_  51  —

a  unir  au  futur  congres  tous  ses  efforts  ä  ceux  de  S.  M.  Britannique
  pour  faire  prononcer  par  toutes  les  puissances  de  la  chretiente
  Vabolition  de  la  traite  des  noirs,  de  telle  sorte  que  la  dite
traite  cesse  universellement  —,  sondern  auch  die  ın  zahlreichen
Separatverträgen  inzwischen  gegebenen  Zusagen  anderer  Regierungen,
  über  welche  England  nunmehr  disponirte  1%).  Sofort  aber
begannen,  als  Talleyrand  in  der  Congresssitzung  vom  10.  December
  1814'*)  die  grosse  Frage  zum  ersten  Male  in  Anregung
brachte  und  Bestellung  einer  Specialcommission  zur  Untersuchung
derselben  vorschlug,  die  Hauptbetheiligten,  die  Vertreter  Spaniens
und  Portugals,  der  beiden  so  eben  erst  durch  England  restaurirten
Halbinselstaaten,  sich  zu  fühlen.  Was  geht  denn  überhaupt,  so
meinten  sich  getreu  secundirend,  Ritter  LABRADOR  und  Graf  voN
PALMELLA,  „was  geht  die  ganze  Sache  denn  die  Continentalstaaten
  an,  Russland,  Oesterreich  oder  gar  Preussen?  Das  sei  ja
allerdings  nicht  schwer,  fremde  Kolonialsysteme  kurzerhand  abzudekretiren,
  wenn  man  selber  keine  Kolonieen  besitze.  Die  drei
Ostmächte  dürften  über  diese  Angelegenheit  nicht  mitberathen!“
Lord  ÜASTLEREAGH  kam  einigermassen  ins  Gedränge.  Es  handle

'3)  Verträge  gegen  den  Sklavenhandel  im  späteren  Sinne  waren  freilich
diese  Zusagen  noch  nicht,  So  weit  sie  nicht  blosse  Maximen  oder  Principien
zum  Ausdruck  brachten,  beschränkten  sie  sich  auf  das  Versprechen  der
fremden  Regierungen,  ihren  Nationalen  den  Sklavenhandel  verbieten,  oder  nur
in  lokaler  Beschränkung  gestatten  zu  wollen.  Solche  Zusagen  waren  gegeben
worden:  von  Portugalim  Freundschafts-  und  Bündnissvertrage  v.  19.  Februar
1810,  Martens  N.R.  I  245,  A.  10,  an  dessen  Stelle  dann  zu  Wien  der  Specialvertrag
  vom  22.  Januar  1815,  s.  u.  N.  19,  gesetzt  wurde;  von  Schweden  im
Article  separ&amp;  des  Subsidienvertrags  vom  3.  März  1813,  MARTEns  N.R.  1558;
von  Dänemark  im  Kieler  Frieden  vom  14.  Januar  1814,  MARTENS  N.  R.  I
678  (Dänemark-Norwegen  ist  der  erste  Staat  gewesen,  der  überhaupt  ein  Verbot
  gegen  den  Sklavenhandel  vom  16.  März  1792,  Martens  N.  R,  VI  635,
erlassen  hat);  von  Frankreich,  s.  die  vorige  Note  (Frankreich  hatte  im
ersten  Pariser  Frieden  für  sich  die  allgemeine  Abolition  binnen  5  Jahren,  bis
dahin  Lokalisirung  zugesagt);  von  Spanien  im  Additionalartikel  II  vom
28.  August  1814,  Martens  N.  R.  IV  123,  zum  Freundschafts-  und  Bündnissvertrage
  vom  5.  Juli  1814;  von  den  Niederlanden  durch  den  Londoner
Vertrag  vom  13.  August  1814,  Martens  N.  R.  II  57,  A.  8;  endlich  von  den
Vereinigten  Staaten  von  Amerika  im  Frieden  von  Gent  vom  24.  December
  1814,  Martens  N.  R.  II  76,  A.  X.

14)  Die  Protokolle  der  Sitzungen  V.  VI.  VU  der  acht  Mächte  vom  10.  14.  December
  1814;  16.  Januar  1815  finden  sich  bei  KLüßer,  Verhandlungen  des  Wiener
Congresses  VIII  1—9:  s.  auch  93  ff.  Auch  bei  An@EBERG  1.  1.  503.  527.  612.

4  *