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Feuereifer  verschuldete  Position  des  britischen  Gouvernements
nicht  allein  eine  unkluge  war,  sondern  dass  sie  mit  dem  bestehenden
  Seerecht  in  Widerspruch  stand,  möchte  nicht  schwer  zu  führen
sein.  In  der  besten  Absicht  hatten  die  englischen  Kronjuristen
zweierlei  Dinge  mit  einander  verwechselt:  die  Verantwortlichkeit
der  eigenen  Marineoffiziere  einem  fremden  Staate  gegenüber,  vermöge
  deren  diese  dem  letzteren  für  rechtswidrig  und  unentschuldbar
  verübte  Störungen  seiner  Schifffahrt  unmittelbar  haftbar  sind;
und  die  Verantwortlichkeit  einer  Regierung  für  die  von  ihren
Offizieren  vorgenommenen  Amtshandlungen.  Durch  die  neuen  Instruktionen
  war  thatsächlich  den  Führern  der  britischen  Kreuzer
die  Verantwortung,  die  sie  selbst  hätten  tragen  sollen,  abgenommen
und  auf  die  heimische  Regierung  abgewälzt  worden;  denn  sie
wurden  von  ihr  beauftragt,  Hoheitsakte  an  Bord  fremder  Schiffe
vorzunehmen  und  im  Zwangswege,  also  eventuell  doch  wohl  durch
Festnahme  und  Aufbringung  des  etwa  Widerstand  leistenden
Schiffes  durchzusetzen.  Solcher  Auftrag  aber  liess  sich  nicht
gut  anders  erklären  als  durch  einen  von  England  behaupteten
Anspruch,  zu  Friedenszeiten  auf  dem  Weltmeer  eine  Controle  der
Seeschifffahrt  zu  üben  und  in  Ausübung  einer  solchen  den  Nationalitätstitel
  fremder  Schiffe  seiner  Cognition  zu  unterwerfen.  Hier
waren  denn  nun  die  Amerikaner  völlig  im  Recht,  wenn  sie  behaupteten,
  dass  ein  solches  Controlrecht  von  Kriegsmarinen  über
die  Kauffahrer  andrer  Mächte  nicht  bestehe;  dass  es  nichts  anderes
  bedeute,  als  die  Anmassung  darüber  zn  entscheiden,  unter
welchen  Bedingungen  eine  souveräne  Nation  Seehandel  betreiben
dürfe;  dass  es  kein  „right  to  visit“  gäbe,  das  nicht  zugleich  „right
to  search“  sei  und  unvermeidlich  sein  müsste;  dass  aber  letzteres
nur  von  Belligerentet  auszuüben  sei  und  während  des  Friedensstandes
  keinen  Platz  habe.  Einen  Finger  hier  geben,  sagt  unser
HEFFTER,  heisst  die  Hand  in  eine  Kette  schmieden.

Und  sofort  bemächtigte  sich  eine  populäre,  mit  allen  Mitteln
demagogischer  Aufreizung  betriebene  Agitation  des  plötzlich  aufgetauchten
  Streitpunktes.  Von  amerikanischem  Boden  nach  Europa,
zumal  nach  Deutschland  verpflanzt,  hat  sie  in  einer  lebhaften  und
gereizten  journalistischen  und  literarischen  Fehde°??)  sich  ein  un-#2)

  An  der  Spitze  steht  die  oben  N.  18  erwähnte  Broschüre  von  Lewis
Cıss.  Unter  Benutzung  des  Stevenson-Aberdeen’'schen  Notenwechsels  ge-