kund- 
gebung wird unter Umständen von einem Tandungskorps unterstützt werden, dessen 
Eingreifen von den Ereignissen abhängen wird. (W. T. B.) 
Annahme der Entente-Forderungen durch Griechenland. 
Athen, 22. Juni. (Keuter-Meldung.) Zaimis machte einen Besuch auf der fran, 
zösischen Gesandtschaft, wo die Gesandten der Ententemächte eine Konferenz abhielten, 
und gab im Namen des Königs die Erklärung ab, daß Griechenland alle Forderungen 
der Entente annehme. 
Das neue Kabinett wird heute nachmittag beeidigt. Zaimis isi Ministerpräsident 
und Minisier des Aeußeren. Die Gesandten des Vierverbandes haben ihren Regie- 
rungen anempfohlen, die Blockade aufzuheben. (W. T. B.) 
Die ZKussen in Wesifpersien zurückgeworfen. 
Konstantinopel, 22. Juni. (Bericht des Hauptquartiers.) An der Irakfceont 
ist die Lage unverändert. Infolge von Angriffen unserer Truppen wurden die Russen, 
die sich im Engpaß von Daitak befanden, aus diesem in östlicher Richtung auf Kerend 
zurückgeworfen. Der Engpaß von DPaitak liegt 80 Kilometer ösfilich von Kasr Schirin 
in einer bergigen Gegend. Wir stellten fesi, daß infolge des Treffens am 18. Juni, 
das nördlich von Kerend zwischen persischen Kriegern und russischen Reitern stattfand, 
die letzteren in Anordnung zurückgeworfen wurden. (W. T. B.) 
5. 
S# 3 — 
1488
        <pb n="317" />
        □ □ ##ri 2 P 
Fortschrei tender A ngriff bei Luck. — Französische Cufkangriffe auf Karlsruhe, 
Müllheim und Trier. 
Großes Hauptquartier, 23. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Oestlich von (spern wurde ein seindlicher 
Angriffsversuch vereitelt. 
Bei deutschen Hatrouillenunternehmungen, so bei Lihons, Lassigny und bei dem 
Gehöfst Maisons de Champagne (nordwesslich von Massiges) wurden einige Dutzend 
Gefangene gemacht und mehrere Maschinengewehre erbeutet. 
Drei französische Angriffe gegen unsere westlich der Feste Bauk genommenen 
Gräben wurden abgewiesen. Wir haben hier am 21. Juni 24 Offiziere und über 
400 Mann gefangengenommen. 
Gestern wurden Karlsruhe und Müllheim i. B. sowie Trier durch feindliche 
Flieger angegrifsen. Wir haben eine Reihe von Opfern aus der bürgerlichen 
Bevölkerung zu beklagen; nennenswerter militärischer Schaden konnte in jenen Orten 
nicht angerichtet werden und ist nicht verursacht worden. Die Angreifer verloren 
4 Flugzeuge, je eines mußte auf dem Rüöckfiug bei Nieder-Lauterbach und bei 
Lembach landen. Unter den gefangenen Insassen befinden sich 2 Engländer, die 
anderen beiden Flugzeuge wurden im Tuftkampf erledigt, dabei holte Leutnant 
Höndorf den 6. Gegner herunter. Außerdem wurden gesiern seindliche Flieger in 
Gegend von Ipern, östlich von Hulluch (dieses als fünffes des Leutnants Mulzer), bei 
Lancon (südlich von Grandpro), bei Merxheim (östlich von Gebweiler), südwestlich von 
Sennheim, abgeschossen, so daß unsere Gegner im ganzen 9 Flugzeuge eingebüßt haben. 
Unsere Fliegergeschwader haben die milikärischen Anlagen von St. Dol sowie 
feindliche Lager und Unterkünfte westlich und südlich von Berdun angegriffen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Ginden= 
burg: Bei einem kurzen Vorstoß bei SBeresina (östlich von Bogdanow) feelen 
45 Gefangene, 2 Maschinengewehre, 2 Revolverkanonen in unsere Hand. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Hrinz Leopold von Bayern: Nordösilich 
von Osaritschi gegen die Kanalstellung vorgehende schwächere feindliche Abteilungen 
wurden blutig abgewiesen. 
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen: Troth mehrfacher feindlicher Gegenstöße 
dlieben unsere Angriffe westlich und südwestlich von Luck im Fortschreiten. In der Front 
vorwärts der Linie Beresteczko— Brody wurden russische Borsiöße glatt abgeschlagen. 
Bon der Armee des Generals Graf v. Bothmer nichts Neues. 
Balkankriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T B.) 
  
   
  
     
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
  
  
   
Fliegerbombardement von Venedig. 
Wien, 23. Juni. Amttlich wird verlautbart. 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Im Cezeremocztal ssnd die Kussen im Vor- 
gehen auf Kuth. Sonst in der Bukowina und in Ostgalizien keine Aenderung der Lage.
        <pb n="318" />
        Gegen unsere Stellungen südöstlich und nördlich von Radziwillow führte der Feind 
gestern zahlreiche heftige Angriffe. Er wurde überall abgewiesen. Die unter dem 
Befehl des Generals v. Linsingen kämpfenden Streitkräffe drängten nordöstlich von 
Gorochow und östlich von Lokaczy die Kussen weiter zurück. Zei Lokaczy brachten 
unsere Truppen über 400 Gefangene und 4 russische Maschinengewehre ein. 
Am Stochod-Styr-Abschnitt scheiterten mehrere skarke Gegenangriffe des Feindes. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern war das Artilleriefeuer im Nord- 
abschnitt der Hochfläche von Doberdo zeitweise sehr hefkig. 
Wiederholte feindliche Infanterieangriffe auf unsere Stellung südlich des Arzli 
Brh würden abgewiesen. 
Im Dlöckenabschnitt begannen heute früh lehhafte Artilleriekämpfe. An der 
Dolomitenfront scheiterte ein neuerlicher Angriff der Italiener auf die Croda del 
Ancona. Das gleiche Schicksal hakten vereinzelte feindliche VBorstöße aus dem Kaum 
von Drimolano. 
Im Ortlergebiet besetzten unsere Truppen mehrere Hochgipfel an der Grenze. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Volusa Geplänkel. Lage 
unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Ereignisse zur See. Am 22. Juni abends hatte eine Gruppe von Seeflug- 
zeugen feindliche Stellungen bei Monfalcone erfolgreich mit Bomben belegt. Am 
23. Juni früh hat ein Seeflugzeuggeschwader Venedig angegriffen. Im Fort Nirolo 
Alberoni, in der Gasanstast, besonders aber im Arsenal wurden mit schweren Zomben 
viele Volltreffer erzielt und starke Zrande hervorgerufen. Die Flugzeuge wurden 
hestig, aber erfolglos beschossen und kehrten unversehrt zurück. 
Flottenkommando. (W. T. S.) 
Weitere türkische Erfolge in Hersien und im Kaukasus. 
Konstantinopel, 23. Juni. Das Hauptquarkier feilt mit: An der Irakfront 
hat sich nichts Wichfiges ereignet. 
Ansere mit der Säuberung Südpersiens beauftragten Truppen griffen am 21. Juni 
energisch die im Engpaß von Daitak, der von beiden Seiten von 1500 Meter hohen 
Bergen umgeben ist, verschanzten Russen an. Nachdem sse den Feind von dort 
verkrieben hatten, verfolgten sie ihn weiter und rückten bis zur Ortschaft Servil vor, 
die sich 15 Kilometer ösilich von diesem Engpaß befindet. Die Verluste des Feindes 
bei der Verteidigung des Engpasses werden als ziemlich hoch angesehen. 
An der Kaukasussront hat sich auf dem rechten Flügel und im Zentrum nichis 
Bedeutendes ereignet. Auf dem linken Flügel bemächtigten sich unsere Truppen 
nördlich des Tschorukfiusses am 22. Juni morgens nach Stürmen mit dem Bajonett 
des größten Teiles der russischen Stütpunkte auf einer über 2000 Meter hohen 
Bergkekte. Der Feind, der seit einiger Zeit sehr große Tätigkeit entwickelt hatte, 
hatte diese nach Süden hin stark befestigt. So haben wir auch in diesem Abschnitt
        <pb n="319" />
        unsere Stellung verbessert. Während des Kampfes, der bis zum Abend dauerte, 
machten die Russen große Anstrengungen, um die verlorenen Stellungen wieder zu 
nehmen. Sie wurden aber jedesmal zurückgeschlagen und erlikten schwere Verluste. 
Wir machten dei dieser Gelegenheit s00 Gefangene, darunter s Offiziere, und 
erbeuteten 2 Maschinengewehre mit ihrer gesamten Ausrüstung, eine große Menge 
von Zelten, Material und Lebensmittel. (W. T. B.) 
Panzerwerk Thiaumont und Dorf Fleury durch die Bayern 
erstürmt. 
Großes Hauptquartier, 24. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Rechts der Maas brachen unsere Truppen, an 
der Spitze das 10. baye- 
rische Infanterieregsment 
„König“und dasbayerische 
Infanterie= Leibregiment, 
nach wirksamer Feuervor 5 
berestung auf dem Höhen- — 
rücken „Kalte Erde“ und 
östlich davon zum Angriff 
vor, flürmien über das 
Danzerwerk Thiaumont, 
das genommen wurde, hin-- 
aus, eroberten den größten 
Teil des Dorfes Fleury 
und gewannen auch südlich 
der Fesse Baux Gelände. 
Bisher sind in die Sammessiellen 2673 Gefangene, darunter 60 Offizsere, eingeliefert. 
Auf der übrigen Front stellenweise lebhafte Artillerie-, Datrouillen= und Flieger- 
tätigkeit. 
Bei Haumont wurde ein französischer Kampfeindecker im Lufikampf zum Abskurz 
gebracht; Leutnant Wintgens schoß bei Blamont sein siebentes feindliches Flugzeug, 
einen französischen Doppeldecker, ab. 
Oestlicher Kriegs schauplatz. ZKussische Teilvorstöße wurden südlich von Illuxt 
und nördlich Wibsy abgewiesen. 
Ein deutsches Fliegergeschwader griff den Bahnhof Holoczanpy (südwestlich von 
Molodeczno) an, auf dem Truppeneinladungen beobachtet waren; ebenso wurden 
auf die Zahnanlagen von Tuninier Bomben geworfen. 
Bei der Heeresgruppe des Generals v. Linsingen wurde der Angriff bis in 
und über dle allgemelne Linie Zubilno —Watyn —Zwiniacze vorgetragen. Heftige 
feindliche Gegenangriffe scheiterten. 
  
   
  
  
— ——— 
" " 22— 
* 
·W’E 
– 
   
      
  
   
  
   
  
. * " — 
8. Frrcuuo * 
* F 8 E M 
. — 
   
  
   
— de eh 3 
« fett-CI « · 
— * — 1 
S: V- . — 
E i% 
Gou- #. 
   
  
6 —— — # 
½ 
   
   
   
     
  
  
  
  
  
# 
  
# 
tn 
1401
        <pb n="320" />
        ä ä ä ν 
2 
      
  
Die Zahl der russischen Gefangenen ist ständig im Wachsen. 
Bei der Armee des Generals Graf v. Bokhmer fanden nur kleinere Gefechte 
zwischen vorgeschobenen Abteilungen sfatt. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. S.) 
  
        
     
Erfolglose russische Gegenangriffe in Wolhynien. — Glänzende 
TLeiskungen österreichisch-ungarischer Marineflieger. 
Wien, 24. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. Bei Kimpolung in der Bukowina wurde gestern 
heftig gekämpft. 
Im Czeremosztal drängte umfassendes Borgehen österreichisch-ungarischer Truppen 
den Feind aus der Stadt Kuty zurück. 
Nordwesilich von Tarnopol brach ein nächtlicher russischer Angriff unter unserem 
Geschützfeuer zusammen. 
Bei Radziwilow wurden gestern vormittag abermals russische Anstürme ab- 
geschlagen. Zei den vorgesirigen Kämpfen nördlich dieser Stadi hat die aus JNieder- 
ösierreich, Oberösterreich und Salzburg ergänzte erste Landsturmbrigade wieder Droben 
ihrer Tüchtigkeit abgelegt. 
Die in Wolhynien fechtenden deutschen und österreichisch-ungarischen Streitkräfte 
ringen dem Feind nördlich der Lipa, nordöstlich von Gorochow und westlich und 
nordwestlich von Torczyn Schritt für Schritt Boden ab. Alle Gegenangriffe durch 
zum Teil frische russische Kräfte blieben für den Feind ohne Erfolg. 
Jtalienischer Kriegsschauplatz. Im Dlöckenabschnitt setzte der Feind nach 
höchsier Steigerung seines Geschützfeuers Infanterieangriffe gegen unsere Stellungen 
auf dem Canajoch und dem Kleinen Dal an. Beide Angriffe wurden abgeschlagen. 
Sonst Lage unverändert. 
Der Bahnhof von Ala stand unter dem Feuer unserer schweren Geschäütze. 
Süböstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Stellvertrefer des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnantk. 
Ereignisse zur See. Einige unserer Torpedofahrzeuge beschossen am 23. Juni 
früh an der italienischen Ostküsse bei Giulianova eine Fabrikanlage und einen 
fahrenden Lastzug. Durch die Beschießung explodierte die Lokomotive des Zuges; 
vier Waggons gerieten in Brand, mehrere Waggons wurden beschädigt. Die Fahr- 
zeuge sind, vom Feinde unbelästigt, zurückgekehrt. Am 23. Juni abends hat Tinien= 
schiffsleutmant Zanfield, S Minuten nachdem er gegen einen zum Angriff auf Triest 
heranfliegenden feindlichen Hydroplan aufgestiegen war, diesen noch über dem Meer 
im Tufkkampf heruntergeschossen. Beobachter Ctaliener) tot. (Hilot (Franzose) 
gefangen. Das Flugzeug „F. B. A. 12“ wurde nach Triest eingebracht. Am 24. Juni 
srüh hat eines unserer Flugzeuggeschwader Eisenbahnbrücke und Bahnhof von
        <pb n="321" />
        — —— —as ——— .———t——— . 
—. 2 » »T—;- »-—Ti'»-- ..-i,iss s» is- » As « "—"— IX 
Hosgsics Eos-ON GOLIMWHAOLOMK VMOKINHVQOLO — AdhssissssMkOLsflkW Eos-M — 
  
  
  
Donte di Hiave sowie Hafen von Grado mit sehr gutem Erfolge bombardiert, in 
die Zrücke vier Volltreffer erzielt. Alle Flugzeuge sind trotz heftiger Zeschießung 
unversehrt eingerückt. Eine Stunde später wurde ein französssches Seefiugzeug 
Typ F. B. A. im Golf von Triest von Linienschiffsleutnant Zanfield im Tuftlampf 
heruntergeschossen; es stürzte vier Kilometer vor Grado ins Meer. Unter dem Schutz 
der feindlichen Zatterien gelang es einem feindlichen armierten Danzermotorboot, 
das Flugzeug zu bergen, dessen beide Insassen schwer verwundet sein dürften. 
Flottenkommando. (W. T. B.) 
Ein deutsches Unterseeboot in Cartagena. 
Bern, 23. Juni. aut Mailänder Blättermeldungen traf das deutsche Unter- 
seeboot „U. 35“ am Mittwoch morgen im Hafen von Cartagena ein. Es hatte 
30 Mann Besahung und schiffte 30 Kisien mit Arzneimitkeln und chirurgischen 
Insirumenten aus. Das Unterseeboot begrüßte die Stadt mit 21 Kanonenschüssen. 
Der spanische Panzerkreuzer „Catalung“ und die Küstenbatterien antworteten. Seit 
Dienstag kceuzten französische und englische Torpedoboote vor der Zone der 
Terrikorialgewässer. Sie suchten nachts den Horizont mit Scheinwerfern ab, um 
das Unterseeboot abzufangen, das am Donnerskag früh den Hafen verließ. Dem 
Anschein nach hat es den Sperrgürkel der feindlichen Torpedoboote durchbrechen 
können. (W. T. B.) 
Eroberung russischer Stellungen sädlich Trapezunt. 
Konskantinopel, 24. Juni. Kaukasusfront: Auf dem rechten Flügel herrscht 
JKuhe. Im Zentrum fanden nur örtliche Infanterie-Feuergesechte statt. Am linken 
Flügel wurde die gegen die feindlichen Stellungen auf dem närdlichen Abschnitt des 
Tschoruk begonnene Offensive und die Eroberung der von uns zum Ziele genommenen 
feindlichen Stellungen vervollskändigt. Die von uns eroberten Stellungen befinden 
sich 25 bis 30 Kilometer südlich der am Meere gelegenen Ortschaften Ofi und 
Trapezunt sowie auf den 2800 Meter hohen Gebirgsketten, die sich von Osten nach 
Westen in der Gegend ausbreiten, wo die Flüsse, die zwischen den beiden Ortschaften 
im Meere münden, entskehen. Zei der Offensiove, die mit größter Heftigkeif seit zwei 
Tagen auf einer Frontbreite von 50 Kilometer andauert, schlagen sich unsere Truppen 
mit der größten Tapferkeit. Die Flucht des Feindes, der an gewissen Stellen seine 
Lager im Stich ließ, ließ unsere Soldaten alle Strapazen des Kampfes vergessen. 
Bei diesen Kämpfen machten wir reiche Beute, bestehend aus verschiedenen Arten 
von Ausrüstungen, Kriegsmaterial sowie 1½ Millionen Datronen und 7 Maschinen, 
gewehren, die wir gegenwärtig gegen den Feind benutzen. Wir machten 632 Mann, 
darunter 7 Offiziere, zu Gefangenen. Troh des schwieriger Geländes, das dem 
Feinde günstig ist, erlitt dieser Berluste, deren Zahl sich auf fast 2000 Tote beläuft. 
Unsere eigenen Verluste find vergleichsweise dußerst gering. (W. T. B.)
        <pb n="322" />
        Fortschreitende Angriffe der Armee Linsingen. 
Großes Hauptquartier, 25. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Der Feind entwickelte im Abschnitt südlich des 
Kanals von La Bassée bis über die Somme hinaus auch nachts anhaltende rege 
Tätigkeit, belegte Lens und VBororte mit schwerem Feuer und ließ in Gegend 
von Beaumont-Hamel (nördlich von Albert) ohne Erfolg Gas über unsere Linien 
streichen. 
Links der Maas erreichte das feindliche Feuer gegen Abend besonders am 
„Toten Mann“" große Stärke. Nachts fanden hier kleinere, für uns erfolgreiche 
Infanterieunternehmungen katt. 
An unseren östlich der Maas gewonnenen neuen Stellungen entspannen sich 
unter beiderseits dauernd starker Artillericentfaltung mehrfach heftige Infanterie- 
kämpfe. Alle Versuche der Franzosen, das verlorene Gelände durch Gegenangriffe 
wiederzugewinnen, scheiterten unter schwersten blutigen Zerlusten für sse; außerdem 
büßten sie dabei noch über 200 Gefangene ein. 
Oesflich von St. Die wurden bei einem Datrouillenvorskoß 15 Franzosen 
gefangen eingebracht. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf dem närdlichen Teile der Front kam es an 
mehreren Stellen zu Gefechten von Erkundungsabteilungen, wobei Gefangene und 
Beute in unsere Hand fielen. 
Heeresgruppe des Generals von TLinsingen: Unserem fortschreitenden Angriff 
gegenüber blieben auch gestern starke russische Gegenstöße, besonders beiderseits von 
Zaturce, völlig ergebnislos. Südlich des Dlaszewka-Abschnittes (südöstlich von 
Beresteczko) wurden mit nennenswerten Kräften geführte feindliche Angriffe restlos 
abgeschlagen. 
Bei der Armee des Generals Grafen v. Boihmer keine besonderen Ereignisse. 
Balkankriegsschauplatz. Die Tage ist unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
   
  
  
   
    
   
    
  
    
  
   
    
    
  
   
   
   
  
  
  
  
  
   
  
Höhen nördlich der Lipa erstürmt. — Zwei italienische Kriegsfahr- 
zeuge versenkt. 
Wien, 25. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplaß. In der Zukowina bezogen unsere Truppen 
zwischen Kimpolung und Jakobeny neue Sktellungen. Die Höhen südlich von 
Benhometh und Wieznitz wurden von uns ohne feindliche Einwirkung geräumt. 
An der galizischen Front gewohnte Artillerietätigkeit, nordwestlich von Tarnopol auch 
Minenwerfer= und Handgranatenkämpfe. 
Südösslich von Beresteczko wiesen wir mehrere feindliche Angriffe ab. Bei 
Holatyn, Gru wurden die Höhen nördlich der Lipa erstürmt. Der Feind hatte hier 
schwere Verluste an Toten. Westlich von Torezyn drangen unsere Truppen in die
        <pb n="323" />
        m 
— — W .———3 
    
  
  
     
    
   
  
  
  
  
  
     
   
  
    
   
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
feindliche Stellung ein und wiesen heftige Gegenangriffe ab. Am Styr abwärts 
Sokul ist die Lage unverändert. 
Italienischer Kriegs schauplatz. An der Köstenländischen Front standen 
unsere Stellungen zwischen dem Meere und dem Monte Sabotino zeitweise unter 
lebhaftem Artilleriefeuer. Oestlich von Dolazzo kam es zu Handgranatenkämpfen. 
Nachts versuchten drei Torpedoboote und ein Motorboot einen Handstreich gegen 
Dirano. Als unsere Strandbatterien das Feuer eröffneten, ergriffen die seindlichen 
Schiffe die Flucht. 
An der Kärntner Front beschränkte sich die Gefechtstätigkeit nach den von unseren 
Truppen abgeschlagenen Angriffen im Plöckenabschnitt auf Geschützfeuer. 
In den Dolomiten brach ein Angriff der JItaliener auf unsere Kufreddostellung 
im Sperrfeuer zusammen. Zwischen Brenta und Etsch war die Kampfttigkeit ge- 
ring, vereinzelte Vorstöße des Gegners wurden abgewiesen. Im Ortlergebiet schei- 
terte ein Angriff einer feindlichen Abteilung vor dem Kleinen Eiskögele. 
Süböstlicher Kriegsschauplatz. Zuhe. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Ereignisse zur See. Am 23. Juni vormittags hat eines unserer Unterseeboote in 
der Otrantosfraße einen von einem Zerstörer Top „Jourche“ begleiteten Hilfskreuzer 
Top „Hrincipe Umberto“ versenkt. Der Zerstörer verfolgte das U-. Boot mit 
Zombenwerfen, kehrte zur Sinlsielle zurück und wurde dann dort vom Ul--Soot eben- 
falls versenkt. 
Fsottenkommando. (W. T. B.) 
Hestige Kampftätigkeit an der englischen Front. 
Großes Hauptquartier, 26. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Die Kampfiäätigkeit an unserer nach Westen 
gerichteten Front gegenüber der englischen und dem Nordflügel der französischen 
Armee war wie an den beiden letzten Tagen bedeutend. 
Wesflich des „Toten Manncs“ scheiterten nächtliche feindliche Zorstöße im 
Artillerie, und Maschinengewehrfeuer. 
Zechts der Maas endete abends ein Angriff sehr starker Kräfte gegen die deutschen 
Stellungen auf dem Rücken „Kalte Erde“ mit einem völligen Mißerfolg der 
Franzosen. Sie sind unter großen Verlusken, teilweise auch Handgemenge in unseren 
Linien, überall zurückgeworfen. 
Deutsche Fliegergeschwader griffen englische Lager bei Has (ösilich von Doullens) 
mit Bomben an. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Abgesehen von teilweise reger Artillerietätigkeit 
und einigen Gefechten kleiner Abteilungen ist vom nördlichen Teil der Front nichts 
Wesentliches zu berichten.
        <pb n="324" />
        » — 
11 — 
  
  
  
Heeresgruppe des Generals v. Linssngen: Westlich von Sokul und bei Zaturce 
dauern heftige für uns erfolgreiche Kämpfe an. 
Die Gefangenenzahl ist seit dem 16. Juni auf 61 Offiziere, 11097 Mann, die 
Beute auf 2 Geschütze, s4 Maschinengewehre gestiegen. 
Die TLage bei der Armee des Generals Grafen v. Bothmer ist im allgemeinen 
unverändert. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Zussische Stellung bei Sokul ersiürmt. 
Wien, 26. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina keine besonderen Ereignisse. 
Auf den Höhen nördlich von Kutg wurden russische Angriffe mit schweren Verlusten 
für den Feind abgeschlagen; an der übrigen Front in Galizien verlief der Tag 
ruhiger. In Wolhynien beschränkte sich die Gefechtstkätigkeit meist nur auf Artillerie- 
kämpfe. Westlich von Sokul erstürmten deutsche Truppen die erste feindliche Stellung 
in etwa 3 Kilometer Breite und wiesen darin heftige Gegenangriffe ab. 
GWeiter nördlich ist die Lage unverändert. 
Italienischer Kriegsschauplat. Zur Wahrung unserer vollen Freiheit des 
Handelns wurde unsere Front im Angriffsraum zwischen Brenta und Eisch stellen-. 
weise verkürzt. Dies vollzog sich unbemerkt, ungestört und ohne Verluste. 
In den Dolomiten, an der Kärntner und an der Küstenländischen Front dauern 
  
□ 
-6 
7 
¾*§t“ 
l 
* 
die Geschützkämpfe fort. 
Zwei unserer Seeflugzeuge belegten die Adriawerke mit Bomben. * 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Der Stellverireter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Die angebliche Wiederaufnahme der italienischen Offensive. 
ZKom, 26. Juni. Die „Agenzia Stefani“ verbreitet die solgende Mitteilung des 
italienischen Oberkommandos: 
Da der Feind nicht in der LTage war, unsere VBerteidigung zu brechen, diese viel- 
mehr seit einigen Tagen in eine kräftige Gegenoffenssve umgewandelt wurde, sahen 
sich die Oesterreicher gezwungen, den Rückzug anzutreten. Die Straßenkreuzung von 
Mandrielle, die Stellungen am Kastell Gomberto und am Meletto, am Monte 
Longara, Gallio, Astago, Cesung und der Monte Cengio wurden von uns zurück- 
erobert. Der VBormarsch dauert krästig an, unsere Truppen verfolgen den Feind. 
(W. T. B.) 
8 
FV * —— ## * 28 ã 
  
1496
        <pb n="325" />
        Erstürmung russischer Linien bei Sokul. 
Großes Hauptaquartser, 27. Juni. 
Wesilicher Kriegsschauplaß. An der englischen und dem Nordflügel der 
französischen Front ist es mehrfach zu Hatrouillengefechten gekommen. Zahlreiche Gas, 
und Rauchwolken strichen zu uns herüber; sse schädigten die deutschen Truppen nicht 
und schlugen teilweise in die feindlichen Gräben zurück. Das gegnerische Feuer 
richtete sich mit besonderer Heftigkeit gegen unsere Stellungen beiderseits der Somme. 
Durch die Beschießung von Nesle durch die Franzosen sind 23 ihrer Landsleute 
getötet oder verwundet worden. 
Rechts der Maas blieben französische Angriffe nordwestlich und westlich der 
Feste BZaux und westlich des Hanzerwerks Thiaumont sowie südwestlich der Feste 
Bauxk ergebnislos. Im Chapitrewalde wurde eine feindliche Abteilung in Stärke 
von zwei Offizieren und einigen Dutzend Leuten überrascht und gefangengenommen. 
Ein englischer Doppeldecker ist östlich von Arras im Luftkampf abgeschossen; die 
Insassen sind verwundet gesangen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. H#nden. 
burg: Deutsche Abteilungen, die in die russischen Stellungen vorstießen, brachten 
sudlich von Kekkau 26 Gefangene, 1 Maschinengewehr, einen Minenwerfer und 
nördlich vom Miadziolsee einen Offizier, 18 Mann, 6 Maschinengewehre, 
4 Minenwerfer ein. Feindliche Hatrouillen wurden abgewiesen. 
Der Güterbahnhof von Dünaburg wurde ausgiebig mit Bomben belegt. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Drinzen Leopold von Bayern: Die 
Lage ist unverändert. 
Heeresgruppe des Generals v. Linssngen: Südösilich von Sokul stürmten unsere 
Truppen russische Linien und machten mehrere Hundert Gefangene. Feindliche 
Gegenangriffe hatten nirgends Erfolg. 
Balkankriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
Italienische Zeschießung verlassener Stellungen. 
Wien, 27. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Bei Jakobeng, nördlich von Kutg und wesilich 
von Nowo-Doczajew wurden russische Angriffe abgeschlagen; der Feind erlitt überall 
große Verlusie. Bei Sokul schreitet der Angriff der Deutschen fort. Sonft bei un- 
veränderter Lage keine Ereignisse von Belang. 
Italienischer Kriegsschauplah. Die Verkürzung unserer Front im Angriffs- 
raume zwischen Brenta und Etsch wurde gestern beendet. Alle aus diesem Anlaß 
von italienischer Seite verbreiteten Nachrichten über Eroberungen und sonstige Erfolge 
lind, wie die folgende, aus militarischen Gründen erst heute mögliche Darsiellung 
beweist, vollkommen unwahr: In der Nacht zum 25. Juni begann die seit einer Woche
        <pb n="326" />
        « V. se« 4 Kerr. 
.— S 
vorbereitete teilweise Käumung der durch unseren Angriff gewonnenen, im Gelände 
jedoch ungünstigen vordersten Linie. Den folgenden Vormittag setzte der Feind die 
Beschießung der von unseren Truppen verlassenen Stellungen fort. Erst mittags be- 
gannen italienische Abteilungen an einzelnen Frontteilen zwischen Astach- und Suganertal 
zaghaft vorzufühlen. Im Abschnitt zwischen Etsch= und Astachtal hielt die erwähnte 
Zeschießung gegen die längst verlassenen Stellungen den ganzen Tag, die nächste 
Nacht und stellenweise noch gestern morgen an. An beiden Tagen wurde an der 
ganzen Front nicht gekämpft. IUnsere Truppen verloren weder Gefangenc noch Ge- 
schütze, Maschinengewehre oder sonstiges Kriegsmaterial. Nunmehr gehen die Italiener 
an unsere neuen Stellungen heran. Heute früh erst griffen sie den Monte Tesio an, 
wo sie unter schweren Verlusten abgewiesen wurden. Im Dosinatal zwang unser 
Geschützfeuer mehrere Bataillone zur Flucht. 
An der küstenländischen Front scheiterten fcindliche Angriffe am Krn und gegen 
den Mrzli Vrh. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalsiabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
W 
2 — "„ . 
ÆEHMLJHYW 
9 
*8 
#. 
ls 
Dorf Liniewka bei Sokul erstürmt. — Erfolgreiche Erkundigungs- 
vorsiöße an der englischen Front. 
Großes Hauptgquartier, 28. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplatz. VBom Kanal von La Zassée bis südlich der 
Somme machte der Gegner unter vielfach starkem Artillerieeinsaß, sowie im Anschluß 
an Sprengungen und unter dem Schutze von Rauch- und Gaswolken Erkundungs- 
vorstöße, die mühelos abgewiesen wurden. Auch in der Champagne scheiterten 
Anternehmungen schwächerer feindlicher Abteilungen nordöstlich von Le Mesnil. 
Links der Maas wurden am „Toten Mann“ nachts Handgranaten-Abteilungen 
des Gegners abgewehrt. — Zechts des Flusses haben die Franzosen nach etwa zwölf- 
stündiger beftiger Feuervorbereitung gestern den ganzen Tag über mit starken, zum 
Teil neu herangeführten Krästen die von uns am 23. Juni eroberten Siellungen 
auf dem Höhenrücken „Kalte Erde“, das Dorf Fleury und die ösilich anschließenden 
Linien angegrissen. Anter ganz außerordentlichen Verlusfen durch das Sperrfeuer 
unserer Artillerie und im Kampfe mit unserer tapferen Infanterie sind alle Angriffe 
restlos zusammengebrochen. 
Ein feindlicher Flieger wurde bei Douaumont abgeschossen. Am 25. Juni hat 
LCeuinant Höhndorf bei Raucourt (nördlich von Nomeny) sein siebentes Flugzeug, 
einen französischen Doppeldecker, außer Gefecht gesetzt. 
Wie sich bei weiterer Antersuchung herausgestellt hat, teifft die Angabe im Tages- 
bericht vom 23. Juni, unter den gefangenen Angreifern auf Karlsruhe hätten sich 
Engländer befunden, nicht zu. Die Gefangenen sind sämtlich Franzosen. 
  
4 
A 
+½ 
rsr 
“#
        <pb n="327" />
        Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei der Heeresgruppe des Generals v. Linsingen 
wurden das Dorf Liniewka (westlich von Sokul) und die südlich des Dorfes liegenden 
Stellungen mit sjürmender Hand genommen. 
Sonstk keine wesentlichen Zeränderungen. 
Balkankriegsschauplatz. Außer Artilleriekämpfen zwischen dem Bardar und 
dem Doiransee ist nichts zu berichten. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Wien, 28. Juni. Amtlich wird verlautbart. 
JKussischer Kriegsschauplatz. Bei Kuth wiederholte der Feind seine Angriffe 
mit dem gleichen Mißerfolg wie an den VBortagen. Sonsfi in der Bukowina und 
in Ostgalizien nichts Neues. 
Südwestlich von Nowo-Hoczasew schlugen unsere Vorposten fünf Nachtangriffe 
der Kussen ab. Wesilich von Torezyn brach ein starker russischer Angriff in unserem 
Artillerie, und Infanteriefeuer zusammen. Wesilich von Sokul ersfürmten deutsche 
Truppen das Gehöft von Liniewka und mehrere andere Stellungen. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern griffen die Italiener zwischen Etsch 
und Brenta an mehreren Stellungen an; so im Val di Fokxi, am Dasubio, gegen 
den Monte Rasta und im Vorterrain des Monte Zebio. Alle diese Angriffe wurden 
blutig abgewiesen: bei den von stärkeren feindlichen Kräften geführten Vorstößen 
gegen den Monte Rasta fielen 530 Gefangene, darunter 15 Offiziere, in unsere Hände. 
An der Kärntner Front wiederholte der Feind seine fruchtlosen Anstrengungen 
im Plöckenabschnitt. Seine Angriffe richteten sich hauptsächlich gegen den Freikofel 
und Großen Dal. Stellenweise kam es bis zum Handgemenge. Die braven Ver- 
teidiger blicben im festen Besitz aller ihrer Stellungen. An der küstenländischen Front 
war der Artilleriekampf zeitweise recht lebhaft. Unsere Flieger belegten die Bahnhöfe 
und militaärischen Anlagen von Treviso, Monte Belluno, Vicenza und DHadua sowie 
die Adriawerke von Monfalcone mit Bomben. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Lusikämpfe über dem Rigaischen Meerbusen. 
Berlin, 25. Juni. Am 26. Juni zwang eines unserer Marineflugzeuge am 
westlichen Eingang zum Rigaischen Mcerbusen im Kampf mit fünf russischen Flug- 
zeugen eines derselben zur Landung. 
Im Berlaufe eines weiteren Tustlampfes, der sich zwischen fünf deutschen und 
ebenso vielen russischen Flugzeugen in derselben Gegend abspielte, mußten zwei feind- 
liche Flugzeuge schwer beschädigt landen. Eines unserer Flugzenge ging infolge
        <pb n="328" />
        Treffers in den Dropeller auf das Wasser nieder und wurde versenkt. Die 
Besatzung wurde von anderen deutschen Flugzeugen aufgenommen und nach ihrem 
heimatlichen Stützpunkt gebracht. 
Obwohl die Flugzeuge heftig von Zerstörern beschossen wurden, sind sämtliche 
Flieger und Beobachter unversehrk zurückgekehrt. (W. T. B.) 
Keine deutschen Ul-Boot-Verluste in der Nordseeschlacht. 
Berlin, 283. Juni. Die immer wiederkehrende englische Behauptung, auch 
von offizieller Seite, daß eine größere Anzahl von deutschen U-Booten während 
der Seeschlacht vor dem Skagerrak vernichtet worden sei, ist völlig aus der LTuft 
gegriffen. Es hat kein einziges deutsches U.Boot an der Seeschlacht teilgenommen, 
und es konnte daher während der Seeschlacht auch keines verloren gehen. Auch 
sind sämtliche zur Zeit der Seeschlacht in See gewesenen U-Zoote wohlbehalten 
zurückgekehrt. (W. T. B.) 
Die Franzosen aus der Stellung bei Gorni Dorof vertrieben. 
Sofia, 28. Juni. Der Generalskab meldet vom 27. Juni: Die Cage an der 
mazedonischen Front ist unveränderk. Das schwache Geschützfeuer im Tale des 
VBardar und auf dem Südabhang des Belassitza geht täglich auf beiden Seiten 
weiter. Am 24. Juni haben wir durch unser Feuer die Franzosen gezwungen, ihre 
Stellungen nördlich der Ortschaft Gorni Horoj zu räumen. Gestern zerstörte das 
Feuer unserer Actillerie auf dem rechten Iser des Vardar zwei feindliche Geschütze. 
Außerdem rief es eine Explosson in Munitionsdepots hervor. An der ganzen Front 
finden für uns günstig verlaufende Gefechte zwischen Hatrouillen und Vorposten 
statt. Fast täglich werfen feindliche Flieger weiterhin Brandbomben autf die Felder 
und Gebiete der Dörfer Karaghiozlu, Karakeny Orazla, Zaineli und Ghendjeli, die 
am unteren Taufe der Nesta liegen. Sie wurden besonders am 25. Juni heim, 
gesucht. Am 26. Juni bombardierke ein feindliches Flugzeug wirkungslos das Dorf 
Merzentzi. (W. T. B.) 
Beschießung heiliger Stätten des Islam durch die Engländer. 
Konstantinopel, 27. Juni. (Amtlicher Bericht.) Die englischen Schiffe bom- 
bardieren ohne militärische Gründe fortgesetzt von Zeit zu Zeit unverteidigte Ort. 
schaften am Ufer des Roten Meeres und richten das Feuer hauptsächlich auf heilige 
Stätten, Mausoleen und Moscheen. Nach dem letzten Bericht beschoß ein englisches 
Schiff das Mausoleum des Scheikhs Hamid an dem Ofer von Medina, ein anderes 
Schiff beschoß den Hafen der Stadt Dscheddah an dem Ufer von Meklka. 
(W. T. B.) 
— O 9 S### rt Vi E r"K 
S—— ——— ——— = J* 8* 8 8 
1300
        <pb n="329" />
        V r8 2 m "„ d —t— 
S —Gs —— 2 
  
Heftiger Artilleriekampf an der englischen Front. 
Großes Hauptquartier, 20. Juni. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Das Gesamtbild an der englischen und am 
Nordflügel der französischen Front ist im wesentlichen das gleiche wie am vorher- 
gehenden Tage; die Vorsiöße feindlicher Datrouillen und stärkerer Infanterieabteilungen 
sowie auch die Gasangriffe sind zahlreicher geworden. leberall ist der Gegner 
abgewiesen, die Gaswellen blieben ohne Ergebnis. Der Artilleriekampf erreichte 
teilweise große Hestigkeit. 
Auch an unserer Front nördlich der Aisne und in der Champagne zwischen 
Auberive und den Argonnen entfalteten die Franzosen lebhaftere Feuertätigkeit; auch 
hier wurden schwächere Angriffe leicht zurückgeschlagen. 
Fechts der Maas fanden nordwestlich des Werkes Thiaumont kleinere Infanterie, 
kämpfe Ktatt. 
Oesklicher Kriegsschauplatz. ZRussische Angriffe einiger Kompagnien zwischen 
Dubatowka und Smorgon scheiterten im Sperrfeuer. Bei Gnessiischl# #(süböstlich 
von Csubtscha) stürmte eine deutsche Abteilung einen feindlichen Stützpunkt öfsilich 
des Msemen, nahm 2 Offiziere, 35 Mann gefangen und erbeutete 2 Maschinen- 
gewehre, 2 Minemwerfer. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Schwere Kämpfe vor Kolomea. 
Wien, 29. Juni. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplah. Bei Jzwor in der Bukowina zersprengten 
unsere Abteilungen ein russisches Kavallerieregiment. Im RKaume öfstlich von Kolomea 
erneuerte der Feind gestern in einer Frontbreite von 40 Kilometer seine Massen- 
angrisse. Es kam zu erbitterten wechselvollen Kämpfen. An zahlreichen Dunkten 
gelang es dem aufopfernden Eingreifen herbeieilender Reserven, den überlegenen 
Gegner im Handgemenge zu werfen, doch mußte schließlich in den Abendsiunden 
ein Tell unserer Front gegen Kolomea und südlich davon zurückgenommen werden. 
In der Dnjestrschlinge nördlich von Oberton wiesen österreichisch-ungarische Truppen 
zwei überlegene russische Angriffe ab. In gleicher Weise scheiterten alle Versuche 
des Gegners, die westlich von Nowo-Hoczajew verschanzten Abteilungen des Eperjeser 
Infanterieregiments Nr. 67 zu werfen. 
In Wolhynien verlief der Tag verhältnismäßig ruhig. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern nachmittag begannen die Jtaliener 
einzelne Teile unserer Front auf der Hochsläche von Doberdo lebhafter zu beschießen. 
Abends wirkten zahlreiche schwere Zatterien gegen den Monte San Michele und 
den Kaum von San Martino. Nachdem slch dieses Feuer auf die ganze Hoch- 
fläche ausgedehnt und zu größter Stärke gesteigert hatte, ging die feindliche Infanterie 
zum Angriff vor. Nun entspannen sich, namentlich am Monte San Michele, bei
        <pb n="330" />
        C 
  
  
San Martino und östlich Vermigliano, sehr heftige Kämpfe, die noch fortdauern. 
Alle Vorstöße des Feindes wurden, zum Teil durch Gegenangriffe, abgeschlagen. 
Am Görzer Brückenkopf griffen die Italiener den Südteil unserer Hodgorastellung 
an, drangen in die vordersten Gräben ein, wurden aber wieder hinausgeworfen. 
Zwischen Brenta und Etsch gingen feindliche Abteilungen verschiedener Stärke 
an vielen Stellen gegen unsere neue Front vor. Solche Vorstöße wurden im 
Jaume des Monte Gebio, nördlich des Hosinatales, am Monte Tesko, im Brand- 
tal und am Zuganarücken abgewiesen. In diesen Kämpfen machten unsere Truppen 
etwa 200 Gefangene. 
Südösklicher Kriegsschauplah. Zuhe. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Ein U-Boot von einem Handelsdampfer beschossen. 
Berlin, 20. Juni. (Amtlich.) Eines der kürzlich von einer Unternehmung im 
Mittelmeer in den Heimatshafen zurückgekehrten Unterseeboote der Mittelmächte wurde 
am Abend des 27. Mai öftlich der Balearen von einem großen Dampfer unbekannter 
Nationalität auf etwa 10 000 Meter beschossen, ohne daß dieser vorher von dem 
Unterseeboot angehalten worden wäre. Das Unterseeboot blieb unversehrt. (W. T. B.) 
   
0 
    
   
    
   
—— 
u- 
S # 
— 
Lossagung Englands von der Londoner Deklaration. 
LCondon, 20. Juni. (nterhaus.) TCord Ceeil erklärte, die Beratungen der 
englischen und französischen KRegierung hätten den Beschluß ergeben, daß es für die 
Alli#erten nicht wünschenswert sei, bei der keilweisen Durchführung (partial enforcement) 
der Londoner Deklaration weiterhin zu beharren. Dem König werde vorgeschlagen 
werden, die bisher erlassenen Verordnungen betreffs Abänderungen der Londoner 
Deklaration zurückzuziehen. Cord Ceril sprach die Hoffnung aus, daß auch die 
anderen Alliierten diesem Entschluß zustimmen würden. (W. T B.) 
Russische Verletzung der Neutralität Schwedens. 
Stockholm, 29. Junk. Die Blälter melden eine neue Verletzung der schwedischen Neu, 
tralltdt durch Kußland. Der deutsche Erzdampfer „Hermanthis“, von Lulea nach Siettin unter- 
wegs, wurde heule früh bei Jättenholmen innerhalb der schwedischen Hoheitsgewässer von zwel 
russischen Torpedobootssägern verfolgt, die nur deshalb nicht zu schießen wagten, weil zahlreiche 
schwedische Schisse und ein schwedischer Zugsserdampfer sich in nächster Nähe befanden; nach 
einer halben Siunde gaben sie die Verfolgung auf. (W. T. B.) 
Sir Zoger Casement zum Tode verurteilt. 
London, 20. Juni. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der DProzeß gegen 
Casement isi beendet. Casement wurde des Hochverrats schuldig befunden und zum 
Tode verurteitt. (W. T. B.) 
    
