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„Magistratus  rei  publicae  non  dolum  solummodo,  sed  et
latam  negligentiam  et  hoc  amplius  etiam  diligentiam  debent“,  bezieht
  sich  jedoch  nur  auf  das  innere  Rechtsverhältniss  des  Beamten
  (den  Munizipien  gegenüber),  wie  schon  ein  oberflächlicher
Blick  ın  den  Tit.  Dig.  50,8  zeigt.  Für  das  äussere  Rechtsverhältniss
  des  Beamten  ist  im  römischen  Rechte  nicht  nur  keine
Ausnahme  von  den  allgemeinen  Rechtssätzen  über  die  Deliktsklage
  konstatirt,  sondern  die  Anwendbarkeit  der  letzteren  ist  sogar
durch  die  Analogie  der  Haftbarkeit  des  mensor  positiv  bezeugt.
Der  mensor  ist  nicht  Beamter,  indess  der  Gesichtspunkt,  welcher
  für  eine  verschärfte  Verantwortlichkeit  des  Beamten  sprechen
würde,  der  Gesichtspunkt  nämlich,  dass  derjenige,  von  welchem
man  eine  besondere  Kenntniss  des  Geschäftes  verlangen  dürfte,
auch  dementsprechend  strenger  haften’  müsste  ®),  trifft  auch  für
ihn  zu.  Den  mensor  aber  lässt  das  prätorische  Edict  nur  für
dolus  (und  culpa  lata)  haften  unter  der  Begründung.

„Visum  est  enim  satis  abundeque  coerceri  mensorem,  si
dolus  malus  solum  conveniatur  eius  hominis  qui  civiliter  oblıgatus
  non  est.  proinde  si  imperite  versatus  est,  sibi  imputare
debet  qui  eum  adhibuit:  sed  et  si  negligenter,  aeque  mensor
securus  erit:  lata  culpa  plane  dolo  comparabitur®°).

Das  heisst  eine  strengere  Haftung  als  für  dolus  und  culpa
lata  findet  nur  in  Kontrakten  statt;  da  aber  mit  dem  mensor  ein
solcher  nicht  abgeschlossen  wird  (—  „quia  non  crediderunt  veteres
inter  talem  personam  locationem  et  conductionem  esse,  sed  magis
operam  beneficii  loco  praeberi  et  id  quod  datur  ei,  ad  renumerandum
  dari  et  inde  honorarium  appellari  —“  !%),  haftet  er
lediglich  nach  den  Regeln  der  Deliktsklage:  Der  (Gesichtspunkt,
dass  er  als  Sachverständiger  den  Angelegenheiten  Dritter  eine
besondere  Aufmerksamkeit  zuwenden  müsse,  bleibt  dabei  ganz

Pandektenr.  II  $  425.  HasneL,  Lehre  vom  Schadensersatz  $  42  S.  52/53.
SCHWEPPE,  römisches  Privatr.  III  $  572  S.  474  u.  A.  1.  Vgl.  auch  ZoEPFL,
Grundsätze  des  allg.  und  deutschen  Staatsrechts  (4.  Aufl.)  II  $  519  S.  792  u.
&amp;.  Zu  den  Ausführungen  des  Textes:  FUNKE,  über  die  Nichtanwendbarkeit
der  Grundsätze  des  röm.  Rechts  u.  s.  f.  in  seinen  Beiträgen  zur  Erörter.  prakt.
Rechtsmat.  $S.  103.  118.  135  ff.

2)  So  im  preussischen  Rechte  $$  22,  23,  II,  3;  8888,  89,  IL,  10  A.  L.-R.

®)  fr.  18  1  D.  si  mensor  11,6.

10)  fr,  1  pr.  D.  h.  t.  Darüber  von  KELLER,  Pandekten  $  371  S.  696  und
Wmpschei,  II  $  404  A,  4  8.  523  und  $  470  A  1  S.  772.