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lichen  sich  auf  Materien  beschränke,  welche  der  historischen
Forschungsmethode  unzugänglich  seien,  so  beweist  dieser  Ausspruch
  eben  nur,  dass  ihn  die  Begeisterung  für  sein  Ideal,  die
objektiven  Maassverhältnisse  verkennen  lässt.  Er  unterschätzt
offenbar  die  Grösse  des  Reibungscoöfficienten,  der  sich  der  Verwirklichung
  seines  Planes  entgegenstellen  muss.  Aller  Mühe  zum
Trotz  hat  sich  bisher  für  die  kulturell  und  national  so  eng  verbundenen
  Gemeinwesen  auf  dem  geschichtlich  reich  durchforschten  Boden
Europa’s  eine  derartige,  wenn  ich  so  sagen  darf,  „beschränkte
universalrechtsgeschichtliche“  Verknüpfung  der  getrennten  Rechtsbildungen
  nicht  ermöglichen  lassen.  Und  das,  was  hier  unter  den
denkbar  günstigsten  Productionsbedingungen  nicht  oder  wenigstens
noch  nicht  erzielt  werden  konnte,  trotz  des  mächtig  einwirkenden
Amalgams  des  römischen  Rechts:  —  die  genetische  Reconstruction
des  Rechts  engverwandter  Stämme,  das  sollte  nun  schon  für  die
Gesammtheit  aller  Verbandsverhältnisse  möglich  geworden  sein
auf  Grund  der  Sammlung  ungleichwerthiger  Notizen,  welche  die
sociologische  Schule  aus  den  Fundgruben  der  Ethnologie  und
Ethnographie  schöpft?  Das  erscheint  uns  allzu  widerspruchsvoll
und  darum  auch  die  Vorannahme  für  grundverfehlt.  Kann  eine
solche  Welt-Rechtsgeschichte  überhaupt,  und  kann  sie  schon  jetzt
geschrieben  werden?  Wir  glauben  den  zweiten  Theil  der  Frage
unbedingt  mit  Nein  beantworten  zu  können;  aber  auch  auf  den
ersten  Theil  lässt  sich,  unserer  Ansicht  nach,  nicht  mit  Ja  antworten.
  Wir  können  das  Ganze  einer  Wissenschaft  vorführen,
wenn  wir  ihre  Entstehung,  ihre  fortschreitende  Entwicklung  und
Vervollkommung  studiren  können;  wir  können  die  Geschichte
eines  Staats  oder  eines  Rechtes  erzählen,  weil  wir  hier  Entstehung,
  Wachsthum,  Verfall  oder  Vervollkommnung  schildern
können.  Bei  dem  Rechte  der  „Menschheit“  jedoch  finden  wir
weder  System  noch  sichere  Entwicklung;  was  uns  aus  einer  Masse
einzelner  zusammenhangsloser  Fakten  geboten  werder  kann,  ist
höchstens  die  Geschichte  einzelner  Phasen.  Wir  müssen  uns  mit
Episoden  begnügen  aus  dem  grossen  Entwicklungsgange  des
menschlichen  Geistes  und  des  menschlichen  Körpers  —  denn  der
spielt  wohl  auch  eine  Rolle  —,  das  Epos  selbst  kann  aber  noch
lange  nicht  geschrieben  werden.

Mit  Recht  ist  dem  gegenüber  schon  von  Naturforschern
darauf  aufmerksam  gemacht  worden,  dass  die  Autoren,  die  ung