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Aus  diesen  Gründen  wesentlich  würden  wir  uns  stets
für  das  Referendum  aussprechen,  wo  immer  es  möglich  erscheint
und  das  heutige  Reden  der  „Bildungsphilister“  ebenso  sehr  ignoriren
wie  das  pseudo-antike  und  etwas  hinkende  Bonmot  des  Scythen
Anarcharsis  1%).  In  Republiken  namentlich,  ganz  besonders  in
demokratisch  eingerichteten,  wie  sie  heutzutage  allein  noch  bestehen,
  ist  die  prinzipielle  Opposition  gegen  diese  Einrichtungen
nicht  recht  verständlich,  denn  die  gleichen  Gründe,  die  gegen  sie
sprechen,  sprächen  auch  gegen  die  Demokratie  und  die  Republik
überhaupt  !?”).  So  viel  aber  ist  richtig:  Zu  Republik,  Demokratie
  und  Referendum  gehören  gleicherweise,  wenn  wir  auch  nicht
sagen  wollen  „Republikaner“,  so  doch  etwas  Aehnliches  dem  Wesen
nach,  nämlich  ein  in  seinen  Hauptbestandtheilen  vorgeschrittenes,
  seinem  wesentlichen  Character  nach
arbeitsames  und  daher  wohlhabendes,  mässiges  und
characterfestes  Volk.  Für  ein  solches  enthalten  diese  Institutionen
  die  Bedingungen  seines  weiteren  Fortschritts.

„La  liberte  est  un  droit  des  peuples,  seulement  il  faut  &amp;tre
majeur  pour  l’exercer.*  Dieses  Wort  aus  durchaus  nicht  republikanischem
  Munde  drückt  den  nämlichen  Gedanken  kürzer  und
schlagender  aus.

186)  Als  Solon  ihm  seine  Verfassung  vorlegte,  sagte  er:  „Seltsam  däucht
mich  Eines  nur,  weise  Männer  entwerfen  hier  die  Gresetze  und  Thoren  stimmen
darüber  ab“.  Solon  hätte  ihm  darauf  antworten  sollen:  „Freund,  du  denkst
und  redest  eben  --  wie  ein  Scythe“.

187)  Das  was  das  Referendum  in  unseren  xgebildeteren  Staaten  am
ehesten  unmöglich  machen  wird,  ist  der  Classenhass  und  die  zunehmende
blosse  Interessenvertretung,  an  Stelle  eines  lebendigen  Patriotismus.
Was  uns  im  Uebrigen  am  meisten  gegen  dasselbe  zu  sprechen  scheint,
viel  mehr  jedenfalls  als  alle  Gründe,  die  gewöhnlich  angeführt  zu  werden
pflegen,  ist,  dass  die  reine  Demokratie,  deren  moderne  Form  es  ist  in  einem
grösseren  Staatswesen,  in  welchem  sich  die  Menschen  nicht  mehr  persönlich
  kennen,  schwer  wirklich  durchzuführen  ist,  sondern  dort  sofort  ein  neues
und  nicht  weniger  gefährliches  Repräsentativsystem  entsteht,  nämlich
das  durch  die  Zeitungen  ausgeübte.  Diese  selhstgewählten  Repräsentanten,
haben  heute  —  das  lässt  sich  nicht  läugnen  —  einen  ebenso  grossen  Einfluss,
als  die  vormaligen  gesetzgebenden  Räthe  und  namentlich  bei  dem  facultetiven
Referendum  hängt  die  Frage,  ob  davon  im  einzelnen  Falle  Gebrauch  gemacht
werden  solle,  grösstentheils  von  ihnen  ab.