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der  Frage  über  das  Verhältniss  der  Sociologie  zur  Rechtswissenschaft
  nur  noch  einige  hemmende  Knoten  mehr  einzuknüpfen.
Die  das  Forschungsresultat  beeinflussende  Eigenthümlichkeit  liegt
in  Folgendem.  Wer  mit  einiger  Vertiefung  den  literarischen  Produkten
  auf  dem  Gebiete  der  Sociologie  zu  folgen  bemüht  ist,
wird  bald  die  Wahrnehmung  machen,  dass  die  deutsche  Sociologie
ihren  specifischen  Charakter  durch  eine  bezeichnende  Abweichung
gewinnt  von  der  Forschungsrichtung,  welche  die  englische  Schule
eingeschlagen  hat.  Während  nämlich  beide  desselben  Weges
gehen,  so  lange  es  sich  um  den  Vordersatz  handelt,  dass  die
Civilisation,  und  demnach  auch  das  Recht  als  ein  Prozess  langen
und  komplizirten  Wachsthums,  nur  völlig  verstanden  werden  könne,
wenn  sie  in  ihrem  ganzen  Umfange  studirt  wird,  dass  man  der
Vergangenheit  beständig  bedürfe  zur  Erklärung  der  Gegenwart,
und  des  Ganzen  zur  Erklärung  des  Theils;  —  weichen  sie  in  einem
geraden  Winkel  von  einander  ab,  sobald  die  systematische
Verwerthung  des  Uinlisationsbegriffes  in  Frage  kommt.  Während
die  englische  Lehre  sich  hier  offen  und  ungekünstelt  mit  der  Aufstellung
  eines  relativen  Maasses,  mit  der  Fixirung  relativer  Grössen
begnügt,  lehnt  die  deutsche  Sociologie  in  ihrer  juristischen  Abzweigung
  alle  relativen,  d.  h.  also  provisorischen  Lösungsbehelfe
mit  Energie  ab,  und  will  sich  von  solchen  auf  ihrer  gewohnten
Wanderschaft  zum  „Absoluten“  nicht  aufhalten  lassen.  Typisch
für  die  englische  Auffassung  gilt  uns  die  Stelle  EnwArp  B.  Ty-LORS?®):
  „In  taking  up  the  problem  of  the  developement  of  culture
  as  a  branch  of  ethnological  research,  &amp;  first  proceeding  is
to  obtain  a  means  of  measurement.  Seeking  something  like
a  definite  line  along  wich  to  reckon  progression  and  retrogression
in  civilization,  we  may  apparently  find  it  best  in  the  classification
of  real  tribes  and  nations,  past  and  present.  Civilization  actually
existing  among  mankind  in  different  grades,  we  are  enabled  to
estimate  and  compare  it  by  positive  examples..  The  educated
world  of  Europe  and  America  practically  settles  a  standard  by
simply  placing  its  own  nation  at  one  end  of  the  social  series  and
savage  tribes  at  the  other,  arranging  the  rest  of  mankind  between
those  limits  according  as  they  aorrespond  more  closely  to  savage
or  to  cultured  life“.

2)  Primitive  Culture,  Vol.  I,  Chapt.  I.  The  development  of
Culture.