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Staate.e  Aus  praktischen  Gründen  aber  meint  man,  auf  ein
derartig  umständliches  Verfahren  verzichten  zu  dürfen,  indem
man  diese  drei  Vorgänge  wieder  in  einen  einzigen  zusammenzieht,
  nämlich  in  das  Annexionsplebiscit,  denn  dieses  ist  ja
allerdings,  ganz  folgerichtig  vom  Standpunkte  des  revolutionären
  Vernunftrechtes  aus,  dazu  angethan,  eine  „legale“  Secession
  zu  bewirken;  es  ist  ferner  der  Ausdruck  des  „natürlichen
Verfassungsrechtes‘“,  welches  überall  gilt,  wo  eine  positive,  concrete
  Verfassung  jeweilig  fehlt,  wie  das  auf  dem  „secedirenden
Gebiete‘‘  zunächst  zutrifit;  und  es  ersetzt  endlich  von  selbst
dementsprechend  auch  diejenige  Willensäusserung,  welche  zur
Fusion  eines  selbstständigen  Gemeinwesens  mit  einem  andern  erforderlich
  wird.  :  .  .

Dieser  Gedankengang,  welcher  ja  an  sich  ausserordentlich
plausibel  klingt,  leidet  nun  aber  in  Wahrheit  an  so  vielen
Irrthümern,  dass  es  ganz  unmöglich  ist,  sie  alle  zu  erschöpfen
‘und  es  hier  genügen  muss,  nur  einige  der  wesentlichsten  hervorzuheben.


Zunächst  gibt  es  keine  „legale  Secession“.  Das  ist  des  Näheren
  schon  oben  dargelegt  worden;  und  gerade  die  Franzosen,
welche  im  Uebrigen  das  Volk  der  politischen  Centralisation  sind
‘und  den  ,„Staat‘‘  ganz  besonders  als  ein  in  sich  einheitliches
festgefügtes  Ganze  auffassen,  würden  sich  bedanken,  die  logischen
  Uonsequenzen  zu  ziehen,  welche  sich  ergeben  müssen,  wenn
wirklich  ein  ‚Recht  der  Secession‘‘  bestünde.e.  Nun  könnte  man
ja  allerdings  einwenden,  dass  man  dann  in  Fällen  der  hier  in
'Rede  stehenden  Art  nicht  eine  „Secession“,  sondern  eine  „Dereliction“
  anzunehmen  habe;  allein  das  wäre  ein  Widerspruch
in  sich,  denn  die  Dereliction  ist  eben  begrifflich  mit  dem  „Bevölkerungsrecht“
  unverträglich,  als  dessen  logischer  Ausfluss
andererseits  das  ganze  Verhältniss  erscheint,  wie  es  die  Franzosen
an  die  Stelle  der  Tradition  gesetzt  wissen  wollen.  In  Wahrheit  freilich
  handelt  es  sich  trotzdem  immer  und  in  jedem  fraglichen  Falle