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Quellengeschichtlich  ergibt  sich  fortan  das  folgende  Bild  des  grundgesetzlichen
  Wechsels  der  beiden  Wahlmethoden:

Die  Ernennung  und  Erneuerung  des  Conseils  des  Cing-Cents  und
des  Conseils  des  Anciens  erfolgt  mit  Hülfe  des  Listenscrutiniums?)
—  Loi  du  13  fructidor  an  III  (30  aoüt  1795)  art.  4  und  7°)  —  das  sich
auch  in  der  Constitution  vom  22  frimaire  an  VIII  (13  decembre)  1799  1°)
Art.  7—9  erhielt.  Nach  einer  theilweisen  Durchbrechung  wird  dasselbe  durch
das  Gesetz  vom  13  ventöse  an  IX  (4  mars  1801)  art.  24,  64  und  103!)  sowie
  durch  die  Wahlordnung  vom  19  fructidor  an  X  (5  septembre  1802)
innerhalb  des  wesentlich  beschränkten  Wahlrechts  des  Consulats  und  der
darauf  folgenden  Staatsformen  wiederhergestellt.  Das  System  der  in  den
letztgenannten  Staatsgesetzen  eingeführten  Wahlcollegien  (colleges  electoraux)
erhielt  sich  im  öffentlichen  Recht  des  ersten  Kaiserthums  und  erfuhr  in  der  Acte
additionnel  aux  Constitutions  de  l’Empire  vom  22.  April  1815  (Titre  II  Art.
27—33)'”)  noch  weitere  Ablenkungen  vom  Princip  der  unmittelbaren  Volkswahl-Die

  bisher  festgehaltene  Abstufung  des  Wahlrechts  nach  den  beiden
Gruppen  der  Departements  und  der  Arrondissements  fällt  in  der  Zeit  der
Restauration  hinweg,  deren  Wahlgesetz  vom  5.  Februar  1817  an  die  Stelle
des  complicirten  früheren  Wahlverfahrens  ein  wesentlich  einfacheres  setzt:
Art.  7.  Iln’y  a  dans  chaque  departement  qu’un  seul  college  electoral;  il  est
compose  de  tous  les  Electeurs  du  departement  dont  il  nomme  directement
les  deputes  &amp;  la  Chambre.  Art.  13.  Les  electeurs  votent  par  bulletins  de
liste,  contenant  &amp;  chaque  tour  de  scrutin  autant  des  noms  qu'il  y  a  de  nominations
  &amp;  faire  '!®),

Eine  Verschiebung  bewirkte  das  Gesetz  vom  29.  Juni  1820  '*),  welches
zwei  Wahlkörper  creirte:  die  Wähler  des  Arrondissements  wählten  au
scrutin  individuel  während  die  Höchstbesteuerten  als  Departementwahlkörper
ihre  Vertreter  mittelst  des  Listenscrutiniums  erwählten'!®d).  Allein  die  auf
die  Julirevolution  folgende  Wahlreform  liess  diesen  Dualismus  wieder  fallen
und  stellte  das  Princip  ausschliesslicher  Individualwahlen  auf  —  Gesetz  vom
19.  April  1831  Art.  39  '0).

Der  gänzliche  Umbau  des  französischen  Verfassungsrechts  im  Jahre  1848
erfasste  auch  die  im  Vorstehenden  erörterte  Materie.  Das  Decret  vom
5.  März  1848  art.  5  führte  das  allgemeine,  directe,  geheime  Stimmrecht
ein  mit  Listenwahlen  am  Hauptorte  des  Cantons  (Unterabtheilung  des
Arrondissements)  mit  der  Bestimmung,  dass  jeder  Stimmzettel  so  viel  Namen
enthalten  kann  als  die  Zahl  der  Abgeordneten  des  Departements  beträgt  ’”).
H&amp;Lıe  bemerkt  hierzu  hinsichtlich  des  geschichtlichen  Entwickelungsganges

T

Jedenfalls  nicht  ganz  zutreffend:  „Ce  mode  de  suffrage,  inconnu  &amp;  nos  con-8°)

  PouprA  et  PıERRE,  Trait&amp;  pratique  de  droit  parlementaire  II®  ed.  p.  328.

®)  Heuıe  1.  c.  p.  494  squs.  ?°)  HELIE  |].  c.  p.  578.

11)  PouprA  et  Pierre  1.  c.  '%)  H£uıe  901  squs  1°)  HELıE  p.  955.

14)  Findet  sich  bei  H£Lie  nicht;  s.  dagegen  PouprA  et  PIERRE  1.  c.  Note  2.

15)  Vgl.  damit  das  ähnliche  Rechtsinstitut  im  Wahlrecht  des  österreichischen
  Grossgrundbesitzes.  Ges.  vom  2.  April  1873  und  Ges.  vom  4.  Oktober  1882.

16)  Faustn  HE£Lie  1.  c.p.  1011;  PouprA  et  PirrRrE  ].  c.  p.  328.

1)  Faustm  H£Le  p.  1086.