BB  —

rühmliches  Denkmal  gesetzt.  Gar  zu  naiv  hatten  die  Engländer
erklärt,  wie  sie  die  von  ihnen  erhobene  Prätension  nöthig  brauchten,
um  ihre  Verträge  gegen  den  Sklavenhandel  wirksamer  zu  machen.
Eine  so  prächtige  Waffe  konnte  sich  die  amerikanische  Propaganda
in  Frankreich  und  in  Deutschland  nicht  entgehn  lassen.  Mit  ıhr
in  der  Hand  ward  es  nicht  schwer,  vor  einem  nicht  völlig  unterrichteten
  europäischen  Publikum  das  sklavokratische  Interesse  gegenüber
  der  immer  weitere  Kreise  ziehenden  britischen  Antisklavereipolitik
  siegreich  zu  vertreten.  Anknüpfend  an  den  eben  kundgegebenen,
  auffälligen  Anspruch  dieser  Politik,  das  aus  dem  Kriegsrecht
  wohlbekannte  „right  of  visitation  and  search“  mittelst  künstlicher
  Scheidung  dieser  zusammengehörigen  Begriffe  auch  im  Frieden
zu  üben,  es  zu  speciellen  Zwecken  auch  gegen  Nichtvertragsstaaten
in  Geltung  zu  setzen,  wussten  die  Pamphlete  ihre  scharfen  Pfeile

schrieben,  leistet  sie  an  rabulistischer  Unwahrhaftigkeit  und  perfider  Insinuation
das  Menschenmögliche.  Kritiken  über  sie  bei  v.  Mont,  Geschichte  und  Literatur
I  431;  v.  Host,  Verfassungsgeschichte  I  429  f.  Würdiger  in  Form  und  Methode
ist  die  nur  wenig  später  in  London  herausgegebene  Schrift  des  amerikanischen
Gesandten  in  Berlin  H.  WHEAToN,  Enquiry  into  the  validity  of  the  british  claim
to  a  right,  of  visitation  and  search  of  american  vessels  suspected  to  be  engaged
in  the  african  slave-trade,  1842,  Auch  sie  richtet  sich  gegen  den  Quintupelvertrag,
  sowie  gegen  jedes  conventionelle  Durchsuchungsrecht,  p.  2.  63,  und
gipfelt  in  dem  Ausspruch,  dass,  bevor  England  seine  neue  Prätension  nicht
fahren  lasse,  die  V.  St.  jedenfalls  nicht  daran  denken  könnten,  jenem  Vertrage
beizutreten,  p.  163.  Blosse  Nachbetungen  von  CAss  und  von  WHEATON  sind
die  deutschen  Schriften:  Francıs  J.  Grund,  Das  Untersuchungsrecht,  zur  Beurtheilung
  der  zwischen  den  V.  St.  —  und  der  —  grossbritannischen  Regierung
  obschwebenden  Frage,  Leipzig  1342.  OLor  Bera,  Nordamerika’s  Stellung
zum  Quintupel-Tractat  vom  20.  December  1841,  eine  Beleuchtung  der  Sklavenund
  Handelsverhältnisse  der  V,  St.  als  Versuch  eines  Commentars  zur  Note
des  Generals  Cass  d.  d.  Paris  13.  Februar  1842,  Königsberg  1842.  Derselbe,
Sklaverei,  Seeherrschaft  und  die  preussische  Staatszeitung,  ein  Nachtrag  —,
1843.  Diese  Schriften  ziehn  gegen  die  Verträge,  auch  weil  deutsche  Interessen
  gefährdend,  zu  Felde.  Die  französischen  Pamphlete,  sämmtlich  der
gleichen  Tendenz,  sind  ohne  Bedeutung.  Stimmen  für  den  Vertrag  sind  nur
vereinzelt  abgegeben  worden  :  So  von  PÜTTER,  Beiträge  u,  s.  w.  1843,  p.  189
bis  191;  und  von  einem  Anonymus  in:  PöLıtz,  Jahrbücher  1842,  1444  ff.  Am  bekanntesten
  ist  geworden  ein  englisches  anonymes,  ungeschickt  geschriebenes
Pamphlet:  Repıy  to  „an  Americans  examination“  of  the  „right  of  search“,
with  observations  on  some  of  the  questions  at  issue  between  Gr.  Britain  and
the  U.  St,  by  an  Englishman,  London  1842,  Die  Schrift  wurde  sofort  ins
Deutsche  übersetzt:  Erwiderung  auf  u.  s.  w.  Berlin  1842,  wie  Monuu  1.  1.
angiebt,  auch  in’s  Französische;  vermuthlich  offiziös.