*
        <pb n="331" />
        Englisch-französische Vorstöße abgewiesen. 
Großes Hauptquartier, 30. Juni. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Auch gestern und im Berlaufe der Nacht schlugen 
unsere Truppen englische und französische Vorstöße an mehreren Stellen, bei Richebourg 
durch sofortigen Gegenangriff, zurück. Dic seindlichen Gasangriffe werden ergebnislos 
fortgesetzt. Die starke Artillerietcktigkeit hielt mit IUnterbrechungen an. 
Südösilich von Tahure und beim Gehöff Maisons de Champagne vorgehende 
französische Abteilungen wurden blutig abgewicsen. 
Links der NMaas wurden an der Höhe 304 von uns Fortschritte erzielt. Rechts 
des Flusses gab cs keine Infanterietätigkcit. Die Gesamtzahl der bei unseren Erfolgen 
vom 23. Juni und bei Abwehr der großen französsschen Gegenangriffe eingebrachten 
Gefangenen beträgt 70 Offiziere, 3200 Mann. — 
Hauptmann Bölcke schoß am Abend des 27. Juni beim Gehöfi Thiaumont das 
19. seindliche Flugzeug ab, Leutnant Darschau nördlich von Deronne am 20. Juni 
das fünste. In Gegend von Boureuilles (Argonnen) wurde cein französischer Doppel- 
decker durch Abwehrfeuer heruntergeholt. 
Oestlicher Kriegsschouplatz. Abgesehen von einem für uns günstigen Gefecht 
nördlich des Ilsensees (südwestlich von Dünaburg) ist vom nördlichen Teile der Front 
nichts Wesentliches zu berichten. 
Heecresgruppe des Gencrals v. Linsingen: Südöstlich von Liniewka blieben Gegen- 
angriffe der von unseren Truppen erneut aus ihren Stellungen geworfenen ZRussen 
ergebnislos. Es wurden über 100 Gefangene gemacht, Maschinengewehre erbeutet. 
Balkankriegsschauplatz. Die Tage isi unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. Z.) 
Erbi#tterte Kämpfe zwischen Kutg und Kolomea. 
Wien, 30. Juni. Amitlich wird verlautbart: 
Zussischer Kriegsschauplohß. Nordöstlich von Kirlibaba schlugen unsere Ab- 
teilungen russische Angriffe ab. 
Bei Distyn (nordwestlich von Kuty) kam es gestern neuerlich zu erbitterten Kämpfen. 
Infolge des Druckes der hier angesetzten überlegenen feindlichen Krafte wurden unsere 
Truppen in den Raum westlich und südwesilich von Kolomea zurückgenommen. Nördlich 
von Obertyn brochen mehrere russische Reiterangriffe unter schweren Verluften in 
unserem Fcuer zusammen. 
Westlich von Sokul am Styr versuchte der Feind vergebens die kags zuvor von 
den deutschen Truppen eroberten Stellungen zurückzugewinnen. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe im Abschnitt der Hochfläche von 
Doberdo dauern fort und waren nachts im Kaume von San Marino besonders 
heftig. Unsere Truppen schlugen wieder alle Angriffe der Italiener ab. Nur öfklich 
von Selz ist die Säuberung einiger Gräben noch im Gange. Der Görzer Brückenkopf
        <pb n="332" />
        stand unter starkem Geschütz. und Minenwerferfeuer. Versuche der feindlichen 
Infanterie, gegen unsere Podgorastellung vorwärts zu kommen, wurden vereitelt. 
An der Kärntner Front scheiterten gegnerische Angriffe auf den Großen und 
Kleinen Hal sowie auf den Freikofel. Im Dustertal stehen die Orte Sillian, Innichen 
und Toblach unter dem Feuer weittragender schwerer Geschütze. 
Im Raume zwischen Brenta und Etsch hat sich das Bild der Tätigkeit der 
Italiener nicht geändert; stärkere und schwächere Abteilungen griffen an zahlreichen 
Frontstellen fruchtlos an. Zei einem solchen Angriff auf unsere Borcolastellung feuerte 
die italienische Artillerie kräftig in ihre zögernd vorgehenden Infanterielinien. Die 
gestrigen Kämpfe brachten unseren Truppen 300 Gefangene, darunter s.Offiziere, 
7 Maschinengewehre und 400 Gewehre ein. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Vofjusa Vorpostengesechte; 
sonst nichts von Belang. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Angriff deutscher Torpedoboote gegen russische Seestreitkräfte. 
Berlin, 30. Juni. In der Nacht vom 20. zum 30. Juni haben deutsche Torpedo- 
boote russische Streitkraffe, bestehend aus einem Danzerkreuzer, einem geschützten 
Kreuzer und fünf Torpedobootszerstörern, die offenbar zur Störung unserer Handels- 
schiffahrt entsandt waren, zwischen Häftinge und Landsort mit Torpedos angegriffen. 
Nach kurzem Gefecht zogen sich die russischen Streitkräffe zurück. Trotz hestiger 
Beschießung sind auf unserer Seite weder VBerluste noch Beschädigungen zu ver- 
zeichnen. (W. T. B.) 
„ussische Niederlage in Dersien. 
Konstantinopel, 30. Juni. Das Hauptquartier teilt mit: An der Irakfcont 
ist die Lage unverändert. An der persischen Grenze versuchten die aus Kerend ver- 
triebenen russischen Streitkräfke, westlich von Kesrevabad zwischen Kerend und Harunabad 
auf der Straße nach Kermanschah Widerstand zu leisten. Nach achtstündigem Kampfe 
wurden die Kussen zur Flucht in der Richtung auf Harunabad gezwungen, nachdem se 
schwere VBerluste erlitten hatten. Unsere Truppen setzten die Verfolgung fort. (W. T. B.) 
  
S# —5 3rN· J——No — — —. — 
S 3 2¼ 5
        <pb n="333" />
        Französische Angriffe gegen Thiaumont gescheitert. 
Großes Hauptquartier, 1. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Die an vielen Stellen auch nachts wiederholten 
englisch-französischen Erkundungsvorstöße sind überall abgewiesen, Gefangene und 
Material blieben mehrfach in unserer Hand. Die Vorstöße wurden durch starkes 
Feuer, durch Gasangriffe oder Sprengungen eingeleitet. 
Heute früh hat sich beiderseits der Somme die Gefechtstätigkeit erheblich gesteigert. 
Nordösilich von Keims und nördlich von Le Mesnil scheiterten kleinere Unker- 
nehmungen der feindlichen Infanterie. 
Westlich der Maas fanden örtliche Infanteriekämpfe statt. 
Auf dem Ostufer versuchte der Feind unsere Stellungen auf der „Kalten Erde“ 
am und im DPanzerwerk Thiaumont wiederzunehmen, indem er, ähnlich wie am 
22. und 23. Mai gegen den Douaumont, starke Massen zum Sturm ansetzte. Ebenso 
wie damals hat er auf Grund unwesentlicher örtlicher Anfangserfolge die Wieder- 
eroberung des Werkes in seiner amtlichen Zeröffentlichung von heute nacht voreilig 
gemeldet. In Wirklichkeit ist sein Angriff überall unter schwersten Berlusien gescheitert. 
Seine an einzelnen Stellen bis in unsere Linien vorgeprellten Leute wurden gefangen; 
insbesondere haben das ehemalige Danzerwerk nur Gefangene betreten. 
Deutsche Hatrouillenunternehmungen nördlich des Waldes von Darroy und westlich 
von Senones waren erfolgreich. 
Seine Majestat der Kaiser hat dem Leutnant Wintgens, der gestern südwestlich 
von Chäteau. Salins einen französischen Doppeldecker abschoß, in Anerkennung der 
hervorragenden TLeistungen im Luftkampf, den Orden Pour le mérite verliehen. 
Durch Geschühfeuer wurde ein feindliches Flugzeug bei Bras, durch Maschinen- 
gewehrfeuer ein anderes in Gegend des Werkes Thiaumont außer Gefecht gesetzt. 
Feindliche Geschwaderangriffe auf Lille verursachten keine militärischen Berluste, 
wohl aber haben sie, besonders in der Kirche St.-Sauveur, erhebliche Opfer unter 
der Zevölkerung gefordert, die an Toten und VBerwundeten 30 überfkeigen. Ebenso 
wurden in den Städten Douai, Bapaume, Péronne und Nesle durch französssches 
und englisches Feuer sowie Fliegerbomben zahlreiche französssche Einwohner getötet 
oder verwundet. 
Oesilicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generals von Linfingen: 
Westlich von Kolki, südwestlich von Sokul und bei Wiczyngy wurden russische Stellungen 
genommen. Westlich und südwesilich von Luek find für uns erfolgrelche Kämpfe 
im Gange. An Gefangenen haben die Zussen hier gestern 15 Offziere, 1365 Mann, 
seit dem 16. Juni 26 Offiziere, 3155 Mann eingebüßt.
        <pb n="334" />
        S—— S r 
* 
" Bei der Armee des Generals Grafen v. Bothmer hat der Feind vergebliche - 
2 südöstlich von Tlumacz geführte Kavallerieatkacken mit schweren Verlusten 
bezahlen müssen. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Reues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Fortschritte im Kaume von Sokul. 
Wien, 1. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
RKufsischer Kriegsschauplatz. Zei Tlumacz wurden österreichisch-ungarische 
Truppen der Armee des Generals Grafen v. Bothmer von einer 3 km breiten und 
0 Glieder tiefen Reitermasse attackiert. Der Feind wurde zersprengt und erlitt schwere 
Verluste. Sonst in Ostgalizien und in der Zukowina nichts von Zedeutung. In 
Wolhynien schreiten die Angriffe der verbündeten Armeen vorwärts; sie drängten 
den Feind südlich von Agrinow, westlich von Torczyn und bei Sokul zurück. 
Seit Anfang Juni sind südlich des Dripjet 158 russische Offiziere, 23 075 Mann, 
mehrere Geschütze und 00 Maschinengewehre eingebracht worden. 
Italienischer Kriegsschauplah. Auf der Hochfläche von Doberdo ließ die 
Gefechtstätigkeit im nördlichen Abschnitt nach den heftigen Kämpfen, in denen unsere 
Truppen alle ihre Stellungen behaupteten, wesentlich nach; im südlichen Abschnitt 
dagegen setzten die Italiener ihre Angriffe und, nachdem diese abgeschlagen waren, 
das fehr lebhafte Geschützfeuer fort. An Gefangenen wurden s Offiziere, 105 Mann 
abgeschoben. An der Kärntener Front griffen Alpiniabteilungen nördlich des Seebach- 
tales vergeblich an. Zwischen Brenta und Etsch scheiterten feindliche Vorstöße gegen 
unsere Stellungen im Raume der Cima Dieci und des Monte Zebio, dann gegen 
den Monte Interrotto, am Dasubio, im Brandtal und am Zugnarücken. Arco 
stand unter dem Feuer italienischer Geschühe. Unsere Flugzeuge belegten die vom 
Feinde besehten Ortschaften San Canziano, Bestrigna und Staranzano sowie die 
Adriawerke ausgiebig mit Zomben. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Türkische U. Boots-Erfolge im Schwarzen Meer. 
Konstantinopel, 1. Juli. Das Hauptaquartier meldet: Unsere Seestreit- 
kräfte erzielten in der letzten Woche mehrere Erfolge im Schwarzen Meere. Unsere 
Anterseeboote versenkten an der Küsie des Kaukasus vier große russische Dampfer, 
darunter Transporte. Einer von ihnen war ganz mit Truppen beladen. Außerdem 
wurde ein russisches Segelschiff versenkt. Ferner gingen ein mit Munition beladener 
feindlicher Dampfer und ein anderer großer Dampfer durch Auflaufen auf eine 
Mine unter. Am 28. Juni wurde bei Katia nach Tuftkampf, der 15 Minuten 
dauerte, ein feindliches Flugzeug zur Flucht gezwungen. Es landete zwischen dem 
Kanal und Katia, um der Verfolgung durch unser Flugzeug zu entgehen. (W. T. B.) 
  
   
     
  
  
  
. . U. I. MU. . U 
«I»MMMMQMMMNMQMM
        <pb n="335" />
        Beginn der englisch-französsschen Offensive im Sommegebiet. 
Großes Hauptquartier, 2. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplah. In einer Breike von etwa 40 Kilometer begann 
gestern der seit vielen Monaten mit unbeschränkten Mitteln vorbereitete große 
englisch-französische Massenangriff nach siebentägiger slärkster Artillerie= und Gas, 
vorwirkung auf beiden #sern der Gomme sowie des Ancrebaches. Von 
Gommecouri bis in Gegend von La Bosselle errang der Feind keine nennens- 
werten Vorteile, erlitt aber sehr schwere Verluste. Dagegen gelang es ihm, in 
die vordersten Linien der beiden an die Somme oßenden Di0fsionsabschnitte 
an einzelnen Siellen einzudringen, so daß vorgezogen wurde, diese Divisionen aus 
den völlig zerschossenen vordersten Gräben in die zwischen erster und zweiter 
Stellung liegende Riegelstellung zurückzunehmen. Das in der vordersten Linie 
fest eingebaute, übrigens unbrauchbar gemachte Maierial ging hierbei, wie stets 
in soschem Falle, verloren. 
In Verbindung mit dieser großen Kampfhandlung standen vielfache Artilleriefeuer= 
überfälle sowie mehrfache kleinere Angriffsunternehmungen auf den Anschlußfronten 
und auch westlich und südöstlich von Tahure; sie scheiterten überall. 
Links der Maas wurden an der Höhe 304 französische Grabenstücke genommen 
und ein französischer Handgranatenangriff abgeschlagen. Oesilich der Maas hat der 
Gegner unter erneutem starken Kräfteeinsah gesiern mehrmals und auch heute in der 
Frühe die deutschen Linien auf der Höhe „Kalte Erde“ besonders beim Hanzerwerk 
Thiaumont angegriffen und mußte im Sperrfeuer unter größten Verlusten wieder 
umkehren. 
Der gegnerische Flugdienst entwickelte große Tätigkeit. Unsere Geschwader siellten 
den Feind an vielen Stellen zum Kampf und haben ihm schwere Berlusie bei, 
gebracht. Es sind, vorwiegend in Gegend der angegriffenen Front und im Maas-, 
gebiet, 15 feindliche Flugzeuge abgeschossen, davon 8 englische, 3 französische in 
unseren Linien. Oberleutnant Freiherr v. Althaus hat seinen siebenten Gegner 
außer Gefecht geseht. Wir haben kein Flugzeug verloren, wenn auch einzelne 
Führer oder Zeobachter verwundet worden sind. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen: Der 
Angriff schritt vorwärts. Die Gefangenenzahl ist um 7 Osfiziere 1410 Mann ge- 
stiegen. An verschiedenen Stellen wurden feindliche Gegenangriffe glatt zurück- 
gewiesen. 
Armee des Generals Grafen v. Bothmer: Deutsche und österreichisch-ungarische 
Truppen haben die kürzlich von den ZKussen besetzte Höhe von Worobisowka (nord- 
westlich von Tarnopol) gestürmt und dem Gegner an Gefangenen 7 Offiziere, 
502 Mann, an Beute 7 Maschinengewehre, 2 Minenwerfer abgenommen. 
Balkankriegsschauplah. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
2 A# r' 
r— 3 
  
  
6 
  
   
    
   
K .— 
—# 
r 
# 
. 
  
m
        <pb n="336" />
        □G— 5— 450 . * · » «Y ·· . -Y 
ÆÆEHHMWECCMWADMWECMWACMWR 
  
Eroberung der Worobijowkahöhe bei Tarnopol. 
Wien, 2. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
Kussischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina bei unveränderter Lage leine 
besonderen Ereignisse. 
Westlich von Kolomea und südlich des Dnjestr entwickeln sich neue heftige Kämpfe. 
Nordwesklich von Tarnopol eroberten österreichisch-ungarische und deutsche Bataillone 
die vielumstrittene Höhe von Worobisowka zurück. 7 russische Offiziere und 892 Mann 
gefangen, 7 Maschinengewehre und 2 Minenwerfer erbeutet. 
Der Angriff der unter dem Befehl des Generals v. Linsingen stehenden ver- 
bündeten Streitkräste wurde auch gestern an zahlreichen Stellen beträchtlich nach 
vorwärts getragen. Zahl der Gefangenen und Beute erhöhen sich. Russische 
Gegenangriffe scheiterten. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Im südlichen Abschnitt der Hochsläche von 
Doberdo setzten die Italiener das heftige Artilleriefeuer und die Angriffe gegen den 
Raum öfklich von Selz fort. Diese auch nachts andauernden Anstrengungen des 
Feindes blieben dank dem zähen Ausharren der Verteidiger ohne Erfolg. 
Zwischen Brento und Eisch wiederholten sich die fruchtlosen Zorstöße gegen 
zahlreiche Stellen unserer Front. 
Im Marmolatagebiet wiesen unsere Truppen mehrere Angriffe italienischer Ab- 
teilungen ab. Im Ortlergebiet erkämpften sie eine der Kristallspithen. 
Gestern wurden über s00 Italiener, darunter 10 Offiziere, gefangengenommen. 
Süböstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Der Verlauf des Seegefechtes südlich Häfringe. 
Berlin, 2. Juli. Nach den inzwischen eingegangenen ausführlichen Meldungen 
der in der Nacht vom 29. zum 30. Juni mit russischen Seestreitkräften im Gefecht 
befindlich gewesenen deuischen Torpedoboote ergibt ssch in Ergänzung der amtlichen 
Meldung vom 30. Juni nachstehendes BZild: 
Zunächst wurden in der genannten Nacht etwa 20 Seemeilen südlich Häftinge 
von unseren Torpedobooten drei feindliche Zerstörer, anscheinend vom „Nowik“.Top, 
gesichtet und beschossen. Der Feind machte sofort kehrt und entkam in einem ein- 
setzenden Kegenschauer. Eine Stunde später kamen im Osten neue Rauchwolken in 
Sicht, auf welche unsere Torpedoboote zudrehten. Es wurden zwei feindliche Kreuzer 
(anscheinend einer von der „Marakow“= und einer von der „Oleg“-Klasse) und fünf 
feindliche Zerstörer ausgemacht. Unsere Torpedoboote gingen zum Angriff heran und 
bekämpften den Feind mit Torpedos und Artillerie. Mehrere Detonationen sind einwand- 
frei beim Feinde beobachtei worden. Bei Zeginn des Angriffs nahm der Feind unsere 
Torpedoboote mit allen Kalibern hefiig unter Feuer, das nach den Detonationen erheb- 
lich nachließ. Bei aufkommendem Nebel kamen sich die Gegner aus Sicht. (W. T. Z.)
        <pb n="337" />
        Schwere feindliche Verluste nördlich der Somme. — Die „Hohe 
Batterie von Damloup“ bei Vaux genommen. 
Großes Hauptgquartier, 3. Juli. 
Wesilicher Kriegsschauplah. Die Fortsehung der englisch-französischen An- 
griffe beiderseits der Somme erreichte nördlich des Flusses im allgemeinen keine 
Vorteile; der Feind erlitt hier außerordentlich hohe blutige Verluste. Südlich des 
Flusses bogen wir nachtis die gestern in die Riegelstellung zurückgenommene 
Division in eine zweile Stellung zurück. 
Die Gefechtstätigkeit auf den nicht angegriffenen Armeefronten ist die gleiche 
geblieben. 
Westlich der Maas führten Versuche der Franzosen, uns die an der Höhe 304 
genommenen Grabenstücke wieder zu entreißen, zu kleineren Infanteriekämpfen. 
Oestlich der Maas erschöpfte sich der Feind weiter in vergeblichen Angriffen gegen 
das Werk Thiaumont und die Höhe „Kalle Erde"; bei einem derselben drang 
er vorübergehend in unseren vorderen Graben etwa 600 Meler südwestlich des 
Werkes ein, wurde aber sofort wieder geworfen. Südösslich der Fesse Vaux ist 
die „Hohe Batferie von Damloup“ seit heute nacht in unserer Hand; dort 
wurden 100 Gefangene und mehrere Maschinengewehre eingebracht. 
Gegen die deutschen Stellungen im Priesfserwald (nordwestlich von Ponk-à„ 
Mousson) vorgehende französische Abteilungen wurden mühelos abgewiesen. 
In den zahlreichen Lufkkämpfen des gestrigen Tages wurden 6 feindliche Flieger 
abgeschossen, 4 davon in unseren Linien. Leutnant Mulzer hat dabei den siebenten, 
Leutnanf Darschau den sechsten Gegner außer Gefecht gesetzt. Durch Abwehrfeuer 
ist ein feindlicher Doppeldecker über Douai, ein anderer vorgestern östlich Deroyse 
(serfront) heruntergeholt. Zwei französische Fesselballons wurden in der Gegend 
von Verdun von unseren Fliegern abgeschossen. 
Oestlicher Kriegsschauplah. Zussische Torpedoboote und das CLinienschiff 
„Slawa“ beschossen ohne Erfolg die kurländische Küste östlich von Kaggasem. Sie 
wurden von unseren Küstenbatterien wirkungsvoll gefaßt und von Fliegergeschwadern 
angegriffen. Die „Slawa“ ist getroffen. 
An vielen Stellen der Armeen des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg steigerte 
der Feind sein Feuer und unternahm mehrfach Vorsiöße, die nur bei Minki (nördlich 
von Smorgon) zum Kampf in unseren Linien führten, aus denen der Gegner unter 
Einbuße von 243 Gefangenen und starken blutigen VZerlusten sogleich wieder ver- 
trieben wurde. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Orinz Leopold von Zagern: Die Zussen 
haben nordöstlich von Gorodischtsche sowie beiderseits der Zahn Baranowitschi— 
Snow nach vielstündiger Feuervorbereitung angegriffen. Gegen nordöstlich von 
Gorodischische eingedrungene Abteilungen ist der Gegenskoß im Forkschreiten. Sonft 
ist der Feind unter Zurücklassen vieler Toter und VBerwundeter zum Kehrtmachen 
gezwungen worden.
        <pb n="338" />
        Heeresgruppe des Generals v. Linsingen: Starke russische Gegenangriffe nördlich 
  
Russischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina nichts von Belang. 
Die Kämpfe bei Kolomea haben an Amfang zugenommen. Ein starker feindlicher 
Vorstoß westlich der Stadt ist durch Gegenangriff zum Stehen gebracht worden. 
Südöstlich von Tlumacz, wo deutsche und österreichisch-ungarische Truppen im 
Gefechte stehen, brach eine in 1½ Kilometer Frontbreite angesetzte russische 
Reiterattacke im Artillerie= und Infanteriefeuer zusammen. Im Raume südlich von 
Luck gewann der Angriff der Berbündeten abermals Raum. Westlich und nord- 
westlich von Luck wurden heftige russische Vorstöße abgeschlagen; ebenso scheiterte 
eine feindliche Reiterattacke in der Gegend von Zloczewka. Nordöstlich von Zarano= 
witschi wiesen deutsche und österreichisch-ungarische Truppen starke, durch heftiges 
Artilleriefeuer vorbereitete Angriffe ab. Die Kämpfe sind noch nicht völlig abgeschlossen. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die lebhafte Tätigkeit der feindlichen Geschütze 
und Minenwerfer gegen die Hochfläche von Doberdo, namentlich gegen den Abschnitt 
südlich des Monte Dei Sei Buss, hält an. Stellenweise kam es auch zu hart- 
näckigen Handgranatenkämpfen. Im Marmolatagebiet und an unserer Froni 
zwischen Brenta und Eisch wurden wieder mehrere Angriffe des Feindes abgewiesen. 
Im HRaume des Monte Interrotto brachte Leutnant Kaiser mit einer 6 Mann 
starken Datrouille des k. k. Landwehr--Infanterieregiments Nr. 26 von einer gelungenen 
Unternehmung gegen feindliche Maschinengewehre 266 Jtaliener, darunter 4 Offiziere, 
als Gefangene zurück. An anderen Stellen wurden gestern 14 Offiziere und 
— 336 Mann gefangengenommen. 
Südbösilicher Kriegsschauplah. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Neue Angriffe südlich der Somme abgeschlagen. — Erfolge der 
deutschen Armeen im Ossen. 
Großes Hauptquartier, 4. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplat. Während nordöslslich des Ancrebaches der 
0— — · 
LMACLVOLCSFO 
  
k· M YÆL ers- « 
EWKOAHJOMZOCT . es 
*§m 
  
  
  
     
    
1 
und füdwestlich von Luck konnten unser Vorschreiten nicht aufhalten; große Kavallerie= » 
attacken brachen kläglich zusammen. Die Gefangenenzahl ist um eiwa 1800 Mann * 
gestiegen. 3 
Armee des Generals Grafen v. Bothmer: Südöstlich von Tlumacz stehen unsere rs— 
Truppen in günstigem Kampfe. 8 
Balkankriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. 3 
Obersie Heeresleitung. (W. T. B) 
,,, 
Raumgewinn südlich von Luck. * 
Wien, 3. Juli. Amtlich wird verlautbart: 8 
  
.— 
t Feind seine Angriffe nicht wiederholie, fetzie er siarke Kräfte zwischen Ancre und 
— #.# *— 
1310 
7
        <pb n="339" />
        * 
2 
. —— 
  
Somme gegen die Front Thiepval—La Boiselle—Wäldchen von Mameh, südlich 
der Somme gegen die Linie Barleuk—Belloy an. Dem hohen Einsatz an Menschen 
entsprachen seine Verluste in unserem Artillerie= und Infanteriefener. Die An- 
griffe sind überall abgeschlagen. Um den Besih des Dorfes Hardccourt (nördlich 
der Somme) wurde erbittert gekämpft; die dort eingedrungenen Franzosen sind 
binausgeworfen. 
Nordöstlich von Ipern, wesilich von La Bassée und in Gegend südwesilich von 
TLens wurden örtliche feindliche Vorstöße, östlich der Maas kräftige Angriffe gegen 
die „Hohe Zatterie von Damloup“ glatt abgewiesen. 
Die wiederholten amtlichen französischen Mitteilungen über Rückeroberung des 
Werkes Thiaumont und der Batterie von Damloup find ebensolche Fabeln wic die 
Angaben über Gefangenenzahlen bei den Ereignissen an der Somme. 
Deutsche Datrouillen brachen östlich und südöstlich von Armentières in die 
englischen, Erkundungsabteilungen bei Exbrücke (westlich von Mülhausen) in die 
französischen Stellungen ein; hier wurden 1 Offizier, 60 Jäger gefangengenommen. 
Feindliche Flicger wurden abgeschossen, davon fünf im Luftkampf ohne eigenen Ver- 
lusi, durch Abwehrfeuer. 
Sechs der außer Gefecht gesehten Flugzeuge sind in unserer Hand. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hinden- 
burg: Im Anschluß an die vielfach gesteigerte Feuertätigkeit haben die Russen abends 
und nachts auf der Front Naroczsee — Smorgon--östlich von Wischnew an mehreren 
Stellen angegriffen, mit erheblichen Kräften beiderseits von Smorgon, bei Zogucze 
(nordöstlich von Krewo) und bei Sloikowschtschisna (südöstlich von Wischnew). Sie 
haben keine Vorteile errungen, wohl aber schwere Verluste erlitten. 
Hceresgruppe des Generalfeldmarschalls Drinz Leopold von Bayern: Die kräftigen 
Gegensfjöße unserer Truppen haben an den Stellen, wo es den Zussen gelungen 
war, anfänglich Fortschritte zu machen, durchweg zum Erfolge geführt. An Ge- 
fangenen wurden hierbei 13 Offiziere und 1883 Mann eingebracht. 
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen: Auch gesiern warfen sich die Zussen 
mit starken, zum Teil neu Herangceilten Truppen unserem Vordringen in Massen 
entgegen. Sie wurden geschlagen. Unser Angriff gewann weiter Boden. 
Armee des Generals Grafen v. Bothmer: Südbsilich von Tlumacz haben 
unsere Truppen in schnellem Fortschreiten die Kussen in über 20 Kilometer Front- 
breite und bis über 10 Kilometer Tiefe zurückgedrängt. 
Balkankriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Vergeblicher Ansturm der RKussen bei Kolomea. 
Wien, 4. Juli. Amilich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina wiesen unsere Truppen ver- 
einzelte russische Borsföße ab. 
1511 
.B*2 3 
— 
3 —— 
— 
   
   
  
   
“ 
— 
— 
   
rW 
——— . 
J□J— 
“3 
    
   
    
** 
L
        <pb n="340" />
        9 
2 0S 2 P #G# #n 27C. i EW— r—t“ 
—— “ —J— — — 3 
Bei Kolomea wird in unverminderter Oestigkeit weiter gekämpft. Die von den 
Zussen im Westen der Stadt geführten Angriffe drangen nicht durch. Im Norden 
— südöstlich von Tlumacz — schritten deutsche und österreichisch-ungarische Truppen 
erfolgreich vorwärts. 
In Wolhynien versuchte der Feind unser Vordringen durch Massenangriffe auf- 
zuhalten. Er wurde überall unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. 
Italienischer Kriegsschauplag. Unsere Front zwischen dem Meere und dem 
Monte Dei Sei Buff stand abends und die ganze Nacht unter dem stärksken Ge- 
schützjeuer und wurde unauf hörlich angegriffen. Die heftigsten Anstrengungen des 
Feindes richteten sich diesmal gegen den Rücken östlich von Monfalcone, den unsere 
braven Landsturmtruppen gegen sieben Angriffe vollständig behaupteken. Vorstöße 
der Italiener gegen unsere Stellungen bei Bagni, am Monte Cosich und östlich von 
Selz wurden gleichfalls, zum Teil im Handgemenge, abgewiesen. Zor dem Monte 
San Michele verhinderte schon unser Geschützfeuer das Vorgehen der feindlichen 
Infanterie. 
Nördlich des Suganatales scheiterten die Angriffe der Italiener gegen unsere 
Stellungen am oberen Masobach; auch nördlich des oberen Dosinatales schlugen 
unsere Truppen mehrere starke Vorstöße des Gegners zurück. 
Gestern wurden 177 Italiener gefangengenommen. 
Oberleutnant Johann Foind hat sein drittes feindliches Flugzeug abgeschossen. 
Südöstlicher Kriegsschauplah. #luverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. Z.) 
Opfer ihrer eigenen Landsleute. 
Berlin, 4. Juli. Wiederum haben Artilleriefeuer und Fliegerbomben unserer 
Gegner unter der friedlichen Bevölkerung in dem von uns besegten französisch- 
belgischen Gebiete schwere blutige Verluste verursacht. — Nach den sorgfältigen 
namentlichen Aufzeichnungen der „Gazekte des Ardennes“ sind im Monat Juni 1016 
dem Feuer der eigenen Landsleute zum Opfer gefallen: Tot: 6 Männer, 6 Frauen, 
6 Kinder. Verwundet: 12 Männer, 27 Frauen, 13 Kinder. VBon den VBerwundeten 
ist nachträglich seinen Berletzungen erlegen 1 Mann. Hiernach erhöht sich die Ge- 
samtzahl der seit dem September 1015 fesigestellten Opfer der englischen, belgischen 
und französischen Zeschießung unter den Zewohnern des eigenen oder verbündeten 
Landes auf 1473 Dersonen. (W. T. B.) 
Der Räckzug der Russen in Südpersien. 
Konstantinopel, 4. Juli. (Bericht des Hauptquartiers.) An der Irakfront keine 
Veränderung. In Südpersien zogen sich die Kussen am 28. Juni von Koßrevabad 
zurück, zogen nachts durch Harunabad und flohen eilig mit ihren Hauptkräften in 
1512 
    
  
2
        <pb n="341" />
        Richtung auf Mahideeht. Die in Harunabad von den Zussen zurückgelassene starke 
Nachhut konnte sich am 29. Juni vor der kräftigen Verfolgung unserer Vorhut. 
abteilung nicht halten. Die Kussen cäumten Harunabad und wurden gezwungen, 
sich in der Richtung ihrer Hauplstreitkräfte zurückzuziehen. (W. T. B.) 
Kermanschah von den Türken besetzt. 
Konskankinopel, 4. Juli. (Meldung des Wiener k. k. Telegraphen-Korrespon= 
denz--Bureaus.) Nach einem erbitterten Kampfe westlich von Kermanschah am 
30. Juni haben sich die Russen zurückgezogen. Sie konnten sich in Kermanschah 
nicht behaupten, worauf die Türken am 1. Juli die Stadt besetzten. 
Neue schwere Kämpfe beiderseits der Somme. 
Großes Hauptquartier, S. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Von der Küste bis zum Anerebach, abgesehen 
von kleineren Erkundungsgefechten, nur lebhafte Artilleriee und Minenwerfertätigkeit. 
Die Zahl der in den lehten Tagen auf dem rechten Ancre-Afer unverwundet 
gefangenen Engländer beträgt 48 Offizierc, 867 Mann. 
An der Front zu beiden Seiten der Somme sind seit gestern abend wieder 
schwere Kämpfe im Gange. Der Feind hat bisher nirgends ernste Vorteile zu 
erringen vermocht. 
Auf dem linken Maasufer verlief der Tag ohne besondere Ereignisse. Auf dem 
rechten Ofer versuchten die Franzosen erneut mit starken Kräften, aber vergeblich, 
gegen unsere Stellungen nordwestlich des Werkes Thiaumont vorzukommen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die kurländische Küste wurde ergebnislos von 
der See her beschossen. 
Die gegen die Front der Armeen des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg ge- 
richteten Unternehmungen des Gegners wurden, besonders beiderseits von Smorgon, 
fortgesetzt. 
Deutsche Fliegergeschwader warfen ausgiebig Zomben auf die Zahnanlagen und 
Truppenansammlungen bei Minfk. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Hrinzen Leopold von Bayern: Die 
Zussen haben ihre Angriffstätigkeit auf der Front von Zirin bis sfüdöstlich von 
Baranowitschi wieder ausgenommen. In zum Teil sehr hartnäckigen Nahkämpfen 
wurden sie abgewiesen oder aus Einbruchstellen zurückgeworfen. Sie erlikten schwerfke 
Verluste. 
Heeresgruppe des Generals v. LCinsingen: Beiderseils von Kostiuchnowka (nord- 
westlich von Czartoryslt) und nordwestlich von Kolki sind Kämpfe im Gange. 
leber den Styr westlich von Kolki vorgedrungene russische Abteilungen werden 
angegriffen. 
  
9 5 
1513 
  
  
W 
     
       
20 
  
* 
m 555 
22— 
ra- 
—— — 
r— 
50 
  
t
        <pb n="342" />
        —J — —————G ———— —5 
  
An vielen Stellen nördlich, wesilich und südwesilich von Luck bis in die Gegend 
von Werben (nordöstlich von Beresteczko) scheiterten alle mit starken Kräften unter- 
nommenen Versuche des Feindes, uns die gewonnenen Vorteile wieder zu entreißen. 
Die Russen haben, abgesehen von schweren blutigen Verlusten, an Gefangenen 
11 Offiziere, 1139 Mann eingebüßt. 
Bahnanlagen und Truppenansammlungen in Luck wurden von Fliegern angegriffen. 
Armee des Generals Grafen v. Bothmer: Südlich von Barysz hatte der Feind 
vorübergehend auf schmaler Front in der ersten Linie Fuß gefaßt. Unser Erfolg 
südösilich von Tlumacz wurde erweitert. 
Balkan kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Zussische Borstöße bei Luck gescheitert. 
Wien, s. Juli. Amilich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. Auf den Höhen nordöstlich von Kirlibaba in 
der Bukowina Geplänkel mit feindlicher Reiterei. Westlich von Kolomea wurde eine 
mittags zum Angriff vorgehende russische Zrigade durch unsere Artillerie zu slucht- 
artigem Zurückgehen gezwungen. Gegen Abend griff der Feind südlich von Sadzawka 
mit skarken Krästen an; er wurde überall zurückgeworfen, siellenweise nach erbittertem 
Handgemenge. Bei Barysz, westlich von Buczacz, drangen die Kussen vorüber- 
gehend in unsere Stellungen ein. Ein Gegenangriff führte zur Wiedergewinnung 
der ursprünglichen Linien. Bei Werben am oberen Styr brachte ein Vorstoß 
österreichisch-ungarischer Truppen 14 russische Offiziere, 327 Mann und s Mäschinen- 
gewehre ein. Seit Tagen hat sich auf diesem Gefechtsfelde das altbewährte 
Theresienstädter Infanterieregiment Nr. 42 hervorgetan. Südwestlich und westlich 
von Tuck scheiterten abermals zahlreiche Borstöße des Gegners unter schweren Ver- 
lusken für denselben. Im Storgebiet abwärts von Sokul bis über Rafalowka 
hinaus nahmen die RKussen ihre Angriffe wieder auf. Westlich von Kolki versuchte 
der Feind unter erheblichem Kräfteaufgebot auf dem Nordufer festen Fuß zu fassen. 
An zahlreichen anderen Stellen wurden russische Angriffe abgeschlagen. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Im Abschnitt von Doberdo hielt das haupt- 2 
sächlich gegen den Südteil der Hochsläche gerichtete feindliche Geschüfeuer an. 
Angriffsversuche der Italiener gegen unsere Stellungen östlich von Monfalrone und 
Selz wurden abgewiesen. An der Front zwischen Brenta und Etsch unternahm 
der Feind vergebliche Vorstöße gegen unsere Stellungen bei Roana und nördlich 
des Hosinatales. Bei Malborghet und im Suganatale wurde je ein feindliches 
Flugzeug abgeschossen. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Inverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
  
  
——— — S “3 
1514
        <pb n="343" />
        „U 33“ von Cartagena glücklich zurückgekehrt. — Ein feindlicher 
nterscebootszersiörer versenkt. 
Berlin, s. Juli. Am 4. Juli hat eines unserer Unterseeboote in der süd- * 
lichen Nordsee einen feindlichen Unterseebootszerstörer versenkt. 7 
G. M. Unterseeboot „U 35“, das ein Handschreiben S. M. des Kaisers an # 
S. M. den König von Spanien und Arzneimittel für die in Spanien internierten * 
Deutschen nach Cartagena brachte, ist nach erfolgreicher Lösung seiner Aufgabe 
zurückgekehrt. Das Boot versenkte auf dieser Fahrt unter anderem den bewaffneten 
französischen Dampfer „Herault“ und erbentefe ein Geschücz. 9 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) ; 
Foridauer der Schlacht an Ancre und Somme. 
Großes Hauptquartier, 6. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Von der Küste bis zum Ancrebach verstärlte 
sich zeitweilig die Artillerietatigkeit; im übrigen keine Veränderung. 
Zwischen Ancrebach und Somme sowie südlich derselben wurde weitergekämpft. 
Geringe Fortschritte der Engländer bei Thiepval wurden durch Gegenstoß aus- 
geglichen; in einer vorgeschobenen Grabennase weiter südlich vermochten sie sich 
festzusehen. Die Dorfstätte Hem im Sommetal wurde von uns geräumt; Bellog- 
en, Santerre nahmen die Franzosen; um Estrées steht das Gefecht. Französische 
Gasangriffe verpufften ohne Erfolg. Im Gebiet der Aisne versuchte der Feind 
vergeblich einen Angriff in schmaler Front südlich von Ville-auk-Bois, der ihm erufte 
Verlusie kostete. 
Links der Maas sanden kleine, für uns günstige Infanteriegefechte statt; rechts 
des Flusses wurden feindliche Borstöße im Walde südwestlich der Feste Zaux ebenso 
zurückgewiesen, wie gestern am frühesten Morgen unternommene Wiedereroberungs- 
versuche an der „Hohen Batterie von Damloup“. In den Kämpfen in der Gegend 
des Werkes Thiaumont haben wir vorgestern 274 Gefangene gemacht. 
Bei Chazelles (östlich von Lunéville) kehrte eine deutsche Erkundungsabteilung 
mit 31 Gefangenen und zahlreicher Beute in ihre Stellung zurück. 
Südwestlich Cambrai griff heute morgen ein feindlicher Flieger aus geringer 
Höhe durch Zombenabwurf einen haltenden Lazarettzug an; 6 Berwundete wurden 
getötet. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hinden= 
  
burg: Südöstlich von Kiga sowie an vielen Stellen der Front zwischen Dostawy . 
und Wischnew sind weitere russische Teilangriffe erfolgt und abgewiesen; südösilich 77 
von Riga wurden im Gegenstoß 50 Mann gefangengenommen. 
Hecresgruppe des Generalfeldmarschalls Hrinzen Lcopold von Sayern: Der 
Kampf, der besonders in der Gegend ösilich von Gorodischtsche und südlich von 
Darowo sehr heftig war, ist überall zu unseren Gunsten entschieden. Die Verlusie 
der Russen sind wieder sehr erheblich. l 
2 
W 9 33 
1513
        <pb n="344" />
        (. ——#•t 4. F#l##. . Ses- 
S — .—. 
  
   
  
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen: Die Gefechte bei Kostiuchnowka und 
in Gegend von Kolki sind noch nicht zum Stillskand gekommen. 
Armee des Generals Grafen v. Bothmer: Im Frontabschnitt von Barysz ist die 
Verteidigung nach Abwehr mehrfacher feindlicher Angriffe teilweise an den Koropiec- 
abschnitt verlegt worden. 
Oftmals brach sich der russische Ansturm an den deutschen Linien beiderseits von 
Chocimirz (südösflich von Tlumacz). 
Balkankriegsschauplatz. Die Tage ist unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Schwere Kämpfe in Osigalizien. 
Wien, 6. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina nichts von Belang. Die 
Kämpfe südlich des Dusesir dauern fort. Bei Sadzawka gelang es dem Feind, 
mit überlegener Streitmacht in unsere Stellung einzudringen. Wir besetzten auf 
6 Kilometer Ausdehnung eine 3000 Schritt westwärts eingerichtete Linie und wiesen 
hier alle weiteren Angrisse zurück. Südwestlich und nordwestlich von Kolomea 
behaupteten wir unsere Stellungen gegen alle Anstrengungen des Feindes. Süd- 
westlich von Zuczacz nahmen wir unsere Front nach heftigen Kämpfen an den 
Koropiechach zurück. Im Stgyrknie nördlich von Kolki wurde auch gestern erbittert 
und wechselvoll gekämpft. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die Gesechtstätigkeit auf dem südwestlichen 
Kriegsschauplatz war gestern gering. 
Südöstlicher Kriegsschauplaß. An der unteren Vojusa Geplänkel. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Wieder ein britischer Dampfer in der Nordsee aufgebracht. 
Berlin, 6. Juli. Nachdem bereits am 28. Juni in der Nordsec vorgestoßene 
leichte deutsche Seestreitkräfte den zwischen Kotterdam und TLondon verkehrenden 
britischen Dampfer „Brussels“ abgefangen und mitsamt seiner Ladung unter sicherem 
Geleite nach Zeebrügge geschickt haben, isi gestern der aus Liverpool kommende 
britische Dampfer „TLestris“ unweit der englischen Küste in den Hoofden durch Teile 
unserer Hochseestreitkräfte aufsgebracht und als Drise vereinnahmt worden. (W. T. B.) 
Mißglückter U-Boot-Angriff auf deutsche Dampfer in der Osssee. 
Berlin, 6. Juli. Am Sonuntag, dem 2. Juli, wurde ein Geleitzug von neun 
deutschen Handelsdampfern auf der Fahrt nach Swinemünde südlich der Insel Oeland 
durch ein feindliches UlBoot ohne vorherige Warnung unter Wasser angegriffen. 
Die Torpedolaufbahn wurde deutlich gesichtet, auch zwei starke Wasserstrudel, die 5 
  
S - ——“ — 3NN 
1215
        <pb n="345" />
        #CNE## S S## Se-r- St½# — 2 
— .—....— . .-— 
  
S durch das Ausstoßen des Torpedos verursacht waren. Der Torpedoschuß ging glück— 
licherweise zwischen den Handelsdampfern hindurch. Die armierten Begleitfahrzeuge, 
die die Dampfer begleiteten, drehten sofort auf den vermuteten Ort des U.Bootes 
zu und verjagten es. Der Geleitzug ist unversehrt in Swinemönde eingelaufen. 
Es wird hiermit fesigestellt, daß friedliche deutsche Handelsdampfer von einem feind- 
lichen U.Zoot ohne vorherige Warnung unter Wasser angegriffen worden sind. (W. T. Z.) 
Lebhafte Kämpfe beiderseits der Somme. 
Großes Hauptquartier, 7. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplaß. TLebhafte, auch nachits fortgesetzte, für uns nicht 
ungünstig verlaufene Kämpfe beiderseits der Somme. Die Brennpunkte bildeten 
die Gegend von Contalmaison, Hem und Estrées. 
Oesilich der M#aas scheiterten in breiter Front angesetzte starke französische Angriffe 
gegen unsere Stellungen auf dem Höhenrücken „Kalte Erde“ sowie im Walde 
südwestlich der Fesie Baux unter empfindlicher Einbuße für den Feind. 
Auf der übrigen Front vielfach Datrouillengefechte. 
Südwestlich von VBalenciennes erbeuteten wir ein französisches Flugzeug. Bei 
Déronne und südwestlich von VBouziers wurden feindliche Flugzeuge im Tuftkampf 
zur Landung gezwungen. 
Ergebnis der Luftkämpfe im Juni. 
  
