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deutsche  Regierung  hat  bis  auf  den  heutigen  Tag  ?”)  Vollmachten  zur
Abfangung  von  Sklavenschiffen  sich  nicht  ertheilen  lassen.  Wir  haben
bis  jetzt  weder  eine  ostafrikanısche  noch  eine  westafrikanische
Station‘?)  gehabt.  Aber  wir  können  uns  trösten,  wir  stelın
damit  nicht  allein.  Auch  die  anderen  Vertragsstaaten  gestatten
sich  solchen  militärischen  und  finanziellen  Luxus  nicht  *°),  —  mit
einziger  Ausnahme  von  Grossbritannien.  England  allein  ist  es,
welches  seit  Jahrzehnten  der  beschwerlichen  und  höchst  kostspieligen
  Aufgabe  sich  unterzieht.  Das  englische  Volk  erblickt
in  der  Uebernahme  dieses  der  Humanität  zu  leistenden  Dienstes
eine  seiner  theuersten  politischen  Traditionen.  Englische  Oorvetten
und  Kanonenboote  sind  es,  die  noch  gegenwärtig  dem  afrikanischen
Menschenschacher  vom  Meere  aus  nachdrücklich  zu  Leibe  gehen,
wie  die  Vertilgung  desselben  im  Binnenlande  —  auch  trotz  des
traurigen  (30RDON’schen  Zwischenspieles  —  der  Leitstern  englischer
  Politik  in  Afrika  bleiben  wird.  Mit  gutem  Grunde  durfte  der
englische  Bevollmächtigte  bei  der  Berliner  Oonferenz  von  1885,
in  dem  Schlussbericht  an  seinen  Minister  °®)  sich  auf  die  nunmehr
von  allen  Regierungen  anerkannte  Thatsache  berufen,  dass  „England
  by  her  successful  efforts  to  stop  the  export  of  slaves  beyond
the  seas,  has  been  the  chief  benefactress  of  the  natives.“  Der
Zahl  englischer  Blau-  und  Weissbücher,  welche  ‚Jahraus  Jahrein
über  die  militärischen  Operationen,  die  diplomatischen  Erfolge
und  Misserfolge  in  Kampfe  gegen  den  widerlichen  Unfug  berichten,
ist  Legion;  die  Rubrik:  Slave-trade  bildet  eine  stehende  Serie  in
den  parlamentarischen  Publicationen,  und  keine  Session  in  Westminster
  vergeht,  wo  nicht  über  das  in  die  verschiedensten  Materien
des  internationalen  und  municipalen  Rechts  hineinreichende
Anliegen  eifrig  verhandelt  würde?!..  Wer  über  einen  inter-47)

  Nach  gütiger  mir  gewordener  Mittheilung.

#)  Doch  sind  zur  Zeit  afrikanische  Geschwader  formirt  und  lässt  der
Admiralitätserlass  vom  30.  September  1885  nunmehr  den  bisherigen  Flottenstationen
  (ostasiatische,  australische,  westamerikanische,  ostamerikanische  und  Mittelmeerstation)
  eine  ost-  und  eine  westafrikanische  hinzutreten.

49)  Belgien  hat  zur  Zeit  keine  Kriegsmarine,

6°)  P.  P.  Africa  nr.  2  (1885)  p.  3.

51)  Als  die  letzten  bedeutendsten  Vorgänge  mögen  erwähnt  werden  die
Discussion  über  die  Aufnahme  flüchtiger  Sklaven  auf  Kriegsschiffe,  vgl.  das
interessante  Blaubuch  der  Royal  commission  of  fugitive  slaves,  C  1576  I  (1876);
sowie  die  beiden  Slave  trade  (East  Africa  courts)  Acts  1873  und  1879,