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Beharren  in’s  Leben  gerufene  Staatenverband  hatte  doch  nur  dann
einen  Sinn,  wenn  alle  Seemächte  seinen  Satzungen  unterworfen
wurden.  Keine  durfte  ihm,  sollte  er  nicht  illusorisch  werden,
fern  bleiben,  —  am  allerwenigsten  eine  grosse  Macht  im  Besitze
einer  bereits  nach  Millionen  zählenden  Sklavenbevölkerung,  wie
sie  die  nordamerikanische  Union  war.  Ihr  Widerspruch
genügte,  um  das  ganze  mühsame  Werk  zu  Schanden  werden  zu
lassen.  Und  sie  widersprach  noch  immer,  ostensibel  aus  dem  Grunde,
dass  sie  dem  von  England  in’s  Werk  gesetzten  Durchsuchungsrecht
  sich  ihrerseits  nicht  fügen  könnte.  Die  von  Frankreich  an
das  Cabinet  von  Washington  im  Jahre  1834  im  Einverständniss
mit  dem  britischen  Ministerium  gerichtete  Einladung,  dem  französisch-englischen
  Regime  von  1831/3  nach  dem  Vorgange  so
vieler  anderer  Seemächte  auch  amerikanischerseits  zu  accediren,
wurde  von  diesem  entschieden  abgelehnt  °).  Was  half  es,  neun  und
neunzig  Thüren  zu  schliessen,  wenn  die  hundertste  offen  blieb  ?

Gerade  in  jenen  Tagen,  als  PALMERSTON  sich  anschickte,  dem
internationalen  Apparat  durch  Betheiligung  der  (rossmächte  die
letzten  noch  fehlenden  Glieder  einzufügen  —  es  war  im  Jahre
1840  —  schrieb  Sir  TuomAs  FowELL  BuxTon  sein  berühmtes
Buch  über  den  afrikanischen  Sklavenhandel  °),  das  kein  Geringerer
als  unser  K.  RıTTER  in  Deutschland  einführte.e  Dem  durch  seine
menschenfreundliche  Agitation  auf  dem  Gebiete  des  Gefängnisswesens
  berühmt  gewordenen  Whig  hatte  einst  der  greise  WILBER-FORCE,
  als  er  von  dem  politischen  Leben  Abschied  nahm,  die
parlamentarische  Vertretung  der  grossen  Sache  übergeben.  Die
ganze  Begeisterung  der  alten  Sklavenfreunde  war  in  dem  energischen
  Agitator  wieder  lebendig  geworden,  der  sich  sofort  angeschickt
  hatte,  mit  den  frischen  Kräften,  die  die  im  Jahre  1823
gestiftete  Antisklavereigesellschaft  entfaltete,  die  Axt  auch
an  die  Wurzel  des  Uebels,  an  die  Negersklaverei  selbst,  zu  legen.
Anknüpfend  an  seine  Anträge  vom  15.  Mai  1823”)  hatte  die

5)  Die  Depesche  vom  4.  Oktober  1834  bei  MARTENS  et  Cussy,  Recueil
manuel  V  439;  vgl.  auch  J.  DE  NEUFVILLE  1.  1.  p.  84,  und  die  Angaben  in
den  N.  12  eitirten  Aufsatz:  Rückblicke,  Ausland  1842  p.  1339.  1343.

e)  The  african  slave  trade  and  its  remedy,  with  sequel  by  Sir  Ta.  FowELL
Buxton,  London  1840.  Ins  Deutsche  übersetzt  von  G.  JuLivs,  mit  einer
Vorrede  „die  Nigerexpedition  und  ihre  Bestimmung“  von  CARL  RıTTEr.  Leipzig

1841.  Hienach  citire  ich.
?7)  Vgl.  ReımuoLp  Pauuı,  Gesch,  England’s  I  343.  II  197.