  
  
Deutscher Verluss: Französischer und englischer Verlust: 
Im Cuftkamff 2 Flugzeuge Im Tuftkamff ... 23 Flugzeuge 
Durch Abschuß von der Durch Abschuß von der Erde 10 „ 
Erddia 1 „n Durch unfreiwillige Landung 
Vermiit 4 „ innerhalb unserer Linien 3 „ 
Bei Landungen zwecks Aus- 
setzen von Spionen 1 „ 
Im ganzen 7 Flugzeuge Im ganzen 37 Flugzeuge 
  
von denen 22 in unserem Besitz sind. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Gegen die Front der Heeresgruppe des General,= 
feldmarschalls v. Hindenburg seßzten die Kussen ihre LInternehmungen fort. Mit 
starken Kräften griffen sie südlich des Naroczsees an; sie wurden hier nach heftigem 
Kampfe, ebenso nordöstlich von Smorgon und an anderen Stellen mühelos abgewiesen. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Drinzen Leopold von Bayern: Abgesehen 
von einem schwächlichen feindlichen Vorstoß herrschte an der in den lehten Tagen 
angegriffenen Front im allgemeinen Kuhe. 
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen: Der nach Cezartorysk vorspringende 
Winkel wurde infolge des überlegenen Druckes auf seine Schenkel bei Kostiuchnowka 
und westlich von Kolki aufgegeben und eine kürzere VBerteidigungslinie gewählt.
        <pb n="346" />
        8 
— 
  
   
Beiderseits von Sokul brachen die russischen Angriffe unter großen Verlusten 
zusammen. 
Westlich und südwestlich von Luck ist die Lage unverändert. 
Armee des Generals Grafen v. Bothmer: Keine besonderen Ereignisse, auch 
nicht bei den deutschen Truppen südlich des Dijnestr. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
  
Die Kämpfe am Stgyrknie bei Kolkl. 
Wien, 7. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. In der Zukowina haben unsere Truppen in 
erfolgreichen Gefechten 300 Gefangene und 4 Maschinengewehre eingebracht. In 
Südostgalizien, zwischen Delathn und Sadzawka, haben alpenländische Landwehr- 
regimenter im heldenhaften Widerstande zahlreiche russische Anskürme zum Scheitern 
gebracht. 
Weiter nördlich davon bis in die Gegend von Kolki bei unveränderter Lage keine 
besonderen Ereignisse. 
Die im Stghrknie nördlich von Kolki kämpfenden k. u. k. Truppen, die durch 
vier Wochen gegen eine auf drei bis fünffache Leberlegenheit angewachsene feind- 
liche Streitmacht standhielten, bekamen gesiern den Befehl, ihre vordersten, einer 
doppelten Amfassung ausgesetzten Linien zurückzunehmen. Begünstigt durch das 
Eingreifen deutscher Truppen westlich von Kolki und die aufopfernde Haltung der 
Dolenlegion bei Kolodia ging die Bewegung ohne Störung durch den Gegner 
vonstatten. 
Bei den nordöstlich von Zaranowitschi stehenden österreichisch-ungarischen Streit- 
kräften verlief der gestrige Tag ruhig. Der Feind hat bei seinen letzten Angriffen gegen 
die dortigen Stellungen der Verbündeten außerordentlich schwere Verluste erlitten. 
Im Quellgebiet der Ikwa beschoß der Feind eines unserer Feldspitadler trotz 
deutlichster Kennzeichnung mit Artillerie. Wenn sich diese völkerrechtswidrige Handlung 
wiederholen sollte, werden wir unsere Geschütze gegen das in diesem Raum liegende, 
von uns während fasi einjähriger Zesetzung sorgfältigst und pietätvoll geschonte 
Kloster Nowo Hoczajsew richten. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Im Abschnitt von Doberdo sebte die Artillerie= 
kätigkeit wieder auf. Oestlich von Selz kam es auch zu Infanteriekämpfen, die für 
unsere Truppen mit der vollen Behauptung ihrer Stellungen abschlossen. 
Südlich des Suganatales greifen sehr starke italienische Kräste unsere Front 
zwischen der Cima Dieci und dem Monte Zebio an. Der Feind wurde überall, 
stellenweise im Handgemenge, abgewiesen. 
Güdösilicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
  
  
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. —
        <pb n="347" />
        —— .— . —3 
* 
□ 
  
Der französische Fliegerangriff auf Karlsruhe. — 112 Tote und 
140 Verwundete. 
Berlin, 7. Zuli. Die amtlichen Ermittelungen über den lehten Fliegerangriff auf Karlsruhe 
sind nunmehr abgeschlossen. Die erschütternden Einzelheiten des französischen Verbrechens gegen 
die friedliche badische Hauptskadt sollen daher dem deutschen Volke nicht länger vorenthalten bleiben. 
Es ist offenbar kein Zufall gewesen, daß die Franzosen sich gerade den Fronleichnamskag 
für ihren Ueberfall auserwählt hatten. Sie wußten genau, daß an diesem hohen katholischen 
Kirchenfest, das heller Sonnenschein verschönte, ein Strom von licht, und lustbedürstigen Menschen 
über die Siraßen und Dlähe fluten würde. Und auf Menschenleben hatten sie es abgesehen. 
Das beweist die Art der benutzten Abwursgeschosse. Brandbomben sind gar nicht und schwere 
zur Sachzerstörung bestimmte Geschosse nur in sehr geringer Zahl verwendeit worden. Bei 
weitem die meisien Bomben hatten nur kleines Kaliber, dafür aber eine Füllung, deren besonders 
starke Sprengkraft die auf lebende Ziele berechnete Splikterwirkung erhöhen und obendrein auch 
vergissende Gase entwickeln sollte. 
Den Vorbereitungen und der Absicht halt der Erfolg nur allzusehr entsprochen. 
Auf dem Karlsruher Festiplatz, wo Hagenbecks Tierschau ihre Zelte aufgeschlagen hatte, wogte 
am Nachmittag des 22. Juni eine festlich gekleidete Menge durcheinander. Fröhliches Kinder. 
lachen mischte sich mil den Klängen der Musik. Da plößzlich traf die Meldung ein, daß feindliche 
Flieger nahlen. Noch ehe es möglich war, die Bevölkerung in Sicherheit zu brungen, schlugen 
bereits die ersten Geschosse ein. In großer Höhe kreisten, durch leichten Dunst fast ganz der 
Sicht entrücki, die verderbenbringenden Sendboten feindlicher Mordlufk über der friedlichen Stadt. 
Schlag auf Schlag zerbarst setzt mit dröhnendem Krachen Bombe auf Zombe. Ein Teil der 
Geschosse traf die Stadtviertel, wo kleine Bürger und Arbeiter wohnten. Auch nahe beim Schloß, 
wo die Königin von Schweden auf dem Krankenbelte lag, schlugen einzelne Zomben ein. Die 
schlimmsten Zerheerungen aber richteie der Feind in der Nähe des Fesiplatzes unter den kurz 
zuvor noch so fröhlichen schuldlosen Kindern an. 
Als die französischen Flieger nach einer Viertelskunde wieder verschwanden, konnten sie sich 
des traurigen Erfolges rühmen, daß sie 117 wehrlosen Menschen — darunter 30 Männern, 
5 Frauen und 82 Kindern — mitten heraus aus dem bläühenden TLeben einen schrecklichen Tod 
bereitet hatien, und daß weilere 140 Unglückliche, darunter 48 Männer, 20 Frauen und 72 Kinder, 
verwundet in ihrem Blute lagen. 
Jammernd irrten verzweifelte Mütter unter schrecklich verstümmelten Leichen umher, um ihre 
gelöteten Lieblinge zu suchen. Drei blühende Knaben hatte eine von ihnen verloren; eine andere, 
die Witwe eines gefallenen Kriegers, den einzigen Sohn. Soldaten felbst, die draußen im 
Felde kein Schrecken des Kampfes erschüttert hatte, bekannten, daß ihnen nie zuvor so Furcht- 
bares vor Augen gekommen sei. 
Die französische Mation, die sich so gern als rittertich und vornehm rühmt, kann in ihrer 
Geschichte ein neues Heldenstück verzeichnen. 
154 deutsche Kinder haben bluten, und 82 von ihnen haben skerben müssen, damit die Flieger 
des sfolzen Frankreich sich eines Triumphes rühmen konnten, der ihnen im Kampf milt den wehr- 
hafien deutschen Zeherrschern der Luft bisher versagt geblieben war. 
Und das deutsche Zolk! Wird lähmender Schreck seinem ferneren Kampfesmul Eintrag iun? 
Die Franzosen kennen uns schlecht, wenn sie das erwarten! 
Aus der tiefen Trauer um die dahingemordele Jugend und aus dem sunigen Mitleid mit 
den klagenden Müttern wird unserem festen Willen zum Ssege nur neue, zornige Kraft erlkehen. 
Auch die schuldlosen Opfer, die auf dem Friedhofe in Karlsruhe frischer Rasen deckt, sind nicht 
umsonst für das Baterland gefallen. Wie wir selbst, so wird auch Frankreich ihrer noch lange 
und schmerzlich gedenken. (W. T. B.)
        <pb n="348" />
        — —u ——— *# « II «" 
WÆAHMWIMMHZMHY 
  
  
  
  
Die deutschen Verluste in der Nordseeschlacht. 
Berlin, 7. Juli. (Amilich.) Nach einer Reuter-Meldung aus London vom 
6. oder 7. Juli soll Admiral Jellicoe in seinem Bericht die Verluste der Deutschen 
in der Seeschlacht vor dem Skagerrak wie folgt geschäßt haben: „3 Tinienschiffe des 
Dreadnoughttyps, 1 Linienschiff der Deukschlandklasse, s leichte Kreuzer, 6 Torpedo- 
jager, 1 U-Zoot, die man sämtlich untergehen sah. Weiter waren 2 Linienschiffe, 
1 Linienschiff des Dreadnoughttyops und 3 Torpedoboote sichtlich so schwer be- 
schädigt, daß es fraglich war, ob sie die Häfen erreichen würden.“ 
Am 4. Juni berichtete die englische Admiralität dagegen: „Somit waren die 
britischen Zerluste schwer. Die Berluste des Feindes waren ernst; zum mindesien 
wurde ein Schlachtkreuzer vernichtet und einer ernstlich beschädigt; von einem Schlacht- 
schiff wurde berichtet, daß es während des Nachtgefechts durch unsere Zerstörer ver- 
senkt wurde; zwei leichte Kreuzer wurden außer Gefecht gesett und sind wahrschein- 
lich gesunken. Die genaue Zahl der feindlichen Zerstörer, die während der Schlacht 
außer Gefecht gesetzt wurden, kann mit Sicherheit nicht angegeben werden, aber 
sie muß groß sein.“ 
Tatsächlich betrug der Gesamtverlust der deutschen Hochseestreitkräste während der 
Kämpfe am 31. Mai und 1. Juni sowie in der darauffolgenden Zeit bekanntlich: 
1 Schlachtkreuzer, 1 älteres Linienschiff, 4 kleine Kreuzer und s Torpedoboote. 
(W. T. B.) 
Lloyd George englischer Kriegsminister. 
CLondon, 7. Juli. Amtlich wird bekanntgegeben, daß Lord Derby zum Unter- 
sekretär des Krieges und Llohyd George zum Kriegsminister ernannt worden ist. Sir 
Edward Gre9 wurde in den Deerstand erhoben. (W. T. B.) 
Blutig abgewiesene Angriffe beiderseits der Somme. 
Großes Hauptquartier, 8. Juli. 
Westilicher Kriegsschauplatz. Beiderseits der Somme hat der Heldenmut 
und die Ausdauer unserer Truppen den Gegnern einen Tag voller Enttäuschungen 
bereiltet. Die zahlreichen, immer wieder neu einsetzenden Angriffe wurden blutig 
abgewiesen. Die Unzahl der gefallenen Engländer vor dem Abschnitt Ovillers— 
Contalmaison—Bazentin-le-Grand und der Franzosen vor der Front Biaches— 
Goyecourt geben Zeugnis von der Masse der zum Angriff eingesetzten feindlichen 
Kräfte sowie von der verheerenden Wirkung unseres Artillerie-, Maschinengewehr- 
und Infanteriefeuers. 
ZRechts der Maas opfert der Feind fortgesetzt seine Leute in starkem vergeblichen 
Anstürmen gegen unsere Stellungen auf der Höhe „Kalte Erde“; er hat keinen Fuß 
breit Zoden zu gewinnen vermocht. Mehrere hundert Gefangene fieken in unsere 
Hand. Schwächere Vorstöße gegen die „Hohe Batterie von Damloup“ wurden 
leicht abgewiesen.
        <pb n="349" />
        Die Artillerie= und Hatrouillentäligkeit auf der übrigen Front war teilweise rege. 
Der Angriff etwa einer französischen Kompagnie im Driesterwalde scheiterte. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. SHeeresgruppe des Genecralfeldmarschalls 
v. Hindenburg: Bei Abwehr erneuter Angriffe südlich des Noroczsees nahmen wir 
2 Osfiziere, 210 Mann gefangen und schlugen an anderen Stellen schwächere 
Vorsiöße ab. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Hrinzen Lcopold von BSayern: Mit 
vollem Mißerfolg endeten die seit gestern wiederholten Anfstrengungen starker russischer 
Kräfte gegen die Front von Zirin bis südösklich von Gorodischtsche sowie beiderseils 
von Darowo. Die vor unseren Stellungen liegenden Toten zählen nach Tausenden. 
Außerdem verlor der Gegner eine neunenswerte Zahl Gesangener. Neue Kämpfe 
sind im Gange. 
Hceresgruppe des Generals v. Linsingen: Südwestlich von Tuck haben wir 
einige Vorteile errungen. 
Armee des Generals Grafen v. Bothmer: Nordwestilich von Buczacz sind 
russische Angriffsunternehmungen erfolglos geblieben. 
Balkankriegsschauplatz. Artilleriekämpfe zwischen Wardar und Dojransee 
ohne besondere Bedeutung. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Die Kussen im Moldawatal geworfen. 
Wien, §. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
AKussischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina haben unsere Truppen den 
Feind in dem Tal der oberen Moldawa geworfen. 
Am oberen Druth und südlich des Dnujesir war gestern die Kampftätigkeit gering. 
Wesilich und nordwestlich von BZugzarz scheiterten mit großer Heftigleit geführte 
russische Angrifse. Südwestlich von uck wurden die feindlichen Linien abermals 
zurückgedrängt. 
Die aus dem Styrbogen nördlich von Kolki zurückgenommenen Streikkräste 
haben die ihnen zugewiesenen Käume erreicht. Der Gegner drängte nur an einzelnen 
Stellen nach. Gegen die öfsiferreichisch-ungarischen und deutschen Truppen nordöfflich 
von Baranowitschi stürmte der Feind gestern abermals unter Aufgebot großer Massen 
an. Alle Angriffe zerschellten. Unsere siebenbuͤrgischen Regimenter kämpften in völlig 
zerschossenen Stellungen und schlugen die Kussen mehrfach im erbitterten Nahkampf 
zurück. Tausende von koten Russen bedecken das Vorfeld. 
Italienischer Kriegsschauplatz. An der Isonzosront dehnte sich der Geschütz- 
kampf auf den Görzer und Tolmeiner Brückenkopf aus. Gegen den Röcken von 
Monfalcone sehßten die Italiener nachts nach starkem Artilleriefeuer mehrere Angriffe 
an, die blutig abgeschlagen wurden. 
Süödlich des Suganatales dauert der Angriff des italienischen 20. und 22. Korps 
gegen unsere Front zwischen der Cima Dieci und dem Monte Zebio fork. Diese 
—7 
   
Jrrr 
SS5 
—— 
— IN 
7R"NMA
        <pb n="350" />
        HS 2893223 
   
— sechs Infanteriedivisionen und mehrere Alpinigruppen starken — feindlichen Kräfte 
wurden auch gestern allenthalben unter schwersten Berlusten zurückgewiesen. 
Im Ortlergebiet scheiterte ein Angriff des Feindes gegen unsere Stellungen auf 
dem Kleinen Eiskögele. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Ein englischer Dampfer nach Borkum aufgebracht. 
Berlin, 8. Juli. Der englische Dampfer „Dendennis“ aus Falmonth, welcher 
mit einer Ladung Grubenholz von Gotenburg nach Hull unterwegs war, ist an der 
norwegischen Küste aufgebracht und hat unter deutscher Kriegsflagge auf der Borkum- 
reede geankert. (W. T. B.) 
Ein deutscher Dampfer in schwedischen Territorialgewässern 
versenkt. 
Stockholm, s. Juli. (Meldung des Schwedischen Telegraphen-Burcaus.) 
Der Steltiner Dampfer „Dorita“ wurde heute nacht außerhalb des Fischer- 
dorfes Trosunda in den Oerufkoeldsvikschären von einem U-Boot versenkt. Der 
Kapitän Friedrichsen wurde vom Kommandanten des U-BZootes gefangengenommen. 
Die 23 Mann sfarke Zesatzung der „Dorita“ rettete sich in das Fischerdorf. Sie 
sagt aus, es seien insgesamt 50 Schüsse gegen die „Dorita“ abgefeuert worden. 
Das Ud.Boot trug den Namen „Bulong“. Es führte keine nationale Flagge, sondern 
hur Signalflaggen. Man glaubt, daß es sich um ein Ul-Boot russischer Nationalität 
handelt. Fischer behaupteten, die Versenkung habe nur 2½ Seemeilen außerhalb 
von Tryfunda stattgefunden. (W. T. B.) 
Englisch-französische Angriffe blutig abgeschlagen. — Vergeblicher 
russischer Anslurm bei Baranowitschi. 
Großes Hauptquartier, 9. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich der Somme wurden die englisch- 
französischen Angriffe fortgesetzt. Sie wurden an der Front Ovillers — Wald von 
Mametz sowie beiderseits von Hardecourt sämtlich sehr blutig abgewiesen. Gegen 
das Wäldchen von Trönes stürmte der Gegner sechsmal vergeblich an; in das Dorf 
Hardecourt gelang es ihm einzudringen. Südlich der Somme steigerten die Franzosen 
ihr Artilleriefeuer zu größter Heftigkeit; Teilvorstöße scheiterten. 
Auf der übrigen Front fanden teilweise lebhafte Feuerkämpfe, feindliche Gas- 
unternehmungen und Datrouillengefechte statt; bei letzteren machten wir östlich von 
Armentières, im Walde von Apremont und wessflich von Markirch einige Gefangene. 
   
1522
        <pb n="351" />
        222—— 
  
Leutnant Mulzer hat bei Miraumont ein englisches Großkampfflugzeug abgeschossen. 
Seine Majestät der Kaiser hat dem verdienten Fliegeroffizier in Anerkennung seiner 
Ceistungen den Orden Pour le meérite verliehen. Ein feindliches Flugzeug wurde 
südöstlich von Arras durch Abwehrfeuer heruntergeholt, ein anderes, das nach Tuft- 
kompf sädwestlich von Arras jenseits der feindlichen Linien abstürzte, durch Artillerie- 
feuer zerstört. 
Oesilicher Kriegs schauplah. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Hrinzen 
Lcopold von Zayern: Mehrmals wiederholten die Kussen noch gegen die gestern 
genannten Fronten ihre starken Angriffe, die wieder unter größten Verlusten zusammen- 
brachen. In den Kämpfen der letzten beiden Tage haben wir hier 2 Offiziere, 
631 Mann gefangengenommen. 
Bei der Heeresgruppe des Generals v. Linsingen blieben an mehreren Stellen 
seindliche Vorstöße erfolglos. 
Bei Molodeczuo zum Abtransport bereitgestellte russssche Truppen wurden aus- 
giebig mit Zomben belegt. 
Am 7. Juli wurde ein russisches Flugzeug ösilich von Zorowno (am Stochod) 
im Luftkampf abgeschossen. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Der tebergang über die Moldawa erkämpft. 
Wien, 9. Juli. Amtlich wird verlautbart. 
ZKussischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina erkämpften unsere Truppen, 
ihnen voran das wesigalizische Infanterieregiment Nr. 13, bei Zreaza den Uebergang 
über die Moldawa. 
  
Südwestlich von Kolomea fühlen russische Abteilungen über Mikuliczyn vor. . 
Sonft in Oftgalizien bei unveränderter Lage keine besonderen Ereignisse. In * 
Wolhonien und bei Stobychwa am Stochod wurden russische Zorstöße abgeschlagen. . 
Nordösilich von Zaranowitschi brachen vor der Front der verbündeten Truppen *s“ 
abermals starke russische Angriffskolonnen zusammen. * 
Unsere Flieger warfen nordwestlich von Dubno auf eine erwiesenermaßen nur 
von einem russischen Korpsstabe belegte Gehöftgruppe Bomben ab. Der Feind * 
bißte auf den bedrohten Häusern ungesäumt die Genfer Flagge. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Das Geschübzfeuer an der Isonzofront hält 
an. Görz und Ranziano wurden in den Abendstunden heftig beschossen; bei letzterem 
Orte wählte sich die feindliche Artillerie das deutlich gekennzeichnete Feldspital als 
Hauptziel. Kleinere Angriffsunternehmungen der Ztaliener gegen den Görzer 
Brückenkopf und den Rücken östlich von Monfalcone mißlangen. Nachts belegte ein 
Geschwader unserer Seeflugzeuge Hieris, dann Canziano, Bestrigna und Adriawerke 
mit Bomben. 
  
   
  
  
    
   
- 
N’. — *
        <pb n="352" />
        Unsere Front südlich des Suganatalcs siand unter starkem Artilleriefeuer. Zu 
Infanteriekämpfen lam es gesiern in diesem Abschnitt nicht. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Vosjusa seit einigen Tagen 
wieder erhöhte Artillerictätigkeit. Stellenweise Feuer aus schwerem Geschütz. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Acht englische Fahrzeuge nahe der englischen Küste versenkt. 
Berlin, 9. Juli. Von deutschen Seesftreitkräften wurden zwischen dem 
4. und 6. d. M. in der Nähe der englischen Küste folgende englische Fischerfahr- 
zeuge versenkt: „Queen Bee“, „Anil Anderson“, „Dopoday“, „Watchful“, „Nanch 
Human“, „Petung“, „Cirrel Bessy“ und „Newark Castle“. Von diesen mußten 
„Queen Bee“, „Watchful“ und „DPetuna“ mit Artillerie beschossen werden, weil 
sie krotz Warnungsschusses zu entkommen suchten. (W. T. B.) 
Neue türkische Erfolge in Dersien. — Ertfolge der kürkischen Kriegs- 
schiffe. 
Konstankinopel, 9. Juli. (Bericht des Hauptquartiers.) An der Jrakfront RKuhe. 
Anusere Erkundungsabkeilungen bekamen Fühlung mit den aus Kermanschah ver- 
triebenen russischen Kräffen 25 Kilometer östlich davon auf dem Wege nach Hama, 
dan. Zussische Kräste in der Umgebung von Sineh wurden durch unsere Frei- 
willigen angegriffen, nach siebenstündigem Kampf geschlagen und gezwungen, sich 
nach Sineh zu flüchten, wo sie von unseren Freiwilligen belagert werden. Der 
Feind hatte während dieses Kampfes einen Verlust von 100 Token, darunter zwei 
Offiziere. 
„Jawus Selim“ und „Midilli"“ griffen eine Abteilung seindlicher Transport- 
schisfe an den IUfern des Kaukasus an, versenkten vier Schiffe und mehrere Segel- 
schiffe, beschossen die neuen Hafenanlagen bei Tuabe, südöstlich von Noworosslisk, 
und verursachten eine Feuersbrunft in einem großen Detroleumdepot sowie an anderen 
dort befindlichen Materialien. Sie trafen auf ihrer Fahrt kein feindliches Schiff. 
(W. T. B.) 
Fortdauer der schweren Kämpfe an der Somme. 
Großes Hauptgquartier, 10. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Beiderseits der Somme dauert der schwere 
Kampf fortk. Immer wieder schicken unsere tapferen Truppen den Angreifer in 
seine Sturmstellungen zurück, und wo sie seinen sich dicht auffolgenden Angriffe- 
wellen vorübergehend Raum geben mußten, haben sie ihn durch raschen Gegenstoß 
wieder geworfen; so wurde das Wäldchen von Trönes den dort eingedrungenen 
Engländern, das Gehöst La Maisonnette und das Dorf Barlenz den Franzosen 
1524 
— —. — — 
.. 
  
  
*
        <pb n="353" />
        I* 
5v 
omecourt 
  
  
  
  
  
— 
4 „ 
ßBiencou# 
les Baphume I 
HCZMIISKS 
»··A Q- 
  
ank- 
L 
  
  
  
dierre 
6“#Assevillers « , 
«· set-I 
« I 
Zelle - 
»Heute-L , 
M-- « 
— — 
4 
       
  
  
  
  
Des Kampfsechlel zwischen SKomme und Ancre. 
im GSturm wieder entrissen und gegen den Feind in Hardecourt vorgearbeitet. 
Am Onvillers wird ununterbrochen Mann gegen Mann gekämpft. Im Dorfe
        <pb n="354" />
        Biaches haben die Franzosen Fuß gefaßt; zwischen Barleux und Belloy sind 
ihre vielfachen Angriffe unter den größten Verlusten restlos zusammengebrochen. 
Weiter westlich hinderte unser Sperrfeuer sie am Verlassen ihrer Gräben. 
Zwischen dem Meere und der Ancre, im Gebiet der Aisne, in der Champagne 
und ösilich der Maas frischten die Feuerkämpfe zeitweise auf; zu Infanterietätigkeit 
kam es westlich von Warneton, östlich von Armentières, in der Gegend von Tahure 
und am Westrande der Argonnen, wo vorstoßende französische Abteilungen abgewiesen 
wurden. Zei Hulluch, bei Givenchy und auf Bauquois sprengten wir mit gutem Erfolge. 
Der Flugdienst war beiderseits sehr rege. Unsere Flieger haben fünf feindliche 
Flugzeuge (1 bei Nieuport--Bad, 2 bei Cambrai, 2 bei Zapaume) und zwei Fessel- 
ballons #e einen an der Somme und an der Maash) abgeschossen. 
Die Oberleutnanis Walz und Gerlich haben ihren vierten, Leutnant Teffers 
seinen fünften, Leutnant Darschau seinen achten Gegner außer Gefecht gesetzt. Dem 
lehteren hat Seine Majestät der Kaiser für seine hervorragenden Teistungen den 
Orden Pour le merite verkiehen. 
Oestlicher Kriegsschaupkatz. Auf dem nördlichen Teil der Front hat sich, 
abgesehen von einem vergeblichen russischen Angriffe in Gegend von Skrobowa 
(östlich von Gorodischische), nichts Weseniliches ereignet. 
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen: Der gegen die Stochodlinie vor— 
fühlende Feind wurde überall abgewiesen; ebenso scheiterten seine Vorstöße westlich 
und südwestlich von Luck. 
Deuische Flugzeug-Geschwader griffen feindliche Unterkünfte östlich des Stochod 
erfolgreich an. 
Armee des Generals Grafen v. Bothmer: Datrouillentätigkeit und erfolgreiche 
Gefechte im Vorgelände. 
Balkankriegsschauplatz. Unsere Vorposten südlich des Dofransees schlugen 
feindliche Abteilungen durch Feuer ab. 
Oberste Heeresleikung. (W. T. B.) 
Fünf englische Wachtschiffe in der Okrantoftraße zerstört. 
Wien, 10. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Der gestrige Tag verlief verhältnismäßig ruhig. 
Bereinzelte Zorstöße des Feindes wurden abgeschlagen. 
Italienischer Kriegsschauplaß. An der Isonzofront beschränkte sich die Ge- 
fechtstätigkeit auf Artillerieseuer und Auftkämpfe. Unsere Seeflugzeuge warfen auf 
die Adriawerke neuerdings Bomben. Zwischen Brenta und Eisch wurde an mehreren 
Stellen erbittert gekämpft. Gegen unsere Linien südöstlich der Cima Dieci führten 
starke Alpinikräfte mehrere Angriffe, die von Abteilungen unserer Infanterieregi- 
menter Nr. 17 und 70 unter schwersten Verlusten des Feindes abgeschlagen wurden. 
tleber 500 tote Jtaliener liegen vor unseren Gräben. Nachts scheiterte ein feind- 
licher Zorskoß im Raume des Monte Interrotto. Im Abschnitt östlich des Brand-
        <pb n="355" />
        L ½ e. 5— . 
eMHMMHIMHMMHJO»-.. , 
  
kals griffen Alpini Balmorbia und den Monte Corno an, gelangten auch in den 
Besitz dieses BZerges, verloren ihn aber wieder dank eines Gegenangrisses unserer 
tapferen Tiroler Landesschühen, denen sich hier 455 Jtaliener ergaben. 
Südöstlicher Kriegsschauplah. Unverändert. 
Der Stellverktreter des Chefs des Generalsiabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleulnant. Z 9 
— 
74# 
Ereignisse zur See. Bei Tagesanbruch traf unser Kreuzer „Novora“ in der 
Okrantostraße auf eine Gruppe von 4 oder — wie alle dabei gemachten Gefangenen 
übereinstimmend angeben — von 5 armierten englischen Leberwachungsdampfern 
und zerstörke sie alle durch Geschüßfeuer. Alle Dampfer fonken brennend, davon 
drei nach Explosion der Kessel. VBon ihren Bemannungen konnte die „Novara“ nur 
0 Engländer retten. 
r Ser 
Floltenkommando. (W. T. B.) 
Harwich und Dover mit Bomben belegt. 
Berlin, 10. Juli. Amtlich wird gemeldel: Zwei deulsche Marineflugzeuge 
haben nachts vom 9. zum 10. Juli die Hafenanlagen und Küstenwerke von 
Harwich und Dover mil Bomben beleglt. (W. T. S.) 
Amerikafahrt des deutschen Handels--Boots „Deutschland“. 
London, 10. Juli. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Blälter ver- 
öffentlichen ein Telegramm aus New Fork, in dem gemeldet wird, daß ein deutsches 
U-Boot mit einer werlvollen Ladung Farbstoffe in Ballimore angekommen 
ist. Zwonzig Meilen von der Küste wurde das U-Boot von britischen und 
französischen Kreuzern verfolgt, wodurch seine Ankunft um vier Tage verzögert 
wurde. (W. T. B.) 
Baltimore, 10. Juli. (Reuter-Meldung.) Das Dier angekommene deutsche 
U-Boot namens „Deutschland"“ erhebl Anspruch darauf, ein unbewaffnetes Handels- 
schiff zu sein, das Frachten führt. Seine Ladung ist an Schumacher S Co. in 
Baltimore konsignierl. Sie besteht aus Farbssossen und Medizinen. Lake, der 
Kassierer der Lake Torpedo-Co. in Bridgeport (Connecticut), erklärt, er beabsichkige, 
einen Drozeß gegen die „Deutschland“ anzustrengen, da sie die Patente der 
Lale Co. verletzkt habe. Die Offiziere der „Deutschland“ stellen in Abrede, daß 
das U-Zoot von feindlichen Kriegsschiffen verfolgt wurde, und erklärten, daß 
sie weder brilische noch französische Kriegsschiffe gesehen haben. Ein Küstenschuh- 
kutter folgte der „Deutschland“ auf ihrer Fahrt nach der Chesepeake-Bai. Der 
Grund hierfür wurde nicht angegeben, aber es verlautet, daß das U-Boot unter 
Aufsicht bleiben soll. Die Firma Schumacher D Co. ist Agent des Nord- . 
deutschen Lloyd. (W. T. B.) 
  
#n - u- 
3“-.
        <pb n="356" />
        S 58 ¶¶¶¶ 
F 
S — J— J 233 
1523 
1 
Vergebliche Angriffe der Engländer und Franzosen. 
Großes Hauptquartier, 11. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Ancre und Somme sehten die Engländer 
nachmittags und nachts skarke Kräfte zum Angriff in breiter Front beiderseits der 
Straße Bapaume—Albert an; nordwestlich der Straße wurden sie zusammen- 
geschossen, ehe es zum Nahkampf kam. Oestlich der Straße entspannen ssch heftige 
Kämpfe im Südrande des Dorfes Contalmaison und des Waldes von Mametz. 
Die wiederholten Bersuche des Feindes, das Wäldchen von Trönes wieder in die 
Hand zu bekommen, scheiterten unter großen blutigen VBerlusten für ihn und unter 
Einbuße von etwa 100 Gefangenen. — Südlich der Somme wurde der Ansturm 
von Negerfranzosen gegen die Höhe von La Maisonnette mit überwältigendem 
Feuer empfangen; einzelne Neger, die bis zu unseren TLinien vordrangen, sielen 
unter den deutschen Basonetten oder wurden gefangengenommen. 
Bei dem gestern berichteten Gegenangriff auf Barleux blieben s Offiziere, 
147 Mann gefangen in unserer Hand. — Die Artillerietätigkeit war im ganzen 
Kampfabschnitt bedeutend; unser Sperrfeuer unterband alle Angriffsabsschten des 
Feindes zwischen Zellop und Sohecourt. 
Im Maasgebiet fanden sehr lebhafte Artilleriekämpfe siatt. 
Auf der übrigen Front stellenweise gesteigertes Feuer und mehrere ergebnislose 
feindliche Gasangriffe. Datrouillen und Erkundungsabteilungen unserer Gegner 
zeigten große Rührigkeit; sie wurden überall abgewiesen. 
Bei TLeintrey (Lothringen) drang eine deutsche Abteilung nach einer umfangreichen 
Sprengung in die stark beschädigte französische Stellung ein und nahm 60 Mann 
gefungen; auch südlich von Lusse wurden von einer Datrouille Gefangene eingebracht. 
Bei sehr reger Fliegertätigkeit ist es zu zahlreichen Luftgefechten gekommen, in 
denen der Feind an der Somme und wesilich von Zouziers je zwei Flugzeuge ver- 
lor. Außerdem ist ein englischer Doppeldecker bei Courcelette (an der Straße 
Zapaume—Albert) durch Abwehrfeuer heruntergeholt. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. An der Front von der Küste bis Dinfk keine 
besonderen Ereignisse. . 
Bei Dinsk Kuhe. Die russische Veröffentlichung über die Käumung der Stadt 
ist frei erfunden. 
Gegen die Stochodlinie lief der Gegner an vielen Stellen vergeblich an, mit 
siärkeren Kräften bei Czerewiszcze. Hulewicze, Korsyni, Janowka und beiderseits 
der Bahn Kowel— Mown0. Bei Hulewicze wurde er durch kräftigen Gegenstoß 
über seine Stellung hinaus zurückgeworfen. Er büßte in diesen Kämpfen über 
700 Gefangene und 3 Maschinengewehre ein. 
Unsere Fliegergeschwader haben Truppenausladungen bei Horodzieja (Strecke 
Baranowitschi — Mius) ausgiebig mit Bomben belegt und ihre Angriffe auf russische 
Anterkunftsocte östlich des Stochod wiederholt. Im TCuftkampf wurde je ein feind- 
liches Flugzeug bei Worontscha (westlich von Zirin) und wesilich Okonsk abgeschossen.
        <pb n="357" />
        W— 
—— 
   
Zei der Armee des Generals Grasen v. Bothmer hatte ein Jagdkommando 
ein günstiges Gesecht südlich des Waldes von Zurkanow und hat einige Dutzend 
Gefangene eingebracht. 
Ballankriegsschauplaß. Die Tage ist unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Zussische Angriffe am Styr und Stochod gescheitert. 
Wien, 11. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina keine besonderen Ereignisse. 
Zei Zabie am Czeremosz wiesen unsere Truppen russssche Vorstöße zurück. 
Weiter nördlich bis an den oberen Stochod dauert, von erfolgreichen Unter- 
nehmungen unserer Jagdlkommandos bei Burkanow abgesehen, die Kampfpause an. 
Bei Sokul brachen überlegene russische Angriffe vor unseren Hindernissen zusammen. 
Vergeblich bemühte sich der Feind, seine zurückflutenden Massen durch das Feuer 
seiner Geschütze und Maschinengewehre zum Stehen zu bringen. 
Bei Hulewicze am Stochod wurde der Gegner durch deutsche und österreichisch- 
ungarische Kräfte nach erbitterten und wechselvollen Kämpfen geworfen. 
Auch verschiedene andere Vorstöße, die der Feind im Stochodgebiet unternahm, 
scheiferten völlig. 
Jtalienischer Kriegsschauplatz. Gesfern fanden keine Infanteriekämpfe von 
Bedeutung statt. 
Zahlreiche seindliche #eberläufer besidtfigen die besonders schweren DVerluske der 
Italiener bei ihren Angriffen im RKaum östlich der Cima Dieci. 
Ansere Seefiugzeuge belegten militärische Anlagen und den Bahnhof von Latisana 
ausgiebig mit Bomben, die mehrere große Brände verursachten. Feindliche Flieger 
warfen in den Judikarien auf Tione Bomben ab. 
Südbdüilicher Kriegsschauplat. Außer zeitweiligem Geplänkel an der unteren 
Vojusa nichts von Belang. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnantk. (W. T. B.) 
Angriff deutscher Marineflugzeuge auf Calais. 
Berlin, 11. Juli. Zwei deutsche Marineflugzeuge haben in der Nacht vom 
10. zum 11. Juli Calais und Truppenlager bei Bray-Dunes mit Bomben belegt. 
Die Flugzeuge sind wohlbehalten zurückgekehrt. (W. T. B.) 
Tanga in Deutsch-Oskafrika von den Briten besetzt. 
London, 11. Juli. (Amtlich.) General Smuts berichtet: Tanga wurde am 
7. Juli besetzt. Der Feind leistete schwachen Widerskand bei der RKäumung der 
Stadt, nachdem er die Wasserwerke zerstört hatte. (V. T. B.)
        <pb n="358" />
        Hasen-ew- wovktsqgekswcucsekcwx 
Okåshkiekskåw MkåwXII-Häs-osÆskåwoWkåwszyhåsEsskåss UJZHEK 
«E 
Die Handels-UI-Boote „Deutschland“ und „Bremen". — Das 
Anternehmen der Deutschen Ozean-Reederei in Bremen. 
Berlin, 11. Juli. Der Präsident des Abgeordnetenhauses hat heute das 
folgende Telegramm erhalten: 
Das erste deutsche Handels-U-Boot „Deutschland“, unserer Neederei 
gehörig, erreichte laut Funkspruch wohlbehalten Amerlska mit einer Ladung 
Farbskoffe, um von dort mit Rohstoffen demnächsi die Rückreise anzutreien. 
Alfred Lohmann, 
Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Ozean-Reederei, Bremen. 
Darauf ist folgende Antwort abgegangen: 
Zu dem mir freundlichst gemeldeten Triumph deutscher Schiffsbautunst, 
welchen die Deutsche Ozean-Reederei erzielte, sende ich Ihnen zugleich im 
Namen des Preußischen Abgeordnetenhauses allerherzlichsten Glückwunsch. 
Mögen nicht nur „Deutschland“ und „Bremen“ wohlbehalten heimkehren, 
sondern auch dieser neuesten Errungenschaft deutschen Erfindergeistes weitere 
gleich glänzende Erfolge beschieden sein. 
Dr. Graf v. Schwerin-Löwittz, 
Präsident des PDreußischen Abgeordnetenhauses. (W. T. B.) 
Die Ankunft der „Deutschland“ in Balkimore. 
Baltimore, 10. Juli. (Reuter-Meldung.) Das U-.Boot „Deutschland“ wird 
als ein Untersce-Liniendampfer geschildert. Das Schiff warf gestern unterhalb von 
Baltimore nach einer KReise von 4000 Meilen quer über den Ozean Anker. Das 
U.Zoot kam Sonntag früh unter dem Schuhe der Dunkelheit zwischen den Kaps 
Charles und Henry durch und ließ dann eine Sirene spielen, um die Aufmerksamkeit 
der Lotsen auf sich zu lenken. Es wurde von dem Schlepper „Timmins“ bemerkt, 
der während der lehten zwei Wochen unaufhörlich auf der Wacht gelegen hatte, um 
das U. Zoot nach dem Hafen zu geleiten. Die „Deutschland“ führte, als sic zwischen 
den beiden Kaps auftauchte, keine Flagge, hißte aber dann, als sie mit eigener Kraft 
in die Zucht einfuhr, die deutsche Flagge. Der Totse, der das Ul-Boot hinauf, 
begseitete, erzahlte, daß Off#ziere und Besatzung, zusammen 30 Mann, alle die 
Uniform der deutschen Handelsmarine tragen. Die Besahung wird nach dem Beschlusß 
der Hafenbehörde an Bord bleiben. Der Toise erzählte, daß der Kapitän des 
U.Zootes mitgeteilt habe, der Zweck der Zeise der „Deutschland“ sei, mit den 
Vereinigten Staaten Handel zu treiben. Sobald die Ladung goelöscht sei, werde 
Nickel und Kohgummi geladen werden. Während das Ul-Boot selbst an die Agenten 
des Norddeutschen Lloyd konsigniert iss, ist die Ladung für die Castern Forwarding Co. 
besiimmt, die vor kurzem ausschließlich für die unterseeische Fracht begründet wurde. 
Von seiten Schumacher D Co. wird versichert, daß die „Deutschland“ ausschließlich 
zu Handelszwecken ausgeschickt worden sei, und daß sie der Reederei Ozean in Bremen ·-- 
  
v- sjv O JDh —0— rS « I- « Its I 
— – –——.——— ——— — — 
1530
        <pb n="359" />
        Te riä 
———— — 
  
