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Kraftäusserungen  genau  so  unentwindbar  und  unentrinnbar  auf
dasselbe  ein,  wie  das  Gesetz  der  Schwere  auf  den  rollenden  Stein
und  wie  das  Prinzip  der  Kommunikation  auf  die  Ausgleichung
der  Flüssigkeitsoberfläche.

Nun  ist  aber,  und  das  zu  sagen  wird  hier  zur  nothwendigen
Banalıtät,  der  Mensch,  mit  dem  sich  die  Rechtswissenschaft  zu
beschäftigen  den  Beruf  hat,  weder  das  im  Sonnenlicht  ungetrübter
Erkenntniss  lebende  Idealwesen,  noch  auch  ein  willenlos  und
thatenlos  dem  Walten  einer  praestabilisirten  socialen  Ordnung
blind  unterstellter  Elementarorganismus  unseres  planetaren  Theilsystems.
  Ohne  feste  und  vor  allem  ohne  eine  in  die  breiten
Theile  des  Verbandvolkes  dringende  Vorstellung  von  den  dauernden
  Bedingungen  eines  gesellschaftlichen  Bestandverhältnisses,
treten  die  biologischen  Individuen  eben  vor  Allem  kräftig  wollend,
mit  der  Blindheit  des  Selbstgefühls  in  das  Leben  und  in  die
Geschichte  ein.

Dieser  Gesichtspunkt  tritt  uns  ‚bei  Post’s  psychologischen
und  sociologischen  Untersuchungen  allzusehr  in  den  Hintergrund
zu  Gunsten  der  aus  Statik  und  Dynamik  weithergeholten  Gleichnisse.
  Bei  ihm  spielt  der  im  Verbandsverhältniss  nie  erreichte
Gleichgewichtszustand  eine  Rolle,  wie  etwa  die  Medianlinie  im
Systeme  des  Buridanischen  Indeterminismus.  Dabei  ist  auch  gar
nicht  abzusehen,  wie  jenes  Gleichgewicht  entstanden  sein  soll  und
zwischen  welchen  Faktoren.  Ganz  abgesehen  davon,  dass  die
Annahme  dieses  sociologischen  Gleichgewichtszustandes  neben  der
von  Posr  gleichzeitig  vorgenommenen  Ableitung  des  Rechts  aus
den  primären  Ordnungsstörungen  sich  offensichtlich  so  aufhebend
zu  einander  verhalten,  wie  RousseAu’s  Idealbild  der  friedseligen
Urmenschheit  und  das  Gegenbild  HoBBEs’  mit  dem  schematischen
bellum  omnium  contra  omnes.  —

Wie  entsteht  aber  nun  gar  erst  die  Abweichung,  die  Grenzüberschreitung
  über  die  von  der  socialen  Ordnung  gesteckte  Linie?
—  Durch  das  „Spannungsverhältniss*?  Das  erklärt  wenig,  weil
die  kurze  Antwort  selbst  erst  der  Erklärung  bedürfte,  denn  sie
stellt  an  mich  die  Forderung,  Gleichgewicht  und  Nichtgleichgewicht
als  Eins  gesetzt  zu  denken,  d.  h.  sie  legt  mir  eine  schon  nach
dem  ewigen  Gesetz  der  Identität,  der  Selbstbejahung  unvollziehbare
  Vorstellung  auf.  Die  bisherige  Lehre  wird  daher  den  Forderungen
  des  empirischen  Phänomenalismus  weit  mehr  gerecht,  wenn

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