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The  European  Concert  in  the  Eastern  Question.  A  collection
of  Treaties  and  other  public  Acts  edited  with  Introduetions
  and  Notes  by  Thomas  Erskine  Holland.  Oxford.  At  the
Clarendon  Press.  1885.  8.  XII.  366.

Die  gegenwärtigen  Wirren  in  Bulgarien  sind  besonders  geeignet,  die
Aufmerksamkeit  auf  dieses  Buch  zu  lenken.  In  einem  mässigen  Octavbande
wird  uns  die  ganze  allmälige  Entwicklung  der  orientalischen  Frage  historisch
und  diplomatisch  vor  Augen  geführt;  die  systematisch  und  consequent  vorgenommenen
  Verkleinerungen  und  Schwächungen  des  türkischen  Reiches
durch  territoriale  Abtrennungen,  Unabhängigkeitserklärungen  etc.  werden
Schritt  für  Schritt  nachgewiesen  und  der  jeweilen  neu  geschaffene  Rechtszustand
  festgestellt.  Jedem  Territorium,  welches  seit  50  Jahren  der  otomannischen
  Herrschaft  unter  Mitwirkung,  Mithülfe  oder  Zustimmung  der  Mächte
ganz  oder  theilweise  entzogen  worden  ist,  oder  Anlass  zu  diplomatischen
Verhandlungen  oder  Interventionen  gegeben  hat,  wird  ein  eigenes  Kapitel
gewidmet,  welches  das  ganze  Material  verarbeitet  oder  darbietet.  Nach  einer
kurzen  Einleitung,  worin  die  Stellung  der  Mächte  zur  Pforte  charakterisirt
wird,  beginnt  HorLanp  mit  Griechenland,  während  des  Zeitraumes  von
1826—1881.  Mit  den  Protokollen  vom  4.  April  1826  und  6.  Juli  1827  beginnend,
  führt  uns  HorLLanp  durclı  alle  Phasen  der  wechselvollen  Erhebung
und  Konstituirung  dieses  neuen  Staates.  Alle  Documente,  welche  sich  auf
wichtige  Staatsereigrisse  beziehen,  werden  mitgetheilt;  die  Erhebung,  Entfernung
  und  Ersetzung  der  bayrischen  Dynastie  durch  die  dänische:  die  Aufgabe
  des  englischen  Protektorates  über  die  jonischen  Inseln  —  generous  but
unwise  wird  sie  in  der  Law  Quarterly  Review  I,  699  genannt,  —  die  Grenzberichtigungen
  und  Gebietserweiterungen  in  Folge  des  Berliner  Vertrages
und  der  Convention  vom  24.  Mai  1881.  Entweder  werden  die  Documente
dem  Texte  einverleibt,  oder  sie  werden  im  Anhang  mitgetheilt.  Das  folgende
dritte  Kapitel  ist  den  Verhältnissen  der  beiden  Inseln  Samos  und  Creta
von  1830  1878  gewidmet,  und  der  widerwillig  ertragenen  türkischen  Herrschaft.
  Das  vierte  und  ausführlichste  Kapitel  behandelt  die  egyptischen  Verhältnisse
  von  1839-1885,  von  der  Eroberung  Syriens  durch  Mehmed.Ali
seiner  Anerkennung  als  erblicher  Pascha  von  Egypten,  seiner  zweiten  Schilderhebung,
  der  Aenderung  der  Erbfolge  und  der  Erhebung  des  Pascha’s  zum
Khedive,  bis  zu  den  neuesten  noch  unbeendigten  politischen  und  finanziellen
Verwickelungen.  Auch  für  diese  Periode  werden  die  diplomatischen  Documente
  vollständig  mitgetheilt.

Auf  die  Entfernung  der  egyptischen  Truppen  aus  Syrien  1842  folgte
die  gründlichste  Anarchie  im  Gebiete  des  Libanon;  Unterdrückung  der
Christen  und  Nieder  metzelung  der  Maroniten  durch  die  Drusen  etc.  Die  Intervention
  der  Mächte  war  die  unmittelbare  Folge.  Die  darauf  bezüglichen  Aktenstücke,
  sowie  diejenigen,  welche  Bezug  haben  auf  die  verschiedenen  Versuche,
erträgliche  Zustände  herbeizuführen,  werden  uns  vollständig  vor  Augen  gelegt.

In  den  fünf  ersten  Kapiteln  werden  mehr  die  Aussentheile  des  türkischen
  Reiches  berührt;  im  sechsten  dagegen  kommen  diejenigen  Veränderungen
  an  die  Reihe,  welche  den  Grundstock  der  europäischen  Türkei,  die
alten  Provinzen  derselben  staatsrechtlich  umgestalteten.  Während  der  letzten
30  Jahre  sahen  sich  die  europäischen  Mächte  veranlasst,  die  Türkei  unter
ihre  gemeinschaftliche  Obhut  und  Vormundschaft  zu  nehmen;  Provinzen,  die
revoltirten,  wurden  als  unabhängige  Staaten  anerkannt,  und  jahrhundertalte
  Lehensverhältnisse  gelöst;  Grenzen  wurden  zum  Nachtheile  der  Türkei