  
gehöre. Sie sei 315 Fuß lang und an der breitesten Stelle 3M0 Fuß breit. Das 
U.Boot wird von zwei Dieselmotoren getrieben. 
Der Kapitän des U.Zootes „Deutschland“ erklärte mit voller Zestimmtheit, daß 
die „Deutschland“ das erste einer Reihe von gleichartigen Schiffen sei, die erbaut 
wurden, um einen regelmäßigen Handel mit überseeischen Ländern einzurichten. Das 
U.Boot habe Bremen mit ungefähr 750 Tonnen kostbaren Farbstoffen verlassen. Als es 
am Sonnabend letzter Woche in die Nähe der Birginiavorgebirge kam, habe er 
beschlossen, unter Wasser die Dunkelheit abzuwarten, ehe er näher an die Küste 
heranfuhr. Als das volle Mondlicht kurz nach Mitternacht aufhörte, sei die „Deutsch- 
land“ mit voller Kraft zwischen den VBirginiavorgebirgen hindurchgefahren. Das 
U.Zoot hat den Ozean von Helgoland aus in gerader TLinie durchquert. Neunzig 
Meilen legte es unter Wasser zurück. Auf der Nordsee sah es wiederholt Rauch- 
wolken von britischen Kreuzern und Zerstörern. (W. T. B.) 
Erfolgreicher Borstoß vor Verdun. —30 Offiziere, 2106 Mann gefangen. 
Großes Hauptquartier, 12. Juli. 
Wesilicher Kriegsschauplab. Die am 10. Juli nachmittags eingeleiteten 
Kämpfe beiderseits der Straße Bapaume—Albert, in Contalmaison und im Walde 
von Mametz sowie neue Gesechte am Wäldchen von Trönes und südlich davon 
werden mit erbitterter Heftigkeit fortgesetzt. — Südlich der Somme haben die 
Franzosen bei einem großangelegten Angriff auf der Front Belloy-Soyecourt eine 
empfindliche Schlappe erlitten, der Angriff ist in unserem Feuer vollkommen zusammen- 
gebrochen, ebenso fluteten schwächere gegen La Maisonnette — Barleux angesehte 
Kräfte unter großen Verlusten in die Ausgangsstellung zurück. 
An mehreren Stellen der Champagnefront, so ösklich und südöstlich von Keims 
und nordwestlich von Massiges, ferner nordwestlich von Flirey wurden französssche 
Teilangriffe abgeschlagen. 
Im Maasgebiet spielten sich links des Flusses nur kleinere Kämpfe ab, rechts 
des Flusses haben wir unsere Skellungen näher an die Werke von Sorwille 
und Laufée herangeschoben und dabei 39 Offiziere, 2106 Mann zu Gefangenen 
gemacht. Starke Gegenangriffe wurden glatt abgewiesen. 
Deutsche Hatrouillenunternehmungen südwestlich von Diemuiden, südwesilich von 
Cerny (Aisnegebiet) und ösflich von Pfettershausen hatten Erfolg. 
Ein englischer Doppeldecker wurde bei Athies (südlich von Déronne) in unseren 
Linien zur Landung gezwungen, ein feindliches Flugzeug sfürzte bei Soyerourt, eins 
in unserem Abwehrfeuer bei Chattancourt ab. Bei Dombasle (wesilich der Maas) 
wurde ein Fesselballon durch unsere Flieger abgeschossen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Ein Lebergangsversuch schwächerer russischer 
Kräsie über die Düna westlich von Friedrichstadt und Angriffe südlich des Narocz. 
sees wurden vereitelt. 3 
h
        <pb n="360" />
        An der Stochodfront ist die Lage im allgemeinen unverändert. Russische 
Abteilungen, die sich bei Janowka auf dem linken UIfer festzusetzen versuchten, wurden 
angegriffen; kein Mann von ihnen ist auf das Südufer entkommen. Hier und an 
der Bahn Kowel— Rowno wurden gestern noch über 800 Mann gefangengenommen; 
die Ausbeute der beiden letzten Tage am Stochod beträgt außer einer Anzahl 
Osffiziere 1032 Mann und 12 Maschinengewehre. 
Insere Fliegergeschwader haben ihre Angriffstätigkeit östlich des Stochod fort- 
gesetzt; ein feindlicher Fesselballon wurde abgeschossen. 
Balkankriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Italienischer Angriff am Monte Rasta abgeschlagen. 
Wien, 12. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
Aussischer Kriegsschauplatz. Die Tage erfuhr auch gestern keine Aenderung. 
Auf der Döhe Hordie südöstlich von Mikuliczyn schlugen unsere Truppen sieben 
russische Zorstöße zurück. 
Auch am unteren Stochod scheiterten abermals mehrere Angriffe des Feindes. 
Die am Stochod kämpfenden verbündeten Streitkräfte haben in den lehten zwei 
Tagen 2000 Mann und 12 Maschinengewehre eingebrachk. 
Bei Obertn in Oltlgalizien schoß ein österreichisch-ungarischer Führer ein russisches 
Farman-Flugzeug ab. 
Italienischer Kriegssch auplatz. Südöstlich des Suganatales schlugen unsere 
Truppen gestern vormittag einen starken italienischen Angriff gegen den Monte Rasta 
ab. Die seindliche Infanterie, die auf kurze Entfernung liegen blieb, wurde durch 
unser flankierendes Artilleriefener gezwungen, in den Abendstunden weiter zurück- 
zugehen, wobei sse über 1000 Mann verlor. An allen anderen Fronten blieb die 
Gefechtstätigkeit in den gewöhnlichen Grenzen. 
Einer unserer Flieger belegte das Seearsenal von Spezia mit Bomben und 
kehrte hierauf wohlbehalten zurück. 
Südöfstlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Zojusa Geschätzkampf. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Ereignisse zur See. Am 11. Juli früh haben drei italienische Zerstörer die 
Stadt Darenzo aus sehr großer Entfernung kurze Zeit beschossen, zwei Drivathäuser 
und den Turm des Landtagsgebäudes beschädigt. Sonst kein Schaden. Niemand 
wurde verletzt. AUnsere Abwehrbatterien haben Treffer erzielt, worauf die Zerfskörer 
sofort abfuhren. Nachmittags haben einige unserer Seeflugzeuge auf die Stadt 
NRavenna und die Batterien von Corsini Zomben abgeworfen und sind trotz sehr 
hestigen Abwehrfeuers unversehrt zurückgekehrt. 
Flottenkommando. (W. T. B.)
        <pb n="361" />
        Die Erfolge des U-Boois--Krieges im Juni. 
Berlin, 12. Juli. Im Monat Juni sind 61 feindliche Handelsschiffe mit 
rund 101.000 Bruttoregistertonnen durch U-Boote der Mittelmächte versenkt oder 
durch Minen verlorengegangen. 
Der Chef des Admiralskabes der Marine. (W. T. B.) 
U Boots-Angriff an der englischen Nordosftküste. 
London, 12. Juli. (Reuter-Meldung.) Gestern abend um 9 ½ Uhr erschien 
ein deutsches Unterseeboot vor dem kleinen unverkeidigten Hafen Seaham Harbour 
und feuerte aus einer Entfernung von wenigen hundert JLards einige dreifßig 
dreizöllige Schrapnells ab. Eine Frau wurde ernstlich verwundet und starb 
am nächskten Morgen. Ein Haus wurde von einem Geschoß getroffen. Sonst 
kein Verlust an Menschenleben und kein Schaden. (W. T. B.) 
Kaperung zweier deutscher Dampfer in schwedischem Gewässer.— 
Neue Perletzung der schwedischen Neutralität. 
Stockholm, 11. Juli. Die deutschen Dampfer „Lissabon“ und „Worms“ 
wurden heute nacht bei Zsurgklubb (im nördlichen Bottnischen Meerbusen) von 
einem russischen Torpedoboot gekapert und nach Finnland geführt. 24 Mann der 
Besatzung der „Worms“, darunter der Kapitän und der schwedische Lotse, wurden 
mitgeführt. Den übrigen 13 Mann und der ganzen Besahung der „Lissabon“ gelang 
es, nach Skellestea zu entkommen. Der Kapitän von der „TLissabon“ machte energisch 
darauf aufmerksam, daß sich der Dampfer weit innerhalb der schwedischen Hoheits- 
grenze befand. Die Kussen nahmen aber von diesem Einspruch keine Notiz. (W. T. B.) 
Erfolglose französische Anstürme südlich der Somme. 
Großes Hauptauartier, 13. Juli. 
Westilicher Kriegsschauplatz. Nördlich der Somme gelang es den Engländern, 
sich in Contalmaison festzusetzen. Das Artilleriefeuer wird mit großer Heftigkeit fort. 
gesetzt. Südlich der Somme haben auch gestern die Franzosen mit ihren Angriffen, 
die mehrmals beiderseits von Barleux sowie bei und westlich von Esirées angesetzt 
wurden, keinen Erfolg gehabt; sie mußten meist schon in unserem wirkungsvollen 
Sperrfeuer unter schwersien Zlutopfern umkehren. 
Oestlich der Maas war der Artilleriekampf noch lebhaft; die gewonnenen Infanteric- 
stellungen wurden verbessert. Die Gefangenenzahl erhöht sich um 12 Offziere, 
243 Mann auf 56 Offiziere, 2340 Mann. 
Bei Frelinghien, am Kanal von La SBassée, an der Höhe La Fille Morte, öftlich 
von Badonviller und bei Hirzbach gelangen deutsche Hatrouillenunternehmungen. 
Nördlich von Soissons wurdc ein französischer Doppeldecker in unseren Kinien 
zur Landung gezwungen. 
2 
3 
. 
###G 
   
### 
. OAIMM 
AK 
2 
i 
S
        <pb n="362" />
        * 
* # 2 rn’r. L## S——— Os u 
......“ 5**.—— 
  
Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei der Armee des Generals Grafen v. Bothmer 
wurden durch umfassenden Gegenstoß deutscher Truppen bei und nördlich von Olesza 
(nordwestlich von Zuczacz) eingedrungene Russen zurückgeworfen und dabei über 
400 Gefangene gemacht. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Obersfe Heeresleitung. (W. T. B.) 
Vergebliche russische Angriffe bei Buczacz. 
Wien, 13. Jusi. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina und südlich des Dnjesir bei 
unveränderter Lage keine besonderen Ereignisse. 
Wesilich und nordwestlich von Zuczacz trieb der Feind erneut starke Kräfte zum * 
Angriff gegen die vom General Grafen v. Bothmer befehligien verbündeten Truppen 3 
vor. Während ein Teil seiner Sturmlolonnen bereits vor unseren Hindernissen zu— 
sammenbrach, gelang es einem anderen, in ein schmales Stück unserer Stellungen * 
einzudringen. Doch warf auch hier ein ungesäumt einsetzender Gegenstoß deutscher 
und österreichisch-ungarischer Reserven die Kussen wieder hinaus, so daß alle Angriffe “ 
des Gegners völlig gescheitert sind. Zahlreiche russische Gefangene. 
Am Stochod schlugen unsere Truppen beiderseits der von Sarny nach Kowel 
führenden Zahn einen Angriff ab. Sonst nichts von Selang. 
Der russische Generalstabsbericht vom 11. Juli versteigt sich zu der Behauptung, 
daß die Streitmacht des Gencrals Brussilow seit dem Zeginn der russischen Offen- 
sive 2566 000 Gefangene eingebracht habe. Obgleich die Anzuverlässigkeit der russischen 
Berichterstattung längst zur Genüge bekannt ist, sei doch nochmals darauf verwiesen, 
daß die von den Zussen angegebene Gefangenenzahl nahe an die Gesamtstärke jener 
Truppen unserer Nordosifront heranreicht, die in den vergangenen fünf Wochen im 
ernsten Kampfe gestanden haben. 
Italienischer Kriegsschauplatz. An der Front zwischen Brenta und Etsch 
war die Gefechtstätigkeit gestern wieder lebhafter. 
Auf dem Dasubio wurde ein Nachtangriff der Italiener abgewiesen. Im Dosina-= 
tale unter andauernd starkem seindlichen Geschützfeuer wiederholte Vorstöße zahlreicher 
Datrouillen. Zei diesen Gefechten wurden 1 Offizier und 103- Mann gefangengenommen. 
Nach ädußerff heftiger Artillerievorbereitung griffen gestern nachmittag starke feindliche 
Kräfste unsere Stellungen im Kaume Monte Rasfa —Monte Interrotto nochmals an. 
Wie in den Vortagen scheiterten auch diesmal alle Angriffe unter den schwersten 
Verlusten der Jtaliener. 
Auch weiter nördlich waren alle Versuche des Gegners, in unsere Stellungen 
einzudringen, vollkommen fruchtlos. 
Sübösilicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
    
    
  
    
   
    
  
    
   
1534
        <pb n="363" />
        Die Bedeutung des neuen deuischen Erfolges vor Verdun. 
Berlin, 13. Juli. Der im gesirigen Heeresbericht gemeldete Erfolg der deutschen 
Waffen rechts der Maas bei Souville und Lansée ist ein Ereignis von bemerkens- 
werter Bedeutung. Diese erste größere Unternehmung vor Verdun seit Zeginn der 
„großen“ Offensive unserer Feinde beweist schlagend, daß die deutsche Heeresleitung 
ihr ursprüngliches operatives Ziel unbekümmert um alle Angriffe unserer Feinde im 
Olfen und Westen fesi und klar im Auge behalkten hat. Kein deutscher Soldat, kein 
deutsches Geschütz ist von dem Kampfgelände um Verdun fortgezogen. Die Schlacht 
nimmt nach dem Willen der deutschen Heeresleitung ihren blutigen, für die deutschen 
Waffen ersolgreichen Fortgang. Wenn unsere Feinde jetzt gehofft hatten, durch die 
Angriffe ihrer Millionenheere nun endlich die Initiative der Kriegführung an sich 
reißen und den Deutschen das Geseh des Handelns vorschreiben zu können, so sind 
sie durch den bisherigen Verlauf der Ereignisse bitter enttäuscht worden. Die 
Anffürme der feindlichen Massen sind an dem heldenmütigen Widerstande und der 
zähen Ausdauer der tapferen Berteidiger an der Somme bicsher nach kurzen 
Anfangserfolgen sämtlich gescheitert. Die deutsche Heeresleitung beherrscht nach wie 
vor die operative Lage; dies isi die besondere Bedeutung des Erfolges bei Souville, 
der um so mehr hervorgehoben zu werden verdient, als er die Stärke und Leber- 
legenheit der deutschen Waffen aller Welt von neuem kundtut und Deutschland 
berechtigt, die militärische Lage mit der alten Zuversicht und dem alten Vertrauen 
anzusehen. (W. T. B.) 
Neue vergebliche Angriffe beiderseits der Somme. 
Großes Hauptquartier, 14. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Beiderseits der Somme ist von neuem heftiger 
Kampf entbrannt. Die Engländer griffen heute früh im Abschnitt Wald von 
Mametz —TLongueval an und wiederholten ihre Anstrengungen am Wäldchen von 
Trönes, wo sie gestern abend bereits durch einen schnellen Vorstoß unserer 
Reserven empfindlich getroffen waren. Nachdem die ersten Versuche blutig ab- 
geschlagen waren, sind neue Angriffe im Gange. — Die Franzosen fügten mit 
ihren gestrigen vergeblichen Angriffen in Gegend von Barleux und westlich von 
Estrées den zahlreichen Mißerfolgen der letzten Tage eine neue Enttäuschung 
hinzu. Weder sie selbst noch ihre schwarzen Freunde haben auch nur einen Schritt 
Gelände gewinnen können. 
Oesilich der Maas sind französische Wiedereroberungsversuche gescheitert; sse wurden 
in der Gegend der Feste Souville durch unser Feuer unterbunden und bei der Felsie 
Laufce glatt abgewiesen. 
Zahlreiche feindliche Hatrouillen oder siärkere Erkundungsabteilungen wurden auf 
der übrigen Front zurückgeschlagen; deutsche Datrouillen brachten bei Oulches, 
Beaulne und wesilich von Markirch Gefangene ein. 
  
  
rm 
E 
— 
- 
8 
#. 
l. 
Sss *
        <pb n="364" />
        · --- Y . —## 
——— . . 
* 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen: An 
der Stochodlinie warf ein Gegenstoß bei Zarecze (nördlich der Bahn Kowel — Sarny) 
über den Abschnitt vorgehende Russen zurück; 160 Mann wurden gefangengenommen, 
2 Maschinengewehre erbeutet. 
Insere Flugzeuggeschwader wiederholten mit Erfolg ihre Angriffe östlich des Stochod. 
Bei der Armee des Generals Grafen v. Bothmer drang der Feind gestern aber- 
mals in die vorderste Berteidigungslinie ein und wurde wiederum durch Gegenangriff 
mit erheblichen Verlusten geworfen. 
Balkankriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. 
Obersie Heeresleitung. (W. T. B.) 
Ein litalienischer Torpedobootszerstörer versenkt. — Flieger- 
bombardement von Dadua. 
Wien, 14. Juli. Amtlich wird verlautbart- 
Russischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina stehen unsere Truppen nach 
Erfüllung der ihnen erteilten Aufgabe wieder in den alten Stellungen auf den 
Höhen westlich der oberen Moldawa. 
Wesilich und nordwestlich von Buczacz haben die ZKussen gestern ihre Angriffe 
fortgesetzt. Nachmittags wurden zwei breit angelegte Angriffe zurückgeschlagen, gegen 
Abend gelang es einem dritten Ansturm des Feindes, nordwestlich von Zuczacz ein- 
zubrechen. In erbitterten Nachtkämpfen wurde der Gegner durch deutsche und 
österreichisch-ungarische Truppen wieder vollends hinausgeworsen. Näördlich der von 
Sarnhy nach Kowel führenden Bahn nisteten sich russische Abteilungen auf dem 
linken Stochodufer ein. Sie wurden spät abends von unseren Truppen überfallen 
und vertrieben, wobei 160 Gefangene und zwei Maschinengewehre in unserer 
Hand blieben. 
Sonst bei völlig unveränderter Lage nichts Neucs. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Die lebhafte Gesechtstätigkeit an der Front 
zwischen BZrenta und Etsch hält an. Nach Artilleriefeuer setzten gegen mehrere Stellen 
unseres Verteidigungsabschnities zwischen der Cima Dieci und dem Monte Rasta 
wiederholte Angriffe sehr bedeutender italienischer Kräfte ein. Zesonders hartnäckig 
war der Kampf nordöstlich des Monte Rasta, wo der Feind zehn Stürme versuchte. 
#usere Truppen schlugen wieder sämtliche Angriffe unter den schwersten Verlusien 
des Gegners ab und behaupteien alle ihre Stellungen. Unsere Linien nördlich des 
Dosinatales standen unter heftigem Geschützfeuer; am Dasubio wurde ein seindlicher 
Nachtangriff abgewicesen. 
Südösilicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutuant.
        <pb n="365" />
        —. 20— — 
—W—G—————— 8 
Ereignisse zur See. Eines unserer Unterseeboote hat am 10. Juli nach- 
mittags in der Otrantostraße einen italienischen Torpedobootszersjörer des Top 
„Indomito“ versenlt. In der Nacht vom 13. auf den 14. Juli hat ein Seefiugzeug- 
geschwader milikärische Objekte und Bahnhofsanlagen von Dadua sehr wirkungsvoll 
mit zahlreichen Zomben belegt. Die Flugzeugec, welche von Abwehrbatterien hestig 
beschossen wurden, kehrten unversehrt zurück. 
Flottenkommando. (W. T. B.) 
Ein englischer Hilfskreuzer und drei Wachtschiffe versenkt. 
Berlin, 14. Juli. Am 11. Juli vernichtete eines unserer U-Boote in der 
Nordsee einen englischen Hilfskreuzer von etwa 7000 Tonnen. An demselben 
Tage wurden an der englischen Ostküste durch U. Boots-Angriffe drei bewaffnete 
englische Bewachungsfahrzeuge versenkt. Ose Besatzungen derselben wurden ge- 
fangengenommen und ein Geschütz erbeutet. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. BZ.) 
Neue schwere Kämpfe nördlich der Somme. 
Großes Hauptquartier, 15. Juli. 
VWesilicher Kriegsschauplatz. Die nach der ersten blutigen Abweisung fort- 
gesetzten englischen Angriffe nördlich der Somme haben zu schweren Kämpfen geführt. 
Zwischen Dozières und Longueval gelang es dem Gegner mit hier massierten Kräften 
trotz stärkster BZerlusse in unsere Linien einzudringen und zunachst Zoden zu gewinnen 
sowie sich im Trôöneswäldchen festzusetzen. Der Stoß ist ausgefangen. Der Kampf 
wird heute fortgeseht. 
Südlich der Somme keine Infantcerictätigkeit. 
Von der übrigen Front sind, abgesehen von ergebnislosen Anternehmungen kleinerer 
englischer Abteilungen südöstlich von Armentières, in der Gegend von Angres, Neuville 
und nordöstlich von Arras, keine Ereignisse von Zedeutung zu berichten. 
Oesilicher Kriegsschauplat. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hinden- 
burg: Russische Abteilungen, die bei Lennewaden (nordwefflich von Friedrichstadt) die 
Düna zu überschreiten versuchten, wurden abgewiesen. 
Auf die mit starkem Verkehr belegten Bahnhöfe an der Strecke Smorgon — 
Molodeczno wurden zahlreiche Bomben abgeworfen. 
Heeresgruppc des Generalfeldmarschalls Hrinzen Lcopold v. Bayern: In Segend 
von Skrobowa wurden Teile der vom Gegner seit seinem ersten Anlauf am Morgen 
des 3. Juli noch gehaltenen Stellen der ersten Berteidigungslinie im Angriff zurück. 
gewonnen und hierbei 11 Offziere, über 1500 Mann gefangengenommen. 
Heeresgruppe des Gencrals v. Linsiungen: Die Tage ist unverändert. Gegen 
Truppentransportverkchr auf dem Bahnhof Kiwerch (nocdösilich von Luch erzielten 
unsere Flugzeuggeschwader gute Treffergebnisse. 
Armee des Generals Grafen v. Bothmer: Keine wesentlichen Ereignisse. 
  
t 
2 
3 
ð 
· 
l 
" 
ð 
  
— 
V V 
* 
S— 5 
  
2 
1337 97
        <pb n="366" />
        Balkankriegsschauplatz. Eine feindliche Abteilung, die einen vorgeschobenen 
bulgarischen Posten südwestlich von Gjevgjeli angriff, wurde abgewiesen. Durch 
Feuer auf Gülemenli (nordöstlich des Dojransees) wurden sieben griechische Einwohner, 
darunter vier Kinder, getötet. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Zussischer Angriff bei Delatyn abgewiesen. 
Wien, 15. Juli. Anmilich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Südwestlich von Moldawa wurden russische Abteilungen, die 
sich gegen unsere Stellungen vorwagten, zersprengt. — Bei Jablonica, südöstlich von Zabie, brachten 
wir in erfolgreichen Streifungen 200 Gefangene ein. — Bei Delatyn erhöhte Gefechistätigkeit. 
Feindliche Zortruppen, die in die Stadt eingedrungen waren, wurden an den Südrand 
zurückgeworfen. Ein von den Zussen südlich von Delatyn versuchter Angriff brach in unserem 
Feuer zusammen. Sonfk im Nordosten nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Der gestrige Tag verlief auch aon der Front zwischen 
Brenta und Eisch viel ruhiger. Im allgemeinen beschränkte sich die Kampfiätigkeit auf Geschütz- 
feuer. Zereinzelte Zorstöße des Feindes gegen unsere Stellungen nördlich des Dosinatales und 
ein größerer Angriff gegen den Barcolapaß wurden abgewiesen. 
Sädöstlicher Kriegsschauplah. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Englische Angriffe an der Somme abgewiesen. 
Großes Hauptaquartier, 16. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Beiderseits der Somme starke Artillerietätigkeit. 
Im Taufe des Nachmittags brachen vier starke englische Angriffe im Abschnitt Ovillers — 
Zazentin-le-Detit vor unseren Linien ebenso restlos zusammen wie am Vormittag 
ein östlich von Zazentin angesehter Angriff. 
Südlich der Somme entspann sich abends ein lebhaftes Gefecht bei und südlich 
von Biaches. Ein Teil des Dorfes ist wieder von uns besetzt. Es wurden über 
100 Gefangene gemacht. Französische Angriffe wurden bei Zarleux sowie in Gegend 
von Estrées und westlich davon, diese bereits im Sperrfeuer unter großen seindlichen 
Verlusien, abgewiesen. 
Oestlich der Maas sehten die Franzosen nachmittags starke Kräfte gegen die 
Höhe „Kalte Erde“ und gegen Fleurhy an; sie hatten keine Erfolge. Bei ihrem 
abends wiederholten Anlauf drangen sie südwestlich des Werkes Thiaumont in 
kleine Teile unserer vordersten Linie ein, um die noch gekämpft wird. 
Auf der übrigen Front wurden feindliche Hatrouillenunternehmungen, nördlich von 
Oulches — Craonnelle auch der Angriff größerer Abteilungen, abgeschlagen. 
Nördlich von Chilly brachte eine deutsche Hatrouille 24 Franzosen und ein 
Maschinengewehr ein. 
Wesilich von Loos wurde ein feindliches Flugzeug durch Infanterie abgeschossen. 
Es stürzte in unser Hindernis ab; ein durch Abwehrfeuer beschädigter Doppeldecker 
fiel bei Nesle in unsere Hand. 
**C8 
1533
        <pb n="367" />
        # 
WE — —— ——.——————CG—# 
*B SS—————— ————— Sr — ä — — 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 
v. Hindenburg keine besonderen Ereignisse. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Hrinzen Leopold von Bayern: Zussssche 
Gegenangriffe gegen die von uns wiedergewonnenen Linien in Gegend Skrobowa 
blichen ergebnislos. 6 Offiziere, 114 Mann fielen in unsere Hand. 
* Heeresgruppe des OGenerals v. Linsingen: Südwesilich von Luck sind deutsche 
* 
  
Truppen im Gegenstoß gegen angreifende russische Kräfte. 
Bei der Armee des Generals Grafen v. Bothmer ist die Lage unverändert. 
7 Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
- 
ri 
Selärkere Kämpfe sädwestlich Luck. 
Wien, 16. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. In der Zukowina griff der Feind gessern 
unsere Stellungen auf der Höhe Capul und beim Gestüt Tuczina neuerdings an. 
Er wurde im Handgemenge geworfen. — Die Zahl der bei Jablonica eingebrachten 
Gefangenen hat sich auf 3 Offziere, 3156 Mann erhöht. — Im Raume von 
Nowo-Doczajew scheiterte ein nächtlicher Borstoß der Russen gegen unsere Vorposten. — 
Südwesfslich von Luck sind wieder stärkere Kämpfe im Gange. — Westlich von 
Torczyn schlugen unsere Truppen einen nach heftiger Artillerievorbereitung geführten 
rustschen Angriff zurück. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Auf unseren Stellungen im Raume des 
Zorcolapasses lag andauerndes schweres Artilleriefeuer. Feindliche Flieger belegten 
Vielgereuth erfolglos mit Zomben. Im Gebiet des Tofana! brachen wiederholte 
Angriffe der Italiener zusammen. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Bosusa Artilleriekämpfe 
und Geplänkel. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Der Kaiser im Kampfgebiet an der Somme. 
Großes Hauptquartier, 16. Juli. Seine Majeskät der Kaiser weilte heuie wieder im 
Kampfgebiet an der Somme. Er nahm vom Oberbefehlshaber der Armee die Meldung über 
die slattgehabten Operationen entgegen und hatte unterwegs eine Besprechung mit dem Chef des 
Generalskabes des Feldheeres. Bei dem Besuch in Tazaretten zeichnete er Schwerverwundete 
mit dem Eisernen Kreuz aus. Wie mehrfach anläßlich seiner Anwesenheit bei den Kämpfen an 
der Maas in letter Zeil sprach er auch an der Somme den tapferen Truppen seine An- 
erkennung und seinen Dank aus. (W. T. B.) 
  
Jeue Kämpfe um Ovillers und Biaches.— Zussische Anternehmungen 
bei Riga und an der Dünatront. — Die Kämpfe an der TCipa. 
Großes Hauptquartier, 17. Juli. 
Westlicher Kriegeschauplatz. Zwischen dem Meere und der Ancre steigerten 
die Engländer an mehreren Stellen ihr Feuer zu größerer Heftigkeit.
        <pb n="368" />
        — ——— ———— — « .Y-«Y«sz- 
WHEHOHEHMMECRZMI4 BMB TMIÆHNFLOHEÄÆVMH 
y, 
     
   
Im Sommegebiet blieb die Artillerietätigkeit beiderseits sehr bedeutend. Es ist 
zu feindlichen Teilangriffen gekommen, in denen die Engländer in Ovillers weiter 
eindrangen, und die südlich von Biaches zu lebhasten Kämpfen geführt haben, im 
übrigen aber schon im Sperrfeuer scheiterten oder in demselben nicht zur vollen 
Entwicklung kamen. Die Zahl der im Kampfe um Biaches gemachten Gefangenen 
erhöht sich auf 4 Offizziere, 3066 Mann. 
Die am 18. Juli eingeleiteten größeren französischen Angriffe östlich der Maas 
wurden bis heute morgen fortgesetzt. Erfolge erzielte der Gegner in dem blutigen 
Ningen nicht, sondern büßte an einigen Stellen Zoden ein. 
An der übrigen Front keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. Ein fean- 
zösischer BZorstoß im Anschluß an eine Sprengung närdlich von Oulches wurde 
abgewiesen. Wir sprengten mit gutem Erfolge auf der Combreshöhe. Eine deutsche 
Datrouille brachte bei Lanfroicourt (Lothringen) einige Gefangene ein. 
Am 18. Juli sind außer den gestern berichteten zwei weitere feindliche Flugzeuge 
außer Gefecht gesetzt worden: das eine im Tuftkampf hinter der feindlichen Linie 
südlich der Somme, das andere durch Abschuß von der Erde bei Dreslincourt (Oise) 
in unserer Front. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hinden- 
burg: Verstärktes Feuer leitete westlich und südlich von Kiga sowie an der Düna- 
front russische #nternehmungen ein. Bei Katarinenhof (süblich von Riga) griffen 
starkere feindliche Kräfte an; hier hat sich ein lebhaftes Gesecht entwickelt. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Drinzen Leopold von Bayern: Keine 
wesentlichen Ereignisse. 
Heeresgruppe des Generals v. TLinsingen: Südwestlich von Tuck wurde durch 
den deutschen Gegenstoß der feindliche Angriff angehalten. Die Truppen wurden 
daraufhin zur Verkürzung der Verteidigungslinie ohne Belädstigung durch den Gegner 
hinter die Lipa zurückgeführt. An anderen Stellen sind die ZKussen glatt abgewiesen. 
Armee des Generals Grasen v. Bothmer: Die Tage ist unverändert. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neuee. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
  
Die schweren Kämpfe im Raume von Luck. 
Wien, 17. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplah. In der Bukowina blieben erneute Vorstöße der 
Zussen gegen unsere Stellungen südlich und südwestlich von Moldawa wie an den 
VBortagen ergebnislos. Der Feind erlitt große Berlusse. Im Waldgebiet nördlich des 
Drislopsattels sind auf beiden Seiten Nachrichtenabteilungen und Streifkommandos ins 
Gefecht getreten. Bei Zabic und Tatarow wurden russische Vorstöße zurückgewiesen. 
Nordwestlich von Burkanow vereitelten unsere Borposten den Bersuch des Feindes, 
seine Gräben gegen unsere Stellungen vorzutreiben. Südwestlich von Tuck griffen 
die Kussen mit überlegenen Krästen an. Der Frontteil bei Szklin wich in den 
Jaum ösilich von Gorochow aus. Durch einen Gegenstoß deutscher Bataillone 
  
  
# 
3 3 
S J— — U x 
—.———
        <pb n="369" />
        in der Wesiflante gedeckt, wurden daraufhin die südlich von Luck kämpfenden ver— 
bündeten Truppen, ohne durch den Gegner gestört zu werden, hinter die untere 
Lipa zurückgenommen. Westlich von Tortzyn wurde ein Nachtangriff der Russen 
abgeschlagen. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Das feindliche Artilleriefeuer gegen unsere 
Borcolasiellungen hält an. Auf dem anschließenden Abschnitt bis zum Astachtal ist 
der Geschühkampf recht lebhaft. An der Dolomitenfront ffanden unsere Stellungen 
nördlich des Pellegrinofoles und im Marmolatagebiete, an der Kärntner Front der 
Seebach, und Raiblerabschnitt unter hestigem Feuer. Italienische Infanterieabteilungen, 
die im Seebachtal vorgingen, wurden zurückgewiesen. 
Südösflich er Kriegsschauplatz. Keinc besonderen Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Ereignisse zur See. Ein Geschwader von Seeflugzeugen hat in der Nacht 
vom 16. auf den 17. Juli die Bahnhofsanlagen und militärische Objekte von 
Treviso sehr wirkungsvoll mit 90 schweren und leichten Zomben belegt. Ein Flug, 
zeug wird vermißt. Flottenkommando. (W. T. B.) 
Starke russische Angriffe bei Kiga zurückgeworfen. 
Großes Hauptgquartier, 18. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem nördlichen Teile der Front wurden an 
zahlreichen Stellen feindliche Hatrouillen vor unseren Hindernissen abgewiesen. Eine 
unserer Hatrouillen nahm im englischen Graben öfstlich von Vermelles 1 Offizier, 
4 Unteroffiziere und 11 Mann gefangen. 
Zu beiden Seiten der Somme benutten unsere Gegner den Tag zur Feuer- 
vorbereitung. Starke Angriffe, die sich abends und nachts gegen Pozières und die 
Stellung östlich davon, gegen Biaches-Maisonette-Barleuxkx und gegen Soyecourt 
richteten, wurden überall unter großer Einbuße des Feindes zum Scheitern gebracht. 
Im Maazgebiet zeitweise lebhafte Feuer, und kleinere Handgranatenkämpfe. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von 
Hindenburg: Die Russen setzen südlich und südöstlich von Riga ihre starken 
Angriffe fort, die vor unseren Stellungen blutig zusammenbrechen oder da, wo 
sie bis in unsere Gräben gelangen, durch Gegenstöße zurückgeworfen werden. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Hrinzen Leopold von Bayern: Keine 
besonderen Ereignisse. 
Hceresgruppe des Generals v. Linsingen: Die Lage isi im allgemeinen unver- 
dudert. Russische Angriffe sind westlich und südwestlich von Luck glatt abgewiesen. 
Armec des Generals Grafen v. Bothmer: Abgesehen von kleinen VBorfeldkämpfen 
keine Ereignisse. 
Ballankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
1541 
  
25.— — r* W#E—#.. · sit-I I- « 
HORMAsNWQsNMxKIMMZIPRMMAY-EIN
        <pb n="370" />
        3#VIC « ’. -ch ch IX Yt » T «Y V 
soHOÆEHKÆHÆHIHWHIJOMHRMWMOÆMIX 
  
Russische Angriffe in Wolhynien abgeschlagen. 
Wien, 18. Juli. Amilich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplah: In der Bukowina und im Raume nördlich des Prislop- 
-s saltels verlief der gestrige Tag ohne nennenswerle Begebenheit. 
Bei Zabie und Tatarow drückten die RKussen unsere Hosken zurück. Angriffe auf unsere 
Hauptstellung scheiterten unker großen Feindverlusten. 
Auch nördlich von Radziwillow und südwestlich von Luck wurden feindliche Dorstöße ab, 
geschlagen. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Im Ortlergebiel wurde ein feindlicher Angriff auf 
das Thurwiesersoch abgewiesen. Die Stadl Riva, unsere Front zwischen dem Borcolapaß und 
dem Asiachtal sowie einzelne Abschnilte in den Dolomilen standen unter lebhafterem Artillerieseuer. 
An der Kärntner Front dauern die Geschützkämpfe im Fella= und Railblerabschnitt fort. 
Auch Malborgehl wurde nachts von der italienischen Artillerie beschossen. Im Fratleugraben 
(nordwesilich von Dontebba) war abends starker Gesechtslärm hörbar. Von unserer Seite 
befanden sich dork keine Truppen im Kampf. 
2 An der Isonzofront entwickelte die feindliche Arlillerie namentlich gegen den Görzer Brücken- 
kopf eine regere Täligkeit. 
GSüdöstlicher Kriegsschauplatz. Jichts Neues. 
Der Stellverkreker des Chefs des Generalftabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnanl. (W. T. B.) 
Vergeblicher russischer Fliegerangriff am Rigaischen Meerbusen. 
Berlin, 18. Juli. Am 17. Juli griffen drei russische Flugzeuge einen Teil unserer leichten 
Seestreitkräste om Eingang zum Ingaischen Meerbusen an und warfen ohne Erfolg Bomben ab. 
Durch unser Abwehrfeuer wurde ein Flugzeug abgeschossen, die beiden anderen wurden vertrieben. 
(W. T. B.) 
Die Beschießung von Seaham durch ein deutsches Ul-Boot. 
Berlin, 18. Juli. Am 11. Juli hat eins unserer U.Boote die Eisenwerke von Seaham an der 
englischen Ostküste beschossen. In der Zeil vom 10. bis 14. Juli sind an der englischen Ostküste 
durch unsere U-Boote sieben englische Fischampfer und zwei Fischerfahrzeuge vernichtet worden. 
(Alle englischen Fischerfahrzeuge leisten BZewachungs= und Meldedienst für die englische Marine, 
gleichgültig, ob sie von der Admiralilkäl gechartert sind oder nicht.) (W. T. B.) 
  
Longueval und der Delvillewald den Engländern wieder entrissen. 
Großes Hauptquartier, 10. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Im Sommegebiet wurden gestern abend das 
Dorf Longueval und das öftlich an das Doerf ansloßende Gehölz Deloille von 
dem Magdeburger Infanterieregiment Nr. 26 und dem Altenburger Regiment 
in hartem Kampfe den Engländern wieder entrissen, die neben großen blutigen 
Verlusien 8 Offiziere, 230 Mann an Gefangenen einbüßten und eine beträchtliche 
Zahl Maschinengewehre in unserer Hand ließen. 
Feindliche Angrisse gegen unfere Stellungen nördlich Ovillers sowie gegen 
den Südrand von Dozièes wurden bereits durch Sperrfeuer unterbunden und 
halten nirgende den geringsten Erfolg. 
  
       
r— 
* 
398 
15-72
        <pb n="371" />
        — GE — — —— — 
—G 
1 
z 
·— 
  
r* 
## 
# 
      
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
    
  
  
   
Südlich der Somme scheiterten französische Teilangriffe nördlich von Sarleur 
und bei Zellop, an anderen Stellen kamen sie über die ersien Anfänge nicht hinaus. 
Rechts der Maas setzte der Feind seine vergeblichen Ansirengungen gegen unsere 
TLinien auf der „Kalten Erde“ fort. 
Nördlich von San de Sapt war eine deutsche Hatrouillenunternehmung erfolgreich. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hinden- 
burg: Südlich und südösilich von Riga haben unsere tapferen Regimenter 
die wiederholten, mit verstärkten Krästen geführten russischen Angriffe unter un- 
gewöhnlich hohen Verlusten für den Feind zusammenbrechen lassen. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Hrinzen Leopold von Zayern: Die Lage 
an der Front ist unverändert. 
Auf die Bahnhöfe Horodzieja und Dogorjelzy der mit Truppentransporten belegten 
Strecke Minsk Richtung Baranowitschi wurden von unseren Fliegergeschwadern 
erfolgreich zahlreiche Bomben abgeworfen. 
Heceresgruppe des Generals v. Linsingen: Teilweise lebhafterc Feuertätigkeit 
des Gegners besonders am Stochod sowie westlich und südwestlich von uckik. 
Armec des Generals Grafen v. Bothmer: Keine besonderen Ereignisse. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Die Russen bei Delatyn über den Druth zurückgetrieben. 
Wien, 19. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. Keine Aenderung. Südwestlich von Moldawa wurden 
wieder einige russische Jorstöße abgeschlagen. Im Berg= und Waldgebiet von Jablonica und 
Zabie löste sich der Kampf in zahlreiche Einzelgefechie auf. Sädwestlich von Delatyn trieben 
unsere Truppen russische Abteilungen, die auf das Wesiufer des Druth vorgedrungen waren, 
über den Fluß zurück, wobei 300 Gefangene gemacht und 2 Maschinengewehre erbeutet wurden. 
Weiter nördlich nichts von Belang. 
Italsenischer Kriegsschauplatz. Nach neuerlicher heftiger Artillerievorbereitung griffen 
die Jtaliener unsere Stellungen südösflich des Borcolapasses dreimal mit skarken Kräften an. 
Diese Angrifse wurden mit Handgranaten, Maschlnengewehrfeuer und Steinlawinen blutig 
abgewiesen. An der Kärniner Front hält das lebhafte Geschützfeuer im Fella= und RKabbler- 
abschnitt an. Ein Nachtangriff von Alpiniabteilungen im Gebiet des Mittagskofels scheiterte 
nach harinäckigem Kampf an der Zähigkeit der Verteidiger, die ein feindliches Maschinengewehr 
in Händen behielten. Tarvis ftand abends unter Geschühfeuer. An der Isonzofront wirkte die 
itallenische Artillerie vornehmlich gegen die Hochsiäche von Doberdo. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Lnverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Fliegerangriff auf den Kriegshafen von Reval. 
Berlin, 19. Juli. Am 18. Juli früh griffen deutsche Seeflugzeuge die im 
Kriegshafen von Neval liegenden feindlichen Kreuzer, Torpedoboote, U-Boote 
und dortige militärische Anlagen mit Bomben an.
        <pb n="372" />
        Treffer wurden auf die feindlichen Streitkräfte erzielt, so auf einem U-Boot 
allein vier. 
In den Werstanlagen wurden große Brandwirkungen hervorgerufen. 
Troh slaorker Beschießung von Land aus und troh versuchter Gegenwirkung 
durch feindliche Flugzeuge kehrten unsere Seeflugzeuge sämtlich unversehrt zu den 
sie vor dem Finnischen Meerbusen erwarkenden Seestreitkrästen zurück. 
Obwohl lethtere infolge großer Sichtigkeit sehr frühzeilig von Lond beobachtet 
und durch feindliche Flugzeugaufklärung festgestellt woren, zeigten sich keine feindlichen 
Seestreitträste. Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.) 
Türkische Erfolge in Tripolitanien, Mesopotamien und Dersien. 
Konflantinopel, 19. Juli. Das Hauptquartier meldel: Aus den neuen Nachrichten über 
die mit Erfolg ausgeführten militärischen Operationen gegen die Jtaliener in Tripolis und gegen 
die Engländer im Westen von Aegypten geht hervor, daß Nury Zey, der als Dascha die 
Operationen der ottomanischen Freiwilligen in diesen Gegenden leitet, sich entgegen dem englischen 
Bericht, der feinen Tod in einer der letzien Schlachten meldet, am Leben befindei und glänzend 
seine Aufgabe erfällt. In dem lehten Gefecht, das er den Jialienern in der IUmgebung von 
Mißrata lieferte und das mil einer Niederlage derselben endete, nahm er den Jtalienern 
200 Offiziere, 6000 Soldaten und 24 Geschütze ab. Die Ortschaften Mißrato und Djsedahie 
befinden sich im Besitze der Freiwilligen. Zwischen den beiden Ortschafften und der Küsie steht 
kein Jtaliener mehr. Unsere# Freiwilligen befinden sich im Westen von Aegypien in für sie 
siegreichen Kämpfen, über die wir noch keine Einzelheiten erhalten haben. 
An der Irakfronk hat sich im Abschnitt von Felahie nichts geändert. Am 18. Juli griff eines 
unserer Kampfflugzeuge ein englisches Flugzeug an und beschoß es. Oieses wurde beschädigt 
und stürzie hinter den feindlichen Linten ab. Im Euphratabschnitt machten unsere Freiwilligen 
und fliegenden Abteilungen gelungene Leberfälle auf feindliche Lager und Etappenlinlen. Sieben 
vollkommen mit TLebensmitteln beladene Schisse wurden von uns auf den Etappenstraßen 
erbeutet. Nach den letzten von Ibn Sud Reschid Dascha erhaltenen Nachrichten, der als 
Oberbefehlshaber unsere Haupistreitkräfte und Freiwilligen befehligt, die in den Gegenden von 
Jedsd und Zubair operieren, sind die in der Umgebung von Bassorch angetroffenen englischen 
Abteilungen bestegt worden. Außerdem wurde ein englisches Flugzeug abgeschossen und erbeutet. 
(W. T. B.) 
Neue schwere Kämpfe beiderseits der Somme. 
Großes Hauptquartier, 20. Juli. 
Westilicher Kriegsschauplah. Zwischen dem Meere und der Ancce vielfach 
lebhaste Feuertätigkeit und zahlreiche Hatrouillenunternehmungen. Mit erheblichen 
Krästen griffen die Engländer unsere Stellungen nördlich und westlich von 
Fromelles an; sie sind abgewiesen und, wo es ehnen einzudringen gelang, durch 
Gegenstoß zurückgeworsen. leber 300 Gefangene, darunter eine Unzahl Offiziere, 
fielen in unsere Hand. 
Beiderseils der Somme sind neue schwere Kämpfe im Gange. Nördlich des 
Flusses wurden sie gestern nachmiltag durch siarke englische Angriffe gegen 
Longueval und das Gehölz Delville eingelcitet, in die der Gegner wieder ein- 
drang; unserem Gegenangriff mußte er weichen, er hält noch Teile des Dorfes 
  
