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zeichnen  sich  vor  der  indianischen  Rasse,  der  sie  an  geistiger
Begabung  nicht  gleichkommen,  durch  ein  doppeltes  aus:  einmal
nämlich  durch  ihre  physische  Kraft,  sowie  ihre  Fähigkeit,  unter
tropischem  Himmel  die  schwersten  körperlichen  Arbeiten  zu  verrichten;
  sodann  aber  durch  ihre  Fähigkeit  und  ihre  Neigung,
fremde  Gesittungsformen  und  Gesittungsschätze  sich  anzueignen.
Beide  Momente  haben  jene  grossartige  Verpflanzung  von  Afrikanern
nach  dem  tropischen  und  subtropischen  Amerika  veranlasst,  welche
mit  Einführung  des  Plantagenbaus  sich  zu  einem  wesentlichen
Stück  des  europäischen  Kolonialsystems  entwickelte.  Die  zwangsweise
  Verpflanzung  der  schwarzen  Race  in  den  neuen  Continent
hat  nun  aber  von  Anfang  bis  zu  Ende  die  denkbar  roheste  Form
getragen.  Ausschliesslich  als  Objekt  des  Handelsaustausches  sind
Amerika  die  fehlenden  Arbeitskräfte  zugeführt  worden.  Mit  seinen
eigenen  Kindern  gab  der  dunkle  Welttheil  die  traurige  Rimesse
ab  für  den  Import  von  europäischem  Tand,  Feuerwaffen,  Berauschungsmitteln.
  Die  Portugiesen  smd  es,  die  den  überseeischen
  Negertransport  in  Aufnahme  gebracht  haben.  Diesen
folgten  ihre  grossen  Concurrenten,  die  Niederländer.  Dann
traten  die  Franzosen  in  den  Handelsverkehr  ein;  nächstdem  die
Dänen;  wogegen  der  spanische  Sklavenhandel  vorwiegend
Passivhandel  geblieben  ist!)  und  die  Schweden,  wie  die  Brandenburger
  es  bei  blossen  Versuchen,  an  dem  gewinnbringenden
Geschäft  Antheil  zu  nehmen,  bewenden  liessen.  Alle  aber  wurden
sie  seit  dem  Utrechter  Frieden  von  den  Engländern  überflügelt,
den  grossen  Lieferanten  für  die  eigenen,  Assientisten  für  die
spanischen  Kolonialländer.  Durch  die  Regierungen  auf  das  eifrigste,
zunächst  in  der  Form  des  Monopolhandels  gepflegt  und  protegirt,
wurde  der  Sklavenhandel  mit  dem  Kolonialhandel  eng  verflochten
und  erreichte  seinen  Höhepunkt  in  den  letzten  Jahren  vor  dem
amerikanischen  Unabhängigkeitskriege.

Während  dieser  Jahrhunderte  ist  der  Zweifel,  ob  es  denn
auch  mit  der  Gerechtigkeit  vereinbar,  und  ob  es  sittlich  zulässig
sei,  im  Wege  des  Kaufs  sich  in  das  Eigenthum  eines  von  der
Scholle  gelösten  Menschen  zu  setzen  und  darüber  wie  über  andere
bewegliche  Sachen  frei  zu  verfügen,  niemals  ganz  verstummt  gewesen.
  Von  der  Literatur  der  Aufklärungsepoche,  der  theologi-1!)

  RoscHER,  Kolonieen  und  Kolonialpolitik  IH  A.  (1885)  p.  132;  vgl.
HREREN,  Geschichte  des  europäischen  Staatensystems  I  (4.  Ausg.)  90.