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unmöglich  könne  die  Blokade  Formosa’s  als  solche  angesehen
werden,  da  bereits  Feindseligkeiten  zwischen  Frankreich  und
China  in  grossem  Maassstabe  geübt  seien,  die  mit  einem  Friedenszustand
  durchaus  unverträglich  seien.  Ebensowenig  entspreche  es
dem  Völkerrecht  und  den  Ansichten  der  bedeutendsten  Staatsmänner
  und  Juristen  Frankreichs,  sowie  den  Entscheidungen
seiner  (rerichte,  wenn  Frankreich  behaupte,  dass  eine  Friedensblokade
  das  Recht  gebe  Schiffe  dritter  Nationen  wegen  Bruches
derselben  wegzunehmen  und  zu  verurtheilen.  England  müsse  annehmen,
  dass  die  stattgehabten  Feindseliskeiten  und  die  formelle
Notifikation  der  Blokade  einen  Kriegszustand  zwischen  Frankreich
  und  China  schafften  und  sei  bereit  die  Blokade  Formosa’s
als  Kriegsblokade  anzuerkennen,  welche  die  herkömmlichen  Rechte
Kriegführender  gegen  Neutrale  verleihe,  es  wolle  noch  von  einer
formellen  Neutralitätserklärung  absehen,  so  lange  die  Feindseligkeiten
  sich  auf  bestimmte  Oertlichkeiten  beschränkten  und  beide
Mächte  auf  Durchsuchung  und  Wegnahme  neutraler  Schiffe  auf
hoher  See  verzichteten,  aber  könne  letzteres  für  brittische  Schiffe
nur  bei  Begründung  auf  das  Kriegsvölkerrecht  zulassen.

Auch  hier  kommt  Lord  GRANVILLE,  wie  man  sieht,  aus  dem
Widerspruch  nicht  heraus,  der  in  seiner  eingenommenen  Stellung
liegt.  Während  seine  Widerlegung  der  behaupteten  Friedensblokade
  schlagend  ist,  er  die  gegen  Formosa  geübte  als  eine
Kriegsblokade  bezeichnet  und  einen  Kriegszustand  zwischen
beiden  Mächten  als  unzweifelhaft  annimmt,  weigert  er  doch
Frankreich  die  Rechte  der  Kriegführenden  und  will  seine  frühere
Stellung  behaupten,  so  lange  Frankreich  diese  Rechte  nicht  übt
und  seine  Kriegführung  örtlich  beschränkt.  *  Der  französische
Botschafter  entgegnet  hierauf  am  21.  Nov.  nur,  dass  er  von  der
Erklärung  der  Absichten  Englands  Akt  nehme,  aber  bedauere,
über  die  Prinzipienfrage  seine  Ansicht  aufrecht  halten  zu  müssen.
Lord  GRANVILLE  dagegen  bleibt  in  einer  Note  vom  26.  Nov.
dabei,  England  müsse  einen  Kriegszustand  zwischen  Frankreich
und  Chma  de  facto  und  de  jure  als  bestehend  ansehen  und  könne
nicht  die  neue  Liehre  zugeben,  dass  brittische  Schiffe,  wenn  sie
im  Friedenszustande  in  einen  chinesischen  Hafen  einlaufen  wollten,
weggenommen  werden  dürften.

Naturgemäss  musste  die  wohlwollende  Neutralität,  welche
England  so  Frankreich  gegenüber  übte,  von  China  im  gegen-