  
1544 
7r| 
  
* 
x 
# 
...........—
        <pb n="373" />
        Ke 0 
S 
und des Gehölzes. Heute früh sehten auf der ganzen Front vom Foureauk- 
wäldchen bis zur Somme englisch-französische Angriffe ein; der erfie starke 
Ansturm ist gebrochen. 
Güdlich des Flusses griffen die Franzosen nachmittags in Gegend von Belloy 
zweimal vergeblich an und sind heute in der Frühe im Abschnikt Estrées— 
Soyecourt bereits dreimal blutig abgewiesen; aus einem vorspringenden Graben 
bei Soyecourt wurden sie im Bojoneitkampf geworfen. 
Die Artillerien enkfalten auf beiden Somme-Lfern größte Krafl. 
Auf Teilen der Champagnefront zeitweise lebhaftere Artillerietätigkeit, in den 
Argonnen Minenwerferkämpfe, im Maasgebiet keine besonderen Ereignisse, auf 
der Combreshöhe eine erfolgreiche deutsche Datronillenunternehmung. 
Bei Arras, Héronne, Biaches und bei Vermand sind feindliche Flugzeuge abge- 
schossen, zwei von ihnen durch die Leutnants Wintgens und Höhndorf. Dem 
Leutnant Höhndorf, der ersi am 15. Juli, wie nachträglich gemeldet wurde, einen 
französsschen Doppeldecker südösklich von DPéronne abgeschossen hat, ist von Seiner 
Masestät dem Kaiser der Orden Pour le mérite verliehen worden. 
Oestlicher Kriegsschauplah. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 
v. Hindenburg: Auch gestern hatte der Feind mit seinen am Nachmiltag wieder auf- 
genommenen Angriffen beiderseits der Straße Ekau—Kekkau (südösilich von Riga) 
keinerlei Erfolg; er hat nur seine großen Verluste noch erhöht. 
Zussische Hatrouillen und stärkere Aufklärungsabteilungen sind überall abgewiesen. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Hrinzen Leopold von Bapern: Im An- 
schluß an lebhaffe Handgranatenkämpfe in der Gegend von Skrobowa griffen die 
Zussen an und wurden glatt abgewiesen. 
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen: Im Stochodknie, nördlich von 
Sokul, unternahmen ösierreichisch-ungarische Truppen einen kurzen Vorstoß, warfen 
die KRussen aus der vordersten Linie und kehrten planmäßig in ihre Stellung zurück. 
Südwesilich von Luck haben deutsche Truppen die Stellung in die allgemeine 
Cinie Tereszkowier — Jelizarow wieder vorgeschoben. 
Der Feind steigerte an der unteren Lipa und in Gegend von Werben sein Feuer. 
Armee des Generals Grafen v. Bokhmer: Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. 
Balkankriegsschauplaßz. ##verändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Zwei feindliche Unterseeboote in der Adria vernichtet. 
Wien, 20. Julf. Amtlich wird verlaulbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina und nordösklich des Drislopsaktels 
keine Ereignisse von Belang. 
Bei Zabie und Tatarow hielt auch gestern die Kampflätigkeit in wechselnder Stärke an. 
An der galizischen Front nördlich des Dusestr stellenweise Borpostengefechte. In Wolhynien 
drängien deutsche Truppen den Feind westlich der Zwiniacze nordwärts führenden Niederung zurück. 
Im Stochodlnie südöstlich von Kastowka überfielen österreichischungarische Ableilungen eine 
vorgeschobene Schanze der ZRussen.
        <pb n="374" />
        ri- 
r —. 
W °c T. öä 
   
  
   
Ê— —— · TO 
«Æh--»TWJCT0i-»H I 
   
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
      
     
   
Jialienischet Kriegsschauplatz. Die Gefechistätigkeit war im allgemeinen gering; nur 
einzelne Abschnitie der Tiroler Osifroni und des Kärniner Grenzgebieis standen zeiiweise unier 
lebhafterem Feuer der feindlichen Artillerie. 
Südöttlicher Kriegsschauplatz. An der unieren Vojufa Geplänkel. 
Die Besatzung einer süddalmatinischen Insel schoß einen italienischen Flieger ab. Das 
Flugzeug ist verbrannt; die Insassen wurden gefangen. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoeser, Feldmarschalleutnant. 
Ereignisse zur See. IZn der Nacht vom 14. auf den 15. Juli wurden von unseren 
Torpedobooten in der mittleren Adria ein italienisches Unterseeboot, zwölf Stunden später 
in der südlichen Adria ein Unierseeboot unbekannier Flagge vernichtet. VZon beiden 
Bemannungen konnte niemand gerettet werden; unserseits keine Verlusie. 
Am 19. Juli früh überflogen drei stalienische Seeflugzeuge das nördliche Inselgebiet und warfen 
einige Bomben auf Oertlichkelten und gegen verankerte und fahrende Dampfer, ohne den 
geringsten Schaden anzurlchten. Zwei Flugzeuge wurden zum Niedergehen gezwungen, davon 
das eine ganz unbeschädigt von einem Torpedoboot eingebracht. Die Insassen beider Flugzeuge, 
drei Osfiziere und eln Unteroffizier, wurden unverwundet gefangengenommen. 
Flottenkommando. (W. T. B.) 
Französische Fliegerüberfälle auf Schwarzwaldorte. 
Großes Hauptquarilker, 20 Juli. In der Nacht vom 17. zum 18. Juli hat ein 
erneuter französischer Fliegerangriff auf eine offene deutsche Stadt stattgefunden. Das Ziel war 
die kleine Schwarzwaldortschaft Kandern, in der eine Frau mit ihren vier Kindern geiötet wurde. 
Nach heutigen ergänzenden Nachrichten sind auch die Schwarzwaldortschaflen Holzen und 
Mappach angegriffen worden. An beiden Orten entskand aber nur unbedeutender Sachschaden. 
Die drel Ortschaften liegen, wie alle senseits des Rheins von unsern Gegnern gewählten Ziele, 
außerhalb des Operationsgebietes und sind ohne jede militärische Bedeutung. 
Deutsche Luftangriffe sind bisher nur gegen Fesiungen oder gegen Anlagen in Ortschaften 
gerichiet worden, die innerhalb des Operationsgebietes als Bahnknotenpunkie, Truppenlager 
oder Verladesfationen in unmittelbarem Zusamenhang mit den Operationen stehen. Alle im 
französischen Funkspruch vom 28. Juni nachmittags genannien Ortschaften: Beéihune, Amiens, 
Hazebrouck, Bar, le-Duc, Epernay, Fisnes, St. Dié, Gerardmer, Lunéêville-Baccarat und Kaon 
I/Etape, entsprechen diesen Boraussetzungen. 
Der erneute französische Angriff gegen die militärisch bedeutungslosen kleinen Schwarz- 
waldortschaften zeigt, wie die Angriffe auf Freiburg und Karlsruhe, die Absicht, Luftangriffe 
nicht gegen militärische Anlagen oder Truppen, sondern gegen die friedliche, wehrlose Zevöllerung 
des Hlnterlandes zu richten. 
Die Versuche der französischen Heeresleitung, dies als Zergeltungsmaßregeln zu rechtfertigen, 
sind nicht stichhaltig. Zielmehr werden wir gezwungen fein, unsere bisher zu Bombenangriffen 
noch nicht eingesetzten starken Kampfgeschwader für diesen Zweck zu verwenden. Eine große 
Zahl friedlicher französischer Städie außerhalb des Operationsgebieies liegt erreichbar für unsere 
Lufigeschwader vor unseren Linien. (W. T. B.) 
Neuer feindlicher Massenvorstoß an der Somme gescheitert. 
Großes Hauptquartier, 21. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Der gestern gemeldete englische Angriff in 
der Gegend von Fromelles am 19. Juli ist, wie sich herausgestellt hat, von zwei 
starken Divisionen geführt worden. Die tapfere bayerische Division, auf deren 
0 
           
  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
   
   
rE ### 
rs
        <pb n="375" />
        einen Frontabschnitt er stieß, zählie mehr als 2000 Leichen des Feindes im 
Vorgelände und hat biosher 481 Gefangene (darunter 10 Offiziere) sowie 
16 Maschinengewehre abgeliefert. 
Auf beiden Ufern der Somme holten die Feinde gestern, wie erwartet wurde, 
zu einem Hauptschlage aus. Er ist gescheitert. 
Die Angriffe wurden nach kräftigster Borbereitung auf einer Frontk von nahezu 
40 Kilometer von südlich PDozières bis wesllich Vermandovillers in zahlreichen 
Wellen angesetzt. Mehr alo 17 Divisionen mit über 200000 Mann nahmen 
daran teil. Das kärgliche Ergebnis für den Gegner ist, daß die ersie Linie 
einer deutschen Division in elwa 3 Kilometer Breite südlich von Hardecourt auc 
dem vordersten in den 800 m dahintker liegenden nächsten Graben gedrückt, und 
daß feindliche Abteilungen in das vorspringende Wäldchen nordwestlich von 
Vermandobvillers eindrangen. Auf der gesamten übrigen Front zerschellten die 
wütenden Anläufe an der todesmutigen Pstlichttreue unserer Truppen unter 
außerordentlichen Berlusten für die Feinde. Auch der im Grabenkricg über- 
raschende Einfah englischer Reiterei zu Pferde konnte daran natürlich nichts ändern. 
Es sind bisher 17 Offiziere und rund 1200 Mann gefangengenommen worden. 
Von der übrigen Front sind Ereignisse von besonderer Zedeutung nicht zu 
berichten. Die Artillerie= und Minenwerfertätigkeit war südlich des Konals von 
La BZassée und nordwestlich von Lens sowie in den Argonnen und bedderseitls 
der Maas zeitweise gesteigert. Nördlich von Vendresse (Aisnegebiet) gingen 
kleine französische Abteilungen nach ergebnisloser Sprengung vor und wurden 
abgewiesen; der Trichter wurde von uns besectzt. 
Ein im Tuftkampf abgeschossenes feindliches Flugzeug liegt zerkrümmert südlich 
von Dozières, cin anderes ist nordösflich von Bapaume in unsere Hand gefallen. 
Oesilicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Ginden= 
burg: Südösilich von Riga raffte sich der Feind nur zu einem schwächlichen Angriffs- 
versuch auf, der im Keime erstickt wurde. Russische Versuche, beiderseits von Friedrich= 
stadt über die Düna zu sechen, wurden verhindert; nördlich von Dweten hat eine 
kleine Abteilung das Wesiufer erreicht. Nordöstlich von Smorgon sind vorgeschobene 
Feldwachen überlegenem feindlichen Angriffe ausgewichen. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Hrinzen Leopold von Bayern: Die Lage 
ist unverändert. 
Hecresgruppe des Gencrals v. Linsingen: Nachdem zwischen Werben und Korsow 
russische Angriffe zum Stehen gebracht waren, wurde der nach Werben vorspringende 
Bogen vor erwarteten umfassenden Angriffen zurückgenommen. 
Armee des Gencrals Grafen v. Bothmer: Abgesehen von kleineren Vorscld- 
kämpfen keine Erciggnisse. 
Ballankriegsschauplatz. Nichts Neucs. 
Von englisch französischer Seite werden in leicht zu durchschauender Absicht dic 
merlwürdigsien Fabeln über deutsche Verlusse im Sommegebiek zu verbreiten gesucht. 
So wird von Doldhu in alle Welt gefunlt: aus einem gefundenen Schriftstück
        <pb n="376" />
        SS— — 
— 
    
  
    
  
ging hervor, daß ein Bataillon des 119. Reserveregiments von seinem Bestande 
von 1100 Mann 960 verlor, während zwei andere Bataillone desselben Regiments 
mehr als die Hälfte ihres effektiven Bestandes einbüßte. Zur Kennzeichnung solcher 
Ausstreuungen, zur Beruhigung der schwäbischen Heimat des Regiments wird bemerkt, 
daß seine Gesamtverluste in den letzten Wochen bis gestern glücklicherweise wenig 
über 500 Mann, also etwa ein Viertel der englischen Angabe, betragen, so beklagens- 
wert auch dies an sich schon ist. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Russische Angriffe bei Delatyn abgeschlagen. 
Wien, 21. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Auf der Höhe Capul in der Zukowina wurden neuerliche 
russische Zorsköße abgeschlagen. Die Höhen nördlich des Hrisloppasses sind gesäubert. Die 
Kämpfe bei Tatarow dauern fort. Zei Jamna sädwestlich von Delatyn brachen mehrere russische 
Angriffe zusammen. Im Mündungswinkel der Lipa griff der Feind nach mehrtägiger Artillerle, 
vorbereitung an. Sein Vorskoß über Werben wurde aufgefangen, doch nahmen wir unsere 
vorspringende Stellung vor neuerlich drohender Amfassung in die Gegend von Beresteczko zurück. 
Welter nördlich keine Aenderung der Lage. 
Jtalienischer Kriegsschauplatz. Unsere Stellungen öfsklich des Zorcolapasses stehen 
andauernd unter schwerem Geschüßtzfeuer. Starke feindliche Kräfte, die in diesem Abschnitt unter 
dem Schutze des Nebels nahe an unsere Front herankamen, wurden unier großen Verlufken 
abgewiesen. 
An der Fleimstalfront verskärkte die stalienische Artillerie zusehends ihr Feuer. Sonft keine 
Ereignisse von Belang. 
Südöstlicher KriegsschauplaW. Nichts Neues. 
Der Sitellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnani. (W. T. B.) 
Mussische-Massenangriffean der Straße Ekau-Kekkauabgeschlagen. 
Großes Hauptquartier, 22. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Im Sommegebiet haben unsere Gegner nach 
ihrer verlustreichen Niederlage des vorhergehenden Tages gestern auf größere ein- 
heitliche Angriffe verzichten müssen. Einzelne Teilvorstöße sind mühelos abgewiesen 
oder schon im Entstehen unterdrückt worden. Bei Säuberung eines Engländer- 
nesses im Fourcauxwäldchen machten wir einige Dutzend Gefangene und erbeuteten 
neun Maschinengewehre. Die lebhaften Artilleriekämpfe wurden mit Unterbrechungen 
fortgesetzt. 
Nördlich von Massiges (Champagne) blieb heute in der Frühe ein französischer 
Angriff auf schmaler Front ohne Erfolg. 
Beiderseits der Maas sieigerte sich die Artillerietätigkeit zeitweise zu größerer 
Heftigkeit. Gestern früh und heute nacht scheiterten feindliche Angriffe im Front- 
abschnitt von Fleury. 
Eine unserer Hatrouillen nahm in der französischen Stellung nordösklich von St. Die&amp; 
14 Mann gefangen. 
rar 
. -- 
15.13
        <pb n="377" />
        S.... 
  
Der Flugdiensi war Tag und Nacht beiderseits sehe tälig. Mehefache seindliche 
Bombenangriffe haben nur geringen militärischen Schaden angerichtet, keilweise aber 
unter der Bevölkerung Opfer gesordert, so in Laon, wo eine Frau schwer verletzt 
und drei Kinder getötet wurden. 
Unsere Gegner verloren sieben Flugzeuge im Tuftkampf, und zwar vier südlich von 
Bapaume und je eins südöstlich von Arras, wesilich von Combles und bei Rogc. Leuinant 
Wintgens hat seinen zehnten und elsien, Leutnant Höhndorf seinen zehnten Gegner außer 
Gefecht gesetzt. Seine Majestät der Kaiser hat seiner Anerkennung für die TLeistungen 
des Oberleutnants Frhr. v. Althaus, der bei Roye Sieger über einen französischen 
Doppeldecker blieb, durch VBerleihung des Ordens Pour le mérite Ausdruck verliehen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Beiderseits der Straße Ekau— Kekkau trotzen 
brandenburgische Regimenter weiter den starken russischen Massenangriffen, die am 
Nachmittag wieder ausgenommen und bis spät in die Nacht fortgeführt wurden; 
sie sind sämtlich unter den schwersten Berlusten für den Feind zusammengebrochen. 
Von der übrigen Front sind Ereignisse besonderer Bedeutung nicht zu berichten. 
Balkankriegsschauplatz. Die Tage ist unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Die Magurahöhe bei Tatarow zurückgewonnen. 
Wien, 22. Juli. Amtlich wied verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Von gesteen auf heute keine Aendeeung. 
In der Bukowina blieben die Anstrengungen des Feindes, sich des Berges Capul 
zu bemächtigen, abeemals erfolglos. 
Die vom Gegner vorübergehend besetzte Höhe Magura bei Tatarow wurde 
durch unsere Teuppen zurückgewonnen. 
Im Raume von Obertoyn entwickeln feindliche Erkundungsabteilungen erhöhte 
Tätigkeit. Bei Zarysz verteieb ein Honvedjagdkommando einen mit Maschinen- 
gewehren ausgerüfteten russischen Hauptposten. 
Die neuen Stellungen südwestlich von Beresieczko sind bezogen. Der siellenweise 
nachdrängende Gegner wurde abgewiesen. 
Westlich von Luck und am Stochod nichts von Bedeutung. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Mehrere Abschnitte der Tiroler West. und 
Ostfront standen gesieen unter lebhaftem feindlichen Geschützfeuer. 
Auf den Höhen nördlich der Dosina nahmen unsere Truppen einen Zeobachtungs- 
punkt in Besitz und wice: einen ftarken italienischen Gegenangeiff ab. Im Vorfelde 
der Zefesiigungen von Haneveggio wueden Angriffe einzelner italienischer Bataillone 
abgewiesen. Südlich des Rollepasses gelang es dem Feinde, einen zu Beobachtungs- 
zwecken vorgeschobenen Stüßpunkt zu nehmen. 
An der Isonzofront sfellenweise lebhafter Artilleriekampf. 
Süböstlicher Keiegsschauplatz. An der unteren Vosusa Geplänkel. 
Der Stellveetecter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
  
* "9..—————— 
1520
        <pb n="378" />
        — . r *— S— ? 
1 r 
7.— 
  
  
Neueerfolglose Angriffeder Engländerzwischen Ancreund Somme. 
Geländegewinn bei Damloup. 
Großes Hauptquartier, 23. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Zwischen dem Meere und der Ancre haben in 
einzelnen Abschnitten lebhaftere Feuerkämpfe stattgefunden; in der Gegend von 
Richebourg ist eine stärkere feindliche Erkundungsabteilung abgewiesen worden. 
Zwischen Ancre und Somme kam es nach tagsüber gesteigerter Artillerie- 
tätigkeit abends und nachts erneut zu Infanteriekampfen an der Front Thiepval— 
Guillemont. Oie hier angesetzten englischen Angriffe blieben trog rücksichtslosen 
Einsatzes an Menschen erfolglos. Bei und westlich von Dozières, am Foureauz= 
wäldchen und am Westrande von Tongueval führten zu heftigen Nahkämpfen. 
Zwischen Guillemont und der Somme wurden Angriffeversuche des Gegners 
bereits in den Ausgangsgräben durch Sperrfeuer erstickt. Südlich der Somme 
folgten dem zeitweise sehr starken, von uns in gleicher Weise erwiderten Feuer 
nur vereinzelte französische Borstöße, die mißlangen. Es sind über 100 Gefangene 
eingebracht, darunter einige Offiziere. 
Im Maasgebiet Artilleriekampf von mehrfach großer Stärke. 
Oestlich des Flusses wurden im Abschnitt von Fleury feindliche Handgranaten- 
trupps, im Bergwald (nördlich der Feske Tavannes) Erkundungsabteilungen 
abgewiesen. Güdlich von Damloup gewannen wir in Richtung des Gehöftes 
Dicourt Gelände, machten Gefangene und Benute. 
Die Stadt Müllheim i. B. und in der Nähe gelegene Dörfer wurden gestern 
von einem französischen Geschwader mit Zomben belegt. Wir haben zwei der 
feindlichen Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen und den Angriff sofort mit schwerem 
Feuer auf die Stadt Belfort beantwortet. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Südöstlich von Riga wurde spät abends ein 
feindlicher Angriff im Sperrfeuer zum Scheitern gebracht. 
tlebergangsversuche der Kussen über den Styr bei Zahatka (südwestlich von 
Beresteczko) wurden durch deutsche Zatterien vechindert. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Italienische Angriffe in Südttirol abgeschlagen. 
Wien, 23. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplah. Südösilich von Tatarow durch einen Kkarken russischen 
Vorstoß bedroht, nahmen wir die auf der Magura kämpfenden Truppen gegen den Karpathen, 
hauptkamm zurück. 
Sonstk bei unveränderter Lage nichts Neues. 
Italienischer Kriegsschauplaß. Nach einigen Tagen einer den Berhällnissen ent. 
sprechenden Kuhe kam es gestern an der Front sädlich des Bal Sugana wieder zu sehr 
hestigen Kämpfen. Durch andauerndes Artillerieseuer dußerster Stärke unterstüht, griffen die 
Jtaliener an mehreren Stellen wiederholt an. Sie wurden überall unter den schwersten Der- 
lusten zurückgeschlagen. Das Feldjägerbataillon Nr. 1 und Teile des Infanterieregiments Nr. 17,
        <pb n="379" />
        2 
  
7 
      
  
* 
— 
  
gegen deren Stellungen sich der Hauptanfskurm des Feindes richtete, zeichneten sich in diesen 
Kämpfen ganz besonders aus. 
Auch im RKaume von HPaneveggio nehmen die Kämpfe an Ausdehnung zu. Der Angriff 
einer italienischen Zrlgade gegen die Höhen südwestlich von Haneveggio wurde blutig abgewiesen. 
Auf den Höhen nördlich des Ortes scheiterte gleichzeitig der Vorstoß eines feindlichen Bataillons. 
Abschnitte unserer Tiroler Front, in denen gefstern nicht gekämpft, skanden zumeist unter heftigem 
seindlichen Geschützfeuer. 
An der Isonzofront wurde der Monte San Michele Ktark beschossen. 
Südöstlicher Kriegs schauplatz. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalskabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. Z.) 
ZRücktritt des Ministers Sasonow. 
Petersburg, 23. Juli. (Meldung der DPetersburger Telegraphen-Agentur.) Minisierpräsident 
und Minister des Innern Stürmer ist zum Minister des Auswärtigen ernannt worden und 
behält den VBorsitz im Ministerrat. Justizminister Chwoskow wurde zum Minister des Innern, 
der ehemalige Minisier des Innern Makarow zum Jufkizminister ernannt. Dem Minister des 
Auswärtigen Sasonow wurde der Räückiritt in Genehmigung seines Gesuches bewilligt. 
ussische Niederlage in Dersien. — Kämpfe in der Nähe von Suez. 
Konsiantinopel, 22. Juli. (Amtlicher Bericht.) An der Frakfront keine Beränderung. 
Die andauernde Hitze lähmte besondes im Abschnitt von Fellahie die beiderseilige Tätigkeit. 
Im Schatten beirug die Temperatur geliern 47 Grad. 
An der persischen Front hat sich im Abschnitt von Kermanschah nichts ereignet. Wir stellten 
fess, daß die Russen, die unsere Abtellungen ösilich von Sunnah angriffen, schwere Verlusse 
erlitten und eine Menge von Verwundeten auf ihrem Rückzug mitnahmen. In der Gegend 
von Bane kämpfen unsere Truppen erfolgreich mit den ZKussen. Angriffe unserer Truppen 
gegen die seit einiger Zeit in Kewanduz kräftig verschanzten russischen Truppen waren von 
m— 
— r. □ r— □ . 5 
— * = C#m— 
Erfolg gekrönt. Die Russen mußten sich in Unordnung nach Ossen zurückziehen und ließen in # 
Rewanduz eine große Menge von Ausrüskungsgegenskänden und Lebensmitteln zurück. Außer- * 
dem sind die Rückzugsstraßen des Feindes mil aller Art von Ausrüskungsskücken, Munition und 
sonstigen militärischen Gegensiänden bedeckt. Unsere Truppen verfolgen energisch den Feind 7 
*S 
und haben gegenwärtig 20 Kilometer östlich von Rewanduz mit ihm Fühlung. 
8 
In der Richtung auf den Suezkanal verjagien unsere vorgeschobenen Abteilungen nach v 
Westien zu eine feindliche Schwadron, die sie bei Katia antrasen. Eines unserer Flugzeug= H 
  
   
   
    
geschwader bombardierte erfolgreich seindliche Truppenlager, wichtige Einrichtungen und Petroleum- 
lager am Hafen von Suez und kehrte in seinen Heimathafen unversehrt zurück. (W. T. B.) 
Konsiantinopel, 23. Juli. (Bericht des Hauptquartiers.) An der Frakfront keine Berduderung. 
In DHersien versuchten die russischen Streitkräfie, die, wie im gestrigen Bericht gemeldet, in 
Auflösung nach Osten versagt worden waren, sich 30 Kilometer östlich von Kewanduz zu halten, 
wurden aber von unseren Truppen krästig verfolgt, so daß sie sich nicht zum Kampf Kellen 
konnten und sich gegen die Grenze zurückziehen mußten. Wir erbeuteten im letzten Kampfe 
zwei Maschinengewehre. 
Unsere vorgeschobenen Abteilungen verjagten in der Gegend von Romana eine feindliche 
   
n 
###KS 
S— 
71# 
     
W#rN# 
* 
Abteilung, die wesilich von Katia erschienen war. In einem Kampf, der öftlich von der Stadt 
GSuez und in der Nähe des Kanals zwischen unseren Abteilungen und zwei seindlichen Kavallerie- 
körpern geführt wurde, entsloh der Feind unter Zurücklassung von einigen Toten gegen den 
Kanal. (W. T. B.) 
  
* ##t# +— —. 
S 23
        <pb n="380" />
        Se E——. G—'. » 
OVWFÄ S S—— * — S 
  
  
  
  
Kühner Durchbruch der „Midilli“. 
Konstantinopel, 23. Juli. (Bericht des Hauptquartiers.) Der Kreuzer „Midilli“ traf 
am 22. Juli südlich von Sebastopol auf starke feindliche Seestreitkräste. Da man der „Midilli“ 
den Weg abzuschneiden versuchte, so mußte sie sich vier Stunden lang auf einen Kampf gegen 
ein neues russisches Schiff vom Typ „Kaiserin Marie“ und vier Torpedobootszerstörer ebensalls 
von neuer Bauart einlassen. Troh des Angriffes und trotzdem die seindlichen Schisse unauf- 
hörlich Verstärkungen herbeiriesen, durchbrach die „Midilli“ dank der Geschicklichkeit ihres Führers 
die feindliche Einkreisung und kehrte unversehrt zurück. (W. T. B.) 
Neue schwereenglische Berlustean der Front Thiepval-Guillemont. 
Großes Hauptquartier, 24. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Wie sich herausgestellt hat, wurden die gestern 
gemeldeten englischen Angriffe gegen die Front Thiepval — Guillemont von Teilen 
von 11 englischen Divissonen geführt, deren mehrere hastig von anderen Fronten 
herangeholt waren. Den einzigen Vorteil, den der Feind auf der ganzen Linse 
erreichen konnte, und den wir noch nicht wieder ousgebessert haben, das Eindringen 
in einige Häuser von Dozières, mußte er mit außerordentlich schweren blutigen 
Verlusten bezohlen. In Longueval warf ihn der mit Wucht geführte Gegenstoß 
der brandenburgischen Grenadiere vom Douaumont glorreichen Angedenkens. 
Aus einer Kiesgrube südwestlich Guisllemont, in der der Gegner sich vorübergehend 
eingenistet hatte, brachten wir 3 Offiziere, 141 Mann unverwundet heraus. — 
Güdlich der Somme sind kleinere französische Unternehmungen bei Sohecourt 
und westlich von Vermandovillers in unserem Feuer gescheitert. Die Artillerie- 
kämpfe flauten nur vorübergehend ab. Unsere Beute aus den Kämpfen seit dem 
15. Juli beträgt nach bisherigen Feststellungen 68 Maschinengewehre. 
Rechis der Maas steigerte sich der beiderseistige Artilleriekampf mehrmals zu 
großer Heftigkeit. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf dem nördlichen Teile der Front und bei der 
Armee des Generals Grasen v. Bothmer außer Dateouillenkämpfen keine Ereignisse. 
Nordwestlich von Beresteczlo wurden starke russische Angriffe glati abgeschlagen. 
Balkankriegsschauplatz. #rverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. S.) 
Hestige italienische Angriffe in Südttrol gescheitert. 
Wien, 24. Juli. Amflich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplatz. Die Tage ist unverändert. Auf den Höhen 
nördlich des Drislopsattels und bei Lobaczewka in Wolhynien wurden russische 
Angriffe abgeschlagen. In Osigalizien südlich des Dujessr wurde das Annähern 
feindlicher Abteilungen durch Artillerie vereitelt. Nördlich des Dnzjesir vollführten 
unsere Vortruppen mit Erfolg nächtliche Ueberfälle. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Gegen unsere Stellungen südlich des Val 
Sugana und jene im Kaume von Daneveggio und Dellegrino setzte der Feind seine 
  
— 
V 
  
  
  
SE## JS — J—#### — — I · 
——— 3 
1552
        <pb n="381" />
        * 4 # t—I r— 
——— *. .- — —3 
. 
   
  
    
      
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
      
      
        
      
        
    
      
      
    
    
heftigen Angriffe ohne jeden Erfolg fort. In den Morgenstunden gingen mehrere 
italienische Zataillone von C. Mgora entlang des Grenzkammes zweimal zum 
Angriff vor, jedesmal mußte der Gegner unter schwersten Verlusien zurückslüchten. 
Im Gebioete des Monte Zebio scheiterten im Lause des Vormittags vier Vorstösse, 
nachmittags wiederholten die Italiener noch zweimal den Vorssoß gegen den Nord- 
slügel unserer Front; sie wurden wieder unter den größten Berlusien zurückgeschlagen. 
Auf den Höhen nördlich und südlich von Daneveggio wurden drei Angriffe abgewiesen. 
Während der Nacht brachen noch je ein Angriff gegen Fedaja und die Höhen südlich 
Dellegrino im Feuer zusammen. An der Kärntner und Isonzofront keine Ereignisse 
von Belang. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Ereignisse zur See. Ein Seeflugzeuggeschwader hat heute nacht die militärischen 
Objekte von San Giorgio di Nogara, Gorgo, Monfalcone sohr wirkungsvoll mit 
schweren, leichten und Brandbomben belegt. Mehrere siarke Brände wurden 
beobachtet. Trotz heftigster Beschießung kehrten alle Flugzeuge unversehrt zurück. 
Flottenkommando. (W. T. B.) 
Der Kaiser an der Ostfront. 
Berlin, 24. Juli. Der Kaiser hat sich vom westlichen auf den öfstlichen Kriegsschauplatz 
begeben. In seiner Begleitung befindet sich der Chef des Generalstabes des Feldheeres. (W. T. B.) 
Kurzes Seegefecht in der Nordsee. — Doutsche Torpedoboote nahe 
der Themsemündung. 
Berlin, 24. Juli. In der Nacht vom 22. zum 23. Juli unternahmen 
deutsche Torpedobooke von Flandern aus einen Vorskoß bis nahe der Themse- 
mündung, ohne dort feindliche Seestreitkräste anzutreffen. Bei der Rückkehr 
stießen sie am 23. Juli morgens auf mehrere englische kleine Kreuzer der Aurora- 
klasse und Torpedobootszerstörer. Es entspann sich ein kurzes Mrtilleriegefecht, 
im Verlaufe dessen Trefferwirkung auf den Gegner erzielt wurde. Unsere 
Torpedoboote sind unbeschädigt in ihren Stütpumkt zurückgekehrt. (W. T. B.) 
Neuer englisch-französischer Borstoß an der Somme gescheitert. 
Großes Hauptquartier, 25. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich der Somme wurden nach dem ge- 
scheiterten englischen Angriff vom 22. Jull gestern die englisch-französischen Kräfte 
auf der Front Pozières — Maurepas zu entscheidendem Stoß zusammengefaßt. 
Er ist wieder zusammengebrochen, meist schon im Feuer, an einzelnen Stellen
        <pb n="382" />
        nach scharfem Nahkampf, so östlich von Pozières, am Foureauxwälochen, bei 
Longueval und bei Guillemont. Wieder haben sich die brandenburgischen Grenadiere 
und die tapferen Sachsen vom 104. Reserveregiment glänzend bewährt. 
Güdlich der Gomme führten gleichzeitig die Franzosen starke Kräfte im Ab- 
schnitt Estrẽes —Sohecourt zum Sturm, der nur südlich von Estrées vorüber- 
gehend Boden gewann, sonst aber unter schwersten blutigen Verlusten für den 
Gegner zerschellte. Im Maasgebiet zeilweise heftige Artilleriekämpfe. Links des 
Flusses kam es zu unbedeutenden Handgranatenkämpfen; rechts desselben wieder- 
holle der Feind mehrmals seine Wiedereroberungsversuche am Rücken „Kalte 
Erde“. Er wurde im Sperrfeuer abgewiesen. 
Nördlich von Balschweiler (Elsaß) brachte eine unserer Datrouillen 30 Gefangene 
aus der französischen Stellung zurück. 
Leutnank Baldamus schoß südlich von Binarville einen französischen Doppeldecker 
ab und hat damit seinen vierten Gegner außer Gefecht gesetzt. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Vorsiöße schwächerer russischer Abteilungen süd- 
östlich von Riga und Hakronillen an der Düna wurden abgewiesen. 
Bei der Heeresgruppe des Generals v. Linsingen sind feindliche Angriffe an der 
Stonowkasront südlich von Zeresteczko in geringer Breite bis in die vorderste Ver- 
teidigungslinie gelangt. 
Wesilich von Burkanow wurde ein russisches Flugzeug im ufikampf abgeschossen. 
Balkankriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Neue Kämpfe in Südwolhynien. 
Wien, 25. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. Sädlich des Onsestr wesslich von Obertyn brach gestern 
ein Angriff in unserem Feuer zusammen. Russische Erkundungsvorsiöße südwestlich von 
Lubaczowka wurden abgewiesen. Sonft verlief der Tag ruhig. 
Seit heute morgen entwickeln sich Kämpfe sädlich von Beresteczko. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Sädlich des Val Sugana setßzt der Feind immer wieder 
zu neuen Vorstößen an. 
Aus der Gegend der Cima Maora ging vormittags skarke italienische Infanterie dreimal 
vor. Sie wurde sedesmal, zum Teil im Handgemenge, blutig abgewiesen. 
Im RKaume des Monte Zebio erfolgte nachmitltags ein neuer skarker Angriff. Dem Feind 
gelang es, fn einen unserer Gräben einzudringen; er wurde sedoch wieder vollständig hinausgeworfen. 
Zu wiederholtem Male griffen die Italiener mit frischen, ausgeruhten Truppen in diesem 
Gebieisabschnitt des Grazer Korps an. Die schon in den vergangenen Kämpfen unvergleichlich 
japfere Haltung der Truppen dieses Korps machte jede feindliche Anstrengung vergebens. Das 
stalienische Artilleriefeuer steigerte sich bei den Angriffen zu ungewöhnlicher Kraft; alles umsonfk. 
Die feindlichen Verluste sind täglich außerordentlich schwer. 
Am Stilfser Joch wurde der Angriff einer Alpinikompagnie auf die Naglerspitze abgewiesen. 
Auf den Höhen südöstlich Borgo scheiterten zwei italienische Nachtangriffe. 
Im Gebiete des Rollepasses flaute die Gefechtstätigkeit nach den italienischen Mißerfolgen 
der letzten Tage merklich ab. 
  
39 # W— —G u ks rS rS— 
BSS N S9— 99 *8 
1554
        <pb n="383" />
        An der Isonzofront schwersies Geschütfeuer gegen St. Lucia und die Brücenschanze säüdlich 
Uodgora. Feindliche Angriffe gegen unsere Stellungen am Monfalconerücken wurden abgewiesen. 
Gübdöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Stellverlreler des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
   
  
    
     
   
   
  
     
   
   
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
Türkische Truppen in der galizischen Front. 
Berlin, 25. Juli. Wie verlautet, ist binnen kurzem miüt dem Auftreien türkischer Truppen 
gegen die Russen in Galizien zu rechnen. In der Tatsache kann man den Bewess für die 
militrische Schlagferligkeit der Türkei und für die Einheitlichkelt der Kampffront bel den 
Mittelmächten erblicken. (W. T. B.) 
Ein englischer Doppeldecker von einem UI Boot abgeschossen. 
Berlin, 23. Jull. Am 24. Juli nachmittags wurde nördlich Zeebrügge ein englischer 
Doppeldecker von einem unserer Unterseebooke abgeschossen und zum Niedergehen auf das Wasser 
gezwungen. Die Insassen, zwei Offiziere, wurden von einem unserer Flugzeuge gefangen, 
genommen, hierauf mitsamt ihrem Flugzeug an Bord eines Torpedobootes befördert und nach 
Zeebrügge eingebracht. (W. T. B.) 
Jussische Angriffe bei Gorodischtsche und Beresteczko abgeschlagen. 
Großes Hauptquartier, 26. Juli. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Am Kanal Comines— Jpern wurde die große 
englische Zastion durch eine deutsche Sprengung mit ihrer Besatzung vernichtet. 
Näördlich der Somme halten sich nach heftigem Kampf die Cngländer in Dozières. 
Weiter östlich am Foureaukwald und bei Longueval wurden kleinere feindliche 
Vorstöße abgewiesen, am Tröneswäldchen Angriffsabsichten erkannt und durch Feuer 
vereitelt. Südlich der Somme hielten wir südwestlich des Gehöftes La Maisonnette 
in der Nacht zum 25. Juli gewonnenen Boden gegen französssche Wiedereroberungs- 
versuche. Südlich von Estrées fanden gestern noch lebhafte Nahgefechte statt. 
Auf der Höhe „La Fille Morke“ (Argonnen) besehlen die Franzosen einen von 
ihnen gesprengten Trichter, wurden aber bald darauf durch eine deutsche Gegen- 
mine verschüttet. 6 
Links der Maas machten unsere Truppen an der Höhe 304 kleinere Fortschritte; 
rechts des Flusses war während der Nacht Artilleriekampf in der Gegend des 
Werkes Thiaumont. 
An vielen Stellen der Front wurden feindliche Datrouillen abgewiesen. 
Zwei feindliche Flugzeuge wurden nördlich der Somme in unseren TLinien durch 
Infanterie, und Maschinengewehrfeuer, eins nach Luftkampf brennend in Gegend 
von Lunéville, zum Absturz gebracht. 
Am 24. Juli wurde durch Volltreffer der Abwehrgeschühe ein französischer 
Doppeldecker in Richtung der Fesie Souville abgeschossen.
        <pb n="384" />
        Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hinden- 
burg: Westlich von RKiga drangen Erkundungsabteilungen in russische Vorstellungen 
ein und zerstörten sie. Feindliche Hatrouillen zeigten vielfach größere Tätigkeit. 
Unsere Flieger brachten durch Zombenabwurf und Maschinengewehrfeuer feind- 
liche Truppentransportzüge auf der Strecke Dünaburg —Dolock und östlich von Minsk 
zum Halten. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Hrinzen Leopold von Bayern: Abends 
und Nachts richteten die Russen Angriffe, in denen drei Divisionen festgestellt wurden, 
gegen die Front östlich und südöstlich von Gorodischtsche. Sie sind wie alle früheren 
unter schwersten Berlusten für den Gegner gescheitert; an einer Stelle wurde der 
Feind im Gegenstoß geworfen, er ließ hier 1 Offizier, 80 Mann und 1 Maschinen- 
gewehr in unserer Hand. 
Deutsche Flugzeuggeschwader warfen ausgiebig und erfolgreich Bomben auf die 
mit Transporten belegten Zahnhöfe Dogorjelzy und Horodzieja sowie in ihrer Nähe 
lagernde Truppen. 
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen: Nordwestlich von Tuck hatten Unter- 
nehmungen feindlicher Erkundungsabteilungen keinen Erfolg. Nordwestlich von 
Berestecrzto wurden stärkere russssche Angriffe abgewiesen, teils durch Feuer, teils 
durch Gegenstoß, wobei 100 Gefangene und 2 Maschinengewehre eingebracht wurden. 
Armee des Generals Grafen v. Bothmer: Oestlich des Koropierabschnittes fanden 
kleinere Gefechte vorgeschobener Abteilungen statt. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Die Kämpfe an der russisch-galizischen Grenze. 
Wien, 26. Juli. Amtlich wicd verlautbart: 
Mussischer Kriegsschauplatz. Nordwestlich von Roziszeze versuchte Erkundungsvorstöße 
sowie südlich von Lobaczewka geführte russische Angriffe mißlangen völlig; 100 Mann und zwei 
Maschinengewehre blieben in unseren Händen. Südlich von Leszuiow nahmen wir unsere 
Truppen vor überlegenem feindlichen Druck hinter den Boldurka-Abschnitt zurück. Sehr hesftige, 
von starkem Artilleriefeuer vorbereitete russische Angriffe beiderseits der Zahn nächst Radziwillow 
brachten dem Feinde nach wechselvollem, lür ihn außerst verlustreichem Kampfe nur unwesent- 
liche Vorteile. 
An den übrigen Fronten nichts von Bedentung. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Nach den schweren Verlusien in den letzten Kämpfen 
südlich des Bal Sugana unterließen die Italiener seden weiteren Angriff; unsere Siellungen 
standen jedoch noch andauernd unter feindlichem Geschützfeuer. Am 24. Juli verlor der Feind 
vor einem Abschniti dieser Front allein 1200 bis 1300 Tote und VBerwundete, die er nun zu 
bergen im BZegriffe ist. 
An allen übrigen Fronten ist die Lage unverändert; es kam in elnigen Abschnitien zu 
heftigeren Geschützkämpfen. 
Güböstlicher Krsiegsschauplatz. An der Vosusa Artüllerickämpse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
  
" 
x.— N Mo##ctn r Hsn " E— · U 
V99 — 0 
1556
        <pb n="385" />
        □— — « s 
s————————————————————————— — * ““ 
2* 
* 
* Ein englisches Großkampfschiff vor den Orkneyinseln torpediert. 
3* Berlin, 26. Juli. Eines unserer U-Boote hat am 20. Juli vor dem englischen 
Ilottenslüitzdunkt Scapalow auf den Orkneyinseln ein englisches Großkampflinienschiff mit 
Torpedoo angegriffen und zwei Treffer erzielk. (W. T. B.) 
Ein Tufischiffangriff auf den Ul-Boot--Hafen Mariehamn. 
Berlin, 26. Juli. (Amilich.) Eines unserer Marineluftschiffe hat am 25. Jull einen 
Angriff auf den Hauptslützpunkt der russischen und englischen U.Booke in Mariehamn aus- 
geführt und die dortigen Hafenanlagen mit 200 Kilogramm Sprengbomben mit gulem 
Erfolg beworfen. Trotz heftiger Beschießung ist das Luftschiff unbeschädigt in seinen Flughafen 
zurückgekehrt. (W. T. B.) 
Flugzeugangriff auf die Insel Oesel. 
Berlin, 26. Juli. Eines unserer Seefluggeschwader hat am 25. Juli abends die russische 
Flugsiakion Zerel auf Oesel angegrifsen und mit Zomben belegt; die Flugzeughallen und zum 
Starten bereitstehende russische Flugzeuge wurden getroffen. Troth Zeschießung durch feindliche 
Torpedobooke und Kampfflugzeuge konnte der Angriff planmäßig durchgeführt werden. Alle 
Flieger ssnd zum Stätzpunkt zurückgekehrt. (W. T. B.) 
Leutnant Otto Darschau gefallen. 
Königsberg I. Dr., 26. Juli. Nach einer hierher gelangien Nachricht ist Leutnantk Otto 
Darschau, Ritter des Ordens Pour le mérite, am 22. Juli gefallen. (W. T. B.) 
Zussische Sturmangriffe zurückgeschlagen. 
Großes Hauptquartier, 27. Juli. 
Pestlicher KriegsschauplaW. Zwischen Anere und Somme bis in die Nacht 
hinein starke belderseitige Artillerietätigkeit; feindliche Handgranatenangriffe westlich 
von Pozières wurden abgewiesen. Südlich der Somme ist ein französischer Angriff 
nordösilich von Barleux gescheitert. 
Diese Nacht wurden in Gegend Kalte Höhe—Fleury mehrere starke französische 
Angriffe abgeschlagen. An einigen Stellen dauern die Kämpfe noch an. 
Starke englische Erkundungsabteilungen wurden an der Front südwestlich von 
Warneton, Datrouillen bei Richebourg abgewiesen; ein französischer Handstreich 
nördlich von Viennc le, Chätcau (Westargonnen) ist mißlungen. Insere atrouillen 
haben bei WVille-aux Bois und nordöstlich von Drunay in der französischen Stellung 
rund 50 Gefangene gemacht. 
Im Tuftkampf wurde ein französischer Doppeldecker bei Beine (östlich von Keims) 
abgeschofsen. 
Oestlicher Kriegsschauplah. Gestern abend stürmten die ZKussen vergebens 
gegen unsere Stellungen an der Schtschara nordwestlich von Cchowitschi an, auch 
wesilich von Beresteczto wurden sie blutig zurückgewiesen. 
  
