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Nach  den  Grundsätzen  des  Völkerrechts  wird  die  Verpflichtung
  der  Ausführung  eines  Staatsvertrages  in  dem  Augenblicke
existent,  wo  die  Ratification  erfolgt  ist.  Dass  der  Vertrag
vom  14.  März  1884,  welcher  den  Schutz  der  submarinen  Kabel
in  Friedenszeiten  ordnet,  nur  ein  erster,  wenn  schon  wichtiger
Schritt  ist,  dem  nach  Lage  der  heutigen  internationalen  Entwickelung
  ein  Uebereinkommen  über  die  Behandlung  dieser  Kabel
in  Kriegszeiten  nothwendig  in  nicht  zu  ferner  Zeit  folgen  muss,
darüber  wird  in  einsichtigen  politischen  und  wissenschaftlichen
Kreisen  kein  Zweifel  sein  können.

Schliesslich  ist  noch  der  Umfang,  welchen  das  Gebiet  des
telegraphischen  Weltvereins  zur  Zeit  einnimmt,  durch  Mittheilung
der  Staaten,  welche  demselben  beigetreten  sind,  anschaulich  zu
machen.  An  dem  zu  St.  Petersburg  vom  16.—22.  Juli  1875
abgeschlossenen  internationalen  Telegraphenvertrag  nahmen  folgende
  Staaten  Theil:  Belgien,  Dänemark,  das  Deutsche
Reich,  Frankreich  zugleich  für  Algier  und  Cochinchina,
Griechenland,  Grossbritannien  nebst  Gibraltar,  Italien,
  Luxemburg,  Neuseeland,  Niederlande  zugleich  für
Niederländisch-Indien,  Norwegen,  Oesterreich-Ungarn,
  Portugal,  Rumänien,  Russland,  Schweden,
Schweiz,  Serbien,  Südaustralien,  Spanien,  Türkei
und  Victoria,  ferner  Egypten,  Brasilien,  Britisch-Indien,
  Japan  und  Persien.  Sodann  sind  noch  folgende  Staaten
hinzugetreten:  Bulgarien,  Bosnien  und  die  Herzegowina,
die  Capcolonie  und  Westgriqualand,  Montenegro,  Natal,
  Neu-Süd-Wales,  Senegal  und  Siam.  —  Nur  China,
das  grösste  asiatische  Mittelreich,  ist,  seinem  Zuge  nach  Abgeschlossenheit
  folgend,  dem  Welttelegraphenvereine  bisher  nicht  beigetreten.

In  der  internationalen  Oonferenz,  welche  im  Sommer  des
vorigen  Jahres  in  Berlin  tagte,  war  das  Streben  darauf  gerichtet,
den  Betrag  der  vielfach  übertrieben  hohen  internationalen  Telegraphengebüren
  in  angemessener  Weise  herabzusetzen.  Dieses
Project  stiess  auf  grosse  Schwierigkeiten,  und  lediglich  der  Energie
und  dem  grossen  Geschick  des  leitenden  Präsidenten  STEPHAN
ist  es  zu  verdanken,  dass  wenigstens  einige  Zugeständnisse  in
dieser  Richtung  erzielt  wurden.