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dass  sie  sich  leichter  und  mit  geringeren  Bedenken  als  andere
Völker  über  die  Grenzen  hinauszusetzen  wagten,  die  sie  hätten
einhalten  müssen,  wenn  sie  sich  streng  auf  den  moralischen  oder
auch  nur  privatrechtlichen  Standpunkt  hätten  stellen  wollen.
So  sind  sie  ohne  besonders  peinigende  Gewissensbisse  in  den
Vernichtungskrieg  gegen  die  halbwilden  Ureinwohner  ihres  Landes,
die  Indianer,  gezogen,  in  dessen  einzelnen  Phasen  sie  nicht
immer  die  Civilisation  in  einer  für  diese  besonders  empfehlenden
Weise  vertreten  haben,  und  so  haben  sie  auch  von  anderen,
schwächeren  Völkern  Eroberungen  gemacht,  bei  denen  sie  sich
nicht  immer  durch  einen  besonders  peinlichen  Gehorsam  gegen
die  Gebote  des  Völkerrechtes  ausgezeichnet  haben.  Als  die  entschiedenste
  Forderung  aber,  welche  das  „manifest  destiny“  erheischt,
  tritt  ganz  offenbar  die  Sorge  für  die  Erhaltung  der  Union
zu  allen  Zeiten  hervor;  das  zeigt  sich  auch  beispielsweise  in  der
politischen  Thätigkeit  Carnoun’s,  der  auch  seinerseits  solange,
als  es  ihm  irgend  mit  seinen  besonderen  Zwecken  vereinbar  schien,
für  den  Bestand  der  Union  in  die  Schranken  trat  und  erst  als
er  einzusehen  glaubte,  dass  diese  Zwecke  auf  diese  Weise  unerreichbar
  seien,  die  Lehre  von  der  Sezession  zu  entwickeln  begann.
  Aber  so  scharfsichtig  auch  dieser  Staatsmann  war,  er
vergass,  dass  gerade  bei  der  allgemeinen  Ueberzeugung,  der
Jackson  in  seinem  Worte:  „the  union  shall  and  must  be  preserved“
  den  populärsten  Ausdruck  gegeben  hatte,  eine  Sezession
als  solche  schlechthin  undenkbar  war,  dass  diese  vielmehr  nothwendigerweise
  zum  Bürgerkrieg  führen  und  dessen  Ergebniss
entweder  —  wenn  die  freien  Staaten  siegten  —  die  Aufhebung
der  Sklaverei  im  gesammten  Gebiete  der  Union,  oder  —  wenn
die  Sklavenhalterpartei  sich  als  die  stärkere  erwies  —  die  Einführung
  der  Sklaverei  in  diesem  gesammten  Gebiete  sein  müsse.
Freilich  konnte  sich  im  Grunde  kein  ehrlicher  und  unbefangener
Kopf  darüber  täuschen,  auf  welche  Seite  der  Wage  das  Zünglein
schliesslich  neigen  müsse;  denn  das  System  der  „freien  Arbeit“
an  sich  war  offenbar  auch  eine  Forderung,  welche  verwirklicht
werden  musste,  wenn  anders  das  amerikanische  Volk  seinem  weltgeschichtlichen
  Berufe  sollte  entsprechen  können.  Eine  moderne
demokratische  Republik  mit  der  Negersklaverei  in  voller  Blüthe
war  eine  Karrikatur,  allzu  lächerlich,  um  einen  ernsten  Menschen
an  ihre  Dauer  glauben  zu  machen.  So  standen  denn  eigentlich