  
  
  
4 à . 
fqu Av-—-q qu wqu — —— 
1557
        <pb n="386" />
        Sonst sind, abgesehen von einem für die Gegner verlustreichen Vorpostengefecht 
an der Komaika, südlich von Widsy, keine Ereignisse zu berichten. 
Balkankriegsschauplatz. Die Tage ist unverändert. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Erfolgreicher Vorstoß vom ungarischen Grenzkamm. 
Wien, 27. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. Westlich von Beresterzko wurde ein russischer 
Nachtangriff abgeschlagen. 
Wiederholte heftige Angriffe, die der Feind gestern nachmittag zwischen 
Radziwillow und dem Gtyr führte, brachen unter schweren Verlusten zusammen. 
Beiderseits der Straße von Leczniow setzten die Russen ihre Anstrengungen auch 
in der Nacht fort, sie wurden nach erbittertem Kampfe zurückgeworfen und ließen 
1000 Gefangene in unseren Händen. 
Nördlich des Prislopsatlels haben unsere Truppen die Vorrückung aufgenommen, 
den Czarny-Czeremosz überschritten und mit Teilen die jenseitigen Höhen 
gewonnen, auf denen Gegenangriffe abgewiesen wurden. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Während im Kampfgebiet südlich des VBal 
Sugana die Zuhe gestern anhielt, wurde bei Daneveggio wiedber heftig gekämpft. 
Von 7 Uhr vormittags an standen die Stellungen unserer Truppen auf den 
Höhen südwestlich des Ortes unter äußerst heftigem und schwerem Geschätzfeuer; 
mittags folgte gegen diesen Abschnitt ein starker italienischer Angriff, der bis 2 Uhr 
nachmittags unter schweren Verlusten des Feindes restlos abgewiesen wurde. Hierauf 
setzte das skarke Geschützfeuer neuerdings ein. IUm 6 ULhr nachmittags ging der Feind 
mit frischen Truppen abermals zum Angriff vor. In erbittertem Nahkampf wurde 
er wieder vollständig zurückgeworfen; ein nochmaliger Borskoß um 11 Uhr nachmittags 
scheiterte gleichfalls. Unsere braven Truppen behielten alle Stellungen in Besiß. 
Auf den Höhen nördlich des Ortes war tagsüber Artilleriekampf im Gange. 
An der Kärntner und Isonzofront stellenweise lebhaftere Gefechtstätigkeit. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Zwei russssche Armeekorps zurückgeschlagen. 
Großes Hauptquartier, 28. Juli. 
Wesilicher Kriegsschauplath. Ein deutscher Datrouillenvorskoß brachte in der 
Gegend von Neuve Chapelle 30 Gefangene, darunter 3 Offiziere, und 2 Maschinen- 
gewehre ein. 
Dem näördlich der Somme zur größten Kraft gesteigerten englischen Feuer folgten 
im Laufe des Nachmittags starke Angriffe, die bei Hozières sowie mehrfach am 
5 —# 
e[ *
        <pb n="387" />
        Foureauxwalde und südöstlich davon vor unseren Stellungen völlig zusammenbrachen. 
Sie führten in Longueval und im Delvillewalde zu erbitterten Nahkämpsen, aber 
auch hier kann sich der Feind keiner Erfolge rühmen. — Süldlich der Somme ili 
es bei beiderseits lebhaft fortgesetzter Artillerietätigkeit nur zu Vorsiößen feindlicher 
Handgranatentrupps bei Soyecourt gekommen; sie sind abgewiesen. 
Oelklich der Maas sind die französischen Unternehmungen gegen das Werk 
Thiaumont erfolglos geblieben. 
Oestlicher Kriegsschauplah. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hinden- 
burg: Die Lage ist im allgemeinen unverändert. 
Heeresgeuppe des Generalfeldmarschalls Drinzen Lcopold von Zayern: Die 
JRKussen haben ihre Angrisse mit starken Krästen erneuert. Sechsmal sind sie seit 
gestern nachmittag gegen die Front Skrobowa —Wgygoda (östlich von Gorodischtsche) 
mit zwei Armeekorps vergeblich angelaufen; weitere Angriffe sind im Gange. Mehr- 
mals fluteten die Angriffswellen zweier Divissonen vor unseren Schtscharastellungen 
nordwesilich von -sachowitschi zurück. Die Verluste des Gegners sind sehr schwer. 
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen: Nordwestlich von Swiniuchy haben 
russische Angriffe zunächst Boden gewonnen; Gegenangriffe sind im Gange. Zei 
Dustomoth warfen österreichisch-ungarische Truppen die Kussen aus Vorstellungen 
im Sturm zurück. 
Armee des Generals Grafen v. Bothmer: Keine besonderen Ereignisse. 
Ballankriegsschauplatz. Nordwestlich und nördlich von Vodena haben sich 
kleinere, für den Gegner verlustreiche Gefechte im Vorgelände der bulgarischen 
Stellungen abgespielt. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Neue russische Massenangriffe bei Brodg. 
Wien, 28. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
Russischer Kriegsschauplatz. Am oberen Czarny- Czeremosz scheiterten 
mehrere russische Angriffe. 
Im Raume näördlich von Brody setzte der Feind gestern seine Anstürme den 
ganzen Tag über fort. Bis in den späten Nachmittag vermochte er, von unseren 
brav fechtenden Truppen immer wieder zurückgeschlagen, nicht einen Schritt Kaum 
zu gewinnen. Erft einem neuerlichen abends angesetzten Massenstoß der ZRussen 
gelang es, östlich der von Leszniow nach Brody führenden Straße in unsere 
Stellungen einzudringen. Unsere Truppen setzten den Kampf am Südrande von 
Brody fort. 
Bei HustKomoty in Wolhynien vertrieben k. u. k. Abteilungen den Feind aus 
einer vorgeschobenen Verschanzung. 
Nordösilich von Swiniuchy wird einem solalen Einbruch der Russen durch einen 
Gegenstoß begegnet. 
J Jrr. — — □—###r# —x . W## r— 
— —....— 
1559 
——a 
  
3 &amp; 8 
* 
—# 
N 
“ 
*
        <pb n="388" />
        Um Mitte Juli hat der Feind nach einer Pause von vier Wochen in Wolhynien 
seine Offensive wieder aufgenommen. Das Gesamtergebnis derselben läßt sich bis 
heute dahin zusammenfassen, daß auf unserer Seite ein 80 Kilometer breites Front- 
stück in einer Tiefe von nicht mehr als 15 Kilometer zurückgedrückt wurde. Diesen 
geringen Kaumgewinn hat der Feind durch eine umnnterbrochenc Reihe schwerer 
Angriffe und mit ungeheuren Opfern erkauft. 
Italienischer Kriegsschauplatz. An der ganzen Front keine größeren 
Gefechtshandlungen. 
Im Becken von Taghi brachte eine Datrouillenunternehmung 1 Offizier und 
27 Mann als Gefangene ein. Im RKaume von Daneveggio hielt das starke feind- 
liche Geschühfeuer an. Das Vorgehen schwächerer italienischer Abteilungen wurde 
schon durch unser Feuer verhindert. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 
Ereignisse zur See. Am 27. Juli morgens haben unsere Seeflugzeug- 
geschwader Zahnhöfe, militärische Objekte und Jabriken von Otranto, Mola, Bari, 
Giovinazzo und Molfetta mit schweren, leichten und Zrandbomben sehr erfolgreich 
belegt. Namentlich in Bari wurden verheerende BVolltreffer in Zahngebäuden, 
Fabriken und im Gouvernementspalais erzielt und ffarke Brände beobachtet. Trotz 
hestiger Zeschießung und Bekämpfung feindlicher Abwehrflugzeuge kehrten unsere 
Geschwader unversehrt zurück. 
Flottenkommando. (W. T. B.) 
Ein bewaffneter englischer Dampfer nach Gefecht genommen. 
Berlin, 28. Juli. Am 27. Juli, 1 Uhr mittags, hat ein deutscher Hilfskreuzer 15 See- 
meilen südösilich von Arendal den bewafsneten englischen Dampfer „Eskimo“ nach Gefecht 
genommen. Der Dampfer ist eingebracht. (W. T. B.) 
Der Kapitän des englischen Dampfers „Brussels“ als Franktireur 
erschossen. 
Berlin, 28. Juli. (Amtlich.) 
Am 27. Juli fand in Brügge die Berhandlung des Feldgerichts des Marinekorps gegen den 
Kapitän Charles Fryatt von dem als Drise eingebrachten englischen Dampfer „Brussels“ Katt. 
Der Angeklagte wurde zum Tode verurteilt, weil er, obwohl nicht Angehöriger der bewaffneten 
Macht, den Dersuch gemacht hat, am 28. März 1915 um 2 Uhr 30 Minuten nachmittags bei 
dem Maas-Feuerschiffe das deutsche Unterseeboot „U. 33“ zu rammen. 
Der Angeklagte hat ebenso wie der erste Offizler und der leitende Maschinist des Dampfers 
seinerzeit für sein „tapferes Berhalten“ bei dleser Gelegenheit von der britischen Admiralität 
eine goldene Uhr als Belohnung erhalten und war im Luterhaus lobend erwähnt worden. Bei 
der damallgen Begegnung hat er, ohne sich um die Signale des U.Zootes, das ihn zum Zeigen 
seiner Nationalslagge und zum Stoppen aufforderte, zu kümmern, im entscheidenden Augenblick
        <pb n="389" />
        mii hoher Fahrt auf das Unterseeboot zugedreht, das nur durch sofortiges Tauchen um wenige 
Meier von dem Dampser freikam. Er gab zu, hiermit nach den Weisungen der Admiralitöt 
gehandelt zu haben. Das (lrieil ist bestätigt und am 27. Juli nachmittags durch Erschießen 
vollstreckt worden. 
Eine von den vielen ruchlosen Franktireurhandlungen der englischen Handelsschisfahrt gegen 
unsere Kriegsfahrzeuge hat so eine zwar späte, aber gerechte Sühne gefunden. (W. T. B.) 
  
        
      
Die russische Flugstation Lebara erneut angegriffen. 
Berlin, 28. Juli. (Amtlich.) Die russische Flugstation Lebara auf Zerel ist am 27. Juli 
erneut von einem Geschwader unserer Seeflugzeuge zweimal angegriffen worden, und zwar 
am frühen Morgen und am Abend. Troh starker Gegenwehr sind gute Erfolge gegen die 
Station erzielt worden, Treffer und Brandwirkung in den Hallen wurden einwandfrei beobachtet. 
Ein Haus der Flugstiation ist abgebrannt. (W. T. B.) 
  
      
       
  
     
Kämpfe bei Sokul und Luck. 
Großes Hauptquartier, 20. Juni. 
Westlicher Kriegsschauplat. Im Sommegebiet fanden lebhafte Artillerie- 
kämpfe ssatt. In der Gegend von Dozières scheiterten ffarke englische Angriffe. 
Hart nördlich der Somme wurden Angriffsversuche durch Feuer unterdrückt. 
Im Maasgebiet verlief der Tag ohne Infanterietätigkeit. 
Englisches Feuer auf Französssch-Comines verursachte Verlusie unter der Bevölkerung 
und großen Sachschaden, indessen keinen militärischen. 
Ein feindliches Flugzeug wurde bei Rockincourt (nördlich von Arras) durch Voll, 
kreffer der Abwehrgeschütze heruntergeschossen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hinden- 
burg: An der Front keine besonderen Ereignisse. 
Unsere Flieger griffen mehrfach mit Erfolg feindliche Truppentransportzüge und 
Bahnanlagen an. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Drinzen Leopold von Bagern: Auch die 
gestern früh noch nicht abgeschlossenen Kämpfe an der Front Skrobowa —Wggoda 
sind völlig zu unseren Gunsten entschieden. 
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen: Die Kussen haben ihre Angriffe gestern 
auch auf Teile des Stochodabschnitts und die Front nordwestlich von Tuck aus- 
gedehnt. Ein nordwestlich von Sokul angesehter starker Angriff wurde mit schweren 
Verlusten für den Feind abgewiesen; schwächere Vorstöße an anderen Stellen der 
Stochodfront sind ebenfalls gescheitert. Nordwestlich von TLuck ist es dem Feinde 
nach mehrmaligem vergeblichen Anlauf gelungen, in unsere Linien in der Gegend 
von Trysten einzudringen und uns zu veranlassen, die hier bisher noch vorwärks des 
Stochod gehaltenen Stellungen aufzugeben. Wesilich von uckk ist der russische An- 
griff durch unseren Gegenstoß zum Stehen gebracht worden. Bei Zwiniacze (öfllich 
von Gorochow) wurde der Feind glatt abgewiesen.
        <pb n="390" />
        Ein russisches Flugzeug wurde südlich von Perespa im Luftkampf abgeschossen. 
Armee des Generals Grafen v. Bothmer: Mehrfach wiederholte russische Angriffe 
in der Gegend nordwestlich und südöstlich von Monasterzoska brachen unter großen 
Verlusten für den Gegner zusammen. 
Ballankriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. 
Am 26. Juli stürzte ein feindlicher Flieger aus Luftkampf über dem Dojransee ab. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Vergeblicher russischer Ansturm im Dnzeskrabschnitt. 
Wien, 209. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Der Feind hat gestern seine Angriffe an aus- 
gedehnten Frontabschnitten wieder ausgenommen. 
Südlich des Dujesir wurde der russische Anprall vor unserer ösilich von Tlumacz 
verlaufenden zweiten Linie zum Skfehen gebracht. Nordöstlich und südöstlich von 
Monasterzytka führte der Feind bei Tag und Nacht ununterbrochen seine Angriffs. 
kolonnen gegen die Stellungen der öfsterreichisch-ungarischen und deutschen Truppen vor; 
er wurde überall zurückgeschlagen. Das Vorfeld ist mit toten und schwerverwundeten 
Jussen bedeckt. 
Ebenso scheiterten alle Bersuche des Gegners, bei Zwiniacze durchzudringen. 
Westlich von Luck gewannen die verbündeten Truppen einen betkrächtlichen Teil 
des gestern aufgegebenen Geländes zurück. Zwischen der Turha und der von Kowno 
nach Kowel führenden Bahn wurden nach Abwehr mehrerer Ansiürme die noch vor 
dem Stochod stehenden Verkeidiger hinter den Fluß zurückgenommen. 
Ein heute früh nordwestlich von Sokul angesehter russischer Massenstoß scheiterte 
unter großen feindlichen Verlusten. 
Jtalienischer Kriegsschauplatz. Die Tage ist unverändert. 
Südwestlich von Haneveggio wurde ein Nachtangriff abgewiesen. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Vosusa erhöhte Gefechtstäfigkeit. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Luftschiffangriff auf die englische Ostküste. 
Berlin, 29. Juli. In der Nacht vom 28. zum 29. Juli hat ein 
Marineluftschiffgeschwader den mitlleren Teil der englischen Ostküste angegriffen 
und dabei die Bahnanlagen von Lincoln, Juduftrieanlagen bei Norwich, die 
Flottenstühpunkte Grimsby und Immingham sowie Vorposlenfahrzeuge vor dem 
Humber mit Bomben belegt. Ein Leuchtturm an der Humbermündung wurde 
vernichtet. Troßh Beschießung mit Brandgeschossen sind alle Luftschiffe unbeschädigt 
in ihre Heimathäfen zurückgekehrt. 
Der Chef des Admiralstabes der Marine. (W. T. B.)
        <pb n="391" />
        Die Erfolge der Mittelmächte in zwei Kriegsjahren. 
Berlin, 29. Juli. (Amilich.) 
Zum Abschluß des zweiten Kriegsjahres sollen einige Zahlenangaben uͤber das bisherige 
Ergebnis des Krieges gemacht werden. 
I. Die Mittelmächte hoben setzt auf europäischem Boden vom feindlichen Gebiete besehl: 
Belgien. rund 209 000 Quadratküometer! Serblen. rund 87 000 Quadratkilometer 
Frankreich . 21000 „ Montenegro „ 14,000 „ 
Rußland. . .. „280 000 „ im ganzen rund 431 000 „ 
Der Feind hat besehlt: 
Elsa rund 1000 Quadratkilometer 
Galizien und Bukowina „ 21000 „ 
im ganzen rund 22 000 „ 
Am Ende des ersten Kriegssahres war das Zahlenverhältnis gewesen: 
180 000 zu 11.000 Quadratkilometer. 
II. Die Gesamtzahl der Kriegsgefangenen betrug gegen Ende des zweilen Kriegssahres: 
in Deutschland . 1 663 794 iIn Bulgarien rund . . 38 000 
„ Oesterreich-Angarn.. 942 450, der Türkei rund .. 14 000 
im ganzen 2 653 283 
Vor einem Jahr hatie die Gesamtzahl der Krliegsgefangenen in Deutschland und Oesterreich- 
Angarn betragen: 1 695 400. 
Zon russischen Kriegsgefangenen befinden sich: In deutsche Gefangenschaft sind bisher geraten: 
in Deutschland 9 019 Offiz. 1202 872 Mann!] Franzosen 5947 Offiz. 318 731 Mann 
„ Oesterreich, Kussen . 9010 „ 1.202 872 „ 
Ungarn.. 4242 „ 777 324 „ Belgier 656 „ 41752 „ 
„, Bulgarien u. Engländer. 947 „ 20956 „ 
der Türlei. .. .. 33 „ 1433 3, Serben — „ 23914 „ 
im ganzen 13 294 „ 1 981 632 „ im ganzen 16 53560 „ 1647 225 „ 
  
III. In Deutschland ist folgende Kriegsbeute bisher fesigestelli worden: 11 036 Geschüte 
mit 4748 038 Geschossen, 9096 Munstions- und andere Fahrzeuge, 1 336 132 Gewehre und 
Karabiner, 4460 Distolen und Revolver, 3450 Maschinengewehre. 
Hierbei muß bemerkt werden, daß nur die nach Deutschland zurückgeführte Zeute angegeben 
ist, während eine nicht annähernd zu besitmmende Anzahl von Geschützen, Maschinengewehren 
und Gewehren mit Munition im Felde sogleich in Gebrauch genommen ist. 
IV. Zon den in den Lozaretten des gesamten deutschen Heimatgebietes behandelten Angehörigen 
des deutschen Feldheeres wurden nach der letzten vorliegenden Statistik 90,2 Drozent wieder 
diensifähig, 1,4 Drozent starben, 8,4 PDrozent blieben dlenstunbrauchbar oder wurden beurlaubt. 
Infolge der hygienischen Maßnahmen, besonders infolge der streng durchgeführten Schutz. 
impfungen, ist dle Zahl der Erkrankungen an Seuchen im Heere verschwindend gering geblieben. 
Stets hat es sich nur um Einzelerkrankungen gehandelt, und niemals sind die militärischen 
Maßnahmen durch Seuchen gestört worden. (W. T. B.) 
  
Gescheiterte russische Anstürme im Stochodgebiet. 
Großes Hauptquartier, 30. Juli. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Das feindliche Feuer ist zwischen Ancrebach und 
Somme zu größter Heftigkeit gesteigert. Englische Teilangriffe bei Dozières und 
   
t 
S —J— . 
W 
8 
* 
* 
2 
1563
        <pb n="392" />
        Südlich der Somme und östlich der Maas 
  
Longueval blieben ergebnislos. 
lebhafte Artilleriekämpfe. 
Bei La Chalade (Westargonnen) setzte Leutnant Baldamue seinen fünften Gegner 
im Lufkkampf außer Gefecht; außerdem wurde je ein feindliches Flugzeug am Osf- 
rand der Argonnen und östlich von Sennheim abgeschossen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hinden- 
. burg: Stärkere feindliche Datrouillen wurden durch Feuer am leberschreiten der Düna 
gehindert. Bahnanlagen an der mit Truppentransporten belegten Strecke Wileska— 
Molodeczno — Minsk sowie vor der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Hrinzen 
Lcopold von Baypern die Bahnhöfe Dogorjelzo und Horodziesa wurden erfolgreich 
mit Zomben belegt. — Am Abend brach ein russischer Angriff südlich von Skrobowa 
in unserem Feuer restlos zusammen. 
Heeresgruppe des Gencrals v. Linsingen: Die seindlichen Angriffe haben an Aus- 
dehnung und Stärke noch zugenommen. Sie erftreckten sich mit Ausnahme einzelner 
Abschnitte auf die Front von Siobychwa (am Stochod nordösklich von Kowel) bis 
westlich von Zeresteczko. Sie sind unter ungeheuren Verlusten für den Angreifer 
meist im Sperrfeuer gescheitert; nur an wenigen Stellen der großen Front ist es 
zum Nahkampf gekommen, eingedrungener Feind wurde durch Gegenstoß wieder 
zurückgeworfen oder seinem Fortschreiten ein Ziel gesetzt. Nachts wurde die längst 
beabsichtigte Zurücknahme der Truppen aus dem nach Osten vorspringenden Stochod- 
bogen nördlich der Zahn Kowel— Rowno auf die kurze Sehne ohne Störung durch 
den Gegner durchgeführt. 
Armec des Generals Grafen v. Bothmer: Auch gestern haben russische, zum 
Teil starke Angriffe nordwestlich und westlich von BZuczacz keinerlei Erfolg gehabt. 
Balkankriegsschauplatz. Keinc wesentlichen Ereignisse. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
Die erfolglosen russischen Anstürme am Stochod. 
Wien, 30. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
ZKussischer Kriegsschauplatz. Die Schlachten in Ostgalizien und in Wolhynien 
dauern unvermindert heftig an. 
In Ofskgalizien wurde namentlich bei Molodplow, nordwesilich von Kolomea, 
und im Westen und Nordwesien von Zuczacz erbittert gekämpft. Der Feind setzie 
seine Angriffe Tag und Nacht über fort. Alle seine Anstrengungen scheiterten unter 
den schwersten Verlusten. Ebenso brachten ihm die zwischen Beresteczko und 
Stobychwa am Stochod angesetzten Angriffe trotz größten Menschenverbrauches 
keinerlei Erfolg. Meist gebot den gegnerischen Sturimkolonnen schon das Artillerie- 
und Infanteriefeuer der Verteidiger Halt. Wo es den Ruffen — wie westlich von 
Luck bei der Armec des Generalobersten v. Terszyanszly — vorübergehend gelang, 
in unsere Gräben einzudringen, wurden sie im Gegenangriff geworfen.
        <pb n="393" />
        Bei Kaszowka am Stochod wurde die Verteidigung nach Abwehr mehrerer 
russischer Stöße in die Sehne des weit vorspringenden Stochodbogens verlegt. 
Italienischer Kriegsschauplatz. Auf den Höhen südwestlich von Paneveggio 
wurde der Angriff eines italienischen Bataillons abgewiesen. 
Sonst in einzelnen Frontabschnitten lebhaftere Geschützkämpfe. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. #uverändert. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
Jeeuer großer englisch-französischer Angrif im Sommegebiet 
gescheitert. — Erfolgreicher Gegenstoß der Armee Linsingen. 
Großes Hauptaquartier, 31. Juli. 
Wesilicher Kriegsschauplatz. Die englischen AUnternehmungen bei Pozières 
und Longueval erstreckten sich bis in den gestrigen Tag. Sie leiteten einen neuen, 
großen englisch-fronzösischen Angriff ein, der zwischen Longueval und der Somme 
am Morgen unter Einsatz von mindestens sechs Divisionen einheitlich erfolgte, 
während er zwischen Pozières und Longueval tagsüber durch unser Sperrfeuer 
niedergehalten wurde und erst abends in Einzelangriffen mil ebenfalls sehr skarken 
Krästen zur Durchführung kam. lleberall i## der Feind unter schwersten blutigen 
Verlusten abgewiesen worden, keinen Fuß¼ Zoden hat er gewonnen. Wo es zu 
Nahkämpfen kam, sind sie dank dem schneidigen Draufgehen bayerischer und 
sächsischer Reservefruppen sowie kapferer Schleswig-Holsteiner zu unseren Gunstken 
entschieden. 12 Offiziere, 7169 Mann des Gegners wurden gefangengenommen, 
13 Maschinengewehre erbeutet. 
Südlich der Somme Artilleriekämpfe. 
In der Gegend von Drunay (Champagne) brach ein schwächerer französischer 
Angriff in unserem Feuer zusammen. 
Oestlich der Maas verstärkte sich das Artilleriefeuer mehrfach zu größerer Heftigkeit; 
südwestlich des Werkes Thiaumont fanden kleine Handgranatenkämpfe statt. 
Ein feindlicher Fliegerangriff auf Conflans wurde mit Feuer auf Dont-à-Mousson 
beantworket. Ein auf Müllheim i. B. angesetztes französisches Flugzeuggeschwader 
wurde bei Neuenburg a. Kh. von unseren Folkern gestellt, in die Flucht geschlagen 
und verfolgt; das feindliche Führerflugzeug wurde nordwesilich von Mülhausen zum 
Absturz gebracht. Teutnant Höhndorf setzte nördlich von Bapaume den elfien, Leutnant 
Wintgens ösilich von Déronne den zwölsten Gegner außer Gefecht. Je ein französischer 
Doppeldecker ist wesilich von Hont-à-Mousson und südlich von Thiaucourt (dieser 
durch Abwehrfeuer) abgeschossen. 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Beiderseits von Friedrichstadt wurden russische 
Aufllätungsabteilungen abgewiesen. Angriffe gegen unsere Kanalsiellung wesilich von 
Logischin und bei Nobel (am Strumien südwestlich von DHinsl) sind gescheiterk.
        <pb n="394" />
        Die gegen die Heeresgruppe des Generals v. Linsingen fortgesetzten starken 
Anstürme der russischen Truppenmassen sind auch gestern siegreich abgewehrt worden; 
sie haben dem Angreifer wiederum die größten Verluste eingetragen. Den Haupt— 
druck legte der Feind auf die Abschnitte beiderseits der Zahn Kowel— Sarng, zwischen 
Witoniez und der Turya, südlich der Turya und beiderseits der Lipa. Ein wohl- 
vorbereiteter Gegenangriff warf den bei Zarecze (südlich von Stobychwa) vor- 
gedrungenen Feind zurück. Soweit bisher festgestellt, wurden gestern 1889 Zussen 
(darunter 0 Offiziere) gefangengenommen. 
Unsere Fliegergeschwader haben während der letzten Kampftage dem Gegner 
durch Angriffe auf Unterkunfksorte, marschierende und biwakierende Truppen sowie 
die rückwärtigen Berbindungen erheblichen Schaden zugefügt. 
Armee des Generals Grafen v. Bothmer: In Fortsetzung der Angriffe im Abschnitt 
nordwestlich und westlich von Zuczacz gelang es den Zussen, an einzelnen Stellen 
in die vorderste Berteidigungslinie einzudringen. Sie sind zurückgeworfen. Alle 
Angriffe sind siegreich abgewehrt. 
Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. 
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.) 
  
Zussische Mißerfolge in Ostgalizien und Wolhynien. 
Wien, 31. Juli. Amtlich wird verlautbart: 
RKussischer Kriegsschauplah. Auf den Höhen öfklich von Kirlibaba wurde 
in der vorletzten Nacht durch Truppen der Armee Dlanzer-Baltin ein russischer 
VBorstkoß abgeschlagen. 
In Südostgalizien verlief der Tag verhältnismäßig ruhig. Im Westen und 
Nordwesten von Zugacz setzte der Feind seine Angriffe nach wie vor mit größter 
Zähigkeit fort; es wurde daher auch gestern erbittert und hartnäckig gekämpft. Die 
verbündeten Truppen haben alle Stellungen behauptet. 
Unmittelbar westlich von Zrody scheiterten mehrere nächtliche Angriffe des Gegners. 
Auch in Wolhynien opferte der Feind gestern wieder ungezählte Tausende von Kämpfern 
ohne jeden Erfolg. Wo immer er anstürmte (bei Zwiniacze, westlich und nord- 
westlich von Luck und zu beiden Seiten der von Sarny nach Kowel führenden 
Bahn), überall brachen seine Sturmkolonnen zusammen. Südlich von Stobgchwa, 
wo er vorübergehend auf dem linken Stochodufer Fuß faßte, wurde er wieder 
zurückgetrieben. Die in Wolhonien kämpfenden verbündeten Truppen haben gestern 
mehrere russische Offiziere und 2000 Mann gefangengenommen und 3 Maschinen- 
gewehre erbeutet. 
Italienischer Kriegsschauplatz. In den Dolomiten wurde gestern im Gebiete 
der Tofana der Angriff mehrerer Alpinibataillone blutig abgewiesen. 133 Jtaliener, 
darunter 9 Offiziere, wurden gefangen, 2 Maschinengewehre erbeutet.
        <pb n="395" />
        — 
S 
   
□ 2 
S—— —ê 
e 
SS——— 
i 
  
— —. 
r 
  
An der Isonzofront unterhielt die feindliche Artillerie ein heftiges Feuer gegen 
den Tolmeiner und Görzer Brückenkopf sowie gegen unsere Stellungen am Monte 
San Michele. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.) 
  
Der Katiser an das deutsche Bolk am Schlusse des zweiten 
Kriegssahres. 
Berlin, 31. Juli. Seine Masestät der Kaiser hal an den Reichskanzler solgenden 
Erlaß gerichtet: 
Zum zweitemmal kehrt der Tag wieder, an den Mich die Feinde zwangen, Deutsch- 
lands Söhne zu den Waffen zu rusen, um Ehre und Bestand des Reiches zu schützen. 
Zwei Jahre beispiellofen Heldentums ##n Taien und TLeiden hat das deulsche Votk durch- 
messen. Heer und Flotte haben im Verein mil treuen und tapferen Bundesgenossen in 
Angriff und Abwehr den höchsten Ruhm erworben. Viele tausende unserer Brüder 
haben ihre Treue gegen das Vaterland mit ihrem Blute beslegelt. In West und Ost 
bestehen unsere heldenmütigen Feldgrauen in imerschüllerlicher Festigkeit den gewaltigen 
Ansturm der Gegner. Unsere sunge Flotte hatte am ruhmreichen Tage von Ekagerrak 
der englischen Armada einen harien Schlsag verseßzt. 
Leuchtend stehen Mir die Taten nie ermiüdenden Opfermuts und treuer Kameradschaft 
an der Front vor Augen. Aber auch daheim ist Heldentum: bei Mann und Frau, bel 
jung und alt, bei allen, die Trauer und Gorge still und kapfer kragen, die ordnen und 
belsen, um die Leiden des Krieges zu mildern, in der Arbeit derer, die Tag und Nacht 
unermüdlich schaffen, um unsere lämpfenden Brüder im Schühengraben und auf der See 
mit allem nolwendigen Rüstzeug zu versorgen. Die Hoffnung der Feinde, uns in der 
Herstellung von Kriegemitteln zu überflügeln, wird ebenso zuschanden werden, wie ihr 
Plan, durch Hunger zu erzwingen, was ihr Schwerk nicht erreichen kann. Auf Deutsch- 
lands Fluren sohnt Gottes Gnade des Landmanns Fleiß mil reicherer Frucht, als wir zu 
hoffen wagten. Süd und Nord wetltelfern darin, die rechten Wege für einc brüderliche 
Verteilung von Nahrung und anderem Lebensbedarf zu finden. 
Allen, die draußen und daheim für Volk und Heimat kämpfen und sireiten, ihnen 
allen gilt Mein heißer Dank. 
Noch liegt Schweres vor ung. Zwar regt sich nach den furchtbaren Stürmen zweier 
Kriegsjahre die Sehnsucht nach dem Sonnenschein des Frledens in sedem menschlichen 
Herzen. Aber der Krieg dauert fort, weil die Losung der feindlichen Machthaber auch 
heute noch Deutschlands Vernichtung ist. Auf unsere Feinde allein fällt die Schuld des 
weileren Blutvergießens. 
Niemals hat mich die feste Zuversicht verlassen, daß Deutschland trotz der Leberzahl 
seiner Gegner unbezwingbar ist, und seder Tag befestigt sie aufs neue. 
Das deulsche Volk weiß, daß es um sein Dasein geht. Es kennt seine Kraft und 
vertraut auf Gotstes Hilfe. Darum kann nichts seine Entsschlossenheit und Ausdauer 
erschütlern. Wir werden diesen Kampf zu einem Ende führen, das unser Reich vor 
neuem Leberfall schützt und der friedlichen Arbeit deutschen Geistes und deutscher Hände
        <pb n="396" />
        S — 35.— *.— d—t— T#. r kt. F *· . 
»Es-»Es WEIBER-M 
;- 
* 
r: 
* 
95 
* 
* 
  
für alle Zukunft ein freies Feld sichert. Frei, sicher und stark wollen wir wohnen unter 
den Völlern des Erdballs. Dieses Recht soll und wird uns niemand rauben. 
Ich beauftrage Sie, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenninis zu bringen. 
Großes Hauptauartier, den 31. Juli 1916. · 
An den Reichskanzier. Wilhelm LK. 
Des Kaisers Dank an die Wehrmacht. 
Berlin, 31. Juli. Seine Majestät der Kaiser hat die folgende Kundgebung erlassen: 
An die deutsche Wehrmacht zu Lande und zur See. 
Kameraden 
Das zweite Jahr des Weltkrieges ist vollendes. Es war, wie das erste, für Deutsch- 
lands Waffen ein Kuhmesjahr! Auf allen Fronten habt Ihr dem Feinde neue, schwere 
Schläge versetzt. 
Ob er niedergekämpft der Wuchi Eueres Angriffs wich oder ob er, durch fremde, aus 
aller West zusammengeraffie und erpreßte Hilfe verstärkt, Euch den Preie der bisherigen 
Siege wieder zu entreißen suchte: Ihr habt Euch ihm sleis überlegen gezeigt. 
Auch da, wo Englands Gewattberrschaft unbestritten war, auf den freien Wogen der 
See, habt Ihr slegreich gegen erdrückende Uebermacht gefochten. 
Die Anerkennung Eneres Kaisers und die stolze Bewunderung der dankbaren Heimat 
sind Euch für diese Taten unerschütterlicher Treue, kühnen Wagemutes und zäher 
Tapferkeit gewiß. 
Wie das Andenken an die gefallenen Helden, so wird auch Cuer Kuhm bis in die 
fernsten Zeiten wirken. 
Was die Wehrmacht vor dem Feinde an Lorbeeren pflückte, trotz Not und Gesahr 
stets hochgemut, weil ihr daos slolzeste Los des Soldaten beschert war, ist unzertennlich 
verknüpft mit der hingebungsvoflen und unermüdtichen Arbeit des Heimatheeres. Immer 
frische Kräste hat es den fechtenden Truppen zugeführt, immer wieder das Schwert 
geschärst, das Deutschlands Juversicht und der Feinde Schrecken ist. Auch dem Heimat. 
heer gebührt Mein und des PBaterlandes Dank! 
Noch aber sind die Macht und der Wille des Feindes nicht gebrochen. In schwerem 
Streite müssen wir weisterringen um die Sicherheit unserer Lieben, um des Vaterlaondes 
Ehre und für die Größe des Reiches. Wir werden in diesem Entscheidungskampfe, 
gleichviel ob der Feind ihn mit Waffengewalt oder mil kalt berechnender Tücke führt, 
auch im dritten Kriegssahre die alten bleiben. 
Der Geist der Pslichttreue gegen das Vaterland und der unbeugsame Wille zum 
Siege durchdringen heute, wie am ersien Tage des Krieges, Wehrmacht und Heimat. 
Mii Gottes gnädiger Hilsfe, dessen bin Ich gewiß, werden Euere zukünftigen Taten der 
vergangenen und der gegenwärtigen würdig sein! 
Großes Haupiaquartier, den 31. Juli 1916. Wilhelm I. R. 
  
  
8 
———“““““33#3 
1566
        <pb n="397" />
        . TO 
VOÆEPÆOÆHJ 
  
  
Fronten-Karten 
vom W. T. B. 
(Wolff's Telegraphisches Bureau) 
Westlicher Kriegsschauplatz 
Maßstab 1: 250000 
10 Fronkkarten, 1 ebersichtskarte und 
6 Ergänzungskarten 
Mit alphabetischem Ortsverzeichnis 
Nach amtlichen Quellen
        <pb n="398" />
        Inhalisverzeichnis. 
Ueb. V. Uebersichtskarie 
b Armentières — Lille . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 
c La Basséc — Arasss . . . .. 
d Bapaume — Albert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 
e Chaulnes — Roye — Ham . . . . . . . . . . . . . . . . . . 
fNoyon — Compiègne — Soissons . .. . 
6 Laon — VihrlrlII. 
h Berry au Bac . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . .. 
i Reims — Epernay . . . . . . . ................... 
kchampagne................................ 
lArgonnerwald.............................. 
mVerdun-combres........................ 
nst.Mihiel............·..................... 
oPriesterwald-Toul——Nancz«............... 
pLuneville.............................. 
quamont—RaonPEtape.................... 
rst.Die«—Göradmer........................ 
Ssüdvogesen................ ................. 
tBeliort.................................... 
Ergänzungskarten: 
Ek. [H ‚.W 
Erklärung: 
—Neue mutfmessliche Frontlinie am 1. August 1916. 
— 2 2 2222 2 2 222 2 2 2 2 2 22222222 2 22222 
a Nieuport — Vpern . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . 
(9p
        <pb n="399" />
        Uebersichtskarte 
B Eng l klpsvwich 4 “ - ) – — — g 
NOmeicer 
  
5 ii 2 Colchesre S% „ 
— 5 Vo. e EO 
fochedte 
Deventer 
« EIN-«- „ # recht 
· over«« - 
- 
. ". v 
stings Calal « -· hem « 
sy-- ..-— 
- O-, 
-.-- * “ "t# - Aese / 
Antwerpen 
echilll Dõ do 
Hen feice 
- U nJI —- re e 
nuas - · 
% - ·««k 
OMons s. « « . 
Löüttich 546 b 
Armiens * " . 
1 = Mamur 6 
Rouen “ %2%, 
Verrie 
** 
*“ 
ennn ½% 
4% O « ; 
% 9 .J 
N 100 %%% 6 
" T *7 " " 4 
" 1 — e #s ½%% ". . Coblen 
nFvv 
. 
· Je « 
— — ( · Sedan 
. G38— 1 # —F 
,- MAIA » %% 
Versatlles — 
* ruooen dis 5 2 
4½0 7 — 1% . · 
„ Chölons 
5% %%% % " 
7° * 
Orleans 
Sens *—Z 
pee 
J% E%% 
rücken 
½0%4 
0er 
Iroyes) 5 — 
4 L 
4 
Bourges Ke
        <pb n="400" />
        a) Nieuportäpern 
v% 
44½%%4 1— 
*#“ 
# 
K# 
# 
—7r —.— 
1 17 « 
Z 
(r#s## #+# 
  
CLoz###uino . l#s„ 
1% 2 .r 
4 e 
— 
Ag . 
4 
ente. 
  
— 
  
% % —½ 
r 
vrnn“ 
% 
— 
* z 
6 — 
*W 
  
5% 
  
  
  
□OS 
5 — 
CE———— 
Napee 
  
Mutmassliche Prontlinie. 
1: 
U##n“ 
9 
M##“ 
*qr“ 
7! 
Ampe E— * 
rvedors 
6 
##ein , 
N««9sp,.5t 
JJM 
—— 
0 —. 
" — 
Eeze 
J 
Elr 
Gecalzpe. . 
O02 
# 
o 
arde- 
e#nnnzre 
— 
2. 
+MMec 
4. 
EAÆAæœ. 
00 4 
* 
Menigß 
— 
P 
4- « 
NEern 
|s# #k“ 
ꝛ 2 — F 
O 
2— 
  
Berer. 
*t 
  
"l % 
—i-e 
422 *int 
· If p« X *5% 
0 iàX S 
— 2— 
m 
67% Nr“ 
"„ r#n # 
rbtez 
— 
EGE—— 
usss#se“ 
F5§5 
de 
S 
S 
  
6— 
# r 
W Jlwis 
. 
S * 
. 5 73 
— 7 
m 
* 
    
  
—
        <pb n="401" />
        # 
Wr 
3 
* 
t. 9 7 + 
ê. 4. rea 
Adt# t’ito“ *;½ “ 
  
  
— — 
"5 s 
——[. l 
  
— — "7 · 
STt. 7 
E4 WN 
— # 
+ 
# — 2 
  
     
  
  
— —. * 
ß 5 ,- f 
. — - 
*nv&amp; !—n 47 A !7 X+t aeh- 
— 4X“ J 
Locon, 5 — +%%2%4% 
« its-Mk» OZZHJZF " ½ 
:“ *# ½ N n 4— " 
4 ; 
732 e#„ 6( —— 5%% Oecausnr — 7790 
K *#r 4 — — s äs-5 — — 
b) Armentières-Lille 
—. —— 
  
  
4 4 75.—3·
        <pb n="402" />
        0 
——# 
“ 
* Arot. 
%%% “ 
[— 
* 
S—„% 
c) La Bassée-Arras 
à r! 4 A A. 4 4 4— Mn
        <pb n="403" />
        *8 2 M“ — 
— 
A fnn 
*—m— — 
— 
4%% 5*½% 
ikss #s “. 
*□ — *i 
3% %T 4 
2 rrts“tl 
-« 35 
2 . “—is S r— 
— 5. 
Gr. — * r54½ F 
— n Quicc- —— 
tpats —“W r#%nte — 1 J 
&amp; — - 4—O0 
* -t# 
EmG ——. i— 
s-. 
— 
  
— 
  
   
   
  
  
   
    
  
  
   
   
    
   
". — ⁊ 
A 
"v0„ — vrrsss- 
  
Z( 
.— · 
4 
8 
#— 
   
. 
— m 
r 
    
   
  
*———— 
E——ds— 
tgr#cchcckr 
2 . 
ẽ — ———i 1 
646 ——— 
- 9 —MM— 
- « - 
M,K»I 
   
fraouf. 
  
* 
# % 8 
cr% 
v 5 
, 
   
  
        
  
  
  
   
P--«««-.gs 
»Es-Iris- 
Prar-iA 
7. * 
. 
  
  
UNDER-JstMuttsmllcbekkomäsltz 
d) BapaumesAlbekt 
—. 
4 4 
*
        <pb n="404" />
        MA 0 T ans 
r— — l. * Hœucourt « 5 
###z####ses ·es 6 ! #tes#- (Wm A-c 
uremuan % « ji«-M 2 —i #urr- 
" 7 277— . 
«" — 4 —d 
*5 7 s J 17%% — l 1 SKasser. *ee 
—-23 — ' · . 
. .- Js- — 
—e ¾ 
1 5„ b / 
4n 76 #inr - 
LæAAZAÀAQh—urAÆA. 
2. “ 49.. — 
1 %rs rr.,t 
2/5 77 · REMED- 
— M . « 
AN. F,Z, * * —* * 7 ’ock 
**# - —— — * - 
Lirb- ufeer- , „% er# — “ - 
7—2 4 5 * 44 4 * 0 . — 
. » «- 
2.n .« 7 8* — AACàß 
%%% G“ nr " 4 -“ « 
L #ê#. 14% 
444 * ; 5% 2 — * Et 
„ *r ·. #%% ## 
142 14.5 - ·+ — 
E * * 1 4 – uran 9t 
— - 2 s 
»o,», **“6 % „t — ) n* 42 13 
N* * E*s —— Q„ 1. . 
,-«5««x«r" J»»-ng-» * %% 
— – 
  
   
  
  
   
  
  
   
   
   
i“nm 
## 
  
    
  
  
  
  
  
   
      
  
  
  
   
  
– 
6 –— 
# 
    
  
  
  
—— Vi 4 *“ 8 " * 
* * 82 — 
#h#tn 7. * * — r #### ##r ## 
*n3 
— *rm. ·- E. 
½n vraulitra 3# 4 d. E 
“ Wostr#r *. — o G. *edr 
AnicocogoG — - Cz« 
.« .,«7 
« %% e t“—“—- — %½ 8 
8 3 4 22249 
- — 8 ————— – 
i v *“ ½ ½“ # 
*(— « ÆYØJTs III i- L S * “ 7 E % 7% .bt 
5P) Chaulnes-Roye-llam 
W#: Mmmassliche Froatlinie. 0 * % MIAæ IESA.
        <pb n="405" />
        — — EIIL — 
## ½—" „ —„ — run 
HE 
zul Voeo * 
“ - »- — " fass-dy» J J,J«ZFI«TJ. 34- ms !6 4½ 77 — 
l- . JDIEYI s 
  
5% · 4 PMWert- 
4 %nspe 
— 
28 v2 
——lllon.— 
5E 
*bi –. **t 5% 
rebbnrbrbrn — 
eusirrwurnr 2 
. # % " 
· ## #..) 2? 
d « s 
—— » — ·- 
  
· 
·O —- 
2L— 
——.— 
&amp;-r#lbrrbr#’rnbrdvl!dku 
rm— 
  
  
— 
4 .— - ««»tz-Hk 
Ew-««- ’o.« .2 * S ——— * 
M 77224 *½ r#dhi. 7 t“ .- 
......... Jkk,«»-»-« 4% —Sl 4 5—m— * p—— 
— 5785* sæÔ —. 
0 
— 
%% 
— 4 
· qsptitp · 
0 44 
—':“z % *5 · 
s *:: 
—— ——. 
4 7%½% 
½% aun . ",»«- 
OFpr H-« — 
. * # W2 
(: 6n Ö 
1 * 7 
— . .— -.--0") "'-»O 
. . « « « 
ð 4 ". —— 
  
- « i. «· — 03 
n ( à * nií 
. — — 
——22 — 
— 
2— * 2— 
* 27 24 % 
A 
  
  
  
  
  
  
rs“nr
        <pb n="406" />
        10 
  
#0 „0 r%e . " 
E% 
———.2 
W— - · « 
*r · 
. «- 
2 
  
odkrrzs- 
·———— 
% ." 
« Iffst asks:k«7—-0- 7 
v — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Laon-Vailly 
———— 4 1l1 
2 
  
  
BMautmaseliche Fromtlinic. —— 4%4 x 
  
. „ 
  
  
7——•4 5#——,
        <pb n="407" />
        er 7#“ 
—. 
— S' — —— * X 
2 
I□J. 
— 
— E br 7o 
4 — 
* %# “ . a *— 1 
. - . ¾- — “ 
%.n 
  
Je. —. 
NMutmassliche Frontlinie. 
% 
2 
## 
— 
J. 
  
½ S 
  
· 
s 
«o’- 
4# % 
2 
d 
  
2 . „ "e## 
———.— 
—J—-— v 
  
1% 
b) Berry au Bac 
K— 
J—— — 
4 JX4 4 
KO b Trr/% 
*-i KHe 
  
  
  
11
        <pb n="408" />
        12 
  
  
t„— 3 
* 8 222 
1 
m-W 
.— 
t *— — 
—. 22 ’*Ü. —ie 2„2%% 
7• 
5%½ *77— *7lv“% *. 
½ß, !Em—2 — J“z 
7 i #r — "n. 4 % 2 4 
7"v. 
2 —. 2 W% % -— 
. 
— 
— 
— 
—————— — 
v½ % 
- 
**n — 
—. "m 
» 
# EN#9 
r. 
. ’. * 
. 2 
* 
5 
S ⁊ 
* — 
*8 
“ —— 
  
— Kelm 
8 3 Anntxes 
r *P0 
7 - -»(- - IMME- 
wakz (- 
»O 
« 
k-»«I 
  
s- s--,«,--- I 
.......... - Mutmassliche Frontlinie. 
  
Keims-Eperna) 
  
4% “m 
MIXA. 2572
        <pb n="409" />
        2 ⁊ V. *—7 V 
u edur ( 
SÒCÒEAIM 
— 
  
  
      
   
— — * 
—25 — — — 
5- —r 
—#t 
“u rt 
2nmm ?"7ç 
  
—OAZAODBO 
r . o » 
»»«X — .— 1 strsß 1 
#2# uusne. 
  
— 
  
A#r#zn - , ·’ ««" «·..» 
KFY,,,, *# – " 5 · T 2 –4 2 * * 7 
4 
o# 39 
— — — —235 
« 22 — .—— —— „ .—— - 
.— ———---— .««· 3 : 
“4 —.——— .-· - 
—.. * „ rW. “ . 
— 
r* 
. “ n 
–l. ½ 
-y
        <pb n="410" />
        14 
  
Jerzn- 
   
—]—N*. — 
* 
“ 
J 4 
er—“—z“ 
Zrmro.##cus 
5 —— 2 — — j 
# 7nu0t „#. E 
— 2* 
    
re. 
  
  
  
  
  
i 
n%% * 
# 
9 - 
8 
* 5à O-: 
0. . . 
-«·- 
  
  
ZW- 
8Ü E□E rtut“ 
  
   
     
    
   
O# 0 
vr 
—*.# · *7 * 
     
* rn s 
4 *) X# 
* 
  
    
    
  
   
  
   
2# 
——— 
   
  
  
    
  
  
  
# 
’## 
à 
28 
— r 
o. 
  
  
  
11 
  
15 Argonner-Wald 
s————— —si 
——“"“
        <pb n="411" />
        W — 
* o7 , 
* .n 
.— 
ZoK. 
–□0 
JI— r—— 
2K —□— 
– — „ ". S 7 
- - -·:".M 
-0-X«ss )—.- 
.. - - «-.«»—. . Jkk«,g-«HYR« i4 77. *r 
— S—. . * c. c " 4 5rn“ 2 —2 
2 F O % 
bundess - «9·oo-lM-M7 . - 
sey-»k- . -. ., , 
O "«s . . « .· O 
" " « E.:.« 
pp 
co· VII KSIJ “ 
snrrer e . 
* — —- 
—— - 
74 —. 775— 2 
  
9 5„ 1. " % " 
„Moeemicou 
—t a. 
% v% 
rtee 
v. 
* ½ 
4“ 
. . «·z·c.j·-.s-' 
« ·,y. 0 ð 4 5. r — r„rd 
7-#d# 5. —— * 40 1 #. t“ 5m k 
umrnn à* D5„% - «·’««««4"«o"..·o«, 
O « · ' . v : 
« .o WATU . 
Cz · . o mgir?eu . 
TJVXJEZ c 4«« — Or 39 2#. 
2 
ftdg Jrovyi. o * 
ð . 
- kikiRJFX 
vwaTOLsICO 
EI: « -o-·o .« 
r · 
%% e. "„ 4 . 
WDZIZ .x-so EVEN-»M- 
   
6 m) Verdun-Combres 
% J S. SF 
  
  
  
“. Mutmassiiche Frontlinie. 
* 
  
15
        <pb n="412" />
        --. 
'«- 
»wes-BE 
X.——- . 
Max-Yak- 
« äyåxky 
»k-« 
Fka nmh Eera- 
e t Gr 
— ##. 
5 F. ·— 
* 
½3 
*i i 
* . 
  
  
#O 
— .is 
* 1 
vV 
s.x- 
* 
* « 
JEAN-s- 
,- 
  
  
n)st.MilIiel 
ngL-Matmmllclsokkontllale.DIE-HEF- LZKPFMsz 
( 
—
        <pb n="413" />
        17 
  
  
  
  
  
. 
*. * Lr . 
  
  
5 
— 
*„ 
5 „q 
* 
r– 
1 
—— 22 * 
* 
n 
%½ 7% 
s —— W 
Zoi 72% · , 
- — 
— — — +332— 5% 
# 5 
*m 
□ #° " . 4 a# 
  
n –4 
  
  
  
*intn o r , wer 
VJZZ MAY-JO- 
-Zy.)i·ojk-«« 
»Na-H- 
&amp; e39 n 
— V # t n [ r ⅛: " 1 7 
(% 7* J 
# * " X 
#is#—= 7 « ,· 
W — — — 
% N“ 5“ — . » ** 
-«-·".»·;——-· 
FJer#siec—. 
— 
7: 
+ 
eihSsssn"tsbb“-“* 
—. » JJJLWRIUYE 
— 8 # 
———-. V 
r Mszim#sthu 1NII W 
n““- !“— · skii 
- s .-' 
N 7 7 
osts-z 
-ahuspuon aunllsscunm í 
rn Ü 
— C#ek 4— 
½% — 
W 
—
        <pb n="414" />
        z . 
tt 
n% 
* 8 
      
     
      
  
  
      
  
  
     
     
— 
— G — 
— — I 
   
  
     
  
1-’..·« .-o«k.·« -«.--....- 
- * r *. 24%, -% — 8 
# 4 — 
* – 9 · 
,«I,- E 
6 — 
FS — 
J308 
uuns 
   
*" n;„. 
! 
# 7i- . 
½ u 
□O 
. 4 
" #“ 5— 
44 5% — 
— W 
5 %% »so 2 
——— 4% 
  
7 
J——— 
— 
  
   
         
   
   
    
  
    
—is 4 s 
   
  
          
         
   
  
  
..*. rikrohrt 
Srt t““.9U u)n1 
eer—— — 
2.(.[[çq - 
4 ro el 
,- 
   
   
  
   
      
·» «... 
. .«Oc-«- 
« «3.5K ,-« m# 
*l 
## « — 1½ 
.. 
«x ·.. 
RAE-EIN 
   
    
   
  
  
    
   
X- 
0 
m# 2 . 
&amp; ——.— es 
M##. 
r*“* 
4 
SJ— 
— 
  
  
  
   
   
  
  
  
Luneville 
opee9““# 2 * . 
Ruutmassuiche Frontliaie. 7353
        <pb n="415" />
        ) . 
ULO «Yd-YHIIRJ«. 
i Ist 
9 v2 
— 23 
. —— 
or. 
„ 
S 
— 
— 
K. " 
s. 
* * 
  
s 
LE-. 
7 
III. 
? 
— # 
1F . 
Wogcz 
* 
. * 
#a# . 
7½# 
7 
2,. 
% 
# 4 q 
· ..·-sc- 
. . W. 2u— . 5 r 
*55 J— n ö 
** 88 28½# 
24# r 
S. n -. — PB * Win#s ½⅞ 
5. — 
". s L. 
# “Wl 
» »Es g« 
J □ S— „ —. — 
2B.— —. 
—— * 
· 
*ð 
#“ ,. 
. 
  
  
  
  
niae 2 Mstassenliche froatlale. 5 —.— — 4 . M. 2 —4 
* " « "6 9 9 9 ¾ 9
        <pb n="416" />
        20 
  
  
    
  
EA 
Z #½% 
ve. i 24 
* * 
" 
J + - 
“ * 
1 
5 uu0 sx. 
. -"V,-., 
ANHAN- 
swzzvzwsz 
w 7 + 
E 
# 
**ö . 
(- 2 — 
· u 7 0 6 
ttl“’d 
.— *“ " 
–— ( 24 
  
  
r) St. Dié - Gérardmer 
— smi 
  
Mutmassiiche Frontlinie. 60 5 * 0 MEB. Sö 
2
        <pb n="417" />
        — 
Lomæai 
— — — — . *. 0 –. 
——— m 
ot46%%4 ##' *1 AU. %“ — —n— — , 
— 2% *. # #·" 3ß “ 
6 2% 
   
6 
Sert“#" ? 
Jn(ôt⅝ 
.— 
· —— « — — - XIV-k- UM 
- .-«. :.· en 
%% /9 — *72 --" — . ’ 77 9 7“ Z“ 
A“# — enen. v Sasherg 
W— 
    
  
  
   
m2 
    
  
  
    
s) Südvogesen 
4 4 4 à 4 4 2 4½ 
Fr *P7 z# 
à 
       
  
   
  
HMa#ssaliche Frontlinke.
        <pb n="418" />
        « - Yasuna-«oqossssousivUs-Wis;.z.s:«.«s.-4 
  
.amkaxv «»,» 2 
* 
. — *o% 
7% #Kr# 
m 
  
  
V V. 19d êz V. 
kuuurn o 
usttrrrbb 
- IMJJJJJ »- 
«-——.c»f-»-»«-e-y 
« .-L«MMW» 
»Es-ww- 
« -s »P- 
6 2 
Wrbnznnc. 
154 
  
r1n 
*z 5/“ 4½, 
2 
% 
l 
2— 
2%2% 
— — 
—— 
Er ½% 
5 % 
  
  
an 
E 2 
6 “ ?yr 7 
5 
2 #„ 5 
1q5 i 
%% 
W5 
. npzg= %% 
* * 
% -. 
otmzwig 
Cl- “ « I. 
»s««-s — 
. szx«-««-«-s.«- 
, — 
RE— 
B- *25 
* 7:*4 2r2 “ 
%% %nit 
%½ 23 —56 ino 
3 
* 
2 A * 
% %0 
. 
73 
*—. 7 “ 
20 « Uo 
GNOK ]n[iee t 7 
24 2* 1 
8 25 5 
am 0 
Stttnt ½ 
« n 
6. "
        <pb n="419" />
        Ek. 2 Ek. 5 
  
  
  
" "1 « # wr 4 v nii 11 :d ." . » . · 1 " 
r«»-I«EI . «N«MJJTFFJVE «-Y"--. . .;:;;«:z:«.q — . . 
— u —— Su 4 4 4 i *6sk7r *m 
euottnn 
  
3 d 
t 47 —E # 
1# « E V t — WI : " 4 
Wio 4 — o.. 
–— E . — . 1 " * % 7 
» 5. * *¾v5#ß⅝ 
1 7½7/ 2 F # — 5# * . 5%. · X* “% “ br s S 
4 (#%%%%% t 
Frren#eer %4 
  
.. 4 * 9 .. ..- 7 4%0%%%% 
bb- 7 — «. .«,:·: .«:« ; * 4r v 
W## o "6 7 ,·' * ——— 
4 5¼2 2 -0 « — 
AA *% 4 * * 4 
  
  
  
  
. 
*r w6% 4 
# #n 
* . — 4WEN DV*I. *§1 
6 s st½ Eeds 
. - .:".;« * « — ralons 8 R 
##. s . v ·-s—"-’ ' 
., ,.-««i:äst 
  
««4'F««!J«« 
* 
———— 
  
4 
. ÆXRTJCY »s( # 
——— 
' # - 
2 
  
———— 
ezur 
  
  
  
  
  
  
  
                     
  
        
Ek. 1 
1 
— 
„ —.. 
. .——...= 
k--7)si. — rr 
      
5% 
Strclrns 
  
              
V 
„2 — 
½.sr « 
  
  
    
  
  
Fäkmszj — Z — / 
½ EXCC zAnä 
* 
—— 
   
                 
  
cgt- 
4 S 
errn ¾ 
Sbtnr 
rar. 
     
  
    
  
  
  
Ergänzungen zu unseren Frontkarten 
—“Js -—-— J9 
  
— ér. 
Z 
    
23
        <pb n="420" />
        24 
  
    
         
    
  
   
——“--——— 
— 
einerr. 
  
   
   
55 , 
k#'# — *“ 
% *# 
ERcstierre &amp; 4 
·- 
* 
*a *5%% Fen 
   
  
   
       
    
   
      
    
    
    
     
     
    
   
6% 
238 « 
S6 
7 E¾ 1 
WVercinn 
4P“tikv »* E * 
   
  
      
    
  
4% 
  
  
□— rerrn 
.% zmist Fr.des * 
  
r##r#s#az“- 
# — . S 
M- % 
  
  
  
  
Ek. 3 
  
  
  
   
   
     
— —————— 
* - r 4 r 0 · 
1s 7 — — 
B * % **P“ v 7 o 
4 4 rWe##½# r*G 
G * 
" d 7, u = i# 
r 
  
  
   
   
  
  
   
    
   
   
  
   
       
  
     
   
  
  
  
——.... — 
4 . e kt#“ticer 
A-an- .“ 2 . — 
,. s- 
r m—— 
   
    
    
   
———5½ 
    
   
— — 
  
  
  
45 Tuns ge ChempaQ 
3. — 42 Sus 
0# 318 — 
1 
E — —i. J2J975 
F. F “ — * 
Iuboru * . e H — — 
; .----«««··«" 
  
  
   
·o 
* 2’½ o 4 
Ergänzungen zu unseren fruntkorten 
eosilniubnralermmtnttarrnetrn#.
        <pb n="421" />
        25 
Verzeichnis der Ortsnamen 
zu den Frontenkarten „West“. 
Bemerkungen: Die hlnier dem Nemen stchenden kleinen Buchstöoben entsprechen den die eintelnen Korten 
berelhnenden DBuchstoben. 
Ueb. W. bedeufef Uebersichtskerfe West. Ek. 1— 6 Ergönzungskerfte 1—6. 
FF "ind zu finden: Forfs unfter TFoli de“, z. B. Fort de Celles“; Seinf untfer St., z. B. St. Alhlel; Wölder unler F. 
x. B. Foréi de NHoudon bew. B.- Bols de; Boiterie de unfer B.; Mio Moulin (Mũhle) unter Mou. 
Namen verr chledener Schresbart: in Rlommern, z. B. Fournes (Furnes). 
Namen mll vorgesctzlem Arlikel: le,. le. I’ unier l. z. B. Le Bessée. „Ober“. „Unter“ untker O und U 
Sind elnzelne Buchsteben des Nemens eingeklemmert, so bedeufel des, dess die eingeklommerten nicht ouf der 
Korfte stehen (eus lechnischen Gründen ebgeschalften). 
  
  
A 
Aaschen Ueb. W. 
Abauceurt m d. 
Abbeville Ueb. W. 
Abévillers t 
Ablalnçcourt e. Ek. 1 
Ablalnze velle d 
Ablaln-St. Nazaire c. Ek. 2 
Ablols-St. Martin 1 
Abonsceurt e 
Ache-Bach e u. Ek. 4 
Acheville e 
Achlecourt c Ek. 2 
Achlet le Peiit d 
Acd e. Ek. 2 
Acyg 
Adinfer d 
Adlnkerke a 
Aglocourt o 
Ageez: lez Dulsanze 
Agulleourt b 
Agny k 
Aigny L 
Allette-Fluss 
Allles g 
Alliy sar Meuse Ex. 5 
Alngeraye 
Alre-Bach h u. I 
M#e-Floss Leb. W. I8 
Alxen Gebellec, k. I, u. Ek. 2 
Alzecoutet) le Bas 4 
Alzeceurt la Haut d 
Alzelles g u. b 
Alzy g 
Alobcoaurt e 
Albert d 
Allaines d 
Allamect m 
Allarment &amp;c# 
AMlemant g 
Allenjole t 
Allennes les Marals o 
Allendaes t 
Altenach t 
Altkireh Ueb. W. 1 
Mi-Ma#sterol : 
Alt-Thann s 
Altvelerer 
Alverlagbem a 
Amsece e 
Ambleny '. 
Ambly sur Menso m 
Ambriel 4 
Amdevaus t 
Améléleurt) o 
Ametdonceurt) p 
Amicos Ueh. W 
Ammerschwelerrr 
Ammierzweiler s 
Amerule. Bach o 
Amikontaine h 
Amligny 1. 
Amy e u. Ek. 1 
Ancemont m 
Andechy e u. Ek. 1 
Angeasl 8s 
Angomont q 
Angres-Liévin c u. Ek. 
Abizy le Chäteau g. 
Anjoutey s 
Anuay o 
Annequin c u. Ek. 2 
Annoeeulln e 
Anezelr 
Ansauville o 
Acote I 
Anthelupt p 
Antwerpen Ueb. W. 
Anzin e 
Applly! # 
Aprement l, b u. Ex. 5 
Arbon# 
Ardeull k u. Ek. 3 
Arcre-Bach I. 
Argers k u.!1 
Argenner Wald 
Arle(ux) e 
Arleux en Cobelle c 
Armancourt e u. Ek. 1 
Arnmucourt e 
Armentièree VUeb. W. u. b 
Arnhem eb. W. 
Arnonld r 
Arras Ueb. W. c u. Ek. 2 
Arreye e 
Arreney g. 
Arrentee de Cereirure 
Art sur Meurthe o 
Asseld la Ville h 
Assevllliem e 
ASsuecl t 
Athles c. e 
Athles sous Laon 2 
Athleaville ou p 
Athls 1 
Attlches o 
Attichr #'. 
Anbe-Fluss Veb. W. 
Anberge de I'Esperande t 
u. Ek. 6 
Auberive sur Sulppe kun. 
Ek. 3 
Auders b 
Andigny e. 8, b 
Anbilly ! 
Aubreville 1 
Auby C 
Auchoopvlllers d 
Ancby les le Bassée c u. 
Ek. 2 
Andignieoart #. 
Andineeurt t 
Angy 8 
Anlnay sur Marne k 
Aulnols eur Seille e 
Anlnois sur Vertuzer o 
Anre k u. Ek. 3 
Anthuille d 
Autrécourt I 
Antréches #f 
Autrepiertre) p 
Antreville f u.o 
Auntry k u. 1 
AuVve k 
Auzovllle 1 
Avaux b 
Avecsppelle z 
Avelin o 
Aveluy d 
Avenay I 
Avesnes (Hante) e 
Avillers m 
Avlon m 
Avoceurt I u. Ek. 6 
ArraInyllle e 
Avrleeurt e u. p 
Ayette d 
1Ay1 
Azsenes Ek. 3 
Azerallles p 
HR 
Babecuf t 
Baccarat Ueb. W. up 
Bacenvbee k 
Badevel t 
Badoaviller Ceb. W. u. ## 
Bagaenz #d 
Bailleul Ueb. W. u.b 
Bailleul sur Berthoult e 
Baillenlval d 
Bailleument d 
Ballly # 
Balatre e 
Balham b 
Ballersderf 
Baloy e 
Belschweiler s 
Ban de Sapt o 
Bandevel t 
Ban sur Meurthe r 
Bannvogne h 
Banvbencourt m 
Banzy h 
Bapaume Veb. W. d 
Bar sur Selne Ueb. W. 
Bar sur Aube Veb. W. 
Baroques o 
Barbonvalg 
Barenbach o 
Bariels au Beis 1# 
Barleux e 
Barensweiler 6 
Basel Veb. W. 
Baslieng g 
Basssuecourt m 
Basse Celm, Canalde la. A 
Bussenz les Leges d 
Bassoles g 
Bathélémeet lee Bauze- 
mont p 
Baudrémont e 
Baulny 1# 
Bauvin e 
Banzement p 
Bavsos t 
Bavllliers t 
Bazsbcourt b 
Bazoches g 
Beaucamps b 
Beaucourt d. t 
Beaufort Ek. 1 
Beaugles e 
Besulenceart 4 
Beaullen 1 
Beaulieu les Fontalces e 
Beaulno g 
Beaumetz= les Cambral 4 
Beanmetz les Loges o 
Beaument e. l, m. o u. Lit. 
Beaumont Hamel d 
Beaumont sur Vesle iÖ 
Beaurains c. f u. Ek. 2 
Beaurienz g 
Beauséjour Ek. #2 
Beauséjour Ferme k 
Beauvais Ueb. W. 
Beasuviole) e 
Beanzée 1 
Bebelnhelm 
Becel(aere) a 
Becordel-Bécourt 4 
Becuqulncourt e u. Ek 1 
Beerst à 
Bébéricourt 1' 
Belne k 
Bekeng(bem) a 
Belfort Ueb. W. u. # 
Belleau o 
Bellefesse ꝗ 
Bellersy m u. Ek. 6 
Bellen m 
Bellevlle m. c u. Ek. 
Bellone c 
Belment # 
Belrupt m 
Belvalc 
Benamenllp 
Bency Ekt. 4 
Bendork # 
Beoifond Elr. 2 
Beoilfoetaine c 
Benawelerr 
Berclune 
Bertholz s 
Bergues Deb. W. 
Berlanceurt e 
Berles au Bols 4 
Bermérlcourt b 
Bermeet t 
Bernéeceourt o 
Bernes e 
Berneull sur Alsuc ## 
Berneville ec 
Bernweller e 
Berny en Santerre 
Berny Rlylere 1 
Berrleux h 
Borrweiler 8 
Berryl 
Berry su Bac Uedb. W. D
        <pb n="422" />
        26 
Berthen b 
Bertlucourt 4 
Bertricourt b 
Bertrimentler # 
Berzleux k u. 1 
Berzy ! 
Besanso Deb. W. 
Besmé 
Besny g 
Bessoncourt t 
Bethancourt b 
Beth(élainville) 1, m u. Ek.6 
Betheny Deb. W u. i 
Bethlncourt Ek. 6 
Bethoncourt t, 
Bethovülller 8 
Béthune Ueb. W.c n. Ek. 2 
Betl(ncourt) 1 u. m 
Bettendorf t 
Beugudtre d 
Beuguy d 
Benlay qꝗ 
— 
Benvraignes e n. Ek. 1 
Benvry e u. Ek. 2 
Beveren a 
Bezaumont o 
Bezonvaux m 
-Biaches d 
Biache-St. Vaust c 
Biarre e 
Bichançourt 1 
Bienvillers au Bois d 
Bieuxy ! 
Bièvres g. 
„Bihucourt Jd 
Billancourt e 
Billée Ek. 5 
Billy sur Aisne 1 
Billy-Berclan c 
Billy sous les Cötes m 
„Binarville I 
Bingen Decb. W. 
Binson-Orquigny i 
Bioncourt o 
Bion ville c 
Bisel t 
Bislée (Biléé) n 
Bissenil 12Q 
Bitly le Grand k 
Bitry tf 
Bitschweiler 8 
Büxrschote a 
Blaire ville d 
Blámont a 
Blanc-Rupt-Tal a 
Blankenberghe Ueb. W. 
Blanzee m 
„Blanzy-les Fismes g. 
Blécourt Ek. 6 
Blémery) p 
Bléuod les Pont à Moison. 
0 u. Ek. 4 
Blérancourdelle f 
Blérançcourt t 
Blercourt m 
Hlerupt Ek. 6 
Bliensbach a 
Bligny! 1 
Blois Ueb. W. 
Boecourt #⅝⅜t* 
Bozschepe b 
Bocsingbe a 
Bolnvllle m 
Bolry d 
Berthey—Condeée e. d. öchelde 
Boiry-Becquerelle d. 
Bolry-Notre Dame e 
Bols Bernard e 
Bois des Etlslons Ek. 4 
Bois du Trou de la llie 
Ek. 4 
Beisleux an Mont d 
Boisleux-St. Marc d 
Boitshoucke à 
Bollweiler #8 
Boncourt n 
Bontol (Prmi ####) 1 
Bonn VUeb. W. 
Bonviller p 
Bonzée m 
Boron ½ 
Borville p 
Botans t 
Boucholr e u. Ek. 1 
Bouchavesnes d 
Bonconville g, h u. E 4. 5 
Bonconville k, n u. Ek. 2 
Boucq u 
Bouffignerenz b 
Bouillon Ueb. W. 
Bonillonville o u. Ek. 4 
Bouilly i 
Bouleuse i 
Bonlogne Ueb. W. 
Bonlogne la Grasse en. 
Ek. 1 
Boult sur Suippe b 
Bouquemont m 
Bourenilles 1 
Bourg-Bruche a 
Bourges Uob. W. 
Bourgogbe h 
Bourguignon sous Coucy f 
Bourincourt d 
Boursanlt iQ 
Bourrignon t 
Boursties) d 
Bonvancourt g. u. b 
Bouviguies Ek. 2 
Bonvignyc 
Bonvinçourt e 
Bouvron o 
Bouzières au Chenes o 
Bouzières Ek. 4 
Bouxières auf Dames o 
Bony k 
Bouzaucy f 
Bonucy 1 
Bovekerke 
Boyeflles c u. Ek. 2 
Boyelles d 
Brabant en Argonne 1 n.% 
Ek. 6 
Brabant s. M. Ek. 6 
Braisne g 
Brains g 
Branscourt i 
Braquis m 
Bras m, Ek. 6 
Brasseille n 
Bratte o 
Braux St. Cobiere k u. 1 
Brauz St. Rem) k u. 1 
Braye en Laonnaie g 
Bray sur Somme d 
Brhieres c 
Brebotte 1 
Breedene a 
Bremenil c 
Brenclle 
Bressaucourt 1 
Brétagne 1 
Bretiguy 1 
Bretten 8s 
Breuil g. u. h. 
Brevillers t 
Brie e, g 
Brlelen a 
Brieune h 
Briey Ueb. W. 
Brightan Ueb. W. 
Brimont b 
Brin o 
Brinighoften 8 
Brizeaux 1 
Brocourt l, Er. 6 
Brognard t 
Brouchy e 
Bronville p 
Broussey en Weè#v#re 
Ek. 5 
Brückensweiler 8 
Brügge Ueb. W. 
Brüssel Ueb. W. 
Brugny-Vaudanvourt i 
Bruley o 
Brusseite Ek. 5 
Brnyères g 
Buc t 
Bucquoy d 
Bucy-les Cerny g. 
Bucy-le Long g 
Büttweiler #6 
Buire sur Ancre d 
Buissoncourt o 
Bulssy d 
Bulainville 1 
Bullecourt d 
Bully en Gohelle c Ek. 2 
Bulscamp o 
Buresp 
Buriville p 
Bus d, e, Ek. 1 
Bussang s 
Bussniel t 
Bussy d,e 
Bussy le Chateau k 
Butgnéville m 
Butie k Ek. 3 
Bnverchy e 
Buxzerules u Ek. 5 
Buzières n Ek. 5 
Buzy m 
n u. 
0 
Cacskerke a 
Caestre b 
Cagnicourt d 
Caillette-Wald 
Cailloucl 6 
Caisnes #t 
Caix Ex. 1 
Calais Ueb. W. 
Calonne s. 1. Lys b 
Cambrai Ueb. W. 
Cambrin c Ek. 2 
Csmelin 1#76 
Campagne e 
Camphin-en Carcmbault e 
Canal deo la Lys b 
Canal Fpern-Commines b 
Canal de la Hte Deule c 
Candor e 
Cannectancourt 1 
Caotebury Ueb. W. 
Campishem b 
CappyF- d 
Careocy I k. 2 
Carlepont t 
Carnin c 
Carnoy &amp; 
Carrep Ek. 1 
Carrépuis e 
Carspach #t 
Cartigny e 
Carvinc 
Cassel Ueb. W. 
Catigny o 
Can'aincourt e 
Canrelles Lavannes b 
Celles ꝗ 
Celles sur Ais#e g 
Cercueil o 
Cernay en Dormois k, 
Ek. 3 
Cernay-les Reims 1 
Cerney en Laonnois g 
Cerny-les Bucy g 
Cerse uil g 
Cessières 8 
Chagey t 
Chaillevois g 
Chaillon n Ek. 5 
Chaisson Fm. k 
Chalons Veb. W. 
Chalons sur Verle 1 
Chalonvillals 
Chambrey o 
Chambryg 
Chamery 1 
Chamouille g 
Champenay a 
Champenouz o 
Champ-Fleury 1 
Champieu e 
Champignenlles o 
Champiegny iS 
Cham pillon 1 
Champlat 1 
Champlon m 
Chsmpnetuville) m Ek. 6 
Champs 1 
Champney Ex. 4 
Chantehenz p 
Chapelle d’Armentieères b 
Charieères Ueb. W. 
Charlerol Deb. W. 
Charmoille t 
Charmois p u.t 
Charmont t 
Charoy m, Ek.6 
Charpentry 1 
Chassemy) 8 
Chattancourt m, Ek.6 
Chatas a 
Chäteau (Porcieu) b 
Chateau p 
Chütesu Salins Leb. W. 
Chatencis t 
Chatillons sous les Cotés 
m, Ek.6 
Chatillon sur Marne i 
Chatillon sur Seine Veb. W. 
Chätrices 1 
Chaudardes gn. b 
Chaudeneyo 
Chaudion b 
Cbsudun 1 
Chaulnes e. Ek. 1 
Chbaumont Veb. W 
Chanmoncourt n 
Chanmuzy ! 
Chauvoncourt Ek. 5 
Chavannatte 1 
Chavannes les Grands t. 
Chavignon g 
Chaviguy 1 
Chavonne g 
Chaveot-Courecourt ! 
Chazelles p 
Ohelles 1 
Contslmaison d 
Chemy e 
Chenay h 
Chenicourt o 
Chbennevières 
Chenovières p 
Cheppy #1 
Cher-Fluss Uerb. W. 
Cherisyo 
Chermizy g 
Chéret g 
Cherville i 
Cheveney #. 
Chevillecourt 1 
Chevreguy g 
Chevreux gu. u 
Chigny (les Roses) I 
Chilly e, Ek. 1 
Chippilly Ek. 1 
Chiry-Ourscamp t 
Chivres g 
Chivy les Etouvelles g 
Choisy an Bact 
Choloy o 
Chonville n 
Choullly 1 
Chuignes e, Ek. 1 
Chnignolles e, Ek. 1 
Chyverinchove a 
Ciry (Salsogne) 8g. 
Cirey sur Vezolse d 
Cizaucourt e 
Clscy g. 
Clafroix 1 
Clamecy t 
Clayeures p 
Clesy r 
Clemery o 
Clemskerke a 
Clercken a 
Clermont en Argonne 1 
Ciry sur Somme d 
Coblenz Ueb. W. 
Cöln Ueb. W. 
Coeuve 1 
Coeuvres f 
Coincourt p 
Cojenl-Fluss c 
Colchester Ueb. W. 
Colombier-Fontalue t 
Colrop la Gde. d 
Colroy la Roche d 
Combles d 
Combres m 
Combrlmonter 
Commeicy n 
Commines b 
Compiégne 1 
Conches er 
Concevreux gu.b 
Conde les Autry k u. I 
Condé sur Aisne g. h 
Condé sur Marne 1 
Condé a. d. Schelde Ueb. W.
        <pb n="423" />
        Consenoye—Forf de Bols Burrus 27 
Consenoye El 6 Crogny!I Detimerre) p Emlingen t Fay e. Ek. 1 
Contalmalson d Cochery) I Domgermsin o Emmerln d Féecomp Dedb. W. 
Corbebem e Cnisfles 1 Dommartin Iis Montagnem Englebelmer d.e Feche-I’Egiise 1 
Corbell Ueb. W. Culuchy c. Eb. 2 Dommartin- Ial lanchette Engios bD Fecht-Bachr 
Corbeny g a. b Culncy- P’revort e k u. l Ennemaln e Feldbach #t 
Corcilenxz Culry-nles Chandardes gub Dommartio sur laus ku. Ennetlèeres en Weppes d Feldkirch t 
Cermiey h CuIs 1 Dommartin les Toul e Enschlingen ## Felleringen 
Cormentrleul Culse. Lamette t Dommsrtinsur Vore ku.] Entro denz Eauxr Felon e 
Cormeyeuz 1 Culalcs 1 Dommiers 12 Epagny f Fennevliler ꝗ 
Cornleville n Culey I. Ek.6 Dompcevrin n Epénanceurt e Ferin c 
ornelt Cuisy en Almont # Demplerro c. Ku. 1 Eperoay Ueb. W., 1 (FPescamps e. Eu. 1 
Cortienz # Cumieè#es I. m u. Ek 6 Domplerre au Bols m Epinal Ueb. W. Feschea t 
Concy lo Chaátean 1# Cunelsores t Domptallp Eply o Festleux g 
Couey les Eplies g u. h Cuperly L# Domrémy aux Bols Epoye x Festigny I 
Coney la Ville r Curchy e Don b Eppes Feetubert b 
Conckelsere s Curlu d Denceourt aur Temfliersm Eppeville e Feuchyce 
Coadio tf Custines o Donjenxzxo Eanancourt d Feulllères d 
Coulelsy # Cuty Donon q Erbeville o Fey ea Laxye ec. Etk. 4 
Conlemmes la Montagne i Cutst Dentrieu k. Ek. 3 Erchen e Fleheux d 
Courbessauz o u. p . Dorans t Erguioghem la Sec b Fllaln g 
Conrelles g. 1 CS-ia Comtmune) 8. Dernach s Erbecourt n Flas d 
Courcelles sau Bols d Donalc Erneghem a Flsmes (Südrarnd) g 
Cooreelles aux Bels n D Denanwont m, Ek. 6 Erqulnghem-Lys b Flabas Ek. 6 
Courcelles i##e Comte d Dagooville n Doubs-Flusa Ueb. W. u. f Ervillers d Flanconrt e 
Courcelles (Sapicounz-t) 1 Dainrille c. Ek. 2 Douchy e Eschbachr Flavylie Meldeux e 
Conrcelles les Leas e Dsmbeneis Douchy lee Ayettes d. Escebecques b Fletre b 
Courcellette d Damery Deulliy e Esmery-Hallon Fleorbaix b 
Coorcheleites c Damlonp m. Ek.6 Douverin près la Baseée c Esnes I. Ek. 6 Fleury devant Dou: 20ont 
Cheurchovon #6 
Courcy h 
Couriandon g 
Courmas i 
Courmelles t 
Courmelois k 
Courenve n 
Counrey les Hermonville b 
Coorrières o 
Courtagnon! 
Courtecon g 
Courtedeux t 
Coartelevant 1#° 
Coartemalehe t 
Courtemont k 
Coonrtenay t 
Courtisols k 
Courtran Deb. W. 
Couririzy g u.b 
Cousabces aux Bels n 
Coutbensus t 
Coutulres)o 
Convrelles g. 
Corxyde a 
Cramsot 1 
Crandelaln g 
Craonne 8 u. b 
Craonnelle g u. h 
Crspeaumesnil e 
Crapesumoes Et. 1 
Cravanchbe 1 
Ciéey-an Nont tf 
Creield Uedb. W. 
Cismery 6 
Crensy Ek. 2 
CiépT E 
Cressy e 
Creném 
Crévic o u. p 
Crienp 
Crisolles e 
Crolssilles d 
Cralsm###p 
Crolz e, 1 
Crombeke à 
„Crouloy # 
Crouy # 
Dammeruirch t 
Dampierre 1 
Damplerre au Tremple k 
Damplerrele Chateau k u.! 
Damplerre outre Beis 2#6 
Damplerre sur Anve k u.!1 
Damvaut t 
Dapjoulin 1 
Dannemarie 2 
Darmoot m 
Dasle 1 
Daucourt 1# 
Deneuve p 
De Hand a 
De llaan a 
De Knocke a 
Delle t 
Delme o 
Denbey#t 
De Puile p 
Dernanceurt d 
Denslemoat b 
Deuxneonds aux Bols m 
Denanlousa) la Court l 
Leuxville p 
Deventer eb. W. 
Devise e 
Dbnizel 
Dickchnech b 
Didenheim s8 
Dlesdolshausen er 
Inncmatten s# 
Dleppe Deb. W. m. Ek. 6 
Ieunlouard o, Eh 4 
Diens a. Meuse m 
Diluant Ueb. W. 
Dixmurden Leb. W., 
Dlleu Ceb. W. 
Dives 't 
Dley-Magenta I 
Doller-Bach 
Diellern s 
Dolngt d 
lDombaslie o 
Dombasle en Argonn 1, 
Ek.6 
D’merte en M yeo 
Dover Deb. W. 
Dranontre b 
Drel Acbren #r 
Dreslincourt e, 1 
Drlencoutre) d 
Drillancourt Ex.6 
Drocourt c 
Drouville o u. p 
Dünklreben Leb. W. 
Düren Ueb. W. 
Dueselderf Ved. W. 
Durlnsdort '" 
Dugoy m. Ek.6 
Duisans c. Ek. 2 
Dungt 
Dury e, e 
18 
Eastbourne Tet. W. 
Echénans :# 
Echeèene 1 
Eckericher 
Eclalres 1 
Eclusler d 
Ecot t 
Ecronves o 
Ecuell i 
Ecnureey t 
Ecurie Ek. 2 
Ecourt St. Qucrntin c 
Econst St. Mein d 
Ecuvilly 
Eecke b 
Eege waertscaptelle à 
Eggishelme 
Egnuenlque # 
Einvanx p 
Einville au Jard p 
Elz m. Ek. 6 
Eizy g 
Elbenuf Ueb. W. 
Eleu du Lecnveite c. Ek. 2 
Elincourt St. Margverite 1 
Ellze I n. k 
Ellbach ## 
Elole # 
Elverdingbe A 
EmbPermenllp 
Esquerchlu c 
Essart b 
Essen Deb. W. 
Essey o, Ek. 4 
Essey s. Nancyo 
Estaires b 
Estevelles c 
Estrées c. e u. Ek. 1 
Estrées en Chaussce e 
Etaln m 
Etalng c 
Etampee Veb. W. 
Etaples Ueb. W. 
Eteipigoy c. e 
Etinchem 4 
Etlval a 
Eteuvans t 
Etouvelles g 
Etrépolxz Fes. g 
Etrun c. Ek. 2 
Ettelgbem a 
Etneffont Bas s 
Etvueffont llant 2 
Etupes t 
Eulmont o 
Euron-Bach p 
Euvezin o, 1k. 4 
Euville n 
Evergulccurt b 
Evette t 
Evin-Malmaison o 
Ervres ! 
Exinçourt 1# 
Faby ## 
Falkweiler #8 
Falvy e 
Fampeour 
Fardus c. Ek. 2 
Faubeurg de Vanz g 
Fanconceourt g 
Fanl St. Pierre o 
Faverole # 
Faverelles-et Coemy 1 
Favrieul d 
raxe o 
-m, Ek. 6 
Fleury la Riviere i 
Fleury a. Alre ! 
Fléville o 
Flin p 
Fllrey, o. Ek. 4 
Florent 1 
Florlmont t 
Foameix m 
Folles Ek. 1 
Folmbray ##t 
Fonchette e 
Fonquerillers d 
Fentaine 1 u. 1. 
Feootaineblean Leb. W. 
Feontaine en dormois k, 
Ek. 3 
Fontalne lea Cappy e.Ek I 
Fontalne les Creiselles d 
Fodteuals t 
Fontenelle t 
Fontenoyt 
Fontenoy la Jonte p 
Fonteney sur Moselle o 
Fontenyo 
Fereste e 
Forges m, Ek. 6 
Foret d’Aprément n. Ek. 5 
Foret de Celles u 
Foret de Commerey e 
Forei d’En, bulen 1 
Foret d’Epernay 1 
Feoret en Hayeco 
Foret de Mondon p 
Foret de ia Montagne d6 
Reime 
Forèt de Parey p 
Foret du Reclosz d 
Forst de Vauconleurs u 
Feret de VIerimont 
Fert de Barres 
Tort B d’Aye # 
Fort des Hasses Derches # 
Fort de Bessoncourt 1 
Fort Bezannea 1 
Fort de Bols Purrus #D#. 
Bl. 6
        <pb n="424" />
        26 Forf de Bosmont—hLe Coutfure 
  
Fort de Bosmont t Freanières e. Ek. 1 Graincourt o Hattstadt #r 1 
Fort du Camps des Ro- Fresnuy les Roye e, Ek. 1 Grand Cbarmont t Haubourdin b Ichteghem a 
mains n. ###k. 5 Frétoy le Chau e Grandeourt d Haucourt o Iimuliden Ueb. W. 
Fort Oarnot b Frlcourt d Grandfontalne q n. t Haudalnville m III Flues Deb. W. 
Fort de la Chaume m. Friesen # Grand Magny 8 Haudiomont m IUfart s 
Et. 6 Frise d Grandru 1 Haodon ville p Illies b 
Fort de la Chanux t Fröningen 5 Grandrupt a Hautecourt m Ip(pécourt) I. m 
Fort Cholsel m. Ek. 6 Froide-Fontalne t Grandvillars ## Haumont Ek. 6 Ipswich Ueb. W. 
Fort de Condée g Froidos 1 Gratrieul k. Ek. 3 Hantvillers iD Irles d 
Fort Denfert t Fromelles b Grécourt e I’azebronk Ueb. W. Isenbeim e 
Fort d’Ecrouves o Froméreville m,. Ek. 6 Gremecey o Hecken a Isles ssur Suippe h 
Fort de Fresnes b Fromezey m Gremilly Ek. 6 Heidweller s lasana t 
Fort de Frouardoo Fronardo Grenayc Heimeradorf # Isse k 
Fort de Génicourt m Frevin Capelle c Grévillerea d Heimabrunn a TIssoncourt m 
Fort des Hautes Perches t Fallernt# Griesbacher Heippen m. Izelies Equerchina c 
Fort Ste. Hllaire k Furnes (Fournes) a, u, Grimancourt en Wosvrem HBelder Ceb. W. 
Fort Imperial a Ueb. W. Grimaucourt près Sam- Hem b. d Jalllon o 
Fort la Justice t Fateau I pigny n Héaménil p Jalons 1 
Fort de Laniscourt g Griecourt o Hendecourt Jallaucourt o 
Fort de Lucey o 6 Grivillers e, Ek. 1 (les Ransart) d. Janville # 
Fort de Malmaison 8 Gallingen a Gr.-Rumbachr Hendecourt-les Cagni- Janvry 1 
Fort de Manounviller p Gavrelle c Grosrouvres o court d. Jarville o 
Fort de Marre m, Ek. 6 Geberschweiler r Grunye Henflingen t Janloy Ek. 4 
Fort Ste. Michel o Gebweiler Ucb. W. u. 38 Guécmappe e Hônin d Jeandelize m 
Fort St. Mihiel n Geisbausen ## Günsbachr Hônin-Lietardee Jeandelalücourt o 
Fort de Miotte 2#. Gélacourt p (Guecrbigay e. Ek. 1 Hôninel Jezatnville o 
Fort du Montbérault g Gemalngonutter Guendecourt d Hennemont m Jollvet p 
Fort Montbrée 1 Génicourt de Meuse m Gueuxz 1 Herbéconrt d Jonchery aur Vesle 1 
Fort du Mont Vaudols t Gent Veb. W. Guignicçourt h Herbéviller p Jonquery 1 
Fort Lee Paroches n. Ek. 5 Gen##y# Guillemont d Herbaterne d Jonville m 
Fort Pirrquin b Geny g Guiscard e Elricourt t Jony g 
Fort de Pompelle 1 Géradmer er Gundolshelm 8 Hériméallp Jony au Reima 1 
Fort Roppe a Gerbeviller p Guny 1 Hôrimoncourt t Jony-Dombasle m, Eu. 8 
Fort du Rozellier m Gercourt Ek. 6 Guesafnville m Herleville e, Ek. 1 Jdony aous les Cotés ao 
Fort St. Thierry b Germaine e u. 1 Guyencoourt g. h Herlies b Jubécourt 1 
Fort Salbert t3 Germlgay!-1 Herly e JutDvecourt 1 
Fort des Sartelles m. Eu#. 6 Gernicourt h 1 Hermville m Jumencourt *s 
Fort de Tavannes m. Ek. 6 Gewenbeim a Haag ULeb. W. Ietrmies) d. Jumlgny 8 
Fort de Troyon m Gezoncourt o, Ek. 4 Hableinville p Hermonville n Jungmüneaterol t 
Fort de Vezelols 214 Ghevult b Häusern lerpont k Juvigay!'f 
Fort de Villey le Seoo Gbeluwe b Hagenbach #t Elerpy b Juvigny sur NMarae k 
Fort de Vitry les Relms i Gbistelles a Haineconrt Ek. 1 Herrin b Juvincourt et Damar#r 
Fort Wellington a Gildweiler s Ha isnea près la Bassée e,. Hersin c Juzancourt hb 
Foseleus o Gimécourt n Ek. 1 Het Leestjie a 
Fouoaucourt e, 1. Ek. 1 Ginchy d. Hallebach #t Het Sas a K 
Fonchette Ek. I Ginery) m Hallennes b Heudicourt n. Ek. 5 Kalserslautern Ueb. W. 
Fouday ꝗ Gironville o Hallovilly ꝗ Heyllgkruya a Katzentbalr 
Fougo Girauvolsin n Halln e, Ek. 1 Heyst Veb. W. Kaysersberger 
Fouquescourt e. Ek. 1 Givenchy Ek. 2 Hamblain-les Près c Hlllekoek b Kemmel b 
Fouquleres c Glvenchy en Gchellee Ham e Hindlingen t Kemmelbach b 
Four de Paris 1 Givenchy les la Bassée c Hamel c Hinges b Keymen à 
Fournes (Furnes) Ueb. W. Givet Ueb. W. HMamellucourt d Hirsingen t Klenzhelmer 
ru. a Gizaucourt k Hamonville o Hirzbach t Klrchberg a 
Foussemagne t GL y g. b Hancourt e Hachstatt s Köslach #t.G 
Frabler t Gland-Bach t Handzaeme a Hoéville op Koeur le Gran de n 
Fraimboia p Glay! t Han sur Meuse n, Ek. 5 Hohrodr Koeur la Petite u. Ek. 5 
Prais t Glennes g IIannescamps d llollebeke b Kolmar Deb. W. 
Fralzer Glonville p Hannocourt o Hombleux e Kreuznach Ueb. W. 
Framerville e, Ek 1 Godewaersrelde b Hannogne b Hondschoote a Krat a 
Fraucheville o Goenlz(in) o- Hannonvllle eous les Honnef Ueb. W. Kruyxsstraet à 
Franconville p Golancourt e Cotes m Hontheim 1x. 
Frapelle ꝗ Goldbach a Hans k Honthem b L/Abbaye 8 
Frausart c, Ek. 1 Gomiecourt d Hautay#c Hoogsfade a Li Baronne p 
Freiburg Ueb. W. Gommécourt d Haplincourt d llottonville m La Bassé Ueb. W. u. 8 
Frelinghien e. 1. Lys b. Gommersdorf ## Haraucourt o llondemont o La Boiselle Ek. 2 
Fréménilp Gomont h IIarboncy A Hondilcourth La Bolle r 
Frémerevllle n Gondecourt b Harechollas q Houplin b I.a Bourse c u. Ek. 2 
Frémlçcourt d Gondrecourt m Hardecourt aux Bois d Honuplines b La Bresser 
Frémoanville q Gandreville sur Moselle o liaringhe a Hourges 1 La Chapelle k 
Frenlches e Gondrexon p Harnes e Houtkerque a La Cbhapelle s. Rouge- 
Flénoy en Cobelle o Condelaucourt les Ber- Hartmannawealter s Hadiviller p maont e 
Frenes e. 1, h rienx h Harville m Hüsseren # La Chavatte e u. Ek. 1 
Fresnos au Mont n Couy Servin c. Ek. 2 Hatsings VUeb. W. Hulluch o, Ek. 2 La Cheppe k 
Fresnes en Saulnois o Gouy-sous Bellonne o Hattencourt e. Ek. 1 Hunaweier r Lacollogne t 
Freanos en Weeyre m Goyencoart e. Ek. 1 Hattonchatel m Harlus k. Ek. 2 La Couture b
        <pb n="425" />
        La Crolz (aux Mines) # 
La Crolxz-en Champa#ne k 
L. A Fére Ueb. W 
La Olle mortel 
La Oardo p 
La Corgoe b 
La 0do Fosse d 
La Oraage s 
La Grenge au Bois! 
La Harasee I 
La Madelalne # 
I.a Malmalson b 
La Neuveilie aus Bo. P 
La Neuville b 
La Neuvyllle (aux Larrise # 
La Neurllie au Pont l n. k 
La Neuyllle-en l'halem - 
plo e 
L Neovillette 
La Noblette-Bach k 
La Paänne Ueb. W. u a 
La Pax go.b 
L# Téeherie 0# 
La Peilte Fosse # 
La Petlte Raon qꝗ 
Li Fotièere e 
La Relcec, Foret de n u. o 
La ERlvières 
La Romanie k 
La Selve 5b 
La Trouche c 
La Vacherle 
La Vesle-Fluse k 
I. à Veave k 
I Ville auxl Bom b 
La Volvre c 
L.abeu##llle m 
La crolx s. Meusc m 
Laffanl #g. 
Lagneyo 
Lagolcourt d 
Lagnye 
Lahaymelx n 
Labayvilie o o. Ek. 4 
Laire t 
Laltre aous Amanee o 
Lamarehbe en Woevre m 
Lamatb p 
Lambersart b 
Lambres o 
Lamorville 
Lamperolsse 4 
Lanchy e 
Lencon k a. 1 
Landécourt p 
Lanrecles Ueb. W. 
Landvrecoort m u. Ek. 6 
Landricoort 1 
Ladoeuvelotto o 
Lanecve#llle derrlèe: 
Foong o 
Loneovellle devant 
Jehh 0 
Laneuville au Rupt a 
Laneuville les Brey d 
Langemarck 4 
Languevoleln e 
Lanheres m 
Lanlscourt g 
Laoo Veb. W. u. # 
Larbroy- 1 
Largitzen t 
Large-Bach#: 
Laronze p 
Lascemborn 
Lasslguy 1 
Lauch-Bach 8s 
Laucoort e u. Ek. 1 
Laotenbach #s 
Lautenbach-SZen à 
Lauwin-Planqutie 
Lavel 
Laval bur Te urke k 
Lakallée n 
Lavannes b 
Lavelline r 
Lakvcaotie b 
Laversine ' 
LavignervI!em 
I. avoypo 
I.aN Cille o 
Laten o 
Lay-St. Christobe o 
Le Chemta 
Le Claon #! 
L’Ecaille b 
L'Eeheile St. Aurio e u. 
Ek. 1 
Les Eparche#m 
Le Forest c o.d 
Le 640 Aumene ncourt# 
Les GCdes Loges 
Le Havre Veb. W. 
Le Malsnil b 
Le Meénll-Brontel e 
Les Mesneuz 1 
I.e Mesnil en Arrouaise d 
Le Mesnil les Hurlus k 
Les Moltresse r 
Le Mont # 
Le Nenfour #I 
Le Neuveville les Racn q 
Le Palre a 
Le Pt Aumenancourt b 
Les Plez Loges k 
Le Plesslen e u. Ek. 1 
Le Plessls-Brion # 
Le Plessis-Patte d’'0 e e 
Le PTuld#o 
Le Quesnoy en Senterre e 
Les Islettes I 
Les Monthalrons m 
Les Paroches n 
Les Quatre Venis Nont o 
Les trols Mafsons ad 
Le Sars d 
Le Saulcyeo 
Le Tours b 
Le Transloy d 
Le Valtin r 
Le Vermont c 
Le Viell-Damferre I 
Le Virter #. 
Leberaor 
Lébetalnt 
Lechelle d 
Lecluse o 
Leiden Ueb. W. 
Leffiaghe 4 
Leke 4 
Lherv 
Lelmbach e 
Lelntrey p 
Lemmes m 
Lemoncourt o 
Lemplrem 
Lenoncourt o 
Lene Leb. W., c c. Ek. 2 
Lepulz ## 
L#roullie a 
Le Crolz (eux Mines) -Mnroch 
W### 
Lesboeafs d 
Lesges # 
Leemenll“ Ek 1 
Lessene# 
Lestrem b 
Leullly # #1'. 
Leurt#y 1 
Luyrigu#r’ # 
Leval s 
Levroncount D 
Leyr o 
Leysel a 
Liancourt-Fonnte e 
Lidermont e 
Licourt e 
Liervalg 
Lienville „ 
Licvin c od. Ek. 2 
Lignières n 
Ligny Ueb. Wbo.o 
Ligny-Thilloy #1 
Libons e u. Ek I 
Lille Leb. W. u. b. 
IIm g 
Ilnsel (les) b 
Linthal s 
Liocourt o 
Lionville Ek. 5 
Liverdun o 
Livry sur Vesle k 
Lixières o 
Lizerne a 
Locon b 
Locre b 
Lolre-Fluss Lel. W. 
oixon e 
Loisy sur Moselle o u. 
Ek. 4 
Iolvre h 
TL.ombartzyde a 
Iombray 1 
Lomme b 
Lompret b 
London Ueb. W. 
Longueilsous Thourotte 71 
Longueval dn.g 
Longwy Ueb. W. 
Loo à 
Loos c u. Ek. 2 
Lor b 
Loretto-Hôhe ([Lorette de) 
DUeb. W. 
Lorgies b 
Lörrach Ueb. W. 
Loupmont un u. Ek. 5 
Llonvemont m 
Locverey k 
Locovole ! 
Loublne g 
Lucelana t 
Lodea 
Lüffendorf ½ 
Lümschweller t#6 
Luatilch Ueb. W. 
Lützelhausen d 
Lunerille Ueb. W. o. p 
Lusso d 
Lutienbacher 
Lutterhsch a 
Lattern ## 
Laovigny o 
Loremburg Leb. W. 
Luzey) 0 
Lye-Floss b 
I. zIne.Bach # 
N 
Maas-FlussMeose) eb.W. 
a. m 
Maastiricht Veb. W. 
Machemont 1' 
Macquce k 
Macques les Mesull les 
tlurlus Ek. 2 
Madelelne-Bach 8 
Maffrécont k v. 1 
Magneudx 8. 
AMagnieres p 
Magnevlic (Mogeville) m 
Maldleres o. u. Ek. 4 
Mallly 1 u. U0 
Mafll Malllet d 
Maisons de Champagne L- 
Male 0 0. p 
Malzeray m 
Malzy sur Alsno g 
Malancourt I u. Ek. 6 
Malaucourt o 
Malanumont n 
Malmersbach s 
Malmy k u. 1 
Malzeville o 
Mametz d 
Mamey o. u. Ek. 4 
Manancourt d 
Mandeure t## 
Mandrayr 
Mandres Auk quatre Tourso 
Mandrevillars #76 
Maners Ek. 3 
Manheulles m 
Manhoué o 
Manicamp ' 
Manneakensvere 4 
Manoncoort # 
Manoncourt en Wetvre o 
Manoncourt s. Selllc o 
Manonville o 
Manonv-lilier p 
Mansbach t 
Manre k 
Mantes Ueb. W. 
Marainviller p 
Marbache o 
Marbotte o o. Ek. 5 
Narcheélepot e 
Marcheville en Wodvrro m 
Marchles d 
Uarchval (Marglval) ęg 
Mardeuil 1 
Marest 1 
Marest s. Matz 1 
Mareuil le Port 1# 
Marcull sur Ay 
Marfaux 1 
Margate VUeb. W. 
Margival (Marckval) g 
Marguy aux Cerises e 
Marlalerke Ueb. W. u. a 
Marlcourt d 
Markireb Veb. W. u. r. 
Marne-Floss Ueb.W., I u. k 
Marne- Rbelu-Canal o. u. p 
Maron o 
Marqulllies b 
Marqulvillere e u. Ek. 1 
Marre m a. BEk.6 
Marteaey p 
Martigny (Marogny) # 
Martincourt o u. Ek. 4 
Hartlupuieh d 
29 
Marugny (Mariikay) æ 
Marveufl St. Aubin Ek. 2 
Masmanster e 
Masslges k u. Ek. 3 
Mathay t 
Mailgnye 
Matougaes k 
Matz-Bach’#'d 
Maubeaoge Ueb. W. 
Maucourt e. m u. Ek. 1 
Manreguy en llave g u.b 
Maurepas d 
Mase#llle o 
Mazerolles o 
Mazingarbe c a. KEk. 2 
Méaulte d 
Mean Ved. W. 
Mecheiln Ueb. W. 
Mécrin o u. Ek. 5 
Mébarlcoort e u. Ek. 1 
Mellcocq gar Cou lin 1# 
Mlignyle Grandn 
Mélitzuy le Petit n 
Menaucoort #r 
Menehould VUeb. W. 
Menglatt t 
Menil auxt Bols „ 
Méolt la Lorgne n 
Menil la Tour o 
Ménil (8enones) ꝗ 
Menulllot o 
Menneflle b 
Mercantel c. Ek.5 
Mercio 1 
Merckem # 
Mersy I 
Mérlcourt e 
Mérlcourt sur Somme e ua. 
Ek. 1 
Merris b 
Mérour t 
Merval g 
Merville b 
Mervlller p 
Merxhelm s 
Mery Prémecyl 
Merzen t 
Mesnil d 
Mesnil St. Nlcalse e 
Mespil sous les Cötes m 
Meseines b 
Meteren b 
Metz Deb. W. 
Metzeral Ueb. W. 
Meorchln o 
Meurlval go. b 
Mense-Fluss mu. n 
Meurthe-Fluss o. p. r 
Mézieres VUeb. W. 
Mézlrée 1 
Michelbach e 
Middelkerke Ueb. W. 
Miecourt 1## 
Mleneville p 
Millencourt d 
Millery o 
Minaucourt k. Bu. 3 
Minières o 
Minorvitle o 
Miraumont d 
Miaery e 
Mus) auc Bols # 
Mlasy sur Alene 2 
HMlitelwelerr 
W’lfzoech e
        <pb n="426" />
        30 Moere -Ramscopelle 
Moera a Morzweller s Nleuport Ueb. W. u. a Ostricourt o Poelkeppelle a 
Mörnach t Moosch e Nixeville m. Ek.6 Ottendorf t Posuillye 
Molremont 1 Mosel-Fluss Ueb. W. u. o, NAizyle Comte h Ondecappelle a Pollly 1 
Molslalns d Ek. 4 Nogent I'Abbesse 1 Oudenborg a Pollinchove a 
Moivrona o Mouavyille m Nomeny o Onlehes g Pomaele à 
Molinchart g Moulllyp m Nommay t Ourches n Pommler d 
Mollau a Monlin Ek. 6 Nompatellze a Ouvrage de la Cote Ro- Pommiers 1 
Monascourt p Monlainville m Nonhigny a cherean t Pompey o 
Monamptieu! 8 Moalins Deb. W. u. Nonnenbrucher Wald s Ovillers d Poncé Ek. 4 
Moncel o Moulin sous Touvent 1 Nonsard p.Ek. 5 Pont-Arcy g 
Moncel-ics Luneville p Monlon Ek. 4 Noordechoote a P Pont à Monsson Ueb. W. 
Moncheaur o Moulette m Noreull d Paars g 5, u. Ek. 4 
Monchy-au Bofs d Mourmelon le Grand Lk Norroy Et. 4 Pagney-derrière Barine o Pont à Vendin o 
Monchy Lagache e Mourmelon le Petit k Noyant '. Pagny aur Meuse Ek. 4, D Pantavert gu.h 
Monchy le Freuzx c 
Mondescourt ' 
Mondrecourt m 
Monflacon Deb. W. 
Mon Fme. de Frayez a 
Mons Deb. W. 
Nons en Luonnois g 
Mons en Pévele c 
Mont p 
Montaigu g.b 
Montargis Ueb. W. 
Montauban d 
Montauville o. Ek. 4 
Montbavin 
Montbéliard Ueb. W.,t 
Mt. Bernenchon b 
Montblalnville 1 
Montbonton 
Montrbé 1 
Montchalons 8 
Mont Chenot 1 
Monteour p 
Montenoy o 
Montsancon 1 
Montgobert 1 
Monthelon i 
Mentbenault g 
Montigny) p 
Mntigny en Gohelle c 
Montigny IEgraln f 
Montigny aur Vesle gu. h 
Mont Lavalp 
Montrenux d u.u. 
Montmargq ' 
Mont St. Eloy c, Ek. 2 
Mont St. Qucntin d 
Montseo Ek.5 
Monat sous les Cotes m 
Montmedy Ueb. W. 
Montmirall Ued. W. 
Montrenil VUeb. W. 
Momtzev(ille) 1, Kk.6 
Moranville m 
Morrbain o 
Morey o 
Morgemoulin m 
Morlviller p 
Morlalncourt u 
Morlancourt e 
Morlinoourt 1 
Mormont t 
Moroeuil c 
Moronvillior k 
Morsaln 1# 
Mortagne-Bachp 
Mortefontaioe f 
Mort-Mare-Wald n, Ek. 4 
Morval 4 
Morvillara t 
Morville o, En. 4 
Nory 4 
Mouscourt 8 u. h 
Mousseyn p 
Monusson o, Ek. 4 
Moussy 1 
Moussy s. Alsne g 
Noval t 
Moyen p 
HMoyencourt a 
AMoyenmoutier ꝗ 
Muhlbacher 
Mühlhausen Ueb. W. 
Munster Teb. W. u. r 
Muille e 
NMuirancourt e 
Murbach à 
Mutlgny i 
Mutry i5 
N 
Nahe-Fluss Veb. W. 
Naives en Blois n 
Nampcel 1 
Namur Veb. W. 
Nangois le Grandpn 
Nancy Uob. W. v.o 
Nantenil la Fosse 8 u. i 
Nauroy k 
Navarin Farm k u. Ek. 3 
Nayemont les Fosses #d# 
Nesle e 
Neuchatel t 
Neuf Berq'usn b 
Neufchatel Ueb. W. 
Neufchutel aur Alsne h 
Neuf Maisons 
Neun-Bachr 
Neuve Chapelle b 
Neuve Eglise b 
Neuvllle g 
Neuvllle-Bourlionval) d 
Neuville St. Vaast c. Ek. 2 
Neuville sur Marglval g 
Neupvllle Vitasse c, Ek. 2 
Neuyiller o 
Neuviller aur Paver 
Neuvilly 1 
Neuvlreuil c 
Neuweiler d## 
Nar.-Aspach e 
Niederbruck a 
Nieder-Burbach s 
Nicder-Burnhaupt s 
Nlederlarg 12. 
Niedermorschweier r 
Nieder-Morsch weler # 
Nicedersept t 
Nieder-Spechbach # 
Nleder-Sulzbach s 
Nleder-Traubach t. 
Nleppe b 
Nleuchapelle a 
Noyelle-Godault c 
Noyelles les Seclin b 
Nopyelles Ek. 2 
Noyellee (les Vermelles) c 
Noyelle soos Belonne c 
Noyelles sur Lens#c 
Noyon Ueb. W. u.f 
Nouvlion le Vineux g 
Nouvron f 
Novlam-an Prés o 
Novillard t 
Nubécourt 1 
Nurl(o) 4 
N. D. de Loretto Ek. 2 
0 
Ober-Aspach s 
Oberbruck e 
Ober-Burbach s 
Ober-Bornhaupt s 
Oberlarg t 
Obermorschwelerr 
Obersept t 
Ober-Spechbach s 
Ober-Sulzbach a 
Ober-Tranbach s 
Odern a 
Oercn a 
Oenuilly go. i 
Oeyn 
Offemont ku. 
Offoy e 
Ogeviller p 
Zoes 1 
Ognolles e 
Oignies c 
Oiry i 
Olizy- 
Olleccourt 1 
Olley m. 
Omiécourt e 
Omvillers Et. 1 
Oost-Cappel a 
Oostdunkerke a 
Oostkerke à 
Oost-Victeren a 
Oppye 
Oriocourt o 
Orleans Ueb. W. 
Ormes i 
Ormant Ek.6 
Ornain-Fluss n 
Ornel m 
Ornes m 
Oron o 
Orschweier ## 
Osches m 
Osenbacher 
Osly-Courtil t'# 
Ostel g 
Ostende Ueb. W. u. a 
Paissy 8g 
Pannes o. Ek. 4 
Parels m 
Parfondru g 
Parfondrupt m 
Pargnau g 
Pargny e 
Pargny, Filain g 
Parguy les Relms 
Paris Ueb. W. 
Paroches Ek.5 
Parole 1 
Peroy p 
Paruxr a 
Parvlllers e Ek. 1 
Passavant 1 
Passentdaele) a 
Pesly # 
Pelves c 
Perenchies b 
Perle g 
Pernant 1 
Peronne Deb. W., d 
Pertaln e 
Pertbes les Hurlus k, Ekx.3 
Pervyse # 
Petite Fontalne a 
Petit Magnye 
Petitmont a 
Pettoncourt o 
Pévy b 
Pfaffenhelm r 
Pfaffstatt a 
Pfefferhausen t 
Pbaffans t 
Pbalempin o 
Phlllppeville Deb. W. 
Phlin o 
Plerrefltte n 
Pierrefonds 7' 
Pierre.Fontalne en Mon- 
tagne # 
Pierre la Treiche o 
Pierremande 71 
Pierre Percée dꝗ 
Plerry #2 
Pigulcourt h 
Plikem a 
Pimpres '. 
Pinon g 
Pintheville m 
Plalne (Paine) a 
Pleine(bach) a 
Plaintainger 
Plesnois-Ferme h 
Plessis de Roye f 
Plivot i 
Ploegstreet b 
Ploiey le Sec #" 
Plouvaln c 
Ployart g 
Pont Crolz ## 
Pont de Rolde t#6 
Pont Sr. Mard 1 
Pont sur Meusa n 
Pontolse Ueb. W. u. 1 
Poperingbe Veb. W. u. a 
Popincourt e. Ek. 1 
Porquéricourt 1f 
FPort aur Sellle o 
Potte o 
Pouillon h 
Pourcy 1 
Pozières d 
Pradelles b 
Prémontre 8 
Preny Ek.4 
Présentevillers t 
Presles . 
Preseolre e 
Priester-Wald o. Ek. 4 
Pronville d 
Prosnes k 
Prouill h 
Prouvale h 
Proven a 
Provencheres sur Pave 4 
Provin c 
Proviseunz et Flesnoy h 
Proyart e, Ek. 1 
Prunsy 1 
Pruntrut (Porrentruy) 1 
Puisienlz 1 
D’uisleux au Mont d&amp; 
Pulnoyo 
Pulversheim a 
Pure m 
Puzeasur e 
Puzien 
K 
Qu#éant d 
Quesmy e 
Queenoy eur (Deule) b 
Qulerzy 1 
Quléry la Motte c 
Qulney sous le Mont 
Qulvières e 
Radinghem b 
Radersheim s 
Raids de Robsche d. 
Ralnecourt e 
Rablouzin (le Creux) m 
Rambols a 
Rambercourt Etk. 4 
Rambnueourt n, Ek. 5 
Rammersmutt a 
Ramptont) 1 
Ramscaspelle a
        <pb n="427" />
        Kancourt d 
Renrupt o 
Ransart d 
Ransccourt k u. 1 
Ranspach #s 
Ruon IEtape p 
Raon ies Leau q 
Raon aur Plalus q 
Rappeltswellerr 
HRareccourt 1# 
Raulccourt #. Ek.5 
Ranziereg m 
Ra ves r 
Raynons t 
Reading VUeb. W. 
Réchesy#t 
Rechiceurt ia Petite p 
Réchotte t 
Réchére # 
Recourt e 
Recoort (le Crenx) m 
Recovrauce h o. t 
Réey L 
Redoute de Cbsudeney o 
Redoute de Dommertin o 
Redoute St. Michel m. Ek.8 
Red. Sarnville Ek.6 
Reduft de Seumitte m 
Regnéville m. Ek. 4 
Regoiéville o 
Regret Ek.6 
Rebailnviller p 
Reherrey p 
Eesehenweier r 
Reichweiler s 
Reislon p 
Reims VUeb. W. u. 1 
Reiningen s 
Remaugies e. Elk. 1 
Remémonte 
Remenaux(Hemenauvilie) 
K. Ek. 4 
Remenovillo p 
Reméreville o 
Remfremont Veb. W. 
Remomeil 
Remoncourt p 
Remondana#t 
Remy d 
Reningbe a 
Reninhelst b 
Reppeo t 
Ressons le Long t 
Retbel Ueb. W. 
Retheuil t 
KRethocndesk 
Réthonvillers e 
Retourne-Fluss h 
Reuft#e 
Rerillon g 
Rhein-Strom Veb. W. 
Riavilio m 
Rlbécourt 1 
Richebeurg-ID’Avoué b 
Richebourg St. Vaast b 
Rlchecourt u Ex.5 
Rlencourt lesCagolco urt d 
Rlerevescmont 
Rlespach t 
Rievai o 
Rlgnsucourt m 
RlIIy ia Montagne 1 
Rlmbach s 
Rimbach-2ell # 
Ripont k, Ek.3 
Rletère-Greosylle c. Ek. 2 
Rebache ## 
Rocheat 
Rochoater Ueb. W. 
Roolinoourt c. Ek. 2 
Recqulgny-Lechelle d 
Roorey Leb. W. 
Roderan #s 
Roeusz e 
Rogévilte o 
Reiglise e 
HRolzy h 
Romaguy à 
Romain g u. h 
Romery i 
Romigay i 
Ronvaux m 
Roctet-Waretundin) c 
Reppe # 
Rosière en Haye o 
Rosièreen Santerre e. Ek.1 
Roenay 1 
Rothau o 
Reuanne-Bach o 
Ronbaiz Veb. W. 
Reuen Ueb. W. 
Rougegontte 9 
Rougemont s 
Rougtville r 
Rousbrugge à 
Rouves e 
Rouvtes m 
Rouvreissur Meuse n, Ek.5 
Reuvrey c u. k Ek.3 
Rouvroy en Santeire 
e. Ek. 1 
Rouy le Grand e 
Rouzy g u. h 
Roxem a 
Royallieut 
Royaumeix o 
Roye Veb. W. u.e, Ek. 1 
Rezelieures p 
Rozières t 
Ruderbaeht 
Ruffach ## 
Rumancourt e 
Rupt-Bach n 
Rupt-devant St. Mihiel n 
Ropt cuo Wosvre m 
Ruse qꝗ 
Ruys o(dourt) d 
Saales Ueb. W. u. # 
Ssarbrücken Ueb. W. 
Saarburg Ueb. W. 
Saconin-Breul! 1 
I—1 
Saflly an Bola d 
Sailly la Bourse c. Ek. 2 
Sallly le Sec d 
Seilly en Ostrevent e 
Sallly-Sallliael d 
Sallly s.le Lys b 
Saloghin en Weppee b 
Saina en Gebelle c. Ek. 2 
St. Agoat n, Ek.5 
St. Amand VUeb. W. 
St. Amarin # 
St. André b u. m 
St. Anblo Ccu. # 
St. Aubin sur Alre a 
St. Bandry #' 
St. Sauasant e. Ek. 4 
Rencourt—Sulppes 
St. Bannelt en Weevre m 
St. Bialae ꝗ 
St. Brice 1 
Ste. Catherine les Arra: 
o, Ek. 2 I 
St. Christ e 
St. Christophe au Berry f 
St. Clément p 
St. Cosman 3 
St. CrépIn- uu Bols 1 
Ste. Crolz gu. 
St. Denies Veb. W. 
St. Di&amp; Ueb. W. u. r. 
St. Dizier Deb. W. u. 
St. Erme gu hb 
St. Etienne Veb. W. u. f 
St. Etlenne en Temple k 
St. Epyptiennesur Suippeh 
Ste. Eupbralee 1 
St. Fergeux h 
Ste. Genevlère o 
St. Georges à 
St. Germain 8 
St. Germaln sur Meuse n 
St. Germalnment bh 
J—— 
St. Hllalre m. Ek.3 
St. Hilaire au Temple k 
St. Hüalre le Grand k 
St. Hllatre le Petit k, Ek.3 
St. Hubert! 
St. Jmeges 
St. Jans-Cappel b 
St. Jean 
St. Jean aus Bein 1 
St. Jean d'’Ormont a 
St. Jean les Buzy m 
St. Jean sur Tourbe k 
St. Julieu n. Ek. 5 
St. Julien (Westflandern)z 
St. Krenz #r. 
St. Lanrent Ek. 2 
St. Léger d 
St. Legéer aus Beis # 
St. Leopard ## 
St. Laurent Blangy o 
St. Mard’g 
St. Mard les Triot e, Ek. 1 
St. Mard sur Auve k 
St. Marie Ek.3 
Ste. Marie a Py k 
Ste. Marguerite r 
St. Martin c u.p 
St. Martin [Heurenz k. Ek.3 
St. Maurice d 
St. Maurice sous les 
Cötesm 
Ste. Méuebould I 
St. Michel sur Meurthe d. 
St. Mihlel Veb. W. u. n Ek. 5 
St. Nicolas-Bach #t. 
St. Nicelas Ek. 2 
St. Nlicolas les Arras c 
St. Nlcelna du Port o 
St. Omer Ueb. W. 
St. Paul su Bols 7 
St. Plerre-Algle # 
St. Plerre-Cspelle # 
St. Pierre les Blry 1 
St. Pierremont p 
St. Goeen (la Crelx) 1 
St. Queotia Ueb. W. u. b 
St. Qutrlas-Tal o 
St. Rémy m 
81 Röhm) sur Bussy k 
St. Sauveur #u 
St. Seuplct k Er.3 
St. Stall a 
St. Sulplce e 
St. Suzanne 1 
St. Thierry h 
St. Thomas g. h. k,v 1 
St. Ulrlch : 
St. Ursanne t 
Salzerals o 
Salbert ## 
Salecée # 
Salency t 
Salm a 
Salmagne n 
Salomé c 
Samogneur m 
Samegaieuz Etk.6 
Samousey g. 
Sampigny a. Ek. 5 
Sancy g 
Santes b 
Sanzey o 
BSaone · FlIuas Ueb. W. 
Saptcourt 1 
Sapigniee d 
Saroy 
Sauceray qꝗ 
Saudement c 
Sauley aur Meurthe r 
Sanit St. Remy h 
Saulz en Barrols n 
Sa ulx en Wosvre m 
Gaulxuras q 
Savlcourt p 
Saviguy sor Ardre 
Savonnaleres eu Woevre 
eun Ek. 5 
Sazalnville Ek. 4 
Schaffmatt s, Weiber àt 
Schlrmeck Veb. W. u. ꝗ 
Schnierlech er 
Schlucht r 
Schlucht-Pass TUeb. W. 
Schoore a 
Schwelghausen 
Sechin b 
Sedan Ueb. W. 
Selchsmps o 
Seicheprey o, Ek. 4 
Seille-Bach o 
Seine-Fluss Ueb. W. 
Selens 1 
Selonçourt t 
Sempigny 1 
Senard #1 
Senlie Ueh. u. d. 
Sennbeim Deb. W. u. a 
Senoncourt m 
Senopes a 
Senonville n, Ek. 5 
Sens Veb. W. 
Sensee-Bach o, d 
Sentbeim a 
Septmonts 1 
Sept-Sanlz k 
Septvaux 1 
Sequendin b 
Seraoville p 
Serauccurt m 
Serey et Prio 1 
Serches g 
Sermaize e 
Serniers 12 
Sermolse g 
—— 
31 
Sérole 5 
Serre d 
Serros e u. p 
Serrieres 
Servalg 
Servin Ek. 2 
Serven ku l 
Seuzey m 
Sevenans t 
Beverin e 
Sewen 9 
Sezey les Bois o 
Sheermess Veb. W. 
Sickert s 
Stegolehelme 
Siliery i 
Sinoenyt 
Sionviller p 
Sissoone b 
Slvry o 
Sivry la Perehe m. Ek. 6 
Sivy sur Ante k n.] 
Slype a 
Snseskerke a 
Sochaux t 
Soissons Ueb. V. u. 
Solente e 
Solbach q 
Somme-fuss Ueb. W., 4 
S(omme)Blonne k 
Sommendleue m 
Somme Py k. BEk.3 
Somme Sulppsa k 
Somme-Tourbe k 
Somme Veste k 
Somt(mette) e 
Soudernacher 
Soroy eur Meuse n 
Sernévllie e 
Soualn k, Ek. 3 
Souchyc 
Souchez Deb. W. 
Ek. 2 
Seucy # 
Souhbeeme la Grande m 
Souilly m 
Soumazusnes Etk. 6 
Soupir 8 
Southend Ueb. W 
Soy court e. Ek. 1 
Spads u 
Staden a 
Staffelfelden e 
Stalhllie a 
Stampoument a 
Stavele # 
Steene a 
Steenkerke a 
Steenstraste a 
Steens werck b 
Stelge #- 
Stelnbach e 
Sternenberg 3# 
Storkensauen s 
Stoss weler # 
Strassburg Ueb. W 
Strazeele b 
Strüth t 
Stuyvekenskerke à 
Suacre t 
Suada Ek. 5 
Suarelne-Bach t 
Sadvogesen 2 
Sulppe-Fluss k 
Sulppes VUeb. W. u. k
        <pb n="428" />
        32 Sulsmelt—Zuydschofe 
Sulsmalt s Tronville Ueb. W. Vendeldles)e Villers en Haye Weiler 8 
Solz e Troyes Deb. W. Vendin lee Betannes b Villers en Prayeres 8 Weiss-Bacher 
Sulzbacher Troyon m Vendin le Viell e VlIllers de Nancyo Weieser Seer 
Sulzern r Trucy g Vendresee g Villere devant le Thour h Welschensteinbach s 
Suzanne d Tüurkheim Vého p Villers Franquenz h Wendlincourt Wendeline- 
Suzoy t Tulay # Velaine en Hayxye o Villers les Cagnicourt d dorf) t#6 
Suzy g v Velaine sous Amance o Villers les Molvron o Worcken a 
Schwarzer 8eer Vellescot t VIlIIere Marmery k Weltrvcq) b 
Ueberkümen s Velo (Velu) d Villers sous Bonchamp m Westeode Ueh. W. u. a 
7 Ueberstrass # Venizel g Villers soues Chatillon 1 Westehaltern 6 
Tagelehelm e Uffholz s Vennezey p Villers sous Pareld m Weetkerke à 
Tahore Ueb. W. u. k, Ek. 8 Ugoy-I Equipée e Venteley g u. h Vlllers St. Christophne o Westoutro b 
Taillecooit t Unchalr i Venteuil 1 Villers sur Meose m Weestroosebeke à 
Talllefontalns 1 Ungersheime Veatron 8 Villers e. Pr. Ek. 4 Westvleteren &amp; 
Taisey 1 Urbach r Verdena (I) p Villere le Rogye e Wettoleheim 
Taftruxr Urbeie q. r Verdun Ueb. W. m. Ek. 6 Villey le Beo o We k 
Tartiere 1 Urbis g. Verlinghem b Villey St. Etienne o Wieres 5 
Tanzieres 1 Ursel g Vermandovillers e, Ek. 1 villottedevant St. Mihlelm Wildenstein 8 
Taveyt Urcereyt Vermelles c, Ek. 2 Vilzey s. Tron Ek. 4 Wildersbach #d. 
Tompleux la (Fosse) 4 Mtrecht Ueb. W. Vermondace t. Vimy e Willern 
Terny r Verneuil (Courtonne) 8 vinay 1 Willervsl o 
Terroin-Bach o V Verpillières e, Ek. 1 Violaines c. Ek. 1 Wusskerke a 
Thaon Ueb. W. u. 8 Vacherauvlliem Verqoignenl e Virginy k, Ex. 8 Windsor Deb. W. 
Thanoenkirch er Vacon n Verridree 1 Vis en Artois e Wingles o 
Thelus e, Ek. 2 Vadelaincourt m Versallles UVeb. W Vittonville Ek. 4 Winkel t 
Thezey-St. Martin o Vadensy k Vertuzey n Vitrimont p Winzenheim 
Thiaccoourt tZ Vadonville n Verviers Ueb. W. Vitrp-#en Arlols o Wiseh q 
Thiaumont Ex. 4 Vallly g Very 1 Vitry y. Marne Ueb. W. Wisenbach r 
Thiebaumenil p Vaivre 1 Verzenay! Vitry les Reims b Wittelsheim s 
Tiegneville Ek. 6 Valenciennes DUeb. W. Verzy 1 Viviers o Wittersdorf t 
Thiepval d Valeotigney t Vescemonte Vladsloc àa Woel m 
Thiereville m. Ek. 6 Val et Chatilllon o Vesle-Fluss VIamerlinghe a Woeeten à 
Thil h Valdoie Vesle-Fluss 1 Vieter-Bach b Woimber m 
Thillole 1 Valhey p Veslud g Vlissingen Ueb. W. Woinville D. Ek. 5 
Tbhlllomboie m Vallois p Vetrigne ½ Vocklingshofen er Wolieredortt 
Thillot sous les Cötes m Vandeull Vexaincourt ꝗ Voild n Woumen a 
Thocrotte 1 Varangevitle o Vezaponin 71 Voilemont k u. l Wunheim 8s 
Thaizy k Varauay Ek. 5 Vezouse-Bach p Voormereelo b Wulpen à# 
Thumereville m Verennes-Argonne Vie- sur Aisne 1 Vorbruck a Walverghem b 
Thumeries e Uchb. W. u. 1 Vieil-Arey 8 Vorges bei Laon g Wulverighem a 
Tilloloyn e, Ek. 1 Varesnee 1 Viellle Chapelle b Vonjaucourt t Wynendaele a 
Tilloy (Bellay) k. Ek. 2 Variscourt b Vienoe la Ville 1 u. k Vourvenanst Wytschaete b 
Tllloy les Mofflaiodes „C Varneville n, Ek. 5 Vienne le Chateau I Voyennes 8 x 
Tincourt-Boucly d Varvinay n Viévllle soos les Cotes m Vraignes e Xannes p 
Tinery o Vathiméall p Vieux Berquin b Vraux k Jermaménil 
Tinqvenz 1 Vasseoy g Vienxz Asfeld b Vregny 8 Xivray #, E. 5 
Tomblaine o Vassene 1 Viens Monulin 1 Vrély e, Ek 1 Xocourt o 
Torhand h Vassogne Vieville en Hsye Ek. 4 Frigop 1 ousss p 
Tortequenne e Vassy Foret de # Vigneulles les Hatton- Voillery 1 Xures p 
Toul Ueb. W. o. o Vaucelles g chatel m Vulmont o 
Tourbe-Fluss k, Ek. 3 Vaucienneei Vignot n Vyans Ve 
Tonrcoing Ueb. W. Vauclère 8 Viloey o 
Tourmignieso Vaucourt p VIlIare le See t W Teny le Geye 
. YouveiFlasonh.w. 
Tovroallleb.W Vaudemsage k Villars les Blaumont t Wackenbsch a vp##n Veb. W. u. a 
Tours sur Marne 1 Vaudesincourt LkL. Ek. 9 Ville t. Wadonville en Wotsvre m Ihern. Kanal a 
Tracy ie Mont 1 Vaudesson g Ville devant Belrain o Wahagnies o v#r -A 
Tracy je Val t Vandleres Ek. 4 Ville devant Chaumont Wailly c, Ek. 2 
Vser-Kanal a 
Tramery Vandoncourt t Ek. 6 Walbachr Vres a 
Trefoon e Vaulx-Vraucourl d Villedommange 1 Waldersbach qꝗ 
Tremblecourt o Vanquole 1 Ville en Selve Walheim t 2 
Trépail# Vaathiermont # Ville en Tardeools 1 Was 1 Zabern Ueb. W. 
Tréssovanz m Vaupylllere e, Ek. 1 Ville en Weevre m Waucourt e Zande à 
Tresloa 1 Vanxailion g Ville au val o, Ek. 4 Warcq m Zandvoorde a u. D 
Trétudane t Vaurbain 1 Villenen ve St. Germain 7 Wargemoufin k Zarren a 
Trenax d Vancéré 8 Ville-Iseey n Warlue c. Ek. 2 Zeebrugge Uchb. W. 
Trey Ek. 4 Vanx devant Damloup m, Ville sur Abere d Warnetoo Bse b Zeilher 
Triancourt 1 Ek. 6 Ville soor Tourbe k, l. Warneton (Wacsteo) b Zellenberg ar 
Triconville o Vaax 1# Grande n Ek. 3 Warvillers e, Ek. 1 Yerke(ghem) a 
Trier Uen. W. Vaux la Pbetite n Villeron-court n Wasserburg er Zevecote à 
Triguny h Vaux les Pslomais m Villere Ek. 1 Watronville m Zillebeke b 
Trols Pults #212 Vaox Noulin d Villers-Allerand 1 Wattignies b Zillisheim s 
Trondes o Vauxrezis 1 Villers an Boie c, Ek. 2 Wattweiler 8 Zimmerbsch r 
Trosly Breufl 1# Vauxtin g Villers aux Noeude 1 Wavrin b Zonbebeke a 
Troely- Loire 1 Vecélols # Villers Carbonnel e Wegscheid Zuider See Deb. W. 
Troussey n Vedegrange k, Ek. 8 Vlllers en Argonne 1 Weier r Zuydschote a
        <pb n="429" />
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
